1

Festival: Rue Princess

Ein Strasse aus Abidjan feiert sich im Haus der Kulturen der Welt. Initiiert von dem Künstlerduo Gintersdorfer/Klaßen, präsentieren sich hier drei Tage und Nächte lang die Akteure der Szenemeile Rue Princess.
Und wie es sich für eine richtige Strasse gehört, trifft man dabei auf Pop, Show, Fashion, Politik, Klischees, wird diskutieren ob afrikanische Politiker die besseren Schauspieler sind, Europäer prinzipiell tanzen können, Coupé Décalé und Electro zusammenpassen und bei Schnaps darüber philosophieren, ob die Realität entscheidender ist als die Illusion.
Der blasse Teint wird dabei u.a. vertreten durch so erfreuliche Leute wie Jaques Palminger und Carsten „Erobique“ Meyer (oben im Bild hinter Sänger und DJ Shaggy Sharoof) und den vortrefflichen Bernadette la Hengst.
Eine krude Mischung aus Theater, Performance, Party und Diskussion soll’s werden und da geh ich jedenfalls hin.

In den letzten Jahren hat eine junge Generation von DJs, Tänzern und Videofilmern in einer Situation der extremen ökonomischen, politischen und sozialen Krise eine spezifische städtische Lebensform und einen eigenen Stil geschaffen, der seinen Ursprung auf der Straße hat und Vorstellungen unterschiedlicher Herkunft verbindet. Abidjan ist ein Ort intensiver ethnischer, kultureller und wirtschaftlicher Begegnung und mittlerweile vergleichbar mit anderen Metropolen, weltweit. Die Rue Princesse, legendäre Vergnügungsmeile in Abidjan steht dabei beispielhaft als Schmelztiegel der aktuellen, westafrikanischen Kulturszene und macht die Schnittstellen kultureller Produktion in ihrer Verknüpfung sichtbar. Das Beharren der Bevölkerung auf Amusement, Liveanimation und Tanz hat während einer bürgerkriegsähnlichen Krise einen Raum widerständiger Selbstbehauptung geschaffen. Gleichzeitig haben Pfingstkirchen Theatern und Kinos mit ernstem Kulturprogramm den Rang abgelaufen, indem sie die Messen zu mitreißenden multimedialen Spektakel mit archaisch-modernem Wundercharakter transformiert haben, in dem die Kirchenbesucher zu Akteuren werden.

‚Spannend‘ darf man ja nicht sagen, ‚interessant‘ auch nicht und Palminger empfiehlt sich demütig vor Begeisterung in die Elfenbeinkiste.
Wir werden sehen…

Berlin, Haus der Kulturen der Welt
Do, 2.9.–Sa, 4.9. 18:00-open end

Tagesticket: 13,- / ermäß. 10,- Euro
Spät-Tarif (ab 23 h): 5,- Euro
Festivalpass: 25,- Euro

1 Kommentar

  1. 01

Diesen Artikel kommentieren