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The earth in the air

Sehr wenig Mensch in sehr viel Landschaft ist nicht immer gleichbedeutend mit Freiheit.
Zum Ausklang des Tages ein meisterhafter Kurzfilm von Jared Hogan über den so genannten Dust Bowl, eine Reihe von verheerenden Sandstürmen in den USA der Dreißigerjahre, die zu einer Verwüstung der Landwirtschaft führte und hunderttausende Farmer mit ihren Familien zur Flucht zwang, die in Armut und Verzweiflung endete.
„The earth in the air“ verzichtet auf Details, aber grade die reduzierte Handlung vor der schier endlosen Kulisse der Steppe macht die Ausweglosigkeit so sichtbar.
Großartig ist dabei die Diskrepanz zwischen der rauhen Schönheit der Weite, die man sieht und der beklemmenden Nähe, die man hört.
Kopfhörer auf und Luft anhalten!

Der Film lässt sich leider nicht embedden, Kollege Vimeo präsentiert ihn aber gern!

3 Kommentare

  1. 01

    Ahja, erinnert verdammt an die Stimmung in Carnivale. http://de.wikipedia.org/wiki/Carnivàle
    Absolut empfehlenswerte HBO-Serie. Leider abgesetzt.

  2. 02

    Sehr schöner Kurzfilm mit tollen Aufnahmen.

    @baranek:
    Haha, genau das wollte ich auch grad posten. Großartige Serie, nur zu empfehlen. Die Import-DVDs stehen bei mir schon seit einiger Zeit im DVD-Regal ;-) Einen guten Einblick in die Serie liefert dieser DVD-Trailer zu ersten Staffel: http://www.youtube.com/watch?v=vOQyZRwWo4w

  3. 03
    Wedge

    Da Ich mich im Moment außer Stande sehe eine entsprechende Reaktion auf der Vimeo-Seite zu hinterlassen, komme Ich dem hier nach.

    Nachdem mir Charakter 2 gezeigt worden ist, war Ich geneigt diesen als den „Bösen“ wahrzunehmen, mit der mir anerzogenen und für meine Generation typischen Aburteilung einer Person aufgrund ihrer Taten, ohne mich dabei um die Motivation dahinter scheren zu wollen.
    Diese Aburteilung gelingt mir jedoch aufgrund der Dramaturgie nicht, da Ich Charakter 1 bei einer ähnlichen Handlung zuvor gesehen habe, wie auch aufgrund von und gerade wegen des Umstandes, dass Charakter 1 mit einem Rasiermesser vom Lagerfeuer wegging;
    mir wurde durch die zeitlich sehr großzügig gewählten späteren Aufnahmen die Möglichkeit gegeben, mir die Frage danach zu beantworten, ob das Rasiermesser, mit dem Charakter 2 dann zu sehen ist, das Rasiermesser von Charakter 1 ist.
    Meine Antwort war ‚ja‘, jedoch bleibt die Interaktion zwischen Charakter 1 und 2 „im Dunklen“ und Ich bin gezwungen auf meine eigene, von anderen Filmen herrührende Erwartungshaltung zurückzugreifen, um die Lücken mit dem zu füllen, was Ich als Zuschauer mir einbilde zu wissen.

    Durch die Wahl einer durchaus ruinierten Welt und auch Szenerie, werde Ich jedoch unter Umständen durch diese Haltung Lügen gestraft, da mir dieser Kurzfilm am Ende durch die neuere Erwähnung des Titels dann noch einmal sagt, wann und wo Ich mich befinde und dass weder meine Ansichten, noch meine Erfahrungen mit anderen Filmen mir hier hilft und helfen kann.

    War der Tote noch eine Seltsamkeit für Charakter 1, eine Gelegenheit, so war auch die Begegnung von 1 und 2 eine anscheinend natürliche Reaktion, auch gerade deswegen, weil dann der Film Charakter 2 weiterverfolgt und Ich mich dann damit konfrontiert sah, dass auch er Mensch ist und bleibt.

    Wie ihr es schafft, solche Filme ausfindig zu machen, macht mich staunen.
    Dankeschön.

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