129

Leena Simon zur Piratinnen-Debatte: „Unkenntnis ist nicht nur bei der Terrorabwehr gefährlich“

Unter der Losung „Klarmachen zum Gendern“ hat Leena Simon eine neue Debatte innerhalb der Piratenpartei losgetreten. Die Erstellung einer in ihrer ursprünglichen Form umstrittenen, später editierten Piratinnen-Seite, eine geschlossenen Mailingliste für Frauen und eine Pressemeldung von ihr führten zu Diskussionen, die schnell die sachliche Ebene verließen und trotz der ausgerufenen „post gender“-Haltung der Piratenpartei an vielen Stellen die Notwendigkeit von Leenas Initiative eher zu unterstreichen schienen.

Der nachfolgende Text von Leena Simon nimmt Stellung zu Stil und Inhalt der Debatte:

„Da setzt Heuristik ein“, sagt der Politpsychologe Thomas Kliche im Interview in der Sendung Quarks&Co. „Heuristik“ ist eine relativ einfache Angelegenheit. Trotzdem haben zwei Psychologen den Wirtschaftsnobelpreis dafür bekommen.

In der Sendung ging“™s um — Terror. Warum haben Menschen Angst vor Terror, obgleich sie davon gar nicht betroffen sind? Die Antwort: Menschen versuchen bei Dingen, von denen sie „keine Ahnung haben“, die sie „richtig ätzend“ finden, eine gute Lösung zu finden. Doch meist — das hat die Antiterrordiskussion gezeigt — ist diese Lösung ein Griff ins Klo.

Der Terrorwahn entsteht, und so haben auch schon viele Piraten argumentiert, durch mangelnde Information. Er entsteht auch dadurch, dass zu viele Menschen einfach nachsprechen, was ihnen aus den Medien oder „vom Stammtisch“ vermittelt wird.

Die Piraten müssten also sehr gut wissen, zu welch fatalen Fehleinschätzungen eine mangelnde Informiertheit führen kann, denn sie kritisieren es ja regelmäßig an anderen. Und dennoch sind sie, an anderer Stelle, in genau diese Falle getreten. Ja, genau hier: Bei der Genderdebatte. Bei „Klarmachen zum Gendern“ ist vielen Piratinnen und Piraten die Heuristik durchgegangen. Kaum jemand war wirklich informiert, kaum jemand hat sich an die Originalquellen gehalten.

So kam es zu den bizarrsten Unterstellungen:

— Ich wolle das Binnen-I und Quoten einführen.
— Ich wolle mich „bloß inszenieren“.
— Ich wolle mit der Mailingliste intransparent und unter Ausschluss von bestimmten Menschen Themen erarbeiten.
— Ich hätte zuvor keine anderen Wege zum „Durchdrücken“ meiner Ziele ausprobiert.
— Ich würde mir anmaßen, für alle Frauen in der Piratenpartei zu sprechen.
— Ich hätte die Partei in meiner Pressemitteilung als Frauenhasser dargestellt und damit das Bild der Partei beschmutzt.
— Ich gehörte zu den „männerhassenden Emanzen“ wie Alice Schwarzer und den Grünen mit ihrer völlig politikfeindlichen Quote-oder-es-wird-halt-nichts-entschieden-Art.

Wer sich informierte, erfuhr jedoch erstaunliches:

— Ich hatte nirgendwo das Binnen-I erwähnt. Piratinnen schreibt sich mit kleinem „i“.
— Eine Forderung nach Quoten gab es ebenso wenig.
— Mich hat der Diskurs nicht als solches interessiert, sondern der reale Umgang miteinander in der Partei.
— Ich hatte außerdem mitgeteilt, dass es sich bei diesem Projekt eben um keine Arbeitsgruppe handele, die Forderungen erarbeiten möchte.
— Ich hatte bereits andere Wege einzuschlagen versucht und war über die internen Kanäle nicht wirklich ernst genommen worden.

„Wir sind postgender“ und „Du bist hier die Sexistin“ haben mir jeglichen Boden geraubt, auf dem ich hätte aufbauen können. Auf eine „Profilierung“ hätte ich sehr gerne verzichtet, wenn ich einen anderen Weg — außer meinem Parteiaustritt — gesehen hätte.

Ich möchte den Frauen, die sonst eher selten zu Wort kommen, Gehör verschaffen, aber nicht für sie (und erst recht nicht für alle Frauen in der Piratenpartei) sprechen. Es war nicht meine Pressemitteilung, die die Piraten als frauenfeindlich erscheinen ließ.

Ich hatte den Eindruck, dass eigentlich nur ein Schlagwort fallen musste (bei den Sicherheitsfanatikern ist es das Wort „Terror“, was die Masse zu blindem Nachreden von Phrasen bewegt): Gender bzw. Feminismus. Und alle schienen davon überzeugt zu sein, zu wissen, was meine wahren Intentionen seien. Nur wenige sind meinen tatsächlichen Worten gefolgt.

Das finde ich sehr schade und ich denke, dass das der Partei nicht gut getan hat. Meine Kritik (und Enttäuschung) richtet sich jedoch weniger an die Trolle, die mich beschimpften und verhöhnten. Meine Kritik richtet sich an die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Piratenpartei, die sich nicht zum rüden Umgangston äußerten und nicht dazu aufriefen, sachlich zu diskutieren. Hier hatte ich Unterstützung erwartet. Stattdessen wurde ich von oberster Ebene kritisiert, durch die PR-Abteilung reduziert und zuletzt durch den LV Berlin verwarnt.

Bizarr: Ich wurde verwarnt für etwas, was ich nicht getan hatte, denn die Verwarnung wurde wegen parteischädigendem Verhalten ausgesprochen (und nicht wegen Verstoßes gegen eine Regel, die besagt, dass ich als Privatperson keine Pressemitteilung hätte herausgeben dürfen, die gibt es nämlich in der Form nicht).

Die Partei geschädigt haben jedoch ganz andere.

Darüber muss ich mich wohl noch ein wenig ent-täuschen.
Denn ich hatte den Piraten mehr zugetraut.

Leena Simon

Eine ausführliche Link-Sammlung zum Thema gibt es beim Piratenweib-Blog.

129 Kommentare

  1. 01

    Ich behaupte mal: Der Glaube, grundsätzlich alles besser zu wissen, als die Anderen (aka „Internetausdrucker“, alt. Frauen/Feministinnen <– doppelpfui!), ist nicht nur ein Piratenproblem, sondern eher eines der gesamten selbsternannten Informationselite.

    On the Internet, Nobody Knows You“™re a Dog „¦ unless you bark

    Dazu kommt dann noch dieses diffuse „always on“/“dabei sein müssen“ bei Netzdebatten und die scheinbare Anonymität als Katalysator für Dinge, wo man sich im wirklichen wahren Leben zurückhalten würde (Oder auch nicht, je nach Sozilisation. Vgl. Claude-Oliver Rudolph gestern bei „Hart aber fair“ …)

    Ich habe diese Dynamik 2005 mal als Rudelbildung bezeichnet. Scheint mir hier ähnlich zu sein.

    Das würde ich nur nie laut sagen, wg. Klassenkeile.

  2. 02

    Das Problem was die Piraten haben ist, dass sie sich nur mit einem Thema befassen und dabei ernst genommen werden können. Sobald es um Sozialpolitik, Außenpolitik oder wie hier Gleichberechtigung geht, bricht Chaos aus. Ich hab immer wieder das Gefühl, dass ein Großteil(nicht alle!) Piraten geworden sind weil es gerade „Inn“ oder „lustig“ war, nicht aber weil sie sich großartig über Politik außerhalb von Datenschutz/Internet interessieren. Einem Großteil fehlt das Hintergrundwissen um vernünftig! über politische Themen diskutieren und eine fundierte Meinung bilden zu können.

    Der größte Fehler der Piraten war eine Partei zu gründen, eine außerparlamentarische Organisation wäre viel sinnvoller gewesen. Denn eine Partei voller Fachidioten kann man einfach nicht gebrauchen.

  3. 03

    Hallo Leena,

    es ist schade, dass du auf einen beliebten, aber ebenso schwachen rhetorischen Trick zurückweichst, und die dummen, schlechten, einfach zu beantwortenden Aussagen der „Gegenseite“ aufgreifst um sie mit Leichtigkeit als eben solche zu entlarven, auf die sauber und sachlichen Argumente jedoch nicht eingehst.

    So hätte ich mir zum Beispiel eine Aussage gewünscht, ob du wirklich ein Übel mit einem anderen Übel ausgleichen möchtest. Diskriminierung und Chauvinismus sind Übel. Allerdings ist es ebenso Diskriminierung, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe – in diesem Fall das andere Geschlecht – selbst auszugrenzen, mit der Behauptung, man fühle sich von diesem selbst diskriminiert.

    Damit, die Aussage auf „Wir sind postgender“ auf diesen einen Halbsatz zu reduzieren, tust du ihr auch unrecht. Denn in weiten Teilen – ob überall, dafür kann ich natürlich nicht garantieren – findet die Geschlechterfrage nicht mehr Beachtung als die Haarfarbe des Einzelnen. Die Gleichberechtigung wird bei uns insofern gelebt, als dass in Fragen des Miteinanders, der Ämterverteilung etc. das Geschlecht einfach keinerlei Rolle spielt. Es wird nicht für oder gegen irgendein Mitglied gestimmt nur weil es sich um eine Frau oder einen Mann handelt.

    Insofern hätte ich mir bei einem Statement von dir auch etwas mehr Substanz erhofft.

    Gruß,
    Jan Dörrenhaus

  4. 04

    Ja, die Genderdebatte ist nötig. Ja, Leena hat vieles gar nicht so gefordert, wie das da nun steht. Ja, mir ist der Ansatz der Piratinnen weiterhin sympathisch. Aber auch: Nein, das ganze verlief auch von Seiten der Piratinnen hysterisch und nein: Privatpersonen hauen üblicherweise keine Pressemitteilungen über die Parteikanäle raus und nein, es ist normal, wenn sie dafür Ärger kriegen. Mein Blogpost hierzu neulich (ich bitte vor allem auch um den Beachtung des Gegen Ende verlinkten Artiktels) http://www.ennomane.de/2010/03/05/die-sache-mit-dem-genderdings/

  5. 05

    Hallo Leena,
    solch ein Prozess ist wirklich überaschend. Allerdings nicht ungewöhnlich.
    Die Piraten sind auch nur eine Gruppe Menschen, die wie Du schon richitg erkannt hast, nicht aus Ihrer Haut können. Die SPD hat dieses auch durchgemacht. Wir haben da einen zeitlichen Vorsprung. Louise Schroeder durfte sich auch einiges anhören. Heute sit es Selbstverständlich das ein junge Frau OV Vorsitzende ist. “ Und das ist auch gut so“ um mal ein Bürgermeister zu zitieren.
    Nun noch ein bitte Leena. Bleib dran an dem Thema und stelle uns dann auf dem PC11 das Ergebniss vor. Ich denke dann würde die Piraten Partei erneut ein Vorbild sein.

    Gruß
    Sven Recker

  6. 06

    Bisher habe ich zu der Debatte nichts gesagt, aber mal ehrlich: was erwartet man denn, wenn sich eine Gruppe abspaltet und auf einer eigenen Liste anfängt zu diskutieren, ohne andere mit reinzulassen? Richtig, Missverständnisse und Gerüchte aller Art kommen da raus. Die Debatte jetzt ist vorallem das Ergebnis mangelnder Transparenz, übrigens eines unserer Kernthemen. Den Mangel solltet ihr abstellen und mal klarmachen was ihr wollt, sodass es auch jeder Pirat (im Sinne bisheriger Beschlüsse als Wort für Mitglieder beiderlei Geschlechts) mitbekommt. Dann kann mal endlich sachlich drüber diskutiert werden. -> Wikiseite, Mail auf die üblichen Listen, Dikussionen an den Stammtischen und den Chatkanälen anstoßen (und nebenbei die Trolle ignorieren)

    Die kaum vorhandene Debatte weiter in die Öffentlichkeit zu ziehen halte ich für kontraproduktiv.

  7. 07
    Mark

    Da ich mich durch den Blogpost persönlich angesprochen fühle, hier ein ausführlicher Kommentar.

    Ich stimme dir zu, dass auf Parteiseite erhebliche Fehler gemacht wurden. Andererseits finde ich deinen obigen Vorwurf an die gewählten Piraten in der Form zu pauschal. Ich hatte selbst bereits mehrfach versucht, eine ähnliche Diskussion im LV Sachsen anzustoßen, weil ich sie für notwendig halte. Bemerkenswerterweise fand das bei den jeweils anwesenden weiblichen Piraten keinen Anklang.

    Klar gibt es bei den Piraten auch Chauvinisten. Eine so große Gruppe von Menschen ist immer nur ein Abbild der Gesellschaft, aus der sich ihre Mitglieder rekrutieren. Und die Art, wie kommuniziert wurde, fand ich tatsächlich daneben und habe das auch an der ein oder anderen Stelle deutlich gemacht. Ich bin jedoch schon etliche Jahre im Netz und habe gelernt, Flames und Getrolle größtenteils zu ignorieren. Wahrscheinlich habe ich deshalb einiges ausgeblendet, was bei anderen Lesern starke Reaktionen auslöste und was einen entschiedeneren Widerspruch erfordert hätte.

    Andererseits ist gut gedacht noch lange nicht gut gemacht. Die Art, wie du manche Dinge angegangen bist, erscheint mir – bei zugegebenermaßen oberflächlicher Betrachtung – zumindest geeignet, Kritik hervorzurufen. Jeder andere, der kraft seiner Wassersuppe eine „quasi-offizielle“ PM herausgibt, wird auch abgewatscht, völlig egal ob Männlein oder Weiblein. Das ist nicht qua Satzung verboten, aber die meisten LVs haben sich hierfür aus guten Gründen organisatorische Regeln geschaffen.

    Außerdem fördert eine geschlossene ML für eine – so zumindest anscheinend die Außensicht – undemokratische Struktureinheit innerhalb der Partei möglicherweise eine Antihaltung bei denjenigen Piraten, die sehr großen Wert auf Basisdemokratie und Transparenz legen.

    Dass du in diesen Punkten womöglich falsch verstanden wurdest, liegt imho teilweise daran, dass das parteiinterne „Marketing“ dafür fehlte. Wenn du deine Sichtweise und deine Gründe so breit darlegst, dass pirat einfach nicht daran vorbeikommt, es wahrzunehmen, ist die sich anschließende Diskussion eine ganz andere.

    Leider hast du für meine Begriffe auch recht schnell aufgegeben. Du fühltest dich nicht unterstützt – wurdest das wohl auch nicht so, wie es angebracht gewesen wäre – und hast bald dein Heil in der Flucht gesucht, so zumindest mein Eindruck aus der Ferne. Wäre es eine Flucht nach vorne gewesen (Konstruktive Kritik annehmen, destruktive ausblenden, Unterstützer suchen und breite Öffentlichkeit innerhalb der Piraten herstellen) hättest du möglicherweise die Hilfe bekommen, die du vermisst hast.

    Ich sehe die Piraten tatsächlich soweit als post-Gender, wie es eine Organisation sein kann, die aus unserer Gesellschaft kommt. Viele (die meisten?) Piraten interessiert es nicht, ob sie es mit Männlein oder Weiblein zu tun haben – und das ist womöglich die höchste Form der Emanzipation, die frau erreichen kann. Natürlich sind wir trotzdem alle hier sozialisiert und bringen bestimmte Rollenmodelle und Vorstellungen mit, die unser Verhalten beeinflussen, oft ohne dass wir das bemerken. Wenn du darauf hinweisen wolltest, dann kam das offensichtlich falsch an. Und wie sagen die Kommunikationstrainer so schön: Der Fehler liegt immer beim Sender.

    Von all dem abgesehen tut es mir jedoch leid, dass du aus der Partei ausgetreten bist. Ich finde, wir brauchen aktive Menschen, die auch bereit sind, sich für eine Sache einzusetzen und versuchen, etwas zu bewegen.

    Viele Grüße,
    Mark Neis, GenSek LV Sachsen

  8. 08
    Balu

    Eine geschlossene Mailingliste nur für Frauen? LOL! Willkommen im 21. Jahrhundert…

  9. 09

    Sooo schlecht und politikfeindlich sind die Grünen nun aber auch wieder nicht :]

  10. 10

    Falls die Spreeblickleser es noch nicht kennen: In der taz haben Manuela Schauerhammer (stellv. Vorsitzende des LV Berlin) und ich eine Stellungnahme zur Debatte veröffentlicht, die zuvor von den Mitgliedern des LV Berlin in Liquid Feedback unterstützt wurde.

    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/wir-rekonstruieren-nicht/

    Meine persönliche Ansicht findet sich hier:
    http://aggregat7.ath.cx/2010/03/10/zum-genderthema-in-der-piratenpartei#comments

  11. 11

    Liebes Spreeblickteam,

    noch schnell eine halbe Korrektur: Ihr schreibt von der „Erstellung einer umstrittenen Piratinnen-Seite“. Die Wikiseite, die ihr verlinkt, entspricht aber nicht mehr der umstrittenen Seite, sondern wurde stark verändert und um viele der umstrittenen Elemente gekürzt. Das ist natürlich schön und auch Sinn einer Wikiseite, aber dadurch stimmt der Link nicht mehr so recht.

  12. 12

    lena, gut, daß du nicht locker läßt.

    wäre schön, wenn die debatte nicht wieder von vorne losgehen, sondern konstruktiv weitergeführt würde.

  13. 13
    Simon Kowalewski

    Sorry Lena, aber diese Art von Realitätsferne, die aus Deinem Artikel spricht, überrascht mich selbst jetzt immer noch.

    Du hast da eine Aktion durchgezogen, von der die allermeisten Piraten erst erfahren haben, als alles scheinbar schon in trockenen Tüchern war. Genau die Art von Politik, die wir bei den anderen Parteien zurecht kritisieren, und die bei den Piraten aufgrund der vorhandenen Kommunikationsstrukturen, die jeden Interessierten einbinden, absolut nicht nötig wäre. Du hast eine Pressemitteilung versandt, in der Du zwar formal korrekt deklariert hast, dass das eine private Pressemitteilung von Frau Simon ist, in der Du jedoch unrichtig den Eindruck erweckt hast, dass es eine Schar von Unterstützern gibt, die Deinen Vorstoß mittragen. Die Diskussion, die aufgrund Deiner Vorgehensweise erst im Nachhinein stattfinden konnte, hat dann aber gezeigt, dass kaum jemand diesen Weg richtig findet oder mittragen will.

    Kurz: Du hast Dich sehr weit über die Reling gelehnt, da muss man damit rechnen, dass es da Gegenwind gibt. Es hätte niemand ein Problem damit, wenn Du jetzt einfach sagen würdest, dass Du Dich etwas überenthusiastisch für eine Sache eingesetzt hast, die Dir wichtig ist, und Dich dabei verrannt hast. Das passiert, und wir könnten bei einem Parteitag in der Zukunft, wenn Du nach Deinem größten Fail gefragt wirst, alle herzlich drüber lachen. Du ziehst Dich aber lieber in eine Opferrolle zurück, die letztlich absolut nichts Konstruktives bringt und durch ihren weiteren und weiteren Diskurs ein seltsames Licht auf die Partei wirft. Und deshalb ist die Position des Landesvorstandes völlig richtig. Also bitte, atme mal tief durch, lehn Dich zurück, und dann können wir in Ruhe über Deine Forderungen, von denen manche ja durchaus berechtigt sind, reden, und zwar mit allen, die sich beteiligen wollen, egal, was sie zwischen den Beinen haben.

  14. 14
    SD

    Wenn alle Personen in dieser Partei, deren Ideen nicht die gewünschte Resonanz erzeugen, mit Pressemitteilungen, Interviews und Gastartikeln versuchen Druck von außen aufzubauen, können wir den Laden hier dicht machen.

    Es gibt in dieser Partei ja nun wirklich unzählige Möglichkeiten seine Ideen einzubringen und auch umzusetzen. Im Gegenteil ist es eher kaum möglich zu verhindern, das jeder macht worauf er oder sie gerade Lust hat, egal ob es eine geniale Idee oder eine völlige Schnapsidee ist.
    Aber was auch immer man tut: Wenn man mehr Unterstützung dabei will, muss man dafür werben und andere überzeugen.

    Die Art und Weise wie diese Piratinnen-Aktion gestartet wurde, wurde von vielen nicht wie das Werben für eine Idee, sondern eher wie ein öffentlicher Pranger empfunden. Dass das nicht in Friede, Freude, Eierkuchen endet, hätte man sich durchaus denken können.

    Und ja, es ist ein öffentlicher Pranger, ob gewollt oder nicht.
    Hier nehmen Frauen völlig selbstverständlich an allen Aktivitäten der Partei Teil, arbeiten mit, werden respektiert, kandidieren für Posten und werden gewählt. Trotzdem haut man uns seit Wochen um die Ohren, dass wir der größte Chauvi-Verein weit und breit wären.

    Es tut mir Leid das sagen zu müssen, aber dieser Text hier auf Spreeblick funktioniert in beide Richtungen. Der Schwall an Empörung, der wochenlang über die Piratenpartei hereingebrochen ist, zeugt auch nicht gerade von besonderer Informiertheit. Die Vorwürfe sind teilweise sogar haarsträubend, vor allem wenn sich die Frauen in der Partei, die nicht sofort begeistert auf den Zug aufspringen, sagen lassen müssen sie wären den Männern in der Partei hörig und quasi schon erfolgreich unterjocht.
    Dass sich dabei nicht nur die Männer in der Partei verunglimpft fühlen, sondern auch die Frauen dagegen Sturm laufen, ist mehr als verständlich.

    Der proklamierte Nutzen der ganzen Aktion geht leider gegen null.
    Um einen Schutzraum zu schaffen, sollte man vielleicht nicht zuerst mal nahezu alle gegen sich aufbringen. Den Boden für dein Vorhaben hast du dir damit leider selbst geraubt. Dass du das Thema Gendern angesprochen hast, ist lange nicht der einzige Grund für die Aufregung, wie du das hier darstellst. Ich denke eher die Summe aus Gendern, geschlossener Mailingliste, PM und Interviews in eigener Sache und den Eindruck zu erwecken der Bedarf an Schutzräumen wäre hier besonders hoch, weil die Frauen so schutzbedürftig und die Männer so bösartig wären, hat dazu geführt dass nahezu jeder einen Grund hatte die Sache abzulehnen.

    Ich finde das sehr schade, denn das Thema Gleichberechtigung gehört selbstverständlich auch innerhalb der Partei debattiert. Der Post-Gender-Ansatz lebt sich schließlich nicht von alleine und kann natürlich auch grundsätzlich in Frage gestellt werden, wenn das jemand für nötig hält.
    Derart die Medienöffentlichkeit zu suchen, um der eigenen Position mehr gehör zu verschaffen, schadet dieser aber Debatte unnötig.
    Der Eindruck, der dabei entsteht, ist nämlich der, dass du dir die Uninformiertheit von außenstehenden Medienvertretern und anderen, die den gelebten Alltag in der Piratenpartei nicht so gut kennen, zu nutze machst, um sie für dich ins Feld zu führen… . Das verleiht diesem Artikel hier auch gleich eine wunderbare Ironie.

  15. 15

    @Lena Rohrbach: Hm „¦ wie lösen wir das am besten? Das „umstritten“ linkt auf die Diskussion, die sich also auf eine andere Version der Wiki-Seite bezog. Ich ergänze mal „in ihrer Ursprungsform“ o.ä. — Danke für den Hinweis!

  16. 16
    thias

    Plumps!
    Da ist wieder jemand in die Falle „wir machen alles ganz anders und besser als die Etablierten“ getappt.
    Schlampiger Umgang mit Sprache und Inhalten, Emotion und Höhrensagen statt Fokus auf den Kern, sowie Vertreter, welchen das „gut ankommen“ und „schlau aussehen“ oder auch „das Bestimmen“ tausendmal wichtiger sind, als irgendwelche Inhalte.

    Sobald Menschen zusammenkommen und etwas organisieren, sehen wir solches Verhalten – egal ob wir das Partei oder Verein oder sonstwie nennen.
    Klar, das kann einem den Nerv rauben, so manchen zur Verzweiflung treiben: Ausser „selber besser machen“ fällt mir dazu aber nichts ein

  17. 17

    @Lena Rohrbach:

    Die Kommentare zum von Dir verlinkten taz-Artikel gehören zum schlimmsten, was ich bisher im Internet gelesen habe. (Kopfschüttel)

  18. 18

    „Es war nicht meine Pressemitteilung, die die Piraten als frauenfeindlich erscheinen ließ.“

    So ist es. Mich als Beobachterin hat es fast umgehauen, was da an Unwissen, Hass, Unterstellungen und, ja, auch Frauenhass von den Mitgliedern der Piratenpartei geäußert wurde. Es zeigt, was diese Partei für Menschen anzuziehen scheint. Menschen mit krassen „Freiheitseinstellungen“, die an die Tea-Party-Teilnehmer in Amerika erinnern, die meinen jedes neues Gesetz würde gegen die Constitution verstoßen. Genau so scheinen Piratenmitglieder zu meinen jeder Vorschlag würde gegen Art. 5 order 8 verstoßen (Verbot von Nazi-Aufmärschen) oder gegen die Piraten-Satzung („unpiratig“, „Du gehörst gemeldet“).

    Dass gegen DICH eine Verwarnung ausgesprochen wurde hatte ich noch gar nicht gewusst. Es hätte stattdessen gegen die beleidigenden und amtsanmaßenden Administratoren in Wiki und Piraten-Forum vorgegangen werden müssen, die Pro-Piratinnen oft das Diskussionsrecht entzogen haben/ sie gesperrt haben, und Hass, Beleidigungen und Diffamation stehengelassen haben. Da ging es regelrecht 4chanig im Forum zu und keiner hat es administriert.

    Ich bin froh, dass du ausgetreten bist und weise jeden Menschen an sich ganz genau zu überlegen, ob er so eine verschrobene Partei wirklich unterstützen möchte. Die Piratenpartei besitzt ihren Welpenschutz schlichtweg nicht mehr und kann sich solche Verhaltensweisen nicht mehr erlauben.

  19. 19

    Zur Veranschaulichung, worum es wirklich geht.

    Die Piratenpartei hat in den Artikel 1 als Pkt. 5 ihrer Bundessatzung folgenden Satz geschrieben:

    „Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden geschlechtsneutral als Piraten bezeichnet.“

    Gefordert wird die Streichung der Passage, denn

    1. ist eine Selbstbezeichnung unzulässiger Zwang und widerspricht dem Grundsatz der Selbstbestimmung
    2. ist eine solche Passage überflüssig
    3. ist „Pirat“ nicht geschlechtsneutral.
    4. werden die weiblichen Mitglieder sprachlich ignoriert
    5. wird mit diesem Satz eine geschlechtergerechte Ansprache gerade verhindert

    http://wiki.piratenpartei.de/Bundessatzung#.C2.A7_1_-_Name.2C_Sitz_und_T.C3.A4tigkeitsgebiet

    Um Feminismus oder Gender geht es vor allem in den Köpfen der irrational agierenden Gegner. Aber das reicht, um mal so richtig am Rad zu drehen und sich ordentlich darüber Luft zu machen, was der Pirat so vom Feminismus und Gleichberechtigung hält, nämlich nichts.
    Fatal ist dabei, dass die Gegner der Gleichberechtigung in der Partei sich mit sexistischer und antifeministischer Argumentation so massiv und in Horden gegen diese wirklich simplen und notwendigen Korrekturen vor dem Hintergrund gebräuchlicher Grammatik sperren, dass man nicht mehr nur von hitziger Diskussion reden kann, sondern ein wirklich fragwürdiges Verhältnis zu Geschlechterfragen offen zu Tage tritt, das wohl noch ganz andere Probleme aufwerfen wird, als eben jenes.

    Die heftigen Reaktionen auf einen Hauch von Feminismus, der als radikal nur halluziniert wird und bisher bewußt nicht stattgefunden hat, macht die Piratenpartei zu einer NoGo-Area für geschlechterbewußte Frauen. Wer tritt denn extra in eine Ein-Themen-Partei, um sich Grundrechte absprechen zu lassen und für Proteste an diesem Zustand, extrem überzogen, als Femanze abgedisst zu werden? Das Problem bei den Piraten sehe ich vor allem im extremen Androzentrismus, der eine Welt neben der bewußt männlichen, überhaupt nicht akzeptiert und sich radikal abschottet unter Zuhilfenahme auf kleinbürgerliche Feindbilder: Feminismus!

    MfG

    Isi

  20. 20

    *lol* Da hat die Partei ein Problem damit, dass einzelne Mitglieder auf ihre Ideale scheißen, und dann müssen wir uns so was anhören. Noch kindischer geht’s nicht?

    Eine Partei ist immer auch ein Miteinander. Niemand verlangt Parteilinie, aber ein paar grundlegende Verhaltensregeln sind schon noch zu beachten. Der LV spricht eine Verwarnung sicherlich nicht grundlos aus. Klar – die Fehler machen immer andere. Hauptsache, du hast alles richtig gemacht.

    Tätschel.

    Nachtrag: Ach, Isi ist auch da und schmiert dir Honig ins Gesicht – klar, es gilt, Frauen zu „beschützen“ vor uns Sexisten. „NoGo-Area für geschlechterbewusste Frauen“, was genau ist eine geschlechterbewusste Frau? Eine, die im Stehen pinkelt, weil Männer das auch machen?

    Feminismus ist kein Feindbild, Radikalfeminismus ist es. Und zwar keinesfalls das der Partei, sondern das jedes aufgeklärten Menschen.

    Willkommen im 21. Jahrhundert, Isi.

    LG aus der Ein-Themen-Partei. Lies beizeiten mal das Parteiprogramm, wenn du mit Valerie Solanas‘ Output fertig bist.

  21. 21

    @Sven Recker:

    Ein Vorbild? Die betreiben massiv den patriarchalen Rollback. So weit die Frauenrechte beschneiden, wollte noch niemand. Widerstand der Frauen ist defensiv und fordert lediglich den Erhalt des Status Quo, der überall sonst, die Frauen mit mehr Rechten ausstattet, als man ihnen als „Pirat“ satzungsgemäß absprechen kann.

    Die Piraten setzen mit ihrer Satzung geltendes (Frauen-)recht außer Kraft und die meisten der dort Organisierten finden das völlig in Ordnung und wehren sich gegen eine Gleichstellung der weiblichen Piraten auf lediglich das bundesdeutsche Niveau! Die Piratinnen, und das muß so deutlich gesagt werden, wollen lediglich jene Rechte, die ihnen außerhalb der Partei auch zustehen. Mehr ist das nicht! Und dagegen (!) hagelt unterirdisch niveaulose sexistische und extreme Proteste!

  22. 22

    @isi

    Ist dir folgender Abschnitt aus dem Gründungsprotokoll der Piraten bekannt?

    „Mitgliederbezeichnung

    Bezieht sich ausschließlich auf die Satzung und nicht wie wir uns in der Öffentlichkeit zeigen. Beide Begriffe werden geschlechtsneutral verwendet.
    Mitglied -> 16 Stimmen
    (Mitglied geschlechtsneutraler als Pirat?)
    Pirat -> Mehrheit“

    http://wiki.piratenpartei.de/images/4/4a/Gruendungsprotokoll.pdf

    Dies zeigt sehr deutlich, aus welchem Grund dieser Satz in der Satzung steht, und dass sich natürlich jeder selbst so bezeichnet wie es grade in den Kram passt.

  23. 23

    Solche Kommentare wie tux sie hier abläßt, sind noch die harmloseren Reaktionen auf „Feminismus“ (=Grammatik).

  24. 24

    @rka:

    „Pirat“ ist so geschlechtsneutral wie „Weihnachtsmann“ und dass mind. 16 Piraten das nicht wissen, macht es noch lange nicht korrekt. Es ist ja sehr löblich, dass ihr um irgendeine Legitimation bemüht seid, aber diese Festlegung ist dennoch überflüssig, zum Grundsatz der Selbstbestimmung widersprüchlich, aussagelogisch falsch und diskriminiert die Frauen – und nicht nur sprachlich, wie inzwischen belegt ist.

  25. 25

    Welche nicht radikalfeministische Frau fühlt sich dadurch diskriminiert, so behandelt zu werden wie alle anderen Piraten auch?

  26. 26

    @tux.:

    Tux, diese Antwort hilft uns kein Stück weiter. Wenn du dir mal den Wikipediaartikel zu Feminismus durchliest, wirst du feststellen, dass unsere Partei bereits (mind. ;)) radikalfeministisch ist, Radikalfeminismus wird nämlich synonym zu Gleichheitsfeminismus gebraucht. Der sollte Parteikonsens sein und ist das meines Erachtens auch.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus#Gleichheitsfeminismus.2FDifferenzfeminismus

    An alle Frauen, die im Stehen pinkeln lernen wollen:
    http://www.stand2pee.de/

  27. 27

    @ rka:

    Ja, Isi weiß, dass jeder sich nennen darf, wie er will. Ich habe es ihr mehrfach mitgeteilt. Sie zieht es vor, weiter Gerüchte zu schüren.

  28. 28

    @Isquierda:

    Ging es wirklich ursprünglich darum? Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass Leena der zu erschaffende „Schutzraum“ (also ein virtueller Ort, an dem Frauen sich äußern können, wenn das unter der Beobachtung von Männern nicht geht) erheblich wichtiger war als die Bezeichung der Piraten (oder eben Piratinnen) in der Satzung.

  29. 29
    Toljok

    @Isquierda: das ist aber durchaus üblich in vertrags und satzungssprache, die in der regel eh schon schwer zu lesen ist. es wird zu anfang definiert wer damit gemeint ist und anschließend, nach möglichkeit eine kurzform verwendet „ž“¦es sind stets beide geschlechter gemeint“ ist gleichbedeutend mit „die in der piratenpartei deutschland organisierten mitglieder werden geschlechtsneutral als piraten bezeichnet.“ genauso wie in verträgen die gemeinten personen oder firmen auch nicht ständig voll ausgeschrieben werden, sondern „ž..im folgenden vertragspartner genannt.“ werden.

  30. 30

    @Isquierda:

    „Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden geschlechtsneutral als Piraten bezeichnet.“

    Ich finde dieser Satz zeigt ganz gut, dass wir über den Forderungen des 80er Jahre Feminismus inzwischen hinausgewachsen sind. Er sagt aus: das Geschlecht ist in unserer Partei egal, hier sind alle gleichberechtigt. Deine Folgerungen aus diesem Satz kann ich absolut nicht nachvollziehen, auch aus meiner Erfahrung mit anderen Piraten in der Partei nicht.

    Dass es in unserer Gesellschaft noch massive Probleme bei der Umsetzung der Gleichberechtigung gibt sehe ich ja auch, aber am allerwenigsten kann ich sie gerade bei uns erkennen. Bisher wurden sogar alle Frauen, die sich für ein Amt beworben haben gewählt, zumindest bei den Abstimmungen, bei denen ich anwesend war.

    Sorry, aber ich finde es gut, wenn wir einen Begriff in der Satzung für beiderlei Geschlechter nehmen. Das unterstreicht die Gleichstellung. Dass dieser Begriff nunmal mit einem maskulinen Artikel versehen ist ist nunmal in unserer Sprache so, und nicht zu vermeiden, wenn wir deutsch reden. Wir werden jetzt sicher nicht anfangen die Salzstreuerin auszupacken und die Sprache zu verhunzen, damit geben wir uns der Lächerlichkeit preis. Aber falls du einen besseren Begriff hast: tu dir keinen Zwang an und schlag ihn vor.

  31. 31
    Bernd

    Hallo Lena,
    du schreibst: „Meine Kritik richtet sich an die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Piratenpartei, die sich nicht zum rüden Umgangston äußerten und nicht dazu aufriefen, sachlich zu diskutieren.“
    Das ist ein guter Punkt, den ich (leider) bestätigen kann. Der Vorstand, bei dessen Wahl von seinen Fürsprechern immer wieder betont wurde, man wolle keinen politischen, sondern einen moderierenden, verhält sich an eben dieser Stelle häufig indifferent.
    Es hat sich hier eine Haltung etabliert, dass man sich „klugerweise“ fernhält, wenn irgendwo „Streit ausbricht“, und keine Verantwortung als Moderator übernommen wird.

  32. 32
    Timo

    Wenn man sich nur noch um’s BinnenI(ehhhh) zu streiten hat, das nenn ich jetzt echt mal PostGender.

  33. 33

    Leena for president [sic]!

  34. 34

    @tux.:

    Diese Frage ist spekulativ, denn außer den Piraten möchte das ja aktuell niemand. Mir ist jedenfalls nichts dergleichen bekannt. Wenn Sie mehr wissen, klären Sie mich auf.

    Aber wie ich oben ausgeführt habe, verkommt leider nach Ideologie so vieler Piraten, ein Pochen auf Grundrechten – wenn es sich Frauen erlauben – zu oft zu Unrecht zum radikalen Feminismus und ruft dabei als Fehlinterpretation die heftigsten Reaktionen hervor. Das Recht, sich als Frau auch als solche in Parteifunktion zu outen, nimmt sich auch die konservative Lady Angela heraus, denn die nennt sich nämlich Bundeskanzlerin. Ob es dazu Massenproteste in der CDU gab, weiß ich als Ossi nicht, aber wenn, dann muß es Jahre her sein. Jedoch solche wie du, die in nun fast jeder kritischen Meinungsäußerung einer Frau, Radikalfeminismus triggern und sich entsprechend abwehrend und unflätig verhalten – und das in qualitativ und quantitativ bemerkenswertem Ausmaß, besorgen recht nachhaltig Verständnis und Anlass für sogenannte „Schutzräume“, sprich Rückzugsmöglichkeiten.

  35. 35

    @Enno: Ersten hat Leena keine PM via Piratenkanal rausgehauen und zweitens habe ich selbst schon ewig viele PMs als Privatperson rausgegeben: Das ist doch ganz normal heutzutage. Ihr seid ja sowas von 20. Jahrhundert.

  36. 36

    Zur Chronologie!

    vinci hat auf seinem Blog Ritinardo am 08.07.2009 das Thema „Piratinnen“ zum ersten mal erwähnt.

    http://ritinardo.wordpress.com/2009/07/08/und-es-gibt-sie-doch-piratinnen/

    Das ist schon ´ne ganze Ecke her und bisher hat sich die Diskussion keinen Meter bewegt, sondern lediglich die Sanktionsbemühungen und das Mobbing vermehrt und eben Frontenverhärtung bewirkt.

    Mir tut das sehr leid, aber ich kann auch nicht verstehen wie man als Frau da Mitglied wird, aber wenn man es denn nun mal ist, sollte man wenigstens seine Grundrechte auch als Frau durchsetzen können.

  37. 37
  38. 38
    Thomas

    Irgendwie schön zu verfolgen, wie die Grundthese des Artikels – von der Unkenntnis der Genderdebatte – in etlichen Kommentaren erneut bestätigt wird.

  39. 39

    @Thomas: traurig aber wahr. die wenigsten machen sich wirklich gedanken zu dem thema. es kommt nur sofort der Beißreflex.

  40. 40
    Klappspaten

    Tag, nur kurz etwas eingeworfen.
    Die ganze diskusion sollte langsam auf den sachlichen punkt kommen
    um konstruktiv nach vorne gebracht zu werden..

    daher: BITTE BITTE BITTE.. reagiert NICHT auf Isi..
    das kann nur nach hinten losgehen und ist verschwendete energie,
    die will den ganzen kappes doch nur wieder nutzen um abermals mit dem gleichen thema den versuch zu starten den piraten zu schaden..(erfolglos)
    lasst uns da einfach auf kollektiv ignore gehen.. bitte

  41. 41
    Leena

    Ich bin nicht ausgetreten und habe es auch nicht vor.
    Mein Satz bezog sich darauf, dass ich außer einem Austritt keine Alternative zu meinem Vorgehen gesehen habe. Daher mein Vorgehen.

  42. 42
    Leena

    Zu der Transparenzdiskussion:
    Nein, es ist KEIN Vorwurf an die Männer und auch keine Abkapselung. Das Phänomen, dass sich Frauen (und übrigens nicht nur die) unter ihresgleichen anders äußern ist nicht erst seit gestern bekannt. Deshalb halte ich es auch nicht für notwendig, zum x-ten Mal zu erklären, warum ich das für notwendig halte und warum das nichts mit mangelnder Transparenz zu tun hat. Es ist nicht schwer, sich darüber zu informieren.

    Für alle, die sich erst einmal ein wenig informieren möchten, bevor sie nach Nacktscannern und Internetsperren rufen empfehle ich dieses FAQ zum Thema Feminismus http://finallyfeminism101.wordpress.com/
    Das „Read this first“ lässt darauf schließen, dass auch das Problem mit den uninformierten Gesprächspartnern bei diesem Thema kein neues ist.

  43. 43
    TJ

    Es ist schon witzig, wie „post“ die PP in allen Bereichen ist, in denen sie nicht Stellung beziehen will (um es sich nicht mit den Proleten vom IT-Stammtisch zu verscherzen?). Vor der Wahl hat man sich auch breit als „postideologisch“ dargestellt, weil man Angst vor dem links/rechts Schreck bei seinen potentiellen Wählern hatte.

  44. 44
    Klappspaten

    @TJ
    „..Vor der Wahl hat man sich auch breit als „postideologisch“ dargestellt, weil man Angst vor dem links/rechts Schreck bei seinen potentiellen Wählern hatte…“
    Hat sich da was geändert? denke nicht.
    Das war nicht ma eben son Wahlmanöver um das Stimmvieh bei Laune zu halten
    Und mit Angst hatte das ma garnix zu tun, wer die Piraten wählt, der tut dies nicht weil die links oder rechts sind, sondern weil die Themen wichtig sind

  45. 45

    @ Jan Dörrenhaus

    „Diskriminierung und Chauvinismus sind Übel. Allerdings ist es ebenso Diskriminierung, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe — in diesem Fall das andere Geschlecht — selbst auszugrenzen, mit der Behauptung, man fühle sich von diesem selbst diskriminiert.“

    Wenn ich sage, ich möchte mich mit A, B und C in einer geschlossenen Runde unterhalten, weil ich mir davon ein produktives Gespräch erhoffe oder warum auch immer, dann ist das nicht automatisch Diskriminierung gegenüber Person D, die nicht zum Gespräch zugelassen ist. Ein Gespräch auf einen bestimmten Personenkreis zu beschränken, ist völlig legitim und in vielen Fällen absolut sinnvoll. Niemand würde einer Gruppe anonymer Alkoholiker vorwerfen, sich geschlossen unter ihres Gleichen zu treffen. Aber wenn Frauen sich mit Frauen unterhalten wollen, dann ist das auf einmal Diskriminierung gegen über dem Mann?

    In der Wikipedia heißt es zu Diskriminierung, sie sei eine „gruppenspezifische Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder Individuen“. Dass keine Herabwürdigung von Männern vorliegt, nur weil Frauen sich miteinander unterhalten wollen, leuchtet hoffentlich jedem ein. Aber was ist mit Benachteiligung?

    Ich denke nicht, dass es automatisch eine Benachteiligung für Männer ist, wenn Frauen sich in einem bestimmten Raum lediglich untereinander bewegen. Die Frauen existieren ja auch außerhalb dieses Raums und Männer haben die Möglichkeit, sich dort mit ihnen zu unterhalten so viel sie wollen. Sicherlich kann man solche geschlossenen Gesprächsrunden auch zum Zwecke der Diskriminierung ausnutzen, z.B. indem man Pläne schmiedet, die Ausgeschlossenen zu unterjochen, sobald man sich wieder unter ihnen aufhält. Aber dass das Leenas Absicht war, ist eine Unterstellung – unbewiesen und ziemlich absurd. Sie hat lediglich den Wunsch verkündet, sich unter ihres Gleichen unterhalten zu wollen.

    Von etwas ausgeschlossen zu sein, heißt nicht automatisch diskriminiert zu sein. Dies miteiander gleich zu setzen, ist ebenfalls ein rhetorischer Trick, ein Scheinargument. Wie ein Kind mit dem Fuß aufzustampfen und zu schimpfen, weil man nicht auf der Einladung oder der Gästeliste steht, ist ein entlarvendes Verhalten. Wer sich an einer Mailingliste für Frauen reibt, weil er sich als Mann ausgeschlossen fühlt, fürchtet eigentlich einen Kontrollverlust. Aber genau das macht Geschlechtergerechtigkeit aus, den Frauen, den Menschen auch das Recht zuzugestehen, unter sich und außerhalb der Kontrolle anderer Menschen (des Mannes) zu sein.

    Männer inszenieren sich in dieser Debatte als Opfer von Diskriminierung, um dadurch Macht, Einfluß und Kontrolle über die Freiräume zu gewinnen, die die Frauen sich erbeten haben. Der Wunsch einer Frau, dass Männer einem definiert begrenzten Raum doch bitte fern bleiben mögen, damit Frauen dort unter sich sein können, wird mit Inakzeptanz, Intoleranz und Respektlosigkeit begegnet. Das ist ein egoistisches und rücksichtsloses Verhalten, das man, sofern es vom Mann gegen die Frau geht, sogar als machistisch bezeichnen muß.

    Postgender zu sein, ist eine schöne Utopie. Die heftigen Gegenreaktionen auf Leenas Aktion haben aber deutlich gezeigt, dass sie unter Piraten längst nicht gelebte Realität ist. Darauf zu beharren, dass es aber doch so sei, ist blinde Arroganz. Die Piraten haben sich durch ihre Reaktionen in Sachen Genderpolitik selbst disqualifiziert und enttarnt. Mögen diese Wunden heilbare sein!

    Ahoi!

  46. 46
    Stefan

    Liebe Lena, ich hoffe dass du das hier liest, denn ich will dir etwas Mut machen:

    Ich glaube, dass es viele Piraten gibt, die sich zwar nicht öffentlich äußern, dir aber vom Grund her eher sympathisch gegenübersteht. Ich danke dir für die Debatte, denn in Blogs und Mailinglisten (das Forum habe ich nicht in der Breite gelesen) haben sich ja zum Teil Abgründe aufgetan. Deine Initiative war also mehr wie nötig, zumal der Konflikt ja schon nicht erst seit gestern in der Piratenpartei schwelt.

    Ich rate dir, es ähnlich zu machen wie die Häcken beim CCC. Auch der ist ja ein „Männerclub“, ganz ähnlich wie die Piratenpartei, aber langsam aber stetig haben sich auch die Frauen zu Wort gemeldet… und sind inzwischen mE dort akzeptiert (bin kein CCC-Mitglied, weiß ich nur vom Hörensagen).

    Also nicht aufgeben, weitermachen. Nicht allzulange und ich denke viele Männer, die heute den „Piratinnen“ allein vom Gedanken her kritisch gegenüberstehen werden das in ein paar Jahren offener gegenüberstehen.

    Denn ich glaube eins sind die Piraten nicht: Konservative Chauvischweine, die Frauen an den Herd haben wollen. Es gibt hier und da kleine Minderheiten („Männerrechtler“), aber die sind eben genau dies: Minderheiten. Und in ein paar Jahren wird sich das auch zeigen, denk ich.

    Ahoi!

  47. 47
    Leena

    @LeV: ab jetzt werde ich nur noch auf diesen Post verlinken, wenn mir mal wieder die Frage nach der geschlossenen Liste und der Transparenz gestellt wird. Vielen Dank =)

  48. 48
  49. 49
    Tim

    Die Gender-Diskussion wäre in der Piratenpartei wichtig, weil sie für die Gesellschaft wichtig ist. Aber man hat ja gesehen, dass selbst die meisten Frauen in der Partei eine seltsam verklärte Auffassung von Gleichberchtigung haben. Das hat fast schon esoterische Züge und dient nicht der Akzeptanz der Partei ausserhab eng umrissener „Techie“-Kreise.

  50. 50

    @LeV:

    Großartig! Danke, Lev.

    (Und die meisten Piraten, selbst wenn sie den Piratinnen „sympathisch gegenüberstehen“, merken leider nicht, wie sehr diese Haltung der (angeblich) wenigen „Männerrechtler“ im Widerspruch zum vermittelten Selbstbild der Partei steht und so nachhaltig dem erhofften Ansehen schadet. Nichts zu sagen, die berechtigten Anliegen der Frauen zu ignorieren, wie auch die nachfolgenden, typischen Reaktionen für „harmlos“ oder gar „witzig“ zu halten und dazu chronisch zu versichern – üblicherweise auch nur außerhalb der „Debatte“- ist nur wenig hilfreich. Auf die Hoffnungen aus der Selbstdarstellung der ‚anderen‘ Piraten, der sonst eher stillen „Ausreißer“, die man immer mit der Lupe suchen muß, würde ich nicht wetten wollen.)

  51. 51

    @Tim:

    Ja, wie die „Islamkritiker“ ihren Broder haben, verweisen auch die Piraten auf Lena R., Julia R. Manuela S. Monika B. und und und…alles Frauen, die in der Möglichkeit, sich mit Parteimitgliedschaft dem Willen weniger Männer unterzuordnen und mit ihnen Androzentrismus zu betreiben, einen demokratischen Fortschritt erblicken. Vielleicht ist es das auch, zur Existenz als Wählerin, aber nicht im Vergleich zur Mitarbeit in anderen Parteien! Sowas wie bei den Piraten ist absolut neu. Aber weil diese Frauen bereit sind, für das bisschen mutmaßliche Partizipation auf Rechte zu verzichten, sollen das bitte alle tun. Den Männern in der Partei fällt es dabei selbstredend zu leicht auf Rechte der Frauen zu verzichten und den meisten Frauen leider auch. In der „geschlossenen“ Liste zum Beispiel waren die Beschimpfungen und Methoden gegen „feministische“ Ideen nur um die Androhung sexueller Gewalt bereinigt, aber nicht um eben jenen Antifeminusmus, Sexismus, Androzentrismus der Politik für Frauen in der Piratenpartei an sich das Arbeiten schwer macht. Es wurden Mails weitergeleitet, damit die wütenden Herren, dann auf Inhalte reagieren können, es wurde gepöbelt, gemotzt und unterstellt und dabei waren Arbeitsergebnisse nicht mal vorgesehen.

  52. 52
    Sven Krohlas

    @LeV:

    Wo die Benachteiligung zu finden ist? Ganz einfach: wir reden hier von einer Partei, nicht von einem Skatabend oder Kaffekränzchen. Hier treffen sich Leute, um politische Ziele zu definieren, besprechen und umzusetzen.

    Wenn hier eine nach äußeren Merkmalen ausgewählte Gruppe dies geschlossen tut und nurnoch die Ergebnisse präsentiert, ohne, dass man die Möglichkeit hätte den Entstehungsweg zu sehen, geschweige denn zu beeinflussen, dann ist das eine gravierende Benachteiligung für die nicht geladenen.

    Ich finde es gut, dass sich hier Leute für das Thema engagieren, nicht gut finde ich jedoch die Art und Weise. Es gibt AGs dafür. Die haben sicher schon Mailinglisten. Warum kann man sich nicht einfach da beteiligen und mitwirken? Also spätestens übers Netz in Chat und Mail sollte jeder Mensch in der Lage sein zu sagen, was er denkt und meint, dann braucht es für dieses Thema keine Abschottung einer Gruppe, sodass die Mitglieder endlich offen reden können.

  53. 53
    Tim

    @Tim
    @Sven

    Lenke doch nicht hier ab mit innerparteilichen Strukturdebatten. Ob AG, Mailingliste, oder wie sich Piraten sonst ihre Diskussion bündeln. Für mich, der die Debatte von aussen verfolgt hat, ging es nur darum, jegliche Ansätze, Frauenpolitik innerhalb der Partei zu organisieren, zu verhindern. Frauenpolitik ist nun mal zu einen Gutteil Sache der Frauen. Heute ist übrigens „Equal Pay Day“. Der daran erinnern soll, dass Frauen bei gleicher Qualifikation und Position im Schnitt 23% weniger als Männer verdienen. Gibt es dazu auch eine Post-Gender-Haltung? Frau zu sein, ist in unsere Gesellschaft eben mehr als ein „äusserliches Merkmal“.

  54. 54

    @LeV: Vielen Dank für diesen sehr zutreffenden Kommentar. Ich wünschte, diese Einsicht und Erkenntnis käme bei den „Gegner/innen“ auch langsam mal an.

  55. 55

    @LeV:

    Ich bin anderer Ansicht. Es macht in meinen Augen durchaus einen Unterschied, ob ich zu einer speziellen Diskussion nur die Personen X, Y und Z einlade (welche dann von mir aus alle Frauen, alle Männer, alle Blond oder was auch immer sind), oder ob ich einen speziellen Raum in einem Haus einrichte, zu dem nur Frauen, nur Männer oder nur Blonde Zutritt haben. Denn einen wirklichen Plan, was man diskutieren will, scheint man ja nicht zu haben. Man will nur einfach irgend einen Raum für sich.

    Und auch um dieses klarzustellen: Selbstverständlich dürfen sie das. Es geht hier nicht um Verbote, oder darum, dass hier etwas unerlaubtes geschieht. Ich halte das ganze nur für schlechten Stil, bzw. eine schlechte Idee. Denn die Gleichberechtigung erreichen wir nur, wenn wir ALLE miteinander klarkommen. Männer mit Männern, Männer mit Frauen, Frauen mit Männern, Frauen mit Frauen. Grenzt man sich ab, dann lernt man nie den Umgang miteinander. Und dieses Vorhaben ist wenn sonst nichts, dann allermindestens Abgrenzung.

    Und zu unterstellen, dass jeder, der die Mailingliste nur für Frauen (btw, wie wird das eigentlich kontrolliert?) für eine schlechte Idee hält wohl den Kontrollverlust fürchtet, finde ich ehrlich gesagt ziemlich mies. Um das klarzustellen: Ich würde exakt genauso reagieren, wenn Leena ein Mann wäre, und unter demselben Motto eine Mailingliste nur für Männer gefordert hätte. Sich voneinander abgrenzen gehört in die Vergangenheit. Ich sage nicht, dass wir mit sämtlicher Gleichberechtigungsthematik schon fertig sind. Aber ich sage, dass wir die Punkte in denen noch Defizite bestehen nicht dadurch repariert bekommen, dass wir weitere Mauern errichten. Dadurch werden in meinen Augen die Löcher größer statt kleiner. Wir müssen auf Gedeih und Verderb zusammenhalten.

    Nur das ist wirklich heilsam.

    Hätte Leena eine Mailingliste „für Frauen“ statt „nur für Frauen“ gefordert, dann hätte sie vermutlich genau das bekommen, was ihr vorschwebte, aber diese leidige Ausgrenzungsdebatte wäre uns erspart geblieben, da es keinerlei Ausgrenzung gegeben hätte. Man hätte den Männern durchaus erlauben können, die Mailingliste zu abonnieren, und trotzdem klar machen, dass diese Mailingliste sich an Frauen richtet. 90% der Männer in der Partei dürften gar kein Interesse haben. Und die restlichen gucken mal kurz rein und gehen dann wieder, weil sie merken, dass das nichts für sie ist. Die übrigen 2-3 Störenfriede fliegen einfach wieder runter (was man so genauso handhaben müsste), und alles wäre in Ordnung. Keine Ausgrenzung, keine Debatte, und die Frauen hätten „ihren“ Bereich.

    Gruß,
    Jan Dörrenhaus

  56. 56
    Manuela Schauerhammer

    Gerade, da es in Lena Simons Text und auch in den Kommentaren fast ausschließlich um die Frage nach inhaltlicher Auseinandersetzung geht, möchte ich an dieser Stelle doch noch einmal eine Klarstellung treffen:

    Verwarnt wurde Lena Simon nicht aufgrund ihres inhaltlichen Einstehens
    für ein Thema: Es ist legitim und erforderlich, sich über Positionen auszutauschen, manchmal darüber zu streiten – um so gemeinsam vertretbare Standpunkte und hieraus folgend möglichst zukunftsweisende Strategien zu entwickeln, die uns Piraten und die Gesellschaft, in der wir leben und für die wir uns engagieren, voranzubringen.

    Verwarnt wurde Lena auch keinesfalls für eine angebliche Nutzung des
    Binnen-I, für angeblichen Männerhass oder angebliche Quotendiskussionen ihrerseits.

    Verwarnt wurde sie nach mehreren Gesprächen aufgrund des von ihr
    gewählten strategischen Vorgehens in dieser Sache. Dieses Vorgehen war weder der pirateninternen Auseinandersetzung mit Fragen der
    Gleichstellung noch mit Fragen von Diskriminierung noch der Wahrnehmung der Piratenpartei in der Öffentlichkeit zuträglich.

    Ich finde dies mehr als bedauernswert: Die Bearbeitung von Fragen,
    welche in mannigfaltigen Bereichen die Gleichstellung in unserer
    Gesellschaft betreffen, innerhalb der Piratenpartei liegt
    mir nämlich persönlich am Herzen. Sie funktioniert aber nur dann, wenn
    der Austausch hierzu innerhalb der vielen möglichen Strukturen der
    Partei stattfindet, nicht über diese hinweg und von außen „über Bande gespielt“. Dabei geht es noch nicht einmal um die genaue Form einer Mailingliste oder ähnlichem – all dies ließe sich ja durchaus diskutieren, mit offenem Ergebnis. Aber selbst diese Diskussion wurde so nicht versucht.

    Übrigens: Natürlich, ganz klar, dieser Austausch muss ohne Beschimpfungen und Beleidigungen stattfinden.
    Was zum Teil im Netz an Ausdrücken auch gegen Lena Simon geschrieben wurde, ist hässlich und abzulehnen – anscheinend gibt es eine Netz(un)kultur, welche zu mindestens befremdlichen, teilweise schockierenden Auswürfen von Unsprache führt. Solches Verhalten ist der Sache niemals zuträglich: Anfeindungen dieser Art disqualifizieren diejenigen, welche sie äußern, unmittelbar – egal, in welchem Kontext.

  57. 57

    @Manuela Schauerhammer:

    „Was zum Teil im Netz an Ausdrücken auch gegen Lena Simon geschrieben wurde, ist hässlich und abzulehnen — anscheinend gibt es eine Netz(un)kultur, welche zu mindestens befremdlichen, teilweise schockierenden Auswürfen von Unsprache führt. Solches Verhalten ist der Sache niemals zuträglich: Anfeindungen dieser Art disqualifizieren diejenigen, welche sie äußern, unmittelbar — egal, in welchem Kontext.“

    Sie finden die Anfeindungen schockierend? Es wäre darum also nur fair, wenn Sie ähnlich strenge Maßstäbe an diese „Netzunkulturellen“ anwenden und sie wegen „parteischädigendem Verhalten“ abstrafen wie es denn bei Leena geschehen ist. Wenn Sie aber darauf bauen, dass die Vortragenden der „mindestens befremdlichen, teilweise schockierenden Auswürfen von Unsprache“ sich selbst disqualifizieren, dann müssen Sie wohl das auch für Leena annehmen, um glaubwürdig zu bleiben. Wenn Sie also schon mit zweierlei Maßstäben agieren, um die Parteilinie zu halten, dann seien Sie doch zukünftig bitte so lieb und führen es nicht in einem Posting vor, sondern verteilen es auf mindestens zwei!

    Was Leena getan hat ist weder parteischädigend (welch herrlich dehnbare Formulierung) und auch ihre Sanktionierung durch den LV Berlin ist mit der Satzung nicht legitimierbar. Es wurde eigens im kleinen Rahmen eine Regel konstruiert, gegen die Leena dann verstoßen haben sollte. Ihr Vortrag aber, Manuela, zur vermeintlichen „Selbstdisqualifizierung“ der Pöbler und Mobber und einer notwendigen Sanktionierung durch den LV, wenn man es wie Leena mit Politik versucht, wird politisch interessierte Gerechtigkeitsforderer wie mich allerdings stutzig machen. Vielleicht überlegen Sie sich das einfach nochmal in Ruhe und nehmen dann die Verwarnung zurück und gehen dann konsequent gegen die Pöbler, Sexisten und Hetzer vor und das steht ihnen lt. Bundessatzung ja auch zu. Da brauchen Sie dann auch nichts extra zu erfinden oder auf „Selbstdisqualifizierung“ hoffen – sie dürfen durchaus Sexismus (neben der Selbstqualifizierung) abstrafen, aber eben Leena nicht. Das gibt die Satzung nicht her.

  58. 58
    Mark

    @Leena: Danke der Aufklärung.

  59. 59
    Stefan

    Ich möchte meinen Kommentar von heute nacht nochmal erweitern.

    Im WIki haben sich ca 140 Piraten am Meinungsbild beteiligt, von diesen ca 25% pro Piratinnen. Nun ich denke das ist schon eine ordentliche Zahl. Wenn man sich die „Gegner“ anschaut, sind die keineswegs einhelliger Meinung, sondern haben differenzierte Standpunkte. Viele manche zB allein das adhoc-Vorgehen ab, andere haben Ängste (die man natürlich in einer Diskussion entkräften könnte), dass die Piratinnen die Partei spalten wollen, einen Geheimbund aufbauen wollen oÄ. „Männerrechtler“ sind auch bei den Gegnern in der Unterzahl.

    Ich denke wenn sich zeigt, dass die Piratinnen eine Bereicherung für die Partei darstellen, werden viele der „Gegner“ ihre Meinung ändern.

    Nun zu den 140. Das sind nur knapp mehr als 1% der Piraten deutschlandweit, von den aktiven Piraten vllt 5%. Ich behaupte nicht, dass die „schweigende Mehrheit“ die Piratinnen unterstützt, aber ich behaupte, dass sie die Debatte nicht so sehr bewegt. Unter dieser „schweigenden Mehrheit“ sind also weder „Frauenrechtler“ noch „Männerrechtler“, denn die stellen das Thema natürlich in den Vordergrund. Wir haben also die Chance, einen parteiinternen Konsens zu finden, wenn wir genau die derzeit nicht Beteiligten einbinden.

    Als „PR-Aktion“ würde ich zB vorschlagen, dass die Piratinnen sich einfach T-Shirts drucken lassen mit der Aufschrift „Piratin“ (oÄ) und damit auf Parteitagen/Stammtischen aufkreuzen. Mit jemanden, mit dem man sich einfach mal nett unterhalten hat, denkt man gleich viel positiver als über jemanden der auf einem Parteitag „stört“ (und so wurde die Piratinnen-Initiative leider empfunden).

  60. 60

    @Stefan:

    „Als „PR-Aktion“ würde ich zB vorschlagen, dass die Piratinnen sich einfach T-Shirts drucken lassen mit der Aufschrift „Piratin“ (oÄ) und damit auf Parteitagen/Stammtischen aufkreuzen. Mit jemanden, mit dem man sich einfach mal nett unterhalten hat, denkt man gleich viel positiver als über jemanden der auf einem Parteitag „stört“ (und so wurde die Piratinnen-Initiative leider empfunden).“

    Jau, und das hübsche T-Shirt könnte man dann auch mal nass machen und „Ich hab auch Augen/eine eigene Meinung/ein Gehirn/einen Freund“ drauf schreiben.

    Als „PR-Gag“ würde ich vorschlagen, die Piratinnen hauen eine tolle, basisdemokratische, formfehlerfreie und durchdachte Satzung raus und machen die Piratenpartei endlich demokratiefähig. Wird diese Satzung dann erwartungsgemäß abgelehnt, gründen sie damit ihre eigene Partei und lassen die Chauvis im Regen stehen.

    ;-)

  61. 61
    karotte

    Vorweg: Ich habe heute zum ersten mal von dieser Diskussion etwas mitbekommen, da ich sonst nicht viel mit den Piraten zu tun habe…

    Was ich bei diesen ganzen Genderdiskussion immer sehr eigenwillig finde ist, warum solche Genderspezifischen Forderungen NUR von Frauen gemacht werden dürfen.
    Denn wie groß wäre das Geschrei, wenn eine Mailingliste NUR für Männer eingerichtet werden würde?
    Gerade solche Fronten zeigen, dass die Forderungen dogmatisch und GeschlechterFEINDLICH sind, denn egal ob jetzt Männer besser gestellt sind, wenn man in vielen solcher Diskussionen „Frauen“ durch „Männer“ tauschen würde, wäre das „Chauvinismus pur“.
    Von daher finde ich an der ganzen Sache den größten (einzigen?) Fehler, eine geschlossene Mailingliste zu fordern.

    Auf der anderen Seite hat die Diskussion gezeigt, dass es bei den Piraten doch noch eine ganze Reihe von Leuten gibt, die keineswegs „Postgender“ sind.

    Ich halte es zum Beispiel auch für durchaus angebracht zumindest darüber zu Diskutieren ob „Pirat“ jetzt das beste Wort für die Satzung ist. Eventuell „Das Mitglied“ oder ist das den Radikalen schon wieder zu viel Glied im Wort? Ein „innen“-Anhang halte ich persönlich für albern und denke das geschlechtsneutrale Bezeichnungen weit aus besser sind.

    Auch andere Probleme sollten offen angesprochen und vor allem auch _offen diskutiert_ werden.

    Als letztes noch:
    Da die Piratenpartei noch Männerdominiert ist ergeben sich natürlich zwangsläufig Probleme in der Gleichmäßigkeit der Ämterverteilung.

    Ich hoffe aber, dass diese Diskussion konstruktiv weiter geführt wird und nicht nur von Frauen aus dem dogmatisch feministischen Lager und den Männern die gleich (geistig) abschalten wenn sie „Feminismus“ hören.

    Die Partei hat – wie es scheint – eine solche innere Auseinandersetzung nötig. Bringt sie hinter euch und legt sie zu den Akten. Für so „Postgender“ halte ich die Piraten dann doch, dass sie das locker schaffen ;-).

  62. 62
    jake

    ja, ich mochte christina rombach!

  63. 63
    SD

    @Tim:
    Ja, dazu gibt es eine Post-Gender-Haltung, nämlich die, dass wir Frauen nicht 23% weniger bezahlen, sondern aus Prinzip gleich viel (also i.d.R. gleich nix :P).

    Es macht halt doch einen Unterschied, ob man von der Piratenpartei redet, oder von der Gesellschaft. Es gibt nunmal keinen Grund die Diskriminierungen aus der Gesellschaft zu übernehmen, um dann mühsam wieder für innerparteiliche Gleichberechtigung kämpfen zu müssen.

    Und Frauenpolitik kann hier jeder so viel betreiben wie er oder sie will. AGs gibt es dazu bereits und jeder kann sich einbringen oder auch neue gründen, wenn man mit den bestehenden nicht glücklich ist.
    Das ist einfach völlig am Thema vorbei und wie in dem Artikel hier ja sogar nochmal extra erläutert auch überhaupt nicht Sinn und Zweck der ganzen Piratinnen-Aktion.

  64. 64
    Insider

    @karotte:

    Es gibt in der Piratenpartei eine AG Männer, ein eigenes Arbeitsforum, sogar eine männerpolitische Mailingliste. Diese männerpolitischen Medien gegen Störer (und Frauen) abzuschirmen, ist aber unnötig, denn a) haben selbst die mutigsten der wenigen Frauen in der PP selten Lust, den Männerrechtlern dort als Sparringspartner zu dienen, b) besteht nur ein begrenztes Interesse an den derart speziellen Diskussion und Themen dort im allgemeinen, c) sind Stil und Form der Diskussion dort wenig konstruktiv und die Ergebnisse daraus hochnotpeinlich. Das Interesse daran, das andere Geschlecht am Arbeiten zu stören, ist in der PP einseitig: Kritische Frauen gab es in der AG Männer kaum und die versehentlich dort verbliebenen, wurden mit Hilfe der Mods rabiat rausgemobbt. Frauen, die sich an Männerrechtler drängeln, halte ich für Exoten – wohin gegen das Ausschwärmen ganzer Horden der Kämpfer gegen den Feminismus zur modernen ‚Kriegsführung‘ der Männerrechtsszene gehört. Also gab es in der AG Frauen auch eben bekannte Horde sexistischer und vorurteilsbehafteter Kommentatoren (mind. so wie hier), deren Trampelpfad auch durch das Forum der AG Frauen vom damaligen GMod Arvid gegen „radikalfeministischen“ Widerstand abgesichert wurde und wo sich deren Protagonisten (Mehrzahl) dort nach allen Regeln eines perfekt inszenierten Kakophonietsunamis auf Kosten und zu Lasten der Frauen austoben durften.

    Es gibt nämlich nicht nur wenige Frauen in der Piratenpartei, sondern keine einzige (radikale) Feministin, aber dafür eine recht beachtliche Anzahl an überradikalen Antifeministen und rechtskonservativen Frauen-gehören-nicht-in-die-Politik-fundamentalisten, die sich – wahrscheinlich in Ermangelung tatsächlicher Radikalfeminist(inn)en- hilflos jede Frau, die sich gegen den dort nicht enden wollenden Strom an sexistischen Vorurteilen wendet, zu einer Radikalfeministin abstempeln und sich auf Rückhalt über Ansprache latenter Existenzs-Ängste verunsicherter Männer verlassen können, die es in der IT-Branche wohl auch geben wird.

    Als Frau brauchte man auch in der AG Frauen nur zu sagen, dass man es nicht gutheißt, wenn permanent und kontrafaktisch behauptet wird, dass weibliche Lehrkräfte Jungs diskriminieren (zBsp) und schon hatte die „frustrierte Emanze“ ihren Ruf als Radikalfeministin weg und ist zum Abschuß freigegeben. Das Maß an Beschimpfung dadurch zu erhöhen, solche „Unverschämtheiten“ in der AG Männer zu wiederholen, macht nicht jede froh. Sollte eine Frau – selbstredend allein!- gegen den Sexismus allein in der AG Frauen protestieren, war sie dann schneller sanktioniert, als sie Papperlapapp sagen können. Macht einfach keinen Spaß.

    Wären die Frauen bei der PP militanter (oder wenigstens ein paar mehr), droht von ihnen also irgendeine Gefahr die männliche Hegemonie zu stören, würden die Männerrechtler dort nicht nur ein zweites verschlossenes Forum einrichten (wie geschehen), sondern auch den „Störern“ (Jede Frau ist eine potenzielle Radikalfeministin!) zum offenen Forum den Zutritt verweigern – aber, wie gesagt, kaum eine an Politik interessierte Frau hat unstillbares Interesse daran, von den Mods für Widerspruch gegen Unsinn sanktioniert zu werden, von Usern bis ins Privatleben verfolgt durchs Forum gejagt, über Stuss zu diskutieren und dazu noch als alleingelassener Sparringspartner für die wütenden „Opfer des Feminismus“ zu agieren – befürchte ich. Von daher kann die AG Männer sogar bunt bebilderte Einladungen mit unlimitierten Douglas-Kundenkarten verschicken, es bleiben ja doch keine Frauen – während aus der Mailingliste der Piratinnen, die als „intransparent“ beklagt wurde, Mails von angemeldeten Frauen einfach weitergeleitet werden, um sie dann in unglaublich abfälliger Art wieder öffentlich von jenen Männern diskutieren zu lassen, die das auch schon vorher taten und auf deren sexistischen und vorurteilsbehafteten Kommentare man als Frau jederzeit verzichten kann. Man kann in der Piratenpartei (auch als Mann) keine frauenpolitischen Themen ansprechen, ohne augenblicklich von einer Horde diskriminierter Männer niedergetrampelt zu werden.

    Was die Partei zukünftig leisten möchte, werden wir zum BPT im Mai sehen und ich bin sehr gespannt, welcher Weg nun endgültig beschritten werden soll. Daraus ergibt sich dann auch das Maß an Kritik und Widerstand.

  65. 65
    Timo

    „Bei der Interpretation der Werte sollte berücksichtigt werden, dass es sich um den unbereinigten Gender Pay Gap handelt. Aussagen zum Unterschied in den Verdiensten von weiblichen und männlichen Beschäftigten mit gleichem Beruf, vergleichbarer Tätigkeit und so weiter sind damit nicht möglich.“

    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/11/PD09__428__621,templateId=renderPrint.psml

    Wo ich gerade so die 23% lese.

  66. 66

    @LeV:

    LeV: Lies mal dein Posting und dreh dabei die jeweiligen Geschlechter um, ersetze also Frauen durch Männer und umgekehrt. Überleg dir dann, ob du es wirklich vertreten möchtest, bzw. Kommentatoren, die ihm zustimmten: Überlegt euch, ob ihr dem wirklich zustimmen möchtet.

  67. 67
    Eike Scholz

    @Insider

    Also du sagst selbst, dass sich die AG Männer und die AG Frauen nicht gegen Einblick von außen abschließt. Warum bringst du dann keine Links um deine Behauptungen zu belegen? Einfach mal ein bisschen Trollen?

    Als Pirat halte ich das was du Geschrieben hast für Quatsch.

  68. 68
    Tim

    @SD

    Also gibt es die Benachteiligung von Frauen bei der Bezahlung gar nicht. Alles nur ein statistisches Artefakt? Und dass in den Vorständen der DAX-Konzerne Frauen praktisch fehlen ist halt nur Schuld der Frauen.

    Wenn man diese Argumentation weiterführt, landet man schnell bei Initiativen, die Ungerechtigkeiten zu Lasten von Männern anführt und mit pseudo-wissenschaftlichen Methoden belegen will. Deren Anhänger sind auch in der AG Männer der Piraten aktiv.

    Die Piraten haben ein Problem. Wenn sie in dieser Gender-Debatte keine Linie und einen vernüftigen Umgang reinkriegen, dann hat das auch Auswirkungen auf die interne Diskussionskultur im Allgemeinen und damit auf die Zukunft der Partei.

  69. 69
    Insider

    @Lena Rohrbach:

    Lena, es sind aber nicht alle Post-Gender-getunt (also gehen von bereits vollständig erreichter Gleichstellung von Männern und Frauen aus) und von daher ist es eben nicht egal, ob 5 Frauen gefühlte 100 Männer nicht stören oder ob gefühlte 50 Männer (der Rest ist Mod oder applaudiert) jeden Ansatz von Gleichberechtigung im Keim ersticken. Es ist auch nicht egal, ob man generelle Gentests zur Ermittlung der Vaterschaft fordert oder prinzipiell gegen Gentests oder ob man gegen die Wehrpflicht ist oder die Ausweitung auf Frauen wünscht. Und es ist auch nicht egal, ob man den § 183 StGB (Strafbarkeit von Exhibitionismus) abschaffen oder auf Frauen ausweiten will (*g*- darüber konnte ich mich tagelang nicht wieder beruhigen, so habe ich gelacht). Nun zu behaupten, die Geschlechter (samt Rechtsstellung, Biologie und Sozialisation) wären beliebig und flexibel variierbar, blendet die soziale Wirklichkeit komplett aus, wo es eben doch eine Rolle spielt, ob ich als junge Mutter bei Geburt eines Kindes einem 14-wöchigen Beschäftigungsverbot (Mutterschutz!) zzgl. Elternzeit (nur 14 % sind Väter) unterliege oder als sein Vater vielleicht noch nicht mal Urlaub bekomme (und um Freistellung kämpfen muß).

    Was passiert ist, ist nun mal so passiert wie es passiert ist und zum Verdrehen der Tatsachen aufzufordern, nimmt euch nicht aus der Verantwortung. Man kann die Rollen nicht beliebig und überhaupt nicht tauschen, denn damit verleugnet man bereits das Problem und leistet der Verhinderung von Gleichberechtigung bereits aktiven Vorschub. Nimm es bitte so zur Kenntnis: Die Piraten gönnen den wenigen Frauen in ihrer Partei nicht mal einen, gegen zu erwartende Störer sicheren Diskussionsraum, sie verbieten ihnen, sich als Frau zu outen, sie leugnen die soziale Wirklichkeit und betreiben sehr zielstrebig die Abkehr von sozialen und politischen Errungenschaften, wie zBsp. Religionsfreiheit, wenn jüdische Tradition (Beschneidung) kriminalisiert werden soll, wenn falscher Verdacht auf Kindesmißbrauch angeblich jeden Vater in jeder Situation bedroht und darum zukünftig nicht mehr konsequent verfolgt werden soll (weil Mütter damit so gern die Papas „fertig machen“), wenn eben Nacktheit bei Frauen eine Straftat werden soll (weil das Männer in den Knast bringt), wenn doch tatsächlich generelle Vaterschaftstest gefordert werden (weil ja jedes Kind ein potenzielles Kuckuckskind ist) und wenn Sie, Lena, dann als Frau im Vorstand(?) der Piraten behaupten, es spiele (für sie!) überhaupt keine Rolle, ob man eine Frau oder ein Mann (oder beides) ist. Ihre Politik, ihre Partei, verleugnet nicht nur soziale Geschlechterdifferenzen, sondern forciert sie dabei noch aktiv und beschneidet passiv wie aktiv die Rechte von Frauen (und stärkt die von Männer)! Das ist nicht mehr nur irrelevant, das ist gefährlich.

    Wenn ich die Piraten wähle, wähle ich generelle Abstammungstests, wähle ich eine allgemeine Dienstpflicht, wähle ich die Kriminalisierung jüdischer und muslemischer Tradition, wähle ich die Abschaffung von Frauenhäusern, wähle ich Schlechterstellung der Frauen (und fast vollständige Entrechtung der Kinder!), wähle ich die kleinbürgerliche Extremismusformel und das neugeborene Patriarchat und noch einigen Mist mehr….

    Vor all dem zu warnen, halte ich für wichtig. Die Gender-debatte ist nämlich nur ein (!) Demokratiedefizit, das sich bei den Piraten auftut, die anderen sind nicht minder brisant!

  70. 70
    SD

    @Tim:
    Es gibt keine Benachteiligung der Bezahlung von Frauen in der Piratenpartei.

    Ich habe (offenbar erfolglos) versucht deutlich zu machen, dass die Situation in der Gesellschaft nicht der Situation in der eigenen Organisation entsprechen muss.

    Das was du „Argumentation weiterführen“ nennst, nenne ich „kreatives Fantasieren“. Mit dem was ich geschrieben habe, hat es auf jeden Fall nichts zu tun.

  71. 71
    Insider

    @Eike Scholz:

    Das Forum der Piratenpartei werden Sie wohl gerade als Pirat allein finden. Dann gehen Sie auf den Arbeitsbereich Politik und von da zur AG Männer (schon ein Unding an sich, die ganze Piratenpartei ist eine AG für Männer) und dann besuchen Sie den Bereich der AG Frauen. Lassen Sie sich ruhig Zeit und gucken Sie sich ältere Beiträge an, denn aktuelle gibt es nur wenige!

    Es lohnt sich!

  72. 72
    Name (notwendig)

    Sorry für die vlt. derbe Ausdrucksweise, aber das muss sein:

    An alle Quotentussis:

    Quoten und Gehaltsunterschiede-fordern bringt auch der Gleichberechtigung so viel wie einem Krebspatienten ein Schmerzmittel zu geben. Der Schmerz ist vlt. vorübergehend weg, aber der Krebs ist trotzdem noch da.
    Wer nur das übliche fordert anstatt an die wirklichen Probleme dran zu gehen will imho gar KEINE Gleichberechtigung weil sich diese Peronen einfach alles leichter machen.

    Wenn ihr schön Statistiken fälschen könnt wie alle anderen dürftet ihr eigentlich auch in der Lage sein die wirklichen Probleme zu bekämpfen.

    Aber diese Debatte zeigt das jede Person nur Vorurteile hat. Sei es Piraten, Piratinnen, Isi’s und Arne Hoffmanns.

  73. 73
    Insider

    @SD:

    Interessant. Sind sie Vogonen?

    Und wenn Sie noch so oft betonen, die Piraten sind trotzdem Teil und Inhalt der Gesellschaft, sie können sich nicht mal theoretisch isolieren und daraus dann ableiten wollen, bei ihnen wäre schon alles soweit ok. Niemanden zu bezahlen, macht a) den geschlechtsspezifischen Einkommensunterschied nicht wett, den sie mit einem pauschalen Mitgliedsbeitrag von 3 € pro Monat übrigens gekonnt ignorieren (für Frauen ist die Mitgliedschaft also 23 % teurer als für Männer) und b) bildet ihre Politik, dass dieser Einkommensunterschied schon gerecht wäre, denn Frauen leisten auch weniger und wollen und können nicht mehr verdienen, den ideologischen Unterbau für eben jene Differenz aus.

    Und wo wir schon mal dabei sind: Ein Mitgliedsbeitrag, der sich prozentual am Nettoeinkommen ausrichtet, ist ohnehin gerechter!

  74. 74
    Tim

    @Insider

    Das mit dem anteiligen Mitgliedbeitrag würde ich nicht so leicht fordern. Immerhin ist die FDP die Partei mit den geringsten Pro-Kopf-Mitgliederbeiträgen, Soviel zum Thema ehrliche Selbsteinschätzung und Gerechtigkeit in Gelddingen.

    Dass die Piratenparei eine grosse AG Männer ist, hält mich vom Eintritt und der Mitarbeit auch noch ab. Selbst Themen wie Familie, Gesundheit, Pflege, bei denen der Sachverstand von Frauen besonders gebraucht wird, sind weibliche Mitglieder nur vereinzelt zu entdecken. Für mich eher abstossend.

  75. 75
    Insider

    Kommt halt drauf an, wo man hin will, wen für sich einnehmen und wie das passieren soll. Sozial gerecht ist ein Pauschbetrag jedenfalls nicht, auch wenn er winzig ist.

    Ich habe mir die Satzung angeguckt, das Parteiprogramm, ´nen Stammtisch und das Forum und bedauere es seit dem, dass (wahrscheinlich) aus purer Unkenntnis so schöne Ideale wie Basisdemokratie, Freiheit, Selbstbestimmung, herrschaftsfreie Strukturen und Privatsphäre von den Piraten auf so schmutzige Art mißbraucht werden. Mit Männern, auch in großen Gruppen, habe ich kein Problem. Es gibt auch sehr viele sehr kluge zwischen ihnen. Wieviele es aber davon bei den Piraten noch gibt, weiß ich nicht. Die klügsten und interessantesten Männer finde ich jedenfalls weit häufiger bei den Piraten-Kritikern als in der Partei selbst, aber das ist natürlich subjektiv und auch nicht interessant.

  76. 76
    Timo

    @Tim:

    Problematisch ist viel eher, wenn man so tut als verdienten alle Frauen überall für die gleiche Arbeit 23% weniger als Männer und dann mit so Aktionen konntert wie 23% Preisrabatt ungeachtet der Person.

    Keine Ahnung was du mit pseudowissenschaftlich meinst, ich hab immerhin auf’s statistische Bundesamt verlinkt.
    Und es ist schon eine Farce, wenn diese Zahl ständig durch die Medien geistert, das macht nämlich den Eindruck, als würden die entsprechenden Redaktionen die Studie selber gar nicht lesen.
    Schichtzuschläge fallen lassen, sowie die für Überstunden, zack schon hätte man die Zahl verringert, aber ich frage mich schon, was dann die Frauen der Männer sagen würden, die sich beispielsweise im Schichtdienst abrackern. Es geht mit nichten darum Ungerechtigkeiten dort zu zementieren wo sie wirklich bestehen, auch nicht darum Frauen mangels Betreuungseinrichtungen vom Arbeiten abzuhalten.
    Aber mit der beständigen Wiederholung der Halbwahrheit 23% ist auch keinem gedient.

  77. 77
    bongokarl

    Ich finde die Reaktionen der Piraten(männer) auf die ganze Geschichte ziemlich widerlich. (Wie war das mit „mit Menstruationsblut anmelden“?) Sorry, aber was da teilweise für ein Niveau an den Tag gelegt wird ist unfassbar. Das lässt selbst den ein oder anderen Stammtisch alt aussehen.

    Liebe Piraten, ich meine das in aller bester Absicht: Im Moment präsentiert ihr euch als sexistischer, reaktionärer Männerbund. Ich weiß ja nicht ob euch eure Außenwirkung ebenso egal ist, wie euer Umgang untereinander…

  78. 78

    @LeV:
    Selten einen Kommentar gesehen, der so vollkommen am Thema vorbei geht.

    „žAber wenn Frauen sich mit Frauen unterhalten wollen, dann ist das auf einmal Diskriminierung gegen über dem Mann?

    In der Wikipedia heißt es zu Diskriminierung, sie sei eine „gruppenspezifische Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder Individuen“. Dass keine Herabwürdigung von Männern vorliegt, nur weil Frauen sich miteinander unterhalten wollen, leuchtet hoffentlich jedem ein. Aber was ist mit Benachteiligung?“

    Bitte? Die Beschränkung einer Diskussion auf Frauen impliziert die Behauptung, dass „žFrauen“ einige Eigenschaften haben, die „žMänner“ fehlen und damit offenbar für die Diskussion ungeeignet sind. Wo ist das bitte kein Sexismus? Wieso sollte ich mich durch ein pauschalisiertes Absprechen erstrebenswerter Eigenschaften alleine wegen der Beschaffenheit meiner primären Geschlechtsmerkmale nicht herabgewürdigt fühlen?

    „žWie ein Kind mit dem Fuß aufzustampfen und zu schimpfen, weil man nicht auf der Einladung oder der Gästeliste steht, ist ein entlarvendes Verhalten.“

    Wenn ich aber aufstampfe, weil ich wegen meiner Hautfarbe nicht darauf stehe? Dann hat das nichts kindliches, sondern ist eine berechtigte Kritik. Sprich: Du unterschlägst in deinem Vergleich den Grund!

    „žWer sich an einer Mailingliste für Frauen reibt, weil er sich als Mann ausgeschlossen fühlt, fürchtet eigentlich einen Kontrollverlust.“

    Wo wir wieder bei Unterstellungen wären. Ich fürchte keinen Kontrollverlust, sondern lediglich, etwas zu verpassen, was mich interessieren könnte und natürlich, dass alle Bestrebungen, als Gesellschaft endlich postgender zu werden unterminiert werden durch altmodische sexistische Geschlechterrollen.

    „žAber genau das macht Geschlechtergerechtigkeit aus, den Frauen, den Menschen auch das Recht zuzugestehen, unter sich und außerhalb der Kontrolle anderer Menschen (des Mannes) zu sein.“

    Wer würdigt nun herab? Da sagst du hier offen, dass ein „žMann“, der sich an einer Diskussion beteiligt automatisch dominiert und glaubst ernsthaft, damit etwas gegen Sexismus und für Gleichberechtigung zu tun?

    „žMänner inszenieren sich in dieser Debatte als Opfer von Diskriminierung, um dadurch Macht, Einfluß und Kontrolle über die Freiräume zu gewinnen, die die Frauen sich erbeten haben.“

    Schon wieder eine Unterstellung. Nicht nur die Intentionen, die hier unterstellt werden (die Grober Unsinn sind), auch noch die Unterstellung, es seien mal wieder „ždie Männer“. Auch mehr als genug Frauen in Piratenpartei empfinden diese Liste als sexistisch, unnötig und dem Ziel nicht zuträglich. Tatsächlich haben sich m.W. ALLE weiblichen Piraten, die ich persönlich kenne von dieser Liste distanziert.

    „žPostgender zu sein, ist eine schöne Utopie. Die heftigen Gegenreaktionen auf Leenas Aktion haben aber deutlich gezeigt, dass sie unter Piraten längst nicht gelebte Realität ist.“

    Postgender zu sein bedeutet, nicht zu glauben, dass Gender – oder gar Sexus – IRGENDWAS über den Charakter einer Person aussagt. Die Erklärung, wie eine Mailingliste für Frauen dem zuträglich ist, möchte ich gerne bei Popcorn und Cola genießen.

    „žDarauf zu beharren, dass es aber doch so sei, ist blinde Arroganz.“

    Darauf zu beharren, dass es so sein SOLLTE ist Beharrlichkeit und Durchsetzungswille.

    Reaität ist, was wir daraus machen. Mir ist klar, dass es in der Piratenpartei – wie überall – Sexisten auch der übelsten Sorte gibt und dass die Gesellschaft nicht postgender ist, aber das sollte uns nicht dazu treiben, dieses Ziel aufzugeben, sondern es sollte uns kämpferisch stimmen, nach innen und nach außen diese Einstellung zu verbreiten.

    Ich zumindest bin postgender – und ich tue mein Möglichstest, dass die Gesellschaft das auch wird.

  79. 79

    @Merovius:

    „Die Beschränkung einer Diskussion auf Frauen impliziert die Behauptung, dass „žFrauen“ einige Eigenschaften haben, die „žMänner“ fehlen und damit offenbar für die Diskussion ungeeignet sind.“

    Ihr Implifikationsserver ist down. Sie sollten ihre Selbstzweifel bitte nicht in Gruppen projizieren, zu denen sie nicht zugelassen sind, sonst rütteln sie noch irgendwann an den Türen von Kreisssälen, stürmen Stillgruppen und zelten auf Frauenparkplätzen. Das eine (!) Böse (!!) aus dem harmlosen Anderen zu schließen, das man(n) auch jederzeit anderes bewerten kann als zwanghaft monokausal, ist eine besondere Kunst, die Piraten recht häufig beherrschen und die auch die gesamte Männerrechtsszene in Perfektion beherrscht. Aber, guter Mann, versuchen Sie es doch mal andersherum: Die armen Frauen wollten doch erstmal üben, um den versierten Männern überhaupt und ansatzweise, wenigstens für eine Weile stand zu halten. Sich also hinter verschlossen Türen zu sortieren, war lediglich ein Resultat der Scham, bisher den Piratenmännern noch nicht gewachsen zu sein. Irgendwann muß sich doch eine von Selbstzweifeln und vom Feminismus zernagte Frau die unzähligen Wunden lecken, die ihr desolater Geisteszustand im ständigen Gefecht mit so souveränen, versierten Politgiganten, wie es bei den Piraten mehr gibt als in jeder anderen Partei (allenfalls wäre die Piratenpartei mit dem Mensaclub vergleichbar) so hinterlassen. Ihr fortgesetzter Trugschluß, die Frauen würden über Eigenschaften verfügen, die Männern fehlen, ist doch, wie sie schon korrekt andeuten, in der Tat mit nichts zu begründen. Dass nicht zu wissen, so dumm sind doch selbst Piratinnen nicht.

    Was mich nach ihrem feurigen Engagement für die Post-Gender-Ideologie angeht, nun doch brennend interessiert, ist ihre Haltung zu Post-Intellektualismus. Ist das auch so genial? Oder was halten Sie von Post-Demokratie? Und wissen Sie was eine Post-ata sein soll?

  80. 80

    Viele wollen Piraten sein, sind es aber nicht da VIELE nicht öffentlich dazu stehen werden. Der Umgang unter den Piraten ist auch nicht gerade prickelnd. Also wer schon zu denen gehören will, sollte auch wenigstens dazu stehen.

  81. 81
    Leena

    @Merovius:
    „Bitte? Die Beschränkung einer Diskussion auf Frauen impliziert die Behauptung, dass „žFrauen“ einige Eigenschaften haben, die „žMänner“ fehlen und damit offenbar für die Diskussion ungeeignet sind. Wo ist das bitte kein Sexismus? Wieso sollte ich mich durch ein pauschalisiertes Absprechen erstrebenswerter Eigenschaften alleine wegen der Beschaffenheit meiner primären Geschlechtsmerkmale nicht herabgewürdigt fühlen?“

    Zum letzten Mal: Maenner sind auf der Liste nicht deshalb nicht zugelassen, weil sie boese waeren, oder etwas falsch machen. Es ist ein sehr lange bekanntes Phaenomen, dass sich FRAUEN ANDERS VERHALTEN, WENN MAENNER DABEI SIND. Und das hat NICHTS damit zu tun, dass Maenner etwas falsch machen wuerden. (Wenn man hier also eine Kritik rauslesen koennen wollen wuerde, dann waere diese wohl eher gegen die Frauen gerichtet, als gegen die Maennner.)
    Nichts anderes habe ich von Anfang an geschrieben. Was ihr mit eurem heuristischen Denken da rein interpretiert unterliegt nicht meiner Kontrolle. Du bestaetigst meine Aussage in vollem Umfang. Bitte informiere dich, bevor du dich derartig ausserst. Das hat auch was mit Hoeflichkeit zu tun.

    Aehnlich sieht es aus mit der Art, wie du den Begriff Post-Gender verwendest. Bitte informiere dich doch auch darueber zunaechst! Hier gibts einen schoenen Artikel.http://sexism-sells.so36.net/Postfeminismus.html

    Erst informieren, dann Urteil faellen!

  82. 82
    Sven Krohlas

    @Leena:

    Frauen verhalten sich anders, wenn Männer in der Nähe sind. Ok. Aber: jeder Mensch verhält sich anders, wenn er unter Beobachtung steht. Sei es in der Straßenbahn durch Kameras, sei es auf der Straße durch Passanten oder sonstwo durch sonstwen. Das ist vollkommen normal.

    Wenn ich danach gehen würde dürfte ich nie zwei Konfiktparteien an einen Tisch bringen, denn das würde sie ja gegenseitig beeinflussen und vielleicht nicht mehr 100%ig sagen, was sie wollen. Wir würden damit aber in der Politik garnicht mehr vorankommen.

    Abschottung halte ich für den vollkommen falschen Weg, der umgekehrte Gang muss sein: das Thema muss offen diskutiert werden. Und zwar verständlich und nicht wie in den hier so oft verlinkten FAQ-Seiten und Artikeln, für deren Verständnis man wohl erst zehn Semester Soziologie studiert haben muss.

  83. 83
    Wurst

    @bongokarl deine tendez zur kategoriesirung ganzer gruppen aufgrund aussagen einzelner vermeintlicher vertreter dieser Gruppe lässt einiges auf deine sozialisation schließen. von wegen stammtisch und so *hust*
    @ all
    sowieso strozt diese ganze disskuison vor sachlickeit argumenten und wissentschaftlichkeit
    Die Männer sind schuld!
    Garnicht die Frauen sind!
    Garnicht die Rechten sind schuld!
    Garnicht die Linken sind schuld!
    Kuckkuck 21. Jarhundert? rationalität denken und so… gute güte ganz so schwer isses doch eigentlich garnich.. einfach mal kurz abstand nehmen, überlegen, mitkriegen das man keine ahnung hat und vill nen gutes buch die bravo oder das klopapier lesen und einfach mal die fresse halten. würde einigen wortführern(bitte angesprochen wenn du der meinung bist ahnung zu haben sie aber offenkung nicht hast) dieser debatte vorallendingen aber nicht nur denen mal wieder ganz gut tun.
    <-very amused

  84. 84

    @Lena Rohrbach:

    Das sehe ich ja erst. Infam.

    Nur weil Sie nicht wissen, was es bedeutet, was in ihrer Satzung steht, ist meine Aussage noch lange kein Gerücht. Ich gehe ja wohlwollend davon aus, dass nur Unkenntnis Frauen in eine Partei mit diesem Background treibt und nicht Masochismus.

  85. 85

    @Leena:
    Ich habe immer noch etwas gegen die Einteilung „žFrauen“ vs. „žMänner“. Du labelst diese Kategorien mit Charaktereigenschaften, die aber unabhängig von Geschlecht sind.

    „šZum letzten Mal: Maenner sind auf der Liste nicht deshalb nicht zugelassen, weil sie boese waeren, oder etwas falsch machen. Es ist ein sehr lange bekanntes Phaenomen, dass sich FRAUEN ANDERS VERHALTEN, WENN MAENNER DABEI SIND.“

    Dann ist es halt eine Liste FÜR Sexistinnen, statt eine Liste VON Sexisten, das ändert aber halt genau nix an meiner Kritik.

    @#750963:
    Solche Aussagen liest man doch gerne – „žgenau die, die glauben, keine Ahnung zu haben, haben welche“. Eleminiert natürlich die Debatte, weil demnach niemand Ahnung hat. Aber wenigstens konnte man mal wieder herablassend sein und seine Mitmenschen beleidigen.

  86. 86

    Um das „Gerücht“, Frauen hätten in der Piratenpartei defacto keine Rechte (obwohl sich die ein oder andere natürlich dennoch darüber freuen darf, dass man sie mitmachen läßt, wenn sie eben das macht, was die Herren von ihr wollen und so lange sie genau das macht), noch näher zu beleuchten, der Hinweis darauf, dass auch eine Sekretärin kein Mann ist, obwohl man auch behaupten kann, die Männer wären mitgemeint. Sekretärinnen wäre dann nach Piraten-Logik das generische Femininum und an wäre die Männerrechtler endlich los. Aber, auch ‚Bundeskanzlerinnnen‘ ist nicht nur das generische Femininum, sondern die sind dann schlichtweg alle weiblich. Wenn Piraten aber sich ausdrücklich die männliche Form einer Bezeichnung, die auch eine weibliche Form hat, in die Satzung schreibt, heißt das faktisch, dass Frauen nicht zugelassen sind. Ob man sie nun bedingt duldet und als Alibi gegen Sexismus vor sich herträgt, wie es die Piraten jeden Tag auf ein Neues belegen oder sie, wenn sie zu aufmüpfig werden willkürlich mobbt und abstraft, wie man es mit Leena tat, ist da nur männliche Großmut. Leena könnte sich nicht mal gegen die Verwarnung wehren, wenn es da Möglichkeiten geben würde, weil sie eben eine faktisch Piratin ist und kein Pirat – auch wenn Piraten und Piratinnen, das anders sehen und alles einfach in den Sack „männlich“ stecken. Der Grammatikautismus der Piraten ist aber nun wirklich kein leuchtendes Beispiel für den Intellekt der derart Argumentierenden.

    Wenn ich also ein Plakat sehe, auf dem eine vermeintliche Frau in die Welt lächelt, wo darüber zu lesen ist: „Ich bin Pirat!“ denke ich: Sieht aber trotzdem aus wie ´n Mädchen! Wenn mir dann jemand sagt, dass es auch wirklich eine Frau ist, dann denke ich: Und da reden die vom Bildungsmisserfolg der Jungen?

    Das Unvermögen, zu begreifen, dass Piratin die weibliche Form eines Parteimitglieds in der Piratenpartei ist und die satzungsgemäße Bezeichnung von „Piraten (plural)/Pirat (singular)“ die Frauen in der Partei komplett entrechtet, macht aber eben die Politik der Piratenpartei aus.

    Bestenfalls wissen sie nicht, was sie tun.
    Schlimmstenfalls wissen sie genau, was sie tun.

    Beide Interpretationen machen die Piratenpartei unwählbar.

  87. 87

    ständige Wiederholung mach Aussagen nicht wahrer, zum Glück :)

  88. 88
    Islamistdielösung

    Schade das in Deutschland nicht schon heutzutage die erzkonservativen Islamisten an der Macht sind, die würden dem ganzen Gender-Zinnober nachaltig ein Ende bereiten.
    Wenn euch die Piratenpartei nicht passt tretet aus und sucht euch gefälligst eine Partei die eure Binnen-I-Scheisse schon lange praktiziert.
    Dummerweise müsst ihr Tussies dann aber auch mal Leistung und Inhalt erbringen was ja wesentlich unbequemer ist als das was ihr jetzt abzieht.
    Bis dahin einfach die Fresse halten!

  89. 89
    Bernd

    Halt die Fresse Islamistdielösung!
    Halt die Fresse Isi!
    Halt die Fresse Lena!
    Halt die Fresse Piratenpartei!
    Halt die Fresse ihr mieses Deutschenpack. Figgt euch endlich weg aus unserem Kanal.

  90. 90
    Pirat

    Beim Rückzug in den Schmollwinkel übersieht die Autorin, dass Kritik an ihrer Position gerade auch von aktiven weiblichen Piraten kommt. Die zahlenmäßige Minderheit der Frauen bei den Piraten findet sich überproportional unter den Aktiven, Qualifizierten und Funktionsträgern wieder – wie ein Blck in die Listen oder die Anwesenheitsrate bie Aktionen und Piraten-Events im Real-Life zeigt.

    Und gerade diese weiblichen Piraten wollen eben keine Piratinnen sein … wie Occu vom Vorstand der sächsischen Piraten sagt: Die Debatte geht ihr auf die Nervinnen!

  91. 91
    Timo

    Die weiblichen Piraten haben eben nix zu kamellen, wenn es den Genderistinnen nicht gefällt.

  92. 92

    Ah, der „Stoßtrupp“ ist wieder da.

    Herzlich Willkommen.

    (Das sind natürlich alles keine Piraten, sondern nur ‚Einzelfälle‘, für die man in der Piratenpartei nichts kann, aber deren Aktivitäten man weder kritisiert, noch unterbindet, sondern an jeder Ecke mit Applaus, Zustimmung und sonstigen Gefälligkeiten unterstützt. Natürlich ergeht die offiziell stille Duldung (aber in ‚Einzelfällen‘ begeisterte Zustimung) nur solange wie sich das Gepöbel und Geflame ausdrücklich und sehr speziell gegen bestimmte und mißliebige Personen richtet (vor allem gegen Frauen und da auch gern so richtig rottig), also gegen die so genannten „Piratenhasserinnen“ und/oder „Radikalfeministinnen“. Aber falls da was schief geht, einer mal zu weit geht, kann man sich ja immernoch distanzieren. Wie die NPD von ihren Stiefelnazis.)

  93. 93

    @Isi: Wenn du ernst genommen werden willst solltest du solche Behauptungen, dass irgendwelche anonymen Trolle Parteimitglieder wären und sich zusammen mit dem Rest gegen dich verschworen haben, nicht von dir geben. Wirklich. Das sind Leute, die zu feige sind ihren Realname zu ihren Aussagen zu schreiben. Nimm die nicht ernst, sowas gehört ignoriert. Die versuchen doch nur die Atmosphäre zu vergiften.

    Die sind garantiert von SPD und CDU geschickt. :P

    Und ich habe noch nie erlebt, dass Trollen applaudiert wird, sie Zustimmung erhalten oder dass sie sonstwie unterstützt werden.

  94. 94

    @Sven Krohlas:

    Ihre Antwort, Sven, ist doch schon klassisches Trolling. Sie „drohen“ mir damit, dass ich nicht ernst genommen werde, weil…und dann stellen sie darauf ab, dass es eben ja doch nur ‚Einzelfälle‘ sind. Und diese ‚Einzelfälle‘ fühlen sich bei den Piraten richtig wohl, warum wohl? Hm? Weil die Piratenpolitik ihre kühnsten Träume wahrmachen kann: Endlich straffrei, weil anonym, im Internet kriminell werden. Tolle Wurst!

    Aber hier mal ein Beispiel, wie ein Pirat (und LeHirsch ist tatsächlich einer) sich sogar selbst im Cybermobbing versucht:

    „eine warnung geht raus an alle #piraten. mirco da silva aka @inkorrupt ist gewaltbereit und offenbar psychisch krank. vorsicht!“

    http://twitter.com/LeHirsch/status/10994032230

    Und inkorrupt ist nicht mal ´ne Feministin, sondern einfach nur ein Demokrat.

    Darum:
    Ich kann Piraten einfach nicht ernst nehmen, wissen Sie? Und wenn man mit einem piraten diskutiert, dann ist das oft wie Denken hinter Panzerglas, da kommt einfach nichts bei denen an. Sie haben keine Bezugspunkte in der Realität, sondern drehen sich alles so wie sie es haben wollen und halten dann aber auch überaus konsequent und sehr solidarisch daran fest. Piraten agieren dabei intellektuell und moralisch sehr flexibel, sie wechseln die Argumentationsfiguren und -ebenen wie andere die Unterwäsche. Das ist aber keine Politik, kein Diskurs, keine Auseinandersetzung, sondern so ´ne Sektenmentalität in der Art der Flat Earth Society, die wenn ein neuer wissenschaftlicher Beweis gegen die Scheibenerde auftaucht, sich sofort eine neue noch verwegenere Theorie ausdenken, wie auch dieser Beleg gefälscht wurde und natürlich warum: Um die Wahrheit zu manipulieren, die natürlich nur wenige kennen. Außer der Flat Earth Society eigentlich niemand. Jedes Gegenargument verkommt mit dieser Methode zur Bestätigung und jeder Kritiker ist ein dummer Irrer. Und wird auch oft so bezeichnet. Die Gewissheit im alleinigen Besitz der einzigen Wahrheit zu sein, ermöglicht den Gläubigen viel „Notwehr“. Wenn aber „Notwehr“ zum Selbstzweck wird (Piraten leben ja in ständiger Bedrohung und halluzinieren sich an jede Wand ´nen Teufel), haben wir es einfach nur mit einer militanten Polit-Sekte zu tun, die sich eben vom Überwachungsstaat, Staatsfeminismus, Linksextremismus, ACTA-Abkommen, ELENA und keine Ahnung, was denen sonst noch einfällt, bedroht fühlen und sich vehement bis hochaggressiv und theoretisch bis praktisch und militant gegen überzeichnete Feindbilder zur Wehr setzen (und wahrscheinlich aus Versehen mit ihren Gestaltungskonzepten die repräsentative Demokratie außer Kraft setzt).

    Und gucken Sie mal hier, ganz aktuell, das piratenweib, spricht in einem offenen Brief ihre Stalker an:

    http://www.piratenweib.de/?p=1245

    Sehen Sie da einen Piraten, der irgendwie solidarisch ist und wenigstens darüber twittert? Nichts da. Piraten sind einfach nicht glaubwürdig und ihr Gekeif geht mir gehörig auf die Nerven. Ihre hysterische Bedrohungsrhetorik kann weder ihr Verhalten noch ihren Unsinn rechtfertigen und vor allem ist es keine Basis für einen sachlichen Diskurs oder eine politische Auseinandersetzung.

  95. 95
    SD

    @Sven Krohlas:

    @Isi (94): Wenn du ernst genommen werden willst […]“

    lol

  96. 96
    Schattenläufer

    @Leena: Wenn es dir wirklich darum gegangen wäre, eine ML nur für Frauen zu schaffen, hättest du das sehr wohl als privaten Dienst von Pirtin zu Piratin anbieten können.
    Stattdessen versuchtest du eine quasi-„parteioffizielle“ Struktur zu schaffen die dem Transparenzanspruch der Partei diametral entgegenläuft.

  97. 97
    Schattenläufer

    @LeV:
    >Von etwas ausgeschlossen zu sein, heißt nicht automatisch
    >diskriminiert zu sein. Dies miteiander gleich zu setzen, ist
    >ebenfalls ein rhetorischer Trick, ein Scheinargument.

    Achso. Also wäre der Ausschluss von Frauen aus, sagen wir mal Führungspositionen, also keine Diskriminierung.

    Dieses „Argument“ ist so schwach wie unsinnig.

  98. 98
    Insider

    @Schattenläufer:

    Mit welchem Recht erheben Sie eigentlich Anspruch auf Zulassung zu einer Mailingliste exklusiv für Frauen?

  99. 99
    Schattenläufer

    Mit dem selben Recht, wie jeder Person Zugang zu sonstigen Parteimedien gewährt wird.
    Wenn man einen Frauen-Privatclub machen will, bitteschön, da kann man sich einladen wen man will, aber als Parteifunktion hat ein solcher Club für jeden Piraten offenzustehen.

  100. 100
    Insider

    @Schattenläufer:

    Na endlich begreifen Sie es: Diese Mailingliste ist ein Frauen-Privatclub. Irgendeine Parteifunktion wird weder in Anspruch genommen, noch behauptet, noch wird eine solche zugestanden. Nur der Aufstand drumherum, macht mehr daraus als es tatsächlich ist. Es werden eben verzweifelt Agumente gesucht, um dagegen zu sein. Sobald die Gefahr besteht, dass Frauen doch noch irgendwie zur Gleichberechtigung in der Partei gelangen könnten, die ja so tapfer und konsequent verhindert wird, muß der gemeine Pirat halt vor Angst hysterisch werden.

    Sie dürfen sich jetzt für ihr Gekeif bei Leena entschuldigen.

  101. 101
    Schattenläufer

    Aus der „Pressemitteilung“:
    >Auf der Berliner Landesmitgliederversammlung der Piratenpartei
    >wurde am heutigen Samstag die Gründung eines neuen Netzwerks für
    >Frauen innerhalb der Piratenpartei bekannt gegeben.

    „Netzwerk für Frauen innerhalb der Piratenpartei“ ist kein Privat-Club.
    Und wenn hier irgendjemand keift, scheinen Sie es wohl zu sein.

  102. 102
    Insider

    Natürlich ist ein Netzwerk ein Privatclub. Diejenige, die es installiert, bestimmt, wen sie dabei haben will und warum. So einfach ist das. Dass es in der Piratenpartei doch tatsächlich Männer gibt, die -gemeinsam mit tatsächlichen Frauen, obwohl sie es denen ja satzungsmäßig verbieten – um das Recht streiten, auch offiziell eine Frau sein zu dürfen, um an dieser Mailingliste teilzunehmen, ist zwar irgendwie witzig, macht aber nun ihre Argumentation nicht sinnträchtiger.

  103. 103
    Schattenläufer

    Auch wenn sie es vielleicht nicht verstehen wollen, ein Netzwerk _innerhalb_ der Partei ist kein Privat-Club, sondern eine Parteistruktur. Das wird auch ihr infantiles umherwerfen wirrer Unsterstellungen nicht ändern.

  104. 104

    Ich würde mich ja mit Leena auseinandersetzen aber der Wahlkampf in NRW steht an, deshalb gibt es für Piraten wichtigeres zu tun. Außerdem ist das Thema nach der richtigen Entscheidung des Berliner Vorstands durch.

  105. 105
    Insider

    @Schattenläufer:

    Nach welchem Punkt welcher Satzung? Und gilt das für alle internen Mailinglisten, auch je unabhängig der Piraten-IT?

    @Frank:

    Wie nett. Da fühlt man sich gleich ernst genommen.

  106. 106
    Insider

    @Schattenläufer:

    Ein Netzwerk von Frauen und für Frauen, ohne weitere Befugnisse und Verantwortung als eben der Möglichkeit, sich intern zu vernetzen, ist ein Privatclub, die Vorstandsarbeit ist es aber nicht. Aber hier das Statement eines Thorsten Wirth, politischer Geschäftsführer des Bundesvorstandes, zu internen Listen:

    „Ich halte es für sinnvoll, dass es geschlossene Listen gibt. Gerade die Vorstände der Gliederungen müssen untereinander kommunizieren, sich kennen lernen und unter sich auch Informationen über ihre Ämter austauschen. Die Geschlossenheit einer Liste für diesen Zweck führe ich mit der gewollten Intimität der Mitglieder an und dem Wunsch, dass dort Probleme offen und ohne Angst vor Repressalien angesprochen werden. Letzteres ist mein Hauptargument und beruht auf meiner Erfahrung mit den öffentlichen und gänzlich unmoderierten Listen in der Piratenpartei. “

    http://wiki.piratenpartei.de/Interne_Listen#Statement_Thorsten_Wirth

    Ich nehme an, seine Verwarnung ist nur noch eine Frage der Zeit sowie ihm auch ihre fundierte Argumentation nicht erspart bleiben wird.

  107. 107

    @Leena:

    Du schreibst: „Das Phänomen, dass sich Frauen (und übrigens nicht nur die) unter ihresgleichen anders äußern ist nicht erst seit gestern bekannt.“

    Diesen Begriff, „ihresgleichen“, habe ich jetzt in der Debatte schon mehrfach von dir gelesen (anderswo heißt´s „warum Frauen gern mal sachlich und in einem angenehmen Umgangston unter ihresgleichen kommunizieren“ u.ä.) und finde ihn sehr schwierig.
    Warum, erklärt dieser Wikipediartikel:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Othering

  108. 108
    Peter

    @Leena

    Wir sind post-gender und du bist ein Sexist.

  109. 109
    Insider

    Piraten wie Lena leben in einer verkehrten Welt. Sich zur Piratenpartei zusammenzurotten, erschwert die Resozialisierung erheblich.

    Simone de Beauvoirs Theorie vom „anderen“ Geschlecht vollkommen unreflektiert, aber dafür kontrafaktisch in den Geschlechterrollen umzukehren, ist schon ein wirklich bemerkenswert simpler Trick. Auf Erkenntnis hoffe ich nicht mehr, nur noch auf Einstellung und Kenntlichmachung der Falschheit solcher Ideen.

  110. 110
    Tim

    @Lena

    Wenn schon eine sozialpsychologische Erklärung herangezogen wird, dann bitte die richtige:

    Es gibt ein Konzept des „Moral Credentials“. Menschen äußern eher sexistische oder rassistische Meinungen, wenn sie sich zuvor als aufgeklärt und vorurteilsfrei gerieren konnten. So bleibe das Selbstbild als gut handelnder Mensch intakt – obwohl dagegen verstoßen wurde.

  111. 111
    Eike Scholz

    @Tim

    Wenn schon eine sozialpsychologische Erklärung herangezogen wird, dann bitte die richtige:

    Es gibt ein Konzept des „Moral Credentials“. Menschen äußern eher sexistische oder rassistische Meinungen, wenn sie sich zuvor als aufgeklärt und vorurteilsfrei gerieren konnten. So bleibe das Selbstbild als gut handelnder Mensch intakt — obwohl dagegen verstoßen wurde.

  112. 112

    @Eike Scholz:
    Was, bitteschön, versteht man/frau als vorurteilsfreie Meinungsäusserung?

    Ohne bezugnehmende Zuhilfenahme (LINKS) kann man seine Meinung
    durchaus auch anders, unerklärlich kundtun.

    Räusper

    Alles Gute

  113. 113

    Was?
    http://www.Ard.de
    http://www.Spd.de
    Mist aber auch
    Die Konstellation passt nicht immer überein.

    Danke den Vorrednern ;-)

  114. 114

    Über Politik kann man sich streiten und das wird auch leider nie aufhören.

  115. 115
    aua

    @Jan Dörrenhaus: Schön, dass die Behauptung, es gäbe keine Misogynie, keine Diskriminierung von Frauen (bei den Piraten oder sonstwo) mehr, wieder mal von einem Mann stammt, also einem Vertreter des sozialen Geschlechts, das in der Geschichte am allerwenigsten Diskriminierung von anderen erfahren, dagegen aber die meiste ausgeübt hat. Das ist ungefähr genauso glaubwürdig, wie wenn ein Hetero/eine Hetera behauptet, Homosexuelle würden doch gar nicht mehr diskriminiert, oder ein Weißer/eine Weiße behauptet, es gäbe keinen Rassismus. Wie irre ist eigentlich die Argumentation, es sei diskriminierend, auf Diskriminierung hinzuweisen?

  116. 116
    Michael

    Die Piraten SIND postgender. Leena Simon ist es nicht!
    Die Piraten machen es so, wie es eigentlich überall sein sollte: Einsatz nach Eignung, nicht nach Geschlecht. Das sie ein feministisches Geschwür, das die Abspaltung und Bevorzugung der Frauen in der Partei zum Ziel hat und gegen die Gleichberechtigung der Geschlechter zielt, im Keim ersticken ist völlig legitim und verdient Anerkennung. Was würden die Damen bei den Piraten denn dazu sagen, wenn die Männer plötzlich einen eigenen Club in der Partei aufmachen, wo die Damen keinen Einblick haben? Da wäre das Gezeter aber groß! Deshalb sollte man so etwas gar nicht erst einreißen lassen und eine Abspaltung bestimmter Gruppen erst gar nicht zulassen. Die Parteiführung hat hier mit der Abmahnung dieser Querulantin alles richtig gemacht! Die Piraten sind Menschen, ohne Trennung der Geschelchter! DAS ist wirklich postgender!

    Liebe PIRATEN, macht weiter so und beugt Euch nicht dem Genderwahnsinn!

  117. 117
    Dominik

    Die Piraten mögen post-gender sein (auf dem Papier bzw. in Ihrer Parteistruktur), aber sicher nicht wenige Mitglieder (männlein wie weiblein) und die Gesellschaft sind es noch lange nicht (genausowenig wie sie noch nicht post-rassistisch oder post-speziesistisch ist).

    Deswegen muss es auch bei den Piraten Genderdebatten geben und schrittweise Lösungen (dazu gehören m.E. auch Quoten, wenn schon nicht in der Partei, dann jedoch in der Wirtschaft) erarbeitet werden. Denn nur weil eine Partei selbst (angeblich) post-gender ist, kann sie das Problem des Sexismus in der Gesellschaft nicht ausblenden.

Diesen Artikel kommentieren