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Monetizing The Hate

„Manchmal“, so sinniert mein Mann, wenn am Ende eines langen Tages in der Kommentarsektion seine Bloggerseele verklebt ist von Fäulnis und der wohl verdiente Schlaf Träume zu bringen droht, deren Farbspektrum die Fäkalpalette nicht verlassen wird, „Manchmal frage ich mich, wie lange ich mir das noch antun soll.“

Die Hälfte seiner Blogger-Vergangenheit, so resümiert er, habe er damit verbracht, sich anranzen und beschimpfen zu lassen.
Er schickt ein Rauchwölkchen gen Herbsthimmel, obwohl er eigentlich gar nicht mehr raucht (außer an Abenden wie diesen und wer wollte es ihm verdenken?).

„Oooch“, sage ich dann, „ganz, ganz viele Menschen finden dich aber doch auch toll: Ich z.B., deine Mutter, der Hund (dochdoch, der gilt!) und der Dings, der in den Kommentaren immer so nett auf sein eigenes Blog verweist!“
Mein Mann hat Humor und es geht ihm jetzt schon ein bisschen besser.

Für die nächste Sinnkrise habe ich seit heute eine konstruktivere Lösung parat: Mach Geld draus!

Heather Armstrong nämlich kriegt offenbar noch viel mehr Fett ab, weshalb ihr eine Freundin riet:

„(…) you know what you should do? You should monetize the shit out of it. Collect all the crap that people say about you, put it on a single page, and then litter the entire thing with ads.“

Monetizing The Hate heißt die Seite, auf der sie nichts als all die Hassmails und -kommentare verklappt und den ganzen Schrott so dermassen mit Pharma-Werbung zuballert, dass mir das Gesamtkonzept so schlüssig erscheint wie zuletzt nur der Einsatz der Diddlmaus gegen Plattenbaudepression.

Here I will be posting all the hate mail I get in my inbox and all the hateful anonymous and not-so-anonymous comments left on this website. And let me tell you, it is a hoot! And the money? OH THE MONEY! I am going to roll around naked in all that money! Because that’s what assheads do!

Und damit, my dear, habe ich ü-ber-haupt kein Problem!

[via]

8 Kommentare

  1. 01

    Das ist doch ganz toll hier und ich möchte außerdem nur mal ganz nett auf mein eigenes Blog verweisen.

    Der Dings.

  2. 02
  3. 03
    Florian

    Wow. Eine super Testseite für AdBlock ;-)

  4. 04

    Aber die Frau Dooce ist doch so nett! Genau wie Johnny. Beide Interneturgesteine.

    Statt Adblock (ich benutze sowas absichtlich nicht, da ich wissen möchte was um mich herum geschieht), wünschte ich mir einen Comment-Blocker. Seelenverklebende Kommentare, und gleich alle Kommentare des Schreibers, einfach aus meinen Blickfeld verschwinden lassen. Hach, schöne neue Internetwelt. Diskussionen, Interessantes, Links und Einschätzungen in den Kommentaren – aber keine Dummheit, Narzissmus und Spott. Werbebildchen sind dagegen nahezu hohe Kunst.

  5. 05
    jochen

    er raucht nicht mehr?

  6. 06

    @jochen: Doch. Wieder. Nach einigen Tagen schlimmster Laune habe ich kapituliert und belüge mich nun selbst mit der immerhin recht drastischen Reduzierung meiner Sucht. Mit anderen Worten: Nochmal versuchen.

  7. 07

    Johnny, stell doch einfach mal auf Zigarillos um! Irreversibel. Ich kann es dir nicht erklären, aber falls du das machst, dann bist du in ca. 12 Monaten die Sucht endgültig los.

    (Geld sparste dabei auch)

  8. 08

    Liebe Tanja H.

    „ž(„¦) you know what you should do? You should monetize the shit out of it. Collect all the crap that people say about you, put it on a single page, and then litter the entire thing with ads.“

    Als Testoteron gesteuerter Mensch der ich nunmal bin, kann ich als in einer Be-ziehung lebender nur Mutmaßen, was die Eigentliche Aussage zu bedeuten hat.

    Wie schon ausgesagt,
    bin ich zu Doof um alles zu verstehen.

    Bitte um Aufklärung :-)

    ‚Schäm‘
    @PiPi

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