100

Wieviel Geld gab ein Zehnjähriger 1974 für Musik aus? Und wieviel ist es heute?

Musikausgaben 1974 und 2010

ACHTUNG Dies ist eine subjektive und sicher nicht allgemeingültige Aufstellung, welche die Ausgaben meiner Eltern bis zu meinem zehnten Lebensjahr (1974) mit den heutigen für meinen älteren Sohn auflistet. Der Grafik ist dieser Artikel vorausgegangen. Inflation wurde nicht einberechnet, da ich sie im Bereich der o.a. Güter für wenig erheblich halte, die Unterschiede kommen in erster Linie durch neue Produkte zustande (MP3-Player, Musik-Videogames). Ansonsten für Erläuterungen bitte die Kommentare lesen, danke!

100 Kommentare

  1. 01
    Nico Roicke

    für all jene, die sich an der subjektivität der daten stören, der guardian stellte in einem artikel von vor knapp einem jahr eine statistik auf, die ausgaben für die verschiedenen medien auflistet. sie beziehen sich dabei zwar nur bis 1999 zurück, ein trend hin zu höheren ausgaben besteht da aber unbestreitbar.

    http://www.guardian.co.uk/news/datablog/2009/jun/09/games-dvd-music-downloads-piracy

  2. 02

    @#760715:

    Beide Male drei Konzerte, also kommt es doch auf’s gleiche raus? Oder uebersehe ich da jetzt was?

  3. 03
    Nico Roicke

    es gab da auch eine ähnliche studie die noch weiter zurück ging, aber die kann ich gerade nicht mehr finden.

  4. 04

    @Nico Roicke:

    Das kann man allerdings nicht notwendigerweise auf Musik (um die geht es hier ja hauptsaechlich) anwenden. Wenn man mal ignoriert dass die Berechnungsmethode geaendert wurde sind die Ausgaben fuer Musik runtergegangen:

    „Meanwhile music spending (allowing for that * of adjustment in 2004 onwards) has gone from £1.94bn to £1.31bn.“

    Die Ausgaben sind hauptsaechlich bei den „Games“ (wie immer die definiert sind) und DVDs gestiegen, teilweise gewaltig.

    Dann sollte Johnny aber der Fairness halber in seine Aufstellung oben Brettspiele, Kinogaenge und was weiss ich noch alles das durch „Games“ und DVDs ersetzt wurde aufnehmen. Genau das macht ja jedes Statistische Amt auch, den „Warenkorb“ an die sich aendernden Gegebenheiten anpassen.

  5. 05

    @Armin: Im Grunde kommt es aufs gleiche raus, ja. Nur mit 50 Euro Unterschied. Das mit der Inflationsrate haut doch so allgemein nicht hin, schließlich hat ein Päckchen Butter 1974 auch nicht ein Fünftel vom heutigen Preis gekostet (hm … oder doch? Mal nachsehen …).

    Aber wie gesagt: Ich mache gerne eine zusätzliche Version. Wenn wir uns mal einigen könnten. :)

  6. 06
    Marc

    @#760648:

    Oha. Hab jetzt erst die Kommentare gründlich durchgelesen, da scheint ein zentraler Punkt beim Thema Inflation unverstanden zu sein.

    „Nee, ohne Aufschlag, da die Verteuerung nicht so wild ist: Ich habe ein Vinyl-Album mit 10 Euro berechnet, das ist heute in etwas ein Download-Album“

    Um es jetzt mal seeeeehr zu verinfachen: Das – nicht inflationsbereinigte – Durchschnittseinkommen hat sich von 1974 bis heute ungefähr verdreifacht (von ca. 10000 Euro auf ca. 30000 Euro). Und das ist alles andere als „nicht so wild“. Für das Vinyl-Album musstet du also 0,1 % hinlegen. Für den Download eines Albums zahlst Du heute nur noch 0,03 % deines Einkommens. Anders formuliert: Du mußt dreimal so lange arbeiten, um Dir ein Album zu kaufen.

    Aber auch das ist natürlich für „die Musikindustrie“ völlig uninteressant, da auch dies immer noch nichts darüber aussagt, welcher Anteil von Deinen zehn Euro bei der Firma hängen bleibt.

    Kurz: die Grafik oben ist – auch wenn sie nicht repräsentativ oder exakt sein soll – komplett ohne jede Aussagekraft… Ob die Jammerei der Musiklabels berechtigt ist oder nicht vermag ich nicht zu sagen. Aber solche obskuren Rechnungen tragen jedenfalls nicht dazu bei, die Diskussion irgendwie sachlicher werden zu lassen ;)

  7. 07
    Nico Roicke

    @Armin: kleinigkeiten. ;) worum es johnny und dem guardian (wohl) ging ist doch, darauf hinzuweisen, dass die contentverwalter und -hersteller trotz gejammer stetig mehr Einnahmen generieren.

  8. 08

    Bei 37 Jahren die Inflation rauszulassen ist meines Erachtens schon erheblich… sollte mit drin sein.

  9. 09

    @Marc: Doch, doch, ich verstehe schon, wo der Fehler im System liegt und überlege, wie ich das in einer bereinigten Version hinbekomme. Vielleicht könnt ihr da ja ein bisschen helfen: Welche Werte müsste man bei 1974 einsetzen? Ausgehend von Durchschnittseinkommen, anders geht’s wohl kaum.

  10. 10

    @Johnny Haeusler:

    Da scheint leider das Problem zu liegen: Wie schon oben erwaehnt scheint es nicht so einfach zu sein da an die Werte vom Statistischen Bundesamt heranzukommen. Zumindest habe ich keine Werte fuer die Inflation finden koennen. Aber vielleicht findet ja jemand Durchschnittswerte fuer Haushaltseinkommen.

    Muss mich jetzt „leider“ mit was viel wichtigerem beschaeftigen, Islay Beach Rugby ;-)

  11. 11
    Marc

    @#760714:

    Du hast Recht, das mit dem „völligen Quatsch“ nehme ich zurück. Aber sie ist halt völlig ohne Aussage – und Du wolltest ja bestimmt auf irgendetwas hinweisen, sonst hättest Du Dir nicht die Mühe der Gegenüberstellung gegeben… Aber ich wollte damit nicht sagen, dass die Zahlen (also Deine und die Deines Sohnes nicht stimmen).

    „Woher beziehen denn die Zwölfjährigen ihre Musik?“
    Meiner Erfahrung nach kaufen/brennen sie entweder CDs (seltener) oder sie kopieren halt MP3s (häufiger). Das Aus-dem-Netz-Ziehen hat bei denen glaub noch nicht so hohe Relevanz.

    „Nun, im Gegensatz zu meiner Auflistung ist deine Aussage eine Vermutung. Ich spreche nicht von der Regel, sondern von einem Fall“.
    Das ist mir schon klar, stimmt aber trotzdem nur bedingt, da Du aus diesem Einzelfall ja auch Schlüsse auf das „Große und Ganze“ schließt. Ich arbeite übrigens für einen Konzertveranstalter und wohne in Stuttgart, was – auch wenn häufig gegenteiliges behauptet wird – durchaus eine Großstadt ist ;) Aber vielleicht ist das ein Berlin-Dingens, bei Fettes Brot siehst Du hier zwar viele Minderjährige, aber keine Zehnjährigen. Höchstens bei DJ Bobo, wobei selbst dort eher die 13- und 14-jährigen sind.

    „Mach doch mit deinen Sachen mal eine Liste und suche dir einen heute Dreizehnjährigen und frag ihn, was seine Kopfhörer im Vergleich zu deinen damals gekostet haben. Vielleicht kommst du insgesamt auf ein anderes Ergebnis, kann ja sein, vielleicht auch nicht“.
    Falls ich dazu komm, versuch ich das morgen mal.

  12. 12
    Marc

    @Johnny Haeusler:

    Da muss wohl ein VWLer ran. Aber ich würd vom Durchschnittseinkommen ausgehen.

    Die Butter hat übrigens damals tatsächlich nicht nur ein Fünftel gekostet. Wahrscheinlich war sie sogar ziemlich genau so teuer wie heute, weil hat Lebensmittel inflationsbereinigt die letzten Jahrzehnte stetig teuer wurden. Aber beim Glas Bier in der Kneipe müsste das mit dem Faktor fünf fast wieder hinkommen…

  13. 13

    @Armin: Ja, toll, ich muss mir hier fehlende Inflationsraten vorwerfen lassen und du guckst dann fein Rugby. ;)

    @Marc: Im Ernst, würde mich interessieren. Vlt. müsste man sowas mal von vielen Quellen sammeln und vergleichen … hm. Projekt, ich kann dich hören … ;)

  14. 14

    Angenommen, dass das nicht alles schuldenfinanziert ist, würd ich sagen, der Kapitalismus hat offenbar funktiioniert.

  15. 15
    Mithos

    @JH: Wer hat denn die 525 Ocken musikbezogene Ausgaben eines 10jährigen in den Raum gestellt, du oder ich? Ich habe dann nur noch nen paar nicht Musik bezogen Ausgaben hinzu interpretiert und die Summe auf nen Monat runter gepeilt. Damit lande ich bei 50 Ocken pro Monat – ob das nun direkt als Taschengeld oder indirekt über Abo-Rechnung etc raus geht, ist doch wumpe.

    Also entweder deine 525 Ocken stimmen nicht, oder es handelt sich hier wirklich um 100 Dittscher zum verklötern im Monat, für einen 10jährigen. (Ok, 12, trotzdem ne Menge Holz)

  16. 16
    Torsten

    In der Aufstellung hast Du aber Einmal- und konstante Ausgaben bunt gemischt. Du hast auf Deinem Plattenspieler immer nur Musik im Gesamtwert von 50 Überraschungseiern zum Klingen gebracht?

  17. 17

    @loser: Wäre alles schuldenfinanziert, hätte er wohl am allerbesten funktioniert. Reimt sich, und zwar nicht mal schlecht. Kannste haben, falls du mal eine Protestband gründest. :)

  18. 18

    @Torsten: Zu dem Zeitpunkt: Ja. Ich hab die Platten hoch und runter gehört. Das mit dem Kassetten aufnehmen kam später erst, weitere Platten auch.

  19. 19

    @Johnny Haeusler:

    Nee, nur ueber Vorbereitungen schreiben, richtig gucken ist erst in 2.5 Wochen. Aber Konserve kannst Du auch gucken wenn Du mal Pause von den Inflationsraten brauchst: Islay Beach Rugby Final 2009 Videos.

  20. 20

    Um noch Spielraum für andere zu lassen, benenne ich eine Commercial Site,
    die vorgibt die Benzinpreisentwicklung ab 1950 darzustellen. http://www.aral.de/toolserver/retaileurope/histFuelPrice.do?categoryId=4001137&contentId=58611

  21. 21

    @Johnny Haeusler: Reime auf „-ieren“ gelten nicht, da gibts viel zu viele, da müssen dann schon ein paar Silben mehr her.

  22. 22
    sinaJ

    Wikipedia – „Inflation (von lat.: „das Sich-Aufblasen; das Aufschwellen“) bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre einen andauernden, „signifikanten“ Anstieg des Preisniveaus infolge längerfristiger Ausweitung der Geldmenge durch Staaten oder Zentralbanken. Es verändert sich also das Austauschverhältnis von Geld zu allen anderen Gütern zu Lasten des Geldes: für eine Geldeinheit gibt es weniger Güter, oder umgekehrt: Für Güter muss mehr Geld gezahlt werden, das heißt sie werden teurer. Daher kann man unter Inflation auch eine Geldentwertung verstehen.
    Um „alle anderen Güter“ fassbar zu machen, werden Indizes oder Warenkörbe definiert.“

    Einen Verlauf der Kosten für diesen Warenkorb gibts hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Preisindex_brd_09.png

    Leider erst ab 1991 aber hier wäre der Index seit 1974 von Baden-Württemberg:

    http://www1.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/siska/sgt/sgt14010.htm

    Damit könnte man zumindest die Preise korrekt mit vergleichen.

    Gruß

  23. 23

    Ich würde entpfehlen alles in Gold umzurechnen. wie war der Goldpreis damals und heute. (im Schnitt, die teuerunsrate) denn Gold bleibt von seiner Wertigkeit konstant.

  24. 24
    Andi

    Unter diesem Link gibt es einen DM/Euro-Inflationsrechner. Demnach entspricht ein Euro von heute 75 Pfennig von 1974. (Aber keine Ahnung, wie verlässlich der Rechner ist.)

  25. 25
    Jens

    Ich denke, das wirklich Intressante an der Tabelle ist, dass sich das Gesamtvolumen an Ausgaben zwar erhöht, jedoch zu Lasten der Musik(industrie) deutlich in Richtung Hardware verschoben hat. Das zeigt auch das ganze Malheur dieser Branche auf. Sie hat selbst die nötige Innovationskraft vermissen lassen und sich das Heft von Hardwareherstellern wie Apple, Sony und Nokia aus der Hand nehmen lassen.

  26. 26
    OWeh

    Jesses! So eine Tabelle von einem Journalisten. Als subjektives »Guckt mal« gerade noch ok, aber als Gegenüberstellung, oder gar als Grundlage für irgendeine Aussage total unbrauchbar.

    Sind 525 Euro heute mehr oder weniger als 160 Euro 1974?

    Da fehlt jegliche Vergleichsgrundlage! Nicht nur die Inflation, auch das Einkommen, bzw. die Kaufkraft müsste da reingerechnet werden. Sonst ist das einfach kein Vergleich. Ja, das ist kompliziert, drum machen solche Tabellen sonst auch Fachleute. Entschuldigung.

    Ich könnte mich jetzt ja auch hinstellen und sagen: Guckt mal, wie teuer Autos geworden sind: Ein Golf kostete 1974 neu(!) 4.000 Euro und heute kostet er 17.000 Euro (jeweils das billigste Modell).

  27. 27

    @form: Ok, der Kracher war’s nicht, zugegegeben.

    @OWeh: Journalist?

    @Jens: Danke. Hatte ich auch mehrfach versucht anzudeuten. Diese Verschiebung ist es wohl auch, welche die Musikindustrie dazu veranlasst, bei den Hardware-Herstellern anzuklopfen, was im Übrigen auch nichts neues ist, auch bei Leerkassetten wollte man mitverdienen und teilweise auch an der Hardware, schon immer, soweit ich weiß.

  28. 28

    @Mithos: Ich hab ja nichts zu tun: Wenn ich 500 Euro durch die letzten fünf Jahre teile (Kassettengerät gab’s sogar schon vorher für die Märchen etc.), komme ich auf rund acht Euro. Nimmste nur die letzten drei Jahre, sind es 13 Euro/ Monat. Dass die „nebenbei“ anfallen, kann gut sein.

    Willkommen in der Realität: Ein Kind kostet die Eltern in Deutschland lt. Statistischem Blahfasel bis zur Volljährigkeit etwa 120.000 Euro, und da sind Luxusgüter wie ein Handy und MP3-Player garantiert nicht einberechnet. Und ja, das ist eine Menge Holz.

  29. 29
    jim

    @#760684: dit sind ja 400 ostmark.
    es muss nicht nur die inflationsrate eingerechnet werden, sondern auch der zeitfaktor, der für die produktion aufgewendet wird. und der lag vor 30-40 jahren bei allen produkten wesentlich höher als heute.
    ansonsten finde ich diese aufstellung sehr schön.

  30. 30

    Für 2010 muss noch ein Computer eingetragen werden. Wobei da sicher auch der von Papa und Mama mitgenutzt werden könnte. Aber ein MP3-Player ohne Computer ist nutzlos. Sonst kann man ja nichts draufladen.

  31. 31

    @DrNI: Muss nicht, es geht ja hier um reale Zahlen. Derzeit haben die Jungs keinen eigenen Computer, der MP3-Player wird über unsere Rechner aktualisiert. Fest steht aber: In ein, zwei Jahren sieht das alles nochmal ganz anders aus.

  32. 32
    Tim

    Man muss natürlich auch die Änderung bei der Verteilung der Ausgaben berücksichtigen. 1974 gab ein Haushalt fast 1/3 des Einkommens für Lebensmittel (Essen, Trinken, Genussmittel) aus. Heute sind es nur noch 18%. Dadurch wird natürlich Kaufkraft frei, die in andere Güter gesteckt wird – auch in Kinder, von Kinderklammotten bis Unterhaltungselektronik und Medien.

  33. 33
    Tim

    Noch was: Mein 10-Jähriger hat noch nie was bei iTunes oder MusicLoad & Co gekauft und noch nie ein Konzert besucht. Wir haben keine Spielkonsole im Haushalt. Er „besitzt“ zwei tragbare CD-Radio-Player, ein älteren mp3-Player, den abgelegten PC von Mutter ohne Internetzugang. Handy? Hat er, aber liegt in der Schublade, weil er es selten braucht (altes Nokia mit pre-paid-Karte). Die Ausgaben für Tonträger belaufen sich auf unter 50 Euro, im Jahr!

    Was bei uns kostet: Er spielt E-Gitarre. Noten, Unterricht, usw. gehen am meisten ins Geld.

    Ich denke, ist es schwer aus der obigen Aufstellung irgendwelche allgemeinen Ableitungen herauszuarbeiten. Die Lebensverhältnisse von 10-Jährigen sind heutzutage sehr verschieden.

  34. 34
    Albert

    @Johnny Haeusler: auf welchen konzerten warst du und dein sohn mit 10?

  35. 35

    Ich halte das für eine Milchmädchenrechnung, um – wieder mal – gegen die Musikindustrie zu bashen. Nicht mehr und nicht weniger.

    Vergleichen wir doch einfach mal, was das Einstiegsmodell von VW (damals der Käfer, heute der Fox) im Vergleich kosten, würde man auch sagen: „Ui, die böse Autoindustrie zockt alle ab.“

  36. 36

    Das durchschnittliche Bruttoeinkommen 1974 betrug ca. 20.000 DM. 2010 sind es etwa 30.000 €. Grob umgerechnet also etwa 60.000 DM. Das Verhältnis 1 zu 3 entspricht auch etwa deinen Zahlen oben. D.h. 1974 und 2010 gibt die Familie Haeusler prozentual ziemlich exakt das gleiche für Musik aus. 160€ 1974 sind relativ genau 525€ heute.

  37. 37
    Mithos

    @JH: Sehr schöne Zahlenspielerei. Und du hast sogar ganz trickreich die Bezugsgröße unterschlagen (welcher Zeitraum denn nun, ein Jahr, ein Jahrhundert?). Dann einmalige Ausgaben mit wiederkehrenden Ausgaben in einen Topf geschmissen. Toll.
    Kann ich auch: Meine Ausgaben für Smartphones:
    1990: 0 Ocken
    2010: 500 Ocken

    Mach nen Statistik-Fälscher-Wettbewerb draus, nenn den Preis „Goldenes Milchmädchen“. Erster Preisträger für sein „Lebenswerk“ ist natürlich die Bild.

  38. 38
    _Flin_

    Inflationsdaten gibst bei Wikipedia
    http://de.wikipedia.org/wiki/Inflation
    und beim Statistischen Bundesamt.
    http://is.gd/cpNRB

    Insgesamt lag die Inflation (Bundesrepublik) zwischen 1974 und jetzt bei ca. 139,76%

    Somit würden aus obigen 160€ 383,81€ werden. Was auch inflationsbereinigt den Punkt zeigt: Johnny gibt für seinen Sohn mehr für das Medium Musik und was damit zusammenhängt, als seine Eltern für ihn ausgegeben haben.

    Und was sagt uns das über die Medien und die Gesellschaft? Nichts. Es sagt uns nur etwas über Johnny, seine Eltern und seinen Sohn.

  39. 39
    _Flin_

    Boah, da sind ja noch jede Menge andere Schlaumeier wie ich unterwegs in den Kommentarspalten.

    1. Einkommen hat mit Inflation nix zu tun. Inflation ist Inflation, Einkommen ist Einkommen. Haste 20.000, schön, Haste 30.000, noch schöner. Liegen dazwischen 50% Inflation, isses wurscht, weil du genau gleich viel hast. Und zwar im Vergleich zu dem, wieviel aus dem Warenkorb Du kaufen kannst, was im Warenkorb des Statistischen Bundesamtes ist. Man muss inflationsbereinigte Ausgaben nicht mit einer Einkommenserhöhung gegenrechnen, denn das macht ja gerade die Inflationsbereinigung.

    2. @Tim 79: Man muss auch keine Änderungen bei der Verteilung der Ausgaben berücksichtigen. Diese werden im Warenkorb des Statistischen Bundesamtes berücksichtigt, der für die Berechnung der Inflationsrate herangezogen wird.

    So, genug kluggeschissen.

  40. 40
    Stephan (Der Echte)

    Man man Johnny. So eine Liste hätte von mir sein können. Ich glaube, ich gehe genau so optimistisch eine eine interessante Diskussionsgrundlage ran, wie Du. Leider kommen dann die Kommenthaarspalter sofort angeschossen und rasieren an der Liste rum, als obs ’ne Statistik hätte sein sollen. Die Intension wird einfach nicht wahrgenommen, es ist ja auch viel schöner, raushängen zu lassen, was man nicht alles für „Fehler“ beim Anderen finden kann. Dabei sind’s ganz offensichtlich keine Fehler – und weist man nochmal auf seine Intension hin, wird der Hinweis stur ignoriert und weiter dran rumrasiert, was man für eine Statistik hält (was aber nie eine hatte sein sollen!!). Naja. Tut mir echt leid, Johnny.

    Für mich hab ich übrigens festgestellt, das weder meine Eltern noch ich selbst groß Geld an „die Musikindustrie“ ausgegeben haben – schlicht, weil es nicht so sehr interessiert hat. Was teuer war, war der Musikunterricht und das Instrument meines Bruders. Bei mir gings in diversen Sport. Ich bin gespannt wie das mit meinen Kindern mal wird.

    Aber amüsant zu sehen, dass das „aber dann musst Du das selbst bezahlen“ auch woanders verwendet wird. Wenn meine Eltern nicht sonderlich begeistert von einer meiner Ideen waren, sah so meist der Kompromis aus :) Naja, auch sonst wurde der Umgang mit Geld so vermittelt. Budget hat Grenzen, ganz einfach eigentlich…

  41. 41
    intersubjektiv

    Diese Aufzählung zeigt auch schön, dass das Verhältnis zu Geld und zu Kindern heute ein anderes ist. Eltern, sofern sie es sich leisten können, geben heute mehr Geld für ihre Kinder aus. So what? Ist doch klasse. Da sind Dinge dabei, die mir als Kind auch Spaß gemacht hätten. Leider hatten meine Eltern es damals nicht – wollten lieber auf nen Haus sparen, denk ich. Und das was übrig war, wurde in meine Nachhilfe investiert. Genutzt hatte es auch nicht viel, aber das ist ein anderes Thema.

    Solange Eltern durch Anschaffungen (Nintendo, DVD, Hörspiele) nicht versuchen, sich ihre Kinder vom Hals zu halten, also gelebte Beziehung negieren, find ich es völlig o.k.

  42. 42

    ein zehnjähriger?

    irgendwie hakts da bei mir.

  43. 43

    @jens: Gedanken für die Zukunft machen sich schon zum selbstzweck andere. Egal ob vordergründig offene Formate oder bereits bestehende.

    Das mit dem OPEN SOURCE mag von den einzelnen Entwicklern gut gemeint sein.
    Hypothese:
    Irgendwann wird alles gekauft werden müssen. Schrecklicher Gedankengang.

  44. 44
    Mister T

    Interessant wäre auch noch, wie bei einem ansonsten identischen Jungen mit anderem Vater die Ausgaben aussehen würden. Die iTunes und Livekonzert-Ausgaben könnten ja durchaus etwas mit der Erziehung durch einen Musiker zu tun haben. Insofern würde mich viel mehr als die Angleichung der 1974-Statistik der Unterschied zu Mitschülern interessieren (und vielleicht auch der Vergleich zu einem gleichalten Mädchen – zu meiner Zeit haben die ein vielfaches mehr Geld für Pferde mit bunter Mähne ausgegeben, aber vielleicht können Mädchen inzwischen ja auch Musik hören).

Diesen Artikel kommentieren