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Tunesday – Jape, Kakkmaddafakka, Black Lips, Bill Wells & Aidan Moffat

Kennt ihr die Simpsons-Folge in der Homer als Truckfahrer die Nacht durchfahren muss, dann aber zu viele Koffeintabletten genommen hat und das mit ebenso vielen Schlaftabletten kontert? Mal hellwach und dann wieder unglaublich müde. Total verquasselt und im nächsten Moment fehlen einem die Worte? I wear my Tunesdays at Night. Und aus dem Volkswagen Alpha läuft dazu:

JapeHands of Fire / Lying on a Deathbed
KakkmaddafakkaHest
Black LipsArabia Mountain
Bill Wells & Aidan MoffatEverything’s Getting Older

Jape
Hands of Fire / Lying on a Deathbed
Montagnacht vor den Tunesdays wird Kassensturz gemacht. Was hab ich in den letzten zwei Wochen gehört, das ich guten Gewissens weiter empfehlen kann. Unter dem Strich bleibt dann meist die Erkenntnis, dass seit der letzten Ausgabe beinahe ausschließlich die Sachen rotierten, die die beiden Kollegen zuvor empfohlen haben. Da das um uns selber Drehen für Aussenstehende aber nicht so unterhaltsam ist, muss ich dann nachts immer noch mal in die kalte Blogosphäre raus und nach Interessantem suchen. (Tendenziell neigt man um die Uhrzeit auch dazu, vermehrt unrelevanten Quatsch, statt ordentlicher Rezensionen wie sie uns Didi Diederichsen gelehrt hat, zu schreiben.)

Richie Egan also. Sonderfall Richie Egan. Der Ire hat sich irgendwann zwischen zwei Projekten mal Jape genannt, weil er nicht in die Singer/ Songwriter-Ecke gedrückt werden wollte. Zusätzlich wirft er Songs wie Rauchkerzen, die als herausragende Genrestudien für angehende Punkrocker und Elektropopper dienen könnten. Alles sauber voneinander getrennt. Und genau so kommt auch die Doppelsingle „Hands of Fire / Lying on a Deathbed“ daher. „Hands of Fire“ ist ein synthielastiger, harmloser 80er Popper, wie man ihn auch gerne von zum Beispiel Phoenix hört. Geht gut langhin. Hört man gerne im Sommer. Aber dann. Der Rauch verzieht sich. „Lying on a Deathbed“. Singer/ Songwriter par excellence. Ein junger Mann, seine Gitarre und seine Biographie. Man weiß gar nicht mehr warum es noch mehr für einen Song braucht. Hätte Nick Drake erzählen statt so pitoresk beschreiben können, das wäre die Liga, in die sich „Lying on a Deathbed“ einreihte. Mein Song der letzten Wochen. Und das Beste, auf der Seite von Jape kann man im Austausch gegen die eigene Email beide Songs für lau laden. [Nico]

Die Doppelsingle bei SoundCloud
Villagers und Phoenix
♺ TBA

Kakkmaddafakka
Hest
Bin ich ein wenig spät dran mit Kakkmaddafakka, gut möglich, dass ihr inzwischen ein oder zwei Songs der Norweger im Radio gehört habt. Vor knapp zwei Monaten hatten die Popnutten ein Fanvideo zum Song „Restless“. Ein Zusammenschnitt aus Szenen der US-Serie Wondermoman, der sich wie ein enger Polyethylenanzug um den Song legte, so gut hat er gepasst. Ich hab das Lied danach nie wieder gehört, aber die Saat war ausgelegt (Ohje, ein Game of Thrones-Zitat. Moment Mal! Wie witzig und selbstreferentiell von den Autoren das Sowing mit einem Saat-Zitat zu machen.). In Albumlänge ein sehr unterhaltsames Stück, das man in der Indiedisko gut und gerne nach Friska Viljor spielen kann. [Nico]

„Hest“ bei SoundCloud
Friska Viljor und Those Dancing Days
♺ 25.02.2011
Amazon & iTunes

Black Lips
Arabia Mountain
Ach, da sind’se wieder, die Black Lips. Was die Situation auch sehr gut zusammenfasst. Die vier Jungs aus Atlanta haben im Grunde ja nur zwei Zustände. Entweder sind sie da oder nicht. Und wenn sie da sind, dann sind sie das so konsequent und zuverlässig wie immer. Im bestmöglichen Sinne. Einzig, „Arabia Mountain“ ist ein bisschen fröhlicher geworden. Beachig, würde ich sagen. Klar, das waren die Black Lips auch schon immer, das macht sie ja auch aus, aber dieses Mal ist das Strandgefühl doch mehr Kalifornien als Lofoten. [Philipp]

Albumstream bei Grooveshark
The King Khan & BBQ Show und The Almighty Defenders
♺ 07.06.2011
Amazon & iTunes

Bill Wells & Aidan Moffat
Everything’s Getting Older
„Everything’s Getting Older“ ist ein Album, um sich damit in sein kleines, Schottisches Cottage (quasi ein Scottage) an den Kamin zurückzuziehen. Würde ich Whisky trinken und Pfeife rauchen, dann würde ich jetzt Whisky trinken und Pfeife rauchen. Und wenn ich recht darüber nachdenke, ganz so verkehrt ist das Bild mit dem Whiskey eigentlich gar nicht. Denn Wells und Moffat haben gute acht Jahre an ihrem gemeinsamen Album gebaut. Ein Umstand, den man auch hört. Es kommt reif und namensgetreu weise daher, doch leider lässt sich im großen Ganzen auch ein bisschen die unterschiedliche Lagerzeit mancher Titel durchschmecken. [Philipp]

„The Greatest Story Ever Told“ bei YouTube
Arab Strap und King Creosote & Jon Hopkins
♺ 09.05.2011
Amazon & iTunes

I’m a Tunesday baby, so why don’t you kill me?

2 Kommentare

  1. 01
    Daniel

    Danke für die tollen Musiktipps! Keep up the good work :)

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