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Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei!

Man wird den Eindruck nicht los, dass es schon seit längerer Zeit und von vielen eher unerwarteten Seiten Zweifel an Sinn und Absicht der Internetsperren-Vorhaben der Bundesregierung gegeben hat, sich aber vorerst nur einige „getraut“ haben, diese Zweifel öffentlich zu äußern mir aber bestimmte Artikel erst jetzt unterkommen.

Umso erleichterter bin ich, wenn dass sich nun Auch Vertreter der Polizei haben sich zu Wort gemeldet, die sicher am meisten mit der Bekämpfung von Kriminalität zu tun haben dürften. Über fehlendes Personal und unzureichende Ausstattung sowie prinzipielle Herausforderungen für Ermittlungen im Netz:

Bernd Carstensen, Sprecher des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK) bei Golem (die im Untertitel des Textes schreiben, der BDK würde Sperren fordern, während Carstensen im Artikel zwar diplomatisch, aber doch klar betont, dass Sperren nicht helfen) und der Bundesvorsitzende des BDK, Klaus Jansen, im Interview-Transkript bei Deutschlandradio Kultur.

7 Kommentare

  1. 01
    rocco

    Dir ist aber schon aufgefallen, dass die von dir verlinkten Seiten vom **Januar** 2009 sind, oder? Also von „nun auch“ kann man da nicht sprechen…

  2. 02

    @rocco: Argh. Nee, mir wurden die gerade als „neu“ zugeschickt und ich Depp falle voll drauf rein. Danke fürs Aufpassen, ich korrigiere das oben.

  3. 03
    ZeroG

    Polizisten die mehr Polizisten fordern – so neu ist das nun auch wieder nicht.

  4. 04

    Es ist aber noch das ‚gehobenere‘ Niveau … die GdP müßte mal was ähnliches verlauten lassen. Dann wäre es auf dem ‚breite Masse‘-Niveau. Kann leider diesbzgl. nichts finden.

    Die klassische Polizei (nicht die Schäuble-Truppen, die Jungs und Mädels auf Landesebene …) kann einem in Deutschland wirklich ein bißchen leid tun. Da bekommen die jetzt schon im Zuge der EU die unlustigen dunklen-Seite-der-Macht-Uniformen und benutzen freiwillig ihre Privat-Handys für Dienstzwecke, da die Handfunken aus der gefühlten prähistorischen analoggeführten Zeit stammen …

  5. 05
    at

    In der SZ äußert sich das bayrische LKA zumindest zur aus deren Sicht falschen Darstellung des Täterkreises als industriellen Komplex: http://www.sueddeutsche.de/panorama/813/465404/text/19/
    Und besondere Beachtung sollte finden, dass die Polizei in Schweden, wo bekanntermaßen bereits mit einer Liste und Internetsperren gearbeitet wird, laut unterschiedlichen Medien diese Vorgehensweise als weitgehend wirkungslos ansieht. — Und an eine bewusste Täuschung, um kriminelle Nutzer in falscher Sicherheit zu wiegen, glaube ich da nicht.

  6. 06

    ich finde auch, von diesen Seiten hört man (noch) viel zu wenig. Ich selbst weiß davon, das z. B. die niedersächsische Polizei sich bei den von den Justizbehörden ausrangierten Rechner bedienen muss, weil das EDV-Budget anscheinend so klein ist. Und mit dem Equipment sollen die dann Internetkriminalität bekämpfen. Wie in so vielen Bereichen fehlt es an der nötigen finanziellen Ausstattung für Qualifizierung des Personals und die technischen Mittel. Und jetzt sollen noch die wenigen Beamten, die drin sind in der Materie zu Listenschreibern degradiert werden. Diese Politik schreit zum Himmel.

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