45

Mehr als 90 Prozent gegen Sperrungen im Internet

So einfach geht das: Nach der umstrittenen Umfrage der umstrittenen Deutschen Kinderhilfe, nach der 92% der Deutschen für Internetsperren sind, gab Christian Bahls, Gründer von Mogis, ebenfalls eine Umfrage in Auftrag. Und bewies das Gegenteil.

Denn stellt man die Frage etwas anders, sprechen sich über 90% der Umfrage-Teilnehmer/innen gegen Netzsperren aus. ZEIT-Online hat die Details.

45 Kommentare

  1. 01

    Was würden wir nur ohne die Zeit tun? Irgendwie sind das die einzigen, die sich richtig mit der Materie beschäftigen…und natürlich Spreeblick^^

  2. 02

    Unglaublich. Dann haben bestimmt 182% der Deutschen abgestimmt…

  3. 03

    Sehr erfreulich, daß Mogis die Umfrage gestartet hat. Und ebenfalls erfreulich, daß “ offizielle“ Medien darüber berichten.

  4. 04

    Wirklich gut. Besonders weil es zeigt, wie leicht sich eine solche Manipulation nachweisen lässt. Die Grundlage der meisten schädlichen Halbwahrheiten, die im Diskurs herumschwirren, ist gerade, dass niemand genauer nachfragt. Da sind solche Richtigstellungen sehr erfreulich.

  5. 05

    Wer die richtigen Fragen stellt, bekommt auch die richtigen Antworten.

    Man sollte mal für Mogis was spenden, sowas ist ja wie zu lesen ist, nicht umsonst.

  6. 06

    Das Ergebnis wünsche ich mir!
    Selbstverständlich kann man durch geschickte Fragestellung die ANtworten provozieren, die man möchte.

  7. 07

    schaffen wir jetzt auch 92% bei der Grundgesetzlesung am Samstag?

  8. 08
    Lighty

    EN GARDE! Sehr feine und geniale Aktion, Danke an Herrn Bahls.

  9. 09
    michael

    Das zeigt vor allem wie schlecht Meinungsumfragen geeignet sind um Politik zu machen und Politik zu begründen.

    Der vorliegende ist natürlich ein besonders extremer Fall: die Argumentation ist einigermaßen komplex und sehr wenige werden sich intensiv mit der Materie auseinandergesetzt haben.

    Und bei solchen Ergebnissen will ich Sozialwissenschaftler werden. Es ist zum verrückt werden. Warum müssen Menschen nur so verdammt kompliziert sein? Ich beneide alle Physiker. Die befassen sich wenigstens mit einfachen Dingen ;-)

  10. 10

    Ist doch erschreckend, wie unterschiedlich Leute auf die selbe Frage reagieren, oder? Man muss nur wissen, wie man sie stellt.

  11. 11

    Tja, komplexe Fragen lassen sich eben nicht mit einem einfachen Ja oder nein beantworten.
    Meinungsumfragen sind nicht gänzlich ungeeignet, aber bei sowas quatsch.
    Mich hätte interessiert, ob die mehrheit für den derzeitig vorliegenden Gesetzentwurf ist (also konkret und nicht allgemin, ob man grundsätzlich für so ein Gesetz ist). Das würde zeigen wie viele sich wirklich damit auseinandergesetz haben.

  12. 12
    Christopher

    Zur Methodik und Interpretation siehe auch das Interview mit dem Geschäftsführer von Infratest dimap: http://www.zeit.de/online/2009/22/netzsperren-infratest-interview

  13. 13
    Chris

    Als Sozialwissenschaftler würde ich sagen: Es ist einfach nicht ausreichend, eine Frage zu dem Thema zu stellen und diese dann isoliert anzuschauen. Erstmal muss man unterstellen, dass der Großteil der Bevölkerung einfach nicht so besonders informiert über das Thema ist, und dann spielt da noch sehr die soziale Erwünschtheit rein. Wer sagt schon gerne der netten Callcentermitarbeiterin, dass er dafür ist, dass es keine Sperren gegen Kinderpornographie gibt? Jetzt weiß ich nicht wie der Fragebogen von dem Meinungsforschungsinstitut aussah, möglicherweise wird das vom Kinderhilfswerk auch einfach sehr verkürzt dargestellt.

  14. 14
    peter

    „Der Zugang zu Internetseiten mit Kinderpornographie sollte durch eine Sperre erschwert werden, das reicht aus, auch wenn die Seiten selbst dann noch vorhanden und für jedermann erreichbar sind.“ ?????????????????????????????????????????????????????????????????????????????

    Ich bin so dankbar, dass Ihr keinen Einfluss habt!

    DÜMMLICH kann ich da nur sagen, tut mir wirklich leid. :D

    (Natürlich reicht das nicht aus, deshalb ist es auch nur eine zusätzlich Maßnahme, die nach Verabschiedung des Gesetzes schnell verbessert werden muss.)

  15. 15
    peter

    A propo, dass ist nicht mal eine richtige Frage, weil das Fragezeichen fehlt. Aber der Mogisvorsitzenden hat sowieso nicht den hellsten Eindruck auf micht gemacht…

    Diese Frage impliziert nicht, dass die Leute gegen Internetsperren sind. Sie impliziert nur, dass die Leute für bessere Internetsperren sind!!!

  16. 16

    @peter: Eine „Verbesserung“ der Internetsperre bedeutet immer noch nicht, dass Kinderpornographie „weg“ ist. Aber das will ja leider nicht in Deinen Kopf.

  17. 17
    Gitte

    @Christopher: Nun, was ich bei den aussagen des Infratest dimap Geschäftsführers bedenklich finde ist: Er stellt es so dar als sei die Löschung illegaler Inhalte eine Verschärfung der Sperrung von diesen Inhalten.

    Dabei sind das zwei ganz verschiedene Dinge. Das eine betrifft die Internetnutzer die versehendlich an die Sperre geraten, weil sie sich gar nicht für den gesperrten Inhalt interessieren, sonst würden sie die Sperre umgehen oder sowieso woanders als auf Webseiten suchen – das andere die Verbrecher die die illegalen Sachen ins Netz gestellt haben. Die Löschung verhindert alle Zugriffe, das Sperren nur die derjenigen die die Sperre nicht umgehen.

    Der Geschäftsführer tut aber so als würden die die Löschen wollen auch Sperren wollen – warum sollte man etwas sperren wollen das es gar nicht mehr gibt?*

    *@peter (15): Gerade diese Frage solltest du dir mal stellen.

  18. 18
    peter

    @ hanno:

    aber es bedeutet, dass es ein ZUSÄTZLICHES hilfreiches Mittel ist.
    Wie schwer ist das einzusehen?
    Natürlich wird gleichzeitig mit allen Mitteln daran gearbeitet, dieses Inhalte auch zu löschen. Das ist doch offensichtlich. Warum nur?
    Macht das Spaß einfach nur Anti zu sein? Ist das ein gutes Gefühl?

  19. 19

    @peter:

    1.) Es ist nicht hilfreich gegen Kinderpornographie. Dies wurde bereits ausreichend beleuchtet. Ich verweise dazu auf die Artikel in c’t und Zeit. Wie schwer ist es, das einzusehen?

    2.) Leider wird nicht mit allen Mitteln daran gearbeitet, diese Inhalte zu löschen. Tatsächlich sind die Polizeidienststelle überfordert damit.

    Siehe Carechild-Aktion. Siehe der Bericht, dass (angeblich, ich habe das selbst nicht geprüft) KiPo-Server in Deutschland auf ausländischen Sperrlisten standen, also dort der Polizei bekannt waren, aber diese Server in Deutschland über Jahre online blieben, obwohl die dt. Behörden mit diesen ausländischen Polizeibehörden zusammenarbeiten.

    Ich habe als IT-Dienstleister gelegentlich damit zu tun, dass die Polizei mit einem Gerichtsbeschluss zu uns kommt, weil einer von mehreren Mio. Usern auf einem von uns betreuten Server etwas Strafbares getan hat. KiPo war zum Glück bislang nicht dabei, aber Betrug, Stalking, meistens eher banales wie Beleidigung.

    Selbstverständlich helfe ich der Polizei dann gern. Aber ich muss diesen Polizisten in aller Regel alles seit Adam und Eva haarklein erklären. Es frustriert, dass diese Ermittler nicht mal die Grundlagen eines Webservers kennen.

    Es ist deshalb albern, Internetsperren zu fordern, wenn die wenigsten Polizisten ihre Mailprogramme bedienen können. Als ich einer Dienststelle personenbezogene Daten zu einem Fall verschlüsselt zusenden wollte, bat mich ein (it-affiner) Polizist, die Mail an seinen privaten Account zu senden, weil er an seiner Dienststelle kein PGP installieren darf.

    In der Justiz geht es dann weiter. Ich durfte Richtern bereits Cookies, Mailheader und Log-Einträge auf Newbie-Niveau erklären – zu einem Zeitpunkt des Verfahrens, wo m.M.n. der Richter längst selbst diese Zusammenhänge hätte wissen müssen.

    DAS, lieber Peter, ist die Realität der Strafverfolgung bei Kriminalität im Internet.

    Die Gesetze sind längst da. Aber wenn die Politik der Polizei und Justiz nicht die IT-Ausbildung geben, die sie zum Durchsetzen dieser Gesetze im Internet benötigen, müssen wir uns nicht wundern, dass das Internet als „rechtsfreier Raum“ diffamiert wird.

    3.) Die Frage, ob einfach nur Anti-Sein ein gutes Gefühl ist, möchte ich Dir wortgleich zurück stellen.

  20. 20
  21. 21
    RC

    Macht das Spaß einfach nur Anti zu sein? Ist das ein gutes Gefühl?

    18 / peter

    Keine Ahnung, da du hier als einziger Anti bist, wirst du uns das erklären müssen. :P

  22. 22

    Кстати, по радио программа была об этом. Не помню, правда на какой волн哦

  23. 23

    @Vlaserted: Gibts den Kommentar auch in verständlich?

  24. 24
    Jan(TM)

    @peter: Du machst auch nicht den hellsten Eindruck auf mich, Frage ist das auch keine …
    Macht das Spaß einfach nur Anti zu sein? Ist das ein gutes Gefühl?

    @Thearcadier: Der Satz ist doch verständlich, nur nicht auf Deutsch. „Btw, im Radioprogramm kam darüber etwas. Ich erinnere mich aber nicht auf welcher Welle.“ Gut, gut ich hab auch nur Radio und Programm entziffern können und für den Rest Babelfish gefragt.

  25. 25

    langsam wird es doch wirklich recht einseitig auf spreeblick. eine differenzierte auseinandersetzung kann man wohl nicht mehr erwarten.

  26. 26

    @Jan(TM): Meine Frage war auch leicht ironisch gemeint…

    @ovit: Was verstehst Du unter einer diffrerenzierten Auseinandersetzung? Hier wurde in mehreren Artikeln die Position sehr kompetent dargelgt.

  27. 27

    Wahl ’09

    @ovit:
    Dir zum Gefallen

    Alle Politiker sind berechnend und voreingenommen.
    Die Unterstellung, dass Spreeblick populistisch auf
    die Leserschaft einwirkt, kann ich nicht erkennen.

    Wenn es einem ermöglicht wird, seine Sicht der Dinge zu äussern
    – Innerhalb gesetzlicher u. intellektuellen Vorgaben –
    Kann man doch seine Meinung kund tun…
    _
    Ich hasse es wenn man für seinen Glauben andere töten will.

    Alles Gute ;-)

  28. 28

    Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

  29. 29

    das akte x motto erhält dieser tage ein ganz neues gewicht.

  30. 30

    die komplexität dieses themas ist hoch genug, dass es sich nur wenig lohnt, eine voreingenommene position stetig zu behaupten. ausgewogen wäre es zum beispiel, auch diese umfrage kritisch zu beleuchten, so wie es ja bei der letzten ausführlichst getan wurde.
    hier scheint es aber wieder zum argument für die eigene position zu reichen.

  31. 31
    sasmarste

    Die MOGIS-Umfrage ist auf Infratest dimap nicht mehr abrufbar. Als letzte abrufbare Umfrage erscheint nur die der Deutschen Kinderhilfe e.V.
    Da bin ich ja mal gespannt, ob es sich nur um ein Versehen handelt.

  32. 32
    RC

    die komplexität dieses themas ist hoch genug, dass es sich nur wenig lohnt, eine voreingenommene position stetig zu behaupten.

    30 / ovit

    Ja ich verstehe auch nicht, wieso von der Leyen sich permanent nur wiederholt, wie man es ja auch wieder in dem Brief gesehen hat, der hier veröffentlicht worden ist.

    hier scheint es aber wieder zum argument für die eigene position zu reichen.

    30 / ovit

    Absolut. Die Argumente der Sperrungsgegner sind immer mehr als ausreichend für ihre Position. Kann man gar nicht genug betonen.

    Die MOGIS-Umfrage ist auf Infratest dimap nicht mehr abrufbar.

    31 / sasmarste

    Hmmm… Besorgniserregend. Hoffentlich klärt sich das noch auf! Bin gespannt.

  33. 33

    Tja da sieht man mal wieder das auch wirklich alles manipulierbar ist…

  34. 34

    @RC: tja, so eine einstellung macht dann aber auch jede diskussion überflüssig. aber so funktioniert politik wohl noch am besten. nicht mit argumenten überzeugen, sondern einfach auf seiner position beharren. da bekommen blogs ja einen echten mehrwehrt.
    jeder versucht jeden zu manipulieren. nur ist dabei die reichtweite alles.

  35. 35

    Nachtrag

    http://www.infratest-dimap.de/index.php?id=36&tx_ttnews%5Btt_news%5D=29&cHash=5cf62c3845
    _

    Unterstelle die Unabhängigkeit, welche immer wieder betont,
    seitens der Behörden wird. Der Träger dieses ‚freien‘ Institutes
    ist… Schlussendlich Du und Ich. Ergo: der Steuerzahler = die
    letzte ehrliche Instanz.

    ‚Grummel‘

Diesen Artikel kommentieren