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Youtube sperrt Musikvideos jetzt auch für deutsche Nutzer.

What goes around comes around. Nach Youtube UK sperrt die Videoplattform auch hierzulande aufgrund von Lizenzstreitigkeiten einen Großteil der Musikvideos. Die GEMA verlangt in den Neuverhandlungen, so SpOn, 50 mal höhere Beiträge als die PRS in Großbritannien.

Bleibt abzuwarten wie weitreichend die Sperrungen sein werden. Auf der Insel sind auch nach mehr als zwei Wochen, nach meinen eigenen und Armins Erfahrungen, ein Großteil der Videos weiterhin abrufbar.

21 Kommentare

  1. 01
    Bing

    Die Aussage, die GEMA verlange 50 mal höhere Beträge als die PRS, ist eine Behauptung von Youtube, die sich Spiegel Online meines Erachtens nicht zu eigen macht. Erbsenzählerei, mag sein, aber der Artikel bei Spiegel Online zeichnet schon ein etwas anderes Bild als hier suggeriert wird.

  2. 02

    Ich bin gespannt, wie groß dieser Großteil ist.

  3. 03

    Es soll,

    so habe ich mir berichten lassen,
    auch noch andere Seiten geben,
    welche ‚Musikinhalte‘ zur eigenen
    Verfügung stellen.

    Da rede ich nicht über Programme,
    welche die I-Net Radiosender nach
    Titeln/Interpreten/Musikrichtung
    automatisiert abspeichern kann.

    DRM & Co ist für den…

  4. 04
    Nico Roicke

    @Bing: das war nur als hinweis gedacht, dass die verhandlungen schwieriger werden würden als sie im königreich eh schon sind. der ursprüngliche artikel über die uk sperrungen macht glaube ich klar, dass es natürlich verhandlungen sind, in denen der eine partner mehr heraus bekommen, und der andere mehr sparen will.

    @Die Erklaerung: da bin ich auch gespannt. aber im uk hält sich das echt in grenzen.

  5. 05

    @Die Erklaerung: Wie Nico schon sagte, auch nach meiner Erfahrung ist der groesste Teil nach wie vor verfuegbar. Gerade mal ein paar meiner subscriptions (die offiziellen band channels) ausprobiert:

    Glasvegas scheint ausser einem Video nichts zu gehen, Stereophonics scheint alles zu gehen, Fratellis ein paar gehen nicht aber die meisten gehen, The Subways scheint alles zu gehen, Billy Bragg scheint alles zu gehen.

    Das waren nur die offiziellen accounts, von den abertausenden von Fans hochgeladenen Videos gehen nach meiner Erfahrung auch fast alle.

  6. 06

    Ich gebe YouTube völlig recht. Schließlich sind die Musikvideos doch eigentlich nichts anderes als Promotion für die Platten der Bands! Sollte sich da die GEMA nicht eher dankbar zeigen? Seit wann muss man Geld dafür bezahlen wenn man auf seiner Website Werbung schaltet? Zugegeben YouTube profitiert auch von den Videos, allerdings offensichtlich bei weitem nicht so viel, dass es sich lohnen würde der GEMA auch noch Geld dafür zu zahlen!

  7. 07

    youtubeproxy.org
    Funktioniert sogar.

    Das wisst ihr aber nicht von mir, ey!
    :)

  8. 08

    ich nehm alles zurück und behaupte was anderes.
    Der Proxy ist hinterhältig und gemein:

    „Your credit is over try again in 383 minutes or buy some credit.
    To avoid the proxy server overloading the free service is limited to 8388608 bytes every 8 hours.“

    Für nur 1 Euro fuffzich kann man aber weiterkucken.

  9. 09

    Es wird halt immer wieder versucht den usern das frei verfügbare anhören/runterladen von Musik inhalten zu verbieten … da war es kein wunder das irgendwann youtube eingeschränkt sein wird. Aber ich denke es wird immer wieder neue Möglichkeiten geben diese beschränkungen zu umgehen, das muss nicht nur youtube betreffen!

  10. 10

    @Die Erklaerung (2): Dass manche Videos nach wie vor laufen und andere hingegen gar nicht, ist darauf zurückzuführen, dass youtube mit Sperrlisten arbeitet. Alle als Musikvideo erkannten Inhalte werden mittels der Liste gesperrt. Solche, die nicht als Musikvideo (obwohl sie es sind) erkannt werden, werden auch nicht gesperrt.

    http://blog.neusite.de/2009/04/01/aprilgeschenke/

  11. 11
    komponist (=|= Interpret)

    speziell @ alezyn:
    Du bist offenbar ernsthaft musikbegeistert. Du bist anscheinend ein kompetenter und aufgeklärter Netz-User. Und, super: Du stehst „voll hinter YouTube“.

    Leider aber bist Du offensichtlich nicht im Mindesten darüber informiert, worüber Du überhaupt redest, wenn Du hier und in Deinem Blog die GEMA kritisierst.

    Die GEMA ist ein Verein (e.V.), der nicht gewinnorientiert arbeitet, der die geringste Verwaltungsquote in Europa hat – und der nicht „die Musiker“ oder „die Künstler“ vertritt, sondern Komponisten und Texter.

    Beispiel: Sängerin X macht Album, Video, Tour. Für X und ihr Label ist damit womöglich ein tolle Werbung und damit ein Zuverdienst gewährleistet, wenn das Video auf Youtube abgeht.
    Aber: Was ist mit denjenigen, die die Musik und die Texte für X komponiert und getextet haben? Die bekommen erstmal gar nichts für die „Nutzung“ ihrer „Werke“ – und das ist in Deutschland gesetzlich nicht möglich, denn es gibt einen gesetzlichen „Anspruch auf angemessene Vergütung“. Die GEMA ist die Instanz, die dafür sorgt, dass URHEBER am Erfolg ihrer Arbeit mitverdienen. Nicht Sänger/Interpreten, nicht die Bands, nicht das Label – und nicht Youtube.
    Insofern ist die GEMA offensichtlich nicht nur nicht gleichzusetzen mit der Musikindustrie, sondern zumindest tendenziell eher ein Gegner derselben. Denn genauso wie BitKom, Youtube uvm. ist auch die Musikindustrie grundsätzlich eher daran interessiert, den Urhebern wenig abzugeben, damit mehr für sie selbst bleibt.

    Noch etwas: Natürlich vertritt die GEMA nicht nur die Interessen solcher Komponisten, die Songs schreiben, sondern auch von Konzert- oder Filmkomponisten. Auch deren Repertoire wird im Netz ausgeschlachtet, doch die haben schlicht gar nichts davon, denn wenn jemand deren Musik unter sein eigenes Video legt, dann gibt es keinen Werbeeffekt. Wofür denn auch?

    Sehr einfach das Ganze, ist auch alles frei zugänglich nachzulesen, aber das kostet halt Zeit und Mühe.
    Dafür müsste man vielleicht zumindest den Unterschied zwischen Urheberrecht (Autor) und Leistungsschutzrecht (Interpret, Label) verstehen.

    Schlimm an der ganzen Geschichte ist, dass die Telekommunikationsunternehmen und „Contentaggregatoren“ sich dumm und dämlich verdienen, indem sie Kunst zu Content entwerten – um damit Bandbreiten zu verkaufen. Fast noch schlimmer aber ist, dass das keiner kapiert. Wenn die Urheber nicht wenigstens mit der Stimme der GEMA gemeinsam sprechen könnten, dann würde gar keiner mehr auf sie hören. Ihr fordert ja auch nicht die Abschaffung von Gewerkschaften und Berufsverbänden …

    Bitte wacht auf: Ihr lasst Euch hier vor den Karren der Bitkom-Branche spannen.

  12. 12
    Ivor Bigbotty

    @Timo:
    Ich kenn mich leider mit dem Musikcontent, Interpreten-Urheber-Komponistengewurste überhaupt nicht aus. Aber wenn irgendein Song auf YouTube steht heißt das man kann ihn schon hören. Daraus folgt, dass irgendein Interpret die Noten des Komponisten schon gespielt haben muss.
    Jetzt sehen 5 Fantastiliarden Leute das Video auf YT, hören die Musik und kaufen sich alle Alben des Künstlers (Idealfall).
    Warum muss die Gema den Teil der dem Komponisten zusteht bei den Betreibern von YouTube abgreifen und nicht beim Interpreten?

    Klar wird bei YT mit fremdem Inhalt Geld verdient, aber sie stellen ja auch das „Transportmittel“ zur Verfügung.
    Ein TV Hersteller verdient ja auch daran, dass jemand anders ein TV-Programm sendet (oder gibts da auch Abgaben für TV Macher?).

    Content machen is eine Sache; aber wozu machen, wenn ihn am Ende kaum einer sieht? Kein TV, kein TV Programm; Keine Straßen, keine Autos; keine Arme, keine Kekse. Also kein Content ohne das passende Medium.

    Ich habe immernoch das unbestimmte Gefühl, dass der Eintritt in das Internetzeitalter von vielen verschlafen wurde.
    Klar wünsch ich dem armen Komponist seine Kohlen, aber das muss doch auch mit einem System funktionieren, bei dem nicht ständig die ganze Welt miteinander in Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist, nur weil ein User sein lieblings Musikvideo hochlädt.

  13. 13
    komponist (=|= Interpret)

    Also, unwohl fühlen wir uns wohl alle mit der gegebenen Situation: Urheber, Interpreten, Verwerter.

    Zur ersten Frage: Weil es eindeutige gesetzliche Regelungen für so etwas gibt. Weil gerade die Tatsache, dass es Verwertungsgesellschaften wie GEMA, GVL, VG Wort etc. gibt, Rechtssicherheit herstellt, und das für beide Seiten (also Rechteinhaber und Verwerter). Im Übrigen: Wo soll denn der Interpret das Geld hernehmen, wenn Google zwar nutzt, aber nicht zahlt?

    Zur zweiten Frage: Wenn im TV ein Tatort gesendet wird, gibt es selbstverständlich Wiederholungshonorare für bestimmte Gewerke.

    Insgesamt:
    Das Fatale ist, dass ja nicht durch Herrn Google oder Frau Napster die Idee des Musikvertriebs erfunden wurde. Das gibt es schon sehr viel länger, und wie ich in meinem obigen Posting andeuten wollte, ist dabei ein System von Rechten, Rechteinhabern, Lizenzgebern und -nehmern entstanden (und unter letzteren ist Youtube eben schlicht nur ein weiterer), welches erstens gesetzlich legitimiert ist, zweitens hochkomplex und drittens notwendigerweise kaufmännisch und nicht eigentlich künstlerisch. Das kapieren Viele nicht, vielen im Prinzip Betroffenen ist es schlicht lästig. Eine ideale Ausgangslage für die Bitkom-Industrie (!), die Kreativen gegeneinander auszuspielen. Das habe ich aufzuzeigen versucht. Niemand behauptet, das System sei perfekt, so wie es ist. Noch nicht einmal die GEMA übrigens, die nämlich sehr viel Aufwand betreibt, den Willen ihrer Mitglieder überhaupt kennenzulernen, um ihn anschließend umsetzen zu können.

    Es bleibt aber ein Komplex von Kernproblemen, auf das die GEMA oder ähnliche Insititutionen einfach gar keinen Einfluss haben:
    – Wenn etwas einmal umsonst zu haben war, sind Leute nicht bereit, anschließend dafür zu bezahlen. Musik wird so nachhaltig entwertet.
    – Solange die Musikhörer nicht bereit und/oder in der Lage sind zu realisieren, dass nicht jeder Komponist Konzerte gibt, Alben verkauft, TV-Shows macht – und dass nicht jeder Hansel mit einem Mikro Komponist ist, ist es müßig, ihnen auseinanerzusetzen, dass offensichtlich ein erheblicher Teil der Musikwirtschaft (nicht Industrie!) jenseits ihres Gesichtsfeldes stattfindet und dass sie insofern mit voreiligen, uninformierten Meinungen der Sache nicht gerecht werden.

    => Aus diesem Grund ist die gebetsmühlenhafte Wiederholung der Behauptung, Youtube etc. sei „tolle Werbung“, eben nur für einen GANZ kleinen Teil der Urheber zuteffend. Für die Plattenfirmen übrigens aber umso mehr.
    Was passiert, ist, dass die Autoren/Urheber von mehreren Seiten entrechtet werden: Von Fans, Bitkoms und der Musikindustrie.
    Was weiterhin passiert, ist, dass die Bitkoms Euch DSL-Bandbreiten verkaufen, für die Ihr gerne bereit seid zu zahlen. Wenn aber Musik und kreative Inhalte über Jahre der wesentliche Motor dieser Entwickung waren, kann doch irgendetwas nicht stimmen am Mitleid mit Youtube: Wenn die Musik brauchen, aber nicht bezahlen können (das kann man im Vorfeld klären!), dann stimmt eben die Kalkulation nicht. Ganz einfache kaufmännisch Wahrheit. Wenn ich Steak will, muss ich dem Farmer etwas zahlen, OBWOHL die Rinder auf einer für mich zugänglichen Weide stehen … Und bevor der Farmer mit jedem einzelnen Hungrigen ein Einzelgeschäft gemacht hat, sind alle Rinder verhungert – er ist also besser bedient, mit einem Großhändler zusammezuarbeiten …

    Stellt sich die Frage, wer hier der Krake ist…
    Das Ganze ist unfassbar frustrierend für Komponisten. Wer streitet sich schon gerne mit denjenigen, für die er eigentlich seine Musik macht. Da wir als Einzelkomponisten uns aber eben nicht mit Millioenen Youtube-Nutzern (oder mit Youtube, ARD ZDF, IFPI …) persönlich auseinanderetzen können, ist es GERADE im Internetzeitalter vollkommen unverzichtbar für uns, die GEMA als unsere Stimme zu haben, zu nutzen und zu schützen.

  14. 14
    Ivor Bigbotty

    Ich leiste mir zu diesem Thema vorerst noch keine Meinung. Allerdings lese ich auch kritisches von denen, die eigentlich von der Gema profitieren sollten.

    Check this out:
    http://magnetic-music.com/aktion/sklaven-der-gema.html

  15. 15
    komponist (=|= Interpret)

    Hallo Ivor,

    Du wirst noch viel mehr Kritisches hören darüber, was es an der GEMA alles auszusetzen gibt. Ich wil da nichts beschönigen: Es gibt viel zu tun, um die sog. „Verteilungsgerechtigkeit“ innerhalb der GEMA zu optimieren, und teils vielleicht auch erst herzustellen.

    Nur: All das muss innerhalb der GEMA geschehen. Und gerade das kritisierte PRO-Abrechnungsverfahren ist in mehreren Gerichstverfahren als angemessen beurteilt worden.

    Die meisten Empört-Aufschreier gehören leider zu denen, die noch nie zu einer GEMA-Mitgliederversammlung gegangen sind. Als Verleger könnte der Autor des verlinkten Beitrags das tun, er könnte im vereinsrechtlich organisierten System der GEMA mitmachen. Stattdessen fordert er, Andere sollten an seiner Stelle klagen. Wenn er an die Chance einer Klage glaubt: Warum tut er es nicht selbst? Am zu geringen Streitwert wird es wohl nicht liegen.

    Typisch: Es wird im Text keinerlei Trennung vorgenommen zwischen den rechtlich verbindlichen Kategorien Urheber – Künstler (wohl im Sinne von Interpret) – Verwerter (dazu gehören: Veranstalter, Verleger, Labelmacher, also genau das, was der Autor betreibt). Es wird nicht erklärt, welches Repertoire überhaupt bei den Tourneen gespielt wurde. Wenn es sicht um Irish Fok handelt, ist zu unterstellen, dass ein beträchtlicher Teil des Repertoires zu den nicht auf einen Urheber zurückzuführenden „Traditionals“ gehört. Warum sollten seine Interpreten dafür Geld bekommen? Sie sind nicht die Urheber.
    Klassischer Fall von System samt seiner Grundprinzipien nicht kapiert.

    Was wiederum nicht heißt, dass es nicht innerhalb der GEMA Handungsbedarf gibt. Nur steht das auf einem anderen Blatt.

    Noch was: Es ist doch ausgesprochen interessant, wer sich in dieser Debatte alles zum Sprecher der Urheber aufschwingt: Veranstalter, Verleger, Labels, sogar Google/Youtube. Ist doch bizarr, oder: Jeder Einzelne von denen verdient an seiner Arbeit mit dem, was die Urheber geschaffen haben. Wieso sollte ich als Urheber meine Kunden für mich sprechen lassen, wenn ich die Chance habe, mich mittels einer Solidargemeinschaft von Autoren selbst zu äußern?

  16. 16
    Ninn

    Gebt einfach im Fenster bei http://www.Hidemyass.com youtube ein .. dann wird eure ip adresse geändert und statt in deutschland seid ihr zB in New-york oder so und könnt einfach die videos gucken.. schon komisch wenn man als franzose deutsche musikvideos gucken kann aber als deutscher nicht oO
    Mit der methode lassen sich auch serien von zB Fox die nur in den usa nen senderecht haben anschauen , auch ganz praktisch.

  17. 17

    Ach das wird in Deutschland nie und nimmer zu 100% durchgesetzt. Viele offizielle Musikvideos sind ja schon auf youtube gesperrt. Aber ich geb euch einen tip: Wenn ihr zum Beispiel Pokerface von Lady Gaga hören wollt, dann gebt ihr einfach „Lady Gaga Pokerface with lyrics“ ein. Und wenn ihr dann ein Video mit blauem Bildschirm seht, in dem der Text so wie bei Star Wars durchs bild fliegt, dann stimmt alles! Das könnt ihr fast auf jedes Musikvideo anwenden! Den meisten erzähle ich warscheinlich nix neues… wenn ja dann probierts aus!

  18. 18
    Peter

    Die GEMA hat nach eigenen Angaben 800 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Nur ca 20% dieses Geldes wird an Künstler/Komponisten etc weitergegeben.
    Die restlichen 80% sind GEMA Verwaltungsgebühren. Hier will jemand noch reicher werden auf Kosten der Künstler, und dieser Jemand ist nicht der Endverbraucher. Die Geldgier der GEMA schadet unserer Kultur. Natürlich muss Urheberrecht geschützt werden, aber nicht durch die GEMA die nur an ihrem eigenen finanziellen Profit interessiert ist. Weg mit der GEMA.

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