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Zwischengedanken zu Google+

Wenn ich mir nach den ersten Google+-Wochen den Großteil der neuen Nutzerinnen und -Nutzern ansehe, die sehr oft aus dem PR-Umfeld oder der generellen Unternehmenskommunikation stammen und mich aus mir unerklärlichen Gründen in ihre „Circles“ aufnehmen (ich habe in den vielen Facebook-Jahren noch nicht so viele Nutzer blockiert und als Spam gemeldet wie in den ersten G+-Wochen) ; wenn ich gleichzeitig feststelle, dass ich bisher eher wenige Menschen/Freunde auf G+ finde, die beruflich nichts oder wenig mit dem Netz zu tun haben; dann komme ich zu der Vermutung, dass sich Facebook noch lange nicht die geringsten Sorgen zu machen braucht.

Es scheint, als würden sich derzeit speziell Unternehmen, PR- und Social-Media-Berater (und Leute wie ich, die aufgrund einer Realitätswahrnehmungsstörung jeden neuen Netz-Kram sofort mitmachen), auf G+ stürzen, um eben dieses Mal garantiert nicht den „Zug zu verpassen“, wie es bei vielen Kommunikationsprofis in Sachen Facebook halt geschehen ist. Dieses Mal möchte man gerne von Beginn an beim heißen Scheiß dabei sein.

Das ist verständlich. Die Frage ist nur, ob die erhoffte Klientel, der Kunde nämlich, auch dabei sein wird. Bei Facebook war er oft schon viele Jahre aktiv, weshalb die Unternehmen ihm folgen mussten. Bei G+ nun scheinen die „Verkäufer“ zuerst da zu sein, was G+ unter Umständen für die „Käufer“ uninteressant machen könnte.

Ich weiß, es ist noch immer zu früh, wirklich über Google+ zu urteilen, denn alles Mögliche kann und wird noch passieren und beachtenswert bleibt die Plattform für Nutzer wie mich allemal. Doch wohin ein soziales Netzwerk voller „Profi-Netzwerker“ führen könnte, ist klar: Lauter ge-share-te Social-Media- und Online-Marketing-Statistiken und -Infografiken und noch ein paar Links zu FAZ-Artikeln. Kurz vor dem Wochenende dann noch schnell ein uraltes Youtube-Video gepostet, denn eigentlich bin ich ja ein ganz Lustiger. Das war’s dann und ist für den privaten Nutzer in etwa so spannend und sexy wie Xing oder LinkedIn. Nämlich gar nicht.

Sobald Google die angekündigten Business-Accounts für Google+ freigibt, werden sich Unternehmen darauf stürzen, um ihre Marke schnell zu „positionieren“. G+-Bücher und -Seminare werden aus dem Boden sprießen, Anleitungen werden getippt werden. Doch wenn Google nicht aufpasst und auch den eher privaten Nutzer von G+ überzeugen kann, dann werden die Unternehmen unter sich bleiben und Google+ zu einem digitalen Werbekatalog machen, den keiner liest.

55 Kommentare

  1. 01
    geroyche

    google setzt auf die landesbeauftragten für datenschutz. wenn deutsche firmen/bands/webseitenbetreiber ihre facebook-dependancen schließen müssen, werden die user schon kommen ;)

  2. 02

    Sagte neulich schon: G+ ist das neue Xing. Es spült aber Traffic rein wie nix. Die spannende Frage: Bleibt das so? ich glaube, bei Twitter war die Wahrnehmungsschwelle auch früher erheblich niedriger…

  3. 03

    Stimme voll und ganz zu. Bin außerdem gespannt, wann ich zum ersten Mal Bekannte bei Google+ treffe, die nicht sowieso schon heiß auf einen Account waren. Bislang sind das nämlich keine 10.

  4. 04

    Wieso sollten die user kommen, nur weil irgendeine firma xy nicht mehr bei fb ist?

    Google+ nervt, weil man da ungefragt einfach die ganze zeit belästigt wird. neugewinn gibt es nicht, beziehungsweise kaum, und ganz ehrlich, wer, der mehr als 40 freunde hat (bands zum beispiel) tut sich das an den ganzen mist nochmal aufzubauen?

    sorry, aber ich seh nicht dass g+ fb so schnell den hahn abdreht.

  5. 05

    Kurz und treffend, danke schön. Deckt sich zu 100 Prozent mit dem, wie ich G+ bisher wahrnehme.

  6. 06

    HM, also circeln tun sie dich, weil sie dich kennen oder gar von dir gehört haben. (Selbst schuld.)Spammer sind sie erst, wenn sie jenseits von Public-Posts irgendwelchen Spam schicken ;) Fachpublikum ist es, weil Invites noch limitiert sind (naja.). Jedenfalls sind meine Nichte und mein Neffe schon da, und die arbeiten nix mit Internet.

  7. 07

    Mich würde mal interessieren, was aus Diaspora*Alpha wird. Das wurde auch groß angekündigt, doch scheint dort Stillstand zu herrschen. Schade, denn das Konzept ist großartig und hat Potential. Ohne technische Weiterentwicklung wird sich das aber nicht zu einer Alternative entwickeln können und G+, sowie FB werden weiterhin um die Netzvorherrschaft in sachen Social Media ringen.

  8. 08
    Jan

    Ist doch klar das der „otto normal“-Nutzer nicht sofort auf den G+-Zug aufspringt. Wie lange hat es den mit FB in Deutschland gedauert? Das ging, zumindest in meinem Freundeskreis, erst so richtig ab ende 09 los das sich da wirklich etwas regte (ich selbst bin seit 07 registriert, aber auch nie wirklich aktiv weil eben kaum deutsche aktiv waren)

    Ich glaube auch nicht das sich Unternehmen gleich auf G+ stürzen werden, wohlmöglich wird jedes unternehmen, vor allem die die auch bei FB aktiv sind, sich ein G+-Account zulegen, was aber noch nicht heisst das dieser aktiv genutzt wird. So ein Kommunikationskanal kostet Geld und andere Ressourcen, warum sollte ein Unternehmen diese verschwenden wenn kaum Nutzerbasis da ist? Man braucht erstmal die Nutzer, damit Unternehmen auch wirklich einen Benefit erkennen können und die Entscheidungsträger die nötigen Mittel frei geben, verschenkt wird bei denen schließlich auch nichts!

  9. 09

    Hm, vielleicht hast Du auch nur noch nicht so ganz die richtigen Leute gefunden. Ja, die ganzen Profinetzwerker sind da, circlen mich auch ab und zu, was ich groesstenteils ignoriere. Ein paar lese ich auch, sind ja auch mal interessante Sachen dabei.

    Gleichzeitig sehe ich aber auch genuegend andere Sachen als „lauter ge-share-te Social-Media- und Online-Marketing-Statistiken und -Infografiken und noch ein paar Links zu FAZ-Artikeln“.

    Ich sehe so einige Photographen die das nutzen um dort Bilder zu posten. Ich sehe verschiedene „Educators“ die sich dort ueber Lehre, Schule und aehnliche Themen austauschen. Ich sehe Leute die sich ueber Politik austauschen und teilweise recht heiss diskutieren. Ich sehe Leute die sich ueber Whisky austauschen und sogar schon ein „Whisky Hangout“ gemacht haben. Ich sehe „food porn“ in verschiedenen Varianten.

    Die Normalos sind schon lange da, nur werden sie im Moment leider noch von den lauten Social Media Experts uebertoent.

  10. 10

    Hallo Johnny,
    es ist sicher zu früh für Urteile, doch kritisches Nachdenken hat immer einen Platz. Ich teile Deine Bedenken bezüglich der Profi-Netzwerker oder wer immer sich dafür hält. Mir sind da auch schon einige ordentlich auf den Zwirn gegangen.
    Das Ein-Kreisen wird sich noch zu einer echten Kunstform entwickeln.
    Ich meine aber auch schon einige wirklich schöne und spannende Kontakte gefunden zu haben, zu Menschen mit denen der Austausch Spass macht und die sich auch nicht vor längeren Kommentaren ekeln. Genügen zumindest, um die Hoffnung zu nähren, dass Google+ sich zu einem nützlichen und wirkungsvollen Netzwerk entwickelt.
    Wir sollten es nicht den Analysten und Marketingstrategen überlassen die google’schen Möglichkeiten auszugestalten. Dann wird alles gut. ;-)

    Lieben Gruß aus Köln

  11. 11

    @Thomas: Diaspora ist tot! Das fiel mir schon auf der RP11 auf, als der Diaspora-Typ da auf der Bühne von irgendwelchen persönlichen Gefühlen und Stimmungen laberte aber keinerlei Einblicke in die Sache als solches gewährte.

  12. 12

    Nehm ich anders wahr: Viele tolle Diskussionen, die ich so auf fb nicht kannte; viele Kommentare zu Blogbeiträgen werden auf G+ ausgelagert und breiter diskutiert; die Möglichkeit, sehr gezielt mit bestimmten Personenkreisen zu kommunizieren. Im Ganzen bis jetzt positiv (abgesehen von der ***Klarnamenpolitik).

  13. 13
    Combo

    Hmm ich nehme das inzwischen etwas anders war. Meine wichtigsten Kontakte sind inzwischen nach G+ migriert, so das private Social-Network-Kommunikation inzwischen bei mir viel über + läuft. Außerdem ist es, durch die Circles, einfach angenehmer und übersichtlicher zu nutzen. Warten wir einmal ab wie es nach der Beta laufen wird. Das PRs die zu den ersten Nutzern gehören werden war zu erwarten. Ebenso viele Blogger und andere Netzaffine. Auch Facebook ist nicht innerhalb von 3 Monaten groß geworden.

  14. 14

    ich finde die Diskussionsqualität erstaunlich hoch, aber das kann auch einfach daran liegen, daß nur supertolle Menschen meinen Kram auf Google+ lesen. :)

  15. 15

    Vielleicht liegt es an meiner Unschläue, aber wenn ich die Google+-Seite aufrufe, erhalte ich folgende Meldung:

    „Google+ befindet sich in einer frühen Testphase
    Derzeit testen wir das Google+ Projekt noch mit einer begrenzten Anzahl an Nutzern, doch schon bald kann jeder mitmachen. Wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse angeben, schicken wir Ihnen eine Mitteilung, sobald der Nutzerkreis ausgeweitet wird.“

    Es ist daher wenig verwudnerlich, wenn Netznormalnutzer nicht bei G+ vertreten sind – werden sie doch derzeit anscheinend noch nicht reingelassen.
    Ich denke, sich extra eine Einladung besorgen zu müssen, ist ein Schritt, der allein ausreicht, um Google+ vorerst ignorieren zu können.

    Ich halte es ohnehin für albern, die Phase des Anfangshype mit nur begrenzter Nutzerzahl zu begehen. Schließlich bedarf es dann eines zweitwen Hypes, um die Nicht-PR-Meute erneut darauf aufmerksam zu machen, dass jenseits von Facebook etwas existiert.

  16. 16

    @bastian: Invite ist raus an dich. :)

  17. 17
    Christian

    Das „schlimmste“ was ich bisher bei G+ sehen durfte war so ein Social-Media-Kasper^H^H^H^H^H^HBerater, der doch glatt ein „Google+: First Generation User“ Foto in seinem Profil hatte.

    Ansonsten: +1 zu dem Artikel hier.

  18. 18

    @Johnny Haeusler: [-> Christian, nicht Johnny ;( Numierierung schief? ] Ich find es OK sich zu freuen, wenn man ein ‚Juniuser‘ ist ;) Ich würd eher gucken was der sonst so (da) macht. Und mich nerven eher Leute, die jetzt schon ‚beraten‘ wie man das als Businessuser einsetzen kann. Aktuell kann man denke ich allerhöchstens zeigen, was da los ist und die Struktur erklären (so man sie verstanden hat ;) ).

  19. 19
  20. 20
    3cupsoftealater

    ist nicht der „geist“ von social media ganz allgemein, leute mit leuten zu verbinden zu wollen, sozusagen um jeden preis. egal, ob die sich nun was zu sagen haben oder nicht ? aber geschlossene gesellschaften zu etablieren fände ich wiederum sehr kontraproduktiv. wissenspartizipation sollte die oberste maxime im netz bleiben.
    als musiker ist man beispielsweise bei google+ noch eher schlecht aufgehoben. aber, wenn einen darüber hinaus die burning questions bezgl. internet interessieren, kann es ein ziemlicher hotspot sein. leute wie z.b gunter dueck oder auch sascha lobo bringen auch menschen, die wenig ahnung von den zusammenhängen im netz haben, die themen relativ anschaulich nahe.
    klar, kann man bei google+ auch das gefühl von des kaisers neuen kleidern haben. time will tell. und was die konkurrenz zu facebook betrifft. für mich gilt noch immer schumachers these „small is beautiful“. und die macht von facebook ist einfach zu groß, leider die von google inzwischen auch. was kann man tun ? zelte aufbauen, zelte abbrechen, zelte ( am anderen orten) wieder neu aufbauen. netznomaden eben.

  21. 21

    @Christian: @OliverG:

    Pah, ich habe einen gesehen der behauptete er haette einen „Verified Account“ (mit Haekchen!) bevor Google das ueberhaupt eingefuehrt hatte.

  22. 22
    Fufu

    Da passiert das selbe wie auf Facebook. Nur auf Facebook hat es keiner gemerkt, wie viel Marketing dort hin verlagert wurde von den Firmen, da dies unter vorhandenen Freunden eingestreut war. Diese fehlen bei G+ noch, daher fällt die Marketingaktivität auf. Und vorallem wollen die Social-Media-Marketing-Spezialisten hier sofort durchstarten (oder jene die Facebook verschlafen haben sehen hier ihre Chance sich zu etablieren)… was deren Präsenz natürlich deutlicher macht.

  23. 23

    und Leute wie ich, die aufgrund einer Realitätswahrnehmungsstörung jeden neuen Netz-Kram sofort mitmachen

    Sehr sympathisch finde ich, wie du mit dieser selbstironischen Nebenbemerkung ganz im Vorbeigehen eine Reflexivität ausdrückst, die mir leider bei vielen Netz-Avantgardisten zu kurz kommt, die „jeden neuen Netz-Kram“ sofort für eine Revolution der gesamten Gesellschaftszusammenhänge halten und dessen Bedeutung wie auch Reichweite entsprechend überschätzen.

  24. 24
    Roland

    Ich gebe Dir in vielen Belangen recht. Google+ ist weit davon entfernt, ein echtes soziales Netzwerk zu sein. Die soziale Komponente fehlt derzeit noch fast völlig, tatsächliche persönliche Kontakte hat fast jeder noch auf Facebook und das wird sich auch meiner persönlichen Ansicht nach kaum ändern. Die Vernetzung ist dort einfach schon zu stark ausgeprägt, als dass man problemlos Leute „mitziehen“ könnte. Im Grunde genommen ist es durch die gezielte Einladungspolitik ein Treffpunkt für jeden, der sich aus welchen Gründen auch immer beruflich mit dem Thema auseinandersetzt. Gepaart mit einigen aggressiven Werbern und ebensolchen „Überzeugten“, die Fb ganz ganz schlimm finden und Google+ schon in der eingeschränkten Betaphase so viel besser und das jedem ungefragt dauernd mitteilen müssen.
    Soziale Netzwerke sind kein gesetzlich verankerter Anspruch, auch wenn die Idee lustig wäre. Deswegen: Wen FB nervt, der MUSS ja nicht, oder. Wer zuviele Informationen dort platziert hat, auch das musste man nicht, oder? Seelenstriptease gehört nicht zu den Ansprüchen von FB oder allen anderen. Persönliche Fehler auf ein System zu schieben ist doch recht infantil.

    Ich bin gespannt, wie man bei Google+, das sicher gute Ansätze hat, aus der Ecke der „Profis“ raus kommen will, sonst wird es wirklich so, wie oben beschrieben: Ein Katalog, den keiner lesen will. Zumindest kein Kunde! Ob das mit der Spiele Funktion klappt wird abzuwarten sein.

  25. 25
    Sugg

    Mir geht´s genauso: vorwiegend PR-Accounts, zusätzlich ein paar „richtige“ Freunde, die aber so gut wie nie Posts machen. Wobei mir sowieso der Mehrwert von google+ noch immer nicht klar ist. Das Einkreisen ist zwar grundsätzlich ne nette Idee, aber bei vielen Kontakten ist die Kreiserei viel zu umständlich.

    Es stimmt schon, dass Facebook noch viel länger gebraucht hat, um einen derart großen Nutzerstamm aufzubauen. Aber Facebook wurde – im Gegensatz zu google+ – auch nicht in jedem gottverdammten Medium des Planeten massive gehyped…

  26. 26

    @Blogwart: Das freut mich! Und tatsächlich ist der Satz genau so gemeint. Auch wenn ich ob dessen, was ich halt tue (z.B. Bloggen) immer versuche, mir neue Services anzusehen und sie zu beobachten, sie in erster Linie aber zu nutzen und mir eine Meinung zu bilden, versuche ich gleichzeitig, diesen ganzen Kram nicht zu überschätzen. Auch mein Leben findet dank Familie, Kindern, Schule nicht wirklich auf Facebook statt.

    Ich lasse mich zwar trotzdem immer wieder gerne von Netz-Services begeistern, aber lebenswichtig ist das alles nicht und ich habe gelernt, dass „später“ meist noch früh genug ist. :)

    Das führt natürlich manchmal auch dazu, dass ich Dinge – netzbetrachtet – unterschätze. Twitter fand ich z.B. viele Monate lang langweilig, mich hat das erst viel später als andere begeistert. Und zu Facebook wurde ich fast gezwungen, einfach, weil Menschen außerhalb der eigenen „Netzgemeinde“ fast nur noch dort erreichbar waren. Anfangs hat mich das geärgert, später habe ich es als netzgesellschaftliche Entwicklung akzeptiert, egal, ob ich das toll finde oder nicht.

  27. 27
    mark

    Komisch. Ich habe meine ganzen IT affinen Bekannten bei G+. Die ganze Bargage ist von FB nach G+ umgezogen. Dann habe ich noch einige der Linux Kernel Entwickler in meinen Kreisen, z.B. Linus Torvalds. (Naja, ganz umgezogen sind wir noch nicht, weil die ganzen nicht ITler bei FB rumhängen. Aber G+ ist ja auch erst einmal in der Erprobungsphase.)

    PR- und Social-Media-Berater sind mir aber nicht untergekommen. Vielleicht kennst Du einfach nur die falschen Leute.

    (Und wie soll das mit dem „Spam“ gehen? Tust Du jeden der Dir folgt gleich in Deine Kreise???)

  28. 28

    wer mich in einem Kreis aufnimmt möge dies tun,
    dies bedeutet noch lange nicht, dass ich diese Person in einen Kreis aufnehmen muss,

    daher brauch ich kaum zu blocken, weil ich seh eh nicht was die schreiben ;)

    einige werden bei mir wieder aus meinen Kreisen „entlassen“, sind sie dort raus brauche ich auch nicht zu blocken, weil ich sie dann nicht mehr lesen muss,

    daher weiß ich nicht wieso Du soviele blocken musst,
    für mich ist klar, dass aktuell fast nur Nerds dort sind,
    weils ja noch nicht offen ist,

    zu fb habe ich keinen Vergleich , weil ich dort für mich noch nie einen Account hatte

  29. 29

    Ironischerweise kopiere ich jetzt einfach mal ein paar Sätze, die ich als Reaktion auf einige Rückfragen in der Debatte zu diesem Artikel bei G+ erhalten habe:

    Ich bin mit meinen eigenen Kreisen sehr zufrieden (die wähle ich schließlich selbst aus). Der Mechanismus ist doch dieser: Person X möchte sein Produkt bewerben und bildet einen Circle, in dem ich drin bin. Dann sendet er Spam an diesen Circle und ich erhalte die Meldung, dass jemand etwas mit mir geteilt hat. Wenn ich dann feststelle, dass ich das für Spam halte, muss ich aktiv werden und denjenigen um Unterlassung bitten oder ihn blockieren.

    Ich dachte bisher, dass ich zwar Shares von Leuten, die ich selbst nicht in einem Circle habe, nur in „Incoming“ sehe, also nur, wenn ich will – das scheint aber nicht so zu sein. Ich bekomme diese Shares auch über die G+-Meldungen mitgeteilt (also oben rechts in dem kleinen roten Kasten, das könnte ein Bug oder Schluckauf sein, bei anderen Leuten ist das anscheinend nicht so).

    Und selbst wenn das nur ein Schluckauf wäre: Auch meinen „Incoming“ Circle muss ich ja ein bisschen pflegen, damit der überhaupt einen Mehrwert hat. Also muss ich Nervereien aktiv abstellen.

    Am Ende fällt mir aber einfach die Verteilung halt auf, ich gucke ja bei fast jedem, der mich addiert und den ich nicht kenne, mal nach, was die Leute so machen. Und da fallen einfach sehr oft die Buchstaben „PR“ auf – was, ich wiederhole das, völlig okay und im Grunde sogar richtig ist. Es scheint aber ein anderes Gewicht zu haben als bspw. in den ersten Facebook-Jahren. Und ob das auf Dauer gut für G+ ist, das weiß ich halt nicht. Darum sollte es in dem Artikel gehen.

    Es ging mir darum, den Riesenunterschied herauszustellen im Start von Twitter und Facebook und nun eben G+:

    Bei Twitter und FB waren zuerst sehr unterschiedliche Arten von Early Adopters da. Bei Twitter (wir erinnern uns an den Start bei der SXSW) vielleicht eher Geeks, bei FB eher wirklich Privatleute, Teenager. Die „Profis“ kamen später hinzu und alle haben ihren Platz, wie im echten Leben, ich will also nicht ausschließend klingen.

    Bei G+ ist es aber genau umgekehrt. Es geht mir dabei weniger um mein persönliches G+-Erlebnis als vielmehr um die Frage, was das für die Entwicklung der Plattform (G+) bedeuten könnte. Denn ich glaube, dass diese Reihenfolge einen großen Unterschied macht, der für den Erfolg von G+ maßgeblich sein kann.

    „Schuld“ daran ist nicht G+ selbst. Es sind die Zeiten, die sich massiv geändert haben. Für die Aufmerksamkeit, die G+ jetzt schon hat, haben Twitter und FB Jahre gebraucht in Deutschland. Alle (Medien, Agenturen) wollen diesmal sofort „dabei sein“.

  30. 30
    alex

    Der „getragene-Socken-und-Zimmer-zu-lange-nicht-gelüftet“-Mief fehlt bei google+, das hat facebook wirklich viel besser hinbekommen.
    Wenn man nicht prominent ist (grins) wird man auch nicht zugespammt, was bleibt ist ein ganz angenehmes Ding um viel zu viel Zeit zu verlieren.

  31. 31
    Brett

    Ist natürlich richtig, dass google+ sozusagen den „last mover disadvantage“ hat. Das ist wie der Aufbau eines 2. Festnetzes zum Telefonieren. Auf der anderen Seite weiß man, dass es bei Facebook viel Unzufriedenheit der Nutzer gibt. Ich selbst bin da erst seit 2 MOnaten – halb zog man mich, halb sank ich hin – und kann dem keinen großen Nährwert abgewinnen, außer ein gewisses Auffrsichen von verblichenen sozialen Zusammenhängen. Twitter ist mir lieb und wichtig als unübertroffene internationale Infoschleuder – Facebook ist eigentlich nur gut für seinen ursprünglichen Zweck: die private Cliquenwirtschaft. Es kann aber keiner in die Zukunft blicken. Die hoch flexiblen Gruppierungen von g+ scheinen mir eher die Zukunft zu sein – das ist wie mehrere Netzwerke in einem und kann zeitsparend wirken. Zudem hat google – scheint mir – einen Vorsprung im Integrationsgrad. Ansonsten, wie du ja schön beschrieben hast, gibt es auch ein Leiden an den Netzwerken – da liegt noch etwas aus User-Sicht im Argen. Gemeinhin wird das früher oder später dann erfolgreich überwunden, und vllt geht facebook dann unter wie myspace. Wer weiß das schon. Würde heute darauf wetten, dass facebook in 15 Jahren noch so dominant ist wie heute? Ich nicht.

  32. 32

    Hm. Ich werde weder bei FB noch bei G+ von PR-Spammern belästigt. Vielleicht bin ich zu unprominent. Oder ich kann prima filtern. Vermutlich beides ein bißchen.

    Mir geht es ähnlich wie @vera oder @Nico… das „Alleinstellungsmerkmal“ für mich bei G+ (das sicher weder geplant noch erwartet wurde, sondern einfach, äh, emergiert (?) ist) ist derzeit die Diskussionsqualität. Das macht teilweise richtig Spaß – wenn ich mir allerdings anschaue, mit *wem* ich da so alles diskutiere, dann sind das kaum bis fast gar nicht (nur genau 2 Leute) Personen aus meinem „realen“, auf Facebook recht gut abgebildeten Freundeskreis, sondern eher Leute, deren Blogs ich gerne lese, wo aber – dank der nicht so richtig vorhandenen Vernetzung der deutsch- (und übrigens durchaus auch englischsprachigen) Blogosphäre – bisher keine plattformübergreifenden Diskussionen zustande kamen.

    Weil ich in meinem (wie gesagt: auf FB relativ gut repräsentierten) Freundeskreis fast der einzige bin, der unter der gleichen Realitätsverzerrung wie Johnny „leidet“ (;-)) (und sich wundert, daß Hinweise auf „hab noch Invites für G+/Google Music/Quora/IFTTT“ mit „höh wasn das? nee laß mal“ beantwortet werden xD), sehe ich da in näherer Zukunft auch keine großartigen Überlappungen. Denn wie gesagt, für mich ist das derzeitige schlagende Argument für G+ die Diskussionskultur, und die bzw. deren Themen sind halt auch nicht für jeden interessant… aaaaber: möglicherweise könnte G+ genau dadurch nämlich DOCH zu einem „Killer“ werden, nur nicht (wie erwartet) für Twitter oder Facebook, sondern für Blogs.
    Denn ich denke doch, daß die meisten Blogger sehr an den Comments interessiert sind… und wenn sie sehen, daß sie auf G+ mehr und qualitativeres Feedback kriegen als in den eigenen Kommentarspalten, könnten sie auf den Gedanken kommen, statt nur zu „sharen“ gleich direkt dort zu posten… zumal halt alles auf einer Plattform stattfindet und drum viel bessere (oder jedenfalls „gefühlt“ bessere/kurzwegigere) Vernetzung stattfindet.

  33. 33

    Sehr schöner Artikel, dem ich teilweise zustimmen kann.
    Ich würde gerne Google+ mehr testen bzw. lieber darauf umsteigen und von Facebook wegkommen, allerdings gestaltet sich das deutlich schwieriger als gedacht.
    Dass es sich bei den momentan G+ Nutzern meist eher um Leute handelt, die des geschäftlich nutzen, kann ich nur bestätigen. Im privaten Sektor sind die Circles so gut wie nicht besetzt und die Streams sehr lau.
    Schade eigentlich, denn ich denke, dass G+ sehr mehr sehr vielen Features an die von Facebook herankommt oder teilwese sogar besser ist.
    Verbesserungsbedarf ist bei beiden sozialen Netzwerk, allerdings ist der Mensch ein Gewohnheitstier, also „warum von Facebook weggehen, wenn dort eh alle schon sind und ich da alles habe, was ich brauche?“

    Ich würde mich über mehr experimentierfreudige freuen :)

  34. 34
    berlinerbaer

    Bin ich der einzige, der keinen Bock hat sein Suchprofil mit einem Namen zu versehen? Oder hab ich da was falsch verstanden? Ist für mich der Hauptgrund mich dort nicht „wirklich“ anzumelden.
    Darüberhinaus sehe ich, wie im Artikel beschrieben, noch keinen Nutzen für mich.

  35. 35
    Lena

    Mein Freundeskreis vor Ort ist komplett bei Twitter. Das ist wie ein großer IRC Channel, nur kürzer und respektvoller und memelastiger. Ich mag das. Einmal rüberscrollen und schon hat man evtuelle RL Sachen im Auge.

    Bei Google+ verpasse ich gefühlt viel mehr, weil die Diskussionen in sich stattfinden und ich bekomme sie nicht mit, weil sie nach unten rutschen und ich keine notification bekomme, wenn ich mich nicht beteilige (das gilt v.a. für die Diskussionen die sich erst eine Zeit nach dem Ursprungspost entwickeln). Gerade, wenn man nur einmal morgens und dann erst wieder abends reinguckt.
    Die Diskussionsqualität spricht allerdings für google+.
    Jedoch ist es recht mühselig, Adressaten zu selektieren, und ich habe nicht wirklich viele Kreise. Public missfällt mir…. :(

    Und, um einen Kumpel zu zitieren: „Erstmal einen xy tech Entwickler Circle aufmachen“. Super. Und wenn mich das als Nichtentwickler auch interessieren würde?

    Ich bin mir nicht sicher, aber warm werde ich nicht damit.

    (facebook, dass mir vor allem dazu dient, weniger webaffine Menschen zu kontaktieren lasse ich mangels qualitativer Merkmale mal außen vor ;)

  36. 36

    Ja, solche Gedanken gehen mir auch seit ein paar Tagen durch den Kopf… Hoffentlich hat Google keinen Fehler damit gemacht die Plattform noch immer „geschlossen“ zu halten.
    Wir werden es sehen.

  37. 37

    Gleiche Erfahrungen wie Johnny, nur dass ich keinerlei Lust verspüre, meine „Circles zu pflegen“. Meine Fresse, das artet ja in richtige Arbeit aus, wenn man das alles so zurechtrücken will, wie man es gerne hätte.

    Während in Villarriba noch Circles gepflegt werden, werden in Villabajo längst Links empfohlen und kryptische Nerdscherze ausgetauscht.

    Und Facebook weiß ich seit G+ erst richtig zu schätzen!

  38. 38
  39. 39
    Tim

    Putzig finde ich das Argument mit der „Diskussionskultur“. Für mich klingt das eher danach, als seien bei G+ hauptsächlich Leute, die zuviel Zeit haben und die im Internet verbringen. Für jeden „Real-Life“-Arbeitenden ist das abschreckend.

  40. 40

    Putzig finde ich Leute, die zu Uhrzeiten, an denen „Real-Life“-Arbeitende entweder schlafen oder arbeiten oder auf dem Weg zur Arbeit sind (um 05:32 sitze ich normalerweise im Bus) die Zeit finden, einen langen Artikel sowie 38 Kommentare zu lesen und dann einen Klecks Meinung drunter zu setzen, der im Grunde nur aus einem Diss besteht.

    Tim, mein Freund: das „Kultur“ in „Diskussionskultur“ hat so ein bißchen einen Bezug zu „Qualität“, im Unterschied zu Quantität. Das heißt, daß Leute imstande sind, auch in kurzen Beiträgen, die weder beim Verfassen noch beim Lesen viel Zeit beanspruchen, sinnvolle und zum Nachdenken anregende Sachen sagen zu können. Das ist tatsächlich eine seltene Fähigkeit, und ihr nach meinem Eindruck überdurchschnittlich hohes Vorkommen bei G+ finde ich schon erwähnenswert.

  41. 41

    Also:
    Erstmal braucht sich facebook sowieso keine Sorgen machen, da G+ niemals eine Konkurrenz sein will und kann. Die Frage auf facebook lautet: Wer ist heiß? Ich will sein Freund / Fan sein. G+ ist ein Über-Twitter. Die Frage hier lautet: Wer ist cool? Ich will sein Wissen / seine Erfahrung / seine Links. Dass du ausschließlich von Medienmenschen belästigst wirst liegt ja wohl in der Natur der Sache. Die finden dich halt cool. Ich betreibe eine g+-Page für ein Hobby-Projekt: gplus.to/salsaradio. Ich werde geradezu überrannt mit Anfragen von Menschen, die in irgendeiner Art und Weise auch mit diesem Hobby Salsamusik, Salsatanz, Radio … was anfangen können. Wir folgen uns gegenseitig und kommen somit in den Genuss des G+-Merhwertes. Ja, manchmal chatten und outhängen wir auch miteinander und tauschen uns auf diesem Wege zum Thema aus, oder verabreden uns zu Konzerten und Parties.
    Und?
    Außer, dass ich einige neue echte Bekannte und viele virtuelle Bekannte habe, die mich mit coolen Infos rund ums Thema „versorgen“ passiert nix. Gut so!

  42. 42

    100% Zustimmung – die ganzen Social Media Berater sind so was von geil auf google+ (siehe dazu auch http://www.severint.net/2011/07/02/10-bislang-auf-googleplus-identifizierte-nutzertypen/ )- denn jetzt haben Sie ja etwas, womit sie etwas neues verkaufen können. Und ich glaube, das könnte bei dem ein oder anderen sogar verfangen „Sie brauchen den +1 Button, um auf Seite 1 zu kommen. Ich binde Ihnen den für 4.800 EUR ein und für 9.800 netto besorge ich Ihnen noch 5.000 +1…
    severin

  43. 43

    interessant dazu:

    http://www.wired.com/epicenter/2011/08/google-studying-re-ranking-search-results-using-1-button-data-but-its-touchy/

    But if Google’s going to start using those +1 votes, the company is virtually inviting the world’s spammers and blackhat SEO magicians to flood its social networking system with fake profiles and fake votes — potentially ruining it and possibly making the problem of search spam even worse.

  44. 44
    Tim

    @svennii
    Da fühlt sich ja einer getroffen. Nach einer Woche Businesstrip in den USA habe ich Probleme mit der Zeitumstellung. Ich kann das nicht so richtig ab und habe noch Tage danach Nächte, in denen ich nicht richtig schlafen kann.

    Wenn sich be G+ wirklich so viele Schnellchecker und Wortakrobaten tummeln, dann hat das was von Zoo.

  45. 45

    @Tim: Na, ist doch wunderbar! Wenn Du eh nicht schlafen kannst, kannst Du doch besser arbeiten und das BSP steigern anstelle hier nutzlose Kommentare zu posten…

  46. 46

    Äähm…
    Armin, alle Kommentare hier sind nutzlos und führen zu keiner Änderung!
    Dein letzter Kommentar war der zweitnutzloseste.
    Dieser hier, den du gerade liest, ist der allernutzloseste

    -trude-

  47. 47

    @tantetrudeausbuxtehude:

    Unsinn. Alle meine Kommentare sind IVWB geprueft und im Hochpreissegment angesiedelt. Sie tragen dadurch zum psychischen und physischen Wohlbefinden der Menschheit bei, wodurch sie auch die Lebenserwartung um durchschnittlich 37.9 Sekunden pro Kommentar erhoehen. Das Lesen meiner Kommentare ist daher eine wertbestaendige Zeitanlage.

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