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Wie Frank Zappa Filesharing erfand

Ein Leser der Seite Techdirt hat die Autoren auf einen Ausschnitt aus der 1989 veröffentlichten Autobiographie Frank Zappas, ‚The Real Frank Zappa‘, hingewiesen, in dem der Namensgeber für Planeten, Fische, Spinnen, Quallen und anderen Weichtieren zuerst die Kompaktkassette als Bedrohung für das bestehende Musikgeschäft aufzeigt,

It is our proposal to take advantage of the POSITIVE ASPECTS of a NEGATIVE TREND afflicting the record industry today: HOME TAPING via cassette of material released on vinyl […]

und kurz darauf einen, aus heutiger Sicht, erstaunlichen Vorschlag macht, wie die Plattenfirmen auf die neuen Technologien reagieren sollten.Zappa regt an, digitale Kopien der besten Titel aller Plattenfirmen zu speichern und via Telefon- oder TV-Kabel direkt den Kunden zugänglich zu machen, so dass diese die Lieder dann mit ihren Kassettenrekordern mitschneiden können:

We propose to acquire the rights to digitally duplicate and store THE BEST of every record company’s difficult-to-move Quality Catalog Items [QCI], store them in a central processing location, and have them accessible by phone or cable TV, directly patchable into the user’s home-taping appliances, with the option of direct digital-to-digital transfer to F-1 (SONY consumer-level digital tape encoder), Beta Hi-Fi, or ordinary analog cassette (requiring the installation of a rentable D-A converter in the phone itself … the main chip is about $12).

Die Labelchefs haben’s damals offensichtlich nicht gelesen. Wer hätte das auch erwartet und wer weiß, was Archäologen in 20 Jahren in den Büchern von Adam Green finden werden, wenn sie das erste Mal mit (anthropologischem) Interesse gelesen werden.

[via]

12 Kommentare

  1. 01
    peter h aus b

    Zappa war schon immer weit vorne. Der alte Musikgott..

    BTW: Großartiges Bild!

  2. 02

    Adam Green? Soweit ich weiß, hat der nur ein Buch bei Suhrkamp und darin ausschließlich Lyrik.

  3. 03
    Nico Roicke

    @Raventhird:

    „Soweit ich weiß, …“

    —> was zu beweisen war.

  4. 04

    @nico:
    was war da zu beweisen? wikipedia gibt genau das stb an, dazu noch sekundärliteratur, wobei sie natürlich nicht darauf verzichten kann, martin büsser falsch zu schreiben.
    aber vielleicht erwartet da einen ja graue literatur en masse, wer weiß…

  5. 05
    Nico Roicke

    @jche: im artikel spiele ich darauf an dass noch niemand die bücher von green gelesen hat und raventhird hat es offensichtlich auch nicht. das war zu beweisen. (ich habs zumindest durchblättert und kann sagen dass nicht nur lyrik sondern noch anderer schrott drin steht.)

  6. 06
    fb

    @Nico Roicke: steht echt nur mist drin. hätte echt jeder depp schreiben können. kill digital! vinyl rules! und überhaupt: schonmal über die „Dark Ages of Digital“ Gedanken gemacht? Wir werden in einigen hundert Jahren einfach nicht existent gewesen sein. dank google und all jenen, die die digitale rev. befürworten …

  7. 07

    Ich kenn nen Tontechniker, der die Bücher (Tagebuch oder sowas) von Adam Green gelesen hat, nachdem er sie im Backstage vergessen hatte. Er fand’s ziemlich langweilig und hat nicht viel gelesen ;)

  8. 08
    Nico Roicke

    @Häns Dämpf: vielleicht haben wir ja glück und adam green hat die anderen kopien nur digital. dann war er in einigen hundert jahren einfach nicht existent.

  9. 09
    fabi

    ich hab von adam green „magazine“ gelesen, es war großartig. adam green style

  10. 10
    Jan(TM)

    John Lennon hatte die Idee schon 1968, wer es nicht glaubt muss sich nur Helter Skelter in einer dunklen Vollmondnacht rückwärts anhören.

    Ein D/A Chip für 12 Euro anno 89 der in Echtzeit arbeiten soll?!

    Adam Green? Der ist doch eher Kopierer als Erfinder?!

  11. 11

    Bei Flatrates kann man doch automatisch den Urhebern einen Prozentsatz abzweigen. So wie mit Musikassetten damals.

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