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Previously on „Primacall gegen Spreeblick“

Ich hatte schon vor dem Öffnen eine Ahnung, was in dem Umschlag sein könnte, der gestern bei uns gelandet ist, denn der Absender „Landgericht Hamburg“ ließ uns nicht gerade die neue Ausgabe der Titanic erwarten.

So sieht also eine Klageschrift aus. Muss man ja auch mal gesehen haben.
Aber worum geht’s?

Es geht um einen Spreeblick-Artikel aus dem Jahr 2007, in dem Malte ein Gespräch wiedergab, welches er und ich mit einem ehemaligen Mitarbeiter von Primacall geführt hatten. In den Kommentaren zu dem Artikel meldeten sich einige LeserInnen zu Wort, die über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Unternehmen berichteten.

Primacall versuchte einige Monate später, uns durch eine Abmahnung zur Löschung des Artikels zu bewegen. Diesem Wunsch sind wir nicht nachgekommen.

Im letzten Jahr meldete sich Primacall erneut und forderte uns diesmal ohne anwaltliche Unterstützung auf, den Artikel inkl. der Kommentare zu löschen, da lt. Primacall einige Äußerungen unseres Interviewpartners, der 2007 seine Aussagen in der RBB-TV-Sendung „Klipp und Klar“ wiederholt hatte, nicht korrekt wären.

Es folgte ein Schriftwechsel über mehrere Wochen, in dessen Verlauf ich Primacall zu erklären versuchte, dass eine Entfernung bei Spreeblick den Artikel keineswegs aus dem gesamten Internet löschen würde und die Löschung stattdessen für neue, vermutlich von Primacall ungewollte Aufmerkamkeit sorgen könnte. Stattdessen bot ich Primacall die Möglichkeit zur Gegendarstellung an: Das Unternehmen hätte zu jedem beanstandetem Teil des Interviews die eigene Sicht der Dinge oder Korrekturen darlegen können. Ich hielt dies dies ein faires und transparentes Vorgehen.

Primacall lehnte die gebotene Möglichkeit zur Gegendarstellung ab und bestand weiter auf eine Löschung.

Um die etwas lästige und zeitintensive Diskussion zu beenden, entschloss ich mich im November 2008 dazu, die von Primacall beanstandeten Passagen im Artikel und in den Kommentaren auszukreuzen. Eine Löschung des Artikels lehnte ich weiterhin ab.

Nun, fast ein weiteres Jahr später, liegt uns die von Primacall eingereichte Klage vor. Nachdem der Artikel seit Monaten kaum gelesen wurde verzeichnet er derzeit wieder stark erhöhte Zugriffe, eine Kopie der ursprünglichen, uneditierten Version ist angeblich auf Wikileaks aufgetaucht. In Blogs und via Twitter wird das Thema diskutiert und auch Fachpublikationen wie „Werben & Verkaufen“ berichten. Ebenso wie beim aktuellen Jako-versus-Trainer-Baade-Fall bekommt die Geschichte erhebliche Aufmerksamkeit.

Wir werden gemeinsam mit unserem Anwalt beschließen, wie wir auf die Klage reagieren, und wir werden die Vorgänge so gut wie möglich auf Spreeblick dokumentieren. Wir möchten uns außerdem an dieser Stelle für den zahlreichen Support via Twitter und durch andere Blogs bedanken, auch Verbraucherschutzgruppen haben sich bei uns gemeldet und Interesse an dem Fall bekundet.

Die Kommentare bleiben beim Thema Primacall vorerst geschlossen, um Komplikationen für uns und auch für Kommentatoren zu vermeiden, danke wie immer für euer Verständnis!

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