22

Nilzenburger: Das war’n die Nineties

The Nilzenburger: Ich liege zwar nicht immer auf seiner Humorebene (oder er auf meiner), aber ich mag ihn trotzdem sehr. Nicht nur, aber auch, weil er zu den wenigen hiesigen Internauten gehört, die nicht lange über die Demokratisierungderproduktionsmittel quatschen, sondern sie einfach nutzen. So wie im folgenden Song „Die 90er“.

Tipp: Vorher selbst mal überlegen, welche Reime einem auf „Nineties“ einfallen, dann erst Nilz anhören und -sehen.


Die 90s – Der Song from Nilz Bokelberg on Vimeo.

Den Song gibt es auch als Download und einzelne Tracks zum Remixen. Mashupen. Upmashen. Remixen.

22 Kommentare

  1. 01
    Bruno

    Und was waren jetzt die 00? Schliesslich haben wir schon 2009 und die Nineties sind auch schon fast zehn Jahre her.

  2. 02
  3. 03

    Aber bevor man da reimt, müsste man erst einmal eine Grundsatzdiskussion führen, wie man dieses Jahrzehnt nennt/ausspricht.

  4. 04

    @Johnny Haeusler:
    Scheinbar muss man den eigenen Willen urteilslos als ‚Ergeben‘ melden…

    Das wird sicherlich nicht geschehen.

    Johnny H. also known by www,Spreeblick.com

    [Das nächste mal so richtig auf Französisch] ⁄iih

  5. 05

    Die Nuller? Nuja…
    Zuerst blieb der Y2k-Bug im Stau stecken. Was für ein mieser Start! Wieder kein Weltuntergang. Kein Atomkrieg, kein gar nix und den Atomkrieg hatten sie uns seit den 80ern versprochen.
    Aber bereits im nächsten Jahr begann man in Amerika mit Hochhäusern Bowling zu spielen und seitdem ging’s Berg ab. Demokratien machten einen elend langsamen Switch zu Überwachungsstaaten und Überwachungsstaaten fingen an, Luxusgüter vom Klassenfeind zu kopieren und billigst via eBay zu verscheuern.

    Den meisten von uns war all das völlig schnuppe, denn die Musik wurde immer besser. Drum&Bass wurde zwischendurch so erwachsen, dass es sich Subgenres wie Techstep, Darkstep, ect. leisten konnte. Glitch wurde immer größer, Click ’n Cuts everywhere. Und Trance starb, endlich. Langsam und unehrenhaft.

    Zwischendurch kam auch was im Kino. Das ging völlig an mir vorbei, weil man im Lichtspielhaus so gefilzt wurde, wie am Flughafen. Heute sind wir alle Raubkopierer und die Medienindustrie ist Schwarzseher.

    Im Laufe des blutjungen Jahrtausends erfanden einige Wichtigtuer ein neues Hobby: Bloggen. Beepworld-Homepage 2.0, „Willkommen in meinem Blog“. Das war toll, denn dafür langte ein Aldi-PC von 1998. Wer schnellere Maschinen besaß, konnte mittlerweile richtige Musik damit machen. Software ersetzte immer mehr Studio-Equip, wer keine MP3s klauen wollte, machte seine Tracks einfach selbst. Jetzt sahen nicht nur die Labels schwarz, sondern auch die Tontechniker. Zwischendurch krabbelte Apple aus der Versenkung und läutete das Ende der entsetzlichen Formatradios an. iPods für alle, nie wieder Werbejingles, Webradio statt UKW. Das Musikfernsehen starb nebenbei an einer Überdosis Klingelton.

    Im weiteren Verlauf der Zeitachse erklärte Apple der Musikindustrie nebenbei wie man Geld mit gerippten Songs verdient. Alle Welt schafelte von DRM, 5 Sechstel der Welt boykottierte es. Damit das Boykottieren nicht so langweilig wurde, legten die Jungs aus Cupertino ein hinreissendes kleines Programm nach: Garageband! Damit konnten auch Leute muzisieren, die gar nicht wissen, was Musik überhaupt ist. Später bauten sie kleine Kameras in die Displays ihrer Rechner und spendierten ihrem Schrammelprogramm eine Videofunktion. VLog ward geboren. Nun konnten alle, die mit Grammadick und Ordogravie auf dem Kriegsfuß standen ihren Stuss in Form von kleinen Clips ins Netz pumpen. DSL blieb allerdings dennoch asynchron.

    Zwischendurch gab’s hie und da ein wenig Krieg. Ab und zu auch ein wenig mehr, zwar kein Weltkrieg, aber immerhin bedingt lichterkettentauglich. Die ältere Generation sah begeistert im Fernsehen zu, der Rest klickte sich durch „The Best of Kunduz und Bagdad“ auf Youtube oder ging auf die Straße, um Steine werfend gegen Gewalt zu demonstrieren. Orgrish hies irgendwann LiveLeak und für Porno gab’s ein eigenes Youtube. Wir lebten in der spannendsten Zeit seit der heiligen Inquisition. Regiert wurden wir von einem Gebilde namens „Große Koalition“. Nie zuvor ließ eine Regierung soviel Spielraum für Spott und Hohn.

    2009 – Twitter kommt beim Normalbürger an. Jokes haben jetzt nur noch 140 Zeichen und das Geschäftsmodell der Zukunft sind Webseiten die Links verkürzen.
    Im sogenannten Reallife wird der Ossi 40+ zum begehrten Gesprächspartner. Er weiß, wie man sich in einer Diktatur verhält, ohne aufzufallen. Im Untergrund werden erste Seminare organisiert …
    _____
    Also reimen kann ich’s nicht.

  6. 06

    „Aber bevor man da reimt, müsste man erst einmal eine Grundsatzdiskussion führen, wie man dieses Jahrzehnt nennt/ausspricht.“

    Ich wär für: Noinzigger

  7. 07

    Das Lied kommt 9 Jahre zu spät. Aber wie heißt das Jahrzehnt danach?

  8. 08
    Gee

    wartet doch erst mal bis 2019. wer resümiert denn bitte ein jahrzehnt bevor es vorbei ist. und dann brauchen wir ja auch noch die zeit, uns darüber lustig zu machen, bis es wieder in der nächsten pseudonostalgiewelle verherrlicht werden kann. oder will mir jemand sagen, die 80er waren in den 90ern schon wieder massentauglich?

  9. 09

    Die Nullziger? Die Zweitausender?

  10. 10
    Simon Pfirsich

    @Salz:
    Hey cool, der eigentliche Artikel kommt erst im Kommentar *Respekt zoll*. Das neue Bloggen – während im Blog an sich zuhauf lediglich Videos reingestellt werden, ufern die Kommentare in epische Breite aus.

  11. 11
    Der Frank

    Harrison ist doch 2001 gestorben. Oder habe ich was an der Aufzählung nicht verstanden?

  12. 12
    Chris

    Die 90er waren nicht so schlecht und unwitzig wie dieser Song.

  13. 13
    alter hase

    @Salz (5) Wohin darf man Dich küssen?

  14. 14
    corax

    @Salz:

    @Simon Pfirsich:

    @alter hase:

    Ich wollte mich anschließen.
    Großes Kino. :)

  15. 15
  16. 16

Diesen Artikel kommentieren