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Alexandra Tobor, Florian Wessels und Thomas Franz zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Alexandra Tobor, nicht nur wegen ähnlicher Lautung legitime Tochter von Greta Garbo und Georg Tabori, schreibt einen Migrationsepos, eine Geschichte des Exodus von Polen nach Deutschland, und darüber, wie es ist, Großmütter zu haben, die Feuer spucken können. Nachdem sie die ersten beiden Kapitel bereits im November bei Read on, my dear vortrug, präsentierte und las, werden diesen Mittwoch Kapitel drei und vier folgen oder sie schließen sich an oder werden eben ergänzt. Es geht um, Vorsicht: „kapriziöse Deutschkinder, DDR-Asis, Hüpfburgen, TuttiFrutti, gefälschte Barbies, Sperrmüll und Lambada!“ Hell yeah!

Florian Wessels hingegen schreibt Lyrik, was ich deswegen hinschreibe, weil slam poetry zu albern klingt und Performativität zu altbacken. Irgendwo zwischen Sprachwitz und Assoziationskettenmassaker, zwischen Satzrhythmus und Gedankensprung findet man bei Florian Wessels eine Art der Unterhaltung, die man auf Bühnen nicht mehr häufig sieht: der Sog des sprachlichen Ideenreichtums, ganz ohne Effekthascherei.

Thomas Franz ist Liedermacher, einer der Jungen der alten Schule: mit Gitarre, manchmal auch mit Keyboard, mit Witz, aber ohne Zoten, mit dieser sympathischen Zurückhaltung auf der Bühne (die den meisten Alten ja irgendwann abhanden kam nach Koks, Alkohol und/oder DDR-Ausweisung), aber ohne Bart und politischen Auftrag.

Prosa, Lyrik und Musik. Es wird ein bunter Abend.

Alexandra Tobor, Florian Wessels und Thomas Franz zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick
Mittwoch, den 24.02.2010
Einlass 20:00 Uhr, Beginn 20:30
Reuterstraße 63, Yumabar

Eintritt frei, Austritt mit Hut

1 Kommentar

  1. 01
    Thomas Benle

    Klingt super, insbesondere Thomas Franz ist toll!
    Schade, dass ich keine Zeit habe. :o(

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