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Heute: Ein Hartz für Berlin

Ein beeindruckendes Line-Up haben die Initiatoren Bela B. und Icke & Er auf die Beine gestellt, um heute in der Zitadelle Spandau Ein Hartz für Berlin zu zeigen. Clueso, Peter Fox, Sido, K.I.Z., T.Raumschmiere und die Schreck Pistols (das Punkrockhobby der Fetten Brote) werden sich die Freilichtbühne mit vielen anderen Krachmachern teilen und hinterher alle Einnahmen an die Berliner Tafel schicken.

Icke werde dabei sein. Er sicher auch.

20 Kommentare

  1. 01

    Berliner Tafel, wa? Hier bisschen kritischer Hintergrund:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20576/1.html

  2. 02

    man findet mich jenseits des Burggrabens auf der Wiese…nur zuhören ist schließlich auch schön…(und bitte jetzt keine Kommentare à la ‚Aber es ist doch für einen guten Zweck‘ – ich weiß!)

  3. 03
  4. 04

    Vielleicht darf ich es mir einmal erlauben, hier auf ein kleines Experiment aufmerksam zu machen, das ich auf meinem Blog gestartet habe. Es heißt ‚Berlin in EINEM Wort – welches würdet Ihr wählen‘. Und es geht eben darum, Berlin mit einem Wort zu charakterisieren. 46 Antworten sind schon zusammengesammelt. Alles Weitere für die, die es interessiert, wenn erlaubt, hier: http://www.gedankenpflug.de/aphorismen-und-reflexionen-diverses/2009/07/17/berlin-in-einem-wort-welches-wuerdet-ihr-waehlen/.
    Aber schreibt vielleicht nicht alle ‚S-Bahn-Chaos‘ oder ‚Hartz-IV’… ;-))

  5. 05
    Jan(TM)

    Da wird sich McKinsey aber freuen, is ja eckelhaft sowas zu unterstützen.

  6. 06
    Silke

    Die Tafeln helfen dem Staat die soziale Verantwortung abzulegen. (Ob das gewollt ist oder nicht spielt keine Rolle.) Das ist wo die Reise hin geht.

    Hat die Verantwortung aber nicht mehr der Staat – das heißt: gibt es keinen Anspruch auf Hilfe mehr – dann kann derjenige der nun die Verantwortung trägt (private Organisationen, Firmen & Vereine) frei bestimmen wie viel oder wenig Hilfe man den nun noch geben will.

    Man tauscht Recht gegen Gnade. Das finde ich gruselig.

    Aber für Leute wie Sido oder die die mit ihm kooperieren klingt so ein Benefiz für die Tafel bestimmt einfach nur super. Einfach.

  7. 07
    peter h aus b

    Danke Udo Schmitz für die Links.
    Tolle Charity-Veranstaltung, für einige, die damit ihr Gewissen ruhigstellen.

    Mir ist schlecht.

    Dennoch: Viel Spaß, Johnny

  8. 08
  9. 09
    Silke

    Um auch noch was konstruktives zu sagen:

    Man könnte auch sehr gut Benefize machen um Geld für Organisationen die gegen die Wurzel des Problems kämpfen zu unterstützen. Die brauchen nämlich Unterstützung weil nicht alle deren Meinung haben. Essen für Arme finden natürlich alle gut – geht aber an der Wurzel vorbei und verschärft das Problem.

    Und ganz abgefahren: Man könnte auch ein Konzert mit Inhalt machen. Eines das über Phrasen wie „beweg dein Arsch“, „ohne Fleiß kein Preis“, „steh auf geh raus und mach’s einfach“ hinausgeht. Lieder die nicht von bildlesenden Hausfrauen, Nazis, Katholiken, Obdachlosen und Berlin-Mitte-Jupies gleichermaßen gemocht werden können.

    Alg 2 zu erhöhen oder 1€-Jobs abschaffen finden nämlich nicht alle gleich gut.

  10. 10

    Ja, die Tafeln sind in der Tat eine streitbare Sache. Toll ist die Sache auf jeden Fall und es ist richtig, dass sich jemand kümmert. Aber es ist falsch, dass es die Tafeln überhaupt geben muss. Denn ich wünsche mir keine sozialen (amerikanischen) Verhältnisse, in denen eine Gruppe der Bevölkerung vom Mitleid einer anderen oder eben einem Aid-Konzert abhängig ist.

  11. 11
    Nico Roicke

    @Udo Schmitz, @Jan(TM), @peter h aus b: bis wir es also irgendwann mal schaffen eine regierung zu wählen, die auch wieder politik für die weniger privilegierten macht, lassen wir die, die nicht wählen können (und keine lobby haben), also einfach hungern?

  12. 12
    Björn Grau

    Ähm?
    War irgendwer dabei heute?
    Ging es da nur um die Unterstützung der Tafel oder vielleicht auch darum, Inhalte (in diesem Fall Kritik an der Aushölung des Sozialstaats) rüberzubringen?

    Ich weiß nicht, wie’s war, da nicht anwesend in Spandau. Aber allein der ironische Titel der Veranstaltung zeigt doch schon an, dass hier weitergedacht wurde als nur bis zu einem Gnadenakt.

    Aber egal, Hauptsache Grundsatzkritik.

  13. 13
    Klaus

    An Udo Schmitz(1) und andere Verschwörungstheoretiker: Beschäftigt Euch doch bitte weiter mit Mondlandungen oder so was, anstatt hier so einen verqueren Text zu verlinken und das dann auch noch als Alibi zu missbrauchen soziales Engagement zu diskreditieren.
    Lest doch bitte mal ein paar andere Texte vom selben Autor – und überlegt noch mal was Ihr da glaubt.

  14. 14
    peter h aus b

    @Klaus:

    Ach was, die ARD beteiligt sich an „Verschwörungstheorien? Ganz neu…

    Links zu den Texten von Klaus Heck bitte, Google spuckt 1448.000 Ergebnisse für Klaus Heck aus.. Die Mühe mach ich mir nicht.

  15. 15

    Nicht die Tafeln sind eine streitbare Sache, die Umstände, die die Notwendigkeit einer Tafel vorantreiben, darüber ist zu streiten bzw. dagegen anzukämpfen.

    Allen, die die Tafel von der sicheren Seite des Rechners aus kaputt kritisieren wollen, empfehle ich mal sich früh morgens um fünf Uhr an der Ausgabestelle ihres Bezirks hinzustellen, die dann um 13:00 Uhr erst aufmachen wird und einen Hauch von Bedürftigkeit zu erleben.

    Vermutlich ist die Empfehlung Perlen vor die Säue geworfen, weil die es dann auch noch schaffen mit Sätzen wie „žwer sich da anstellen kann, kann auch arbeiten“ oder „žich hätte auch gerne fast abgelaufene Lebensmittel für einen Euro, die müssten viel mehr bezahlen“ zu kontern. Und natürlich ist die Einsicht, die Umstände die zu Arbeitslosigkeit führen, sind die, die geändert werden müssen, eine richtige. Sie hilft nur den Menschen nicht, die ab dem 15. des Monats — auch ohne zu trinken und zu rauchen — sich selbst den einen Euro für die Tafel-Tüte leihen müssen.

    Die Tafeln haben doch mit einem Punkt richtig zu kämpfen, der ihnen auch die Kritik anbringt, sie mussten größer werden als sie es je geplant hatten oder wollten. Daran sind die Tafeln schuld? Glaube ich keine Sekunde.

  16. 16
    seb

    Es gibt auch noch fundiertere Kritik an den Tafeln:

    z.B.:
    Prof. Dr. Stefan Selke , Soziologe an der Hochschule Furtwangen University und Autor der Sozialreportage »Fast ganz unten«

    http://diegesellschafter.de/diskussion/vision/detail.php?vid=26&z1=1248077564&z2=26decc21905fdf2e2f4f134d93d87b95&

    Und ein Forum dazu: http://www.tafelforum.de/

    Oder auch weiterführende Infos: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tafeln7277263.php
    „Professionalisierung
    Vielleicht reagiert der Bundesverband der Tafeln daher auch mangels Routine etwas dünnhäutig auf das Buch »Fast ganz unten« von Stefan Selke, das dieser Tage erschienen ist. Der Furtwangener Soziologieprofessor berichtet von Versuchen, ihn von einem Podium auf der bundesweiten Versammlung der Tafeln in Magdeburg wieder auszuladen (siehe unten). Dabei ist Selke ein eher moderater Kritiker der Tafeln, lobt das Engagement an der Basis, stellt aber die zunehmenden Professionalisierungsbemühungen der Führung in Frage. Das Buch kommt jedenfalls zu einem heiklen Zeitpunkt für den Bundesverband in die Öffentlichkeit. Von der offiziell verkündeten Kultur des Ehrenamts hat man sich teilweise verabschiedet; zu den nach Tafel-Angaben rund 35000 unbezahlten Kräften kommen inzwischen 3000 bezahlte hinzu, die meisten davon Ein-Euro-Jobber. Seit 2006 arbeitet in Berlin zudem eine Bundesgeschäftsstelle mit fünf Hauptamtlichen, deren Stellen noch durch ein privates Unternehmen finanziert werden, zukünftig aber, geht es nach dem Bundesvorstand der Tafeln, teilweise vom Staat getragen werden sollen. Als Schirmherrin fungiert mittlerweile Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.“

    Und nein, ich sage damit nicht, die die ganzen Ehrenamtlichen mit Absicht böses tun. Aber die Tafeln sind Produkt eine sozialen Systems, das Tafeln (scheinbar, weil bisher muss in Deutschland niemand verhungern) notwendig macht – und mit ihrer Reinwaschfunktion genau dieses System stützen und legitimieren.

    Insofern hätte man sich bei einer Benefiz-Aktion rund um Hartz IV keinen schlechteren Empfänger der Spenden aussuchen können.

    Und wer war Schirmherr der Aktion? Genau, der regierende Bürgermeister, in dessen Kraft und Verantwortung es läge, dafür zu sorgen, dass ein Empowerment statt einer Almosenvergabe stattfindet.

    Oder zum Beispiel mal von dieses New Yorker Stadtkampagne zu lernen: http://cityroom.blogs.nytimes.com/2008/03/05/a-call-311-campaign-to-help-the-homeless/

    In diesem Sinne: „Keep your coins, I want change“

  17. 17
    Jan(TM)

    @Nico Roicke: Ich kann wählen, bekomme Hartz 4 und lege keinen Wert auf eure (vergifteten) Almosen.

  18. 18
    Silke

    @Björn Grau: „Aber egal, Hauptsache Grundsatzkritik.“

    Das ist kein Argument dafür warum die Kritik falsch ist. Das ist einzig eine Diskreditierung der Kritisierenden, sie würden aus irgendeinem verheimlichten Motiv kritisieren, und nicht weil sie Kritik tatsächlich für angebracht halten. Wäre das so, würde es aber keine Rolle spielen – Entweder sind ihre Äußerungen falsch oder richtig. Wenn du glaubst du das sie falsch sind kommt es einzig darauf an das zu zeigen.

    Die Diskreditierungen bringen in der Sache nicht weiter, sie können höchstens dazu führen das die Angegriffenen sich rechtfertigen, anstatt weiter Argumente zur Sache zu bringen. Das ist doch nicht dein Ziel?

  19. 19

    Die Tafeln sind Überlebenshilfen.

    Mag man die Umstände kritisieren, welche die Notwendigkeit der Tafeln erzeugen. Diejenigen, welche die Tafeln organisieren (mit Ausnahme von Mc Kinsey und ähnlich zwielichtigen Sozialdarwinisten, die in diesem Fahrwasser soziale Reputation zu erlangen hoffen…), sollten von der Kritik ausgespart werden.

    Wer seinen kritischen Verstand nutzen möchte, der mag etwas Besseres als die Tafeln auf die Beine stellen. Gerne. Oder er mag kritisieren. Zum Beispiel Leute wie Sarrazin oder Westerwelle. Er mag die „sozialen“ Pläne von Schwarzgelb aufdecken. Die Objekte für Kritik sind zahlreich und lohnenswert.

    Aber ausgerechnet die Tafeln zu kritisieren, ausgerechnet diese für manche letzte Überlebenshilfe:

    Das ist niederträchtig.

    Sorry: Das ist genau so niederträchtig wie Armut und Hunger in einem reichen Land. Die meisten Kritiker und Kommentatoren, welche in den Tafeln Institutionen (und nicht: Symptome) des Sozialabbaus sehen, haben selber niemals auch nur ansatzweise etwas Vergleichbares auf die Beine gestellt.

    Manchmal ist es besser, sogar weit besser, einfach mal die Fresse zu halten – beziehungsweise, um das noch etws deutlicher zu formulieren, für manche wäre es wirklich besser, für einen ausreichend langen Moment die stinkenden Wixgriffel Hände von der Tastatur zu heben.

    Sorry.

  20. 20
    Silke

    @John Dean: Hast du dich eigentlich mal mit der Kritik die du hier als niederträchtig bezeichnest auseinander gesetzt?

    Und weisst du eigentlich was Niedertracht ist?

    Glaubst du wirklich jemand zeigt den Vorteil, welche die Tafeln den politischen Kräften bieten welche den Sozialstaat abschaffen wollen, auf, weil er niedere Motive hat? Weil er mit seiner Kritik etwas böses will?

    Hast du nicht gemerkt das es eben diesen Kritikern genau wie dir darum geht das Menschen nicht Hungern müssen? Das sie nur ganz stark befürchten das durch die Tafeln der Hunger langfristig nicht abnimmt sondern zu?

    Solche Sorgen bezeichnest du als niederträchtig?

    Und hast du auch nicht mitbekommen das es eben diesen Kritikern nicht darum geht nichts zu machen sondern eben etwas wirklich zu machen – die Armut an der Wurzel zu bekämpfen, nicht sie am langen Arm zu halten?

    Auch wenn man dann nicht stolz in der Suppenküche stehen kann und das Gefühl hat man hätte etwas geschafft. Auch wenn das heisst von allen Bildlesern gehasst zu werden weil man für höhere Steuern kämft damit Grundeinkommen gesichert werden. Ein Grundeinkommen für all die „Versager“ für die die Masse nicht mehr als Essen das man sonst wegwerfen würde zu geben bereit ist.

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