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Spanien – Honduras 2:0


Ja, das dachten viele: dass die Spanier Honduras zu Chorizo verarbeiten. Aber nein!

Das also soll die Mannschaft sein, die nach einhelliger Meinung vieler Experten als einzige Nationalmannschaft weltweit in der Lage sei, die Champions League zu gewinnen. Bei dem Tempo, das die gespielt haben, hätten sie schon gegen den RSC Anderlecht Probleme bekommen. Langsam und behäbig, hätte der spanische Spielaufbau ein Sternzeichen, es wär der Schildkröt.

Sie zeigten ihre große Kunst nur in kleinen Häppchen. Tappasfußball. Manchmal gabs gabs Datteln im Speck, manchmal vor Fett triefende Kartoffeln. Nur Navas und Ramos dachten bisweilen „vamos“; aber gerade Navas Pässe waren häufig zu schlau für seine Mitspieler.

Und David Villa. Der macht auf Super G, lässt zwei Leute stehen und zwirbelt die Zwiebel ins lange Eck. „Super“, jubelte Klinsi, „wie der das macht im eins gegen ein gegen zwei.“ Da musste man schon die Finger zur Hilfe nehmen, um dem Bundesklinsi folgen zu können.

Zu sagen, Honduras folgte einem Spielplan, wäre übertrieben. Die spielten das wie kleine Kinder Lego: man nimmt, was gerade kommt, steckt das irgendwie zusammen und behauptet am Schluss, es wär ein Flugzeug. Oder ein Pferd. Oder eine Ballsportart.

Gleich nach der Pause durfte Villa sich nochmal freuen, als er den Ball vom Strafraum aus über den Torwart (ca. 1,44 m, kann aus dem Stand beinah auf einen Bierkasten springen) drüberlupfte.

Die Schweizer zitterten schon.

Aber Spanien hatte nicht mehr viel Lust auf Tore schießen. Wenn sie den Ball stafettenartig bis in den honduranischen Strafraum hineingepasst hatten, spielten sie ihn sofort zurück bis zum Mittelkreis, und dann wieder von vorne. Villa verschoß einen Elfmeter, Xavi traute sich gar nicht erst zu schießen. Es könnte ja was kaputtgehen.

Prompt wurde er ausgewechselt, Torres auch. Honduras verweigerte sich komplett den Zweikämpfen, spielten aber sporadisch mal nach vorne: irgendein bedauernswerter Stürmer bekam den Ball und musste dann zusehen, wie er klarkam. Meistens fiel er aus schierer Verzweiflung einfach um.

Ich fall jetzt auch um. Gute Nacht.

8 Kommentare

  1. 01

    Pffffffffff … immer mit der Ruhe, die spielen sich halt noch warm. Der spanische Kater hat ein exzellentes 2:0 getippt, bin zufrieden! Sehr!

  2. 02
    Käffchen

    Der Kater?

    Miouwww! Meeeeooooow!

  3. 03
    ivory tusk

    spiel nicht gesehen, finde es aber trotzdem sehr schade.
    Denn obwohl spanien nicht der favorit zu sein schein, als der er anfangs ausgemacht wurde, ist das mit chile und schweiz dann doch auch ein ganz kleines bischen Todesgruppe für die Honduraner (sagt man das so?), die so eine schöne flagge haben.

  4. 04
    Alex

    Das spanische Spiel erinnerte mich an das Spiel gegen die Schweiz. Bis zum 16r sieht das alles ganz gut aus und dann machen sie sich das Leben selbst total schwer und kompliziert. Keiner will mal abziehen… lieber spielen sie den Ball noch 4x hin und her und dann noch 6x, bis es dann endlich mal einer der Gegner schafft einen Fuß dazwischen zu bringen.

  5. 05
    kkaddi

    Das Spanien Spiel hat mich irgendwie an, das Spiel Deutschland Serben erinnert. Als der Spanische Spieler den Elfmeter vorbei schoss habe ich nur an Poldli gedacht der zu mindesten noch den Torwart getroffen hat und nicht fünf Meter vorgeschossen. Da habe sich alle ihm umgehackt wurde.

    So kann man gespannt sein ob Spanier weiter kommen oder nicht da Sie ja erst noch dass dritte Spiele gegen Chile erst mal schlagen müssen.Da drücke ich drücke den Chile die Daumen.

  6. 06
    Sebastian

    @kkaddi: Du liest Dir Deine Posts nicht noch mal durch, bevor Du auf den Absenden-Button drückst, oder? ;)

  7. 07
    Waserbauch

    Wirklich die mit Abstand besten Spielzusammenfassungen weit und breit. Wollt ich mal so sagen.

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