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Der Google-Streetcar-Hoax


Alle Aktionen der österreichischen internationalen Künstlergruppe F.A.T. (Free Art and Technology) rund um das Google-Streetview-Car während der Transmediale waren ein Hoax. Dem ein oder anderen mag die Zufälligkeit der Ereignisse bereits seltsam vorgekommen sein — F.A.T. halten einen Workshop auf der Transmediale, während zufällig ein Streetview-Car vor dem Haus der Kulturen der Welt anhält, in oder an das die Österreicher Künstler irgendwie einen GPS-Sender bekommen, den Wagen verfolgen und den Fahrer beim Urinieren Unter den Linden filmen — Google hat dem Guardian gegenüber jetzt offiziell bestätigt, dass das Unternehmen wegen der Wetterbedingungen zur Zeit keine Fahrzeuge auf den Straßen habe und dass das Auto vielmehr ein Fake von F.A.T. sei.

Liebe F.A.T.ler: Die Leute verschaukeln [sic!] können Großkonzerne viel besser.

17 Kommentare

  1. 01

    Sachen gibt’s.. hast Du das von den Angriffen zweier Taucher mit Dreizack auf einen Streetview Wagen gelesen?

  2. 02
  3. 03
  4. 04
    Felix

    Dass das ein Hoax ist, hat man sich ja schon auf der Transmediale zugeflüstert. Ich hab mir auch gleich gedacht: So’n Quatsch, wer außer den Geheimdiensten kann es sich denn leisten, GPS-Peilsender an fremden Autos anzubringen, auf dass sie für immer davonführen? Und ich dachte, solche Geräte kosten ein paar Hundert Euro und sind groß wie ein Ziegelstein. Dann hab ich aber mal recherchiert und mich richtig erschreckt: Für knapp über 100 Euro gibt’s z.B. bei Amazon GPS-Peilsender mit GSM-Modul und Mikrofon, kleiner als ne Zigarettenschachtel. Zum Glück bin ich nicht paranoid oder Streetview-Fahrer. Sonst würde ich mich ob dieser Erkenntnis ein klein wenig fürchten. F.A.T haben mir also immerhin die Augen dafür geöffnet, auf welchem Stand die Spionagetechnik für Jedermann heute ist.

  5. 05
    seb

    Ich verstehe die Richtung des Textes nicht. „Hoax“ „Dem ein oder anderen…seltsam vorgekommen“? Insbesondere den letzten Satz verstehe ich nicht. „Leute verschaukeln“?

    Das war ein eben ein Kunstprojekt vom tollen F.A.T.-Lab. Im Rahmen einer Kunstfestivals.

    Erstaunlich, dass scheinbar Leute das für echt hielten. Und ich würde es nicht als Hoax bezeichnen, es war ja kein Schwindel, sondern eben ein Kunstprojekt. (Oder bezeichnet irgendjemand zB die Geschichte von Romeo und Julia als Hoax?)

  6. 06
    Nick

    @seb: Dem schließe ich mich an.
    Vielleicht ärgert sich Nico einfach, weil er sich erfolgreich „verschaukelt“ fühlt. ;)

  7. 07
    Nico Roicke

    @seb: shakespeare hat romeo und julia als tragödie veröffentlicht. als als solches ist sie ganz klar fiction, sprich ausgedacht. ein hoax wär’s gewesen, wenn er stattdessen einen augenzeugenbericht für eine zeitung geschrieben hätte.

    das „verschaukeln“ bezieht sich, das verlinkte [sic] deutet’s an, auf die verwackelte autofahrt des angeblichen streetcar fahrers.

    wie viele leute die f.a.t.-aktion geglaubt haben, darunter nicht wenige journalisten, die qua berufstand nicht die leichtgläubigsten sein sollten, deutet der weiter oben verlinkte artikel im bildblog an.

    @Nick: verärgert überhaupt nicht. verwundert schon eher. durch diese nachträgliche aufdeckung des ganzen als hoax führen F.A.T. viel mehr die kommentatoren, die sich auf ihren blog und unter den videos gegen googles datensammlungswut aufregen, und nicht, wie von ihnen beabsichtigt, google selbst vor. das ging ganz eindeutig in die falsche richtung los und ist dabei auch nicht witzig.

  8. 08
    Nick

    @Nico Roicke: Ich weiß nicht, was genau die Leute hinter der Aktion damit beabsichtigen. Was macht dich so sicher, dass sie (nur) Google vorführen wollten? Das Projekt wirft aus meiner Sicht jedenfalls noch einige Fragen mehr auf, etwa in Bezug auf die Recherchemethoden einiger Medien, die Rolle des wütenden Mobs (insbesondere online), die Legitimität von „Gegenüberwachungsaktionen“ oder auch, wie Felix schon angemerkt hat, die Möglichkeiten der „Spionagetechnik für jedermann“.

  9. 09
  10. 10
    Volker

    Ein F.A.K.E. von der INTERNATIONALEN (!) Künstlergruppe… Awesome! Ey, und sonst die Leute dachten sich wahrscheinlich: „ich mach ma lieber meine Schuhe zu, da kommt der Google Street View Wagen mit seinem Periskop… und sieht mich hier mit offenem Schuhwerk!“
    Dann doch lieber irgendwo international hinpinkeln…
    Selber Hoax, ihr!

  11. 11
    Marcus

    Aber das Street View Schneemobil ist echt, oder? :-)

    http://www.youtube.com/watch?v=UJ4pgcrJU8c&feature=player_embedded

  12. 12
    Jens

    Natürlich ist das ein Hoax – Google würde doch niemals mit seinem StreetView wagen die Chinesische Botschaft in Berlin fotografieren.

  13. 13
    Thomas C

    Kunst, Protest, Performance, … nix Hoax

    Im Kontext der Transmediale ist es doch ziemlich eindeutig. Und hätte, wie auch im Artikel erwähnt, verstanden werden können. Also nix wirklich „nachträgliche Aufdeckung“

    Es soll sogar Künstler geben, die eine ganze Tageszeitung faken, um sich so ins Bewusstsein der Betrachter zu schleichen und so einen Effekt zu erzielen.

    Andere Künstler stellen sich tot und legen sich auf nem Gehweg ab. Wiederum andere hängen horizontal an Wänden.

  14. 14

    @Thomas C:
    Deiner sehr geschätzten Meinung zum Trotz.
    Wer schon länger ‚abhängt‘, weiss auch, dass
    so manche Beiträge von mir tatsächlich mal
    etwas Sinnvolles ergeben, wenn ich wieder-
    holt auf http://sightwalk.de aufmerksam mache.

    Alles Gute
    @PiPi

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