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Please vote for me!

„Please vote for me“ ist ein 2007 gedrehter Dokumentarfilm über die erste (und wohl einzige) Klassensprecherwahl in einer Grundschule in Wuhan, Zentralchina. In dem Demokratie-Experiment entwickeln die unerfahrenen Drittklässler zügig ein völlig normales Wahlkampfverhalten:

Intrige, Bestechung, Gemeinheit, Spaltung und am Ende heulen alle.
Video nach dem Klick.

[via]

22 Kommentare

  1. 01
    DSB

    „Lord of the Flies“ im Klassenzimmer ;-)

    Bestätigt mich aber in meiner Vermutung, dass die grundlegenden politischen Prozesse – die alle immer so furchtbar finden – ganz natürlich sind. Dafür genügt doch schon ein Blick auf das „Miteinander“ in die Vorstände ganz normaler Schützenvereins, Golfclubs oder Kirchengemeinden … der einzige Unterschied zur „großen“ Politik: Die ganzen Gemeinheiten werden am nächsten Tag nicht bundesweit in der überregionalen Presse ausgewalzt.

  2. 02

    Um mal den Besitzer eines asiatischen Restaurants zu zitieren: „Demokratie in Asien funktiioniert nicht. Wir brauchen König oder Diktator.“

    Nicht, dass das nun meine Meinung wäre.

  3. 03

    Wahnsinn! Ich weiß jetzt schon, warum ich mich nie zum Klassensprecher wählen lassen habe, sondern gleich zum Schülersprecher, wenn es keine Gegenkandidaten gab.

  4. 04

    Den Streifen haben wir letztes Jahr im Politik-Unterricht gesehen. Das ganze ist wirklich sehr abgefahren.

  5. 05

    Kann den Film gerade nicht sehen, daher mal eine – vermutlich blöde – Frage vorweg. Ich irre mich, wenn ich unterstelle, dass es sich um einen anti-demokratischen Propagandafilm handelt, oder?

  6. 06

    @thilo: Ein Klick auf den ersten Link im Artikel führt zu PBS, die eher selten antidemokratische Propagandafilme herstellen.

    Oder, um deine Frage zu beantworten: Ja. :)

  7. 07
    pmn

    Gibt es in deutschen Grundschulen überhaupt Klassensprechen? Und in höheren Klassen gab’s eigentlich auch nie Stress deswegen, da haben wir halt die größten Streber oder die mit der größten Klappe gewählt, weil sonst auch keiner Lust hatte.

    Die Beschreibung nach dem Klick legt auch nahe, dass die Wahl da ganz anders (amerikanischer?) ablief als eine Klassensprecherwahl bei uns. Da scheint das Drama ja schon fast vorprogrammiert gewesen zu sein.

  8. 08

    @Marc: Hoffentlich weiß er wenigstens wie man kocht, dann braucht man ihm seine dummen Sprüche nicht übel nehmebn, da er politisch nichts zu sagen hat und man auch nicht erwartet, dass da mehr als dummes Zeugs bei rauskommt.

  9. 09

    Das Video ist von vorne bis hinten Fake. Oder in den Worten des Filmmachers:

    A story about children will always resonate with a wide audience. How will viewers react when they see the rules and regulations found in an adult society placed among these eight to nine-year-old children?

    Nice try!

  10. 10
    neeeeeeee

    Witzbolde. Deit 1984 sind demokratische Wahl in China per Gesetz festgelegt. Es macht nur keiner, weil man Ärger bekommt. Um den Schein zu wahren werden Wahlen abgehalten. Nur halt mit einem Kandidaten.

    In unteren Ebenen zum Beispiel im Dorf gibt es auch zwei oder mehr, bloß geht es höher, dann wird massiv gebremst. Auch bei zwei werden die Leute großartig beäugt, aber das hat sich in den letzten Jahren auch geändert.

    Gleich alles als Propaganda abzutun ist daneben. Es ist nicht so dass jeder kleine Chinese auch ein Kommunist ist, der euch Langnasen am liebsten die Gurgel zudrehen und die Arbeitsplätz wegnehmen möcht.

  11. 11

    @john: keine ahnung, wie man das übersetzen soll, damit es das ganze als fake auflöst…!?

    ansonsten: toller trailer, macht lust auf mehr. sehr faszinierend.

  12. 12

    @ nixloshier

    Ein offizielles Filmprojekt der chinesischen KP. Check. Ein bei der chinesischen KP wohl gelittener Regisseur. Check. Eine Drehgenehmigung an einer chinesisischen Schule. Check. Die Kinder verhalten sich in diesem Spot oft nicht kindgemäß. Check. Szene: Alle im Klassenraum heulen – auf Kommando. Check. Ein „Dokumentar“-Film, der bereits vor seinem Beginn eine detaillierte Agenda hatte. Check. Einstudierte Dialoge. Check. Englische Schriftzeichen, aufwändig an die Tafel gemalt, welche die Kinder nicht verstehen. Check. Der Film folgt einem Drehbuch – keine Dokumentation. Check. Die Kamerapositionen sind nicht zufälliger Natur, sondern belegen deutlich, dass der Kameramann bei so gut wie jeder Szene vorher wusste, was er genau filmt. Check. Die Kinder verhalten sich wie abgerichet und völlig unfrei. Check. Unter normalen Umständen würden die Kinder, zumal derart junge Kinder, eine dertige „Wahl“ nicht mit einer (sonst unbekannten…) Imitation demokratischer Wahlkampagnen veranstalten. Check. Was wir hier gesehen haben, das waren dressierte Kinder. Check.

    Wenn das also kein Fake ist – was dann?

  13. 13
    bo

    entsetzlich. und so was steht dann auf ner seite, die sich „independent“ nennt, und wird hierzulande im politikunterricht gezeigt?!

  14. 14

    Sieht interessant aus. Aber eigentlich mag ich keine Dokumentationen bei denen die Kamera zu nah dran ist. Hier hat zum Beispiel schon das Gefühl, dass sich die Kinder nur für den Film so aufspielen.

  15. 15

    Tja

    Entgegen der bestehenden und noch zu erwartenden Zensurfreudigkeit
    – immer unter dem Deckmantel – zum Schutz vor uns selbst, werden
    seitens der Regierungsbehörden Programme verteilt, die Sicherheit ver-
    mitteln sollen. Was ist eigentlich der Bundestrojaner? Was weiss ich…

    Egal
    http://www.liveleak.com/browse?q=Berlin&search=Search

  16. 16
    Jan(TM)

    Süß, Zöpfe bei kl. Chinesen sind wieder in.

    Also bei den Pionierwahlen die ich so mitgemacht habe, hat nie jemand geweint. Das läßt nur einen Schluß zu, die Demokratie ist ein Papiertiger und bringt Kinder zum weinen!

  17. 17
    Thomas

    Oh wie süß! und… Oh wie fies!
    Auf jeden Fall Fake. Nun frage ich mich, wem die Propaganda gilt. Aber dazu sollte ich wohl mehr als den Trailer anschauen.

  18. 18

    das lässt mich die gesamte bundestagswahl noch einmal von einem ganz anderen licht sehen. stell sich das mal einer vor, wenn unsere politik-stars schon als grundschüler so gewesen wären. wer hätte da mit dem kleinen guido oder der angela noch sandburgen bauen wollen.

  19. 19

    netter versuch – dilletantisch ausgeführt. für die rtl-bild-fraktion reichts allemal. und schon wieder sinds die bösen chinesen die alles verbieten und diktieren. wie lange dauert es denn noch bis man aufs eigene land schaut?

    was uns hier als demokratie verkauft wird ist schon lange keine mehr. und seit den telekom-paketen ists mit freiheit im web auch vorbei. vll gilt china insgeheim als vorbild und feindbild zugleich?

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