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American Able

american able

Holly Norris, eine kanadische Fotografin, weist auf der aktuellen Contacting Toronto Ausstellung mit ihrer Fotoreihe „American Able“ auf das Fehlen von körperlicher Imperfektion in den Medien und der Werbung hin. Als Vorlage diente ihr der typische Stil der American-Apparel-Serien voller angeblicher „everyday people“. Norris geht es dabei nicht nur um um Behinderungen, sondern vor allem auch um Sexualität. Im O-Ton:

I chose American Apparel not just for their notable style, but also for their claims that many of their models are just ‘every day’ women who are employees, friends and fans of the company. However, these women fit particular body types. Their campaigns are highly sexualized and feature women who are generally thin, and who appear to be able-bodied. Women with disabilities go unrepresented, not only in American Apparel advertising, but also in most of popular culture. Rarely, if ever, are women with disabilities portrayed in anything other than an asexual manner, for ‘disabled’ bodies are largely perceived as ‘undesirable.’ In a society where sexuality is created and performed over and over within popular culture, the invisibility of women with disabilities in many ways denies them the right to sexuality, particularly within a public context.

Die Fotos kann man sich im Portfolio von Holly Norris ansehen.

[Danke an Thomas für den Link!]

15 Kommentare

  1. 01

    Spreeblick zeigt sich von seiner starken Seite, hievt unpopulärkulturelles über die Aufmerksamkeitshürde? Da bin ich baff. Mehr von solchen Fundstücken bitte!

  2. 02

    @erz: Ich glaube nicht, dass Holly Norris auf Spreeblick als Aufmerksamkeitshuerdenueberwinder angewiesen ist.

    Norris fotografiert die Models sehr im alltaeglichen Kontext. Viele haetten wohl die Optik der kritisierten Hochglanzmedien gewaehlt, wobei mir der Look von American Apperel jetzt auch nicht ganz vertraut ist. Ist jedenfalls wesentlich angenehmer und wohl auch noch „vestoerender“. Danke fuer den Hinweis!

  3. 03
    Anonymous

    Voll eklig.

  4. 04
    alex

    @Anonymous: Quot erat demonstrandum.

  5. 05
  6. 06
    Sara Chahrrour

    @Martin: Worauf genau möchtest du hinaus? Dass die Fotografin auch schon mal Menschen fotografiert hat, die eher dem Ideal der Medien entsprechen?

  7. 07

    @#759091: Was glaubst Du: Wie wichtig ist Holly Norris das Thema wirklich? Ernsthaft.

  8. 08

    Ich weiß nicht…Ich fühl mich bei diesem Thema irgendwie hilflos. Auf der einen Seite hat die Fotografin natürlich recht, auf der anderen Seite kann der Mensch nicht aus seiner Haut. Es es ist einfach genetisch bedingt, dass wir Ablehnung gegenüber Behinderungen, Asymetrieen im Gesicht, dicken Menschen, etc. empfinden. Klar, das wird durch die Medien noch verschärft, aber ist es wirklich richtig, Unternehmen zur Ablichtung von solcherlei Gegebenheiten zu zwingen?

  9. 09

    @lart: Das ist genau der Punkt: Fotografen sind Teil der Darstellung der Form des Menschen. Und bevor sie ihre Rolle in dem Spiel hinterfragen und bearbeiten, der wirklich und ernsthaft Konsequenzen für ihre Arbeit hat, gehen sie mir viel zu schnell an den Betrachter und wollen „aufrütteln“, „bewusst machen“ und sonstnochwas.

  10. 10
    Sara Chahrrour

    @Martin: Wie wichtig ist es denn, dass es ihr wichtig ist? Ich denke, das schöne an solchen Dingen ist vielmehr die Interpretation und die Aufmerksamkeit, die bestimmte Themen erlangen. Vielleicht ist die Intention dahinter viel Geld zu machen und berühmt zu werden. Das heisst nicht, dass aufgezeigte Missstände dadurch unwichtig werden.

  11. 11
    alex

    @lart: Naja, von zwingen ist da doch nicht die Rede, oder habe ich etwas überlesen? Der Punkt ist doch, dass die von Dir skizzierten „genetischen“ Verhaltensmuster in der Sexualität nur ein Teil der Medaille sind. Schönheitsideale haben sich historisch immer wieder gewandelt. Und im Moment gibt es halt schon ein detuliches Vorherrschen von Schönheitsidealen und Darstellungen von Sexualität in den Medien, die mit der Wirklichkeit nicht mehr viel zu tun haben. Schließlich erfüllen selbst Profi-Modelle und Top-Schauspielerinnen diese nicht mehr vollständig, sd. es wird überall mit Photoshop etc. digital nachgeholfen. Ich finde es daher gut und richtig, sich kritisch mit diesen auseinander zu setzen (wenn es auch vermutlich nicht viel ändern wird…).

  12. 12
    leerlauf

    @lart (8)

    was für ein geschwätz. du hast nicht begriffen, dass mit dem verweis, x sei genetisch bedingt, nur bestehende gesellschaftliche ungerechtigkeiten biologisch rechtfertigt werden. du bist der beweis: es scheint augenfällig zu klappen. bedauerlich.

  13. 13

    @leerlauf: Nein, es ist in der Tat so, dass symmetrische Gesichtsformen bevorzugt werden. Genauso wie atlethische Körper bei Männern. Die Gene sind auch die Grundlage dafür, warum Frauen sich schminken. Und ja, wenn es um biologische Sachen geht weiß ich wovon ich rede.
    Ich behaupte ja nicht, dass die Kultur keinerlei Einfluss zeigt, und man möglicherweise den Menschen an Behinderungen, etc. „gewöhnen“ kann. Jetzt ist die Frage, wie stark hier die Kultur Einfluss nehmen kann.
    Kann sie es nicht zu genüge, sind derlei Aktionen sinnlos.

    Nebenbei, ich finde dieses krasse Schönheitsideal, dem selbst Models hinterherlaufen, alles andere als gut. Persönlich finde ich sogar 99,9% aller Models hässlich, da sie in meinen Augen zwar schön aber kalt wirken.
    Ja auch American Apparell hat nur „schöne“ Menschen als Models, aber diese wirken natürlicher, sie haben „Fehler“.

  14. 14
    jonas

    also für mich weckt das assoziationen an die freakshows von den jahrmaerkten des vorletzten jahrhunderts.

    was adressiert die fotografin damit?
    dass es kein körperbehinderte models gibt?
    das diese in werbekampangen nicht auftauchen?
    dass die leute die fotos sehen und denken oah, sind die hässlich?
    eine auseinandersetzung mit unseren schönheitsidealen?

    das alles hätte mensch auch deutlich behutsamer machen können, vor einiger zeit gabs da mal einen film zu, hab den titel vergessen. da wurden die darsteller durchaus als (auch) erotisch dargestellt. bei diesen fotos is das zumindest für mich definitiv nicht der fall.

    hier wird die behinderung gezeigt und überinszeniert, nicht der mensch.
    das nenne ich freakshow

  15. 15
    Angela

    @jonas: Dem Model scheint es ziemlich Spaß zu machen. Willst Du sagen sie darf sich nicht in Szene setzen lassen wie tausende andere Models weil sie wie jemand aus einer Freakshow aussieht? Ich denke es kann ihr doch scheißegal sein das Du findest sie sähe aus wie aus einer Freakshow.

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