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92 Prozent der Deutschen sind für irgendwas — wenn man der Deutschen Kinderhilfe traut (Update)

Update: Der genaue Wortlaut der Umfrage liegt jetzt vor. (Dank an 343max)

Die Diskussion um die geplante Änderung des Telemediengesetzes und die Online-Petition dagegen geht in die nächste Runde: Die „Welt am Sonntag“ berichtet über ein Ergebnis einer Umfrage, nach der „92 Prozent der Befragten angaben, für eine Sperrung einschlägiger Seiten im Internet zu sein“.

Unter dem Titel „92 Prozent der Deutschen für Sperrungen im Internet“ und der Subheadline „Kampf gegen kinderpornografische Seiten“ erfährt man als Leser/in leider nicht viel von der WamS. Dabei weiß die WELT doch so viel mehr.

Sie müsste z.B. wissen, auf welche genaue Frage die Umfrageteilnehmer/innen mit „Ja“ geantwortet haben, doch leider verheimlicht die WamS diese Information, die so immens wichtig ist. Möglicherweise lautete die Frage: „Sind sie für das Gesetz gegen Kinderpornographie im Internet?“ und wäre somit nicht nur leicht, sondern sogar arg irreführend, denn wie wir wissen, gibt es gar keinen Gesetzentwurf mit diesem Titel.

Denkbar wäre diese Herangehensweise im Rahmen der Umfrage, schließlich hatte Georg Ehrmann, Chef der „Deutschen Kinderhilfe“ (DKH), bereits vor einigen Tagen angekündigt, mit genau dieser Fragestellung Unterschriften für das geplante Gesetz zu sammeln. Vor einem Fußballstadion wollte er dies tun, selbiges hatte ihm seine Aktionen jedoch untersagt.

„Das Ergebnis der Umfrage bestätigt meinen Eindruck, dass es sich bei den Unterschreibern der Online-Petition um Internetliebhaber, Blogger, im Grunde also um eine Minderheit handelt – wenn auch eine gut organisierte“, sagte Ehrmann gegenüber der WamS, der er die Umfrageergebnisse „exklusiv“ zur Verfügung stellte. Und obwohl ich den Begriff „Minderheit“ als Kompliment empfinde, wundere ich mich über Ehrmanns plötzlich so scheinbar gutes Verhältnis zur WELT.

So hatte WELT-Online doch schließlich noch vor einem Jahr über Ehrmanns eigenwillige Buchführung berichtet und wenig später die „geschäftlichen Verstrickungen der Deutschen Kinderhilfe“ unter die Lupe genommen (höchst lesenwert: Teil 1, Teil 2, Teil 3). Eine großartige Rechercheleistung der WELT-Online-Redaktion, die evtl. nicht unwichtig dabei war, als die Deutsche Kinderhilfe aus dem Deutschen Spendenrat, einem Dachverband gemeinnütziger transparenter Organisationen, „wegen mehrerer Vergehen“ ausgeschlossen wurde — damit könnten die Verstrickungen der „Deutschen Kinderhilfe“ mit der „3W GmbH“, die sich als Marketingagentur u.a. auf „Kundenkarten, Bonuspakete und Vorteilsclubs“ spezialisiert und diese Leistungen auch den Mitgliedern der „Deutschen Kinderhilfe“ anbietet, gemeint gewesen sein. Schließlich wurde die „Deutsche Kinderhilfe“ lt. WELT-Online „auf Bestreben der beiden Geschäftsleute Frank Hippen und Holger Klinz gegründet“, welche die Geschäftsführer der „3W GmbH“ sind. Zumindest Klinz war wohl selbst Gründungsmitglied der DKH.

Erfreut war Georg Ehrmann als Chef der „Deutschen Kinderhilfe“ damals übrigens sicher nicht über die Recherchen von WELT-Online. Es gibt Gerüchte, die besagen, dass es Versuche gegeben habe, die Berichterstattung zu stoppen — mit dem Hinweis darauf, dass die DKH-nahe „3W GmbH“ schließlich auch für den Axel-Springer-Verlag tätig sei, der auch die WELT herausgibt. Schriftwechsel, die solche Gerüchte bekräftigen könnten, waren bis vor wenigen Tagen noch frei verfügbar auf dem Server zu finden, den sich die DKH und die „3W GmbH“ teilen.

Nun kann natürlich auch jemand wie Georg Ehrmann, der sich einst „auf großen Rückhalt von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) verlassen konnte“ und dessen Geschäftspraktiken und Absichten diversen Menschen und Organisationen dennoch, sagen wir mal: merkwürdig vorkommen, soviele Umfragen in Auftrag geben, wie er bezahlen kann.

Ob man den Beweggründen und Zielen dieser Umfragen jedoch trauen möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Mit großem Dank an die Mitglieder der Mailingliste des AK Zensur!

Löschen statt Sperren!

68 Kommentare

  1. 01
    zampano777

    Sehr gute Analyse! Kratzt aber gerade was DKH anbelangt immer noch viel zu sehr an der Oberfläche…

    Die interessantesten der o.g. Doks waren auch via google auffindbar und sind von einem unbekannten Spender auf http://drop.io/zampano777 mal (leider unsortiert) gemirrored worden.

    Stay tuned!

  2. 02
    c@lvin

    Ein angenehmer Vorteil direkter Demokratie (deren Ansatz Petitionen nun einmal sind): Nur die, die an der Politik interessiert sind – und sich deswegen auch mit Politik beschäftigen, geben ihre Stimme ab. Dadurch kann eine absolute Minderheit ganz schnell zur relativen Mehrheit werden. :-)

  3. 03

    Johnny,
    dem ich sehr gewogen bin (Anderslautende Meinungsäusserung) = Kritik
    _
    Hoppla

    Da muss man sich erst mal den Verweisen hingeben, um deiner Aussage zu folgen.

    http://bit.ly/Gx0BS
    _
    Als Unbedarfter möchte ich noch keine weiteren Verben benennen… ;-)

  4. 04

    löschen und sperren!

  5. 05
    fridge

    Wer auch immer deren Seiten gehackt hat, hat denen gerade ne exzellente Steilvorlage für ihren Kreuzzug serviert. Bravo!

  6. 06
    Ralf

    Also 92% finden Kinderpornographie nicht gut, wie überraschend. So in etwa die selbe Zahl würde die Frage, ob sie für eine Zensur sind, verneinen (ich nehme an, die restlichen 8% können die Frage einfach nicht lesen oder verstehen). Bei all meiner Abneigung gegen Nazi- oder Autoanalogien (die drücken immer Geringschätzung aus): Schnäuzelchen würde noch heute überall auf eine ähnliche Zustimmung für sein Euthanasieprogramm kommen, wenn er die Frage formulierte „Sind Sie nicht auch der Meinung, das schwerst behinderten Menschen eine besondere Behandlung zukommen sollte?“. Bereits bei einer Frage nach der Präferenz von Sonnen- über Regentage würde die Zustimmung aber wohl schon deutlich absinken. Wieviel Begeisterung würde der Gesetzgeber wohl für „Halten Sie eine Strafandrohung von 90 Tagen Gefängnis für eine Kindesvergewaltigung für angemessen?“ erhalten? Soviel zur Ernsthaftigkeit des Kampfes gegen Kindesmisshandlung, in dieser Zeit können Psychologen selbst in Schichtarbeit nichts ausrichten.

    Wenn irgendetwas die jungen angreift, dann folge ich ganz einfach meinem Säugetierinstinkt. Jemand der das nicht tut ist auf eine mir unbegreiflich extreme weise krank und benötigt dringend Hilfe. DAS ist der Ansatz.

  7. 07

    ****Werbung!****

    Also ich hab vor einigen Tagen schon was dazu gesagt, wie wir mit Leuten kommunizieren müssen, die vom Netz oder der Thematik nicht ganz so viel Ahnung haben. Ich zitiere mich mal frecherweise selbst:

    Mir ist grade klar geworden, dass unsere Wortwahl „žGegen Zensur“ „žGegen Internetsperren“ im Zusammnhang mit KiPo völlig falsch ist, wenn wir nicht ganz so Netzaffine Menschen erreichen wollen.
    Für die muss sich das so anhören als ob wir gegen eine Sperrung von KiPo seien, also quasi dafür.
    Die etablierten Medien tun dabei ja ihr übriges.
    Wir müssen anders formulieren um die „Deutungshoheit“ zurückzugewinnen.

    Bsp: „žUrsula v. der Leyen und die Bundesregierung wollen Straftäter die Kinderpornographie ins Internet stellen nicht verfolgen sondern nur die betroffenen Seiten verstecken, finden Sie das richtig?“

    „žStatt Kinderpornographie aus dem Netz zu entfernen und die Täter zu bestrafen plant die Regierung lediglich den Zugang für Konsumenten etwas zu erschweren, halten Sie das für ausreichend?“

    „žDie Familienministerin beschützt Kinderschänder indem Sie die Täter nicht verfolgt, sondern die dokumentierten Taten versteckt.“

    etc.

    So müssen wie formulieren um Zustimmung bei der netzfernen Bevölkerung zu erhalten.

    Wir müssen nicht gegen KiPoZensur sein sondern für ein Entfernen und Strafverfolgung der Uploader.

    (Was wir natürlich alle sind, aber wir müssen das viel klarer formulieren.)

    http://tinyurl.com/r6olrn

    Auf twitter wird gerade diskutiert, ob wir nicht per Spendengelder zusammenlegen sollten um eine erneute,eigene Meinungsumfrage bei einem renomiertem Institut zu starten.
    Die Initiative dazu kam von „mogis“ und eine Umfrage dazu gibt es hier:
    http://mogis.wordpress.com/2009/05/17/wir-machen-jetzt-unsere-eigene-propaganda/

    Kostenpunkt wären wohl etwa um die 1.000 €uro, das sollte ja wohl per Spenden zu schaffen sein.

    Ich bitte hier also mal ganz frech um Teilnahme.
    (Spreeblickteam: wenn was stört bitte mail)

    a) Wer würde konkret wieviel spenden?

    b) Sachliche Vorschläge für die Umfrage wie die Fragestellung und die möglichen Antwortvorschläge lauten sollten, ohne dass das eine genauso manipulative Farce ist wie von der Kindernichthilfe.

    Danke.

    ***Werbung Ende***

  8. 08
    jo

    @Ralf: Wenn dir 90 Tage zu wenig sind, bitte, da gibt’s aktuell auch eine Petition:
    http://www.petition-haertere-strafen-fuer-kinderschaender.contra-dem-schmerz.de/

  9. 09

    Ich fürchte, die Strategie der Regierung, vermeintlich unabhängige Vereine mit der Stimmungsmache für die Zensurinfrastruktur zu beauftragen, geht auf. Wichtig bei der Sperrenkritik ist meines Erachtens, immer wieder zu betonen, daß sich die Kritik daran gegen den Aufbau einer Zensurinfrastruktur richtet. Die Internetsperren sind dann nur deren erster Teil, Teil II werden die Verbote der Umgehung dieser Sperren sein.Zusammen mit der nur von der Exekutive erstellten Sperrlisten haben wir dann chinesische Verhältnisse. Ob das aber reicht: ich habe Zweifel. Ich verkehre viel mit “ Normalos“, und die kennen das Thema überhaupt nicht und wollen/können( aus Intellektgründen) sich auch nicht damit beschäftigen. Die wollen, daß Kinderpornos aus dem Verkehr gezogen werden und jubeln jedem zu, der irgendwas in dieser Richtung verspricht.

  10. 10

    Kann mir kaum vorstellen dass wirklich 92% für eine Sperrung von Internetseiten sind.

  11. 11

    @corax: Wir sind dabei. Ich finde mal raus, wo und wie und bei wem man das am besten in Auftrag gibt.

  12. 12

    Nehmen wir einmal an – rein hypothetisch – erstens, dass deutlich weniger als 10 Prozent des eingeworbenen Spendenaufkommens der DKH am Ende direkt bei Kinderprojekten ankommen, und zweitens, dass die geförderten Projekte (Gedöns wie Golfkids) in ihrer Hilfewirkung, gemessen am knappen verfügbaren Geld, besonders ineffient sind und in Hinblick auf ihre Öffentlichkeitswirkung ausgewählt wurden, sowie drittens, dass die Vorstände und Hintermänner der DKH vor allem ausgezeichnete und mitunter beachtlich rücksichtslose Geschäftsleute darstellten, dann: ist es doch schon nahezu herzerwärmend schön, jedenfalls bemerkenswert, rein hypothetisch formuliert, wenn zwischen ministerialen Spitzenbeamten sowie CDU-Spitzenpolitikern und der DKH (d. h. deren Führung) eine besondere Nähe herrscht – auch in Hinblick auf gemeinsame politische Kampagnen.

    Letztlich auf dem Rücken menschlicher Hilfbereitschaft für in Not geratene Kinder – bzw. finanziert von Menschen, die damit ernsthaft etwas für Kinder tun wollten, wäre das doch nun wirklich komplett supidupi – und nebenbei ein erneuter ausgezeichneter Grund, der Amigo-Hilfsorganisation CDU die Stimme zu geben, oder?

    (rein hypothetisch gefragt)

    P.S.

    Laien sollten kein Ministerium leyten!

  13. 13
    Arty

    Ich möchte auch nicht wissen, wie diese Umfrage genau geführt wurde. Auf der einen Seite ist die indirekte Fragestellung, ob man für oder Gegen Kinderpornographie sei, sehr irreführend, und auf der anderen Seite stellt sich die Frage nach dem Clientel. Führt man diese Umfrage beispielsweise bei Leuten durch, die nur wenig oder gar keinen Kontakt zur heutigen Medienwelt haben, wie beispielsweise einen Großteil der heutigen Rentnerschaft, wird man natürlich keine Nein Stimme hören, da diese die Folgen der daraus resultierenden Einschränkung ihrer Rechte als Bürger der Bundesrepublik Deutschland nicht wahrnehmen und es sie nicht tangiert. Man sollte nur Statistiken trauen, die man selbst manipuliert hat …

  14. 14

    @corax Die Umfrageidee ist grandios! Bin dabei.

  15. 15

    @corax (7) @Johnny Haeusler (11) Halte das für eine ausgesprochen gute, konstruktive Sache! Gibt es schon ein Spendenkonto? Wo kann man die Diskussion (Spendenkonto, neue Umfrage) auf Twitter verfolgen? Würde auf jeden Fall fleißig RTen… und spenden sicher auch.

  16. 16
  17. 17
    peter

    http://www.stern.de/news/92-prozent-fuer-internet-sperre-von-kinderpornos-21269226.html

    Hallo,
    ich glaube unter diesen 92% finden sich ein paar mehr Software-Entwickler, System-Administratoren, promovierte Informatiker, Mathematiker und Physiker, Wissenschaftler, Professoren, Selbstständige, Angestellte, Beamte, etc., als untern diesen 420 „IT – Eltern“. (Im übrigen eine lächerliche Zahl.)

    Ich kann Euch nur raten, Euch nicht von linken und rechten Gruppierungen instrumentalisieren zu lassen, die den Staat als ihren gemeinsamen Feind ansehen und deshalb ihre paranoiden Ängste einer möglichen Internetzensur verbreiten.
    Vergesst nicht, der Staat sind wir, das Volk.

    Viele Grüße

    Ps.: Infratest dimap ist offensichtlich ein seriöses Institut.

  18. 18

    Wundert dieses Umfrageergebnis irgend jemanden? Wir kämpfen hier auf der selben Seite wie die Kinderschützer. Aber wir wollen auch das Netz schützen, unsere Freiheit schützen. Das verstehen viele nicht, weil sie schlichtweg nicht so informiert sind. Wer Ja/Nein-Fragen stellt, bekommt, Ja/Nein-Antworten.

  19. 19
    peter

    Also ich finde bei dieser Umfrage wurden Eure Argumente sehr gut erläutert.
    Ihr fürchtet eine Zensur und seid überzeugt von der Wirkungslosigkeit der Sperren.

    1. Widersprüchlich.
    2. Paranoid.

    Viele Grüße

  20. 20
    TeeTrizZz

    Christian (MOGIS) hat die Umfrage jetzt in Auftrag gegeben, ich hab aber keine Ahnung wo und wie und was und wann. Scheint mir jetzt doch sehr voreilig:

    http://bit.ly/1a3K1l

  21. 21
    Markus N

    @peter (19):
    -Zum ersten Kommentar:-
    Was du „glaubst“ hat keinerlei Aussagekraft oder Deutungsrelevanz. 420 IT Eltern sind deutlich mehr Sachverstand und Kompetenz als alle von der Leyens und Guttenbergs zusammen. Von lächerlich kann keine Rede sein. Ich kann allen nur raten so bezahlten Parteischreibern wie dir kein Wort zu glauben. Sich von linken oder rechten Organisationen „instrumentalisieren“ zu lassen funktioniert nur solange es ein klares politisches Bild gibt in das man reinpasst. Dieses Thema -die Internetzensur- geht alle an, rechts, links, autonom, FDP, whatever. Wir landen hier bei „informiert/sachlich“ und „nicht informiert/emotional“ und da stimme ich wiederrum zu. Wer sich von den nicht informierten instrumentalisieren lässt ist ein Trottel. Die Angst vor der Internetzensur ist keineswegs paranoid sondern nicht nur berechtigt sondern sogar bereits absehbar. Ich verweise nur auf Fr. vdL Aussage wir sprächen „derzeit“ nur von Kinderpornographie, der Ansage der Medienindustrie unliebige Seiten aus dem Netz werfen zu wollen und der Ansage aus Hessen „jedes verfügbare Mittel“ einlegen zu wollen um Glücksspiel im Internet zu unterbinden. Wer da nicht sieht wohin die Reise geht trägt wie du eine Scheuklappe.

    Zum letzten Satz: HAHAHAHAHAHAHAHA
    Wir sind das Volk … ja … toll … wann war denn das letzte mal das in Deutschland das Volk IRGENDWAS wichtiges beschlossen hätte? Wann war das letzte mal dass die Regierung in essentiellen Fragen auf das Volk gehört hätte? Wie kann es sein, wenn wir das Volk sind, dass da jemand wie Schäuble sitzt und versucht das Grundgesetz zu sabotieren? Warum sind solche Leute noch da? Wach mal auf … Papier ist geduldig das Volk hat ungefähr so viel zu melden wie der Schoßhund bei seinem Besitzer. Zumal der Großteil der Bevölkerung garnichts wissen WILL.

    -Zum zweiten Kommentar:-
    Klar ist das widersprüchlich. Niemand will die Sperren umgehen um sich Kinderpornos anzusehen aber warten wirs mal ab bis die ersten Blogs, Glücksspiel und „normal“-Pornoseiten da drauf landen. Es geht ums Prinzip der Zensur … ist völlig egal ob IM MOMENT etwas zensiert wird das viele Leute betrifft oder nicht. Der Kampf für Freiheit ist dann für dich also auch widersprüchlich wenn keine akute Bedrohung zu erkennen ist was? Mann mann.

    Paranoid ist wahrlich kein Schimpfwort mehr. Nenn‘ mich ruhig so. Es hat sich in den letzten Jahren in eine Form der Wachsamkeit verwandelt. Für mich sie die Leute die heute NICHT paranoid sind arm dran. Die bekommen nämlich alles erst mit wenn es längst zu spät ist. Zumal dieses Wort auch immer nur aus dem Mund derer fällt denen eh alles wurscht ist.

    Aber jetzt wo ich drüber nachdenke, warum füttere ich so Trolle wie dich eigentlich? Achja weil es mich ankotzt das so unreflektierte Idioten immernoch meinen einen moralischen Vorteil zu haben.

  22. 22
    lork

    Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Sperrung von kinderpornografischen Seiten im Internet. Kritiker befürchten eine Zensur und bezweifeln die Wirksamkeit solcher Sperren. Befürworter betonen dagegen, dass solche Sperren eine sinnvolle und wirksame Maßnahme im Kampf gegen die Verbreitung solcher Bilder sind. Wie sehen Sie das: Sind sie für ein Gesetz zur Sperrung kinderpornografischer Seiten im Internet oder dagegen?

    Hätte ich statt meines Fachwissens Kinder, würde ich diese Frage womöglich auch mit „dafür“ beantworten. Emotionen sind stärker als Vernunft.

  23. 23
    Jörg

    Braucht noch wer ein Argument gegen sogenannte direkte Demokratie? Diese Umfrage liefert es.
    Abgesehen davon, dass ich dann doch auch gern wüßte, wie genau die Frage formuliert ist („Ist es richtig, dass Sie gestern aufgehört haben, Ihre Frau zu schlagen?“): Wenn immerhin sieben bis acht Prozent der Befragten gegen Netzzensur sind, dann wäre das eigentlich ein schönes Ergebnis!

  24. 24
    Arty

    @peter: Größtenteils kann ich Markus N. (21) nur zustimmen. Das Problem ist, dass wir momentan (angeblich) NUR über eine Zensur von Seiten mit kinderpornographischen Inhalten sprechen. Das Problem hierbei ist nur, dass aus sowas schnell mehr werden kann. Lassen wir der Regierung, bzw. Leuten wie Schäuble oder vdL, solche Aktionen und Eingriffe in unser Grundgesetz kommentarlos machen, fühlen diese sich nachher noch bekräftigt, und dann gehts auf dieser Linie weiter.

    Wir sind nicht alles Staatsfeinde, nur weil wir nicht hinter den fadenscheinigen Wahlkampf Programmen diverserer Leute stehen, oder Leute unterstützen die mit dem Computer Thema an sich überfordert sind und daher die Wut an den Internetbenutzern auslassen, in ihrer Kindheit zu heiß gebadet wurden, oder Ähnlichem ….

  25. 25
    Arty

    Da ich meinen Beitrag hier drüber leider nicht editieren kann, ich aber noch eine simple Visualisierung für unsern Herrn peter loswerden möchte: http://www.youtube.com/watch?v=Diq6TAtSECg – Ich denke dies veranschaulicht die Problematik sehr treffend.

  26. 26

    @Johnny Haeusler: Bitte unbedingt mit MOGIS kooperieren. Deine Besonnenheit und Macherkraft und deren Engagement sind gebündelt sicher Gold wert.
    Und danke für die Bemühungen um unsere Demokratie. :)

  27. 27
    RC

    Die Angst vor der Internetzensur ist keineswegs paranoid sondern nicht nur berechtigt sondern sogar bereits absehbar. Ich verweise nur auf Fr. vdL Aussage wir sprächen „derzeit“ nur von Kinderpornographie, der Ansage der Medienindustrie unliebige Seiten aus dem Netz werfen zu wollen und der Ansage aus Hessen „jedes verfügbare Mittel“ einlegen zu wollen um Glücksspiel im Internet zu unterbinden. Wer da nicht sieht wohin die Reise geht trägt wie du eine Scheuklappe.

    21 / Markus N

    Es ist doch schon viel weiter und eindeutiger als das [1]. Also, dass es einen harten Ausbau geben wird, ab der Sekunde ab der das Gesetz mit den Kipo Filtern durch ist, ist keine Theorie oder Befürchtung mehr, sondern längst eine Tatsache. Den ersten Status haben wir bereits weit hinter uns gelassen, falls es ihn je gab. So wie Sievers sich mitteilt, sieht er _keinen Unterschied zwischen Kinderpornos und Glücksspiel_. Sprich, hier zählt es offenbar nur noch, _dass_ irgendwas gefiltert werden kann und darf. Aus dieser Sicht ist wirklich _jeder Inhalt_ von Sperrung bedroht, der jemandem missfallen könnte… Es kann sich ja jeder leicht ausmalen was für ein unvorstellbares Chaos das auslösen würde.
    Es ist leider wirklich so, dass Sperrungs-Befürworter hier und jetzt gestoppt werden _müssen_, weil unsere Politik so funktioniert, dass man schon beim nächsten Thema eine Filterung nicht mehr ablehnen kann, da sie ja hier auch erlaubt wurde.
    Die „derzeit“ Formulierung der Ministerin [2] ist entweder bewusst gelogen oder entspringt Unwissenheit. Beides verdient ja wohl keine Unterstützung.

    [1]

    Vor einigen Monaten war die Landesregierung bei einem internen Treffen bei den Providern noch abgeblitzt: Zu teuer und zu kompliziert seien die Sperren, die ohnehin keinen Erfolg versprechen. „Wir fühlen uns von den Providern getäuscht“, erklärte Heinrich Sievers, Leiter des Referats Glücksspiel im Hessischen Innenministerium im April auf dem Kölner Forum Medienrecht — schließlich hätten dieselben Provider ja nun der Sperre von Kinderporno-Seiten zugestimmt.

    Wenn die DNS-Sperren gegen Kinderpornografie eingeführt worden sind, will Hessen einen erneuten Anlauf unternehmen. Um weitere Sperrungen auszusprechen müsste nicht einmal das Gesetz geändert werden. Der Glücksspiel-Staatsvertrag sei Rechtsgrundlage genug. „Wir werden zu jedem Verfahren greifen, das Erfolg verspricht“, erklärt Sievers.

    http://www.zeit.de/online/2009/21/sperren-kinderpornografie?page=all

    [2]

    http://bluearchive.wordpress.com/2009/05/16/china-auf-der-sieger-seite/

  28. 28
    peter

    @ Markus: Also ich werde hier niemanden unreflektierten Idioten nennen, womit ich gewiss moralisch im Vorteil bin.
    Ich bilde mir ein differenziert denken zu können, da ich Mathematik mit Nebenfach Informatik studiere.

    Zu den Äußerungen:

    Ich bin mir sogar sicher, dass diese Internetsperren ausgeweitet werden, was vollkommen in Ordnung ist, wenn damit kriminelle Inhalte schwerer bis gar nicht zugänglich gemacht werden.
    Die Qualität dieser Sperren wird sicherlich zunehmen, wenn das Gesetz erstmal verabschiedet ist.
    (@ Marcus: Keine Angst, Deine Pornos sind nicht verboten, werden also auch nicht gesperrt. Viel Spaß…)
    Ich bin mir auch sicher, wenn eine Seite versehentlich oder unrechtmäßig gesperrt werden sollte, kann der Betreffende sofort Einspruch erheben. Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat. Ich nehme mal an, dass das BKA es sich nicht zur Aufgabe machen wird „auf Teufel komm raus“ unsere Freiheit zu beschränken, sobald die neue Regelung gilt.
    Was soll also diese ganze Aufgeregtheit.
    Internetsperren sind natürlich nicht das Mittel der 1. Wahl, was auch niemand behauptet, aber sicherlich ein zusätzliches Instrument zur Bekämpfung illegalen Materials.

    @ Alle: Ich glaube nicht, dass diese 420 „IT-Eltern“ die Meinung der IT-Branche und aller Fachleute vertreten. Es gibt viel mehr IT-Fachleute und diese sind u.a. teilweise bei den Umfragen zu Wort gekommen. Schließlich ist das Umfrageinstitut seriös.

    Viele Grüße

  29. 29

    @peter: Die Sperren sind bezüglich der Kriminellen unwirksam, weil die auch nach einem sicher kommenden Verbot der Nutzung eines alternativen DNS-Servers dieses Verbot einfach ignorieren werden. Wer sich mit Kipo strafbar macht,wird auch locker noch weitere Straftaten begehen. Der Rest ist aber legal gar nicht mehr in der Lage, gesperrte Angebote daraufhin zu prüfen, ob die Sperre wirklich berechtigt ist. Auch rechtsstaatlich ist das nicht möglich, da die Sperrlisten ja geheim bleiben. Das ist chinesisches Niveau und verläßt eben das rechtsstaatliche Niveau, was wir bis jetzt noch haben.

  30. 30

    viel spaß beim prüfen, ob die sperrung nun legal ist oder nicht. da eröffnen sich ja ganz neue möglichkeiten für hobbyspürnasen.

  31. 31
    RC

    Also ich werde hier niemanden unreflektierten Idioten nennen, womit ich gewiss moralisch im Vorteil bin.

    28 / peter

    Ob jemand moralisch handelt oder nicht, ergibt sich nicht zwangsläufig daraus, ob er Begrifflichkeiten wie „Idiot“ verwendet, insofern ist diese Logik wohl von zweifelhafter Natur.

    Ich bilde mir ein differenziert denken zu können

    28 / peter

    Solange du es nicht vorgibst. :)

    Zu den Äußerungen:

    Ich bin mir sogar sicher, dass diese Internetsperren ausgeweitet werden, was vollkommen in Ordnung ist, wenn damit kriminelle Inhalte schwerer bis gar nicht zugänglich gemacht werden.
    Die Qualität dieser Sperren wird sicherlich zunehmen, wenn das Gesetz erstmal verabschiedet ist.

    28 / peter

    Prima das der Grund, aus dem die Sache in jedem Fall komplett abzulehnen ist, nicht strittig ist. :)

    (@ Marcus: Keine Angst, Deine Pornos sind nicht verboten, werden also auch nicht gesperrt. Viel Spaß“¦)

    28 / peter

    Glücksspiel ist auch nicht verboten, wird aber trotzdem gesperrt werden, weil es Landes- und Staatslotterie gibt und eventuell ausländische Glücksspiel-Seiten da eine Konkurrenz darstellen. Es wird also schon von Anfang an deutlich, dass es hier natürlich auch wieder nur darum geht Partikularinteressen zu bedienen. Dem sollte man wirklich keinen Vorschub leisten.
    Auch hier wieder ein klares FAIL. Wir sollten mehr Zeit und Kraft darauf verwenden Leuten beizubringen, dass man Sachen die wirklich verboten sind nicht sperren muss, sondern sowieso bereits ein Fall für den SA sind. Egal wie mühsam es im Einzelfall auch sein mag.

    Ich bin mir auch sicher, wenn eine Seite versehentlich oder unrechtmäßig gesperrt werden sollte, kann der Betreffende sofort Einspruch erheben.

    28 / peter

    Sicherlich. Das Surfen ist ja jetzt viel zu einfach und komfortabel. Lasst uns vor dem Aufruf einer Seite erst noch den kleinen Umweg einschlagen einen Anwalt einzuschalten und wochenlange Verfahren zu durchlaufen und hohe Geldsummen zu verschwenden.
    Aber jetzt mal den Ablauf in die echte Welt bringen: Ist eine Seite fälschlich gesperrt, ruft man die nicht mehr auf und sie bleibt unzugänglich weil der Aufwand zu hoch ist was dagegen zu machen. Und bei den Konservativen löst das sowieso nur ein blasiertes Grinsen im Gesicht aus, mit dem Spruch dass doch sicherlich jeder viel lieber versehentlich gesperrte Seiten hätte, als xy unzensiert zu sehen.
    Nö, jetzt und genau hier ist der Schlussstrich zu ziehen.

    Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat.

    28 / peter

    Exakt. Deshalb haben wir ja für Straftaten auch ein Strafrecht. Case closed.

    Ich nehme mal an, dass das BKA es sich nicht zur Aufgabe machen wird „auf Teufel komm raus“ unsere Freiheit zu beschränken, sobald die neue Regelung gilt.

    28 / peter

    Das BKA ist einfach nur eine weisungsgebundene Behörde die, neben ihrem eigenen Interesse, genau das macht was ihr gesagt wird. Kommt eine neue Weisung den nächsten Inhalt zu sperren, passiert das halt auch. Dabei ist es völlig unerheblich was irgendwer annimmt.

    Was soll also diese ganze Aufgeregtheit.

    28 / peter

    Ein Grund dafür sind all die Leute, die nicht verstehen können, wieso man sich hier aufregen muss.

    Internetsperren sind natürlich nicht das Mittel der 1. Wahl, was auch niemand behauptet, aber sicherlich ein zusätzliches Instrument zur Bekämpfung illegalen Materials.

    28 / peter

    Es ist mir völlig egal ob die Internet-Sperren in diesem Fall jetzt die letzte oder die vorletzte Wahl wären, das spielt keine Rolle. Es reicht schon das sie nicht die 1. Wahl sind. Wenn die Politik so offensichtlich scheitert, muss sie sich bessere Notbehelfe einfallen lassen oder sich am besten gleich ganz von der Sache fernhalten, dann verschlimmert sich wenigstens nichts.

    @ Alle: Ich glaube nicht, dass diese 420 „IT-Eltern“ die Meinung der IT-Branche und aller Fachleute vertreten. Es gibt viel mehr IT-Fachleute und diese sind u.a. teilweise bei den Umfragen zu Wort gekommen.

    28 / peter

    Tja. von der Leyen vertritt ja auch nicht die Meinung aller Missbrauchsopfer [1] [2]. Was ist jetzt wohl wichtiger?

    Schließlich ist das Umfrageinstitut seriös.

    28 / peter

    Wäre zu diskutieren, wie seriös jemand ist, der im Auftrag eines dubiosen Vereins [3] handelt.

    [1]

    http://mogis.wordpress.com/

    [2]

    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/heimkinder-gehen-leer-aus/

    [3]

    http://www.foebud.org/datenschutz-buergerrechte/zensur/kinderhilfe-trommelt-fuer-zensur

  32. 32
    peter

    @ piratenwahl und ovit:

    Ich meinte der Inhaber der gesperrten Seite wird sich schon melden, falls ungerecht behandelt.

    @ RC:
    „Prima das der Grund, aus dem die Sache in jedem Fall komplett abzulehnen ist, nicht strittig ist. :)“ RC

    Kein Deutsch, kein Gespräch.

  33. 33
    RC

    Kein Deutsch, kein Gespräch.

    32 / peter

    An dieser Stelle wäre es eben hilfreich sich das mit dem Denken nicht nur einzubilden. :P

  34. 34

    @peter:

    Es gibt viel mehr IT-Fachleute und diese sind u.a. teilweise bei den Umfragen zu Wort gekommen. Schließlich ist das Umfrageinstitut seriös.“

    bei 1000 befragten personen sind das wahrscheinlich die 7%, die sich gegen die sperren ausgesprochen haben. pwnd.

  35. 35
    Markus N

    @peter:

    Kein Deutsch, kein Gespräch.

    Wiefelspütz bist du’s? Das ist ja schon mal eine interessante Richtung aus der hier der Wind weht. Wie gehst du denn mit Leuten um die Deutsch nicht als Muttersprache haben oder schlimmer noch … sich nicht wie Germanistikprofessoren ausdrücken? Kein Sinn, Kein Problem.

    Ich bilde mir ein differenziert denken zu können, da ich Mathematik mit Nebenfach Informatik studiere.

    Allein das Studium eines Fachs qualifiziert noch nicht für reflektierte Meinung. Sorry aber ich sitze jeden Tag mit so Knallchargen im Hörsaal. Nur weil man an der Uni eingeschrieben ist heisst dass nicht man könne auch was. Mathematik und Informatik sind ja zwei ganz spannende Fächer aber mit rationaler Sozialpolitik und (Rechts-)Philosophie haben die nicht wirklich was zu tun. Wenn du die Fakten akzeptieren würdest müsstest du zugeben dass die Sperren in der vorgelegten Form keinerlei Effekte auf die „Zielgruppe“ haben. Ich würde mal die Zahlenanalyse im Odem Blog empfehlen. 70% der Täter sind aus dem nahen Familienumkreis. Viel Spaß beim Schilderausteilen. Sorry wenn dir der unreflektierte Idiot aufgestoßen ist. Heisst für mich allerdings auch nur dass sich da jemand angesprochen fühlt.

    Ich bin mir sogar sicher, dass diese Internetsperren ausgeweitet werden, was vollkommen in Ordnung ist, wenn damit kriminelle Inhalte schwerer bis gar nicht zugänglich gemacht werden.

    Was aber überhaupt nicht in Ordnung ist wenn, wie bereits angekündigt, politische Texte und sog. „sittenwidriges“ Material (übrigens definiert von einer realitätsfremden Gutmenschenelite) ebenfalls darunter fallen. Sobald Gestalten wie Dieter Wiefelspütz über meinen Alltag bestimmen dürfen hört’s einfach auf mit der Toleranz und der Achtung vor dem Gesetz. Wir haben genug andere Möglichkeiten um die von dir genannten Verstöße zu ahnden nur dass wir heute schon zu geizig sind das Personal für die Umsetzung der Maßnahmen zu finanzieren. Ein pauschaler Deckmantel mit Stoppschild ist da deutlich billiger.

    (@ Marcus: Keine Angst, Deine Pornos sind nicht verboten, werden also auch nicht gesperrt. Viel Spaß“¦)

    Ich wichse eh grundsätzlich nur zu Duschgelwerbung im Nachmittagsprogramm … außerdem sorgt ja der IVD gerade dafür dass ich zukünftig wieder in die Videothek gehen kann.

    Ich bin mir auch sicher, wenn eine Seite versehentlich oder unrechtmäßig gesperrt werden sollte, kann der Betreffende sofort Einspruch erheben.

    Ja kann er, dass die Seite aber bis zum Abschluss des Behürdenlaufs offline bleibt und niemand für die Sperrung entschädigt oder gar entschuldigt wird garantiert niemand. Kannst dich ja mal mit einem Hausdurchsuchten unterhalten wie toll sein Beschwerderecht ihm geholfen hat in der Zeit als seine Computer 3 Jahre lang in einem Asservatenzimmer verschimmelt sind weil da jemand die falschen Punkte verbunden hatte. Wäre nicht das erste mal. Außerdem ist bekanntlich das BKA die letzte Instanz in Deutschland von der man ein faires Verfahren erwarten kann … traurigerweise. Das Argument „aber ihr könnt ja einen Brief schreiben während der Staat den Untergang eurer Existenz aussitzt“ zieht einfach nicht weil es realpolitisch betrachtet Schwachsinn ist. Ein Staat wartet unter Umständen Jahrzehnte mit Urteil oder Reaktion. Eine abgeschaltete Geschäftswebsite oder ein gesperrter Server bedeutet u.U. aber SOFORT das aus für die Betroffenen. Dann wird sich wieder beschwert warum die auf dem Amt H IV anmelden müssen.

    Ich nehme mal an, dass das BKA es sich nicht zur Aufgabe machen wird „auf Teufel komm raus“ unsere Freiheit zu beschränken, sobald die neue Regelung gilt.

    Und da liegt auch schon der Unterschied zwischen uns beiden. Ich gehe völlig davon aus. Nicht weil das BKA unbedingt eine Tyrannei installieren will … eher weil die Befugnisse so attraktiv in der Gegend herumlungern das jeder Beamtenpinsel der nichts besseres mit seiner Profilneurose anzufangen weiss irgend eine Sperrung umsetzen will. 1000 Einzelinteressen sind eben auch das Ende der Freiheit.

    Was soll also diese ganze Aufgeregtheit.

    Was soll denn die Unaufgeregtheit? Wenn morgen das BKA beschliesst das ab 20:00 Ausgangssperre ist, dann ist das ja auch nur in unserem Interesse oder wie? Man darf ja wohl mal empört darüber sein dass hier mit der Heckenschere unter Ignoranz der Faktenlage die Bürgerrechte gestutzt werden und zwar nicht zum ersten mal.

    Internetsperren sind natürlich nicht das Mittel der 1. Wahl, was auch niemand behauptet, aber sicherlich ein zusätzliches Instrument zur Bekämpfung illegalen Materials.

    Du als angehender Mathematiker müsstest das doch kapieren. Wenn man etwas „zusätzlich“ tut dann muss man erstmal gemerkt haben dass die bereits eingeschlagenen Maßnahmen nicht ausreichen. Wir schöpfen aber nicht mal die bisherigen Methoden aus weil das Personal, Ausstattung und die Ausbildung für Internet-Task Forces die Abuse Mails verschicken in den Landesetats nicht vorgesehen ist. Wie gesagt „zusätzlich“ lasse ich mir erst verkaufen wenn man ALLES ANDERE bis zum letzten ausgeschöpft hätte. Plan B kommt erst zum tragen wenn Plan A gescheitert ist. Solange man aber Plan A nichtmal ernsthaft verfolgt kann man eben nicht ernsthaft darauf bestehen die Alternative zu verwenden.

    Alle: Ich glaube nicht, dass diese 420 „IT-Eltern“ die Meinung der IT-Branche und aller Fachleute vertreten.

    Nochmal was du „glaubst“ spielt keine Rolle. 400 Familien haben sich dafür ausgesprochen dass diese Sperren Quatsch sind … das sind rein statistisch gut ein Drittel der Menschen die jährlich von Kindesmissbrauch betroffen sind (etwa 1200). Da hat unsere Bundesgebärmutter und ihre Schergen schon mit deutlich niedrigeren Zahlen argumentiert. Was man auch nicht vergessen darf: Hier stehen 400 Familien gegen die EINE Familienministerin und ihre Lügen. Schon erstaunlich dass immernoch im Sinne der Ursel argumentiert wird. Spaßiges Detail am Rande: CDU Mann wegen Kipo VERURTEILT (nicht so wie bei Tauss wo nichtmal Anklage erhoben wurde bis jetzt). Gegen die Argumente aus den Reihen muss man dann als Familienvater argumentieren weil sich solche Personen eine moralische Deutungshoheit zuschreiben… noch Fragen Kienzle?

    Es gibt viel mehr IT-Fachleute und diese sind u.a. teilweise bei den Umfragen zu Wort gekommen.

    Dann zeige mir bitte die IT-Fachperson die auf alle Kritikpunkte (oder wenigstens die wichtigsten) eingegangen wäre und dann immernoch FÜR die Sperre war? Selbst die oft zitierten Schweden geben zu das ihre Sperre so gut wie nichts bringt. Du kannst nicht ernsthaft diesen Meinel anführen, der Mann sitzt im Gremium für „Safer Internet“ zusammen mit dem Familienministerium. Bislang hätte ich nicht einen IT Spezialisten gehört der ernsthaft behaupten würde DNS Sperren seien für irgendetwas nütze außer Symbolpolitik und Beschränkung des „ordinären“ Internetverkehrs.

    Schließlich ist das Umfrageinstitut seriös.

    Umfrageinstitute sind in aller erster Linie Unternehmen. Denen ist es egal welche Aussagen ihre Ergebnisse haben, sieht man ja in diesem Fall auch wieder eindeutig. Die Fragestellungen sind zielgerichtet und ignorieren den Kernsatz der Debatte. Alles was dieses „seriöse“ Unternehmen beigetragen hat ist die Befragten zu befragen. Das ist ähnlich wie das Statistische Bundesamt dessen Zahlen von Zensursula verfälscht und fehlinterpretiert wiedergegeben werden. Die reden sich auch raus mit „Was man mit unseren Zahlen macht können wir nicht kontrollieren.“ Das tut der missbräuchlichen Verwendung der Ergebnisse keinen Abbruch und wird auch in keinster weise durch die „Integrität“ des erhebenden Instituts beeinflusst. Außerdem würde ich das Unternehmen nicht mehr als „seriös“ bezeichnen wenn sie zu solch einem Thema von einer mehr als fragwürdigen Organisations solche Fragen mit Suggestivcharakter übernehmen. Wie gesagt … die verdienen nur Geld. Ein Soldat ist ja auch kein Autragsmörder nur weil er auf Befehl und für Geld andere Leute erschiesst. Er macht seinen Job so seriös wie er nur kann …

  36. 36
    peter

    @ RC:

    sorry, das nehme ich zurück. Der Satz ist ok. Hab nur nach einer Ausrede gesucht Dir nicht antworten zu müssen, da zuviel Text!

    Nochmal zu den 420 IT-Facheltern:

    In Deutschland gibt es ca. 500.000 IT-Fachkräfte, die sicherlich alle mit der Thematik vertraut sind und ihrem Unmut wohl Ausdruck verschafft hätten, wenn es denn welchen gäbe. 420?

    Im ürbrigen sehe ich in dieser Liste der 420 IT-Fachkräfte nur einen Informatikprofessor und der kommt aus Lüneburg. Hallo?
    0,08% Representativ?

    Freunde, nicht alles schlucken was Euch vorgesetzt wird. Hinterfragen!

  37. 37

    @peter: Bei wem soll sich der Gesperrte denn meldena? Beim Bka? Da wird man natürlich keine Auskunft geben. Und da keine Kontrolle durch die Judikative vorgesehen ist, gibt es auch nichts zu klagen. Informiere Dich bitte über die Problematik der Gefährderdatei Sport( heißt so ähnlich). Da stehen Leute drin, die gar nichts gemacht haben, sondern nur im Rahmen einer Sportveranstaltung hinsichtlich ihrer Personalien kontrolliert wurden. Die dürfen nur noch eingeschränkt ins Ausland reisen, alle Klagen, die sie seit Jahren anstellen, bringen nichts. Suche Dir gleich noch einen Link raus.

  38. 38

    Hier ein Link: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22937/1.html
    Zitat: Wer wird in diesem Zusammenhang alles registriert?

    Rolf Gössner: In diesen „Gewalttäter-Dateien“ werden nicht nur rechtskräftig verurteilte Personen erfasst oder solche, bei denen etwa Waffen sichergestellt wurden, sondern auch bloß Verdächtige sowie Personen, gegen die in der Vergangenheit lediglich Personalienfeststellungen, Platzverweise oder Ingewahrsamnahmen angeordnet wurden. Das bedeutet: Wer mit der Polizei etwa im Zusammenhang mit prekären Versammlungen oder Fußballspielen auch nur in Berührung kommt und dabei erfasst wird, ohne jemals Gewalt ausgeübt zu haben, kann sich leicht als potentieller Gewalttäter in einer solchen Datei wieder finden. Einzige Voraussetzung: Es müssen „bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass die Personen zukünftig Straftaten von erheblicher Bedeutung begehen werden“. Auch „sonstige Personen“, also bloße „Kontakt- und Begleitpersonen“ von Verdächtigen dürfen gespeichert werden, „soweit dies zur Verhütung oder zur Vorsorge für die künftige Verfolgung einer Straftat mit erheblicher Bedeutung erforderlich ist“.

    Es handelt sich bei all diesen Voraussetzungen letztlich um reine Prognoseentscheidungen, die allein der Polizei überlassen bleiben und auch willküranfällig sind. Insofern ist diese Art von Dateien ein weiterer Baustein in einer längst eingeleiteten modernen Präventionsstrategie, die immer weiter im Vorfeld von strafbaren Handlungen und des Verdachts ansetzt. Damit geraten mehr und mehr Menschen – auch unbescholtene Personen – als „Sicherheitsrisiken“ in polizeiliche Eingriffsmaßnahmen, die tief in die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen eingreifen.
    Bei den Internetsperren wirds noch schlimmer, da eine Überprüfung im Klageweg auch in Jahren nicht möglich sein dürfte, eben weil dieser gar nicht vorgesehen ist. Bei der Gewalttäterdatei hat die Polizei das alles ohne Rechtsverordnung “ einfach so“ gemacht und kommt damit ja schon seit 15 Jahren durch.
    Dein Hoffen auf den Rechtsstaat hat also etwas schon sehr naives.

  39. 39

    @peter:
    da du dich so schoen auf die repräsentative umfrage der deutschen kinderhilfe stützt:

    500.000 IT-Fachleute in Deutschland machen ungefähr 0.8% der in deutschland wahlberechtigten aus. ich würde wetten ein großteil davon ist in den 7% ablehnenden stimmen der umfrage enthalten.

  40. 40
    RC

    @ovit / piratenwahl

    Das ist auch so eine Sache die mir immer unglaublich bitter aufstößt. Nahezu alle diese Gesetze haben riesige Probleme in ihrer Ausführung an der Basis und trotzdem tut man bei jedem neuen Gesetz immer wieder so, als würde alles generell perfekt klappen, wie man das von der eigenen PR Agentur hat schönen lassen.
    Viel zu krass alles.
    Das mit der Gewalttäterdatei Sport habe ich auch mal gelesen. Dort wurden Personen eingetragen, die in der Nähe eines Stadiums als normale Passanten herumliefen. Völlig zusammenhangslos sprach man Bürger an, fragte sie nach ihrem Ausweis und schwups standen sie drin. Die haben natürlich ganz schön doof aus der Wäsche geguckt. Nur raus kommt man halt nicht mehr so leicht.
    Hier geht auch niemand hin und klärt auf wie es überhaupt dazu kommen konnte. Geschweige denn, dass man versucht solche Vorfälle zu vermeiden. Damit kann sich scheinbar niemand profilieren.

    Hier einer der lesenswerten Artikel zu _diesem_ Thema. Sorry, dass es eigentlich offtopic ist.

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,433257,00.html

    Wie gehst du denn mit Leuten um die Deutsch nicht als Muttersprache haben oder schlimmer noch „¦ sich nicht wie Germanistikprofessoren ausdrücken?

    35 / Markus N

    Ich war mir gar nicht dessen bewusst, dass mein deutsch so schlecht wäre, dass man es sich nur dadurch erklären könnte, dass es nicht meine Muttersprache sei. Faszinierend.

  41. 41

    @peter:

    Ach so, Peter, hier postest Du auch Deine Texte. Immerhin weitgehend wortgleich wie anderswo. Warum verwendest Du copy/paste-Argumente?

    „Ich kann Euch nur raten, Euch nicht von linken und rechten Gruppierungen instrumentalisieren zu lassen, die den Staat als ihren gemeinsamen Feind ansehen und deshalb ihre paranoiden Ängste einer möglichen Internetzensur verbreiten.“

    Ich wusste bisher nicht, dass z.B. die FDP als paranoide links- oder rechtsextreme Gruppe bekannt ist. Aber man lernt ja nie aus.

  42. 42
    RC

    Ach so, Peter, hier postest Du auch Deine Texte. Immerhin weitgehend wortgleich wie anderswo. Warum verwendest Du copy/paste-Argumente?

    41 / Hanno

    Tja er hat halt keine Zeit. Deshalb sucht er ja auch nach Ausreden, um nicht angemessen reagieren zu müssen, so dass er sich echte Antworten sparen kann.

    Wo postet er denn sonst noch so? Klingt mir ja schon fast nach einem Job [1]/Propaganda, wenn er an mehreren Orten die gleichen Sachen ablädt.
    Traurig das sich inzwischen auch Mathe Studenten so verhalten, „früher“ wäre sowas ja primär bei den BWLern der Fall gewesen. :P

    [1]

    http://www.spreeblick.com/2009/05/18/unterschriften-sammeln-als-pr-job/

  43. 43
    peter

    Also ich habe nur bei Hanno und Haeusler gepostet.
    Und natürlich copy/pastete ich meine eigenen Argumente. Wieso sollte ich sie hier nochmal unformulieren?

    @hanno: „Ich wusste bisher nicht, dass z.B. die FDP als paranoide links- oder rechtsextreme Gruppe bekannt ist. Aber man lernt ja nie aus.“

    Hat ja keiner gesagt, Du Zensurist. Du weißt was gemeint ist. Glaub mir, FDP Anhänger haben sicherlich wenige mitgezeichnet, weil die meisten die FDP nicht wegen ihrem Liberalismus wählen, sonder wegen angepriesenen Steuersenkungen…
    Also Du hast richtig erkannt, rechte und linke Gruppierungen haben hier ihre Finger im Spiel. Diese müssen gar nicht mal extrem sein. Ich wette sogar mit Dir, dass Frau Heine zum Tross der „die-Linke“ gehört.

    @ RC: Ich bin dankbar, dass Du erkannt hast, dass meine Argumente durchdacht und rational sind.

  44. 44

    @peter:

    „Du Zensurist.“

    Womit Du darauf anspielst, dass ich Deine Kommentare in meinem Blog gesperrt habe, nachdem Du bei mir mit falschem Namen und falscher Mail-Adresse gepostet hattest. (Du wurdest im Kommentarformular vorher darauf hingewiesen.) Ich fand es sehr unangenehm und unhöflich von Dir, dass ich wg. der von Dir angegebenen Mail-Adresse einer anderen Person nun diese unbeteiligte Person mit einer Mail zu Deinen Argumenten behelligt habe.

    Zensur ist etwas anderes.

    Wenn Du das doof findest, mach halt Dein eigenes Blog auf. Oder diskutiere hier, wo Kommentare anders gehandhabt werden.

    „Du weißt was gemeint ist.“

    Nein, das weiß ich tatsächlich nicht. Wer genau sind die linken und rechten Gruppierungen, von denen „wir“ uns instrumentalisieren lassen?

    „Glaub mir, FDP Anhänger haben sicherlich wenige mitgezeichnet.“

    Da bin ich neugierig. Hast Du Belege für diese Aussage?

    „Ich wette sogar mit Dir, dass Frau Heine zum Tross der ‚die-Linke‘ gehört.“

    Da bin ich ebenfalls neugierig. Hast Du Belege für diese Vermutung?

    So, wie Du hier insgesamt argumentierst und konkreten Antworten ausweichst, erscheinst Du mir als Troll.

    Schon irgendwie erstaunlich, dass sich mehrere zehntausend Leute unter ihrem realen Namen für etwas einsetzen, wofür sie dann als Befürworter der Verbreitung von Kinderpornographie bezeichnet werden. Während Du Dich als Vertreter der Mehrheitsmeinung bezeichnest, aber dafür ungefragt den Namen und die gültige Mail-Adresse fremder Personen verwendest.

  45. 45
    RC

    Ich bin dankbar, dass Du erkannt hast, dass meine Argumente durchdacht und rational sind.

    43 / peter

    Habe ich das?

    Des weiteren ist es mir auch komplett egal, wer sonst noch so gegen die Filter ist. Hier spielt es für mich nur eine Rolle, dass wir in _dieser_ Sache einer Meinung sind. Würde man sich nur Verbündete suchen, die immer und in allem gleicher Ansicht wären, würde es unmöglich irgendwas zu tun.
    Es ist doch viel schlimmer das sich eine Ministerin von der Medienindustrie instrumentalisieren lässt.
    Meinetwegen kann auch die gesamte CDU (bis auf vdL natürlich) dagegen sein. Wäre mir nur recht, dann ließe sich die Sache wenigstens vielleicht noch stoppen.

  46. 46

    @ All und besonders Peter,

    nach einer repräsentativen Umfrage des seriösen Instituts Infratest Dimap –

    sind 95% der Bevölkerung gegen eine Internetsperre von Kinderpornographie!

    http://www.zeit.de/online/2009/22/netzsperren-umfrage?page=all

    Harharhar. Strike. pwnd :)

  47. 47

    eins muss man aber ersten infratest frage aber lassen: sie spricht beide meinungen an und ist damit bei weitem nicht so suggestiv, wie die gegenfragen. die gegenstudie tritt lediglich den beweis an, dass man messen kann, was immer man will.

    wer die neutrale frageformulierung hat: immer her damit!

  48. 48

    Ich habe gerade mal bei Infratest nachgefragt, wieso denn die MOGIS Umfrage gerade unter meinen Augen von Ihrer Internetseite gelöscht wurde.

    Auf die Antwort bin ich gespannt.

  49. 49
  50. 50

    @#721136: ?What does this mean in English? Was heißt das auf Deutsch?

  51. 51

    Можно и поспорить по этому вопросу, ведь только в споре может быть достигнута истина. :)

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