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Soziale Manieren: Weblog der Caritas von Ex-Junkies und Streetworkern [UPDATE]

Die Caritas hat im Rahmen der Aktion „žSoziale Manieren“ ein Weblog gestartet und das ist eins der spannendsten Blogprojekte, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Darin schreiben ehemalige Junkies, Streetworker oder auch Schmerzpatienten über ihren Alltag und ihre Erfahrungen mit und in der Gesellschaft, in der wir leben. Der Info-Text im Blog lautet: „žWeg mit Klischees, Vorurteilen und Phantasien. Wie leben Obdachlose, Süchtige, psychisch Kranke, Häftlinge oder extrem arme Menschen? Was bewegt sie, womit kämpfen sie, worauf hoffen sie? Davon berichten Betroffene und ihre Helfer in diesem Blog.“

Das ist alles schon sehr, sehr spannend und dann hat mich der neueste Beitrag von Streetworker Thorsten Bathe umgehauen, er vergleicht den Dämmerzustand von Junkies mit der Hintergrund-Geschichte des Songs „žI wanna be sedated“:

„žWenn ich mir das in der Szenesprache so genannte ‚Abkacken‘ anschaue, muss ich immer an die Ramones und ihren Sänger Jeff Hyman denken.“

Es kommt selten vor, dass es mir beim Bloglesen kalt den Rücken hinunterläuft. Das war so ein Moment. Großartig!

Caritas-Blog: Einblicke ins Leben am Rand unserer Gesellschaft (via Upload)

[UPDATE] Die Berliner Kontakt- und Beratungsstelle, Hilfen für junge Menschen in Not, bietet ein ganz ähnliches Blogprojekt namens Hörst Du mich, in dem Jugendliche ihre alltäglichen Probleme aufschreiben und so kanalisieren können.

7 Kommentare

  1. 01
    carefree

    Sorry, aber das Verharmlosen von oft auch kriminellen Randexistenzen nervt. Was psychisch kranke Häftlinge wirklich denken, erfahren wir wohl hier realistisch. http://www.youtube.com/watch?v=BhbCp_qvwJ0
    Ein geisteskranker Mörder erzählt, wie er die Therapeuten in der Psychiatrie belogen und sich herausgetrickst hat.

  2. 02

    Muss man wirklich erwähnen, dass dieser Kommentar so pauschal natürlich Blödsinn ist?
    Die Idee irgendwelche Randgruppen ihre eigenen Fotos, Videos oder jetzt eben Blog machen zu lassen um deren Alltag und Blick zu zeigen ist ja nicht neu. Finde ich politisch zu begrüßen. Und kann halt so oder so enden – interessant oder uninteressant, verlogen oder nicht. Wie bei anderen Blogs auch. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass regelmäßig bloggen, also regelmäßige Beobachtung, Reflexion und ein Arbeitsrhythmus auch hilfreich sein können, wenn’s denn ansonsten daran fehlt.
    Ich finde es jedenfalls gut, dass sowas hier empfohlen wird.

  3. 03
    che

    Hallo Spreeblick, löscht ihr bitte mal den Link aus Kommentar 1. Ich arbeite mit Straftätern und solche Äußerungen sind total kontraproduktiv für die Akzeptanz unserer Probanden.

  4. 04

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