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Pandora: Open Source Handheld

Geschlossene mobile Systeme wie das des iPad erzürnen besonders die Open-Source-Gemeinde. Das muss doch anders gehen, ohne Beschränkungen, ohne Kontrollmechanismen, ohne Hersteller-Monopol!

Tatsächlich arbeiten diverse Teams an mobilen Geräten auf Open-Source-Basis, Openmoko gehört dabei zu den bekannteren Projekten. Doch nun steht auch der Pandora Handheld in den Startlöchern, ein Kleinstrechner, dessen Daten beeindruckende Zahlen- und Buchstabenkombinationen aufweisen: ARM® Cortex™-A8 600Mhz+ CPU mit Linux-System (!), 430-MHz TMS320C64x+™ DSP Core (!!), PowerVR SGX OpenGL 2.0 ES compliant 3D hardware (!!!), 800×480 4.3″ Touchscreen LCD mit 16.7 Millionen Farben (!!!!). Spielt Quake 3!!!!! Und kann Multitasking.

Man muss also nur noch einen Produktdesigner finden, dann steht dem iPad-Killer nichts mehr im Weg …

[via]

35 Kommentare

  1. 01
    Chris

    Sieht aus wie ein Bastard zwischen Nintendo DS und einer Mülltonne.

  2. 02
    TJ

    Man darf dabei aber auch nicht vergessen, dass das Projekt schon lange in der Pipeline ist – „damals“ war noch nicht so viel von Netbooks, MIDs und Tablets zu sehen. Außerdem ist das ganze privat von Enthusiasten vorfinanziert.
    Und es ist eben ein Spielzeug (bzw. z.T. auch Arbeitsgerät) für wahre Geeks, die mit ihrem Handheld prinzipiell auch ein Kernkraftwerk im Keller mit eigens dafür (am Handheld) programmierter Software steuern können wollen.

  3. 03

    @TJ: „¦ wohingegen sinnvoll gestaltete Produkte erst vor drei Wochen geplant wurden? ;)

    Ich verzweifle einfach immer wieder an zwei geschlossenen Augen hinsichtlich jeglicher Usability in der Open-Source-Gemeinde. Es gibt doch mit Sicherheit auch Designer, die Interesse an solch einem Produkt haben, unabhängig vom Etat, schließlich kann man sich mit so einem Produkt einen großen Namen machen. Ich verstehe das nicht. Auch wenig Geld kann man zum Fenster rauswerfen.

  4. 04

    Bei der Pandora sollte man auch erwähnen, dass es ein großes deutsches Forum zu dem Thema gibt: forum.gp2x.de und diverse Blogs, die sich mit dem Gerät beschäftigen wie z.b. http://www.pandora-blog.de und http://www.pandoratoday.de

  5. 05
    zwanzigtausend

    Ist doch hübsch. Was ist das da in der Mitte? Ein Fernglas? (das fehlt IMHO nämlich dem iPad – Killerapplikation).

  6. 06
    stefanx

    @Chris (1): har! volltreffer.. an den ds musste ich auch sofort denken.

  7. 07
    Luca

    Ich hab selten etwas gesehn was weniger ein „iPad-Killer“ sein könnte: Andere Zielgruppe, anderes Konzept, demzufolge andere Vermarktungsstrategie, und selbst wenn man nur auf Äußerlichkeiten achtet VÖLLIG anderes Produktdesign (Auch wenn das ja noch nicht endgültig ist, es wird sicherlich kein Tablet mehr draus). Meine neue Mikrowelle ist ja auch nicht der „Kühlschrank-Killer“, nur weil beides die Temperatur von zeitweilig darin aufbewahrter Nahrung ändert.

    Scheinbar muss aber derzeit jedes Produkt mit dem iPad verglichen werden. Und schon hat Jobs seinen Willen. ;)

  8. 08
    oli

    Ist doch schön, wenn es für die unterschiedlichen Nutzer-/Käufer-Gruppen verschiedene Anbieter und Produkte gibt: Bastler, Modder, Schrauber, Programmierer, Maus-Schupser, GUI-Nutzer, Kommandozeilen-Nutzer, Einsteiger, Computerneulinge, Silver Surfer, Umsteiger, Fanboys, Fangirls, usw. usf.

    Soll doch jede/r so leben, wie sie/er es möchte und dass kaufen, was für sie/ihn das passendste ist.

    Schade nur, wenn es in einer dieser Gruppen lediglich einen einzigen Anbieter (= Hersteller) gibt, weil dann der Anbieter sich nicht anstrengen muss.

    Ich persönlich bin froh, nicht mehr auf die unterschiedlichen Versionen und Anbieter von Hardware achten zu müssen, denn jeder Kauf von Hardware artete in der Lektüre von Testberichten, Datenblättern und neuerdings Web 2.0-Dings aus und gipfelte oft in der Erstellung von Listen, um der Flut an Informationen überhaupt Herr werden zu können. Und selbst dann noch hatte der Kauf den üblen Beigeschmack, das falsche gekauft zu haben oder – noch schlimmer – in eine Sackgasse investiert zu haben, deren Ende früher kommt, als erwartet. In meinem Fall sind es z.B. SCSI-Wechselrahmen und Videoschnitt-Equipment, weil die Entwicklung beim Video Editing nach Jahren der Stagnation seinerzeit plötzlich rasant vorankam. Aber nicht nur in diesem Bereich der IT wurde viel Geld „verbrannt“.

    Mittlerweile muss ich nur noch in mich hineinhorchen bzw. mir rückblickend für die letzten Wochen über die Schulter schauen, welche Anwendungen ich wie, wo und wann genutzt habe, um zu erkennen, was ich wirklich brauche und was „overkill“ und damit eine unnötige Investition wäre.

    Dass ich dann mit den (älteren) Hard- und Software-Produkten der Firma Apple Inc. am besten fahre, ist meine persönliche Entscheidung und sagt nichts darüber aus, ob ich ein Fanboy oder einfältiger Bunti-Klicki-User bin oder nicht. Schon ein Mitmensch weiter wird es vielleicht ein aufrüstbarer Desktop-PC mit Linux und der intensiven Nutzung der Kommandozeile sein, der für diesen Mitmenschen das passendste ist und dieser Mitmensch ist dann beileibe kein Nerd oder Geek.

    Mich nervt diese Frontenbildung, Schwarz-Weiß-Sichtweisen und dauernde Gebashe und Meckerei.

    Gut, wenn über möglichst viele Produkte berichtet wird, damit jede/r das passende finden kann und wenn wie hier von Johnny noch ein bisserl Augenzwinkern dabei ist, umso schöner ;-)

    Und die Kommentare sind oft noch das i-Tüpfelchen mit ihrem (Wort)witz und machen meist meinen Tag – LOL und Danke dafür!

    JM2C.

  9. 09
    Frank W

    @Johnny Haeusler: Ich glaube es gibt einige Designer oder Interaction Specialist, die Open Source Gedanken pflegen und die kreativen Spielräume solcher Geräte nutzen wollen. Aber die Umsetzung und Konzeption von Open-Source-Produkten scheint im Vergleich zum professionellen Apple-Design-Prozess total verschieden. In meinen Augen scheinen einzig die technischen Möglichkeiten den Prozess voranzutreiben, Features nur mit genug Geek-Potenzial eingebaut und Designer erst am Ende für „die Usability“ eingebunden. Das Resultat sind unbenutzbare hässliche Klötzchen ohne konkreten Markt oder konkrete Zielgruppen außerhalb der Technischen-Informatik.
    Der Designer sollte nach meiner Auffassung nicht nur durchgehend an der Entwicklung beteiligt sein, er sollte nach meiner Auffasung auch in den anfänglichen Stadien der Entwicklung als Ideengeber, Tester oder zumindest als Berater fungieren. Um nicht erst nach der technischen Realisierung festzustellen, dass man einen „Bastard zwischen Nintendo DS und einer Mülltonne“ geschaffen hat.

  10. 10
    Peter H aus B

    Freakware.. und bestimmt so ein Hit wie OpenMoko. Und sogar mein Newton 2100 ist eleganter..

  11. 11
    Jan(TM)

    rofl Ich hau mich weg:
    „Pandora … Geschlossene mobile Systeme …“
    Also ich lasse die Box lieber geschlossen.

    Quake 3? Ist das eine Warnung? Wow noch ein Gerät an dem man sich die Tötungshemmungen abtrainieren kann?

    mv -f pandora /dev/null

  12. 12

    Komisch dass noch keiner die offensichtliche Frage gestellt hat:

    Und kann es Flash?

    ;-)

  13. 13
    Thomas

    Wow, erst wird Flash gekillt, jetzt das iPad … was kommt denn als nächstes? Es werden noch Wetten angenommen!

  14. 14
    TJ

    @Johnny (2):
    Ja klar – Du hast vollkommen recht mit Deiner Kritik am Design. Ich habe mich auch bei vielen Sachen mit Linux-Distris gefragt, warum z.B. Gestalter nicht bei freien Softwareprojekten mit aufspringen und z.B. die Themes der Desktopenvironments (KDE, GNOME, XFCE, LXDE) mitaufmöbeln.
    I.d.R. gibt es da genau ein Theme (das Standardtheme) das gut ist und der Rest ist von Heimusern gemacht, die es zwar gut meinen, aber naja… *schweig* Mit den neuen Versionen (KDE 4 und das kommende GNOME) hat sich da schon etwas bewegt.

    Aber gute GUI-Ideen gabs ja nicht nur bei Apple – MS hat sich nämlich auch bei KDE inspirieren lassen.

    Aber zurück zur Pandora. Sie ist wohl einfach ein Gerät für eine Kleinstgruppe und zwar genau die Leute, die über das iPad immer hämisch lachen. Obwohl, das stimmt ja auch nicht – auf dem Ding läuft ja kein Windows… ;o) Nein, es ist wohl einfach für Leute, für die ein Gerät mit Prozessor an Bord unbedingt auch einen offenen Kernel und die GNU-Tools haben muss. :-)

    Aber ich finde es bewundernswert, dass solche Community-Projekte, die sowas quasi „from scratch“ aufziehen und sich durch treue Vorbesteller finanzieren können, überhaupt existieren. Und auch schön, dass Du das einem breiteren Publikum zeigst.

  15. 15

    @Luca: Ganz abgesehen davon, dass der Artikel nicht sooooooo super ernst gemeint ist, könnte man dieses Ding da oben (Ogo, anyone?) auch mit einem Motorola-Handy von 1994 vergleichen, es würde trotzdem nicht besser aussehen. :)

    @oli: Aber es gibt doch diese verschiedenen Produkte nur, damit sich alle hauen können! Was wäre das Leben ohne Betriebssystem-Grabenkämpfe und Hardwareleistungsvergleiche? ;)

  16. 16

    @TJ: Ich bin ja überzeugt davon, dass man mehr Vorbesteller oder gar Finanziers hätte, wenn man mehr mögliche Nutzer-Szenarien in die Überlegungen einbezogen hätte. Ein tatsächlicher Erfolg eines solchen Produkts wäre doch großartig: Größere Entwicklergemeinde, mehr Kapital für besseren Vertrieb etc., ich finde es halt schade, dass der Wille, solche Produkte wirklich erfolgreich zu machen, anscheinend gar nicht da ist. Man wird mangels Marktmacht sicher nie die Zahlen MS oder Apple oder Nokia oder oder erreichen, aber ein kleiner Marktanteil wäre schon super.

    Hat jemand Informationen finden können, wo und von wem die Hardware hergestellt wird?

  17. 17

    Dieser Kommentarthread ist fast so gut, wie die Produktreviews beim schweizer 12-Kilo-Taschenmesser! Ich schmeiß gerade vor der Kiste weg! Super Johnny!

  18. 18
    commander data

    Es gibt noch deutlich mainstreamigere Beispiele für open source handsets. Beispielsweise das Nokia N900, das komplett auf Linux basiert (und ein exzellentes UI hat!). Ausserdem ist Symbian seit kurzer Zeit auch open source [1]. Damit ist der größte Teil des Smartphone Marktes in Zukunft open source. Das muss man nicht mit solch lächerlichen Beispielen marginalisieren.

    1: http://www.engadget.com/2010/02/04/symbian-foundation-talks-about-its-move-to-open-source/

  19. 19
    Alberto Green

    Erinnert mich ein klein wenig an die Openoffice-Maus, die ich heute noch für ein Fake halten möchte: http://de.engadget.com/2009/11/10/openofficemouse-ist-kein-fake-aber-keine-openoffice-maus-mehr/

  20. 20

    @Alberto Green: OMG. Jetzt kann ich hinterher nicht mehr sagen, dass ich es nicht gewusst hätte „¦

  21. 21
    fredge

    @Chris:

    @Alberto Green:

    Unglaublich! Ich hab‘ noch etwas Hässlicheres gesehen. Ich kann fast nicht tippen vor lachen. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAlter!!! Hahhhaaahahahahaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

  22. 22
    fredge

    @Chris:

    @Alberto Green:

    Unglaublich! Ich hab‘ noch nie etwas Hässlicheres gesehen. Ich kann fast nicht tippen vor lachen. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAlter!!! Hahhhaaahahahahaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

  23. 23
    fredge

    Wird auch nicht schwer sein, diese Büchse wieder zu schließen, Scharnier hat sie ja. ;-)

  24. 24
    Martin

    @Alberto Green: Hahaha, klasse, eine Maus mit dem Charme einer Zahnspange.

  25. 25
    Elf

    Das Design ist ok. Im Detail vielleicht verbesserbar, aber insgesamt angehnehm zweckmäßig, pragmatisch, schlicht und unaufgeregt. Das finde ich, selbst Designer, eher angenehm. Bevor da so ein Nachwuchs-Colani ein Geschwür draus macht – lieber so!

    Hier sind eindeutig zu viele Apple-Fanboys die alles was keinen spiegelnde Glasscheibe hat und kein Alu nicht als Design akzeptieren.

    Was fehlt ist eher ein Vertriebsnetz für das Ding und ein potenter Hersteller. Momentan gibts die Pandora nur in kleinen Dosen als Bastelset mit Wartezeiten wie bei Trabbi!

    iPad-Killer? Was soll diesr Schwachsinn? Als solches hat sich die Pandora nie positioniert. Muss man denn aus aktuellem Anlass jedes Gerät am iPad messen? Entweder meint man das dem Trend wegen tun zu müssne, oder man hat nicht begriffen was man vor sich hat!

    Die Pandora positioniert sich ggf. gegen die PSP oder den Nintendo DS. Zusätzlich stellt sie die Möglichkeit dar den Gedanken des Atari Portfolio fortzusetzen und zu modernisieren.

    Für Homebrew ist das Ding sehr attraktiv.

    Ich kann mir allerhand vorstellen, Handheld-VJ-Visuals, sowas wie Nanoloop/LSDJ, etc pp

    Aber vermutlich rede ich für die hier versammelten iPhone-Fanboys und Edel-Klingelton-iTunes-Store-Käufer einfach nur von Böhmischen Dörfern…!

  26. 26
    Sebastian

    Man sollte bedenken, dass dieses Produkt aus der Videospiele-Szene stammt. Mit iPad, iPod oder iWasweißich hat das nicht viel zu tun.

  27. 27
    Fabian

    Wer hier sagt, dass das Design okay ist, weil es schlicht (!) und unaufgeregt (!) sei, dem sei doch einmal diese Liste empfohlen von ein paar Punkten an denen sich jeder Designer (vornehmlich Industriedesigner) orientieren kann. Unterm strich dürfte dann so etwas vermeidbar sein:
    http://www.vitsoe.com/en/gb/about/dieterrams/gooddesign

  28. 28
    o.

    @Elf: full ack!

    Find das Ding klasse – wie kommt man bloß drauf das mit nem iPad zu vergleichen??

  29. 29
    Sebastian

    Zu der These, das Gerät habe keine Zielgruppe: Es ist von Leuten aus der Homebrew-Szene für Leute aus der Homebrew-Szene entwickelt worden. Die Zielgruppe ist klein, aber wird perfekt angesprochen.

  30. 30

    Die Pandora hat so ein bißchen DDR – Robotron Charme.

    Das Jesus Pad vom Mann im schwarzen Pullover ist natürlich ein geniales Marketinglehrstück. Aber da hat Steve ja Ahnung und Talent.

    Über Weihnachten habe ich die Internetbibel von Jeff Jarvis: -Was würde Googel tun?- gelesen.

    ,,Die Leute von Apple glauben, sie seien noch besser als die Leute von Google.“ lässt Jarvis Rishad Tobaccowala zu Wort kommen. ,,Sie sind nur cooler.“

    Die Pandora hat allerdings einen eigenen Charme für selbstbewußte Individualisten.

  31. 31
    Thomas

    Da das Teil wirklich wie ein Nintendo DS mit Tastatur aussieht – sind die Designer von Nintendo dann auch unfähig?

    Und gegen welche Punkte von Rams Liste verstößt das Design konkret?

  32. 32
    oehi

    ich find die Idee dieses Gerätes nachvollziehbar:
    Mein erster Rechner war ein Sinclair ZX81. Unglaublich hässlich — und mich unglaublich prägend.

    Eine solch prägende Wirkung trau ich keinem Apfelprodukt zu.

  33. 33
    Stefan

    Was für ein fail! Da kann man ja selbst Software entwickeln und auch noch selbst aufspielen. Ein frei zugängliche Turingmaschine, das zerstört doch total die Usability! Und wo geben ich da meine Kreditkartennummer und meine persönlichen Daten ein? Kein Itunes Zwang? Wie bekomme ich da dann meine DRM-Filme/Bücher/Filme drauf? Nene, so wird das nix mit dem iPad-Killer, Pandora.

    Achso, ihr wendet euch an eine kompett andere Zielgruppe. Na dann…

  34. 34
    Tharben

    Wow! Geiles Teil! Danke für den Hinweis. Auf http://www.gp2x.de/shop/index.php gibt es neben dem Pandora auch noch andere, bereits verfügbare Handhelds, mit denen man die Konsolen- und Homecomputerklassiker unterwegs zocken kann. Und das alles für kleinstes Geld.

    Geil-O-Mat! Ich kaufe mir son Ding!

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