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Na dann.

Julia Schramm von der datenschutzkritischen Spackeria:

„Privatsphäre ist sowas von Eighties. (lacht)

28 Kommentare

  1. 01
    fridge

    Da konnte ich auch nur staunen. Ist das bei Spon eigentlich Usus, nichtverbale Äußerungen mitzuschreiben? Irgendwie find ich den kompletten Vorgang merkwürdig – vom eigentlichen Interview mal ganz zu schweigen.

  2. 02

    In gewissem Sinne ein alter Hut. Gross fortgeschritten scheint die Diskussion seitdem nicht zu sein.

  3. 03

    @fridge: Solche Angaben sind normal und wichtig. Damit man die Sätze davor nicht zu ernst nimmt.

    @Armin: Also von mir ist die Diskussion schon längst fort geschritten … (lacht)

  4. 04
    JanM

    Interessant wäre dann nochmal ein Interview mit ihr, *nachdem* ihr die Bank den Dispo gesperrt hat, weil die Kaufhistorie ihrer EC-Karte einen deutlichen Rückgang ihrer Freizeitausgaben verzeichnet und ein Scoring-Algorithmus anhand ihrer Postingzeiten auf Facebook entschieden hat, dass sie vermutlich keiner geregelten Tätigkeit nachgeht.

    Ich bin ein bisschen raus, was rauchen die Studenten heute so?

  5. 05
    Elblette

    Provozieren ist sowas von 10. September.

  6. 06
    Dom

    Dass sie das alles tatsächlich ernst zu meinen scheint, ist bedenklich. Der Wunsch nach Privatsphäre ist doch eigentlich ein menschliches Grundverlangen. Ebenso bedenklich ist, dass sie ihre fragwürdige These der überbewerteten Privatsphäre mit so polemischen roundhousekicks „untermauert“ wie „Privatsphäre ist, wo Männer ihre Frauen schlagen.“ Mir scheint, dass sie sich nicht bewusst ist, dass nur exzessives um-sich-Werfen mit privaten Informationen und Daten eine Kontrolle unmöglich macht. Die Möglichkeit, vorsichtig abzuwägen, was man publiziert und wo, scheint sie nicht in Betracht zu ziehen. Ebenso wie die Frage, ob es denn richtig ist, dass Unternehmen mein Surf-/Kauf- und sonstiges Verhalten speichern auswerten und die Erkenntnisse verkaufen, nur weil es eben jetzt technisch möglich ist, im Gegensatz zu den Eighties.
    Recht hat sie mit „Privatsphäre ist Eighties“ ja durchaus – leider.

  7. 07
    Forscher

    Hmmmm, ich krame mal ein wenig…

    Julia Schramm
    Piratenpartei NRW, Wahlkreis 30
    Jahrgang 1985
    Crew: Booty Island (?)
    M.A. rer. pol.

    Twitterauswahl:
    „Wahlkampfmüdigkeit ist die neue Frühjahrsmüdigkeit.“ – kein Stehvermögen
    „Die wichtigste Aufgabe eines Chefs ist, die Arschlöcher rauszuschmeissen.“ – Probleme mit Autorität und Hierarchien

    Naja, wer so wenig zu berichten hat, kann sich ja so Aussagen erlauben.

  8. 08

    @Elblette:

    81 oder 82? (grinst schelmisch)

  9. 09

    @JanM: Und du glaubst tatsächlich so wird es in 10, 20 jahren nicht aussehen? ich denke doch, da führt kein weg dran vorbei, weil solche algorithmen und scorings nunmal in 99% aller fälle funktionieren – und bares geld sparen. der gesetzgeber ist lediglich gefordert einen rahmen zu spannen in dem man in den 1% der fälle wo es schief geht schnell und effektiv widersprechen kann.

  10. 10

    @JanM: Anstatt per Scorring, Facebook abgrasen und Posting Zeiten-auswerten zu ermitteln, ob ein Kunde einer geregelten Tätigkeit nachgeht, könnte man auch einfach schauen, ob etwas, was der Fachmann als „Einkommen“ bezeichnet auf eben diesem Konto eingeht. Und das machen Banken selbstverständlich.

    Kannst du bitte noch mal erklären, wo uns der Datenschutz da genau weiterhilft?

  11. 11
    KOPNR

    Ich hoffe das soll kein socialnetwork-kritischer Beitrag sein, seitens Spreeblick. Bei all den schänen Twitter, Facebook und Flatter-Buttons, nebst Werbenetzwerken die hier Cookies setzen, etc…

  12. 12
    Forscher

    @KOPNR: Was rauchst du? Kann ich das auch kaufen?

  13. 13
    BenZol

    Wieso kommt mir bei dieser Haltung, die im Falle Schramms auch noch mit einer latenten Aggressitvität vorgebracht wird immer das Stockholm Syndrom in den Sinn?
    Und wenn Post Privacy ein Zustand ist, warum sollte man annehmen, dass dieser Zustand konstant oder nicht veränderbar ist?
    Wo genau findet sich argumentativ die Abgrenzung zum kommunistischen Menschenbild?

  14. 14

    @KOPNR: Schon das Wort „Beitrag“ ist ja für den Blog-Post zu hoch gegriffen, es ist nicht mehr als ein Link zu einem – wie ich finde – erstaunlichen Interview.

    Es wäre nicht nur aus den von dir genannten Gründen albern, wenn ich gegen Social Networks wäre (was auch immer das bedeuten könnte) und ich bin es nicht, nutze ja schließlich vieles davon. Den ganzen Kram dennoch kritisch zu sehen, traue ich mir zu, habe ja oft genug darüber geschrieben.

    Nee, um dies alles ging es mir nicht. Ich stelle nur fest, dass ich jetzt in einem Alter bin, in dem ich nach der Lektüre des Interviews und vieler anderer Artikel zum Thema Post Privacy behaupten darf, dass ich nicht mehr verstehe, was die jungen Menschen aus diesem Internet eigentlich wollen.

    Denn entweder bin ich zu blöd für die Debatte oder es wird dabei einfach jede Menge Unsinn verbreitet. Das eine schließt das andere natürlich nicht aus.

  15. 15
    HerrFausB

    Das Interview erinnert mich grad an eine Doku über Handy-Nutzung und die Öffentlichkeit des Privaten, in der eine Frau Mitte 20 vor die Kamera tritt, (natürlich!) in einer Agentur arbeitet und Apps-Testerin ist; und klar sind die Apps fast alle toll.
    Und überhaupt darf jeder alle Daten von ihr im Netz kennen und sie kann überhaupt nicht verstehen, wieso Leute damit ein Problem haben.

    Dann wird sie vom Reporter zu denjenigen Apps befragt, die demnächst auch Gesichtserkennung mit Websuche verbinden können. Auf den Hinweis, dass ja auch Unerwünschtes wie Party-Bilder von einem ins Netz gelangen können, lässt sie sich allen Ernstes zu der Aussage hinreißen: „Okay, also dann würd ich halt nicht auf diese Party gehen.“

    Brrrrr…

  16. 16
    anonym

    Jung, albern, unreif … was will man erwarten?

  17. 17
    HerrJausB

    „Das ist erst mal eine Zustandsbeschreibung, wie der Begriff schon sagt, nach der Privatsphäre. Gleichzeitig ist es auch eine Utopie, die Idealvorstellung einer Gesellschaft, die Privatsphäre nicht mehr nötig hat, weil es keine Diskriminierung mehr gibt.“ Das finde ich niedlich.

    „Privatsphäre ist auch der Ort, wo Ehemänner ihre Frauen schlagen. Aber wir wollen auch keinen anarchistischen Zustand, in dem es überhaupt keine Privatsphäre mehr gibt. Es muss schon noch Einschränkungen geben.“ Mhh, also ich vermöbel meine Alte auch in der Öffentlichkeit.

    „Post-Privacy ist kein normativer Anspruch, sondern, neben der Zustandsbeschreibung, ein persönlicher Anspruch, dem man niemandem aufzwingen kann.“ Das freut mich.

    „Im Internet ist es eben vorbei mit der Privatsphäre, darüber sollte man sich klar sein. Schon der Begriff Datenschutz gaukelt eine falsche Sicherheit vor, die es praktisch nicht mehr gibt. Die einzige Alternative ist, anonym zu surfen.“ Hier hat sie absolut recht. Anonymes surfen verhindert natürlich keine Skandale wie diesen http://bit.ly/aXg6eK hier. Beim Anklicken wissen byt.ly und Google auf jeden Fall Bescheid. :)

    Es wird interessant bleiben. :)

  18. 18
    boxi

    hm, wenn ich hier manche beiträge so lese, sind wohl alle meinungen, die abseitsvon meiner eigenen sind doof. super sache. man kann die ansichten der spackeria teilen oder nicht, aber sie als sinnlos und doof zu bezeichen?
    die auseinandersetzung damit ist doch erstmal eine gute sache und ehrlich gesagt sind mir leute lieber die sagen „wir wollen etwas verändern, weil es nicht mehr zeitgemäß ist, wir wissen aber auch noch nicht 100% wie es aussehen soll“, als menschen die jegliche kritik an ihren vorstellungen (in dem fall die bekannten „datenschutznazis“) als schwachsinn einordnen.

    deswegen, bitte weitermachen. auch wenn ich nicht nicht 100% auf der seite der spackeria stehe. aber vielleicht trifft man sich ja in der mitte.

  19. 19
    Björn

    @boxi: Welche Beiträge meinst du? Niemand hat hier irgendetwas als sinnlos oder doof bezeichnet, und von Schwachsinn hat auch keiner gesprochen.

  20. 20
    Namen, hui =)

    Ich finde den Gedanken nett, das Ganze einmal von der anderen Seite aus zu sehen und in einigen Aspekten hat sie ja recht. Was vor kurzem als privat galt, ist es heute nicht mehr und morgen noch ein bißchen weniger – siehe Internet. Aber – wie hier schon jemand schrieb – das Ganze mit einer Vehemenz und lakonischen Aggressivität vorzutragen und zwei Schritte weiter zu springen, macht die Dame und ihre Gesamtansicht – wie auch Beiträge in ihrem Blog mir entgegen schreien – nicht gerade liebenswerter. Aber, wie gesagt, gut es mal von der anderen Seite aus zu sehen. Mehr aber auch nicht.

  21. 21
    LoisLane

    Nur mal so:
    ist die Spackeria der Ort, wo die Spackos sind?

  22. 22
    Tharben

    @loislane: genau, da sind die spacken. Hilflos ergeben sie sich dem vermeintlich unentrinnbaren Schicksal, das uns alle erwartet. Sie peilen ohnehin schon nicht mehr, wer welche Daten von ihnen hat, und es ist zu anstrengend, sich darum zu kümmern. Leichter ist es, den zuckerbergs und zierckes die Hand zu reichen.

    Nur: das Utopie zu nennen, ist schon dreist. Wie denn die spacken zuviele werden, wird es auch fuer uns eine Dystopie. Wer seine Grundrechte nicht ausuebt, verliert sie schleichend. Die spacken offenbar sogar halbwegs sehenden Auges.

  23. 23
    Talky

    Na, wenn ich mir die Zahlen von dem Adress- und Datenhandelsunternehmen ‚Schober KG‘ so anschaue, glaube ich auch nicht wirklich, dass sich das Rad im Datenschutz noch zurückdrehen lässt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schober_%28Unternehmen%29
    Soweit mir bekannt ist, beziehen u.a. alle Dax-notierten Unternehmen aus ‚marketingtechnischen Gründen‘ Daten von Schober und mit Google findet wohl ein sehr fruchtbarer Austausch statt.
    Weiß jemand mehr über diese ‚Firma‘?

  24. 24
    koz

    „Privatsphäre ist sowas von Eighties. (lacht)„

    Dazu fällt mir eigentlich nur eine Antwort ein:

    „Show me your tits!“

    Geistig auf gleichem Niveau, inhaltlich konsequent. Seufz…

  25. 25
    Treb

    „Privatsphäre ist auch der Ort, wo Ehemänner ihre Frauen schlagen.“

    Privatsphäre ist auch der Ort, wo Anne Frank fast überlebt hätte. Was für ein dummes Argument gegen einen nicht überwachten Rückzugsraum für jeden Bürger eines Staates.

  26. 26

    Mittlerweile gehen einige Firmen u. deren Personalvorstände davon aus,
    dass wenn sich der potentielle Bewerber nicht finden lässt, dies negativ
    zu bewerten ist. Immer abhängig vom Status zu sehen.

    ‚Angriff aus dem Internet. Wie Online-Täter uns bedrohen‘

  27. 27
    Talky

    Hm, ich hatte gehofft, dass ich hier mehr über diese Schober KG erfahren könnte. Ich frage mich einfach nur, wie schafft es eine Firma insgesamt ca.10 Milliarden Daten von mind. 50 Millionen Bundesbürgern zu sammeln (d.h. durchschnittlich 200 verschiedene Daten, vom Namen, Adresse(n) und verschiedenen Telefonnummern angefangen bis zum detailliertem Kaufverhalten, von jedem einzelnen) und dabei gänzlich unbekannt zu sein?
    In meinem Falle werden das wahrscheinlich etwas mehr Daten sein, da ich relativ ‚unvorsichtig‘ mit meinen Daten umgehe im Netz.
    Ich habe z.B. einen Account bei Facebook, bei Ebay, bei Paypal, bei Amazon, suche meistens über Google und klicke dort auch den einen oder anderen kommerziellen Anbieter an und kaufe derweil auch etwas von diesen Firmen. Alles Firmen mit denen die Schober KG mehr oder weniger direkt zusammenarbeitet, da Google z.B. diese Klicks automatisch an Schober weiterleitet. Bei Facebook braucht man das nicht, dort macht man sich ja ganz freiwillig nackig, diese Daten die dort zu holen sind, nimmt die Schober KG natürlich auch sehr gern umsonst.
    Bislang dachte ich, da ich nicht illegal unterwegs bin, sollen die doch mit meinen Daten machen was sie wollen. In meiner grenzenlosen Naivität hatte ich auch eher an Vater Staat gedacht, dass die meine Daten und mein Verhalten im Netz, so stasitechnisch quasi, erfassen und meinetwegen analysieren. Pfft, egal, dachte ich mir. Nur mit dieser Art der systematischen Datenspeicherung einzelner Personen hatte ich dann doch nicht gerechnet. Ergo bin ich dann doch so gläsern wie ich niemals sein wollte.
    Die einzige Möglichkeit, dem ein wenig entgegenzutreten ist es der Schober KG einen Brief zu schreiben, wo es denen untersagt wird die Daten, die sie über dich gesammelt haben, weiterzugeben.
    Auf der Site
    http://www.verbraucher-gegen-spam.de/inhalt/1fb36a877cd425bc34e3398e911eaae4/cat39.html
    kann man sich ein Musterschreiben über die Auskunft über gespeicherte Daten und Widerruf gegenüber Versender der Werbe-E-Mail herunterladen und dann an die Schober KG versenden. Dann wird man mit Sicherheit nicht gelöscht aber sie machen sich zumindest strafbar wenn sie die Daten doch weitergeben.

    Gruss Talky

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