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Deathbowl to Downtown — Skateboarding erobert den öffentlichen Raum

Das Skateboard, anfänglich als belächelter Ersatz für Surfer ohne Wellen und als klapperndes (und in Deutschland beinahe verbotenes) Spielgerät für Kinder angesehen, kann auf eine spannende Kulturgeschichte blicken. Während man in den USA in den 70ern die dort üblicherweise abgerundeten leeren Swimmingpools und eigens eingerichtete Skateparks nutzte, die man hierzulande neidvoll in amerikanischen Magazinen bewundern musste, und sich in den 80ern Halfpipes in den Garten stellte, eroberte das Rollbrett später den öffentlichen Raum, die Städte und Straßen: Alles voller Rampen und Herausforderungen, die sich nur als Treppen, Geländer, Auffahrten getarnt hatten!

Vom demnächst auf DVD erscheinenden Film „Deathbowl to Downtown“, der die Eroberung New Yorks durch die Skater dokumentiert, gibt es einige tolle Clips bei YouTube, welche die Begeisterung wiedergeben, mit der sich damals bis heute der Lebens-, Spiel- und Sportraum geradezu unendlich erweitert hat, und gleichzeitig ist Deathbowl to Downtown ein Hommage an NYC in den 90ern.

Ein kurzes Interview mit den Filmemachern Nichols und Chamoski gibt es beim ehrwürdigen Thrasher-Magazin. Und wer noch weiter zurückblicken möchte, der sollte sich „Skateboard Kings“ nicht entgehen lassen, erster Teil hier zu sehen, alle weiteren dann bei YouTube.

16 Kommentare

  1. 01
    pell

    Da werde ich nostalgisch und blicke in die rechte Ecke, wo noch ein altes zugestickertes Minilogo Deck steht und an meiner Wand hängt ein gebrochenes von Enjoy. Rodney Mullen hatte es mir angetan.

  2. 02

    Genau. Btw: jede Menge falschrume Deutschlandfahnen bei Skateboard Kings Teil 2 4:27

  3. 03

    Hey Johnny, vielen Dank, dass du mich erinnert hast. Damals als wir noch mit den Powell Boards umhergefahren sind. Wobei angefangen hat es bei mir mit den Calypso Boards, die damals SKF hergestellt hat. Weiss nicht, ob die noch jemand kennt, aber damals sind wir immer Slalom-„Meisterschaften“ damit gefahren:-) Hat total bescheuert ausgesehen, aber riesen Spass gemacht.

    Bin dann irgendwann ausgestiegen, als die jungen Kerle so verrückte Tricks gezaubert haben, die mir beim Zuschauen schon die Knochen haben brechen lassen. Dann halt Longboard fahren und cruisen. Aber die Doku ist bestimmt der Hit.

    Danke dafür
    Floyd

  4. 04

    In dem Zusammenhang sei auch noch mal die Doku „MAKE IT COUNT“ empfohlen. In vier Teilen (der Erste ist vor drei Tagen online gegangen) wird dort die Geschichte von ELEMENT Skateboards und damit auch zwangsläufig einen großer Teil der Skateboard Geschichte abgerissen.
    Wirklich sehr empfehlenswert und toll gemacht, gerade weil es auch schön die private Geschichte von Label Chef Johnny Schillereff erzählt.
    Link zum ersten Teil auf Vimeo: http://vimeo.com/5870018

  5. 05

    @Floyd: Oh, sweet memories. Diese Alu-Dinger, ja. Und mein damaliger Traum: Der Hobie Skatepark-Rider. Und dann die ersten Kryptonics „¦

  6. 06

    @Johnny Haeusler: zum Glück habe ich das Board noch als zeitgeschichtliche Dokumentation für den Nachwuchs aufgehoben. Und prima Stirnbänder und Trägershirts liegen auch noch irgendwo. Kryptonics, meine Güte, wie lange habe ich dafür Zeitungen ausgetragen…

  7. 07

    oh, memories… mein erstes board war ein G&S Fibreflex, für fast unerschwingliche 150,- DM, die ich in drei Raten bei Hajo’s in Frankfurt abstottern durfte :-)
    MIr gings dann wie Floyd, mittlerweile cruisen und Longboarden …

  8. 08
    jantihero

    ja cool! die beiden haben übrigens noch mehr filme gemacht, unter anderem fruit of the vine, eine doku über die anfänge und entwicklungen des pool skatens, oder tent city, ein film über eine tour von anti hero in australien.

    schön zu sehen, dass das auch mal leute abseits von skateboardnerdforen interessiert :)

  9. 09
    Tim

    Hajo’s in Frankfurt. Wow. Dass sich jemand daran erinnert. Statt durch die Strassen bin ich lieber Halfpipe im Wilmersdorfer Eisstadion im Sommer gefahren. Damals im Berliner Skateboard Club. Rodney Mullen war für Warmduscher. So richtig auf die Fresse legen konnte man sich nur in der Halfpipe.

    So richtig „Streetstyle“ kam erst Ende der 80er, Anfang der 90er, als die Bretter kompakter wurden. Wire sind damals vergleichsweise mit Bügelbrettern unterwegs gewesen.

  10. 10

    @Tim: Im Eisstadion/ Berliner Skateboard Verein war ich als Piefke auch. Wie hieß denn der Initiator/ Vorsitzende nochmal? Und was macht der heute?

  11. 11
    Tim

    Liegt mir auf der Zunge. Ist eine Weile her. Hier aber ein Video über die Berliner Szene:

    http://www.myvideo.de/watch/3854659/Interview_mit_Starsky_von_Rolling_Four

  12. 12

    Meine absolute Lieblingsdoku ist immer noch Dogtown and Z-Boys vom Mit-Erfinder des modernen Skatens und Regisseur Stacy Peralta: http://www.youtube.com/watch?v=wb3_Tw-yuW8

    Was mich wirklich vom Hocker gehauen hat ist der Film Lakai Fully Flared Skateboarding von Chris Cunningham:
    http://www.youtube.com/watch?v=7zcFucuJHjw

    Immer noch die einzige Sportart, bei der ich mir den Arm drei Mal gebrochen habe (auf einmal)

  13. 13

    @Tim: Cool. :) Beim Hochsprung der Schüler hab‘ ich damals ’n zweiten Platz gemacht, ich glaub‘, die Urkunde gibt’s noch irgendwo. :)

  14. 14
    Tim

    Das waren so die ersten Street-Style Contests:

    http://www.youtube.com/watch?v=3f-twDSRQNw

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