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Organe für den Frieden

Eigentlich ist Frieden so einfach. Ein wenig Versöhnung, ein wenig Vergeben, etwas Größe und Menschlichkeit. Schon wär Frieden. Selbst in Israel und Palästina.

Hört doch einfach auf mit den Bombenangriffen, den Raketen, den Selbstmordattentaten, der illegalen Landnahme, dem Einsperren eines ganzen Volkes. Geht nicht?

Ginge schon, wenn auch die Menschen in der großen Politik, derart über scheinbar unüberwindbare Gräben hinweg handeln würden, wie der Palästinenser Ismael Khatib, über den der morgen in den deutschen Kinos anlaufende Dokumentarfilm „Das Herz von Jenin“ berichtet.

Khatibs Sohn, ein muslimisch-palästinensisches Kind wird von israelischen Soldaten getötet. Der Vater, laut ttt einst im bewaffneten Widerstand, gibt die Organe seines Sohnes zur Spende frei. Für israelische Kinder. Khatib besucht zwei Jahre später diese Kinder und deren Eltern. Der vor Kraft strotzende Beduinenjunge ist ein Sinnbild für die Wohltat gelingender Organtransplantationen. Als aber der palästinensische Vater die jüdisch-orthodoxe Familie besucht, deren Tochter nun eine palästinensische Niere hat, treffen Menschen aufeinander, die eigentlich Todfeinde sind. Doch bei aller Feindschaft, der orthodoxe Vater kann nicht umhin, dem Palästinenser zu erlauben, seine Tochter zur Begrüßung sanft zu berühren. Ein unbeschreibbar zärtliches Bild.
Frieden ist eigentlich so einfach.


Direktherz

Interview mit Ismael Khatib, dem palästinensischen Vater
Filmkritik beim Deutschlandradio

9 Kommentare

  1. 01
    Conrad

    Ich kann zu diesem Film eigentlich nur sagen: Großartig, bewegend, sehenswert!
    Ich hatte das Glück, in vor einiger Zeit schon sehen zu dürfen. Er zeigt so viele Alltäglichkeiten, die wir hier in Europa nie von den Medien präsentiert bekommen und die meinen Blick auf die Situation in Israel verändert haben.
    Ja, Frieden kann so einfach sein…

    Noch ein Grund den Film zu schauen: http://www.cinemajenin.com Das Projekt,was dahinter steht.

  2. 02
    sEnf

    Das wäre so super wenn das echt wäre.

  3. 03

    Wo wir gerade dabei sind: Bin letztens auf den Trailer zu dem Dokumentarfilm „City of Borders“ gestoßen, der gerade auf dem Hot Docs-Filmfestival läuft. Darin geht es um eine Schwulenbar in Jerusalem (und über Leute, die extra über die Mauer klettern, um dort frei zu feiern). Sieht wirklich gut aus: http://www.youtube.com/watch?v=-9YQIFmOQjo

  4. 04
    nico

    btw: In Hannover haben sich am 1 Mai Palästinenser und Israelis zusammen gegen die Nazis vereint. Auch schön.

  5. 05

    Und wieder sind es Kinder die uns sagen hört auf zu streiten.

  6. 06
    christine

    @sEnf: es ist echt, das weiß ich aus zuverlässiger Quelle

    Ist eins der Projekte (Cinema Jenin), welches von betterplace unterstützt wird. http://www.betterplace.org

  7. 07

    Kinder kennen sowieso keinen Hass. Eine schöne Naivität, die man irgendwie und irgendwann leider verliert… Oder aber das „Böse“ vom Umfeld beigebracht bekommt.

  8. 08

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