26 Kommentare

  1. 01
    anonym

    Es heißt: „jetzt seien wir doch mal ganz ehrlich“ und „schnell gedieh das Land“.

  2. 02
    Schtuef

    Sehr schöner Text, ich würde aber eine Parallele zu natürlicher Selektion vorziehen.
    Im Sinne „sobald die Natur mal eben die Stadt besuchen kommt“

  3. 03
    brandi

    Ich widerspreche und glaube, man kann hier großteils sehr wohl von Dummheit sprechen. Abgesehen vielleicht von einer Oma, die gerade seit einem Monat Internet hat, hätte doch nun wirklich JEDER sehen können, dass diese Seite keineswegs Facebook selbst sein kann. Ob man sich im Medium nun groß auskennt oder nicht spielt dabei doch auch keine Rolle – nicht einmal die Farben der Seite stimmten überein. Wer das für FB gehalten hat, der war auch noch nie auf anderen Webseiten unterwegs. Und wenn man bedenkt, wie viele hunderte Millionen Nutzer FB hat, kann man bei den paar verirrten Dutzenden, die RWW als FB betrachtet haben, m.E. durchaus von Dummen sprechen. Oder meinetwegen halt absoluten Internetneulingen, die ihr Hirn nicht genutzt haben. Andere Entschuldigungen kann ich nicht gelten lassen. Und die Relationen (Millionen : Dutzenden) darf man wirklich nicht vergessen an dieser Stelle. Es ist keineswegs so, dass auch nur ansatzweise eine Mehrheit der FB-Nutzer derart planlos agiert hat, es war eine verschwindend geringe Minderheit.

    Allerdings muss ich gestehen, dass es prinzipiell schon erschreckend ist, dass Leute – wenn auch nur wenige – nach „Facebook login“ googlen, statt auf facebook.com zu gehen – und dann nicht einmal erkennen, dass sie sie nicht auf der gesuchten Seite befinden. Vielleicht wäre eine Einweisung in das Medium für manche doch nicht so verkehrt…

    Abschließend: IMHO kann man nicht alles – egal, ob im Internet oder sonstwo – an einem absoluten DAU ausrichten. Da fühlt sich doch sonst jeder normale User verarscht.

  4. 04

    Ob nun Dummheit oder nicht, ich sehe dieses Experiment aus anderer Warte. Es geht hier meines Erachtens nach um Manipulation, mit den Defiziten der Nutzer spielen. Das ist grundsätzlich in diesem Fall nicht negativ gemeint. Das wird es erst, wenn die Manipulation in eine gänzlich unerwünschte Richtung geht. Da kluge Worte nicht immer helfen, halte ich derartige Aktionen im Sinne eines Vorführens mit Augenzwinckern für sinnvoll, denn die Reizschwelle für das Erlernen von Mechanismen im Netz ist doch eher hoch anzusiedeln.

  5. 05
    ivory tusk

    Klingt irgendwie nach dem finalen Stadium der gefürchteten Gentrifizierung.

    Zunächst möchte nur eine kleine Gruppe dort wohnen, durch ihre positiven erfahrungen kommen dann reiche und ahnungslose Leute nach und formen die Umgebung so um, dass die Pioniere weiterziehen müssen.

  6. 06

    @brandi:

    Du machst das ganze an einem einzigen Beispiel fest und uebersiehst dass das ganze viel komplexer und vielschichtiger ist. Es hat eben nicht nur mit dem Aussehen der Website zu tun sondern mit dem Ziel dass die Leute im Kopf haben. Die wollen zu Facebook, sonst nichts. Also suchen sie zielstrebig nach dem Facebook login und dann der Eingabemaske. Alles drumherum wird ausgeblendet, genauso wie die Werbung die ueberall auf einen einprasselt.

    Auf verschiedenen meiner Websites habe ich Reiseberichte und Bilder von Besuchen verschiedener Sehenswuerdigkeiten oder auch der Reise dorthin veroeffentlicht. Seit Jahren bekomme ich mit schoener Regelmaessigkeit Anfragen zu Oeffnungszeiten, Buchungen und aehnlichem. Dabei sollte es eigentlich klar sein dass meine Seiten nicht die offiziellen Seiten sind.

    Aber so denken die Leute nicht. Die geben den Ort oder ein Hotel bei Google ein und landen dann auf meiner Seite. Das einzige worauf sie dann fokussieren ist „Contact“, all das drumherum wird ignoriert. Und zack geht die e-mail raus.

    Und genau das passiert auf hunderten und tausenden anderen Seiten auch. Absoluter Focus auf einem Ziel, sonst nichts.

    Dass das DAUs sind moechte ich bezweifeln.

  7. 07
    imp

    Startet man Firefox mit Standardeinstellung, befindet sich das Suchfeld in der Mitte des Bildschirms und hat auch noch den Cursor…
    Die Url-Zeile ist hingegen am Rande.
    Mich wundert es nicht, dass etwas unbedarfte Benutzer da den Weg des geringsten Widerstandes wählen.
    Das andere Problem, nämlich dass die Leute nicht merken, dass sie auf der falschen Seite sind, liegt vermutlich einfach daran, dass sie nicht selbstständig navigieren, sondern lediglich auswendig gelernt haben, was sie tun müssen.
    Auch das ist bei beschränkter Netzaktivität sicherlich wesentlich einfacher, als wirklich herauszufinden, warum man was macht.
    Von aussen betrachtet wirkt soetwas dumm, ist u. U. aber nur Unerfahren.
    Wenn die „Fehlgeleiteten“ dann aber wie bei RWW anfangen zu pöbeln, und anderen die Schuld an ihrer eigenen Unfähigkeit zu geben, sieht die Sache natürlich anders aus. Wer sich zu Kritik herablässt, ohne Ahnung zu haben, ist m. E tatsächlich dumm.

  8. 08
    Martin

    Die Sache war sehr lustig und verdient jede Häme, aber ich würde da nicht allzuviel hinein interpretieren. 2-3 Punkte die mir dazu einfallen.

    1. Wir wissen tatsächlich nicht, wieviele Menschen über den Suchbegriff dort gelandet und wir hoch dann der Anteil derjenigen war, die es dann für das „neue“ facebook hielten. Das gibt evtl. einen kleinen Eindruck über das Suchvolumen von „Facebook login“:
    http://www.google.com/trends?q=facebook+login%2C+obama&ctab=0&geo=all&date=all&sort=0
    Ich behaupte mal frech, dass sind ca. 50 000 Menschen am Tag.

    2. Ich kann mir vorstellen, dass bei den täglichen Millionen an Nutzern tatsächlich einige Probleme haben mit ihrem login. Die Begriffe dann aus Verzweifelung bei google einzugeben, halte ich für verständlich. (RWW dann für facebook zu halten, hat dann freilich noch eine andere Qualität“).

    3. Ich denke es ist ja durchaus von den webarchitekten gewollt sich mühelos durchs Internet navigieren zu können. Google zumindest wird sich in der Rolle gefallen, als das InternetPortal schlechthin zu gelten, von dem aus alles erreichbar ist. Es unterstreicht letzlich die Klasse von google diesen Eindruck bei den Menschen hinterlassen zu haben.

  9. 09

    @anonym: Danke, geändert.

    @brandi:
    Ich hab’s nicht gezählt, aber es waren mehr als 60 Leute, die sich auf RWW „beschwert“ haben. Wieviele mehr haben wohl das gleiche gedacht, aber nichts geschrieben (nur die wenigsten geben gleich einen Kommentar ab)? Wieviele haben zunächst das gleiche gedacht, dann aber dann doch festgestellt, dass sie nicht auf facebook sind. Wieviele haben einfach das erste Ergebnis auf der Google Ergebnis-Seite geklickt, ohne genauer hinzuschauen, um was für eine Seite es sich handelt? Schließlich, wieviele googlen täglich nach „facebook login“… alleine dieses Verhalten könnte man ja schon „dumm“ nennen.
    Ich weiss die Zahlen natürlich nicht, aber wenn sich in einem kurzen Zeitraum, ca. 100 Leute in den Kommentaren beschweren, dann ist die Zahl derjenigen, die ähnliche „Fehler“ gemacht haben, um ein Vielfaches höher. Wir reden hier nicht von Dutzenden, man muss schon ein paar Nullen dranhängen.

  10. 10
    brandi

    @Armin:
    Ok, berechtigter Einwand, stimmt. Dennoch bleibt die Frage, ob es solches Verhalten (auf etwas fokussieren, andere Bereiche ausblenden und dadurch „Fehler“ begehen) nicht auch in internetfernen Bereichen gibt und prinzipiell schon immer gegeben hat. Man muss halt auch mal den Kopf anstrengen bzw., wenn man es versäumt hat, dann hoffentlich dazulernen. Dass vielen der Umgang mit dem Internet schwer fällt und sie Zusammenhänge (Browser vs. Suchmaschine, z.B.) nicht verstehen, habe ich selbst schon „live“ mitbekommen. Klar, da müsste man dann schon versuchen anzusetzen – aber die ganze Struktur des Mediums bzw. die Inhalte/das Design deswegen anpassen? Ich weiß ja nicht. Diese Leute können – auf lange Sicht gesehen – eigentlich gar nicht mehr werden, da alle neuen Generationen ja mit dem inzwischen auch nicht mehr so neuen Medium aufwachsen.

  11. 11
    georg

    @brandi: wer JEDER schreibt, hat genauso verloren wie der, der KEINER schreibt.

    Beides bissl dumm, nä.

    So long,

    g.

  12. 12
    brandi

    @georg: Naja, man wird ja noch ein bisschen übertreiben dürfen, um den eigenen Standpunkt deutlich zu machen. Davon abgesehen, dass ich im Konjunktiv geschrieben habe – „Es hätte jeder sehen können“. Theoretisch. Abgesehen von Nutzern, die ihre Brille nicht aufhaben o.Ä. vielleicht ;)

    @Johannes Schardt: Klar, die Kommentare sind sicherlich nur die Spitze des Eisbergs. Aber selbst wenn 400.000 Leute die Seite aufgerufen hätten im Glauben, auf FB zu sein, wären das bei angenommenen 400+ Mio Facebook-Nutzern immer noch nur 0,1% der Nutzer. Okay, die 400 Mio sind natürlich nicht alle jeden Tag aktiv etc, aber dennoch. Ich frage mich halt ganz prinzipiell, wie idiotensicher Sachen sein müssen. Wir schütteln hier doch auch den Kopf, dass in den Anleitungen von Mikrowellen in den USA steht, dass man keine Haustiere darin trocknen kann; oder dass auf Kaffeebechern stehen muss, dass der Inhalt heiß ist. Sicherlich hinken diese Beispiele jetzt, aber irgendwie sträubt sich etwas in mir dagegen, alles mögliche an unbedarften Nutzern auszurichten. Nichtsdestotrotz ist es eine interessante Diskussion. Ich bin mir ja schon darüber im klaren, dass die „digital Natives“ nicht 90% der Internetnutzer ausmachen, insofern sind Überlegungen zu diesem Thema prinzipiell sicher angebracht. Allein schon, wie weiter oben genannt, weil alle planlosen Nutzer natürlich leicht in irgendwelche fataleren Fallen als vermeintliche FB-Logins tappen könnten.

  13. 13
    sebastian

    wenn man die Diskussion aufs Kochen überträgt, würden wir uns dann gerade über die Leute aufregen, die sich die meiste Zeit nur von Tiefkühlpizza ernähren? ;)

  14. 14
    imp

    Nein…Nur über die, die bei der Wagner-Beschwerde-Hotline anrufen um sich über ihre Ristorante zu beschweren, weil die anders schmeckt, obwohl sie im Kühlregal dort lag, wo gestern noch die Wagner lagen…

  15. 15
    tokmitstock

    Was man bei der ganzen Diskussion um Adresszeile/Google-Suche mal bedenken sollte, ist, dass mittlerweile die Adresszeile des Firefox standardmäßig als Google-Suche doppelt(besonders bei 2 Wörtern). Kann ja jeder mal ausprobieren was normalerweise passiert, wenn man in die Adresszeile „facebook login“ eingibt. Bei mir wird die Facebook-Loginseite aufgerufen(ohne Umweg über Google-Ergebnisse).

    Dass die Seite dann nicht Facebook ist, sollte man dann natürlich trotzdem mitkriegen.

  16. 16

    Es fehlt hier an Medienkompetenz, das ist klar. Aber dass die selbst bei klassischen Autoritäten nicht besonders weit verbreitet ist, zeigte ja schon der Fall Winnenden „¦ (und jetzt keine Angst, ich grolle nur).

  17. 17
    Kanne

    @Armin:

    Und genau das passiert auf hunderten und tausenden anderen Seiten auch. Absoluter Focus auf einem Ziel, sonst nichts.

    Dass das DAUs sind moechte ich bezweifeln.

    Das ist doch totaler Blödsinn. Wir wissen von niemandem der nur das Ziel hatte sich einzulogen! Wir wissen nur von denen die das Ziel hatten und anstelle zu lesen und es zu erreichen dort kommentiert haben.

    Es ist Dummheit. Das ist so offensichtlich das ich nicht verstehe wie jemand das abstreiten kann.

    Die Leute haben versagt weil sie nicht gelesen haben. Die Leute haben versagt weil sie nicht gedacht haben. Sie haben sich empört, aufgeregt und ausgedrückt, aber sie haben nicht gedacht.

  18. 18

    @Kanne:

    Ja, klar, alles einfach nur Doofe und Dumme die nicht denken koennen und deswegen versagen. Nur scheint die Welt da leider zu wimmeln von.

    Leute die sich zu Tode saufen oder rauchen weil sie es nicht sein lassen koennen obwohl sie wissen dass es toedlich ist, einfach weil das einzige was sie interessiert ihr Beduerfnis nach Alkohol oder Nikotin ist. Leute die einfach ihr Handy nicht abschalten koennen und waehrend der Fahrt telefonieren muessen weil der Anruf einfach nicht warten kann. Leute die Gesetze verbiegen und brechen damit sie noch mehr Geld/Erfolg/Macht bekommen als sie sowieso schon haben, einfach weil das das einzige ist was sie antreibt und motiviert.

    Alles Dumme und Versager.

  19. 19
    Martin

    @Armin: Nunja, das Sündenregister der Menschheit ist groß und beginnt bei Kleinigkeiten. Wir müssen nicht gleich über Mord und Totschlag reden.
    Irrtümer sind erlaubt und können jedem passieren. Häme hat das eben dann verdient, wenn der Irrtum nicht erkannt wird und man einfach anfängt zu quengeln. Das ist lustig, so funktioniert Komik. Irgendwie ist das auch niedlich.
    Ich denke so mancher Kommentator wird das auch später erkannt und über sich selbst den Kopf geschüttelt haben und – das wäre schön – hat dabei über sich selbst gelacht.
    Ich habe sehr schlechte Geographiekenntnisse und dachte jahrelang, dass der Beatles-Song „Hey Jude“ von den Juden handelt und war erstaunt, wie man das Schicksal der Juden dermaßen verharmlosen kann. Ich bin manchmal auch sehr dumm, und natürlich bin auch sehr niedlich.

  20. 20

    Diese nette Geschichte darf man bitte auch in die Zeitungswelt adaptieren, wo der Bild-Leser verachtet wird, obwohl er die Schnörkelsätze des Feuilletons einfach nicht zu entziffern weiß.

  21. 21
    Sebastian

    @imp: Du beziehst das ganze aufs einkaufen. Ich rede vom Kochen.

    Kommt mal von Eurem hohen Ross runter. Wenn ein Großteil der „dummen“ Leute ihren Computer lediglich zum facebooken mit ihren Verwandten benutzen (und wirklich nur dafür), hat das nichts mit „nicht nachgedacht“ sondern einfach mit „nicht gewußt“ zu tun. Ihr könnt nicht Euren Blickwinkel und Eure Sichtweise, die Ihr Euch durch jahrelange Beschäftigung mit dem Medium angeeignet habt, auf alle anderen, vor allem nicht auf die Minimalnutzer projezieren. Wie viele der hier anwesenden würden bei der Herstellung einer simplen Majonaise verkacken, selbst wenn Sie sich vorher ein Rezept aus dem Netz besorgen würden. Öl zu schnell reingegossen – nicht nachgedacht!

  22. 22
  23. 23

    @Johannes Schardt:
    Sorry
    Ich bin zu Stupid um zu verstehen was Du damit ausdrücken willst.
    Besserwissen ist an sich nichts schlechtes. Vor allem dann, wenn
    minderbegabte wie ich aus der Selbsterkenntnis daraus nur lernen können.
    _
    Ganz klar am Vorbestraften Hartz vobeigeschliddert.
    Somit noch Glück im Unglück gehabt.

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