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Digitale Verantwortung

Ich wurde von einer Kommission eingeladen, die verschiedene Menschen zum Thema „Verantwortung in der digitalen Welt“ anhört. Ein spannendes Thema in der Tat. Daher nicht ganz zufällige, sicher aber auch noch nicht komplette Überlegungen nach dem Klick.

Ausgehend von dem Gedanken, dass ein Recht auf Freiheit auch die Pflicht der Verantwortung mit sich bringt (in einfachster Form bspw. die Pflicht, die Freiheit anderer nicht zu verletzen), habe ich mich schon oft selbst gefragt, welche bestimmten Pflichten mir als Teil einer „digitalen Gesellschaft“ bewusst sind. Welche „digitalen Verantwortungen“ übernehme ich eigentlich, wenn überhaupt?

Vieles scheint mir klar: Ich veröffentliche ungenehmigt weder Emails noch Bilder Dritter, ich „oute“ niemanden, der anonym bleiben möchte, verbreite (hoffentlich) keine Lügen, lasse mich korrigieren, wenn ich einem Irrtum erlag oder mir ein Fehler unterlaufen ist, bemühe mich um ein Grundmaß an Respekt im Umgang mit Dritten.

Doch was ist mit den Bereichen, die nicht so eindeutig sind? Gehört es zu meinen „digitalen Pflichten“, vermutete Straftaten im Netz anzuzeigen? Mische ich mich ein, wenn ich den Eindruck habe, dass in einem Forum oder Blog Unrecht passiert? Oder schließe ich nicht doch einfach das Browser-Fenster und damit ist die Sache, die mich schließlich nichts angeht, erledigt?

Das Recht auf freie Meinungsäußerung — um ein Beispiel heranzuziehen, das auch im Netz von besonderer Wichtigkeit ist — ist kein Naturrrecht. Es existiert allein in demokratischen Gesellschaften, die sich auf Grundgesetze und/ oder Verfassungen geeinigt haben, um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Staat und der Gesellschaft zu garantieren. Sowohl Staat als auch Gesellschaft verpflichten sich dazu, für dieses Recht einzutreten und es ggf. für den Einzelnen zu verteidigen. Gleichzeitig ist die Wahrnehmung dieses Rechts mit Pflichten verbunden: Andere Meinungen müssen toleriert, Verleumdungen, Lügen und Hetze unterlassen werden.

Vermutlich ist kaum ein Recht frei von Pflichten, und mit Sicherheit benötigt jede gesellschaftliche Freiheit konstante Anstrengungen, um sie aufrecht und konsensfähig zu halten. Denn schließlich sind Rechte gesellschaftliche Ideale, die nicht das Glück des Einzelnen, sondern die Freiheit aller garantieren sollen, ihr Leben nach eigenem Gusto leben zu können, ohne andere im gleichen Bestreben einzuschränken. Die reine Wahrnehmung oder das alleinige Einfordern von Rechten genügt somit nur selten für ihre Wahrung.

Mir ist natürlich äußerst bewusst, dass sich viele Menschen bspw. gegen Netzsperren, für Netzneutralität, für die Meinungsfreiheit oder andere netzpolitische Themen engagieren, doch mir geht es hier nicht um punktuelle Aktivität, sondern um den digitalen Alltag. Und so sitze ich hier, lasse meine Gedanken wandern und frage einfach mal in die Runde:

Fühlt ihr euch als Teil einer digitalen Gesellschaft, als aktive und passive Nutzer eines weltweiten, öffentlichen Datennetzes nicht nur berechtigt, sondern auch zu etwas verpflichtet? Gibt es so etwas wie eine „digitale gesellschaftliche Verantwortung“ des Einzelnen?

59 Kommentare

  1. 01
    jonwetzlar

    Ich fühle mich im Net genau so berechtigt und verpflichtet wie im nicht digitalen Leben auch. Nicht mehr und nicht weniger und nicht besonders.

  2. 02

    @jonwetzlar: Wozu fühlst du dich denn z.B. im nicht digitalen Leben verpflichtet?

  3. 03
    F

    Schöne Frage. Bin mir nicht so ganz sicher, würde gerne behaupten, ich würde eine gesellschaftliche Verantwortung des Einzelnen sehen und sie selbst ausüben. Und vermutlich tu ich das für das Internet sogar sehr viel mehr als ich das gegenüber meinen Nachbarn tu, weil ich mit „dem Internetnutzer“ irgendwie viel mehr gemein habe als mit eben diesem Nachbarn, mit dem ich nur zufällig ein räumliches Pattern matche, bis wir ihn erfolgreich hinweggentrifiziert haben…
    Also ja, es gibt, und praktisch dann doch nur vielleicht so ein bisschen ausgeübt, ob durch „mal was flaggen“ oder „mal jemanden ermahnen, schützen, aufklären“… Irgendwie also schon. Aber dann doch nur begrenzt. Seufz. Man müsste ja so viel mehr tun, real life wie online…

  4. 04
    HEIKE

    „Doch was ist mit den Bereichen, die nicht so eindeutig sind? Gehört es zu meinen „ždigitalen Pflichten“, vermutete Straftaten im Netz anzuzeigen?“

    Kann da jemand mal Beispiele bringen? Oder sind damit solche Sachen, wie Beleidigung, Verleumdung und etc. gemeint.

    Und sind damit Straftaten gemeint, die einen nicht selbst betreffen und oder beides?

  5. 05

    @F: Ja klar, man kann sich immer noch mehr engagieren und mehr tun „¦ aber ich überlege viel grundlegender. Ich stieß vor einiger Zeit zufällig auf eine (deutsche) Site, auf der ganz eindeutig zu Gewalt gegen bestimmte Personen aufgerufen wurde. Und ich dachte das, was man oft denkt: Was für Spinner. Fenster zu, fertig.

    Ich hatte später ein schlechtes Gewissen und fragte mich, ob das nicht virtuelles Wegsehen ist. Es darf bei solchen Fragen natürlich nicht um Denunziantentum gehen, aber wie sieht z.B. das digitale Equivalent zur Zivilcourage im Alltag aus?

  6. 06

    Als ein Blogger-Urgestein und Netzwerkpionier seit 1985 stelle ich fest, dass ich Teil der digitalen Gesellschaft geworden bin. Und fühle mich verpflichtet, dafür Verantwortung zu tragen, weil es meine Geschichte der letzten Jahrzehnte geprägt hat. Doch die „Bedeutung“ dieser Zugehörigkeit zur digitalen Gesellschaft ist mittlerweile unwichtig geworden, es interessiert schlicht auch mich selbst immer weniger, ob dazu noch was „auseinandergesetzt“ wird oder nicht..

    Was mich wirklich beschäftigt, ist schlicht der Realitätsverlust der meisten Älteren, die sich weigern, dem Internet einen größeren kulturellen Stellenwert zu zugestehen als nur ein Werkzeug einer gesellschaftlichen Randgruppe zu sein. Die kippen sich gerade selbst hinten von der Rampe runter, siehe SPD.

    Da kommt eine neue junge Generation mit neuen kulturellen Werten, und rückt das Internet als Kulturbestandteil ganz selbstverständlich in den Mittelpunkt ihrer eigenen Gesellschaft.

    Für die gibt es deine Fragestellung so schon gar nicht mehr, lieber Johnny. Insofern ist das eine der typischen Fragen von den 50-Jährigen …

    Gruß aus dem Odenwald in die Hauptstadt,
    Peter

  7. 07

    Verleumdung anzuzeigen ist im Netz ja ziemlich schwierig, da ich in der Regel nicht zuverlässig feststellen kann, Was denn nun der Wahrheit entspricht.

    Aber da ich in der Regel aus einer gewissen Anonymität heraus blogge, fühle ich mich auch in der Pflicht aus dieser geschützten Stellung heraus keine Tiefschläge zu verteilen. Ich passe z.B. auf, das ich die Anonymität des anderen wahre, auch wenn ich ihn persönlich kenne. Ich rufe nicht zu Straftaten auf (nicht mal zum Raubkopieren). Das soll jeder selbst entscheiden. Ich versuche auch klar zu machen, wenn das was ich da schreibe nicht allein meinem Kopf entsprungen ist (Stichwort bezahlte Werbung)

    Ich denke die „Währung“ des Internet 2.0 ist Reputation, und die Einstellung nur Rechte und keine Pflichten zu haben sägt an dieser Reputation.

  8. 08
    Martin

    Interessante Fragestellung. Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.
    Ich hatte euch mal per mail auf einen Kommentar hingewiesen, der äußerst ungute Inhalte verlinkte und der dann auch gelöscht wurde. Das war schon mein komplettes Netzengagement in dieser Hinsicht.
    Ansonsten habe ich doch auch schon in so manchem Übereifer ins Netz geschrieben und es später bereut. Worte können sehr verletzend sein.
    Wenn ich in den Kommentaren heftig beleidigt werde, kann ich teilweise darüber lachen. Aber nunja, ich gebe ja auch nicht meine komplette Identität preis, evt. würde ich das dann anders sehen.

  9. 09

    @Peter Löwenstein: Ich hab ja kein Problem damit, etwas verfrüht die Fragen eines 50-Jährigen zu stellen, aber du willst mir nicht ernsthaft klarmachen, dass es bei 30-Jährige keine Fragen nach gesellschaftlicher Verantwortung gibt, oder? Für mich ist das Netz so „normal“ wie für dich, doch die Frage, wie bestimmte Rechte gesichert werden können, stellt sich mir umso mehr, wenn ich sehe, dass Gesetze von jenen verabschiedet werden, für die das Netz irgendwas, nur nicht „normal“ ist. Und jetzt erzähl mir bitte nicht, das Netz könne nicht kontrolliert werden. :)

  10. 10
    jonwetzlar

    Für mich ist es wichtig und notwendig, eine Meinung zu haben und dafür alle zugänglichen Quellen heranzuziehen. Informationsfreiheit. Und diese, meine, Meinung öffentlich verteten zu können. Meinungsfreiheit. Deshalb reagiere ich heftig, wenn, unter welcher „Fahne“ und von wem auch immer, diese Rechte beschränkt oder missbraucht werden. Es ist doch egal, ob das nun on- oder offline ist. Wobei, das gebe ich zu, ein Missbrauch eher schwer zu definieren ist. Der Begriff Meinungsfreiheit endet beim BGB.

  11. 11
    Julius

    Kann man nicht so einfach in einem Kommentarfeld abhandeln.

  12. 12
    Sören

    Hm, also als Blogger verstehe ich unter Verantwortung, dass ich mir vorher über die Themen, die ich aufgreife, Gedanken gemacht habe, sodass Leser meine Artikel gewinnbringend lesen können. Dazu gehört auch, dass ich mich mit meinen Lesern und Kommentatoren auseinandersetze, wenn nötig.

    Natürlich ist es auch interessant, wenn man mal einen polemischen Artikel schreibt und dann die meist sehr viel zahlreicheren Kommentare betrachtet, aber diese Artikel haben keinen wirklichen Wert, lediglich für den Moment.

  13. 13
    jonwetzlar

    Die Delikte im Internet sind mit denen in realen Welt nur bedingt vergleichbar.

  14. 14
    Martin

    Nochmal ganz kurz: Bei wikipedia hatte ich für einige Zeit mir einige edit-wars angeschaut. Z.B. bei dem Artikel über die INSM, den Völkermord an den Armeniern, über Homöopathie usw….
    Das halte ich für ein sehr wichtiges Terrain, weil wikipedia tagtäglich zur Informationsgewinnung von Millionenen Menschen genutzt wird. Würden dort Lügen verbreitet, würde mich das fuchsig machen.
    Spinner, die zu Gewalttaten aufrufen, halte ich in den meißten Fällen eher für harmlos.

  15. 15
    Peter

    Sehr interessantes Thema,
    habe ich so noch nie drüber nachgedacht…vlt. weil ich mich nicht mit dem Netz identifiziere. Es ist meine Quelle Nr. 1 wenn ich Infos brauche, Karten, Adressen oder sontwas, ohne wäre ich aufgeschmissen. Aber ich nehme nicht regelmäßig an Konversationen teil, blogge nicht und lese höchstens Blogs, wenn ich ne Info suche. Oder wenns mich interessiert, so wie hier. Dann klinke ich mich auch ein.
    Was ich denke ist, dass diejenigen, die etwas hereinsetzen auch verantwortungsvoll damit umgehen müssen. Dass sich bei denen dann einen gesellschaftliches Gewissen herausbildet kommt mir jetzt relativ normal vor (zumindest bei den good boys) und das finde ich sehr gut…

    Außerdem ist das Netz für mich ein dermaßen anonymer Ort… vlt. bin ich mir auch der Bedeutung nicht bewusst…. naja, mal sehen :)

  16. 16

    @Johnny Haeusler: Natürlich stellt sich für 30 jährige und Jüngere die Frage nach ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.

    Ich erlebe bei den Jungen nur nicht die Differenzierung der übernommenen Verantwortung nach dem Kriterium, ob sie zur „digitalen Gesellschaft“ dazu gehört oder zu was anderem. Da stellt sich die Frage so einfach zunehmend nicht mehr.
    Und sorry, falls ich dich etwas älter gemacht habe :-)

  17. 17
    thxlt

    Online wie offline dasselbe. Das dürfte an sich auch kein Problem sein und das Netz in keinster weise belasten.

    Sicher kommt dann wieder die Gefahr auf das Netz zu, dass von exekutiver Seite nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht. Aber das ist ein Problem, das überall besteht, online wie offline.

    Wollen wir online den selben Demokratiestatus wie offline? Ja! Dann aber auch wirklich. Und wenn es Probleme in diesem allgemeinen System gibt, dann hat damit nicht nur der Offline-Pöbel zu tun, sondern wir alle.

    Genauso wenn jemand nicht die gerngesehene Zivilcourage aufweist, die vielleicht vom Staat gewünscht wäre. Das wird sich wahrscheinlich online wie offline gleich verhalten.

    Also @ Johnny (05): du hast ein schlechtes Gewissen wegen diesem Gewaltaufruf? Das hätte wahrscheinlich offline keinen großen Unterschied gemacht. Du machst dir im Nachhinein Gedanken darüber, weil du dich der Gesellschaft verpflichtet fühlst, und wirst vielleicht beim nächsten mal anders reagieren.

    Wer glaubt denn sich online anders zu verhalten wie offline?

  18. 18

    @jonwetzlar: Das sehe ich nicht so. Es ist eher eine Frage der eigenen Wahrnehmung und des eigenen Wertmassstabs.

  19. 19
    Kapelle

    @thxlt:

    „Wer glaubt denn sich online anders zu verhalten wie offline?“

    Online gibt es maximal verbale Gewalt, offline gibt es körperliche Gewalt, d. h. man kann online (relativ) gefahrlos eine Polemik/ein Argument mit einer Polemik/einem Argument beantworten und im besten Fall einen gewalttätigen Polemiker (relativ) gefahrlos mit Argumenten überzeugen.

  20. 20
    earl

    Ist zwar eher technisch als gesellschaftlich, aber:

    Ich sehe es als eine Pflicht an, den eigenen Computer nicht zur Spamschleuder verkommen zu lassen.

  21. 21
    HEIKE

    @jonwetzlar: Einbruch, Diebstahl, Hausfriedensbruch … tatsächlich nur bedingt. aber irgendwo ähnlich.

  22. 22

    Schwieriges, weil auch sehr breites Thema – die Verantwortung, die man beim Lesen von Blog- oder Forenbeiträgen hat ist meiner Ansicht nach eine ganz andere, als beispielsweise diese, die gerade vielgelesene Blogger wie z.B. du, Johnny, mit der Veröffentlichung ihrer Beiträge haben.

    Für mich ist Zweiteres zumindest im ersten Schritt entscheidender. Gerade durch die zunehmende Kurz-Information, zu der wir online immer mehr kommen – über Blogs, Twitter usw. – muss man meiner Meinung nach schon sehr darauf achten, dass man sich selbst und damit auch den Lesern kein „knappes Fakten-Denken“ angewöhnt, das manchen Themen einfach nicht gerecht wird. Die Vielzahl der Themen nimmt immer mehr zu, wird immer komplexer, jedoch liest sich kaum jemand noch zu allem seitenweise Informationen oder Kommentare dazu durch. Wie auch, das geht nur, wenn man sich wirklich nur sehr gezielt interessiert und informiert.

    Daher empfinde ich auch immer Kommentarfunktionen als wichtig, um das Bild zu erweitern oder von einer anderen Seite zu sehen.

  23. 23
    HabIchHierSchonmalWasGeschrieben?

    Also ich versteh nicht, dass keiner versteht, dass das Internet nichts Besonderes ist. Es hat vielleicht bestimmt Möglichkeiten, die andere Lebens, Verständigungs, Bewegunsformen nicht haben (ich kann vielleicht mit anderer technischer Unterstützung lügen, betrügen usw.), ist aber nicht von vornherein gefährlicher oder mächtiger, als ander Arten des menschlichen Verhaltens. Wie schon bei anderen Techniken, die das Ende der Menschheit bedeuten sollten, ist doch nie die Technik, sondern eher die Menschheit das Problem. Und manche Sachen gehen im Internet eben gar nicht. Wenn jemand jemand auf die Beißleiste hauen will, dann geht er eben doch nicht ins Internet, sondern im Zweifel schnell mal ganz kulturvoll ins Fußballstadion und kann dort unter uniformierten und anders uniformierten Kulturträgern auswählen.

    Olé, Olé, Olé!

    Also, wenn man die ganzen bösen Buben (religiöse und politische Emotionsgesteuerte) abschafft, klappts auch mit dem Internet. Ansonsten muss man halt zusehen, dass man ein gutes Türschloss einbaut und auf den Schlüssel aufpasst. Wenn jeder auf sich selber aufpasst, dann passt doch schon auf jeden einer auf. Da braucht es dann vielleicht doch nicht die Hysterie, die jede halbneue Technik begleitet, es sei denn, man ist Poltiker und muß mit ansehen, dass Demokratie ganz furchtbar unmittelbar werden kann, mit dem fürchterlichen Internet.

    Also ich versteh nicht, dass keiner versteht, dass das Internet nichts Besonderes ist.

  24. 24
    Dr. Helga

    Eigentlich sollte sich die Frage gar nicht stellen, da sie sich allein schon durch die Wortwahl „Digitale ‚Welt'“ erübrigt. Denn auch das Netzt ist eben eine „Welt“, in der sowohl „Naturgesetze“ gelten (wenngleich sich diese schon von denen der „echten“ Welt unterscheiden) als auch die gegebenen moralisch-ethischen Grundsätze des menschlichen Zusammenlebens (obwohl wir da im Netz zum Glück nicht mit der ganzen Bandbreite des RL konfrontiert werden).
    Deshalb denke ich, sollte da auf keinen Fall ein Unterschied gemacht werden.
    Meinungs- und Informationsfreiheit ist im Realen genauso wichtig wie im Digitalen, ebenso wie das Recht auf physische und psychische Unversehrtheit (man nehme z.B. mal Cyber-Mobbing), etc., etc. Genauso wichtig ist da eben auch die Wahrung derselben.

    Zum Aktivismus fällt mir allerdings auch nur ein, dass ich, als rottenneighbor.com noch in DE zu erreichen war, ein paar echt fiese Einträge über Leute in meinem Wohnort gemeldet habe (ich kannte die Leute nicht, aber das war echt zuviel des Guten), gebracht hat’s (wer hätte das gedacht) nix, die Einträge sind nie gelöscht worden. Ansonsten mache ich mir hin und wieder die Mühe und rate die stammtisch-fascho Kommentare zu einigen Welt-, Bild-, Spiegel-, wasweissich-Online Artikeln in Grund und Boden, bringt aber auch nicht viel mehr als die persönliche Befriedigung irgendwas gemacht zu haben (diskutieren – vor allem in Kommentaren – ist mit den Trollen eh‘ nicht möglich).

    BTW: Kein Recht ist frei von Pflichten, mindestens die Pflicht, das möglichste zu tun, dieses Recht in gleichem Maße für alle Menschen zu bewahren ist immer vorhanden.

  25. 25

    Doch was ist mit den Bereichen, die nicht so eindeutig sind? Gehört es zu meinen „ždigitalen Pflichten“, vermutete Straftaten im Netz anzuzeigen? Mische ich mich ein, wenn ich den Eindruck habe, dass in einem Forum oder Blog Unrecht passiert? Oder schließe ich nicht doch einfach das Browser-Fenster und damit ist die Sache, die mich schließlich nichts angeht, erledigt?

    Ich versuche das mal mit ein paar Fragen anzugehen:

    Ist da wirklich ein Unterschied dazwischen ein Video zu finden in dem Jemand mit 100 Sachen durch die Stadt rast oder jemanden real dabei zu sehen wie er mit 50 durch die 30 Zone bei Bekannten die Du gerade besuchst faehrt?

    Ist da wirklich ein Unterschied ein Video im Internet zu finden wo Eltern ihr Kind verpruegeln oder regelmaessig blaue Flecken bei einem Kind zu bemerken dass Du auf dem Weg zur Arbeit oefter mal siehst?

    Ist da wirklich ein Unterschied in einem Chat von jemandem zu lesen der einigen Aerger hatte „Ich glaube ich bringe mich um“ oder jemanden komisch auf einer Bruecke herumlungern zu sehen die fuer Selbstmorde bekannt ist?

    Geht Dich eine Form mehr an als die andere?

  26. 26

    Dritter Absatz d’accord – sonst erlaube ich mir anzumerken, dass, Thema Meinungsfreiheit, Grundrecht oder nicht, ich mir nicht auch noch virtuell vorschreiben lasse, von Niemandem, wie ich was wie zu sagen habe. Wenn dies dann jemand beispielsweise als Hetze oder gar Verleumdung interpretiert, so what, dann steht die Polizei halt ‚mal wieder vor der Tür oder die Staatsanwaltschaft klopft an. – Und so ganz nebenbei, solange die nicht solchen Mediamarkt-Eröffnungs-Pöbel aus dem Verkehr ziehen bzw. die BILD- und RTL-Jünger aus dem Verkehr ziehen, sind’se eh nicht ernst zu nehmen. Recht und Gesetz, dass ich nicht lache. Überhaupt, gibt’s nix Wichtigeres?

    Fühlt ihr euch […] auch zu etwas verpflichtet?

    Nein.

  27. 27
    jonwetzlar

    @HEIKE: Die Kapitalverbrechen, Mord, Totschlag, Körperverletzung usw., finden nur „draußen“ statt. Da kann man „drinnen“ schlecht Zivil Courage zeigen. Das war wohl ein Aufhänger von Johnnys Artikel.

  28. 28
    Johannes

    Ich fühle mich genau so viel und genau so wenig verpflichtet, wie ich es mich im sonstigen Leben fühle.

    Das heißt im Klartext z.B:
    – alles was du oben beschrieben hast (Privatsphäre der anderen schützen, keine Verleumdungen und Hetze, etc.)
    – Anzeige-*pflicht* gibt es nur bei sehr wenigen, sehr schlimmen Straftaten, ansonsten ist es eine Möglichkeit.

    Und wie im normalen Leben gibt es auch hier Grauzonen, wo sich im Grunde die Gesellschaft bei weitem nicht einig ist, dass das jetzt wirklich in jedem Einzelfall schlimme Sachen sind. So wie ich im realen Leben ab und zu bei rot über die Straße gehe, wird der eine oder andere in ähnlichen Grauzonen des Internets auch nicht immer 100% nach „Recht und Ordnung“ handeln. Und das ist auch gut so.

    Letztlich ist vor allem auch die Meinungsfreiheit eine große Grauzone: Was zählt noch unter Meinungsfreiheit, was ist eine schlimme Straftat und muss unterbunden werden? Zwischen Äußerungen, denen eh fast jeder zustimmt (oder die fast jedem egal sind) und die deswegen kaum problematisch sind und Äußerungen, wo sich fast alle einig sind, dass diese unterbunden werden müssen (z.B. direkte Anstiftungen zum Mord konkreter Personen o.ä.), gibt es eine große Zone die sich nennt:
    ** Toleranz **

    tolerare (lateinisch) = „ertragen, erdulden, erleiden“! Toleranz ist extrem unangenehm! Das tut weh! Toleranz ist nicht zu verwechseln mit einem „das ist mir egal“-Liberalismus!

    Also wie gesagt, Fazit: Neue Medien = entscheidender Lebensraum der neuen Generation, deswegen: i.A. Recht & Rechte aus dem sonstigen Leben hierauf zu übertragen.

    Das Netz ist kein rechtsfreier Raum, es darf aber auch kein bürgerrechtsfreier Raum sein.

  29. 29
    Dr. Helga

    @jonwetzlar: Stimmt wohl, aber dafür bekommen z.B. Rufmord, Bashing/Mobbing, Eindringen in die Privatspäre, Denunziation, etc. eine ganz neue Qualität (man nehme nur den geprellten Ex-Freund der netterweise die Nacktfotos von Uschi inklusive Realname und Adresse bei MySpace, Facebook und StudiVZ hochlädt, ist zwar keine Köperverletzung, aber nahe dran; ggf. sogar schlimmer).

  30. 30
    muss.sein@name.de

    Interessante Fragestellung – zumal sie durch Religion allein nicht zu lösen ist. Obwohl das moralische Verständnis einer Situation jeder Problematik (ggf. sogar in der eigenen Sichtweise) voraus geht, kann (je nach Härtegrad) die öffentliche Reflektion dazu ein Hilfsmittel sein.

    Eine Problematik der digitalen Gesellschaft zu lösen ist für den Einzelnen schwer umzusetzen, da das betreffende Umfeld nicht mehr direkt erreicht wird. Es muss ein „Medium im Medium“ dazu herhalten, um die richtigen Köpfe zu finden. Z.B. mit Kunst, Worten, Musik.

    Auch wenn es wünschenswerte wäre, sind diese Mittel nicht in jedem Fall ausreichend. Man kann sich mit gutem Gewissen Hilfe und Beistand holen.

    YOU MUST BELIEFE.
    http://www.youtube.com/watch?v=jTOr9ZJ4Cjg

  31. 31
    thxlt

    @Kapelle (19): verbale gewalt kann auch ziemlich heftig für den betroffenen sein. aber whatever, darum gings mir auch gar nicht.
    ich meinte eher, dass sich online kaum jemand „schlechter“ verhält als offline. insofern hast du wahrscheinlich recht und ich muss „anders“ durch „schlechter“ ersetzen.
    meine meinung bleibt aber: verhältst du dich offline nicht überall korrekt, tust du das auch online nicht – und umgekehrt.

  32. 32
    jonwetzlar

    @Dr. Helga: Das sind doch klare Straftatbestände, die die Betroffenen zur Anzeige bringen sollten, der Täter ist im Netz auch ermittelbar. Bei annonymen Briefen, beleidigenden Grafittis oder anderen Äußerungen im „normalen Leben“ ist das schwerer. Vielleicht werden diese Taten auf den Sozial Netzwerken auch überbewertet. Es muß ja genügend Zuschauer geben, sonst verpufft solch eine Aktion.

  33. 33
    Stephan

    Die Frage reist mir zu sehr die „digitale Welt“ aus der realen heraus.

  34. 34

    Im Grunde verhalte ich mich im Netz genauso wie ‚da draussen‘.

    Einige spezifische Unterschiede gibt es allerdings. Wenn ich in der Kneipe mitbekomme, worüber man sich am Nebentisch unterhält, fühle ich mich in der Regel nicht aufgefordert, meinen Senf dazu zu geben sondern denke mir meinen Teil (hängt vom Alkohol- und Lautstärkepegel der Beteiligten ab und natürlich vom Thema).

    Auch tauge ich null für Handgreiflichkeiten, da ich in 99% aller Fälle mit dem Adrenalinüberschuss nicht klar komme und niemandem eine Hilfe wäre, würde ich versuchen einen Streit zu schlichten oder einem Opfer von Gewalt zur Seite zu stehen … einen zitternden Lappen, der sich nicht mal selbst verteidigen kann braucht niemand in so einer Situation und ich stehe auch nicht wirklich auf Bordsteinkantenbeissen. Hilfe würde ich natürlich holen und auch versuchen andere Passanten anzusprechen.

    Ich habe mich schon des öfteren um Leute gekümmert die offensichtlich hilflos waren und ohne meine Anteilnahme wohlmöglich erfroren wären oder zumindest von weniger netten Menschen ihrer Habe beraubt oder ein Ziel von frustrierten Zeitgenossen mit einem Hang zu Sadismus geworden wären. Das ist mir die zwei bis drei Stunden Einsatz auf jeden Fall wert (solange kann das dauern wenn man sich eines Volltrunkenen der zusammengeschlagen wurde annimmt und dabei bleibt bis Polizei und Krankenwagen da sind und man alle Fragen beantwortet hat).

    Äquivalent dazu habe ich auch hin und wieder mal länger mit Leuten gechattet, die mir suizidal vorkamen oder zumindest sonstwie verzweifelt und nicht locker gelassen, bis ich den Eindruck hatte, sie hätten sich das Schlimmste mal von der Seele geredet und sähen die Welt nicht mehr ganz so schwarz wie vorher. Kann natürlich sein, dass ich damit meine Zeit an gelangweilte Teenies verschwendet habe, die sich einfach nur einen bösen Scherz erlaubt haben. Aber man weiss es nicht und im Zweifel investiere ich dann doch lieber etwas Zeit, auch auf die Gefahr hin, jemandem auf den Leim gegangen zu sein.

    Beeindruckt hat mich ein Thread drüben auf SomethingAwful, wo entsetzliche Bilder einer psychisch Kranken gepostet wurden, die sich durch Schnitte selbst verletzte und offensichtlich annorektisch war. Die Dame kam aus Deutschland und konnte bei der Tiefe ihrer Wunden von Glück reden, überhaupt noch am Leben zu sein. Die Goons haben es tatsächlich geschafft Hilfe zu organisieren und dafür gesorgt, dass Psychiater und Ärtzte hier in Deutschland Kontakt zu ihr aufgenommen haben und sie jetzt in Therapie ist. So etwas über Kontinente hinweg zu organisieren hätte ich nicht für möglich, zumindest aber für äusserst unwahrscheinlich gehalten.

    Keine Gnade kenn ich, wenn jemand meint, im Netz den Nazi raushängen lassen zu müssen. Es geht dabei nicht einmal darum, denjenigen zu überzeugen, sondern darum, bei stillen Mitlesern nicht den Eindruck zu erwecken, es sei akzeptabel gequirlte rassistische Scheisse unwidersprochen zu verbreiten. Das ist unglaublich anstrengend, aber ich sehe es nicht ein, dass die Strategie der Wortergreifung aufgeht und sich gefährlicher Unsinn ohne Gegenargument verbreitet und festsetzt.

    In Punkto Raubkopien bin ich pragmatisch. Ich klau mir was ich kennenlernen will und wenn ich merke, dass es taugt, wirds gekauft. Das mach ich mit Musik und mit Software so und auf diese Weise habe ich schon wesentlich mehr Geld für Mukke und Programme ausgegeben als ich es ohne die Möglichkeit des uneingeschränkten Tests gemacht hätte. Wenn die Verwerter und Hersteller das endlich mal begreifen würden, wäre das Netz ein besserer Ort.

    Wurde längere als ich dachte „¦ sorry

  35. 35
    OWeh

    Hm. Mein Ich und mein Verhalten. In der physikalischen Welt ist mein »Ich« meine Außenwirkung. Aussehen, Stimme, Diktion, Gestik, Körpersprache, Kleidung, Geruch. Und mein Verhalten ist die Reaktion auf meine Umwelt und auf mein Gegenüber.

    In der digitalen Welt ist mein »Ich« meistens nur getippter Text, der – da braucht man gar nicht Kommunikationswissenschaft studiert zu haben – seinen Ausdruck zum größten Teil nicht durch meine Wortwahl, sondern durch die Interpretation des Lesenden erhält. Was im allerbesten, wenngleich auch seltenen Falle wenigstens ungefähr das ist, was der Autor bezweckt hat. Wie sagt Onkel Proust so schön: »In Wirklichkeit ist jeder Leser, wenn er liest, ein Leser nur seiner selbst.«

    Und eben dieses gilt natürlich auch für mich als Leser. Meine digitale Umwelt ist somit ein undurchdringlicher Nebel, in dem ich nur Schemen meiner eigenen Vorstellungswelt erkennen kann.

    Also kann »Ich« mich gar nicht »verhalten«. Wer meint, digital und »real« deckungsgleich zu sein und zu handeln, leidet unter einem eklatanten Mangel an Medienkompetenz. Punkt.

    Soviel zum Sozialen, zur Interaktion in diesem angeblich so interaktiven Medium. Aber es kommt noch schlimmer: Ich kann mir nie sicher sein, ob die tollen Fakten, die ich entdecke, nicht doch nur Werbung, Meinung oder Agitation sind. Das ist ja im »echten« Leben schon schwer genug, im Internet noch um ein vielfaches komplexer. Ich erinnere nur an diesen Piratenparteiknaben, der bei einer Demo anscheinend / angeblich rüde behandelt worden ist. Ein Stück Text hatte sich sofort in hunderte persönliche Parallelwelten zersplittert. Unnachprüfbar und ohne Konsensmöglichkeit. Gut, dass ich ein Browserfenster einfach schließen kann!

    Jaha, ich finde über Google raus, wie Windows 7 funktioniert und Wikipedia hilft mir bei der Suche nach dem gefragten Land im »Zeit«-Rätsel. Aber das ist selbstreferentielle Spielerei, lexikalischer Zeitvertreib. Nur Herausgeber mit vielfachem Doppelkinn behaupten, die Welt bestünde aus Fakten. Die Welt besteht aber nicht aus Fakten, sondern aus Zusammenhängen. Und gerade die sind trotz aller angeblichen Netzwerke im identitätsfreien Raum Internet nur schwer mit Bestimmtheit auszumachen.

    Wenn ich dieses »Ding« hier, von dem niemand weiß, ob man es wirklich(!) braucht, als Welt in der ich sein kann, ansehen soll, dann hätte ich auch gern eine bestimmbare Gesellschaftsform da drin. Also zum Beispiel Demokratie. Was bedeutet: Gewaltenteilung. Samt Exekutive. Und: Echte Identität. Aber das geht weit über das raus, was Meister Schäuble nachts nicht mal zu träumen wagt. Und weil das alles keiner will und es nicht geht, bleibt es für mich ein Zeitvertreib und eine Infoquelle, die mit großer Vorsicht zu behandeln ist.

    Und nein, ich bin nicht 50, sondern Anfang 40. Ich verdiene mit der Computerwelt schon seit über 20 Jahren mein Geld und habe ’92 meine erste Mail geschrieben. Und manchmal drucke ich mir sogar die eine oder andere Seite des Internets aus. Zugegeben.

  36. 36
    rennbär

    könnt Ihr nicht einfach das: http://tinyurl.com/yzrwauz irgendwie kombinieren „¦ da scheint potential

  37. 37
    ste

    also ik weeß ja nich. wieso soll es im digitalen raum mehr verantwortung geben als im realen?

  38. 38

    @06 Peter Löwenstein

    Als Teil dieser „neuen“ Generation, kann ich ihre Meinung nur teilweise teilen (ok das waren jetzt viel „teil-“ auf einmal ;). Es ist richtig, dass ich das Internet als selbstverständlichen Teil meiner „Kultur“ und meines Lebens im allgemeinen begreife. Die daraus abzuleitenden Pflichten erscheinen aber durchaus nicht selbstverständlich. Schaut man sich die zum Teil meuteartigen Überfälle auf diversen Blogs, oder auf (virtuelle) Personen in letzter Zeit an, zeigt sich das eindrücklich. Deswegen finde ich Johny’s Artikel auch richtig und wichtig.

    Zu dem eigentlichen Problem: Es gelten im Netz ein wenig andere Spielregeln als in der „realen“ Welt, die Meinungsfreiheit ist absoluter, und Informationen sind vielfältiger und bedürfen meistens einer (vom Nutzer durchzuführenden) fals- bzw. Verifizierung. Etwas mehr Zivilcourage und Respekt täte sicher einigen Nutzern gut. Es gibt aber zum Glück auch einige die solche Formen bereits als selbstverständlich akzeptiert haben und praktizieren. Denn wie heißt es so schön: “ Jede unreflektierte Äußerung im Web fällt nur auf einen selbst zurück“ (sieht man wenn jetzt in den Breitenmedien immer wieder über die sog. „Piratenmobs“ gesprochen wird.)

  39. 39
    quasi

    diese verantwortung hängt immmer auch von der jeweiligen moral und ethik ab. sie muss also zwangsläufig eine adaption meiner außernetzlichen erziehung, gesellschaft und des lebensumfeldes sein – mit etwas netzfärbung, die ausschließlich vom umgang mit dem netz und seinen inhalten abhängt.

  40. 40
    Jens

    Ohne jetzt die anderen Kommentare gelesen zu haben:

    „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Immanuel Kant)

    Gilt für mich offline wie online. Ich finde den Gedanken sonderbar, eine gedankliche „digitale Welt“ zu errichten, in der andere Regeln und Gesetze gelten sollen als in der analogen. Dabei ist doch die digitale Welt nur ein Teil der analogen. Ich gehe doch mal stark davon aus, dass hier noch Menschen bloggen und kommentieren und keine Roboter.

  41. 41

    Entscheidend ist meiner Meinung nach das moralische Selbstverständnis des Individuums. In welchem Feld dies dann zur Anwendung kommt ist dann zweitrangig.
    Die Unterscheidung in Real Life und Digital ist doch schon deshalb obsolet, da bei beiden die Potentiale der jeweiligen Einflussnahme zum Maßstab genommen werden müssen. Daraus muss aber auch abgeleitet werden, dass es ganz klar eine „Digitale Verantwortung“ gibt. Wann immer wir die Freiheit der Wahl über Handeln bzw. Unterlassen haben, müssen wir auch die Verantwortung für die Konsequenzen unserer Entscheidung übernehmen. Johnny vollzieht dies zum Beispiel durch die Kiterien, nach denen er seine Artikel schreibt.

    Bezüglich der altersbezogenen Diskussion weiter oben (bin selbst übrigens 30) – während der Studentenproteste in Hamburg diesen Sommer erlebte ich seeeeehr viele (junge) Menschen, die Freiheiten und Rechte, Mitbestimmung oder gleich Anarchie/Sozialismus/Kommunismus forderten. In fast keiner der Diskussionen kamen diese Menschen auf die Idee in ihrer Rhetorik darüber zu philosophieren, welche Pflichten und Verantwortungen sie haben (ich meine dies in einem aufklärerischem Sinne).
    Wie war das doch gleich mit Sittlichkeit und Moral? Ach ja: http://tr.im/BBPy

  42. 42

    Meine Pflicht sehe ich darin, Kritik in Fragen der Gesellschaft in Sachlichkeit zu üben. Meine Kritik richtet sich häufig nicht an Menschen persönlich, sondern in der Regel an soziale und politische Prozesse, wie z.B. die Flexiblisierung des Arbeitsmarktes, die in der Jugend zu Unsicherheiten oder Perspektivlosigkeiten führt, wie z.B. die fehlende soziale Gerechtigkeit in Deutschland, die zu mehr Kälte führen könnte, wie z.B. die Inkompetenz vieler Lehrer aufgrund einer inkompetenen Ausbildung in Deutschland. Das sind Themen, über die ich schreibe und hier muss ich in der Regel keine Namen nennen und niemanden in Veruf bringen. Es bringt mir nichts, über Frau Merkel mich lustig zu machen oder meinen Nachbar zu beschimpfen. Es bringt nur Ärger! Sachlichkeit lasse ich walten, indem ich Quellen angebe, Behauptungen belege und mich, bevor ich etwas schreibe, grundlegend informiere.

    Im Endeffekt geht es, insofern du nach Pflichten im Internet fragst, nicht um Moral oder Sittlichkeit, sondern um Gründlichkeit, Aufgeklärtheit und – um es endgültig zu betonen – um Sachlichkeit.

    Das Internet darf kein verlängerter Stammtisch werden!

    Udo Lihs
    Pädagogik, Philosophie, Gesellschaft
    http://www.udolihs.de

  43. 43
    Nico

    Sagen wir mal so. Bekäme ich irgendein Verbrechen im Internet mit, dann würde ich es schon ahnden. Aber das war bisher noch nicht der Fall, schließlich nutze ich es nur noch als Informationsquelle oder zur Zerstreuung.

    Früher habe ich mal in einer Fotocommunity mitgemacht. Da sah ich es als meine Verantwortung, wenn jemand in seinem Kommentar zu einem Bild unsachlich wurde, einzuschreiten und die Diskussion wieder ins Sachliche zurückzuholen. Einmal hat einer bei einem lasziv gekleideten asiatischen Modell irgendwas von ’nem Thailandmitbringsel oder sowas in der Art geschrieben. Dem hab ich dann auch meine Meinung gesagt und dem Fotografen angeboten, falls er dagegen Schritte einleiten möchte, auszusagen.

    Sagen wir mal: Wenn ich etwas durch Zufall mitbekomme, dann sehe ich mich schon in der Verantwortung, etwas zu unternehmen. Warum auch nicht. Das ist im Netz ja auch problemlos möglich, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

  44. 44

    @EvoluSiN: „Bezüglich der altersbezogenen Diskussion weiter oben (bin selbst übrigens 30) — während der Studentenproteste in Hamburg diesen Sommer erlebte ich seeeeehr viele (junge) Menschen, die Freiheiten und Rechte, Mitbestimmung oder gleich Anarchie/Sozialismus/Kommunismus forderten. In fast keiner der Diskussionen kamen diese Menschen auf die Idee in ihrer Rhetorik darüber zu philosophieren, welche Pflichten und Verantwortungen sie haben (ich meine dies in einem aufklärerischem Sinne).“

    Genau das meine ich. Die Jungen beziehen Positionen, ohne zuerst darüber zu reflektieren, ob das nun die „digitale Welt“ bzw. die „digitale Gesellschaft“ oder welchen Teil der Welt auch immer betrifft.

    Braucht es denn die Frage danach noch?

    Ich selbst weiß mittlerweile nach vielen Besuchen von Grünen, SPD und Piraten Stammtischen hier in der südhessischen Provinz eigentlich nur, dass eine solche Differenzierung eher von Älteren und damit in den SPD und Grünen Zirkeln geführt wird, also vor allem von denen, die mit dem Internet weniger Erfahrung haben und dies leider auch eher nicht mehr ändern wollen.

  45. 45

    Durch meine Anonymität im Netz bin ich und fühle ich mich dazu aufgefordert, gegenüber Personen besonders vorsichtig und zurückhaltend zu sein. Das läuft allerdings einer Grundtendenz zuwider, die mich bloggen lässt: Sich aufregen. Konfrontativ sein. Luft ablassen. Außerdem – gerade durch die Anonymität – meine ich, dass das Geschriebene möglichst wahr sein muss. Man sollte – zumal als Anonymer – niemals eine Lüge bzw. Unwahrheit in die Welt lassen.

    Denn man fängt sie nicht mehr ein.

    Insofern ist das, was ich fabriziere, stets ein Eiertanz und in-sich widersprüchlich. Wenn es einmal besonders „gut“ sein sollte, was ich da treibe, tja: dann gelingt und misslingt mir mein Bloggen zugleich. Aber, auch das kann ich sagen, diesmal positiv – im Gegensatz zu realen Leben:

    Ich lerne und ich verzeihe auch schneller. Ich freue mich über Kritik (tatsächlich! und entgegen meinem Nicht-Netz-Leben) und nehme also im Internet viel bereitwilliger an, dass bzw. wenn ich mich geirrt habe, oder über das Ziel hinaus geschossen bin. Ich schieße gerne mal über das Ziel hinaus, jedenfalls in der Tonlage und Zuspitzung, die ich wähle. Ich bin dann mitunter ganz irritiert, wenn ich anschließend sehe, dass sich Netzmenschen ganz und gar wie normale Menschen reagieren, wenn sie auf meine mitunter überzogen formulierten Ansichten verstimmt und gekränkt reagieren – und das dann auch noch über Monate und Jahre hinweg.

    Fast habe ich den Eindruck, die Menschen sind im Internet deutlich beleidigter bzw. noch unversöhnlicher als im wirklichen Leben. Das betrifft besonders diejenigen, die wie ich der Tendenz nach „Dampfablasser“ sind. Aber irgendwie ist das Internet ein merkwürdiges Surrogat des wirklichen Lebens. Im Vergleich dazu ist das Internet vielfach gröber und verzerrt. Aus echten Existenzen werden wunderliche Netz-Existenzen, garnicht so selten sogar schräge Kunstfiguren, die sich wie Karikaturen zur tatsächlich dahinter stehenden Person ausnehmen.

    Es ist eine eigene Welt – viele bauen sich hier eine eigene Welt, und sei es, dass sie hier ihren Spezialinteressen folgen, die sich ansonsten nicht so stark entfalten können. Am Ende wird vieles im Internet dann doch etwas schräg.

    Ich meine, es wäre wohl ganz gut, wenn wir Blogger und „Content-Lieferanten“ das ganze Ding etwas leichter und weniger ernst nähmen. Trotz notwendiger Rücksicht gegenüber dem Mitmenschen und der Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit: spielerischer. Das gehört ebenfalls zur Verantwortung im Internet. IMHO.

    (…und irgendwie ist es merkwürdig, jedenfalls für mich, wenn man sich plötzlich fragt: Was tue ich da in diesem Internet-Dingens eigentlich?)

    P.S.

    Außerdem ist es wohl wichtig (meine ich), dass man die Anonymität von Netzbewohnern achtet und ggf. sogar schützt. Das betrifft allerdings nicht solche Netz-Tierchen, die zu Hass auf Menschen bzw. Menschengruppen aufrufen.

  46. 46

    Es gibt ja bereits viele Beispiele für Selbstverpflichtungen diverser Betreiber von Websites. Beispielsweise die Netiquetten diverser Foren, die für einen ordentlichen Umgang untereinander, für einen „geregelten“ Diskussionsverlauf geschaffen wurden. In größeren Foren sind sie inhaltlich nahezu identisch und stellten bereits eine Art Standard dar, auch schon bevor man als Betreiber für Foreneinträge haftbar gemacht werden konnte.
    Die Freiheit im Netz bedeutet also nicht, dass Freiheit auf jeder Site gewährleistet wird, sondern dass jeder Betreiber entsprechend seiner Vorstellung und entsprechend des rechtlichen Rahmens seiner Heimat eine Site betreiben darf. Freiheit bedeutet also in diesem Fall einfach nur: „Geh doch woanders hin, wenn`s dir hier nicht gefällt!“
    Und so blöd das klingt: Die erfolgreichsten Foren werden rigoros moderiert, sind Quasi-Diktaturen. Moderatoren zensieren, löschen und verbieten. Und das ist auch gut so, solange es im Rahmen der Site-Regeln abläuft.
    Ab einer gewissen Nutzerzahl würde sonst jede Diskussion „lost in cyberspace“ gehen. Spätestens ab der dritten Seite schweifen User ab, bei brisanten Themen werden zig doppelte Threads eröffnet usw. usf.
    Darüber gibt es häufig viele Diskussionen. Gerade Leute, die noch nicht viel in Foren unterwegs waren, beschweren sich gerne, sie würden in ihrer Meinungsfreiheit beschnitten, wenn sie (frei erfundenes Beispiel) auf der Site einer Partei gegen diese wettern und das Thema geschlossen wird. Im echten Leben würden sie sich nicht beschweren, wenn ein Störer bei einer Podiumsdiskussion des Saales verwiesen wird. Freiheit steht also auch im direkten Zusammenhang zur Kritikfähigkeit eines Site-Betreibers. Ich finde es in Ordnung, wenn eine Firma im hauseigenen Forum „geschäftsschädigende“ Themen löscht. Es ist nicht in Ordnung, wenn sie andere Forenbetreiber dazu zwingen will.
    Das zeigt sich häufig auch in den Reaktionen der Nutzer. Eine echte Welle der Empörung entsteht in der Net-Community meist erst, wenn Firmen rechtliche Schritte außerhalb ihres direkten Einflußgebiets unternehmen.

  47. 47

    Für mich gibt einen Unterschied zwischen realer und digitaler Welt. Wenn ich im realen Leben eine Information vertraulich weitergebe oder mich auch mal von Gerüchten, menschlich?!, infizieren lasse, so werde ich dies im Internet keineswegs tun.
    Die Frage ist für mich vielmehr die „Ahnungslosigkeit“ vieler Nutzer, die Daten unreflektiert preisgeben, sich äußern, als säßen sie auf einer einsamen Insel und schlussendlich die „Kinderstube“ vermissen lassen. Bereits Mitte der 90er gab es bei der Zeitschrift Pl@net die Diskussion, das Thema Medien zu einem Unterrichtsfach werden zu lassen. Natürlich rein theoretisch. Ich bin heute der Meinung, dass dies längst überfällig ist und auch hier die Eltern gefordert sind. Hier geht es doch aber schon los. Während die Sprößlinge munter im Internet surfen, verweigern sich ein Teil der Eltern dem Thema. Wer soll den Kindern beibringen, sich im Netz zu bewegen, was ist wahr und unwahr, wie verhalte ich mich usw. .

  48. 48
    OWeh

    @Raoul: Das Thema Medien steht sogar schon seit Jahrzehnten im Lehrplan. Meistens im Rahmen des Deutschunterrichts, manchmal gibt es auch im Kunstunterricht Platz dafür. Insgesamt sind aber Zeit und Tiefe für dieses »Fach« kümmerlichst gesät. Es fehlt auch an Ausbildung bei den Lehrern. Dass Medienkompetenz und der bewusste Umgang mit Massenmedien immer wichtiger wird, braucht man nicht mehr diskutieren, in fast jedem Kinderzimmer stehen Fernseher und Computer.

    Dass staatliche Lehrpläne gerne 1-2 Generationen hinterherhinken, sollte man nicht mehr länger hinnehmen. Reformen hin, Reformen her, ein Pisa-Test vor Jahren hat gezeigt, dass zwar fast alle lesen können, aber nur ganz wenige einen Tatsachenbericht von persönlicher Meinung unterscheiden können. Oder gar Satire erkennen. Bestimmt ein Grund, warum die »Comedians« hierzulande so brachial sein müssen.

    Ei, schon sag ich das, was ich immer sag: Her mit der Medienkompetenz! Dringend! Dann verwechselt man auch nicht mehr so leicht das digitale »Leben« mit dem einzigen.

  49. 49
    thinktank

    i ♥ u

  50. 50
    quasi

    Ich habe hier viele gute Kommentare gelesen, und es stimmt, dass das Netz und das Leben weit von einander entfernt sind. Es stimmt aber auch, dass ein Angleichen immer mehr stattfindet.
    Viele User haben eine sehr große Auswahl an Inhalten, die sie meist nicht gegenprüfen und als etwas reales hinnehmen obwohl sie sich in einer virtuellen Welt befinden. Das ist ein grundlegendes Problem. Es gibt im Netz keine echte Trennung zwischen Wahrheiten, Halbwahrheiten und Utopie.
    Ein nicht in seiner Persönlichkeit gefestigter User muss also erklärt bekommen was bitte schön was ist. Hier ist ein großes Defizit zu erkennen, das meiner Meinung nach durch Erziehung – auch von der Seite des Staates her – beseitigt werden muß. Sonst haben wir am Ende eine Generation von Menschen, die glauben Wikipedia wäre der Brockhaus im Netz – und das ist definitiv nicht der Fall.
    Aber das Problem fängt eigentlich schon viel früher an – z.B. mit Netzflucht der Kids vor der teilweise öden Welt. Dem Generieren von Phantasienamen, der Anonymität, die die meisten zwar haben mit der sie aber nicht umgehen können. Es ist so einfach mal was zu tun was man sonst nicht kann oder darf.
    Würde man sich hier im Netz das Motto geben „keine illegalen Handlungen“ – wozu ich hier ganz bewusst die Downloaddiebstähle etc. zähle, dann wird die Fangemeinde sehr schnell sehr klein.
    Alles das sind Probleme, genauso wie der unwiederstehliche Kultstatus, der für mache hier leicht(er) zu erreichen ist.
    Hier fehlt Aufklärung – was hier nicht fehlt ist Überwachung.

  51. 51

    Ich denke auch,

    ganz einfach so zu handeln wie auch sonst im Leben.

    Eine Mündliche Aussage ist anders zu bewerten als
    eine schriftliche. Das gilt dummerweise immer. ;-)

  52. 52
    Kapelle

    @ thxlt (31):

    „meine meinung bleibt aber: verhältst du dich offline nicht überall korrekt, tust du das auch online nicht — und umgekehrt.“

    Tendenziell stimme ich dir zu, aber zum einen wird das nur die Erfahrung zeigen und zum anderen kann jeder einmal bspw. mit dem Rauchen anfangen, was anderes muss aber nicht (logisch) daraus folgen.

  53. 53
    ste

    Das wars? Außer Kant und Medienkompetenz fällt einem nichts dazu ein?
    Der Beitrag von thinktank war bisher der beste.

  54. 54
    vera

    @johnny (5): ist mir heute morgen zum ersten mal bewusst passiert, obwohl ich seit sehr langer zeit im netz bin. ich glaube, mein bewusstsein hat sich verändert, sonst hätte es mir früher doch schon mal auffallen müssen? ich hab genau so reagiert wie du, fenster zu, schlechtes gewissen. daran denke ich noch ‚rum.

    @Sören (12): im prinzip ja. aber hauptsache, ich mache mir vorher gedanken über das thema, und darüber, es möglichst gut zu dokumentieren (= verlinken). was der geneigte leser dann damit macht, ist sein bier, er kann mich gerne per kommentar klatschen. aber dass ich schreibe, um damit lesern gewinn zu bringen? eher nicht (nein, ich bin genau so eitel wie andere leute, aber ich hab mir eben andere ziele gesetzt).

    @nico (43): ‚Das ist im Netz ja auch problemlos möglich, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.‘ also sag ich nur was, wenn/weil ich nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann? hallo?!!

    @peter löwenstein (44): na, wie warst DU denn, als du jung warst?

    der grosse unterschied ist, dass ich mich im rl nur sehr bedingt verstecken kann, und ich kann eine identität nicht einfach verlassen, wenn sie mir nicht mehr gefällt oder zu mühsam wird.
    wichtig ist – egal in welcher wirklichkeit – bei seinem tun ‚vorher das nachher zu bedenken‘.

  55. 55
    Nico

    @vera: Man kann natürlich auch absichtlich anderer Leute Aussagen gegen denjenigen verwenden, der sie tätigt.

    Kern der Aussage sollte sein, dass GERADE im Netz nichts gegen Zivilcourage spricht.

    Kleiner Tipp: Denk das nächste Mal nach, bevor du etwas schreibst und ehe du jemandem grundlos eine Meinung vorwirfst, die er weder ausgesprochen hat, noch im entferntesten vertritt.

  56. 56

    Hier mal ein schönes Beispiel, wie jemand das mit der digitalen Verantwortung in die Tat umgesetzt hat:
    http://blutgraetschedeluxe.wordpress.com/2009/10/26/thor-steinar-trifft-google-und-11freunde/

  57. 57
    marcel

    @spreeblick #fishingforhelp zum beispiel das hier…

    dazu auszüge aus den kommentaren und nach dem vorlesen zum kommentieren/diskutieren anregen.

    auf jedenfall was aus deinen fingern (oder du schleppst einen deiner autoren mit und läßt lesen)

    ;¬)

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