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Feminismus ist kein Ponyhof

Feministinnen? Das sind doch diese Männer hassenden Weiber, in lilafarbenen Latzhosen, die mit Stolz ihre Damenbärte präsentieren? Oder?

Ich. Bin. Es. Leid. Nicht nur, weil ich mich selbst durchaus gern mit feministischen Positionen beschäftige und diverse davon vertrete. Zugleich bin ich Universen weit weg von einer Vorliebe für klischeehafte Beinkleider und Körperbehaarung, genauso wie unzählige andere Frauen (und oho, Männer!) übrigens auch. Dank des Spiegel-Interviews mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird jedoch wieder einmal deutlich, dass es auch im 21. Jahrhundert noch viele alte (politische) Zöpfe abzuschneiden gilt.

Warum nur arbeitet sich die Ministerin in besagtem Gespräch an einem Bereich des Feminismus ab, der einmal die Richtung mitbestimmte, heutzutage jedoch längst von anderen Strömungen abgelöst wurde? Wohl kaum, weil sie vonseiten der Spiegel-Journalisten nicht eingehender dazu befragt wurde? Was aktuell von vielen Feministinnen gefordert wird, gerät im Gespräch zur Randbemerkung und dass sich hierin sogar Überschneidungen zu den Vorstellungen Schröders finden ließen, wird gänzlich ausgeblendet. Stattdessen wird das Bild des einen Feminismus geprägt, welchen es schlicht nicht gibt – damals wie heute. Schließlich entwickelte sich auch die so genannte Third Wave des Feminismus als Antwort auf offen gebliebe Fragen und Probleme der Vorgängerwelle. Kristina Schröder reißt hier erneut mit ihrer Kritik nur an und geht nicht in die Tiefe, wo es notwendig wäre, um eine korrekte Darstellung zu erreichen. Ein Schelm, wer das Prinzip auch auf ihre Politik angewandt sieht.

Während meiner Schulzeit wurde ich liebevoll und geduldig mit erklärenden Kuchendiagrammen gefüttert, doch am Ende blieb die Erkenntnis zurück, dass mein Talent woanders liegt. Als Mädchen, welches für Naturwissenschaften leider keine ausreichende Begabung (!) aufwies und somit lediglich die Nerven einer studierten Ingenieurin (aka: meine Mutter) bei der Mathenachhilfe strapazierte, entschloss ich mich nach dem Abitur daher guten Gewissens zum Studium der Geisteswissenschaften. Ob mein Ausbildungsweg im Fall einer speziellen Förderung anders ausgesehen hätte? Wer weiß. Doch dass ich nun wiederum nach Frau Schröders Aussage selbst die Schuld daran trage, wenn ich in diesem Berufsbereich weniger verdiene, will schlicht nicht in mein schmetterlingsverseuchtes Gehirn. Zum einen, weil die Ministerin Äpfel, also Geisteswissenschaften, mit Birnen, sprich Elektrotechnik, vergleicht und mir mein Obst mit Minderwertigkeit madig machen will. Zum anderen, da sie deswegen kaum darauf eingeht, dass gläserne Decken und Gender Pay Gap traurige Realität sind; geschweige denn, wie diese Probleme zu lösen wären. Zusammengefasst findet sie Frauenquoten nämlich doof und weibliche Wesen sollen halt tougher werden, um althergebrachte Strukturen zu durchbrechen – etwas, das übrigens nicht einmal dort vollständig gelingt, wo bessere Voraussetzungen herrschen. Dagegen müssen Jungs allerdings vor der traumatischen Erfahrung beschützt werden, Diktate über Pferde zu schreiben, um nicht im Desinteresse an der fußballlosen schulischen Bildung zu versacken. Sodass sie letztlich den Beruf des Erziehers ergreifen können, der sie hoffentlich trotz des widrigen Umstands reizt, dass er als „typisch weiblicher Beruf“ zu schlecht bezahlt wird… (Huch, Sarkasmus. Den habe ich übrigens auch von meiner Mutter.)

In der von Kristina Schröder initiierten Debatte werden meiner Meinung nach größtenteils schlicht die falschen Fragen gestellt bzw. falsch angegangen und darüber hinaus verzerrte Bilder von Frau als auch Mann vermittelt. Erst recht, was Feministinnen angeht: Schröders Ablehnung legitimiert sich nun mal nicht dadurch, dass ihre beste Freundin ja auch eine von „denen“ ist, sondern hinterlässt den Beigeschmack, dass unsere Gesellschaft feministische Überlegungen gar nicht nötig hätte. Sollte es nicht vielmehr Gegenstand der Diskussion sein, wem überhaupt ein Gefallen damit getan ist, wenn wir weiterhin in Pony- und Fußballschubladen denken? Kristina Schröder zeichnet mit ihren Maßnahmen immerhin auch das Bild unserer Zukunft, pocht auf den Unterschied und wartet doch bloß mit Klischees auf, von denen wir hofften, sie wenigstens schon ein bisschen überwunden zu haben. Also was bedeutet es für uns, eine Familienministerin im Amt zu wissen, die solche Schubladen nur mit Freuden öffnet?

Einen offenen Brief Alice Schwarzers gibt es mittlerweile als Antwort auf Frau Schröders Ansichten und noch mehr Hintergründe zum Interview finden sich außerdem drüben bei der tollen Mädchenmannschaft. Moment mal, Mannschaft… spielen die da etwa Fußball?!

Update: Rochus Wolff hat beim Genderblog einen äußerst guten Überblick und Kommentar zur gesamten Debatte veröffentlicht.

66 Kommentare

  1. 01

    Alles richtig. Schröder versteigt sich da und simplifiziert und fliegt insgesamt unterm Radar einer sinnvollen Auseinandersetzung. Als Ministerin für diese Thematik sollte man mehr beizutragen haben.
    Wie unsachlich und persönlich allerdings Alice Schwarzer auf die „Kritik“ (es ging ja nicht gegen sie, sondern gegen manche ihrer Thesen, seien sie auch alt) reagiert, entspricht leider genau dem Klischee der hysterischen Kampfemanze, das viele Old Boys in der Union nun nicht ganz grundlos weiter pflegen können.

    Da haben sich beide Seiten keinen Gefallen getan, finde ich. Mich als ein dem Thema gegenüber aufgeschlossener, wenig vorgebildeter Mann schreckt das Diskussionsniveau eher ab. Denn diese ganze Pony/Fußball-Schiene nervt nur noch.

  2. 02
    A. Dude

    Mich schreckt es auch immer ab, wenn die Gegenseite sofort mit der Nazikeule gehauen und als eierlose Versager hingestellt werden, die dem Heimchen am Herd hinterher trauern.

    Könnte man jetzt bestimmt einiges zu schreibes, Genderpaygap ist ja so ein tolles Stichwort, aber es wäre vergebliche Liebesmüh.
    Inwiefern es ein Geschlechterthema sein soll, dass Geisteswissenschaften weniger abwerfen als MINT Fächer wird man mir bestimmt auch in für mich nicht schlüssiger Weise erklären können, aber solange die Putzfrau weniger bekommen soll als es die Psychologin tut, kommt man da mit mir auf keinen grünen Zweig. :-)

    Gleichberechtigung, die wird es weder mit Feministen noch mit Maskulisten geben.

  3. 03
    loko

    Ach, die Dame wollte nur für den Maskulismus eine Lanze brechen (den viel zu wenige wahrnehmen und ich inzwischen für viel wichtiger als Feminismus halte) und hat leider nicht geschafft sich ordentlich zu artikulieren.

  4. 04
    Claire

    Danke für den guten Beitrag. Hier noch ein ergänzender Post (http://www.karnele.de/kolumnen-und-texte/feminismus/zwei-gockel-interviewen-eine-ministerin) über die Methode des Interviews, die ja gezielt in eine Richtung führte. Denn ich habe eigentlich noch selten ein Interview mit einem männlichen Minister gelesen, der nach seinem Kleidungsstil o.Ä. befragt wurde.

  5. 05
    Seyinphyin

    Feminismus + Maskulismus = Humanismus

    Und das hätten wir von Anfang an so machen sollen. Nur gemeinsam kann man die persönliche Freiheit erreichen. Wenn nur die eine Seite befreit werden soll (und Männer sind nunmal genauso seit Jahrtausenden in aufgezwungenen Rollen gefangen, bishin zur „Verwurstung“ als Kanonenfutter in sinnlosen Kriegen, bei denen sie keinerlei Mitspracherecht hatten), führt das zu nichts und neue Zwänge sind kein Stück besser, als alte Zwänge.

  6. 06
    loko

    @Seyinphyin: Bis zu Kriegen musst ja garnicht gehen. Wenn man allein schon das Sorgerecht für Väter anschaut, dann weiss man das in Deutschland zu wenig für den Maskulismus getan wird. (Immherin hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte jetzt da mal eingegriffen). Ich lese immer nur Feminismus hier und Feminismus da. Frauenbeauftrage hier, Frauenquote da.
    Das ist ja alles schön gut, solange es aber nicht dasselbe für Männer gibt ist es doch vollkommen klar, dass man irgendwann mal diese Debatte und die positive Diskriminierung über die armen armen Frauen satt hat und dann als Folge den Feminismus im Allgemeinen ablehnt.

  7. 07
    tschill

    A.Dude: Unterschiedliches Gehalt für unterschiedliche Qualifikation, haha, wie blöde ist das denn, dieses Allerweltswissen infrage stellen zu wollen. Dumm nur, daß Genderpaygap genau das nicht meint, sondern der statistisch ermittelbare Unterschied in der Bezahlung von Frauen und Männern bei gleicher Qualifikation ist.
    Siehe auch die im Artikel verlinkte Grafik.

    loko: Ja, vielleicht wollte sie auch nur die Quantenmechanik auf ein neues theoretisches Fundament stellen und konnte sich nur nicht ordentlich artikulieren. Sprich: Es ist vollkommen irrelevant, was Du oder ich vermuten, was sie sagen wollte.

  8. 08
    A. Dude

    @tschill: Wieso, die Autorin hier stell dieses doch als erstes in Frage, wenn sie sich beklagt, das in den MINT Fächern mehr raus springt als dies in den Geisteswissenschaften der Fall ist.

    Ob mein Vergleich dann blöder ist, wer weiß?

    Ich hab den Genderpaygap anscheinend nicht ausreichend vom oben angesprochenen Gedanken getrennt, sehr blöde von mir, Entschuldigung.
    Ich will natürlich so schreiben, dass es auch jeder verstehen kann.

    Genderpaygap ist ein schönes Thema, darüber zu reden mit Feministen aber meist vergeblich, da diese dazu neigen darin eine Verschwörung irgendwelcher Männerbünde zu sehen, die mir dummerweise noch nie den Eintritt angeboten haben. ;-)
    Sich einfach immer wieder unreflektiert auf angebliche 23% zu berufen macht die Sache auch nicht besser, zeugt vor allem davon die Studie nicht gelesen zu haben oder schlimmeres und noch eher für ein Gespräch disqualifizierendes.

    Aber bevor ich mehr tippe, ich schrieb es ja schon, es ist vergeblich.

  9. 09
    S. Schwarzmeister

    Frauen kommen vom Mars und Männer haben einen Penis.

  10. 10
    loko

    @tschill: Und wer dann mal genau hinschaut, sieht dass auch bei Männern die Bezahlung bei gleicher Qualifikation (im selben Unternehmen) massiv unterschiedlich (Schwankung bis zu 30% sind keine Seltenheit) ist, wenn es keinen Tarifvertrag gibt. Ursache liegt da meist beim schlechteren Verhandlungsgeschick. Und ich habe einen Artikel gelesen (Link muss ich noch suchen) das Frauen sich selbst meist eher realtisch einschätzen als Männer und daher weniger und zaghafter fordern. Männer hingegen halten sich oft für die Grössten und fordern daher auch deutlich mehr Geld. Und nur wer mehr fordert kann auch mehr bekommen. Das ist nunmal so. In den letzten x Firmen sassen mir bei den Gehaltsverhandlungen IMMER Frauen von der Personalabteilung gegenüber – allein schon diese Tatsache, dass in der Personalabteilung Frauen in der Ueberzahl sind, spricht meiner Meinung gegen die These das diese weniger Gehalt aufgrund des Geschlechts bekommen – sonst würden sich ja die Frauen selbst diskrminieren.

  11. 11
    Anne Wizorek

    @fk: Frau Schwarzer reagiert wie… nun, Frau Schwarzer eben. Ihre Errungenschaften als Vertreterin der zweiten Welle mal dahin gestellt, aber ich kann sie spätestens seit ihrer Kollaboration mit der BILD sowieso nicht mehr ernst nehmen. Sie hat sich auf absurde Art damit selbst untergraben und die Heftigkeit der Reaktion ist in der aktuellen Debatte mitnichten förderlich. Sieht die Opposition übrigens ganz ähnlich: http://www.sueddeutsche.de/politik/feminismus-kontroverse-opposition-knoepft-sich-kristina-schroeder-vor-1.1021431

    @Claire: Danke für das Kompliment und die Ergänzung. :) Die Art wie das Interview geführt wurde, ist wirkliche keine Glanzstunde des Journalismus und insofern muss man sogar bewundern, wie Frau Schröder hier die Contenance bewahrt hat.

    @A. Dude: Unsere werte Familienministerin hat es just (wieder) zum Geschlechterthema gemacht. Der „blöde“ Vergleich kommt ergo direkt von ihr. Allerdings – wie bereits im Post erwähnt – ohne darauf einzugehen, weshalb Frauen dann auch innerhalb der einzelnen Berufsbereiche beim Gehalt schlechter wegkommen bzw. ohne Lösungen zu bieten. Laut ihr reicht das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz hierzu aus, die Praxis zeigt allerdings das Gegenteil (siehe Link im Artikel). Übrigens habe ich noch keine Feministin kennengelernt, die irgendwelche „Männerbünde“ als Grund für die Gender Pay Gap vermuten würde. Wo findest du die denn und diskutierst mit ihnen, wenn ich fragen darf oder wäre das jetzt auch vergeblich?

    @S. Schwarzmeister: Und Kommentatoren können nicht einparken.

    @loko: „Lanze brechen für den Maskulismus“ – finde ich ja eine gewagte Formulierung in diesem Fall. :P

    Mal allgemein, ich dachte eigentlich, dass ich es eingangs deutlich gemacht hätte, aber muss es angesichts einiger Kommentare wohl doch noch mal betonen: Für mich und sehr viele Anhänger_innen aktueller Feminismusströmungen schließt der Begriff „Feminismus“ die Männer keineswegs aus. Ganz im Gegenteil! :) Es geht darum, das Miteinander zu verbessern, eben durch Erreichen von Chancengleichheit etc. und das durchaus auf beide Geschlechter bezogen. Diese Entwicklungen ergeben sich auch aus der Frauenrechtsbewegung, die historisch gewachsen ist, wie man ja sehr gut an den jeweiligen Wellen sehen kann und welche nun mal auf der Leidensgeschichte weiblicher Wesen beruht.

  12. 12
    offtopic

    „Ein Schelm, wer…“ Mit dieser Formulierung schafft man es immer wieder, gute Artikel kaputt zu machen. Bitte, bitte, bitte, ich will das nicht mehr lesen. In keinem Blog, in keiner Zeitung, noch nicht mal mehr in der Kommentarspalte der lokalen Presse.

  13. 13
    Anne Wizorek

    @offtopic: Irgendwas ist immer. Und nun wieder zurück zum Thema.

  14. 14

    Ich bin übrigens kein bisschen geneigt in dieser Diskussion dem Spiegel/Interviewer schlechten Stil zu unterstellen. Interviews dieser Art sind ja vom zu Interviewenden von vorne herein – auch in Politikerkreisen – weitestgehend reglementiert. Frau Schröder ist bekannt dafür, gerne flapsig zu argumentieren, wenn es inhaltlich zur Sache geht.

    Und nein, eine Diskussion losbrechen über Feminismus möchte ich wegen diesem Interview ehrlich gesagt auch nicht. Da gibt es andere Aussagen kluger Menschen zum Thema, die substantieller sind und somit es eher wert sind, überlegt und angeregt diskutiert zu werden.

    Frau Schröder hat in einem TV-Interview neulich gesagt, man kann in der Politik personell nicht lange oder überhaupt planen (!), das hätte sie im letzten Jahr als erstes gelernt: ja. Nun muss auch nicht vorhandene Planung nicht immer nur vorwärts gehen.

  15. 15
    A. Dude

    Dann konter ich mal faul die FAZ mit der SZ.

    http://www.sueddeutsche.de/karriere/maenner-und-frauen-gehaltsunterschied-von-wegen-benachteiligt-1.1021530

    Und rege noch immer dazu an, die entsprechenden Studien zu lesen, statt sich an den sattsam bekannten 23% fest zu halten und diese unreflektiert unter das Volk zu bringen.

  16. 16
    Anne Wizorek

    @creezy: Nur sind diese Menschen ganz offensichtlich (leider) nicht im Amt, das Kristina Schröder bekleidet. Ich finde es äußerst befremdlich, wenn sie als Ministerin dieses Ressorts derlei Bilder verbreitet und insofern auf jeden Fall diskutabel.

    @A. Dude: Dann kontere ich mal damit, dass ich den Artikel selbstverständlich sehr wohl gelesen, gar nicht mit den 23% argumentiert habe und zitiere folglich extra für dich: „Doch selbst wenn man Vollzeitstellen auf demselben Hierarchieniveau miteinander vergleicht, bleibt eine Differenz. Auf durchschnittlich 10 Prozent beziffert Tim Böger, Geschäftsführer der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt, diese Lücke im akademischen Bereich. Das fängt schon beim Berufseinstieg an. Ein Beispiel aus der Gehaltsdatenbank von Personalmarkt: Ein 28 Jahre alter Mann, der als Trainee in einem Konzern anfängt, erhält im Schnitt rund 54.000 Euro im Jahr. Eine Frau im selben Alter und derselben Position dagegen nur 46.600 Euro – 14 Prozent weniger. Ein schwacher Trost: „Die Differenzen fallen in den Bereichen, in denen viele Frauen beschäftigt sind, geringer aus als in den von Männern dominierten Bereichen“, sagt Böger. In Führungspositionen sieht es noch schlechter aus.“

    Ach und die ermittelten 13% in der von dir verlinkten Studie sind übrigens besser, weil… ?

  17. 17
    loko

    @Anne Wizorek: Keine der Studien zeigt die Ursache des Gehaltsunterschieds, sondern nur die Tatsache das es einen gibt. Das die Ursache eine konkrete Diskrimierung vom Arbeitgeber ist und nicht das oft schlechtere Verhandlungsgeschick des jeweilgen weiblichen Arbeitnehmers (oder sonstwas), ist nirgendwo belegt, sondern nur eine These.

    Mich würde auch mal interessieren, ob es einen Gehaltsunterschied zwischen schönen und hässlichen, dicken und dünnen, vollhaarigen und glatzköpfigen, blond und braunhaarig, vollbusig und flachbrüstig … Menschen gibt. Ich denke der Unterschied würde teilweise ähnlich ausfallen wie zwischen Mann und Frau. Dennoch würde niemand auf die Idee kommen diesbezüglich DISKRIMINIERUNG zu schreien und absurde Gesezt zu fordern.

  18. 18

    @Anne Wizorek
    Schröder ist aber nicht das Problem. Hast Du Dir mal die Frauenpolitik angeguckt, wo die hingekommen ist, seit Merkel im Amt ist? Schröder ist nur eine allzu billige Konsequenz der vor bereits 5 Jahren gesetzten Ursache. Ich bin ja nun schon zwei Tage älter und ich habe in all den Jahren, in denen ich mit dem Wort Feminismus lebe. noch keine Regierung gesehen, die so viele Schritte rückwärts gegangen ist, in ihrem Bemühen Frauen in diesem Land die gleichen Voraussetzungen zu schaffen. Und gleichzeitig nach Quote in der eigenen Partei ruft – was für mich das Signal ist, erkannt zu haben, dass längst noch nicht alles im Lot ist auf dieser Ebene.

    @loko
    Nein, die Diskriminierung der Personen, welche Du da angesprochen hast liegt darin, dass sie den Job gar nicht erst bekommen. Und das ist bekannt und ja, es wird deswegen auch von vielen Leuten sehr wohl Diskriminierung gerufen. Es wird sehr wohl diskutiert, dass Menschen mit z. B. ausländisch klingenden Namen nicht zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Die Diskussion ist alt, die führen wir schon seit den Regelungen für Arbeitnehmern mit Handicaps. Warum glaubst Du gilt denn neuerdings auch hierzulande die Devise, dass Bewerbungen nicht mehr mit Bewerbungsfotos eingereicht werden müssen? Das ist alles zufällig zusätzlich gerade ein großer Teil der Migrationsdebatte, falls Dir das noch nicht aufgefallen sein sollte.

    Wo soll die Logik in Deiner Äußerung liegen? Dass solange in einem Bereich Stigmatisierung und Diskriminierung stattfindet, sie in einem anderen Bereich deswegen nicht lautstark kritisiert werden darf?

  19. 19

    @ loko

    Zustimmung! Sich diskriminiert zu fühlen, heißt noch längst nicht, auch diskriminiert zu sein.

  20. 20
    Whatshername

    @loko:

    Für deine These des „schlechteren Verhandlungsgeschicks“ gibt es allerdings genauso wenig Belege…. (mal abgesehen davon, dass es dann immer noch mehr als fraglich wäre, ob es gerechtfertigt ist, Frauen 10% weniger Gehalt zu Zahlen nur weil sie im Bewerbungsgespräch weniger überzogene Forderungen stellen…)
    Ich weiß zwar nicht ob es schon explizit im Kontext der Gender PayGap untersucht worden ist, es gibt allerdings in der Psychlogie/ Personaldiagnostik auf jeden Fall den Befund, dass man Menschen als kompetenter einschätzt, wenn sie einem ähnlich sind- sowohl in ihrer Meinung als eben auch soziodemographisch. Ergo hält ein männlicher Entscheidungsträger im Unternehmen den männlichen Bewerber auch bei absolut gleichen Qualifikationen im Schnitt für kompetenter als die Bewerberin und wird ihm dementsprechen eher ein höheres Gehalt zahlen.
    IMO gibt es dagegen nur ein wirkungsvolles Mittel : Quoten. Denn wenn die Hälfte der Entscheidungsträger weiblich sind wird es den angesprochenen Effekt zwar wohl (leider) immer noch geben, aber dann gleicht er sich wenigstens aus. Das selbe gilt im Übrigen natürlich auch für die anderen angesprochenen Gruppen, die bei Bewerbung und/oder Bezahlung diskriminiert werden.
    (Noch wirkungsvoller wäre es natürlich wahrscheinlich, wenn alle Firmen gezwungen wären die Gehälter ihrer Mitarbeiter/Manager so transparent zu machen, dass man (frau) im Bewerbungsgespräch schon ganz genau weiß wie viel Geld gefordert werden kann und sollte, aber ich fürchte das dürfte noch wesentlich schwieriger durchzusetzten sein als eine Quote…)

    @A. Dude:
    Im Bezug auf die Debatte „Geisteswissenschaften vs MINT“ bzw „typische Männer/Frauenberufe“: Es wird immer davon ausgegangen, dass Frauen sich einfach häufiger Jobs in schlechter bezahlten Berufsfeldern suchen. Mal abgesehen davon, dass das sicherlich nach wie vor sehr viel damit zu tun hat, wie Männer und Frauen in unserer Gesellschaf i.d.Regel dargestellt und wahrgenommen werden (guck einfach mal 10 Minuten beliebige Werbespots…):
    Ich glaube ehrlich gesagt, dass die Kausalkette hier genau umgekehrt ist und die „typischen“ Frauenberufe genau deshalb schlechter bezahlt werden, WEIL hier früher fast nur Frauen gearbeitet haben, deren Leistung man schlich nicht als so wertvoll wie die der Männer angesehen hat. Wäre Kindergärtner früher ein reiner Männerberuf gewesen wäre er heute mit Sicherheit deutlich besser bezahlt. Es ist also durchaus ein Geschlechterthema.

  21. 21
    Shanti

    Das mit dem „der Ingenieur kriegt mehr als die Krankenschwester“ ist so ne Crux. Der Ingenieur ist Teil einer großen Industrie, er kreiert Dinge, die von tausenden Arbeitern produziert und von Millionen konsumiert werden. Autos, Kraftwerke, auch mal nur Kugelschreiber. Die Krankenschwester ist auch von großem Nutzen, aber der Effekt ist nunmal kleiner. Kurzum: technische Berufe machen halt mehr Kohle. Kitas, Krankenhäuser, Althenheime weniger. Ämter, Schulen, Museen ebenso. Ist halt doof, dass Jungs i.d.R. eher auf Mathe und Physik und Technik stehen und Frauen nicht so. Aber so isset. Da kann Frau Schröder auch wenig für, aber sie scheint es wenigstens erkannt und akzeptiert zu haben. Da hilft auch keine Quote.

    Was in der Wirtschaft, d.h. den Führungspositionen von Industrie und Banken, ansich vor sich geht bezüglich dem Frauenanteil: kein Plan. Wahrscheinlich kommt da doch der Workaholic eher durch und da ist ein Mutterschaftsurlaub wohl eher hinderlich.

  22. 22
    Trin

    Frauen. Männer. Frauen gegen Frauen, Männer gegen Männer, Frauen gegen Männer, Männer gegen Frauen, kleine pelzige Wesen von Alpha Centauri gegen die blauen Nebel vom Andromeda…

    Mir kam und kommt diese Diskussion schon immer wie ein ganz normaler, menschlicher und belangloser Streit um die alte Frage: „Wer hat mehr Recht.“ vor. Dabei haben doch per Definition immer alle gleich viel Recht. (ts ts ts)

    Aber zwei Fragen drängen sich dann doch auf:
    Wer nimmt denn bitte Alice Schwarzer noch für voll? Ich meine jemand der sich für die Bild prostituiert hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank, egal ob Frau oder Mann.

    Und dass man das Geschwafel der Profilneurotiker in der Regierung nicht ernstnehmen darf war doch NOCH viel klarer oder?

    Irgendjemand quatscht polemischen Unsinn, irgendjemand anders regt sich drüber auf, Bild macht ne dicke Schlagzeile und alles stürzt sich drauf. Als ob wir als Gesellschaft nicht Wichtigeres zu tun hätten als uns gegenseitig der Diskriminierung zu bezichtigen.

    Naja, vielleicht ersetzt die „Frauen, Männer aber auch“ Diskussion ja diese unsägliche Migrationsverweigererdebatte, bei der mir immer direkt übel wird wenn ich die neuesten Stilblüten lese. Das hier ist dagegen wie ein Urlaub auf Lesbos. (Ich hab den Sarkasmus nicht von Mutti sondern aus Enttäuschung über die Menschheit.)

  23. 23
    drops

    @Shanti: sehr geehrte_r shanti,

    ich möchte gern ihrer argumentationskette das eine oder andere glied hinzufügen:

    sie schreiben: „Der Ingenieur ist Teil einer großen Industrie, er kreiert Dinge, die von tausenden Arbeitern produziert und von Millionen konsumiert werden. Autos, Kraftwerke, auch mal nur Kugelschreiber.“

    das ist natürlich vollkommen richtig und nicht von der hand zu weisen (es wäre höchstens anzumerken, dass auch die ingenieurin „teil einer großen industrie“ und ne menge dinge kreiert – sie nur leider weniger verdient… aber das nur am rande..)

    weiter schreiben sie: „Die Krankenschwester ist auch von großem Nutzen, aber der Effekt ist nunmal kleiner.“

    dazu möchte ich einige dinge anmerken: wenn die krankenschwester den ingenieur (oder die ingenieurin) nicht fachgerecht pflegen würde, könnte die ingenieurin (oder natürlich der ingenieur) nicht mehr arbeiten (im schlimmsten falle)

    aber es gibt noch ganz andere „typische“ frauenberufe:
    wenn die kindergarten- oder kinderkrippenerzieherinnen, die lehrerinnen usw die kinder nicht optimal (innerhalb ihres möglichkeitsspektrums – und dazu gehören u.a. gruppengrößen, ausstattung usw.) erziehen und auf den weitern lebensweg vorbereiten würden, dann würde es möglicherweise deutlich weniger ingenieure geben. gleiches gilt natürlich auch für mütter/väter , die sich die zeit zuhause nehmen für die kinder.

    ich vertrete seit langer zeit die meinung, dass gerade DIE menschen, die sich um unsere kinder (das von der wirtschaft so genannte humankapital) kümmern, auch entsprechend honoriert werden sollten. sie sind es schließlich, die zumindest mit dafür sorgen, dass aus ihnen was wird.

    und ja, es gibt frauen, die der kinder wegen zuhause bleiben, und ja, es gibt auch genau deswegen ängste und „lohnzurückhaltung“ bei den arbeitgebern. (selbst wenn der mann zuhause bleiben will – wer glaubt das schon ;-) )

    ein letztes noch: wenn alle leute so denken würden wie sie, und danach leben würden, würde es sicher ganz schnell mit der menscheit zuende gehen (zitat: „Wahrscheinlich kommt da doch der Workaholic eher durch und da ist ein Mutterschaftsurlaub wohl eher hinderlich.“) Nur wenn die Frauen damit nicht mehr leben wollen, dass sie DESHALB schlechter bezahlt werden und keine Kinder mehr kriegen, wer kriegt sie dann? Und wer sorgt für die renten unserer ingenieure?

    soweitsogut

    drops

    ps: ok, das mit der menschheit ist sicher übertrieben… es sollte auch nur sehr deutlich machen, wie eine solche einstellung sich in unserer gesellschaft auswirken könnte.

  24. 24

    So wie man heute nicht mehr Müsli essen und sich an Gleise ketten muss, um Energiesparen gut zu finden, muss man heute nicht mehr FeministIn sein, um Dinge wie den genannten Gender Pay Gap ungerecht zu finden.

  25. 25

    Liebe Anne,

    wenn du das Interview genau liest, merkst du, dass Schröder _nicht_ behauptet, dass die Frauen selbst Schuld seien an Ihrer schlechteren Bezahlung. Dies wird vom Interviewenden geäußert und sie gibt (völlig zu Recht) zu bedenken, dass die Wirtschaft für bestimmte Berufe weniger zahlt als für andere. Dass Geisteswissenschaftler häufig weniger verdienen als Menschen in technisch-naturwissenschaftlichen Tätigkeitsfeldern, ist ja nicht von der Hand zu weisen. Selbstverständlich stimmt Schröder zu, dass Frauen auch häufig relativ schlechter bezahlt werden, für Elternzeit „bestraft“ werden. Und sie fordert, dass hier etwas geändert wird.

    Zugegeben, sie mag nur an der Oberfläche des Feminismus kratzen, darin bin ich auch kein Experte. Aber Dinge hier so plakativ darzustellen, halte ich ebenfalls nicht für die richtige Lösung.

    PS: Dass ich noch einmal eine CDU-Ministerin, und gerade Kristina Schröder verteidige, hätte ich auch nicht gedacht. Aber ungerechter Umgang ist auch für solche Politiker nicht zulässig.

  26. 26
    flubutjan

    Falls noch jemand Bedarf hat an einem aktuellen eher reaktionären, aber einflussreichen Mädchen-Jungen-Unterscheider:

    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2010-11/interview-spitzer-lernen-gene?page=all

  27. 27
    Phu

    Wenn Frau Schröder, Alice Schwarzer und die Autorin dieses Artikels allesamt Männer wären, dann würde meine Diagnose auf „Schwanzneid“ lauten…

    Kristina Schröder ist souverän genug, einfach Frau zu sein und sieht, daß Feminismus als linkes Projekt doch nur die x-te Version der Schaffung des „Neuen Menschen“ ist. Den Scheiß braucht und will niemand, außer denen, die auch sonst alles an allen „verbessern“ wollen.

  28. 28
    Die Flöte von Wackersdorf

    Mich nervt der heutige Rosinenpicker-Feminismus sehr. Man fordert überall Gleichberechtigung (was ich ja befürworte, ich habe Frauen nie benachteiligt und gestehe jedem die selben Möglichkeiten zu) aber umgekehrt ist man nicht bereit Abschied von den traditionellen Männerrollen zu nehmen. Der Mann soll immernoch Geld, Status und Mut/Risikobereitschaft bereitstellen.

    So geht’s nicht, liebe Damen!

  29. 29
    Phu

    Aber um die Kernfrage zu beantworten, die im Blogeintrag aufgeworfen wird: Kristina Schröder arbeitet sich an genau dem Fiminismus ab, der in Deutschland die politische Debatte prägt und geprägt hat.
    Die „dritte Welle“ des Feminismus ist hierzulande nämlich derart unbedeutend, daß es noch nicht mal für eine deutschsprachige Wikipediaseite gereicht hat – und die hat sogar Dieter Bohlen. Und Alice Schwarzers wütende Replik zeigt, daß Frau Schröder voll ins Schwarze (pun unintended) getroffen hat.
    Wenn sich junge Feministinnen davon angegriffen fühlen, sollten sie vielleicht lieber Dinosaurierinnen wie Alice Schwarzer angreifen, als Bundesminister.

  30. 30
    flubutjan

    @Phu:

    Es sind immer die Profiteure des Negativen, die das Negative als anthropologische Konstante hinstellen.

    Lieblingsstelle aus dem Film ‚Contact‘:

    Er: „Die Welt ist eben so.“

    Sie: „Ach, und ich dachte, die Welt ist so, wie wir sie machen.“

    Den „Neuen (Über-)Menschen“ (inklusive güteverachtender, unterdrückungs-, ausbeutungs- und grausamkeitslegitimierender Herren“moral“) wollte vor allem der Proto-Nazi Nietzsche (gewiss kein Linker).

    siehe auch: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1312198/

  31. 31
    Anne Wizorek

    @DrNI: Muss man nicht, aber kann man. Und es tut auch gar nicht weh.

    @Trin: Mit Verlaub, hier scheint es sich eher um Zynismus zu handeln. In welche Richtung die meisten Medien die Diskussion nun zerren (Stichwort „Bizarrer Sex-Streit“ und ich warte eigentlich nur auf „Zickenkrieg“), ist doch der beste Beweis dafür, wie nötig sie ist. Und wer spricht denn davon, dass Alice Schwarzer heutzutage das Feminismusvorbild schlechthin darstellt? Das war sie nicht einmal damals, obgleich ihr Einfluss für die deutsche Frauenrechtsbewegung natürlich unbestritten ist. Ich empfehle dazu mal diesen Artikel aus dem Tagesspiegel zu lesen: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/der-kampf-der-frauen/1979132.html

    @Addliss: Wenn du das Interview richtig liest, wirst du aber auch merken, dass Frau Schröder keinerlei konkrete Maßnahmen hierzu nennt. Also, mal abgesehen von ihrem Tip, dass Frauen härter verhandeln sollen. Darüber hinaus kann man von ihr als studierter Soziologin durchaus erwarten, sich wenigstens ein bisschen konstruktiver mit dem Thema Feminismus zu beschäftigen, bevor Halbwahrheiten verbreitet werden, denn ob sie es nun will oder nicht, das betrifft auch ihr Ressort. Was ist also falsch daran, dies in einem Blogpost zu kritisieren, der im übrigen um einiges weniger plakativ ist, als das Spiegel-Interview?

    @Phu: 1. Wikipedia ist nicht der alleinige Relevanzindikator (im deutschen Internet), auch wenn dich das schockieren mag. 2. Aber weil du Wikipedia so magst, möchte ich dich mal auf die dortige Definition von Penisneid aufmerksam machen: http://de.wikipedia.org/wiki/Penisneid 3. Zum Thema Schwarzer verweise ich dich ebenfalls gerne auf bereits genannten Tagesspiegelartikel: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/der-kampf-der-frauen/1979132.html 4. Und die Kernfrage ist übrigens auch eine andere, kleiner Hinweis: letzter Absatz.

    @Die Flöte von Wackersdorf: So geht’s nicht, liebe Flöte. Du hast nämlich offenbar weder meinen Post richtig gelesen, noch meinen ersten Kommentar.

    Euch allen möchte ich übrigens noch die Zusammenfassung der Debatte mit entsprechenden Hintergründen beim Genderblog empfehlen: http://genderblog.de/index.php/2010/11/10/kristina-schroder-und-die-sache-mit-dem-feminismus/

  32. 32
    Frédéric Valin

    Ist denn, um einen Eingangsvorwurf des Artikels aufzugreifen, eben nicht das Problem, dass es den einen Feminismus nicht mehr gibt? Ich weiß, es hat ihn noch nie gegeben, aber wäre da ein wenig mehr Solidarität auf Kosten der eigenen Position nicht hilfreich? Unterscheidet nicht das eine mal mehr, mal weniger wissenschaftlich basierte Diskussion in Artikeln von einer Bewegung? (Ist es nicht das, was man der Third Wave häufiger vorgeworfen hat: dass es kein Ziel gibt, und damit auch kein Mobilisierungspotential?)

    Und, wenn man mir in meinen Suggestivfragen folgen kann: Erreicht Frau Köhler mit ihrer Pauschalisierung nicht genau eine Spaltung diverser sich mehr oder weniger als Feministen und -innen verstehender Leute in Menschen, die sich einerseits von Frau Köhler abgrenzen, andererseits aber auch von Frau Schwarzer?

    Ist, so gedacht, nicht das Problem, dass es insgesamt zu Pauschalisierungen kommt, sondern dass die Pauschalisierungen von der falschen Seite kommen? Und, um dem ganzen eine Wendung ins ideologische zu geben, dass das eigene Distinktionsbedürfnis diverser Feministen und Feministinnen eben stärker ausgeprägt ist als ein Bekenntnis zu einer Bewegung?

  33. 33
    Christoph

    @Anne Wizorek:
    54.000 € für ein Trainee? in welcher Branche denn das bitte?

  34. 34

    @Anne Wizorek:

    …, dass Frau Schröder keinerlei konkrete Maßnahmen hierzu nennt.

    Richtig, doofe Sache von ihr. Es ist leider Politik und die hält gern mit konkreten Maßnahmen hinterm Berg. Das liegt hauptsächlich daran, dass es meist noch keine Idee gibt. (Was man zu Recht kritisieren kann.)

    Darüber hinaus kann man von ihr als studierter Soziologin durchaus erwarten, sich wenigstens ein bisschen konstruktiver mit dem Thema Feminismus zu beschäftigen, bevor Halbwahrheiten verbreitet werden, denn ob sie es nun will oder nicht, das betrifft auch ihr Ressort.

    +1

    Was ist also falsch daran, dies in einem Blogpost zu kritisieren, der im übrigen um einiges weniger plakativ ist, als das Spiegel-Interview?

    An sich spricht nichts gegen Kritik. Vor allem nicht an Kristina Schröder. ;)
    Doch wenn man kritisiert, sollte man darauf achten, dass man mit der Kritik tatsächlich trifft und sich nicht irgendwelche Probleme einkauft. Dem Gegner Dinge vorwerfen, die man schwer nachweisen kann (es mag ja sogar sein, dass sie meint, Frauen seien an ihrer schlechten Bezahlung selbst schuld – aber sie äußert sich nicht direkt dazu), ist so ein Problem. Dann kann man die eigene Position schnell schwach machen, indem man angreifbar ist.

    @Frédéric Valin: Kristina Schröder. Ihr kriegt das in der Redaktion immer wieder durcheinander. ;)

  35. 35
    Matthias Schumacher

    Sarrazin-Debatte. Integrationsdebatte. Leitkulturdebatte. Atomkraftdebatte. Feminismusdebatte… usw. usw….

  36. 36
    Mizou

    Ich bin überhaupt erst durch den Brief der Schwarzer auf das Interview gestoßen und habe es mir daraufhin durchgelesen. Besonders skandalträchtig finde ich allerdings nix von dem, was die Schröder da äußert.

    Das meiste hat keine tatsächliche gesellschaftliche Relevanz, mit ein paar Dingen liegt sie durchaus richtig (mehr männliche Erzieher nötig, bessere Bezahlung von Naturwissenschaftlern gegenüber Geisteswissenschaftler als logische Folge höherer Qualifikation). Richtig fremdgeschämt habe ich mich nur bei der peinlichen Forderung nach Fußballdiktaten.

  37. 37

    Vielleicht wäre das Interview auch eine gute Gelegenheit sich von einigen altem Ballast im Feminismus zu distanzieren (das hat ja Schwarzer auch nur sehr halbherzig gemacht). Das heterosexueller Sex als Unterdrückung angesehen wurde ist ja richtig und findet sich meiner Meinung nach auch noch in relativ jungen Schriften von einigem Gewicht, wie etwa Butler, die sich ja teilweise auf Monique Wittig beruft (Frauen ist man nur im patriarchalischen, heterosexuellen System, Lesben können daher keine Frauen sein etc).

  38. 38
    keeps_a_smile

    @Christoph: Schonmal nen Feminismus getroffen, der sich mit dem Unten oder der Mitte aufhält? xD

    Die dürfen nur herhalten, wenn’s an’s Lamentieren geht. Und wie weit weibliche Solidarität geht, kannste jede Putzfrau am besten kurz nach der Reinigung der Toiletten fragen.

  39. 39
    Übermensch

    @flubutjan (30
    „Den “Neuen (Über-)Menschen” (inklusive güteverachtender, unterdrückungs-, ausbeutungs- und grausamkeitslegitimierender Herren”moral”) wollte vor allem der Proto-Nazi Nietzsche (gewiss kein Linker).“
    Der Übermensch hat mit dem Herrenmenschen nichts zu tun; Der Herrenmensch hat etwas mit dem Übermenschen zu tun und zwar in dem Sinne, dass die Nazis Nietzsche auch schon nicht verstanden haben bzw. nicht verstehen wollten.
    Zum Proto-Nazi: Nietzsche war ein erklärter Gegner des Nationalismus wie des Antisemitismus.
    Es ist doch unglaublich, wie stark sich diese Legenden halten. Das ist fast so schlimm wie der sog. Machiavellismus oder Platons angebliche Vorstellung einer Paralleldimension, in der die Ideen spazieren gehen.
    Wir brauchen verbindlichen Philosophieunterricht in den Schulen.

  40. 40
    pappawinni

    Ja, die Mathematik, eigentlich sollte sie einfach sein, denn es geht dabei nicht darum, sich etwas aus den Fingern zu saugen, sondern um Logik.
    Wenn es viele Leute gibt, die ein Auto kaufen wollen, dann können diejenigen, die ein Auto produzieren und liefern können, Geld verdienen. Wenn nicht, dann nicht.
    Wenn es viele Leute gibt, die Romane kaufen wollen, dann können die verdienen, die Phantastereien produzieren. Simple Geschichte eigentlich.
    Wenn ich mich danach orientiert hätte, was mir Spass macht, wäre ich Musiker und würde vielleicht gerade so über die Runden kommen.
    Aber so bescheuert bin ich nun mal nicht……. Ich hätte natürlich auch Musiker werden können und darüber jammern, dass ich da nicht das gleiche verdiene wie ein… Chirurg, Zahnarzt oder eine Jammerfeministin…

  41. 41
    Anne Wizorek

    Och, ich gebe zu, ich bin gerade zu müde, um immer wieder darauf hinzuweisen, sich doch bitte auch inhaltlich mit meinen und den von mir verlinkten Aussagen auseinander zu setzen. Dann würden wohl einige der Kommentare hier nicht in mehrfacher Ausführung auftauchen und dieselben Punkte missverstehen. Sei’s drum, dafür schenke ich euch einen neuen Link samt kluger Aussagen zum Thema. Bitte alles unter http://www.spd.de/5876/20101110_schroder_schwarzer_inhaltsloser_schaukampf.html lesen, aber dies hier schon mal als Quintessenz mitnehmen:

    Die Frauenpolitik von Kristina Schröder verhöhnt die Lebensrealität von Frauen und verweigert effektive Maßnahmen: die CDU-Ministerin rät Frauen in einem aktuellen Spiegel-Interview Elektrotechnik statt Germanistik zu studieren, um höhere Gehälter zu erzielen. Doch die Empfehlung löst nicht das Problem, dass Berufe, die häufig von Frauen ausgeübt werden, zum Beispiel in Dienstleistungen, im sozialen, gesundheitlichen und pädagogischen Bereich, schlechter bezahlt werden. Schröder hält außerdem daran fest, dass eine Quote für Frauen und Führungspositionen unnötig sei. Doch freiwillige Vereinbarungen zwischen Politik und Wirtschaft haben bislang zu nichts geführt. Fest steht: ohne Quote geht es nicht.? ?

    Frauenpolitik bedeutet für Kristina Schröder außerdem, unreflektiert die Verdienste der Frauenbewegung anzuzweifeln, eine Reaktion der Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer zu provozieren und damit eine Feminismus-Debatte auf dem Stand der Siebzigerjahre loszutreten. Zwei zutiefst konservative Frauen, die jeweils für sich beanspruchen, das Sprachrohr von Frauen in Deutschland zu sein, liefern sich nun einen inhaltslosen Schaukampf um Aufmerksamkeit. Beide haben zu einer zeitgemäßen Geschlechterpolitik wenig beizutragen.

  42. 42
    flubutjan

    @Übermensch: Das Proto-Nazitum N.’s eine Legende?

    Vielleicht einfach mal Nietzsche lesen:

    Nietzsche in ‚Umwertung aller Werte‘: „Die Schwachen und Missratnen sollen zugrunde gehen: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu verhelfen. Was ist schädlicher als irgendein Laster – das Mitleiden der Tat mit allen Missratnen und Schwachen – das Christentum …“

    Nietzsche in ‚Genealogie der Moral‘: „Von der Stärke verlangen, dass sie sich nicht als Stärke äußere, dass sie nicht ein Überwältigen-Wollen, ein Niederwerfen-Wollen, ein Herrwerden-Wollen, ein Durst nach Feind und Widerstand und Triumphen sei, ist (…) widersinnig. (…) Die Krankhaften sind des Menschen große Gefahr: nicht die Bösen, nicht die ‚Raubtiere‘. Die von vornherein Verunglückten, Niedergeworfenen, Zerbrochenen – sie sind es, die Schwachen sind es, welche am meisten das Leben unter den Menschen unterminieren, welche unser Vertrauen zum Leben, zu Menschen, zu uns, am gefährlichsten vergiften und in Frage stellen.“

    Nietzsche in ‚Also sprach Zarathustra‘: „So viel Güte, so viel Schwäche sehe ich. So viel Gerechtigkeit und Mitleiden, so viel Schwäche.“

    usw. usf.

  43. 43
    Übermensch

    @flubutjan (42)
    Vielleicht Nietzsche einfach mal verstehen wollen anstatt ihn abzustempeln.
    Worum geht es Nietzsche denn, wenn er von Sklavenmoral und Herrenmoral redet? Doch wohl darum, dass er die (christlich gefärbte) Moral vieler seiner Zeitgenossen als etwas betrachtet, das sie hinter ihren Möglichkeiten zurückstehen lässt. Das sie treibt, ihr Los passiv zu akzeptieren, anstatt die Möglichkeit anzunehmen, zum eigenen Leben ja sagen zu können. Aus diesem Grund träumen die Sklaven lieber von einem jenseitigen Paradies, in dem sich ihre miserable Situation umkehrt, als ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
    Die Philosophie Nietzsches steht wider das passive Erleiden und für das aktive Handeln, dessen erster Schritt die Lebensbejahung ist.
    Kann das letzten Endes in einer „sozialdarwinistischen“ Gesellschaft münden? Sehr gut möglich, und das ist auch eine berechtigte Kritik an Nietzsche. Aber sie ist eben doch ein Stückchen differenzierter als Nietzsche einfach als Vordenker des Nazismus zu brandmarken.

  44. 44
    flubutjan

    „.. die Sklaven …“ – uhuh, soso.

    Den Schwachen „dazu verhelfen zugrunde zu gehen“ als „Lebensbejahung“ – interessant (achso, die Lebensbejahung betrifft ja nur einen selber, zumindest, wenn man Übermensch ist, ich vergaß).

    Vorschlag für Leute mit Selbstoptimierungs- und Distinktionswahn: in der Fußgängerzone FDP-Kugelschreiber verteilen.

  45. 45
    loko

    Am Rande … http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,728081,00.html

    Zum Thema Quote sagt die Dame in der CSU!! (die ja nicht gerade für starke Frauen bekannt ist) …

    Draußen vor den Bildschirmen bildeten sich Gruppen, und drinnen sprach Katrin Poleschner gegen die Quote an, weil sie gute, engagierte Frauen degradiert. Blonder Schopf, dunkle Brille, weiße Bluse, laute Stimme. „Eine Partei, die sich draußen demokratischen Wahlen stellt, muss das auch in der Partei tun“, rief sie in den Saal. Die Quote sei falsch und sie sei Unrecht. „Ich habe die Nase voll davon, dass wir dauernd faule Kompromisse machen.“

    Ich halte Quoten in den allermeisten Fällen tatsächlich für falsch oder will man wirklich hören: Wir stellen sie ein, weil wir unsere Frauenquote erhöhen müssen.?! Für mich ist das ähnlich wie: Wir stellen sie ein, weil ich ihre Titten toll finde. > Beides ist ähnlich erniedrigend.

  46. 46
    quasi

    Sorry wenn ich nicht alle 45 Kommentare gelesen habe und mich vielleicht auch nicht so gut mit der Frau Schröder auskenne – aber es ist doch nun mal so, dass die Frauen ihre Rolle ausnutzen und das dies eben nur ein paar machen, man bzw. in dem Fall Frau sich darauf beruft sozusagen, wobei das Rollenausnutzungsverhalten bei den Männern eh ok ist – und am Ende wird alles unter den Tisch gekehrt – Hauptsache man hat was dazu gesagt!
    Es ist wie immer, weil man bzw. Frau Schröder ja niemandem auf dei Füsse treten will.
    Leider verliert dabei die Gleichberechtigung.

  47. 47
    pappawinni

    Von mir aus, Frau Witzorek, dürfen z.B. Friseurinnen das doppelte verdienen. Leider ist es halt so, dass Sie den doppelten Preis nicht bezahlen und ich – mangels Haarpracht – keine Friseurin brauche.
    Es ist auch nicht schwer, Gründe zu finden, warum Frauen sich oft unter Wert verkaufen, denn es sind Männer, von denen – auch und insbesondere seitens Frauen – nochimmer erwartet wird, eine Familie ernähren zu können. Was Spass macht, dafür können sich Frauen entscheiden… Das sind Ursachen, die Feministen nicht sehen wollen. Und der sog. Gender-Pay-Gap ist ohnehin lediglich Produkt fehlinterprätierter Statistik. Vielfach und immer wieder gerne wird und wurde ja publiziert, dass ein Gap von jenseits 20% bei gleicher Tätigkeit existieren würde. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das als Augenwischerei. Die Datenbasis lässt solch Aussagen nicht zu. Insofern ist alles was ein Gap in dieser Höhe ausweist in höchstem Masse unseriös. Ob Ihnen allerdings ein Kurs in Statistik helfen würde ?

  48. 48
    drehtür

    Friseur ist ja ein vielfältig tolles Beispiel.

    Früher ein Männerberuf. Nur haben die diesen irgendwann verlassen, nennt sich Mobilität auf dem Arbeitsmarkt und ist oftmals für Gehaltsunterschiede verantwortlich.

    Zum anderen glaube ich, mein 12 euro Herrenschnitt trocken, der 5 Minuten dauert und nochmal 1-2 Euro Trinkgeld dazu gibt, der subventionier den ein oder anderen Damenschnitt für 60 Euro, der dagegen eine Mitarbeiterin für eine gute Stunde fesselt.
    Das ist natürlich meine ganz persönliche Überlegung, kann auch Männer geben die länger Ressourcen beim Friseur binden, denen fehlt halt meine natürliche Schönheit. ;-)

  49. 49

    Die vielen tlw. emotionalen Kommentare begeistern mich.

    U.a. abonniert unser Haushalt die EMMA.
    Meine Allerliebste meint immer, nach der Lektüre des o.g.
    Magazins, dass die Erde flach und sie dreidimensional ist.

    Alles Gute :-))

  50. 50

    Aloha!

    Nachdem Tinchen in diesem Interview, wie auch schon zuvor, gerne von ihren „Freundinnen“ und ihrem privaten Umfeld erzählt, die alle politischen Bereiche abdecken könnten, nur eben nicht die der CDU ist der Entschluß seit diesem Spiegel-Interview (wofür sie selbst auch noch Werbung auf Twitter macht) getroffen:

    Tinchen ist eine „Grüne Terroristin“ mit subversiver Neigung!

    Sie unterwandert die CDU und terrorisiert in allererster Linie diese „Hinterwäldlerpartei“. Das ist doch schon etwas.

    Anders ist sie nicht mehr ernst zu nehmen und schon gar nicht zu ertragen.

    http://warblogdkgermany.blogspot.com/2010/11/tinchen-von-der-kohler-schroder-rosler.html

    Achso, solange es noch heute schwarz auf weiß geschrieben steht – „Frau“ und „Herr“ – wird es auch Trennung/Unterschied geben, wo keine/r sein müßte.

    Mit freundlichen Grüßen

  51. 51
    Muss Sein

    Zusammengefasst findet sie Frauenquoten nämlich doof und weibliche Wesen sollen halt tougher werden, um althergebrachte Strukturen zu durchbrechen …

    Mal ’ne ganz blöde Frage: WER soll die Strukturen denn durchbrechen? Ist das nicht auch eine Forderung an jede/n einzelne/n?
    Oder wer soll’s machen?

    Geisteswissenschaften zu studieren ist eine individuelle Entscheidung. Daran ist im konkreten Fall nichts strukturell. Und dass unterschiedliche Berufe unterschiedlich bezahlt werden, ist ja nun auch eine Binse.

    Und dann wartet sie (Schröder) mit Klischees auf. Unschön. Aber WER soll diese Klischees denn verlasssen? Ist da nicht auch jede/r gefragt?

  52. 52
    Chris

    Also ich finde Frauen eigentlich ziemlich nett.

  53. 53
    Anne Wizorek

    @Muss Sein: Auch an dich der Hinweis, die vielen guten Artikel, die hier verlinkt sind, einfach zu lesen. Dann würden diese Fragen nämlich nicht aufkommen.

    @Chris: <3

  54. 54

    @Chris: Das ist doch eigentlich das einzige, was es zu diesem Thema zu sagen gibt, oder? ;-D

  55. 55
    Muss Sein

    @Anne Wizorek

    Danke für den goldrichtigen und wichtigen Hinweis!
    Ich beziehe hier aber nicht Stellung zu den vielen anderen guten verlinkten Artikeln, sondern zu dem zitierten Satz (ggf. einfach nochmal lesen!). Und nein, ich will auf meine durchaus polemischen Fragen auch keine von dir, liebe Anne Wizorek. Mir ist durchaus bewusst, dass viele sogenannte Feministinnen den Feminismus als Ponyhof ansehen, auf dem man ihnen bitteschön frauenfreundliche (what ever) & von Fall zu Fall klischeefreie Strukturen frei Haus liefern möge. Aber so ist die Welt nicht. Wer etwas will, muss auch etwas dafür tun.

  56. 56

    @Chris:
    Du bist dir aber schon bewusst über das eigentlich unverfängliche ‚eigentlich‘.

    Auf meiner Arbeitsstelle gibt es eine gewählte Frauenbeauftragte.
    Eigentlich sollte in unserer aufgeklärten, modernen Welt diese
    Position mittlerweile obsolet sein.

    Vielleicht bekommen Pflanzen demnächst auch Giessbeauftragte (Unisex).

    Irgendwie, eigentlich nicht mehr komisch.

  57. 57
    Chris

    @PiPi: Eigentlich war ich mir dessen nicht bewusst. Danke für den Anstoss, mehr darüber nachzudenken!

  58. 58

    Mein Gott, was für ein Luxus-Gewäsch.
    Um einen Helden meiner Jugend zu zitieren:
    Not that I condone fascism, or any -ism for that matter. -Ism’s in my opinion are not good. A person should not believe in an -ism, he should believe in himself.

  59. 59

    @chlood:
    Lustich
    mache ich mich nicht.
    Die zur Selbstreflektion neigenden
    erkennen auch andere ‚Umstände‘.

    Alles Gute

  60. 60

    Irgendwie scheint hier die Nummerierung durcheinander gekommen zu sein und die Diskussion auch eigentlich längst abgeschlossen, aber ich kann mir nicht helfen, ich muss was dazu sagen, weil mich der Artikel so begeistert hat. Bin selbst in der Siuation arbeitslose Akademikerin zu sein, das ist in österreich nämlich auch net besser und habe diesen Unfug von eurer Ministerin nicht mitbekommen, kann aber nur sagen, dass man ihr in den Allerwertesten treten sollte, denn nur weil sie das Glück hat, erfolgreiche Politikerin geworden zu sein und dementsprechend fette Diäten und was weiß ich was für Betechungsgelder zusätzlich zu kassieren, brauch sie sich mal nicht so aufzuplustern. Letztendlich ist Politikwissenschaft (so sie das studiert hat, ich hab keine Ahnung, was ihren Werdegang angeht) schließlich auch eine Geisteswissenschaft und hat wohl auch ihren Neigungen entsprochen! Wärst du als Ingeneurin glücklich geworden? Lass mich raten. Aber hauptsache, man kann als Politiker (ausgerechnet!) alles über einen Kamm scheren. Furchtbar!

    Ich muss aufhören, ich echauffiere mich noch ;)
    Schließe mich dem „Alles Gute“ einfach mal an.
    Stefanie

  61. 61

    Kann mir vielleicht eine Feministin erklären, warum fast alle in der Welt berühmten Köche Männer sind, obwohl Lieschen Müller immer alleine kocht und Otto Normalverbraucher mehr Zeit auf dem Klo als in der Küche verbringt!?

  62. 62
    Melanie

    Erklärungen gibt es auf dem Ponyhof nicht.

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