22

Sonic Jackson: Copy.Right.Now.

Vor gut einem Jahrzehnt saß ich mit meinem Bruder Sven (ehemals Big Light, ehemals cam.era) in seinem damaligen Tonstudio zusammen und wir begannen, uns wieder einmal neu zu erfinden. Die Idee war damals so gut und konsequent, wie sie heutzutage abgestanden klingt: Da wir davon ausgingen, dass das Internet alles ändern würde, sollte Sonic Jackson eine „virtuelle“ Band sein, die ihre Songs allesamt auf einer Website verschenkt und Einnahmen allein durch Spenden, T-Shirt-Verkäufe, Abos und anderen Krams generiert.

Großartige Idee, fanden wir, es fehlten also nur noch die Songs (und die Spenden; die T-Shirts hingegen hatten wir bereits, wie sich das gehört). Vier Demos haben wir damals aufgenommen, doch nur für eines der Stücke gab es (m)eine Stimme. „Copy.Right.Now.“, der Song, den ihr hier hören könnt, sollte das Programm für die sichere Weltkarriere werden und das Kopieren unserer Songs fördern, statt es zu unterbinden.

Eine Website mit kurzer Ankündigung des Konzepts gab es ebenfalls, die Kommentare darunter waren, wen wundert’s (das Internet war schon damals schließlich das Internet), allesamt vernichtend: Was der Scheiß soll; wieso man für Musik was spenden solle, wenn man sie auch umsonst bekomme; dass das niemals funktionieren würde und so weiter und so fort. Trotz dieser ermutigenden ersten Reaktionen haben wir das Ganze dann doch nicht weiter verfolgt, vermutlich kam ein äußerst gut bezahlter Job dazwischen.

Da ich nun aber gerade die CD mit dem Song im Regal gefunden habe: Copy.Right.Now. Mit zehn Jahren Verspätung.

22 Kommentare

  1. 01

    Der Song ist klasse…
    Die Frage ist dürfte man den Song als „Downloader(in)“ auch weiterverwenden.. z.B. video bei youtube?(Diashow etc)

    LG aus Berlin

  2. 02

    @Medientante: Wir haben den jetzt einfach mal unter eine Creative Commons Lizenz gestellt.

  3. 03

    hey super.. dann werde ich den mal verwursten.. selbstverständlich unter CC .. also film runterladen und weitergeben.. merci !!! wo soll ich hinlinken wenn ich etwas gebaut habe?

  4. 04

    @Medientante: Hm, lass mal überlegen … ach, nimm einfach diesen Artikel hier. ;)

  5. 05
    Mason

    Klasse Song, sehr inspirierend. Die Stems hast Du nicht zufaellig noch irgendwo rumzufliegen ?

  6. 06

    @Mason: Nee, leider nicht. Sven könnte die noch in irgendeiner Kiste oder auf irgendeiner Platte haben, aber … naja, wie das so ist. Danke für den netten Kommentar!

  7. 07

    wirklich cooler song. erinnert mich an spaßige bigbeat-zeiten. skint records, fatboy slim, bran van 3000…

  8. 08

    @Frank Krings: Genau in der Stimmung waren wir, jau. Der ganze Big-Beat-Kram war schon prima.

  9. 09
    enze

    gefällt mir auch gut. krass, wieviel geiler scheiss immer in der tonne landet!

  10. 10
    flubutjan

    Hi, Johnny,

    würde gerne daran erinnern, was passiert ist, als Deine The Clash sich mal „neu erfunden“ hatten.

    http://www.youtube.com/watch?v=wDJfEOp5Dyg

    Gibt’s übrigens gerade wieder als gereissuete Maxi.

    Zugabe: http://www.youtube.com/watch?v=35KBN-r-4R8

  11. 11
    Curtis Newton

    Big Light war endgeil. „Glad you came“ war der Schmusesong meiner heutigen Frau und mir. Mit dem Bruder wusste ich garnicht. Habe ich gleich in den Wikipedia-Artikel eingebaut ;-)

    C.

  12. 12
    Floda Nashir

    Hä? Wo denn?
    Achso, Moment, Noscript.
    Soundcloud? Genau.
    Hm. Vorspulen. Hm.
    Ja, also. Ach weißte. Ist halt nicht mein Stiefel. Elektrokram. Von Nerds für Nerds. Oder so. Ich mag’s lieber mit Klampfe. Bin ja auch schon näher an der 50 als an der 20.
    Tut mir leid.

  13. 13

    @Curtis Newton: Krassofatz! Ging mir genauso. „Big Light“ habe ich in den 90ern verehrt wie nur was und „Glad you came“ war auch auf dem ersten Mixtape für meine heutige Frau (und natürlich „Summer Inside“). Und dass der Bruder von Johnny dabei war, weiß ich auch erst seit gerade.

    Apropos: Das zeitlose grandiose Big-Light-Album „Pop 2000“ gibt’s bei Amazon gebraucht schon für 0,01 Euro. Die Idee von „Sonic Jackson“ deutet also in die richtige Richtung…

  14. 14

    @@professorbunsen: 0,01 Euro?? Dann kaufe ich jetzt 100 Stück, verkaufe sie für 10 Cent weiter und habe, rein rechnerisch, Hammergewinne eingefahren!

    Halt. Mist. Die Versandkosten …

  15. 15

    Well its don’e :-) hier der Link zum Video, welches mit Eurem Song geschmückt wurde ;-) *zwinkerzwinkerzwinker*

    http://youtu.be/lAAUeH7IH-U

    Aktuelles Thema. Satire. „Wenn der Zensus 3x klingelt“ ;-)
    Viel Spaß…

    Medientante

    p.s. bei „nichtgefallen-einfach weitergehen“ :-))))))

  16. 16

    @Johnny
    Supi und Danke! Ich nerv(t)e ja in unregelmäßigen Abständen, um das zu hören – und nun gibt’s was. Find ich sogar richtig gut. Definitiv eine musikalische Ecke der 90er, mit der ich was anfangen kann.
    Das mit deiner Atze (oder Keule?) wusste ich auch nicht. Und beim Lesen der Namen der anderen Mitglieder das nächste Ei. Dann ist Karl Hackenberger wohl der Bruder von Hans? Irre!
    Im Übrigen habe ich genau zu jener Zeit, als die Sonic Jackon website online war, meine ersten Schritte ins Internet gemacht (sehr spät, ich weiss) und hatte Probleme mit dem download der Songs. Da hatte ich dich dann um Rat gefragt und deine Antwort war die allerserste richtige email, die ich je bekommen habe. Und ich schliesse mit deiner damaligen Grußformel.

    L8er
    Sascha

  17. 17
    JST

    Die Welt ist soooooo klein:
    „KOY – Urban Beach Pop made in Berlin. Die Berliner Melange KOY setzt sich aus Sänger und Texter Karlo Hackenberger (BIG LIGHT „trouble is“, CAM-ERA „comfort to the moon“), Multiinstrumentalist Toby Weyrauch (DELICATE „careless“), Produzent und Keyboarder Raphael Schalz (GROSSSTADT-GEFLÜSTER „ich muss gar nichts“), Basser Peter Knak (DELICATE) und Schlagzeuger Steffen Zimmermann (DELICATE) zusammen. Die erste EP „THE SINGLES“ produzierte Sven Hauesler und veröffentlichte FLEXIDISC / SAGE-RECORDS.“ Quelle: http://www.myspace.com/koykoykoy

    Ich war damals großer Fan von Delicate, mochte Big Light und später auch Cam-Era, besitze eine Plan B. Vinylsingle. – und ich habe bisher niemals über Querverbindungen nachgedacht. Auf Koy bin ich gerade nur gestoßen, weil ich mich an Delicate erinnert habe.

    Die Berliner Muckerwelt war also auch damals schon ein SEHR kleiner Haufen ;-)

    PS: @Johnny – schöner Song. Ich würde an eurer Stelle an diesem Punkt anknüpfen und weitermachen ;-) Gruß J.

  18. 18

    „…gereissuete Maxi“ by flubutjan

    Kann, ehrlich gesagt, dem jungen Kollegen nicht folgen.

    Traue auch ‚Medientante‘ nicht zu, mir das zu erklären.

    Suche:
    Sonic Jackson

  19. 19
    Medientante

    @Pipi was sollte ich denn erklären?
    Was trauen Sie mir nicht zu, dass ich erklären sollte?
    MUSS ich IHNEN denn etwas erklären?
    Ich kann mich nicht erinnern…

    MT

  20. 20
    flubutjan

    @PiPi: Bin 45 und Re-issue = Wiederveröffentlichung.

  21. 21

    @Medientante:
    Sie MUESSEN formal gar nichts.

    (Gilt auch für ‚flubutjan‘)

    Ich dachte nur etwas falsch
    verstanden zu haben, und
    in ihnen eine kompetente
    Person zu finden, die sich
    anders als ich, qualifiziert
    äussern kann.

    Für Misstverständnisse
    entschuldige ich mich.

    Nur zur Interpretation:
    http://bizinformation.org
    http://www.alexa.com

  22. 22
    flubutjan

    @PiPi: Keine Ursache, gern geschehen.

Diesen Artikel kommentieren