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Frankreich – Südafrika 1:2

Die einzige Möglichkeit, überhaupt noch Sympathien zu gewinnen, war die: 4-0 gegen Südafrika verlieren und hoffen, dass Uruguay gegen Mexiko gewinnt. Sie mühten sich auch redlich, kaum 25. Minuten gespielt, da stands auch schon einsnull für Südafrika: Lloris, eigentlich ein Guter, unterlief eine Flanke. Und Südafrika machte ein Kopfballtor. Südafrika! Kopfballtor! Das dürfte das erste Mal gewesen sein seit dem Freundschaftsspiel gegen das Volk der Pygmäen.

Und auch der Schiedsrichter wollte seinen Teil zum gelungenen Abend beitragen. Wahrscheinlich grämte er sich ob der schlechten Kritiken, die sich seine Zunft im Laufe der WM eingefangen hat, und zeigte aus dem Stand und ohne Ansatz Gourcuff die rote Karte. Warum, war egal. Standing ovations auf der ganzen Welt. Frankreich spielte davor eh schon, als wären sie zu viert, da machte einer weniger keinen Unterschied mehr.

Mein Sarkasmus soll nicht darüber hinwegtäuschen: Südafrika spielte gut, sehr gut, viel zu gut für eine französische Mannschaft, die auseinanderfiel wie ein Lepröser im Endstadium.

Und dann setzte sich die französische Abwehr kollektiv die rote Clownsnase mitten ins Gesicht, sprang auf Stelzen durch den eigenen Strafraum und bließ Konfetti in die Luft; währenddessen presste Mphela den Ball über die Linie. Zweinull, wir jubelten. Im Ernst jetzt.

In der Pause streiften sich die Franzosen ihre Streikhemden über. Leider gab es keine Live-Schalte aus der französischen Kabine, da hätte man noch einiges lernen können. Passende Kosenamen für Domenech zum Beispiel.

Nach der Halbzeit: Die Franzosen mit einem Laufaufwand, als würden sie eine Stange filterlose Gauloises am Tag rauchen. Und einem Ballgefühl, mein Gott. Als hätten sie sich jeder zwei Flaschen besten Roten zum Mittagessen reingepfiffen. Halb Frankreich tat es ihnen gleich.

Es kam Henry. Wenn es mit dem Fuß nicht klappt, dachte wohl Domenech, muss eben einer kommen, der sich was aus dem Ärmel schütteln kann. Wie gegen Irland. Zweiter Ballkontakt, Henry nimmt den Ball mit dem Arm an. Gelernt ist gelernt.

Aber noch nicht mal vernünftig verlieren können die Franzosen. Lloris hinten hielt viel zu gut, und Malouda machte den Anschlusstreffer. Putain de merde. Sogar das Spiel haben sie noch kaputtgekriegt.

Morgen geh ich zur Botschaft und frage, wie viele Lebensmittelgutscheine ich bekomme, um an allen Ecken der Stadt Pastis auszugeben. Sie werden verzweifelt genug sein, mir ein paar Scheine in die Hand zu drücken, um das Ansehen Frankreichs aufzupolieren.

Aber ich werde, in Gedenken an das Offensivspiel der Franzosen, nicht abgeben.

Ursprünglich wollte ich über etwas anderes schreiben in diesem Zusammenhang. Im Endeffekt habe ich entschlossen, das Schlusswort dieses Artikelteils wahrwerden zu lassen. Aber ich will es auch nicht verschweigen, wie die Situation in Frankreich tatsächlich ist; deswegen hier als Nachtrag. In klein.

„Ich starre auf den Bildschirm und denke: Das kann nicht sein. Das ist absolut unmöglich. Das gibt es nicht.

Es ist nicht das Spiel, das mich derart fassungslos macht. Auch nicht die Sperenzken der französischen Mannschaft die letzte Woche, obwohl die sich aufgeführt hat, als wäre sie eine mit Tollwut infizierte, autistische Kindergartengruppe, die gerade zum militanten Anarchismus konvertiert ist. Nein, was mich derart fassungslos macht, ist folgender Kommentar:

„Man will kotzen bei dieser Generation von Vorstädtern (…). Man muss sich der ethnischen und religiösen Brüche, die diese Mannschaft untergraben, Gewahr werden. Die französische Nationalmannschaft ist eine Bande von Schurken, die keine Moral als die der Mafia kennt.“

So ist es: Sie sind scheiße, weil sie Neger sind. Und Muslime. Und aus der Banlieue.

Nun bekommt man solche Äußerungen in diversen Foren und Facebookeinträgen bestimmt zu hunderten recherchiert. Nicht umsonst liegt der Front National in Frankreich jenseits der 10 Prozent. Aber war das ein Zitat eines anonymen, hetzenden, rassistischen Rechtsextremisten, dem das Hirn zu einem Klumpen Camembert zusammengeschmolzen ist, und dem man so lange Baguettes in den Arsch schieben möchte, bis das Stammhirn wieder funkt?

Nein. Alain Finkielkraut ist ganz bestimmt nicht anonym. Alain Finkielkraut, der diese Worte sagte, gilt als einer der bedeutendsten Intellektuellen Frankreich. Und damit ist er mit einem gesellschaftlichen Ansehen gesegnet, das man hierzulande, wo selbst der Frisurenpeter Richard David Precht unter die Belichteten gezählt wird, kaum schlüssig erklären kann. Vielleicht so: Finkielkraut ist Dieter Bohlen, aber für die andere Hälfte der Gesellschaft. Die obere.

Gesagt hat er diese Worte dem Fernsehsender Europe 1. Und weil es nicht jeder gehört haben könnte, wie Finkielkraut seine rassistische Scheiße in die Welt hinausbläst, durfte er das ganze nochmal in einer französischen Sonntagszeitung und bei France Inter in Exklusivinterviews wiederholen. Damit es in Frankreich auch ja jeder mitkriegt.

So wird die spielerische Bankrotterklärung der französischen Nationalmannschaft zur moralischen Bankrotterklärung von Finkielkraut. Und die französische Presse ist sich nicht zu Schade, diese Bankrotterklärung in aller Form auszuwalzen, bis sie vom Mittelmeer bis zum Ärmelkanal reicht.

Das ist übrigens typisch französisch. Diese Lust am Scheitern, diese Lust an der eigenen Dekadenz. Wer „im Grunde jeden Krieg verliert, gegen wen auch immer“ (Wischmeyer), hat eben nichts anderes als diese masochistische Lust am eigenen Scheitern. Nicht umsonst breite ich mich derart darüber aus; aber der senile Finkielkraut soll nicht den Triumph haben, dass ich darüber die Unfähigkeit der französischen Mannschaft vergesse.“

56 Kommentare

  1. 01

    Alles unfassbar…sowohl das groß-, als auch das kleingeschriebene…

  2. 02

    Lieber Fred,
    machen wir uns doch nichts vor.
    Wer nur mit Rechenschieber und
    Management für sein Land zu spielen bereit ist,
    sollte sich dafür schämen. Es geht schliesslich
    um Ehre und Gewissen.
    Aber wie wir wissen sind die Spieler nur darauf aus,
    Geld zu generieren, mithilfe der zahlungsfähigen
    Fans.
    Wüürg

  3. 03

    Wenn du Rassismus sagst, wer sollte da noch widersprechen..?

  4. 04

    Zum Großgeschriebenen: Ach! Obwohl ich ein Tor für Frankreich tippte, bin ich jetzt doch erstaunt, dass sie dann doch noch eins geschossen haben.

    Zum Kleingeschriebenen: Da wird noch unglaublich viel bösen Wörterblut fließen. Schade. Eigentlich ist es ja nur Sport.

  5. 05
    andre

    Selten so einen Mist gelesen.

  6. 06

    Zum Spiel: Einer unverdienten Teilnahme an der WM folgt das verdiente Ausscheiden. Über die Art und Weise ist schon alles gesagt und geschrieben worden.

    Zum anderen: Es wird wohl leider nicht bei dieser Betrachtung bleiben. Die Messer werden schon gewetzt von denen, die natürlich es schon immer wußten und der Welt jetzt mal die Augen öffnen wollen. Diese Meinungsmacher könne sich von mir aus auf ein Eiland verziehen und sich gepflegt im Halbkreis ihre Geschichten erzählen und sich gegenseitig feiern. Aber bitte auch nicht mehr.

  7. 07
  8. 08
    Stefan

    Lesen Sie (vielleicht) in Zukunft auf Spreeblick:

    Die Poesie der Krankheit

    „… das war kein Spielfieber, das war Malaria…“

    „… nach dem Spiel fühlte er sich gef****, wie ein Syphilis-Kranker“

    „… handelt es sich bei ihm eindeutig um das Krebsgeschwür der Mannschaft…“

  9. 09
    dismax

    Ein Anelka oder ein Domenech haben den Franzosen überhaupt nicht die Ehre genommen, sondern der Welt nur ihr ganz perönliches Scheitern gezeigt. Wunderbar erleben zu dürfen, dass nicht nur wir kleine Pupser auf die Fresse fliegen. Danke!

    Hingegen ist ein Alain Finkielkraut ein gefährlicher Hetzter und solche Menschen können einem Land nur Schaden.

  10. 10
    Frédéric Valin

    @Stefan: Die werd ich mit einbauen! Also, mindestens den mit der Malaria.

    Oder auch:

    – der Schiedsricher ohne Fingerspitzengefühl, ganz wie ein Tetraplegiker

    – unkoordiniert wie ein Epileptiker (wahlweise auch: Tourette-Syndromatiker)

    – Er las das Spiel, als hätte er Dyslexie.

    (u.a.)

  11. 11
    xconroy

    Die französischen „Intellektuellen“ haben schon seit längerem ein Niveau erreicht, dessen Tiefstand die Fußballer gerade erst einzohlen im Begriff sind. Finkielkraut ist da bei weitem nicht der Einzige, da gibts ne ganze Reihe, die immer wieder gerne bei PI lobend zitiert wird. Glucksmann, Houllebecq, auch Kouchner afaik – sie eint das Ressentiment gegen „Überfremdung“. Ein Camus ist da weit und breit nicht zu sehen.

    Zum Spiel: was mich wundert, ist ja die Strunzdoofheit der Franzosen. Gut, sie sind keine Mannschaft, sie kämpfen nicht für irgendwas Gemeinsames – drauf geschissen. Aber sie sind doch alle riesengroße Egoisten und müßten doch wissen, daß solche Auftritte nicht unbedingt positiven Einfluß auf den geliebten Marktwert haben, und daß sich vielleicht dann weniger Vereine mit Gehaltsangeboten gegenseitig überbieten werden, um so einen zu angeln. Außer Ribery in der zweiten Hälfte kam da doch nix. Die Anwesenheit von Sagna wäre mir ohne seine Frisur, die ab und zu mal am Bildschirmrand auftauchte, gar nicht aufgefallen.

    Das Besondere am Fußball im Vergleich zu anderen Spielen ist ja seine relative Unberechenbarkeit. Schön, daß das endlich auch den Schiedsrichtern klargemacht wurde: Klare Linie? Laaaangweilig! Und daher kam nach dem MMA-Ringrichter von Brasilien/Elfenbeinküste jetzt wieder jemand, der ursprünglich die Kreismeisterschaft im therapeutischen Sitzballett für glasknochenkranke Grundschülerinnen pfeifen sollte und in letzter Minute abkommandiert wurde.

  12. 12
    Frédéric Valin

    @xconroy: „der ursprünglich die Kreismeisterschaft im therapeutischen Sitzballett für glasknochenkranke Grundschülerinnen pfeifen sollte und in letzter Minute abkommandiert wurde“

    Sehr sehr schön. Und wahr.

  13. 13
    xconroy

    Hm… „einzohlen“ klingt wie irgendwas, was die Nordkoreaner möglicherweise erwartet, wenn sie nach Hause kommen…

  14. 14

    @Frédéric Valin:
    Vielleicht hilft es mit unverständlichen Fremdwörtern zu erklären,
    dass die Blauweisen schlichtweg einen Scheiß auf dem Feld ab-
    geliefert haben,
    http://www.lemonde.fr/sport

  15. 15
    johannes

    „Südafrika spielte gut, sehr gut“

    Was für ein Spiel hast du gesehen? Südafrika war drittklassig.

  16. 16
    mnjaaa

    schade für die südafrikaner.bin wirklich bei jedem tor und jeder chance von ihnen hochgesprungen als wäre es die deutsche nationalmannschaft .
    habe auch genauso über 90 minuten mitgefiebert.und hab mir immer gedacht:“passt verdammt noch mal endlich besser auf ribery auf!“

    naja,wenigstens sind sie nicht sieglos ausgeschieden.den sieg gönne ich den bafana bafana´s total! :)

  17. 17
    mnjaaa

    @johannes: die südafrikaner haben sogar ,meiner meinung nach, sogar vor der roten karte für frankreich besser bespielt.
    siehe tor nummer 1,das war vor der roten karte.
    welches spiel haben sie denn gesehen?

  18. 18
    Frédéric Valin

    @johannes: Du hast nicht sehr viel dritte Liga gesehen die Sasion. Wahrscheinlich hast Du noch nicht mal viel zweite Liga gesehen die Saison. Können sich mal Unioner zu Wort melden, um da einen qualifizierten Vergleich aufzumachen?

  19. 19
    mnjaaa

    schade finde ich übrigens,dass es zu diesem spiel kein „kicken kucken“ gab ;)

  20. 20
    Eazydor

    Weißt du überhaupt, was Putain de Merde bedeutet?

  21. 21
    Frédéric Valin

    @Eazydor: Keine Ahnung. Erklärs mir!

  22. 22
    Eazydor

    Lässt sich nicht wörtlich übersetzen: Bedeutet „verharmlost“ soviel wie beschissene Huren. Glücklicherweise kenn‘ ich mich in dem Segment nicht so gut aus, da man uns in Belgien relativ früh lernt, manche Dinge stehen zu lassen. Darüber diskutieren wir nicht. Putain ist unten. Ganz weit unten. Aber Google Translate sagt sicher was Anderes.. Ferner dessen macht der Artikel stark den Eindruck als ob der Autor andere Probleme habe, als „nur“ Ausdrucksschwierigkeiten. Liebe Grüße, Sydney.

  23. 23
    mnjaaa

    gnahaha

  24. 24
    Frédéric Valin

    @Eazydor: Och, das tut mir jetzt leid, dass ich Dich so hab auflaufen lassen. Vielen Dank für die Erklärung!

    (Ich bin Franzose. Ich fluche immer so.)

  25. 25
    mnjaaa

    @Frédéric Valin: sollte man eigentlich am namen merken.
    „Eazydor“ hat wohl gedacht es währe n pesudonym.ok,kann auch sein,aber naja….
    wie gesagt: gnahahaha

    war vielleicht etwas übertrieben.aber im prinzip stimmts.
    nur söldner hätte ich passender gefunen ;)

    ps:kann kein französisch udn habe babelfisch genuzt.

  26. 26
    Eazydor

    @Frédéric Valin: Komisch, ich habe mir grade gedacht, Mäuschen weiß sehr wohl was er schreibt. Es ist nur die Differenz zwischen Franzosen und Belgiern. Hör‘ mal, Freund, ich weiß nicht wer dir in den Schampus gepinkelt hat, aber wohl das ich mir das nicht von ’nem undisziplinierten u. labilen 3-Klasse-Redakteur gebe, cava? a la prochaine, mon copain.. S.

  27. 27
    mnjaaa

    *popcorn hol*

  28. 28
    Frédéric Valin

    @Eazydor: Ach komm. Mit Ironie hast Dus wohl nicht so ganz, wa? (Das war ironisch.)

    Ich fand die Erklärung tatsächlich sehr nett. Im Ernst. (Das war unironisch.)

  29. 29
    Eazydor

    Hey Fréd,

    ich möchte mich nicht streiten. Mich stört alleine schon die Art wie ich selbst reagiert habe. Dafür möchte ich mich entschuldigen, bei dir.
    Dennoch find‘ ich einfach, der Ton macht die Musik.
    Viele sind sicherlich deiner Meinung, aber viele finden auch den angeschlagenen Ton ebenso wie deinen mehr oder weniger aggressiven Stil unangebracht.
    Man(n) sollte sich nicht so schnell foppen lassen. Du nicht. Ich nicht. Keiner. Und schon gar nicht über Fußball.

    Cool ?!?

    S.

  30. 30
    Frédéric Valin

    @Eazydor: Cool. Absolut.

  31. 31
    Eazydor

    Belgien ist gar nicht bei der WM dabei. DAS sind Probleme.

  32. 32
    Frédéric Valin

    @Eazydor: Ich weiß nicht. Ich würd rückblickend sehr gerne tauschen.

  33. 33

    @frédéric naja, unioner wären an bord, aber südafrika hab ich nicht gesehen – dieses komische *arbeiten*, weißte: das hält immer so vom wesentlichen ab ;)

  34. 34
    kkaddi

    So wie Frankreich gespielt haben, bei dieser WM, war es verdient, dass Sie in der Vorrunde Ausgeschieden sind. Von Frankreich war ich, echt schwer enttäuscht, wie Sie bei dieser WM gespielt haben. Mal sehen, wie Franzosen in Paris begrüßt werden, wenn Sie dort ankommen.

    Ich hätte mich gefreut, wenn Süd Afrika weiter gekommen wären, als Gastgeberland.

  35. 35

    So sage ich mal ganz Provokant,

    lasst die Blauen ruhen, die ande4n
    at Top gesetzten Mannschaften werden weiterkommen.

    Komisch Gell?

  36. 36
    dismax

    @Frédéric Valin:
    Mein Gott Frédéric, du hast ja keine Ahnung, ich hatte richtige Lachkrämpfe.

  37. 37

    Das war gerade mein erster Artikel, den ich zum Thema WM gelesen habe. Und der war auch noch sehr gut geschrieben. Danke Johnny, für den nachträglichen Hinweis auf Twitter. Danke Fred, für gute Arbeit! Vielleicht sollte ich doch noch anfangen, mehr über Fußball zu lesen?! Bisher dachte ich immer, die Schiris wären an allem Schuld. Oder Ballack.

    Weiter so!

  38. 38
    Alex

    ich möchte nicht mal ausschliessen, dass es hier (sollte die deutsche mannschaft heute ausscheiden) zu ähnlichen kommentaren kommt (wenn wohl auch nicht in dieser deutlichkeit).
    wobei wohl zu erst auf die unerfahrenheit der spieler und dann auf den trainer geschimpft wird.

    im nachhinein betrachtet lässt sich sagen, dass henry mit seinem handtor gegen irland weder sich noch uns einen gefallen getan hat.
    die französische nationalelf hätte es sich sparen können, sich vor der ganzen welt lächerlich zu machen und irland hätte vielleicht wirklich fussball gespielt (die haben in der vorbereitung ein paar nette spiele abgeliefert).
    naja, seis drum. heute 2 sehr spannende gruppen!

  39. 39
    Procul Harum

    Es gibt ethnische und religiöse Brüche in der Mannschaft, da hat Finkielkraut doch recht !?
    Nur war das 1998 nicht anders und da wurden sie Weltmeister. Er wollte wohl die Debatte auf sein Hauptthema Immigration lenken. Und da hat er jedenfalls auch Vernünftiges zu melden.

    Bei den Brandschatzungen vor ein paar Jahren war er so ziemlich der Einzige, der nicht ausschließlich das Lied der armen Opfer sang, die vor lauter Hoffnungslosigkeit und Unterdrückung Schulen und Kindergärten abfackeln mussten.

  40. 40
    Frédéric Valin

    @Alex: Ich fürchte auch. Wenn nach dem Australien-Sieg vom belebenden „internationalen Moment“ gedaselt wurde und ständig auf die Herkunft der Spieler hingewiesen wird, um ihre Stärken und Schwächen zu erklären, dann verwundert das ja auch nicht besonders. Da leisten die Medien dem Rassismus im Falle eines Misserfolgs ja Vorschub.

  41. 41
    blitzkid

    Ich kann Ihren Zorn ja verstehen. Aber lassen Sie ihn doch nicht an dem armen Richard David Precht aus. Seien Sie doch froh, dass endlich mal wieder jemand philosophische Ansätze populär macht!

  42. 42
    dismax

    @Procul Harum:

    Es ist eine verdammte Sauerei die französische Mannschaft für die sozialen Probleme Frankreichs zu instrumentalisieren. Finkielkraut ist sich der sehr heiklen Situation völlig bewusst und giesst genüsslich Öl ins Feuer. Diese Heuchler kotzen mich an, wenn die Neger mit dem Maillot bleu Weltmeister werden sind sie Helden, wenn sie verlieren sind sie eine Bande von Vorstadtschurken.

    Zum Glück wird Frankreich klug genug sein, sich nicht von diesen Hetzern blenden zu lassen. Jedenfalls sind diese Vorstadtprobleme in allen Ländern zu Hause. Heute weiss man, das die Gettoisierung bestimmter Sozialschichten und Volksgruppen ein Fehler war/ist. Deutschland mit den Türken, Italien mit den „meridionali“ und Osteuropäer, England mit den Pakistaner und ihren „White trash“. Es bilden sich unberechenbare und gefährliche Parallelgesellschaften. Die Lösung ist kontrollierte Einwanderung und Integration mit den Einheimischen. Die Kinder von Einwanderer müssen zusammen mit französischen Kindern spielen und aufwachsen. Sie sollen das Denken und Leben der französischen Familie und vor allem die Werte kennen lernen. Kinder sind von Natur aus Autodidakten und können sehr gut differenzieren, man muss ihnen nur die Möglichkeit geben. Sie übernehmen instinktiv die „besseren“ Gewohnheiten und sie streifen sich die „dummen“ Traditionen ab. Integration ist nur so möglich!

  43. 43
  44. 44
    Rijkaard

    Mal ganz polemisch in die Runde geflüstert:
    Hier in Holland ist alles goed.

  45. 45
    dismax

    @Rijkaard:

    Bei euch Kiffern ist immer alles goed. :-)

    (Kleine dumme Bemerkung am Rande )

  46. 46
    Procul Harum

    [Gelöscht. Hier werden keine Menschen herabgewürdigt.]

  47. 47

    man muss gar nicht nach frankreich und zu finkielkraut schauen. gibts auch hier, wenn auch etwas subtiler. gestern im halbzeit-heutejournal hieß es:

    „gescheitert ist damit auch das multikulti-modell einer vorzeigemannschaft, in der franzosen aller hautfarben ein beispiel für gelungene integration geben.“

    ab 1:58 min:

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1074748/14.-April-1993-Deutschland—Ghana-61#/beitrag/video/1074510/ZDF-heute-journal-vom-22-Juni-2010

    ist zwar „nur“ sport, aber dafür ganz schön viel meinung für eine öffentlich-rechtliche nachrichtensendung. und eine ganz schön miese dazu. denn nach allem, was man weiß, hat die mannschaft probleme mit dem trainer. und mit ihrem ego. und mit ihrem miesen spiel. aber doch nicht mit der anderen hautfarbe und kultur des mitspielers, oder?

    zwei fragen ans zdf hätte ich da auch noch: wenn das mehrere-hautfarben-modell gescheitert ist, was könnte denn dann kommen? soll laurent blanc seinem nachnamen alle ehre machen?

  48. 48
    Frédéric Valin

    @1ng0: Nur noch Bretonen aufstellen. Und die Elsässer dürfen wieder für Deutschland spielen. Irgendwie so. Bestimmt!

  49. 49
    dismax

    @Procul Harum:

    Nimmt mich Wunder wen oder was du herabgewürdigt hast?

    @1ng0:

    Ganz genau, sind rein menschliche Probleme zwischen Spieler und Trainer. Was soll’s, ist in die Hosen gegangen, etwas trauern und dann wieder nach vorne schauen.

  50. 50
    Frédéric Valin

    @dismax: Ich hab das editiert. Hier wird niemand auf Grund seiner Anschauung als „menschlicher Dreck“ bezeichnet.

  51. 51
    dismax

    @Frédéric Valin:
    Ja verstehe, könnte in ein böses Wortgefecht enden. Irgendwie trotzdem Schade, die Typen nehme ich mir am liebsten zur Brust.

  52. 52
    Procul Harum

    @Frédéric Valin:
    So ein Schwachsinn. Ich habe von „unmenschlichem Dreck“ geschrieben und meinte Extremismus. -,-

  53. 53
    egal

    @Frédéric Valin: vielleicht kann er/sie ja nächste saison mal bei den doofen herthanern vorbeischauen, um zu sehen, wie miserabel manche zweitligisten spielen…

  54. 54
    Frédéric Valin

    @Procul Harum: Jetzt, wo dus sagst: stimmt. Hab ich missverstanden, ich dachte, Du meintest damit die Prediger. Mein Fehler. Sorry.

  55. 55
    Procul Harum

    @Frédéric Valin:
    Koin Ding ;-)

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