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Tunesien: 1001 Rätsel

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von Malak M., der in Frankreich lebender Deutsch-Tunesier ist. Er hat den Text in den Stunden der vergangenen Nacht für uns geschrieben, wofür wir uns sehr bei ihm bedanken. Der Artikel ist ebenso chaotisch wie die Situation, und Malak ist weder Journalist noch Blogger, seine Eindrücke und seine Zusammenfassungen sind aber trotz der Länge sehr lesenswert. Und sehr emotional.

Des letzten Rätsels Lösung

+ + + update + + +

Die Ereignisse vom heutigen Tag zusammenzufassen scheint mir unmöglich widersprüchlich, doch irgendwie nötig: Das Chaos sortieren.

Ein Tweet: „We don’t want BelAli 2.0, too many bugs, unstable platform!!“

Ben Ali hält eine Rede, öffnet das Internet und bittet Polizisten, kein Feuer zu eröffnen. Und 2014 nicht mehr anzutreten: zu gut Englisch, einen anonymen Aktivisten zitierend:

„Ben Ali talked for the third time in the past month to the people. Something unprecedented, we barely knew this guy“, he said. It was noteworthy that, for the first time on Thursday, Ben Ali spoke in the Tunisian dialect instead of Arabic, he added. „He spoke directly to the police forces and ordered them not to shoot, unless in cases of self-defence. On the same line he said a commission will investigate in the murders that occurred,“ he said. Ben Ali promised broader political freedoms, including the formation of a political party and that all censorship of the internet and traditional media would be halted. „People are still cautious and doubt these words,“ the activist said. „Turning his words into action will be a very difficult mission.“ Mehr dazu hier.

Trotzdem gibt es über Twitter und Internetsites Berichte von Toten in Tunis, es wird überall im ganzen Land weiter scharf geschossen. Es gibt nachts Videos über Facebook von Schießereien. Scheinbar haben sich aber auch hier und da bewaffnete Bürgermilizen gebildet. Das Internet wurde tatsächlich geöffnet. Youtube ist verfügbar.

„Since the mainstream media is now buzzing about social media and its role in recent events, here’s a fact: 18.6% of Tunisia’s population use Facebook, a higher rate than in Germany… The Tunisian authorities have lifted the block on the multimedia site Nawaat and on the video site YouTube and Daily Motion… It is also reported that the photographic site Flickr and even sites for pornography are now accessible.

(Quelle)

Und: Der berühmte Bloger Slim404 wurde befreit.

Dieses gut informierte englischsprachige Blog scheibt zum heutigen Tag:

One was the demonstration today in Kairouan. I’ve been there on holiday and it’s not an especially big town. But look at the video: that protest is huge, huge, huge. The other is this report from the New York Times: „Tunisia Rioters Overwhelm Police Near Capital“. Referring to today’s events in Hammamet, it says: The police on Thursday all but abandoned this exclusive Mediterranean beach town — haven to the capital’s rich and powerful — as rioters calling for the ouster of Tunisia’s authoritarian president swarmed the streets, torched bank offices and ransacked a mansion belonging to one of his relatives. That is not the only place where the security forces are fighting a losing battle…Unless the president has some totally unexpected tricks up his sleeve (which I doubt), he’ll be gone well before 2014. If the protests continue on the same scale this weekend, I’d give him about three days.

Noch ein Tweet: „Just switched to Tunis TV. There is a democratic debate going on. Is this a joke or what? The country turned democratic in one hour #sidibouzid“

Dem kann ich nichts hinzufügen. Außer dem Ende natürlich…

+ + + /update + + +

In dieser Geschichte, die ich versuchen will zu erzählen, werde ich mich früher oder später verirren, wie einstmals als kleines Kind in der Medina von Hammamet: Sackgassen der Widersprüche und Halbwahrheiten und gelogenen Weisheiten und all dem Verschwiegenen. Als kleiner Junge verlor ich mich manchmal in der Altstadt um am Ende doch immer irgendwie zum Ausgang zu finden. Mal hatte ich eine Angst, die nur ein Kind haben kann, dem der zeitliche Horizont fehlt, der keine Zukunft kennt und deswegen nicht vermuten kann, dass er schon gleich irgendwie wieder rausfinden wird. Es ist die ehrliche Angst, der keine Rationalität kennt, die beruhigt und sagt: aber Du hast noch immer rausgefunden. Und dann bist Du stolz, wenn Du zum Ausgang findest, und wenn Du merkst, dass Du ihn finden wirst, freust Du dich und wirst den Weg genießen und herumalbern.

Das tunesische Volk machte gerade einen ähnlichen Eindruck. Irgendwie humorig und alle Angst verloren und dann wieder ganz verschreckt. Und trotzdem geht es weiter und weiter, denn es kann sich nicht vorstellen, was da kommt. Irgendwo wird sich der Ausgang finden. Und je näher er rückt, desto stolzer werden sie sein. Sie sind es bereits, ich bin es bereits. Und erlöst. Das endlich, endlich sich was bewegt. Trotz der Toten!

Ich verabschiede mich jetzt vom pathetischen Pappblumen-Stil und biete ein kleines Textlabyrinth an, denn die Lage ist doch ziemlich verwirrend. Neulich twitierte jemand ?“In a revolution, as in a novel, the most difficult part to invent is the end.“ Alexis de Tocquevill

* * *

Seit dem 17. Dezember 2010 brennt Tunesien. Eines Tages wird Mohamed Bouazizis ein Volksheld sein. Und mit ihm all die Anderen. Er verstarb am 4. Januar diesen Jahres. Der Präsident Ben Ali – denn um diesen fast so jungen Berlusconiverschnitt im schicken Schusswestenlook geht es hier -, der dies zu verantworten hat, besucht ihn am Krankenbett. Welch ein Hohn.

Bouazizis hatte sich in Brand gesetzt, vor der Präfektur in Sidi Bouzid, nachdem die Polizei wiederholt seinen kleinen Versuch, ein würdevolles Leben zu leben, in Misshandlungen und Schickane und Entnahme seines Besitztums tränkte. So traurig es ist, es ist eine Befreiung: Endlich. Und wie lange haben wir darauf gewartet! Die Ereignisse der letzten Tage überstürzen sich und es fällt schwer, irgendwie irgendwo noch einen geraden Weg zu erkennen. Von spontanen Aufständen jugendlicher Frustrierter wird am Anfang gesprochen. Arbeitslosigkeit und Verzweiflung. Sicherlich, aber dahinter steckt mehr, nur mussten sie sich erstmal trauen, den Teufel zu benennen. Dann legen Anwälte in Tunis ihre Arbeit nieder, Studenten protestieren nach Neujahr, als die Uni wieder anfängt (und werden in Sousse von der Polizei eingekesselt, dann werden die Unis dicht gemacht), die Demonstrationen und Ausschreitungen weiten sich im Landesinneren aus. Irgendwann werden die Banlieues der Hauptstadt Tunis erreicht. Auf den Videos der großen Demos, wie in Sfax, wo am Mittwoch über 30.000 – 40.000 auf der Straße friedlich demonstrierten, sind Frauen wie Männer, Junge wie Alte vertreten und schreien die Diktatur nieder. Mittwoch auf Donnerstag wird Tunis nachts eine Ausgangssperre verhängt, die Ausschreitungen reißen jedoch nicht ab.

* * * Dann nimm’s halt mit Humor * * *

Eines bleibt währenddessen ehedem: Den Humor lassen sich die Tunesier erst recht nicht in dieser Stunde des Erwachens nehmen. Es geht vielen um Würde, die man sich hat nehmen lassen in den letzten Jahrzehnten. Der Diskurs auf Twitter schwankt zwischen sehr ernsten Anmerkungen und Warnungen, Informationsaustausch wie der Aufruf zum heutigen (Freitag) Generalstreik, der von der einzigen tunesischen Gewerkschaft organisiert wird, die während der letzten Ben Ali Jahre brav Regime-treu sich leise gestellt hat, seit dem Aufflammen der Proteste sind die Gewerkschaftshäuser allerdings zu Treffpunkten und Orten des Austauschs geworden und immer stärker schlug sich die Gewerkschaft auf die Seiten der Protestler.

Ein 25-Jähriger antwortet auf die Frage des spanischen Journalisten der Zeitung „La Vanguardia“ auf die Frage, ob er studiert habe: „Nein, warum denn – um was zu tun? Viele meiner Freunde haben studiert, einige sind Mediziner, Anwälte aber sie sind wie ich: ‚Mauristen‘ [aus dem franz. übersetzt, le mur: die Mauer, was aus den jungen Helden so etwas wie Maurer, muristes macht…]“ Mauristen? „Aber natürlich, wir verbringen unsere Tage damit uns an eine Mauer zu lehnen. Wir unterstützen die Mauer. Mauristen also.“

Ein mutiger Rapper namens El Général ließ sich für seine freie Rede im Video auf Youtube lieber vorher von ganz oben, dem netten Onkel Raïs (Präsident) Ben Ali, die Erlaubnis geben zu verdammen. Wo immer er dieses Schmuckstück tunesischer Propagandaslapstick aufgetrieben hat, der Diktator schaut auf einen kleinen Haufen Angst und fragt den Schüler „Was schaust Du so bedröppelt, komm schon, erzähl mir, was dich ärgert“ – Vater Staat hört sich nicht lange an, was El Général zu sagen hatte. Letzte Info: Eingesperrt.

In Hammamet derweil ruhte es sich auch endlich un. Der Aufstand ist am Meer angekommen, wie poetisch. Und Jugendliche klettern auf die Polizei-Station, entfernen die Flagge und tragen die Insignie anschließend stolz beslustigt durch die Straßen (nicht ohne zu vergessen, die privaten Mofas der Polizisten aus der Station auf die Straße zu schleifen und in Brand zu setzten, Facebook-Videos). Hammamet, jener betonig-yasminige Küstenort des Ballermanntouristen, der was auf sich hält. Die Süddeutsche kaut dem Auswertigen Amt hinterher. Ich zitiere:

Solange das Auswärtige Amt keine offizielle Reisewarnung herausgibt, könnenUrlauber ihren Urlaub nicht kostenlos stornieren. Wer also seinen Urlaub lieber woanders verbringen möchte, muss die Kosten für Storno oder Umbuchung selbst tragen. Die gewalttätigen Ausschreitungen konzentrierten sich auf die Provinzen Sidi Bouzid und Kasserine im Zentrum des Landes sowie auf weitere westliche Landesteile. Am heftigsten waren dort die Zusammenstöße in der Stadt Kasserine, nahe der algerischen Grenze. Nun haben die Unruhen aber auch die Hauptstadt Tunis und den Küstenort Sousse erreicht, das etwa 20 Kilometer von dem beliebten Touristenort Monastir und 80 Kilometer von Hammamet entfernt liegt. Die Insel Djerba, ebenfalls beliebtes Reiseziel, ist bisher nicht betroffen.

Der Artikel vom Mittwoch, 12. Dezember, ist natürlich mittlerweile Makulatur und sogar das AA gab inzwischen eine Reisewarnung heraus. Und schon sind wir im Labyrinth der 1001 Rätsel dieser tunesischen Nächte, denn es fragt sich schon, warum die sonst so vorsichtigen Beamten sich in diesem Falle derart zurückhalten: Sousse ist ein Touristenort. Nabeul auch, etc. – kleiner Gefallen an ein Regime, was sich gute 23 Jahre lang der Unterstützung des Westens gewiss sein konnte, natürlich nicht. So einfach funktioniert es nicht. Trotzdem, die Stille aus Europa war und ist erschreckend. Wie kommt so etwas? Die neue Zeitrechnung scheint noch nicht ganz bei der französischen Außenministerin angekommen zu sein. In einer verschwurbelten Aussage wies sie auf das französische savoir-faire in Sachen Sicherheitseinheiten hin und bietet den Staaten eine Kooperation in diesem Bereich an – ob sie da wohl ähnliche Unterstützung im Kopf hatte wie der Polizisteneinsatz beim Castor-Transport kürzlich?

Nous proposons que le savoir-faire qui est reconnu dans le monde entier de nos forces de sécurité permette de régler des situations sécuritaires de ce type. C’est la raison pour laquelle nous proposons aux deux pays [Algérie et Tunisie, ndlr], dans le cadre de nos coopérations, d’agir en ce sens pour que le droit de manifester puisse se faire en même temps que l’assurance de la sécurité.

(Quelle)

Wieder bei Twitter las ich folgenden Gedanken. Letzten Freitag, den 7. Januar 2011, besuchte der tunesische Außenminister den Quai d’Orsay (Ministre des Affaires étrangères) – am Wochenende eskaliert die Situation, die Totenzahl steigt rapide von einem guten Dutzend auf über 21, Andere gingen von 35 aus, und bis auf den heutigen Vormittag einigten sich Beobachter auf 66 – wobei die Toten von Mittwochnacht wohl noch kaum darin enthalten sein dürften, auf Regierungszahlen verzichte ich einfach Mal an dieser Stelle. Jedenfalls: Zufall?

* * * Deutsche Medien * * *

Deutsche Medien haben mittlerweile auch ihre Arbeit aufgenommen, das ist schon mal eine gute Neuigkeit – vor allem die taz bereichert durch interessante Berichte oder auch einem Interview mit einer Regime-Gegnerin, die Süddeutsche reihte sich lieber in seltsam distanzierte herzlose Berichte (s.o.), die auch die Regimeperspektive wiedergibt, das klingt dann insgesamt etwas merkwürdig. Und dann dieser Artikel, in dem sich der Journalist einer Analyse versucht, die nicht grundsätzlich falsch ist, aber leider die Situation verkennt. Das eigentliche Problem, dass ich mit diesem Artikel habe, ist aber ein anderer:

Vergangene Woche, als die Protestwelle schon in vollem Gange war, fand im Pariser Wirtschaftsministerium ein Kolloquium über die Beziehungen zwischen den Ufern des Mittelmeers statt. Nur einer sprach vom Aufruhr in Nordafrika: der tunesisch-französische Geschäftsmann Tarak Ben Ammar, Filmproduzent, Berater von Silvio Berlusconi und Rupert Murdoch, Neffe der zweiten Frau des tunesischen Staatsgründers Habib Bourguiba. Er kennt die mediterrane Welt.

„Stellen Sie sich vor, dass in Algerien, Tunesien, Marokko ein oder zwei Ahmadinedschads an die Macht kommen“, sagte er. „Das würde bedeuten, dass zwischen fünf und zehn Millionen Menschen Nordafrika verlassen würden – per Schiff, auf Flößen oder schwimmend, um nach Korsika, Sardinien, Sizilien oder an die Côte d’Azur zu gelangen.“ Jede Destabilisierung der Heimatländer würde zudem zu schweren Spannungen in der Einwanderer-Diaspora aus dem Maghreb in Europa führen.

Solche traumatischen Vorstellungen sind der Grund für die französische – und europäische – Nachsicht mit Ben Ali und dessen korruptem Polizeistaat. Tunesiens Staatschef gilt weithin als Bollwerk gegen die islamistische Gefahr, wie einst der Iraker Saddam Hussein, dem man aus den gleichen Gründen schlimmste Verbrechen nachsah, wie die Giftgas-Angriffe gegen die Kurden in seinem Land.

Ich habe hier den Eindruck, jemand zitiert, ohne genau zu veranschaulichen, welche Position die zitierte Person vertritt. Es ist sinnbildlich: Sicherlich ist dem Journalisten keine Verfälschung vorzuwerfen, denn seine detailierten Informationen sind ja richtig, sie verkennen jedoch die Person und geben dem Leser kein wirkliche Urteilskraft zur Hand. Und der ganze Artikel hat etwas ehemals tunesisches an sich: Man muss schon etwas schräg durch die Zeilen lesen, um zu verstehen.

Denn, und das ist wirklich bedauerlich und macht mich fassungslos, bei Tarak Ben Ammar handelt es sich um einen Freund des lupenreinen Demokraten an der Spitze des Staates (nachzulesen, nachdem man „Tarak Ben Ammar Ben Ali“ googelt und auf dies hier stößt:

„Le président Ben Ali, qui est un ami, sait qu’il faut changer l’image de son pays“, affirme le producteur de cinéma franco-tunisien Tarak Ben Ammar. Ce dernier se propose de montrer bientôt la „vraie“ Tunisie, notamment par l’intermédiaire d’une nouvelle chaîne de télévision privée, filiale de Nessma TV déjà installée à Tunis, qui pourra bientôt être captée en France.

Zu gut deutsch: Der gute Freund Ben Ali weiß schon, dass man das Image des Landes ändern muss – hat man ja jetzt auch endlich erfolgreich. An Ben Ammar lag es sicher nicht. Zumindest aber ist er sein Freund. Und seine eindeutig regimeunterstützende Aussage hat meiner Meinung nach nichts im Süddeutsche Artikel zu suchen, aber korrigiert mich bitte, wenn ich hier falsch liege.

* * * Geschichten * * *

Ben Ammar ist einer der klangvollen Namen in Tunesien. Klangvoll jetzt im Sinne von: Taschen voll. Funny fact: Habib Bourguiba, erster Präsident Tunesiens, heiratet sich ebenso in zweiter Ehe in jene Familie ein, wie später sein Nachmacher Ben-Ali-barra-barra! (Hau ab, Hau ab! Schlachtruf) sich in die Trabelsie-Familie einklinkte. 1956 wird Tunesien unabhängig, 1957 wird Bourguiba dann Präsident. In Frankreich ausgebildeter Jurist, der Tunesien laizistisch modernisiert und in den folgenden Jahren entwickelt, regiert Bourguiba ab 1963 allmächtig, da er seinen wichtigsten politischen Gegner, Salah Ben Youssef, umbrachte – oder sagen wir besser, er wurde umgebracht. Dann wurde natürlich irgendwann Tunesien zur persönlichen Cash-Cow – jedoch nicht in den Ben-Alischen Ausmaßen. Eher bekommt man in Tunesien als Tourist den Eindruck, Bourguiba wäre Fan von großen Häusern gewesen. Es gibt einige Paläste. Übrigens auch von Barra-Barra. Infrastrukturprojekte, also schnelle Autobahnen, funktionieren übrigens eher nach dem Prinzip „Verbinde deine Paläste“ als „Verbinde große Städte“, zumindest so mein letzter Eindruck 2004 (ich bin Doppelstaatsbürger und würde gerne in das Land zurück ohne unbedingt im großen Sandkasten des Militärs ein Jahr lang spielen zu müssen… Schauen wir mal).

Währenddessen also steigt ein Mann auf: Ben Ali. Im wird im Vergleich zu Bourguiba in den Medien gerne mal unterstellt, er sei ein bisschen beschränkt. Auf jedenfall kein großer Intellektueller. Militärausbildung in Frankreich, wurde im Polizeiapperat groß und dann Innenminister. 1984 schlug er mit eiserner Hand als Innenminister die Brotaufstände nieder und ließ damit schonmal seine Qualitäten erkennen – bis er unaufhaltsam Premierminister wurde und 1987 den alten Herren für senil erklären lies und sich im Präsidentenpalast einrichtete. Ich will gerne noch auf seine Wahlergebnisse verweisen:

1989: 99,27%
1994: 99,91%
1999: Ich finde keine Prozent-Zahl, dafür die Zahl der Teilnehmer (bei einem 10 Millionen Volk): 3,3 Millionen. Erste Wahl mit mehreren erlesenen Kandidaten.

Bei diesen Wahlen war ich dabei. Im Konsulat in Deutschland. Mit meinem Vater und einem seiner Freunde tunesischer Herkunft. Der Name wird wie üblich auf einer Liste abgehakt, dann darf man zu „den Wahlkabinen“. Es stellt sich heraus, dass „die Wahlkabinen“ ein Raum sind. Rechts ist ein Tisch mit drei großen Stapeln Wahlzetteln. Rot, orange, gelb. Links an der Wand stehen die Wahlbeobachter der Botschaft. Und wir an der Türschwelle. In der Mitte des Raumes die Urne. Und dahinter eine einsam-verlassene „wirkliche Wahlkabine“. Fragt der Freund meines Vaters: „Welchen Zettel nehme ich denn jetzt?“ Schlechter Witz – den roten natürlich, in der Landesfarbe. Man darf trotzdem leicht lachen. Dann wird der Zettel gefaltet, in den Briefumschlag gesteckt und eingeworfen. Fertig.

2009: schlechtestes Wahlergebnis mit 89,62%. Ob das ein Zeichen von Demokratisierung ist? Oder verliert man mit dem Alter (74) einfach den Ehrgeiz und die Eitelkeit auf 99%?

* * * Information Mix-Tape * * *

Und nun zu den wirtschaftlichen Verflechtungen, the dirty side. Machen wir ein Mix-Tape draus:

Seine Töchter haben vier der reichsten Erben Tunesiens geheiratet.

Seine Frau gilt als äußerstäußerst unbeliebt. Äußerstäußerst. Die Marie-Antoinette Tunesiens.

Teile der Familie sind mittlerweile mit 20 Koffern in Kanada angekommen.

Die Amerikaner sagen in ihren Depechen folgendes (https://tunileaks.appspot.com/ ist in Tunesien natürlich gesperrt, vielleicht jetzt nicht mehr. Jedenfalls eine amüsante Lektüre, wie so vieles):

Asked whether he had also been in touch with other western embassies, XXXXXXXXXXXX said that he had not. He had avoided reaching out to the French, in particular, arguing that Ambassador Degallaix is seen as Ben Ali’s Ambassador to French President Sarkozy, not vice versa. In addition, XXXXXXXXXXXX alleged that the GOT has improperly given Ambassador Degallaix a villa, which is registered in his daughter’s name, on rue Sidi Dhrif, near the President’s own residence. He did not offer any evidence of this alleged corruption or explain how this knowledge came to him.

„Of course it’s getting worse!“ He stated that corruption could not but increase as the culprits looked for more and more opportunities. Joking about Tunisia’s rising inflation, he said that even the cost of bribes was up. „A traffic stop used to cost you 20 dinars and now it’s up to 40 or 50!“

President Ben Ali’s extended family is often cited as the nexus of Tunisian corruption. Often referred to as a quasi-mafia, an oblique mention of „the Family“ is enough to indicate which family you mean. Seemingly half of the Tunisian business community can claim a Ben Ali connection through marriage, and many of these relations are reported to have made the most of their lineage. Ben Ali’s wife, Leila Ben Ali, and her extended family — the Trabelsis — provoke the greatest ire from Tunisians. Along with the numerous allegations of Trabelsi corruption are often barbs about their lack of education, low social status, and conspicuous consumption. While some of the complaints about the Trabelsi clan seem to emanate from a disdain for their nouveau riche inclinations, Tunisians also argue that the Trabelsis strong arm tactics and flagrant abuse of the system make them easy to hate. Leila’s brother Belhassen Trabelsi is the most notorious family member and is rumored to have been involved in a wide-range of corrupt schemes from the recent Banque de Tunisie board shakeup (Ref B) to property expropriation and extortion of bribes. Leaving the question of their progenitor aside, Belhassen Trabelsi’s holdings are extensive and include an airline, several hotels, one of Tunisia’s two private radio stations, car assembly plants, Ford distribution, a real estate development company, and the list goes on. (See Ref K for a more extensive list of his holdings.) Yet, Belhassen is only one of Leila’s ten known siblings, each with their own children. Among this large extended family, Leila’s brother Moncef and nephew Imed are also particularly important economic actors.

In 2006, Imed and Moaz Trabelsi, Ben Ali’s nephews, are reported to have stolen the yacht of a well-connected French businessman, Bruno Roger, Chairman of Lazard Paris. The theft, widely reported in the French press, came to light when the yacht, freshly painted to cover distinguishing characteristics, appeared in the Sidi Bou Said harbor.

Ben Ali acknowledged that there had been some problems with human rights in Tunisia, but stressed the GOT is addressing them. For example, he said, „tens“ of police officers have been tried for corruption and other abuses.

* * *

Ich finde kein Ende. Was könnte ich alles noch an Details verzeichnen. In diesem Moment (Freitag nachts 2 Uhr 03) herrscht ein Moment Ruhe auf Twitter, mir ist die Seite abgestürzt, nachdem die Info nur so auf mich einbombt: Dein Text ist Makulatur. Die Armee übernimmt die Macht. Dann wird ein Youtube Link verschickt, der erklärt, wie man Wunden mit Honig heilt. Dann wird die Frage gestellt, ob man jetzt aufhören sollte zu demonstrieren oder wie, oder was. Das Misstrauen ist groß.

Sicherlich gibt es einen großen Anteil gebildeter junger Menschen in Tunesien. Sicherlich ist die Gesellschaft auch offener als andere arabische, aber das Ursprungsmerkmal ist vielleicht die Widersprüchlichkeit des Schweigens. Es gibt viele Dinge, die es nicht gibt. Unter dem Deckmantel des Schweigens, unter dem aber keine freie Gesellschaft entstehen kann. Was Tunesien jetzt braucht sind junge, offene ehrliche Menschen, die auch innergesellschaftlich einen weiteren Konflikt wagen. Denn nur dann wird dieses Land demokratiefähig sein. Die Grundlage ist da. Die jungen hängen alle auf Facebook ab, sie haben ja sonst nichts zu tun, und Mauern stehen auch ganz gut von selbst.

Die Proteste widerlegen bis heute das Märchen der islamistischen Opposition. Das Problem: Es war von überhaupt keiner Opposition etwas zu sehen. Ausser natürlich von der verhafteten. Noch Mittwoch wurde der Chef der Kommunistischen Arbeiter Partei verhaftet. Auf 10 Millionen Tunesier kommen 130 000 Polizisten und ein System der Korruption. Es ist das ewige Spiel des Schein und Seins, das hier gespielt wurde.

Die Regierung Ben Ali hat erfolgreich Ihre Souveränität nach außen soweit etabliert, dass die amerikanische Botschaft vom französischen Gesandten als Botschafter Ben Alis in Paris spricht. Kaum jemand in Europa interessiert sich für Menschenrechte in Tunesien. Objektiv darf man wohl ein heuchlerisches Interesse zugestehen. Und so hat es auch nach Innen funktioniert. Man spielt die Erfolgsstory bis es jeder glaubt. Selbst in Tunesien. Und so lange es gut geht, geht es gut.

Jetzt aber gab es eine Inflation, es gibt keine Arbeit und viel Frust, Frust, Frust. Man muss bei Inflationszahlen immer bedenken, dass sich die Inflations-Chiffre nicht nur aus Gütern wie Brot, Butter, etc. ergibt: In Algerien ist es z.B. so, dass es gerade diese Produkte sind, die extrem teuer sind – die in den Journalien diskutierten Inflationsraten, Courier International spricht heute von 5,5 % bzw. 4,2 % in Tunesien, scheinen mir daher zu niedrig und dürften im Bereich der Grundnahrungsmittel bei über 15 % liegen. Dazu passt, was mir eine Bekannte hier in Paris erzählte, dass ihr Vater gezwungen sei, und das auch schon seit längerem, bei seinen Algerien-Heimat-Besuchen, für die Familie Öl, Mehl, etc. einzukaufen, weil sich die Familie dies nicht leisten könne. Für alle, die sich fragen, wie so plötzlich auf einmal eine Revolte aufkeimt, von der nie eine Ahnung in der Luft lag.

Laut der tunesischen Zeitung Kalima, die unter der Theke in einer Stückzahl von 2000 verkauft wird und von der Courier International einen Artikel abdruckte, handelt es sich um eine „Revolte auf Facebook“. Die aber einstudiert ist, denn die Jugendlichen hätten lange geübt:

„Es ist nicht überraschend“, kommentiert Che l’Arabe, Pseudonym eines bekannten Facebookers, „die Straße als Szene zu sehen, auf der die Jungen motiviert mit Leichtigkeit der Polizei trotzdem, weil sie die Gewohnheit haben, ihr gegenüber zu treten, vor allem bei Fußballspielen.

Die Schnelligkeit der Ereignisse mit der sich die Lage von Tag zu Tag zuspitzt, zeigt, dass es der Bevölkerung nicht um irgendwelche single-issues geht sondern ums große Ganze: Dem Abdanken. Ein sehr interessanten Gedanken gibt es bei foreign policy: Die erste Wikileaks Revolution. Zeitlich passt das.

Die Gefahr ist dennoch, dass Ben Alibi genau weiß, wie er kurzfristig die Situation in Griff bekommen kann oder dies zumindest passiert. Preise senken und Maßnahmen ergreifen, die die Unruhen herunterkühlen, was auch immer jetzt noch die tausende von tausenden Menschen dazu bewegen könnte nicht mehr „Ben Ali, Du Dieb“, etc. zu schreien und die Tage unter Lebensgefahr auf der Straße zu verbringen. Was dann folgen würde, wäre… (die Jobmaßnahme von der Ben Ali Anfang der Woche sprach: 300.000 neue Jobs. 300.000 neue Häftlinge unter Folterbedingungen. Und die restlichen Arbeitslosen werden als Folterer angestellt. Andere Ideen für die 300.000 Jobs hier.

Man darf nicht vergessen, dass Tunesien immer wieder in den Listen der schlimmsten Diktatoren der Welt auftaucht. Als ich am 7. Januar auf einer Demonstration der Unterstützung in Paris war, war ich schockiert, wie wenig wir waren, obwohl doch die tunesische Community in Paris sehr stark ist. Leute die neben mir Interviews gaben, vermieden ihren Namen anzugeben und wollten lieber anonym bleiben. Warum? Es schien durchaus wahrscheinlich, dass Spitzel anwesend waren und sollte alles wieder auf „normal“ geschaltet werden, wäre der Ärger für die Heimaturlauber im Sommer groß. Deswegen waren wir vielleicht auch nur 300 Menschen gekommen?

Aber um es mit der Dissidentin, die im taz-Link auftaucht, zu sagen: Das Regime ist vorbei, Ben Ali hat keine Zukunft mehr und ich nehme stark an, dass heute beim Freitagsgeneralstreik einiges zu erwarten ist und, dass das Wochenende Klarheit bringen könnte.

Eine Ewigkeit und einen Tag wartet das tunesische Volk auf den Tag der Freiheit. 23 Jahre Ben Ali. 30 Jahr Bourguiba. Die Opposition existiert kaum und die Gefahr der Islamisierung ist vor allem zu vermeiden, hoffentlich aber nicht eintretend, und bisher nicht sichtbar. Ich habe während der Revol-te/ution keine Aufrufe zu einem Gottesstaat vernommen – die Gefahr vor der Ben Ali immer warnte ist dennoch unbestreitbar in den letzten zehn Jahren größer geworden, eben weil er alles unterdrückt hat bis nur noch der Glaube bleibt. Das ist dann wie im Mittelalter, da blieb auch nur noch der Glaube. Nur hat damals niemand uns zugeschaut, wie wir unterdrückt wurden. Da wo nichts ist, sprießt die Religion. Der Quotenhit im tunesischen Radio ist ein muslimisch-konservativer Radiosender in der Hand von seiner Fraus Bruder (Hintertür zum Machterhalt?) – bleibt abzuwarten, wie die Quote einsackt, wenn es erst Radios geben sollte, in denen die Menschen debattieren. Was ein weiteres Problem wäre. Offenheit und eine Kultur der diskursiven Auseinandersetzung ist nicht gerade das, was in Tunesien allgemeine Maxime ist. Eher handelte es sich lange um eine Kultur des Schweigens: Du machst, was Du willst, so lange Du nicht darüber sprichst. Aber jetzt haben sie endlich angefangen zu sprechen.

* * * Optionen * * *

Courier international

Die Optionen sind also folgende:

1- Bürgerkriegsähnliche Zustände

2- Nationale-Einheits-Regierung als Übergang und Neuwahlen. (Auffällig ist die Präsenz der Frauen. Es ist zu hoffen, dass die Frauen ihre Chance nutzen)

3- Die Nachfolger Geschichte ist natürlich nicht ganz vom Tisch. Ist Ben Ali halbwegs gescheit, wird er versuchen, sich und seine sieben Sachen zu sichern – er könnte einen entfernten Vertrauten installieren, niemanden aus der Trabelsi-Familie. Ich halte es aber auch hier für unwahrscheinlich, dass sich so jemand an der Macht halten könnte. Eher könnte ein Nachfolger aus der Partei den Übergang organisieren. Überhaupt wird nicht so recht klar, welche Strömungen es in der seiner Partei gibt.

4- Denn das Problem wird in der Aussöhnung bestehen. Mir ist bis heute noch nicht so ganz klar, wie das in Deutschland geklappt hat. 1945 und 1989. Hat man vergessen zu fragen? Das Problem ist das Schweigen. Es wurde zu lang geschwiegen dort, dass jetzt nicht mehr geschwiegen werden darf. Kurzfristig wäre das Schweigen ganz gut. Es hat auch in Deutschland geklappt, aber zu welchem Preis? Die deutsche Gesellschaft leidet noch heute am Schweigen. Die Schuld des Schweigens, sie kann eine Gesellschaft in Gefangenschaft nehmen. Dann ist die Demokratie zwar da, aber sie lebt nicht.

Sie hat das Schlußwort. Auf französisch, für die, die es verstehen.

13 Kommentare

  1. 01
    imp

    Danke!
    Ich denke dieser Text schildert die Situation bzw. die Ursachen viel besser als andere, vielleicht lupenreiner formulierte Texte.
    Diese Form nimmt der Angelegenheit irgendwie die Distanz,
    das halte ich für sehr wichtig.

  2. 02
    DerElton

    Sehr, sehr gute Übersicht, zum Glück klappt das mit dem Französisch bei mir auch, merci bien!

  3. 03
    Malak

    auf twitter gibts updates unter #sidibouzid – nachdem praesident ben ali gestern die demokratie ausgerufen hat, scheint es, als wuerde die polizei im augenblick scharf auf die demonstranten des landesweit ausgerufenen generalstreiks bei der demo in der hauptstadt tunis schiessen. Und die versammelte masse vor dem innenministerium wird mit traenengas vetrieben…

  4. 04

    Ich glaube dieser Artikel ist der längste, denn ich jemals im Internet gelesen habe. (Ich hab mal die Wörter von Word zählen lassen – 4629 Worte)

    Es lohnt sich wirklich, den Artikel zu lesen. Ich habe bis vor ein paar Tagen gar nichts von den Demonstrationen in Tunesien mitbekommen und das obwohl sich sowas über Twitter ja immer schnell verbreitet.

    Der Text ist nicht ganz leicht zu lesen, finde ich, aber sehr informativ vor allem die Einleitung (»wie einstmals als kleines Kind in der Medina von Hammamet: Sackgassen der Widersprüche und Halbwahrheiten… ff) finde ich sehr gut.
    Was dort gerade in Tunesien passiert – oder irgendwie überall ist, so sehe ich das, eine extreme Gewalt gegen die Bevölkerung der Staaten (Beim Castor Transport war es ja nicht anders) und heute sah ich im Ersten Videos, wie 4-5 Polizisten auf einen unbewaffneten Mann einprügeln. Aber das ist ja hier nicht Thema.

    Danke für diesen Artikel!

  5. 05

    http://www.monde-diplomatique.fr
    ‚Translate this page‘

    Die einstige Weltmacht Frankreich hat m. E. eine Verpflichtung gegenüber den ehemalig eroberten Territorien. Geschichtsneurotiker werden nervös mit der Trikolore wedeln, um die bösen Geister zu vertreiben…

    All das nutzt nichts,
    sollte sich Monsieur le Président weiterhin unbeeindruckt zeigen.

  6. 06
    zuseher67467

    Die Tunesier machen eine Revolution, stürzen einen mafiösen Diktator, nachdem der auf Demonstranten schießen liess, sie fordern Demokratie und Menschenrechte – und was machen EU und DE? Fordern Ruhe, Ordnung, und „Dialog“. Mit wem?

    Es ist peinlich! Fehlt nur noch, dass Westerwelle die Gewalt der Demonstranten beklagt, und Merkel sagt, dass man sich dem „Druck der Straße nicht beugen“ soll, und dass der Rasen nicht betreten werden darf! Obama und Clinton betonen wenigstens das Versammlungsrecht und das Recht, sich seine Regierung selbst zu wählen. Obama sprach davon, dass tunesische Volk habe dignity, Würde bewiesen. Hierzulande sorgt man sich nur um die Pauschaltourismuszentren und findet alles höchst suspekt.

  7. 07

    Die westliche Staatengemeinschaft sollte jetzt alles dafür tun, dass es in Tunesien eine demokratisch gewählte, volksvertretende Regierung geben kann. Gelingt dies, könnten sich viele unterdrückte und ausgebeutete Völker nach Vorbild der tunesischen Revolution, von ihren autoritären Regimen befreien. Und davon würde die ganze Welt profitieren.

  8. 08
    Alex

    «Depuis plusieurs semaines, le peuple tunisien exprime sa volonté de démocratie et la France que tant de liens d’amitiés unissent à la Tunisie lui apporte un soutien déterminé»,

    „Seit einigen Wochen verleiht das tunesische Volk seinem Willen zur Demokratie ausdruck und Frankreich, das durch freundschaftliche Bande mit Tunesien verbunden ist, unterstützt diesen Willen nachdrücklich.“

    So Herr Sarkozy. Aus Sicht von Frankreich ist alles, was Unordnung in Nordafrika erzeugt: Unbequem. Zu nahe liegt es, die Rolle der „Grande Nation“ kritisch zu hinterfragen – und zu nahe ist der Skandal um das öffentliche Eingestehen der unrühmlichen Rolle Frankreichs in der Region.

    Andererseits bedeutet dass aber auch, dass der französische Einfluss den Prozess der Demokratisierung unterstützen kann – und hoffentlich wird: Frankreich kann es sich heute nicht mehr leisten, einen neuen Despoten zu unterstützen. Das macht Hoffnung.

  9. 09

    @zuseher67467:
    Nachtrag in Eigener Sache.
    Habe es erst jetzt erfahren.
    Patrick Leclercq ist verstorben.
    Ein herber Verlust eines Menschen, der seine Arbeit über alles geliebt hat.
    Seine Mutter lag mit der meinen auf der selben Krebsstation. Wie Mütter
    so sind sprechen sie über ihre Kinder
    Abbruch

    Räusper
    Bitte zu Entschuldigen, dass es mir wichtig erscheint den Nahostexperten zu würdigen.

    Pers. Befindlichkeiten haben in den Kommentaren formal nicht atattzufinden. Pardon

  10. 10
    flubutjan

    @zuseher67467: Dein Kommentar wurde heute auf Info-Radio wiederholt in voller Länge verlesen.

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