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Twittergate

Dieses Video muss der Vollständigkeit halber auch hier erscheinen: Gestern machte dieser Clip die Netzrunde, in dem sich der unglaublich gelassen bleibende stellvertretende Regierungssprecher Dr. Steegmans den bohrenden Fragen der Hauptstadtjournalisten stellt.

Die Journalisten waren empört darüber, dass Regierungssprecher Steffen Seibert über den Twitter-Account @RegSprecher die Meldung eines USA-Besuchs der Kanzlerin verbreitet hatte. Und zwar bevor diese Meldung per Mail oder Fax an die Journalisten ging.

Selbige bewiesen dann in 20 Minuten (die sich wie 60 anfühlen – Minuten, meine ich) zwar ihr gesamtes investigatives Können, den Respekt erntet jedoch Dr. Steegmans. Mit Recht.

Mehr Kommentare und Quellen:
Carta und nochmal Carta
Thomas Knüwer
Thomas Wiegold
Spiegel Online

35 Kommentare

  1. 01

    Respekt. Ohne Spaß. Respekt.

  2. 02
    Publix

    OMG, ist die hiesige Journaille wirklich dermaßen verblödet, larmoyant und von vorvorgestern? Da muss ich mich z.B. über die haarsträubend inkompetente und katastrophengeile deutsche Berichterstattung aus Japan ja nicht weiter wundern…
    Respekt, Herr Steegmann!

  3. 03
    Maddes

    @Publix: ja, nein und ja.

    aber die unterscheidung zwischen informationsangebot und informationslieferung gefällt mir, das sollte ich bei meinem chef auch mal stärker betonen.

  4. 04

    Ja, Hochachtung, denn ein paar Mal ist es ihm sichtlich schwergefallen.

    Allerdings hatte der Spiegel die Meldung wohl schon am Vorabend, und auch auf bundesregierung.de scheint sie gestanden zu haben.

  5. 05

    Richtige Journalisten habe Ihre Quellen, die sind nicht auf Offizielle Wege angewiesen.

    Die sind doch alle Faul geworden, denn bisher wussten sie, dass sie die Meldung vorab bekommen. Ohne etwas dafür zu bekommen.

    Nun sollte wieder handwerkliches Geschick an den Tag kommen. Die Journalisten sollen wieder den Information hinterherjagen. Freut mich.

  6. 06
    Jonas

    simply awesome..
    Ich mag ihn :D

    Und das es bisher keiner der Journalisten geschafft hat sich mit Twitter zu beschäftigen (nutzen muss mans ja nicht) ist schon echt arm..
    Aber der BND hats ja bestimmt geprüft x)

  7. 07
    leo

    Unglaublich peinlich.

  8. 08

    Wusste gar nicht, dass sich Journalismus rein über „Informationsvorsprung“ definiert. Interessant.

  9. 09
    seb

    Frage an Herrn Haeusler:
    Muss ich jetzt auch diese neumodische Kommunikationsform Taz abonnieren, um die Informationen von Herrn Valin der Spreegierung zu erhalten die er dort veröffentlicht hat und hat er das gemacht weil er ein junger tougher Typ sein will ?

  10. 10
    Milano

    Und als nächstes kommt die Facebook-Seite – ist nach „vertraulichen“ Informationen schon in Vorbereitung…

    Spaß beiseite! Respekt an Herrn Dr. Steegmans, diese PK mit diesem stillen Humor zu ertragen – herrlich!

  11. 11
  12. 12

    Wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann ist Twitter ein Medium das Regierungschefs weltweit für ihre Kommunikation untereinander nutzen.
    Ich kann mir kaum vorstellen das Obama an Merkel twittert „bin beim shoppen, komme übermorgen mal bei dir vorbei, lol“

  13. 13
    Jürgen

    Hmmm … eine Entwicklung hin zu Regierungsnachrichten im Kurzformat im Internet ist an sich zu begrüßen – für mich bleibt die Frage, ob das über einen privatwirtschaftlichen Anbieter sein muss.

  14. 14

    Wie sehr der werte Journalist gestern hatte kann man heute beim @DerRegSprecher nachlesen… 14 Tage blieb der – angeblich offizielle – Account vom neuen Innenminister unangezweifelt. Selbst die Bundesfamilienministerin und die Spitzenkandidatin der CDU RLP „begrüßten“ ihn auf Twitter!

    PS: Auf Netzpolitik.org ein ganzer Artikel dazu…

  15. 15
    Pessimist

    Der Typ ist einfach nur unglaublich … Warum ist der noch nicht in der Wirtschaft? Geile Aktion …

  16. 16
    Jan(TM)

    Ist das nicht zu viel für unsere Menschen wenn Meldungen völlig ungefiltert auf sie einprasseln?

  17. 17
    ajo

    Komisch, immer wenn man was von „den Hauptstadtjournalisten“ hört, sind sie gerade empört und beleidigt. (Vgl. Guttenberg-Pressekonferenz)

  18. 18
    Elblette

    @Wolle: „Untereinander“ hat er nicht gesagt. Sie nutzen Twitter für die Kommunikation mit dem Volk.
    Schon erstaunlich. Keiner scheint sich darüber zu freuen.

  19. 19
    andré

    wie peinlich für die journalisten. offenbar sind die hauptstadtjournalisten schon so träge, dass gründliche recherche nicht mehr zum tagesgeschäft gehört:)

  20. 20
    Rox

    Hui, Respekt. Der Herr Dr. Steegmans, extrem eloquent und klug, zudem selbstbeherrscht und nicht-verletzend leicht ironisch. Super.

  21. 21
    Namen, hui =)

    @Jürgen: Stimmt, da ist das staatliche Internet viel besser für geeignet. Oder die staatlichen Telefonanbieter. *sarcasm off*

  22. 22
    Shibbe

    Äußerst grausam, man sieht das Publikum nicht aber kein Greisenalter könnte für mich die da geäußerte Unbelehrbarkeit und durchsichtige Faulheit rechtfertigen.

    Als Bürger ein Dank an den Regierungssprecher, ich fühle mich in der Tat angesprochen wenn ich über Twitter kurze, offizielle Meldungen reinbekomme und mir nicht ein halbseitiges Elaborat auf spiegel-online.de reinziehen muss um (fast) das selbe zu erfahren.

  23. 23

    Ich behaupte einfach mal, von den Journalisten sind 90% Ü50 (zumindest geistig)… I’m just saying…
    Aber geiler Typ der Herr Dr. Steegmanns. Verbaler Face-Five im Akkord.

  24. 24
    Henning Joachimmeyer

    Is guter Mann, der Steegmanns. Was macht so einer in der FDP?

  25. 25

    Das wäre aber auch zu schade, wenn sich die Journalisten vor lauter Tweet-Studium nicht mehr ihrem allseits anerkannten Qualitätsjournalismus widmen könnten. Die wirken auf mich wie kleine Kinder, denen man gerade eröffnet hat, dass es in Zukunft keine Süßigkeiten mehr zum Frühstück gibt.

    „Kunden von twitter“, ich lach mich kaputt. Oh, Moment, mal wieder im Halse stecken geblieben.

  26. 26
  27. 27
    Peter

    Twitter ist so was von breit, da bekomme ich Pferde im Haar!

  28. 28

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