48

Wikileaks: All our Amazon belongs to you

Wir bereiten gerade unsere alljährlichen Geschenke-Tipps für die Leserinnen und Leser vor, was in diesem Jahr nicht ganz ohne Zusatzgedanken funktionieren kann. Denn die Produkte, die online bestellbar sind, versehen wir im Regelfall mit einem Amazon-Partnerlink, um bei erfolgtem Einkauf über einen solchen Link einen Anteil des Amazon-Umsatzes als Vermittlungsprovision erstattet zu bekommen. Amazon- (oder iTunes- oder andere) Partnerlinks sind wie flattr und Werbe-Banner eine Möglichkeit der Refinanzierung von Blogs.

Nun haben einige der an solchen Finanztransaktionen beteiligten Unternehmen derzeit ihre Dienste für Wikileaks eingestellt – flattr funktioniert u.a. über das Ebay-Unternehmen Paypal, welches das Wikileaks-Konto gesperrt hat, und Amazon hat Wikileaks seine Cloud-Services AWS entzogen (auf den Amazon-Servern waren bis vor kurzer Zeit Wikileaks-Dokumente gespeichert).

Keines der Unternehmen handelt damit illegal, denn jedem Privatunternehmen steht es frei, seine Dienste einem Kunden zu verweigern. Und dennoch, und ganz egal, wie man zu Wikileaks steht: Die Verweigerung dieser Dienstleistungen aus anscheinend politischen Gründen oder womöglich, auch wenn Amazon dies bestreitet, aufgrund politischer Einflussnahme, ist in unseren Augen äußerst bedenklich. Denn der vorauseilende Gehorsam ist unbegründet, es gibt zur Zeit keinerlei Anzeichen dafür, dass Wikileaks illegal handelt.

Um gegen das Vorgehen einzelner Unternehmen gegen Wikileaks zu protestieren, kann man diese boykottieren – der Effekt ist dabei jedoch zweifelhaft, denn ein Unternehmen wie Amazon wird durch ein paar nicht ausgezahlte Provisionen kaum zum Umdenken bewegt werden und es bräuchte schon massenhafte Konto-Kündigungen, um für genügend PR zu sorgen.

Das es aber in erster Linie um die Generierung von Aufmerksamkeit und einen hoffentlich damit einhergehenden Diskurs geht, haben wir beschlossen, die Partnerlinks weiterhin zu setzen und sie mit dem Hinweis zu versehen, dass alle unsere Amazon-Einnahmen aus der Weihnachtszeit* an Wikileaks gespendet werden. Dieses Vorgehen werden wir Amazon außerdem mitteilen. Diese Entscheidung ist nicht der Weisheit letzter Schluss, denn letztendlich verdient Amazon weiter, wir erhoffen uns davon jedoch mehr Aufmerksamkeit für das Thema als durch einen Boykott.

*Nur im Dezember machen wir erwähnenswerte Umsätze mit Amazon-Links, der Rest des Jahres genügt nicht einmal für die Portokasse.

Das grundsätzliche Dilemma, in dem wir alle als Internet-Nutzer stecken, bleibt jedoch bestehen. Denn so bitter es auch ist: Am Ende sind die Leidtragenden aller Aktionen gegen Internet-Dienstleister wir selbst als Nutzer.

Es mag im Fall von Amazon leicht sein, sein Konto zu kündigen, man kann auch woanders einkaufen. Man braucht vielleicht auch kein Paypal, keine Mastercard. Doch wer ist der nächste im Bunde gegen Wikileaks oder andere? Twitter sperrt derzeit Accounts aus dem Umfeld der Internet-Aktivistengruppe Anonymous und einige Server-Provider untersagen die Spiegelung von Wikileaks-Daten. Was passiert, wenn immer mehr Banken beschließen, bestimmte Zahlungsströme einzufrieren, was, wenn Internet-Provider bestimmte Sites sperren (wir reden hier allein von legalen Zahlungsströmen und Sites und von Sperrungen, die sich auf die AGB von Privatunternehmen beziehen würden, im Kern aber politische Ursachen hätten)?

Man kann sich einreden, dass das Internet im Kern frei ist und auch ohne die Twitters und Facebooks dieser Welt funktioniert, doch die Mobilisierung von Unterstützern für ein Thema und die notwendige Sensibilisierung von größeren Teilen der weniger Technik- oder Politik-interessierten Bevölkerung kann nicht allein über IRC stattfinden, sie braucht auch die Mainstream-Plattformen und vor allem die vorhandene Infrastruktur. Denn am Ende sind die Datenleitungen, Internet-Zugänge und Server, die wir benutzen, größtenteils in den Händen von Unternehmen, deren Entscheidungen uns und die Reichweite jeder Aktion massiv beeinflussen. Schadet man diesen Unternehmen auf illegale oder aggressive Weise, z.B. durch Attacken gegen ihre Server, führt dies mit Sicherheit eher zu einem technischen Aufrüsten als zur Einsicht oder gar Umlenken, und auf politischer Ebene (und auch in Teilen der Bevölkerung) wird der Ruf nach stärkeren Kontrollen und härteren Gesetzen noch lauter, der Effekt ist somit kontraproduktiv. Es bleiben also allein kreative und medienwirksame Protestformen, die zu Überzeugungsarbeit und Solidarität führen müssen.

Wikileaks legt als Organisation klugerweise größten Wert auf die Legalität ihrer Handlungen, für die sie auf Unterstützung und Hilfe nicht nur aus der Internet-Community, sondern auch von Juristen, Unternehmen, Politikern und Medienhäusern angewiesen ist. Ohne diese Unterstützung, die nicht geleistet werden könnte, wenn die Arbeit von Wikileaks illegal wäre, bliebe Wikileaks ohne den gewünschten globalen Effekt.

Es geht Wikileaks um das Aufdecken illegaler und schädlicher Handlungen, nicht um die prinzipielle Bekämpfung von Unternehmen oder Politik, (mehr dazu hier). Wikileaks und auch die Gruppierungen um Anonymous wissen, dass Drohungen oder illegale Attacken der Sache nicht dienen, weshalb das neueste Anonymous-Statement (PDF) klug und wichtig ist und weshalb es schädlich ist, von einem „Cyber-“ oder „Info-War“ zu sprechen oder gar in selbigen ziehen zu wollen. Sich von denen, die im Angesicht der Wikileaks-Enthüllungen beinahe lächerlich überreagieren und von denen man daher vermuten kann, dass sie nicht ohne zweifelhaften Grund händeringend nach Mitteln suchen, um Wikileaks zum Schweigen zu bringen, zu einem Krieg provozieren zu lassen, entspräche den Erwartungen derjenigen bösartig handelnden Mächte, die Wikileaks bloßstellen will, und es würde ihnen im schlimmsten Fall die Handhabe für härtere Vorgehensweisen liefern.

Kriege gewinnt selten der Gerechtere, sondern meistens der Stärkere. Es ist eine romantische, aber ob der bestehenden Strukturen naive Hoffnung, dass bei einem technischen Wettrüsten diesmal nicht diejenigen gewinnen würden, die am längeren Hebel sitzen – das Problem an Mächtigen ist halt, dass sie mächtig sind. Weshalb ich es für wichtig halte, nicht nur Individuen, sondern auch Unternehmen, Juristen, Politiker und möglichst weite Teile der Bevölkerung davon zu überzeugen, dass sich niemand vor Wikileaks fürchten muss, der mit seiner Politik oder seinem Unternehmen legal und in bester Absicht handelt.

Wikileaks hat die Welt bereits massiv verändert. Ob sie sich auch tatsächlich verbessert, das liegt nicht allein an Wikileaks oder unterstützenden Individuen und Online-Gruppierungen, sondern an allen, die diese Welt bilden – und dazu gehören auch Unternehmen und Politiker.

Könnte in diesem Zusammenhang ebenfalls spannend sein: Wikileaks und Julian Assange: Anarchy In The IP?

UPDATE Es sind 212,00 Euro an Amazon-Affiliate-Einnahme zusammengekommen. Besten Dank an euch!

48 Kommentare

  1. 01

    oder einfach direkt an wikileaks spenden:

    Bank Account: 2772812-04
    IBAN: DE46 5204 0021 0277 2812 04
    BIC Code: COBADEFF520
    Bank: Commerzbank Kassel
    German BLZ: 52040021
    Subject: WIKILEAKS / WHS Projekt 04

  2. 02
    scanlines

    Entschuldigt bitte das Klugscheißen auf einen im Kontext Eurer — für mich sehr nachvollziehbaren und gut begründeten — Aktion eher unbedeutenden Punkt:

    „flattr funktioniert im Moment allein über das Ebay-Unternehmen Paypal“

    Ich sehe in meinem Flattr-Account als mögliche Zahlungsweisen neben PayPal, Visa und Mastercard (, die aus bekannten Gründen auch nicht akzeptabel sind) noch Direct Debit, Giropay und Sofortüberweisung.

  3. 03

    @scanlines: Ich dachte, auch diese Zahlungen laufen über Paypal, überprüfe das aber nochmal und nehme das „allein“ erstmal raus. Danke!

    Update: Du hast Recht. Es bleibt also im Artikel bei dem „u.a.“. Merci!

  4. 04
    Dirk

    Ich finde eure Idee schön, eure Einnahmen einer gemeinnützigen Organisation wie Wikileaks zu spenden (lieber sehen würde ich es noch bei Openleaks, was hoffentlich das Leak-Prinzip von der Person Assange wieder auf das leaken hinführt). Allerdings finde ich eure Kritik an Amazon und co. stellenweise als falsch, da meiner Meinung nach die Unternehmen selbst unter einem enormen Druck stehen. Man stelle sich nur einmal vor, man selbst wäre an der entscheidenden Stelle bei Amazon und ein Ministerium käme auf einen mit sicherlich erheblichem Druck zu – Die Handlungsfreiheit ist doch eher beschränkt. Gerade Amazon kann man doch wunderbar drohen (Amazon zahlt in fast allen Bundesstaaten keine Mehrwertsteuer auf ihre Lieferungen! Das könnte man ja auch mal ändern, nicht?!). Deshalb frage ich mich: Was würde ich an dieser Stelle tun? Und ich glaube, ich würde zu dem selben Schluss kommen, wie Amazon und co es auch gekommen sind.
    Die Schuld trifft für mich ganz klar die politische Einflussnahme der US-Regierung. Das ist unakzeptabel.

  5. 05

    Super diese Aktion. Cheers,–

  6. 06
    Jaja

    Wir sind weiterhin gegen die Handlungsweise von #Amazon, die Redaktion hat sich aufgrund finanzieller Zwänge anders entschlossen.

  7. 07
    das

    Jaja, Text zuende gelesen, oder direkt „jaja“ gebrüllt?

  8. 08
    Sven

    Eine schlechte Entscheidung.

    Irgendwie findet ihr es nicht gut, dass Amazon an euren Partnerlinks Geld verdient, aber ihr setzt sie trotzdem, weil – ja, warum eigentlich? Damit ihr eure Erlöse aus diesen Links an Wikileaks spenden könnt? Das kann ich nicht nachvollziehen. Gibt es denn keine anderen Online-Versandhäuser, die Bezahlung für Partnerlinks anbieten?

    Das Gewinsel der Art „Wir verdienen ja kein Geld damit, wir verlieren sogar Einnahmen!“ finde ich peinlich. Nutzt halt die Partnerprogramme der Amazon-Konkurrenten und behaltet das Geld!

    Ich hätte übrigens auch kein Problem samit, wenn ihr euch eindeutig zu Amazon bekenntet (komisches Wort), aber dieses Rumgedruckse ist die schlechteste Option.

    Wenn eure Strategie aber in Wirklichkeit darin besteht, mit dieser merkwürdigen Entscheidung Unmut auf euch zu ziehen und dadurch indirekt mehr Aufmerksamkeit auf Wikileaks zu lenken, dann nehme ich alles zurück und gratuliere euch zu diesem genialen Schachzug.

    P.S.: Die Cyberwar-Geschichte hat damit reichlich wenig zu tun und wäre meines Erachtens in einem separaten Artikel besser aufgehoben gewesen.

  9. 09

    Schöne Sache, bei der es neben den Spenden noch viel mehr um die lustige Tatsache geht, dass Amazon damit Wikileaks indirekt unterstützt und nichts dagegen tun kann.

    Sascha Pallenberg macht es ja bereits ähnlich und spendet 25% seiner Amazon Einnahmen an Wikileaks http://www.netbooknews.de/28249/wir-spenden-an-wikileaks-und-ihr-koennt-dabei-helfen/
    Und wer Netbooknews kennt, weiß, dass da keine Kleinbeträge umgesetzt werden.

    Allerdings finde ich auch ein bisschen, dass man, wenn man spendet, nicht unbedingt auch noch den eigenen finanziellen Verlust kundtun muss. Wenn man Geld spendet, dann ist das Geld eben nicht mehr bei einem selbst, das sollte jedem klar sein.

  10. 10

    Was ist eigentlich mit den ganzen Computern, Smartphones, iPads, iPods und was sonst noch jetzt fuer Weihnachten an Elektronikspielzeug gekauft wird?

    Mit ziemlicher Sicherheit wird das Zeug mindestens teilweise aber oft sogar komplett in China gefertigt. Ja, dem Land, das gerade dem frisch gekuerten Friedensnobelpreistraeger die Ausreise verweigert hat, weil er dort im Gefaengnis sitzt.

    OK, die Chinesische Regierung stellt das ganze Elektronikspielzeug nicht selber her, aber sie duerfte doch ganz gewaltig davon profitieren. Von all den anderen Sachen die jetzt zu Weihnachten gekauft werden mal ganz zu schweigen. Laut verschiedenen Berichten sind dort Menschenrechte, Freedom of Expression und mehr doch ziemlich eingeschraenkt.

    Und da macht ihr solch einen Aufstand ueber ein paar affiliate links?

  11. 11
    Sven

    @Armin: (Hier bitte dein favorisiertes Unrecht in der Welt einsetzen.) Und da machst du so einen Aufstand über einen Aufstand über ein paar Affiliate-Links?

  12. 12

    Ein lukrativeres Affilate Angebot gibt es bei der Berliner Buchhandlung Lehmanns.de – portofrei auf Rechnung seit 1993! :-)

  13. 13
  14. 14

    @Armin: Es stimmt, dass wir eh mittendrin und Teil sind und eigentlich fast alles sein lassen müssten. Dieses Dilemma habe ich oben versucht anzudeuten.

    @Marius: Ja, das klingt etwas doof, stimmt, aber ich sah es als gute Überleitung zur allgemeinen Misere, in der dann nicht nur wir stecken.

  15. 15

    @Sven:

    Nein, eben nicht favorisiertes Unrecht.

    Bei Wikileaks und damit verbundenen Themen wird immer wieder betont wie wichtig doch Freedom of Expression und Offenheit waeren. Genau das was einen grossen Bestandteil der Vorwuerfe gegenueber China ausmacht.

    Nur habe ich da bis jetzt nicht den grossen Aufschrei in den Blogs gesehen, die beschaeftigen sich fast alle mit der eigenen Nabelschau ueber Wikileaks.

  16. 16
    Jaja

    @das: Ich habe zu ende gelesen. Spreeblick will Geld. Um es über Weihnachten an Amazon – pardon, Wikileaks (Wieso komme ich nur darauf Amazon würde durch die Links unterstützt?) – zu spenden und danach wieder fürs sich zu behalten.

    Hast du meinen Kommentar überhaupt verstanden?

  17. 17
    Leser

    Apropos Amazon & Co: ich kaufe meine Bücher beim Buchhändler um die Ecke (und bestelle sie dafür idR. am Vortag, weil er meine Bücher selten hat). Warum? Weil ich in meinem Kiez Händler haben will, die von ihrem Handeln leben können.

  18. 18
    Jaja

    @Armin: „Und da macht ihr solch einen Aufstand ueber ein paar affiliate links?“

    Stimmt, logisch. Wenn Hinz und Kunz Sabine schlagen kann man natürlich nichts mehr dagegen sagen wenn Kunz auch Tanja eine reinhaut.

    ???

  19. 19
  20. 20

    Wer bei Lehmanns.de seine Bücher bestellt, will durch den Verkauf der Datenschleuder (CCC), openBSD, openstreetmap oder andere Dinge, dass die RICHTIGEN Projekte unterstützt werden.

  21. 21
    das

    Wow, heute scheint hier aber Trolltag zu sein. Naja, selber schuld, wenn ihr die Leute auch zwingt, bei Amazon Sachen zu kaufen, und ihr dann eure Provision sowohl spendet als danach behaltet. Ihr Füchse!

  22. 22

    Eine nette Sache, das Geld an Wikileaks weiter zu geben. Dies bezeichnet man wohl als Win-Win-Situation. Wikileaks bekommt die Kohle und Ihr mit etwas Glück die Aufmerksamkeit, die Ihr Euch vermutlich erhofft.

    Natürlich hilft Euch eine solche Aktion, die Pro-Wikileaks-Position zu vertreten, gleichzeitig aber seit Ihr nicht gezwungen, an einem Boykott teilzunehmen um diese zu untermauern. Wie sähe es auch aus, wenn Ihr heute eine Firma wie Amazon boykottiert um wenn sich die Wogen wieder geglättet haben, mit selben Werbepartnern um die Ecke zu kommen? Gratulation zu dieser wirtschaftlich durchdachten Vorgehensweise.

    Die Sache mit dem „Wir graben uns selbst das bisschen Wasser ab, dass wir haben.“ finde ich jedoch etwas übertrieben. Man muss sich nicht auf Biegen und Brechen in eine Märtyrerrolle bringen.

  23. 23

    @Alexander: Letzteres war auch nicht die Absicht, aber ihr habt Recht, ich habe nach nochmaligem Nachdenken den Absatz rausgenommen, er klang blöd.

    Ich weiß nicht, ob das, was wir da tun, nun besonders klug ist, aber einen Boykott halte ich, siehe oben, für wenig effektiv.
    Alles nicht so leicht.

  24. 24

    @Johnny Haeusler: Eine Anmerkung noch: Eine Pro-Wikileaks-Position hilft oder schadet uns nicht wirklich (ich habe mich, wie du an dem anderen Artikel erkennen kannst, sehr lange mit Wikileaks beschäftigt und durchaus die ein oder andere Anmerkung und ich hätte keinerlei Probleme damit, eine Anti-Wikileaks-Haltung zu vertreten, wenn dies meine Überzeugung wäre). Wir hätten aber auch ebenso einen Artikel darüber schreiben können, dass wir Amazon boykottieren, wenn wir einfach nur die Pro-WL-Haltung wollten.

  25. 25

    @Johnny Haeusler: Dies sollte auch auf keinen Fall Kritik an Eurer Haltung zu Wikileaks sein. Ich denke in dem Punkt vertreten wir ähnlicher Ansicht. Ich wollte nur Euren Interessenkonflikt verdeutlichen:
    Zum einen nehmt Ihr die Pro-WL-Haltung ein (gut so!), aber natürlich möchte man auch ein paar Euro verdienen (verständlich). Würdet Ihr nun ein Boykott einleiten, ginge dies auf Kosten der Glaubwürdigkeit, wenn man ein paar Monaten später wieder mit genau diesen Partnern zusammenarbeitet. Daher ist Eure Vorgehensweise das Beste, was Ihr machen konntet.

  26. 26

    @Alexander: So hatte ich dich auch verstanden, alles gut. :) (Diese schriftliche Kommunikation schafft mich manchmal, was täten wir nur ohne Emoticons…)

  27. 27
    Enquête

    Darf man das!?

    :)

  28. 28

    @Enquête: Emoticons benutzen? Eigentlich nicht.

  29. 29
    Jan!

    Wie hoch ist der Betrag der über Amazon reinkommt?

  30. 30
    ber

    @Armin: Bitte mal die China Beiträge bei Spreeblick überfliegen:
    http://www.spreeblick.com/?s=China

  31. 31
    leo

    Ich finde, Momente wie dieser sind gut geeignet dazu, sich Gedanken über das eigene Konsumverhalten und (quasi-)Monopolisten zu machen. Ganz zweifellos bieten die großen Player sehr praktische Dienste an, aber ich versuche mir auch die Frage zu stellen, ob man kleine Geldbeträge wirklich nur mit Paypal transferieren kann, Bücher nur bei Amazon bestellen kann und andere Kleinigkeiten nur bei Ebay. Vielleicht haben genau diese Geschäfte die schlüssigsten Konzepte, das größte Maß an Sicherheit und sind am bequemsten zu benutzen, aber ich sehe hier zumindest für mich den Punkt, die eigene Bequemlichkeit zu durchbrechen und mir jeden Einkauf genau zu überlegen und mich mit Alternativen zu befassen. Der Buchladen in der Stadt freut sich bestimmt riesig, meine Weihnachtsgeschenke bestellen zu dürfen. Dafür muss ich eben zweimal da hin fahren. Aber es gibt eben auch andere Versandhäuser, die die Artikel zum gleichen Preis mit dem gleichen Komfort liefern können. Dazu muss ich eventuell Gewohnheiten abstreifen, wie Artikel immer erst bei Amazon oder Ebay zu suchen.
    Ich möchte aber niemandem vorwerfen, dass er Amazon nutzt. Gerade habe ich ein Weihnachtspaket bekommen, das mir über Amazon bestellt wurde. Da freue ich mich dann trotzdem und werde bestimmt nicht versuchen, den Schenkenden zu belehren.

  32. 32

    @ber:

    Welche? Die hier?
    – Außenstelle Afrika: Mutter positiv, Kind negativ Teil II
    – “Mit Pro-Gaming wird man kein Millionär”
    – Live-Podcast: Uruguay – Niederlande
    – Ghana – Australien 1:1
    – “Solche Leute” aus Guantanamo
    – Die Flipper-Brücke

    Nur begrenzt zielfuehrend, Dein Suchvorschlag. Und waehrend Die Flipper-Brücke zwar in China ist geht es da eher um was anderes als Freedom of Speech (geschweige denn China ueberhaupt).

    Ja, es sind auch ein oder zwei Artikel die sich mindestens teilweise mit China befassen dabei. Sogar Redefreiheit wird erwaehnt, aber eher in Nebensaetzen.

    Also, klaer mich auf, welche Beispiele soll ich da ueberfliegen?

  33. 33

    @Jan!: Schwer zu sagen, die Artikel mit den Geschenketipps sind ja noch nicht online. Letztes Jahr waren es ein paar hundert Euro. Mal sehen, wie es dieses Jahr läuft, wenn man auf Wikileaks hinweist. Wir geben die Sume dann bekannt.

    @leo: Über Alternativen nachzudenken ist immer gut und ehrlich gesagt kaufe ich, wenn es die Zeit erlaubt, viel lieber im kleinen Laden an der Ecke. Aber bei solchen Diensten wie Finanztransaktionen kommt man an größeren Anbietern kaum vorbei. Was die Gewohnheiten angeht: da hast du vollkommen Recht, man ertappt sich dabei, immer an den gleichen Stellen zu suchen.

  34. 34
    Konni

    Als eine Alternative zu einem Boykott finde ich das Experiment wirklich interessant, bin gespannt, was dabei am Ende rauskommt – ich nehme an, ihr informiert uns darüber ;-)

    Nur als Ergänzung: Paypal soll die Konten inzwischen jedoch zumindest teilweise wieder freigegeben haben.
    http://www.tagesschau.de/ausland/assange154.html
    http://derstandard.at/1291454730066/Operation-Payback-10-fuer-Anonymous-Paypal-gibt-Wikileaks-Spenden-wieder-frei

  35. 35
    Warter

    Hey! Wann kommen denn eure Geschenketipps. Waren im letzten Jahr Klasse dinge bei..

  36. 36
    tacheles

    „alle unsere Amazon-Einnahmen aus der Weihnachtszeit an Wikileaks gespendet werden….“

    Gilt auch für die Werbeeinnahmen aus Bannern?

  37. 37
  38. 38
    anonym

    Die Überlegung, daß man im Leben nicht alle Firmen boykottieren kann, ist völlig richtig, auch wenn sie nicht neu ist.

    Was ich jedoch noch nie verstehen konnte: Wie kann man sich ständig im Netz bewegen, ohne ständig den dringenden Wunsch zu verspüren, absolut nichts mit Amazon, Ebay, Paypal, Twitter, Facebook (und wie diese ganzen absolut bescheuerten Firmen alle heißen) zu tun haben zu wollen? Das habe ich beim besten Willen noch nie begreifen können. Offenbar besteht ein Großteil der Netzgemeinde aus völlig oder weitgehend konsumgeilen Personen. Ist halt bloß meine Sicht. Ich möchte wirklich ums Verrecken nicht mit solchen Firmen zu tun haben.

  39. 39
    Jan

    Und wie hoch waren die Einnahmen?

  40. 40

    @Jan: Etwas über 200 Euro, wobei wir noch etwas warten wollen, denn oft gibt es Retouren (die dann wieder abgezogen werden). Posting dazu kommt aber noch, die zwei Wochen Umtauschzeit sind ja vorbei.

Diesen Artikel kommentieren