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Geduld

Mist. Schon wieder ein Kind explodiert.

Oder aber der ältere Sohn hat es erneut geschafft, seine Kleidung im Bad als Textilhaufen zu hinterlassen, der den Eindruck vermittelt, es habe die Alien-Entführung eines Minderjährigen stattgefunden und ihn völlig unerwartet aus seinen Klamotten gerissen.

Ja. Das wird es wohl eher sein. Und darüber bin natürlich glücklich, denn ansonsten wäre die Badreinigung ja noch aufwändiger.

Dabei sind wir so ein reinlicher Haushalt, bei uns zuhause kann man vom Boden essen. Die Kinder sorgen dafür, allein der Fußbodenbereich unter dem Sitzplatz des Jüngeren könnte nach jedem Mahl eine weitere Kleinfamilie ernähren, und ich habe es bisher bewusst vermieden, den finanziellen Verlust zu errechnen, den heruntergefallene Speisereste pro Jahr wohl ausmachen. Wahrscheinlich könnte man bei umsichtigeren Essgewohnheiten der Söhne vom Ersparten ein Kindermädchen bezahlen.

Einige Male haben wir heimlich gesammelt und versucht, dem Nachwuchs seine Abfälle erneut als vollwertiges Abendessen zu servieren, aber darauf fallen die gar nicht mehr so Kleinen natürlich nicht herein.

Geduld, beruhige ich mich in solchen Situationen dann selbst. Irgendwann werden auch die Kinder erkennen, dass Wäschekörbe, Teller und Tische für den Alltag durchaus nützliche Funktionen bereit halten.

Dass sie zu diesem Zeitpunkt aber noch bei uns wohnen werden, bezweifle ich.

20 Kommentare

  1. 01
    Holger

    Papa ist ein Spießer!

  2. 02

    Waren wir anders? Nein. Nur haben wir das nur einmal gemacht, dann gabs richtig was auf die Mütze und man hat sich daran erinnert.

    Hat mein Sohn das auch gemacht? Ja. Habe ich ihn deshalb gezüchtigt? Nein. Hat er daraus etwas gelernt? Nein.

    Schöne neue Welt … ;-)

  3. 03

    Die Nudeln puhl ich immer vom Kehrblech runter; am nächsten Tag wird Hartweizengrieß als Dinkel serviert:)

  4. 04
    Carsten

    Hahaha…! Check it out, wir haben das hier, daraus kann man auch ein zweites mal servieren:

    http://www.babybjorn.com/us/products/kitchen/soft-bib/soft-bib/

  5. 05

    Hmm… Passt 1:1 wie bei uns. Nur dass ich „der jüngeren“ schreiben müsste…

  6. 06
    Florian

    Wunderschön geschrieben :-)

  7. 07
    Ines

    Ihr Lieben- DAS ist der Moment, wo man gezielt über ein haustier nachdenkt! Wir haben eine Tochter , jetzt 10 Jahre, und drei!!! Katzen und es war immer genug für alle da :) Der Vorteil, wenns nicht gleich ein Schaf oder ne Laufente ist, der Boden ist immer sauber – gut es muss mehr gesaugt werden, aber die Essensreste sind innerhalb von Sekunden wie von Zauberhand verschwunden, ja, alles das , was sie als Kleinkind in der Hand hatte, Würstchen, Schrippe, Kuchen auch – aber trotzdem – UNBEZAHLBAR!

  8. 08
    KOPNR

    Also früher. Da hat man Kinder halt erzogen. Da gab es sowas nicht. Da gab es Krawall wenn man seine Kack rumliegen lies udn aufgegessen wurde auch.

    Woran liegt es?

  9. 09
    Ivi

    wie Geil.. und dbaei doch so wahr ;)

  10. 10

    @Ines: Ich weiß, lange hatten wir ja auch einen lebenden Staubsauger. :)

  11. 11

    Ha.. :D bei uns sieht es um den Essplatz der kleinen auch immer wie auf einem Schlachtfeld aus.

  12. 12

    Sehr schön und aus dem prallen Leben erzählt!

    Hier eine kleine Geschichte auch zum Thema Kinder (nichtkommerzieller Link) : http://goodnewstoday.de/gute_nachrichten/2011/02/19/warum-bist-du-eigentlich-erwachsen-und-ich-ein-kind/

  13. 13
    Floda Nashir

    Ja typisch, keine Lust auf und/oder zu faul zur Erziehung, und dann sich wundern. (Und Erziehung geht ja wirklich auch ohne auf die Mütze. Also keine Angst. Auch nicht vor Spießer-Argumenten. Echt ma.)

  14. 14
    Elblette

    Da ich Aufräumen hasse, sorge ich meistens dafür, dass die Kinder selbst aufräumen (durch Drohung und/oder Bestechung). Die können das irritierenderweise auch besser als ich. Muss der Kita-Drill sein…

  15. 15
    Martin

    Ach, wie gut, dass es in anderen Familien genauso geht.

    Wir überlegten über den Intellekt zu gehen und Resourcen und so… hat bisher nicht geklappt.

    Wobei, anders als bei meiner Genearation, das selbstständige Aufräumen besser klapt.

  16. 16

    <korinthenkack>
    „daraus fallen die (…) nicht herein“ sollte sein „darauf fallen die (…) nicht herein“.
    </korinthenkack>

    Vielen Dank für den schönen Artikel, weiter so.

  17. 17

    @Christian Severin: Du hast natürlich völlig Recht, danke, ist korrigiert!

  18. 18

    Mein mittlerweile bedauernswerter Kollege muß sich um seinen Sohn sorgen,
    der ehedem Rind & Ochs verabscheut, neuerdings voll auf Steaks abonniert ist.

    Liegt evtl. an der notwenigen (finanziellen) Erziehung.

  19. 19
    moryson

    Das ist der erste Artikel, den ich an meine Jungs weiterleite.
    Sie werden ihn lesen, sich ertappt fühlen, Verständnis zeigen und danach andere Menschen sein.

    Bestimmt.

  20. 20
    Fräulein Bratwurst

    Super! Und so viel Weisheit.

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