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Temporäres Posting zur Radiodiskussion bei FRITZ

Bis Dienstag, 24:00 Uhr bin ich zu Gast bei Radio FRITZ, es geht um die Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg in den 70er und 80er Jahren.

Fragen oder Anmerkungen sind per Telefon unter 0331-70 97 110, per Twitter (#fritz) oder hier in den Kommentaren sehr willkommen.

Update Die Sendung ist vorbei. Danke fürs Zuhören! Irgendwann heute Nacht geht der Mitschnitt der Sendung bei FRITZ online, ich werde versuchen, die Aufzeichnung auch für Spreeblick zu bekommen.

14 Kommentare

  1. 01

    Die bisherigen Minuten waren sehr gut – Ich hoffe auf einen Spreeblick in voller Länge.

    Macht weiter so!

  2. 02
    Ohnepseudonymgehtsleidernicht

    Schade, dass in der Sendung autoritäre Verhältnisse in Schulen quasi als normal durchgehen und offenbar keiner Diskussion wert sind. Sind autoritäre Verhältnisse und mangelnde Demokratie in Schulen nicht eine wichtige Ursache für sexuelle Misshandlungen bzw. dafür, dass LehrerInnen/ Patres diese über Jahre ungestraft begehen können, weil SchülerInnen Angst vor Konsequenzen haben? Was ist mit physischen Misshandlungen? Ist die gesellschaftliche Wahrnehmung immer noch derart, dass diese keinen Medienrummel auslösen würden? Merkwürdig finde ich auch, dass solche Taten immer so weit zurück liegen müssen, um ans Tageslicht zu kommen. An wen können sich SchülerInnen wenden, wenn sie sich weder ihren Eltern noch ihrer Schule über den Weg trauen? Abgesehen davon: warum diskutiert niemand das nach wie vor sehr enge und deshalb äußerst fragwürdige Verhältnis von Kirche und Staat in Deutschland?

  3. 03

    Um auch mal was zu sagen..
    Wir hatten damals auch einen schmierigen Typen an der Schule, der selbst schon so aussah, als hätte er Probleme mit sich selbst. Er war Deutsch- und Englischlehrer und nach einigen Aufruhr war er von der Schule auch schon wieder weg, weil er (angeblich) kleine Mädchen begrapscht haben soll. Auch eine Freundin von mir.
    Doch was ist passiert? Der Herr ist von Schule zu Schule geschoben worden. Ich weiß aus sicherer Quelle auch wo er jetzt ist, aber was wird denn unternommen?
    -> Genau da liegt doch auch das Problem. Selbst wenn etwas halbwegs bekannt wird, aber nichts bewiesen werden kann (oder nicht eindeutig genug), dann passiert nichts. Gerade bei den beamteten Lehrern. Das ist zwar einerseits richtig, weil er ja unschuldig sein könnte, aber so oft wie der Mann von Schule zu Schule durch gereicht wurde..
    Ich weiß auch nicht, was man machen soll. Was würdet ihr tun, wenn die Pater heute noch an anderen Schulen wären?

  4. 04

    Was soll das eigentlich heißen „einfach machen“? Es ist doch keine leichtfertige Behauptung, dass die Kirchen ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität haben. Und es wird einer aufgeklärten Gesellschaft nicht gerecht ständig zu wiederholen, dass es sexuellen Missbrauch auch außerhalb der Kirchen gibt. Natürlich gibt es den. Aber der Umgang, nämlich immer wegschauen, oder die Opfer sogar diffamieren ist untragbar.

    Der Schulleiter fällt doch hier positiv auf, weil er offensiv die Missstände anspricht, auch die kaputte Sexualethik. Selbstkritische Kirche – wo gibt es denn sowas?

  5. 05
    marax79

    Mal ein paar Fakten:

    Sophinette Becker, Dipl. Psych. – Pädophilie zwischen
    Dämonisierung und Verharmlosung – http://bit.ly/dx1w0l

    „… daß eine Psychotherapie mit strukturierten Pädophilen schwierig ist, freiwillig (d.h. ohne Gerichtsauflage) auch selten zustande kommt, weil sie ihre pädophile Neigung als ichsynton erleben. Eine Psychotherapiemotivation ist meistens nur gegeben, wenn sie unter der Pädophilie leiden, das heißt z.B. unter dem Konflikt zwischen ihrer Neigung einerseits und dem gleichzeitigen Wissen andererseits, daß es dem Kind schadet. Das therapeutische Ziel solcher Patienten ist dann meist die Möglichkeit der Kontrolle ihrer pädophilen Wünsche.“

    Die Kriminalstatistik von 2005 des BKA weisen bei sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen zum Nachteil von Kindern 796 Fälle aus und bei sexueller Missbrauch von Kindern 13 962 Fälle. – http://bit.ly/9t80DE

  6. 06

    @agentorange: Für „einfach machen“ habe ich mir sofort hinterher auf die Zunge gebissen, falscher Begriff in dem Zusammenhang. Bitte um Entschuldigung.

  7. 07

    Gutes Bluemoon heute, kam mir aber irgendwie zu kurz vor.

  8. 08

    Vielen Dank an alle Beteiligten. War sehr interessant.

  9. 09
    Hans Dampf

    zwei Stunden sind leider auch recht kurz für so ein Thema, aber besser so als gar keine ordentliche Diskussion wie bei den meisten anderen Medien…

  10. 10

    @Johnny Haeusler: Kein Problem. Habs einfach mal als Aufhänger genommen ;-)

  11. 11
    pseudonym° ( l e i d e r )

    Gut, dass dieses Thema in den Bluemoon gekommen ist. Leider wird dieses Thema viel zu sehr hinter vorgehaltener Hand besprochen. Meiner Meinung nach ist diese spezielle Sache nur die Spitze eines Eisberges und der Rest bleibt im kalten, trüben Wasser verborgen…

    Moral als eine Tugend (der Wenigen) – Chorrage nur wer wirklich Mut hat – Rückrad dem, der nichts zu verlieren hat… Stehst du in dieser Gesellschaft auf, sagst du deine Meinung bzw. stehst zu den oben genannten Werten, bist du ein Aussenseiter !!! Und wirst auch so behandelt…

    Ich habe selber in den 80ern ein sexuellen Missbrauch bei der Polizei melden wollen. Das Ergebnis war, dass ich auf der Wache fast ausgelacht, für nicht zurechnungsfähig und sowieso für viel zu jung um eine Anzeige aufzugeben, hingestellt wurden bin !!!

  12. 12
    Robert Jakobus

    Ratzinger hat schon vor Jahren die Anweisung gegeben, Missbrauchs-
    fälle intern zu regeln.

    Und jetzt grade die Jesuiten, die immer noch für so intellegent vom Durchschnittsbürger gehalten werden…

    Diese Heuchler haben das immer schon gemacht!

    Eine Regel der Jesuiten besagt, wenn der Papst etwas eindeutiges Schwarzes weiss nennt, dann ist es weiss.

  13. 13

    Naja

    Zum Thema Katholisches Internat.

    Als Kurzeitschüler (ein Jahr) einer in Süddeutschland befindlichen Einrichtung,
    kann ich nur meine Eindrücke schildern:

    Der dem Geschäftsführer vorstehende war ein Pfarrer, der mehrere Autos besaß. Dazu zählte auch ein neuer Mercedes SL.
    Unsinnig zu erwähnen, dass ich mich unbeliebt gemacht habe.

    Übergriffe gab es, wenn überhaupt, nur unter den Schülern.

    Die Pädagogen u. Sozies hatten auch ihre Macken, waren aber
    immer korrekt und offen für andere Ansichten. ‚Faust auf Maul‘

    Dann war ich weg
    Echt wahr @PiPi

  14. 14
    Dominik

    http://www.kreuz.net/article.10625.html

    Passt zwar nur so halb zum Post, aber ich weiß grad nicht wohin mit meiner Wut über kreuz.net. Verbrechen anprangern ist also antikatholisch, das Verjähren dient als Entschuldigung, und sowieso sind die Opfer ja irgendwie selber schuld. Ist das ekelhaft.

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