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Farb-Code für Farbenblinde

Wenn ich es richtig verstehe, sind es portugiesische Designer, die das Color-Add-System entwickelt haben, einen Code, der Farben beschreibt und der farbenblinden Menschen helfen soll. Die klaren, leicht erkennbaren Formen können nicht alle, aber viele Farbtöne bezeichnen — solange man die Grundlagen der Farblehre beherrscht.

Für mich klingt das sinnvoll, aber ich kenne mich mit Farbenblindheit nicht genug aus — anyone?

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20 Kommentare

  1. 01

    ich finde es eine super idee! Ein bekannter von mir ist Farbenblind und für den ergeben sich damit ganz andere Möglichkeiten!
    Er kann die farben so viel schneller wahrnehmen und auch viele Farben neu zusammen setzen. Aber ich selber stelle es mir auch schwer vor
    Einziges Problem, man mann halt die Zusammensetzung von CMY Farben beherrschen, wie du schon sagtest, die Farbenlehre!

    Der Vorteil besteht meiner Meinung nach darin, dass die Farben so übergreifend kommuniziert werden können!

    In meinen Augen eine klasse Idee, mal schauen ob sie sich durchsetzt!

  2. 02

    Ich bin zwar nur rotgrünschwach und auch sonst kein Experte, aber ich finde die Idee schon mal fabelhaft.
    Falls sie sich nicht durchsetzt, wäre es übrigens nett, wenn die Hersteller elektronischer Geräte wenigstens aufhören könnten, den Zustand ihrer Geräte durch auch für Normalsehende kaum unterscheidbare Rot- und Grün-Schattierungen auszuweisen.

  3. 03
    Ber

    Hmm, der Denkaufwand ist jedesmal recht hoch. Welches Zeichen stand für welche Farbe, wie funktioniert die Farbmischung … Ich habe Zweifel, ob das wirklich sinnvoll ist. Aber lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

  4. 04

    Für total Farbenblinde mag dies ein hilfreiches System sein, aber für Menschen mit Farbschwäche, ist der Aufwand es zu erlernen sicherlich zu groß.
    Ich habe selbst eine leichte Rot-Grün Schwäche und werde einen Teufel tun, mir diesen Code anzueignen. So gesehen glaube ich nicht, das es sich durchsetzen wird, da völlige Farbblindheit sehr selten ist (korrigiert mich falls ich hier falsch liege).

    Sinnvoller wäre es, immer dann, wenn wirklich wichtige Information in Farbe codiert wird, möglichst unterscheidbare Farben zu verwenden. Also kein Knallgelb+Giftgrün, Karminrot+Dunkelbraun, Lila+Dunkelblau etc.
    Dort wo dies nicht möglich ist, kann man auf Muster ausweichen, die im Gegensatz zu dem Zeichensystem den Vorteil haben auch als Füllung zu funktionieren.

    Achtet man bei wenigen Farben auf klar Unterscheidbare Helligkeitswerte/Kontraste, dann können diese in der Regel auch von komplett Farbenblinden auseinandergehalten werden (Siehe Ampel).

  5. 05
    PattaP

    Ich hab ne Farbschwäche, brauch aber so einen Farbcode sicher nicht… wofür auch genau?!

    Farbenblinde (Achromasie) können mit dem Farbcode glaube ich auch so gut wie nix anfangen, ersten konnten diese eh noch nie eine Farbe sehen, und wer braucht als Farbenblinder im täglichen Leben schon die Möglichkeit „purple“, „light yellow“ oder „dark green“ unterscheiden zu können? Ne Ampel schaff ja sogar ich noch mit (fast) geschlossenen Augen…

  6. 06

    @PattaP: Betrachten von Kunst z.B.?

  7. 07
    handzon

    Ausmalen nach Zahlen (bzw Symbolen), oder was?

  8. 08

    naja, aber die Erkenntnis „ich weiß, dass das rot ist“ kann man ja nicht gleichsetzen mit der Wahrnehmung „ich sehe hier rot“. Für die Betrachtung von Kunst spielt das Imho eine sehr große Rolle, da die Farben ja nicht nur für sich stehen, sondern immer auch eine Wirkung im Kontext entfalten, mit denen die Platzhalter nicht dienen können.
    Gerade Menschen, die von Geburt an Farbenblind sind, dürften solche Erklärungen, am besten dann noch mit den Beschreibungen der Wirkung, als extrem abstrakt bis absurd empfinden.
    Aber die Idee und besonders die Intention sind ja schon nett, ich bin gespannt auf „Feldversuche“ an Farbenblinden. Wenns hilft, will ich dem sicher nicht im Weg stehen ^^

  9. 09

    @Johnny Haeusler: Ich hoffe, dass war ironisch gemeint. Gerade beim betrachten von Kunst bringt einem ein Codesystem nämlich gar überhaupt nichts. Bei den in Icons übersetzten Farben geht nämlich eines mit Sicherheit verloren: die sinnliche Wirkung der Farbe. Das wäre in etwa so, als würde man Notenblätter austeilen anstatt die Musik zu spielen.
    Farbenblinde können nun mal bestimmte Farbtöne nicht Wahrnehmen und da bringt auch ein solches System nichts. Vielleicht schaffen es die Neurobiologen eines Tages auf der Retina neue Stäbchen und Zäpfchen wachsen zu lassen. Das wäre das einzige was hilft.

  10. 10

    @stoertebeker: @Jan: Ihr habt sicher Recht, was das Betrachten von Kunst angeht. Blöderweise ist aber das Musik-Argument nicht ganz passend, denn jemand, der perfekt Noten lesen kann, „hört“ die Musik beim Notenlesen durchaus. Anders als beim echten Hören natürlich, aber er kann es sich „¦ ausmalen.

    Trotzdem kann ein solcher Code sicher die Wirkung der Farben nicht ersetzen. Aber vielleicht begleitend zur Seite stehen?

  11. 11

    @Johnny Haeusler: Der Vergleich mit den Noten stimmt schon. Die Noten hört beim lesen nur, wer sie vorher schon einmal gehört hat. Von Geburt an Taube Menschen hören da sicher nichts. Und genauso verhält es sich mit den Farbenblinden.

  12. 12
    Rabo

    Wer sagt, dass blau blau ist? #RadikalerKonstruktivismus

  13. 13

    @Rabo: Das ist ein Faß ohne Boden und bis heute ungeklärt. Aber höchstinteressant! Ich empfehle hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/Qualia

  14. 14
    flokru

    Großartige Idee. Obwohl ich nicht glaube, dass sich sowas jemals durchsetzen wird.

  15. 15

    Ich habe mir die Seite nochmal angeguckt und einige der Anwendungsbeispiele kranken genau an dem Missverständnis um das es hier auch geht.

    So wird argumentiert, das Farbenblinde oft Hilfe benötigen wenn sie Klamotten kaufen und dieses System Abhilfe schafft. Ich behaupte, dass das nicht funktioniert, da die Wahrnehmung der Farbe nicht durch Zeichen ersetzt werden kann. Einige zueinander passende Farbkombinationen könnten sicherlich auswendig gelernt werden und dann hält man eben nach den passenden Zeichen ausschau. Insgesamt gibt es aber viel zu viele Farbnuancen als das man auf die normalsichtige Begleitung verzichten sollte.

    Bei dem Beispiel mit den Farbcodes im Krankenhaus stellt sich mir die Frage, warum man überhaupt versucht, die Farbe in einen Code zu übersetzen. Man könnte genausogut x-beliebige Icons verwenden um dem Farbenblinden Orientierung zu verschaffen.

    Das ganze ist gut gemeint, aber in meinen Augen (no pun) nicht wirklich brauchbar.

  16. 16
    Jan(TM)

    Bildet reichlich wenig Farben ab. Die Beispielanwendungen sind auch nicht wirklich sinnvoll, ok die Buntstifte sehen auf den ersten Blick gut aus. Aber wem nützt es Farbenblindheit zu verstecken?

  17. 17
    Sascha

    Ich halte den Einwand von #stoertebeker verständlich. Das hatte ich mir auch gedacht.

    Die einzige nützliche Anwendung in Bezug auf Navigationshilfen ist meines Erachtens dann, wenn der Befragte nur sagt welche Farbe die Linie hat die der Farbenblinde nehmen muss.

    Wer jedoch weiß wohin er muss und woher er kommt, wird einfach gedanklich der Linie folgen um zu wissen welche Stationen beispielsweise abgedeckt sind. Falls er sich dies nicht gemerkt hatte.

  18. 18

    http://www.myvideo.de/watch/4407728/WoW_Witz_Farbenblind

    -Nur um mal jegliche Dummen Bemerkungen auf-/vorzugreifen –

    Wissenschaftliche Erläuterungen zu „nicht erkennen von Farben,
    oder den unterschiedlichen Nuancen.“ Wie seht Ihr das?

    @PiPi

  19. 19

    http://www.vischeck.com/examples/ dort sieht man den Unterschied zwischen „normal“ und farbblindem Sehen.

    Ich weiß nicht, ob Symbole wirklich helfen.

    @Muriel: Das halte ich für viel sinnvoller. Hinweise auf Betriebszustände sollten nicht mit grünen, orangenenm gelben und roten LEDs angezeigt werden.

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