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Jochen Distelmeyer Solo


Das wird ein Hamburger Herbst der da auf uns zukommt. Tocotronic mastern gerade ihr neues Album und auch Jochen Distelmeyer kündigt für den 25. September sein erstes nach-Blumfeld-Album ‚Heavy‘ an. Seit gestern ist das, von Matthias Freier Regie geführte, erste Video zum zweiten Song des Albums ‚Wohin mit dem Hass?‘ online.

‚Wohin mit dem Hass?‘ ist von einem Blumfeld-typischen Riff unterbaut, von Distelmeyers kultiviertem, nonkonformistischen Sprechgesang dominiert und, neben dem Albumtitel, ein Hinweis auf die neue, wie Christian Ihle vom Popblog bereits beim Melt festellen konnte, schwerere Rockigkeit des Popvordenkers. Eine Disparität (Das hab ich, ich geb’s zu, nachgesehen. Ein Beitrag über Diskurspop muss schließlich auch zu einem gewissen Prozentsatz unverständlich sein.) die insofern spannend wird, wenn sie auf die zunehmende Androgynität Distelmeyers trifft, die er auf den neuen Covern und auch im Video pflegt.

[VIDEO] Jochen Distelmeyer – ‚Wohin mit dem Hass?‘

[via]

27 Kommentare

  1. 01
    sth

    Wieso sieht Distelmeyer wie Hitler aus? Gehört das zu einem guten deutschen Diskurs?

  2. 02
    Jan(TM)

    Huch, sogar Punks rasieren sich die Achseln – wohin jetzt mit dem Hass?

    Bei Blumfeld, wie bei Element of Crime, überkommt mich immer ein ambivalentes Gefühl von Liebe und Hass. Den Grund dafür vermag ich nicht zu eruieren.

  3. 03
    Nico Roicke

    @sth: ich hab mir ja gedacht, dass sich eine mögliche dikussion hier nur um die person drehen würde, dass es dann aber gleich zu beginn so absurd wird, mein lieber scholli.

    gleichzeitig natürlich lob für den schnellsten hitler-vergleich. jemand sollte mal ein browser-plugin bauen, das über jede meldung ein „wie bei hitlern“ einblendet, und portrait-bilder automatisch mit dem markanten bart versieht. dann wäre das zumindest schonmal gesagt. bis dahin hat das taz hitler-blog an solchen vergleichen sicherlich seinen spass.

  4. 04
    Jan(TM)

    @sth: Das lässt eher auf einen Augenfehler deinerseits schließen.

  5. 05

    ich finde den text so spannend geschrieben, wie die grüße im pösiealbum meiner kleinen schwester! richtiges thema, falsche worte. im deutschunterricht hätte ich diestelmeyer nur eine 4 gegeben.

    und jetzt setz dich bitte wieder hin, jochen!

    ;-)

  6. 06
    nicorette

    das mit dem richtigen thema hatte ich aber schon schon vermisst, von daher eine 2 für den einsatz.

  7. 07
    Aron

    Hitler, stimmt schon.
    Androgyn auch.
    Aber, der Song, der Text, das Video: Woow!

  8. 08
    Timo

    kultiviert, nonkonformistisch… aha, so nennt man des also… ich dachte immer das nennt sich monoton, langweillig und uninspiriert…

    Text geht auch gar nicht, im Ganzen also pseudo-intellektueller Mist…

    Das Video an sich geht aber klar :)

  9. 09

    konsenspop. und schlechter dazu. berlin-mitte. ich geh brechen.

  10. 10
    Nico Roicke

    @r0ssi: berlin-mitte so wie in mia? konsens mit wem?

  11. 11
    Schmierwurst

    Seit Distelmeyer angefangen hat zu singen (seit Old Nobody also) hören sich nicht nur alle Lieder irgendwie gleich an, irgendwie sind sie auch eher meh. ‚Wohin mit dem Hass‘ hätte so auf jeden Fall auch auf die Testament der Angst gepasst.

    Sing Sing!

  12. 12
    Chris

    @schmierwurst: mh, ich glaube, dass Diestelmeyer nie punkten wird bei Menschen, deren Textkritik sich auf „meh“ reduziert.

  13. 13

    Interessantes Video. Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Szene-Bettler?
    Der Text könnte auch von Campino sein.
    ABER trotzdem; gutes Video.

  14. 14
    Erschrocken

    Na toll, jetzt muß ich meine Ohren mit einer schönen Ladung Deutschrock ausspülen.
    Vor das Video gehört ein Warnhinweis.
    Das am Ende hochgezogene „Hass“, die Weichspüldudelmusik und der gelangweilte Singsang in Mädchentonlage sind einfach sowas von, Entschuldigung, Gaaaaayyyyyy!!
    Das ist gar nix, weder textlich, noch musikalisch, noch visuell, das ist schlimmster 90er Düdelpop.
    Andererseits, wenn es Absicht war, daß dieses Lied Hass erzeugt, dann ist es klasse gemacht.

  15. 15

    ‚hamburger herbst‘? leb ich im falschen jahrzehnt? oder bin ich schon wieder zurück in der vergangenheit?

    mich reißt die nummer leider nicht vom hocker schade. die späten blumfeld taten es auch nicht mehr. irgendwie schade.

  16. 16
    Peter

    Warum ist deutscher Pop eigentlich grundsätzlich immer peinlich?

  17. 17
    Nico Roicke

    @Peter: das waren mindestens drei verallgemeinerungen zu viel.

  18. 18

    ich hab vor kurzem erst wieder (zufällig) die erste, immernoch grossartige blumfeld gehört und muss sagen: mir gefällt das, das der jochen wieder dahin zurück geht. ich finde das einen super „rückschritt“, abgesehen davon das die nummer meiner meinung nach der hammer ist. ich finde die sprache sehr klar, sehr gezielt, sehr stark und unpeinlich. und musikalisch ist das halt wieder das alte indie-rock-brett. ich mochte die poppigen blumfeld der letzten jahre sehr, aber das hier hab ich wirklich vermisst. das video ist ein bischen dünn, vor allem der schnitt sitzt nicht so richtig, aber egal: jochen ist wieder da!

    btw: das ist so dermassen weit entfernt von pseudo-intellektuell und berlin-mitte. und wer bei dem clip hitler-aasoziationen hegt, der sollte sich mal gedanken um seine wahrnehmung machen.

  19. 19

    Ein Lied wie ein französischer Fernsehfilm. Real, tiefgehend und gut motiviert. Aber von solch aufklärerischer Überheblichkeit, dass man kotzen möchte.

  20. 20

    Bin gerade über den Namen Matthias Freier gestolpert und freue mich, dass zumindest einer aus meiner Oberstufenzeit es geschafft hat, mit seinem Kram offiziell anerkannter Künstler zu werden.

  21. 21
    dré

    ich find’s (schon allein wegen bzw. trotz der peinlich-gay-zum-kotzen-kommentare) gut.

  22. 22
    fox gzgzsr

    @JST: Und ich hätte Nico eine fünf für seinen Text gegeben.

    Es ist völlig unklar warum „žnonkonformistischen Sprechgesang“ und „žHinweise auf schwere Rockigkeit“ so disparat sind.

    Androgynität kann ich an dem Distelmeyer nicht entdecken. Was in dem Video weist den bitteschön darauf hin?

    Es sieht so aus als wurde über Fremdwörter und Satzbau, aber nicht über Inhalt nachgedacht.

    Im Übrigen heißt es ‚insofern als‘ nicht ‚insofern wenn‘.

  23. 23
    Nico Roicke

    das hast du ungenau gelesen. für mich sind androgynität und hard rock (trotz brian molko) wiedersprüchlich. was ja keine wertung ist. denn das androgyne kann den hard rock natürlich ganz anders kommentieren. und sie, die androgynität, zeigt sich auf den neuen covern, die bis zur perfektheit gephotoshopt sind und im video, wenn sich im hintergrund schwitzende männerhorden prügeln und jochen distelmeyer mit gebügeltem hemd lächelnd darüber schwebt.

  24. 24
    Neugier

    Blogs sind irgendwie seltsam.

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