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Transparenz vs. Anonymität

transparency

Diese Infografik bei namesake.com stellt die (relative) Transparenz der Nutzer von Facebook der (relativen) Anonymität der 4chan-Nutzer gegenüber – und dabei geht es nicht in erster Linie, wie der Ausschnitt vermuten lassen könnte, um Reichweite oder andere Zahlen.

Die Antwort auf die ohnehin viel zu knapp gehaltene Frage „Was ist besser?“ findet man in der Grafik unter dem Zwischentitel „Who benefits?“, also: „Wer profitiert?“. Und sie lautet: Kommt drauf an.

Eine Antwort, die ich bei vielen Fragen für die richtige halte und die natürlich nie ohne weitere Erläuterungen auskommt. Es überrascht mich täglich neu, mit welcher Sicherheit oft selbst ernannte Experten gerade Fragen zur Netz-Kultur und -Politik mit eindeutigen Antworten belegen wollen, wo es doch so oft und nicht nur in diesen Bereichen auf den Kontext ankommt. So auch in Sachen Anonymität vs. Transparenz: Beides ist unter bestimmten Voraussetzungen wichtig und richtig, weshalb es beides zu verteidigen gilt. Während ich bestimmte Aktivitäten nicht mit einem anonymen Gegenüber verhandeln möchte, halte ich das Recht auf Anonymität an anderen Stellen für unbedingt notwendig. Ob sich das nun unbedingt an den Beispielen Facebook und 4chan besonders gut illustrieren lässt – das kann man inhaltlich diskutieren. Gut gemacht bleibt es.

13 Kommentare

  1. 01

    Wow, interessante Infografik und auch wichtig, mal die Meinung von außenstehenden Leuten mit „weniger Ahnung von der Sache“ zu hören…

  2. 02

    Es liegt letztlich an den jew. Betreibern u./o, Verantwortlichen einer Justiziablen
    im Handelsregister oder sonstwie der Steuerbehörde gemeldete Unternehmung,
    selbst zu entscheiden, inwieweit den Kunden oder eben den Usern zu trauen ist.

    ’staind Outside‘

  3. 03
    cervo

    Letztlich ist Transparenz vs. Anonymität eine Machtfrage. Der „Kleine“ sollte immer selbstbestimmt transparent sein. Der Staat zum Beispiel sollte nie selbstbestimmt anonym sein. Die Frage der Machtverhältnisse lässt sich nicht ausklammern. Da gibt es kein „es kommt drauf an“.

  4. 04

    vielen dank, interessante grafik!

  5. 05
    BenZol

    @cervo: Bin bei dir, weiß aber nicht, wo „Klein“ aufhört und „Groß“ anfängt. Außerdem funktioniert eine solche Objektivierung (zumal hier im Internet) nur bedingt. Ein globaler Schwanzvergleich ist bestimmt kein Garant für die Klärung der Frage.

  6. 06

    Solange sich niemand hinter Anonymität verhält, um sie zu missbrauchen. Transparenz im Internet finde ich angenehm. Und wie viel sieht man schon von einem Menschen, selbst wenn er so einiges über sich in sein Profil packt?

  7. 07
  8. 08

    @cervo: Aber du definierst doch selbst mit deinen Worten, worauf es (auch) ankommt. Zum Beispiel auf die Machtverhältnisse.

  9. 09
    cervo

    @Johnny Haeusler: Ja natürlich. Nur das hier inhaltlich keine Wahl besteht. Die Machtfrage ist die einzige relevante Frage in Bezug auf Anonymität vs. Transparenz. Sie ist quasi unveränderliche Größe. In der Art lässt sich auch „es kommt drauf an“ sehen. Innerhalb der der Fragestellung gibt es diese Relativität. Die Fragestellung selbst ist aber statisch. (OK, hört sich jetzt etwas abgehoben an. Sorry, hatte nen harten Tag.)

  10. 10

    @cervo: Schon okay, das kenne ich gut. :)

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