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Malcolm McLaren 1946 – 2010

macolm mclaren

In den Wirren der re:publica-Vorbereitungen traf mich die Meldung vom Tode Malcolm McLarens am 8. April 2010, für einen Nachruf fehlte mir jedoch leider die Zeit. Ich mag es mir aber nicht leisten, das Ableben des Mannes hier völlig unerwähnt zu lassen, der als Mischung aus Selbstdarsteller, Impresario, Entertainer, Kulturbotschafter, Großmaul, Musiker und Manager einzigartig und oft zwiespältig war. Und dabei meistens klasse aussah.

Seine Arbeit wird mir fehlen.
Statt weiterer Worte eine unvollständige musikalische Übersicht.

13 Kommentare

  1. 01
  2. 02
    Tim

    Eines feht aber bei der Würdigung des Œuvre

    garagetv.be/video-galerij/flitspaal/malcolm_mclaren_madame_butterfly.aspx

  3. 03

    @micha: Ich bin mir nicht sicher, ob die Site nicht schon vor seinem Tod so aussah … und das „will return shortly“ nicht somit eine unfreiwillige Tragik enthält.

    @Tim: Natürlich! Danke, ist nachgetragen.

  4. 04

    @Johnny Haeusler:

    Sieht so aus als ob die schon 2008 so aussah. Und auch schon 2002. Nur die e-mail kam zwischendurch hinzu.

  5. 05

    @Armin: Danke. Hatte sowas vermutet. War aber mal wieder zu faul, nachzusehen …

  6. 06
    mackenzen

    alles alles gute malcolm: danke fuer alles!

    „Die ganze Kultur selbst war längst zur Ware verkommen: korrupt, übergewichtig, lächerlich und unwichtig.“
    malcolm mclaren

    aus einem interview mit mclaren:

    Roger Waltz:
    Als Konzeptkünstler scheint es Ihnen mehr oder minder völlig egal, ob sie mit Musik, Fashion-Art, mit Bildern, mit Videos, Film oder auch nur konzeptuell oder managmentartig arbeiten. Sie gelten ja auch als einer der ersten »Plünderer« der Beats der »Weltmusik«. Deshalb nun ein Statement zur Pop-Musik. Wird sie sich weiter davon entfernen, ein originäres Primärmedium zu sein und sich im 21. Jahrhundert nur noch als Beiwerk von Nintendo- und Videogames wiederfinden?

    Malcolm McLaren:
    Die Musikindustrie hat nicht zuletzt mit der Erfindung der Compilation dazu beigetragen, daß Musik gesichtslos wird. Man kennt den Künstler hinter dem Werk nicht mehr. Dadurch hat Musik viel von ihrer Mystik verloren. Die neue Generation wächst mit diesem Phänomen auf, sie kennt es nicht anders! Sie sieht nicht mehr die Bedeutung von Musik als Förderer von Lifestyle und Weltanschauung. Wir leben in einer Welt, in der hohe und niedrige kulturelle Standards miteinander verschmelzen. Alles wird zum käuflichen Produkt. Deswegen kann es keinen Underground, keine Avantgarde mehr geben. In dieser Situation hast Du nur noch die Möglichkeit, dich hinzustellen und zu sagen »Ich bin nicht käuflich!« Vielleicht nutzt die neue Generation die Technologisierung für sich, setzt ihre eigenen Zeichen und Codes und schafft es so, sich der »Geldmaschine« Musikindustrie zu entziehen. Sie könnten eigene Plattenfirmen gründen und ihre Veröffentlichungen übers Internet verkaufen. Die Ursprünglichkeit beim Sport schafft es z. B. noch, die Leidenschaft in den Menschen zu wecken, wie es Musik wohl nicht mehr kann. Aber die richtige Antwort auf diese Frage weiß natürlich niemand. Die Menschen des 21. Jahrhunderts werden vielleicht in die Vergangenheit blicken und sich fragen: »Wie konnte sich so etwas ereignen? Wie hat es die Pop-Kultur, die Kultur des gemeinen Volkes, damals geschafft, eine solche Bedeutung haben ?« Die Pop- Kultur wird nicht untergehen, wahrscheinlich bleibt auch in der Zukunft ihr Einfluß auf die Menschen groß. Hoffe ich. Die künftige Musik wird ein Mosaik aus unzähligen Fragmenten und Samples sein. Und sicher nicht in der Lage sein, unsere Kultur zu verändern. Die Kultur ist festgefahren, sie stagniert. Sie ist nur noch Produkt. Verändern könnte man sie höchstens durch eine neue Philosophie, eine Art neuer Romantizismus, der den Leuten die Fähigkeit, zu träumen, unmögliches zu leisten, subversiv zu sein, zurückgibt!

    Roger Waltz:
    Hinter all ihren Aktivitäten scheint ein Dada-Konzept zu stehen, das neben oft cleverem Marketing – und trotz Vorlesungen in Oxford und Cambridge und Austellungen im Museum Of Contemporary Art in New York – letztendlich für den mangelnden Respekt als Künstler verantwortlich scheint, der Ihnen zuteil wird.

    Malcolm McLaren:
    Ich war einfach ein wildes Kind der sechziger Jahre. Kunststudent, wanderte von einer Akademie zur anderen, wurde immer wieder rausgeschmissen, wechselte meine Künstlernamen wie andere Leute die Socken. Aber man lernte damals, wie man Abenteuer gestaltet, und nicht, wie man an seiner Karriere bastelt. Es ging darum, aus nicht vorhandenem Talent und Unprofessionalität ein schillerndes Abenteuer, etwas Neues zu schaffen. Die meisten meiner Ideen und Kunst-Produkte sind einfach das Ergebnis meiner Lebensanschaung. Und sollten Unruhe stiften. Ich bin ein Fackelträger. Und ich trage die Fackel für alle Amateure! Als Student besuchte ich einmal die Presse-Konferenz von Jean Luc Godard. Ein Journalist fragte nach seinem größten Vorbild, und Godard antwortete: Roger Vadim. Der gute Mann konnte es nicht fassen, und fragte „Wieso Vadim, und nicht z. B. Eisenstein?“ Godard antwortete: „Weil er der beste Amateur war!“. Diese Antwort habe ich nie vergessen. Sie rotierte jahrelang in meinem Kopf, bis ich in der Lage war, sie zu verstehen und zu leben. Vermutlich lebe ich noch immer den Geist der 60er und verkünde das Motto, daß es verboten ist, irgendetwas zu verbieten! Verlange das Unmögliche! Schaue niemals zurück. Werde niemals Teil des Mainstreams! Ich denke, daß ich für viele innerhalb des Kulturbetriebes ein Rätsel bin. Und wenn Du rätselhaft bist, mußt du auch ein Scharlatan sein. Du wirst dafür verurteilt, daß du nicht Mitglied im Golf-Club werden willst oder was auch immer. Ich denke, daß die meisten Leute mich immernoch nicht verstanden haben. Deshalb schreibe ich an meinem ersten Buch, das auch in Deutschland bei Schirmer Mosel veröffentlicht wird.
    Es ist keine reine Autobiografie, es sind Kurzgeschichten, die sich auf wichtige Geschichten und Ereignisse beziehen, die in der Lage sind zu erklären, warum ich genau so bin, wie ich bin.

    das ganze interview:
    http://on1.zkm.de/zkm/stories/storyReader$1165

  7. 07
    plan9

    und dann war da noch mclarens erster und einziger schritt als sich selbst ins rechte licht setzender regisseur von „the ghosts of oxford street“. leider gibts nur diesen schnippsel bei youtube
    http://www.youtube.com/watch?v=2yhN1IDLQjo&feature=related

    dass es sich dabei um einen einstündigen werbeclip für die kaufhauskette selfridges handelt, hätte man bei den hochglanz musikclips fast übersehen können… aber nur fast.

  8. 08

    Mein Lieblingsalbum von ihm ist Duck Rock – ich werde es in Ehren halten.

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