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Update: Primacall vs. Spreeblick

UPDATE Ich habe den Artikel auf Anraten unseres Anwalts gekürzt.

Ältere Spreeblick-Leserinnen und -Leser erinnern sich: Vor über vier Jahren hatten wir hier ein Interview mit einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma Primacall veröffentlicht, das binnen kurzer Zeit nicht nur bei denjenigen Aufmerksamkeit erregt hatte, die mit dem Unternehmen Kontakt hatten, sondern auch bei Primacall selbst.

Es kam zu einem jahrelangen Rechtsstreit, der am vergangenen Dienstag mit einem Vergleich vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht endete. Über den konkreten Inhalt des Vergleichs darf ich nichts schreiben.

Nun halte ich Vergleiche für eine grundsätzlich gute Sache. Im Prinzip geht es dabei darum, endlose Prozesse und schwere oder eventuell sogar unmögliche Gutachtenschlachten zu vermeiden. In unserem Fall hätte das Gericht wahrscheinlich (ich bin Laie in dieser Hinsicht) minuziös feststellen müssen, ob die Inhalte des Interviews und der einzelnen Kommentare zum damaligen Zeitpunkt (!) korrekt waren und/oder heute noch gelten. Weitere Jahre wären ins Land gegangen, noch mehr Geld hätte ausgegeben werden müssen.

Dass der Artikel nun nach vier Jahren nicht mehr bei Spreeblick zu finden ist, ist vielleicht nicht besonders schlimm, ein Bekannter erzählte mir neulich zu meiner größten Überraschung, dass er angeblich schon vor langer Zeit bei Wikileaks gelandet wäre (der Artikel, nicht der Bekannte). Und ich bin das Thema nach jahrelanger Zeit-, Nerven- und Geld-Investition einfach leid und bin froh, einen Schlussstrich ziehen zu können.

Doch was Primacall und vielleicht auch die Gerichte anscheinend nicht verstanden haben: Es ging mir nie um eine persönliche Fehde (würde ich diese gegen einzelne Unternehmen führen, käme ich vermutlich nicht mehr in den Schlaf), sondern um die Klärung einer ganz grundsätzlichen und von diesem speziellen Fall natürlich völlig unabhängigen Frage:

Kann ein Unternehmen die Löschung von Tatsachenbehauptungen und Werturteilen erwirken, ohne dass dabei die betreffenden Inhalte auf ihre Richtigkeit überprüft werden?

Die mich persönlich etwas frustrierende Antwort darauf könnte sein: „Mit entsprechender Ausdauer und ausreichenden finanziellen Ressourcen: Ja.“

Es tut mir leid, dass ich die Sache nicht weiter durchgekämpft habe, aber ich hatte nach den ganzen Jahren einfach die Schnauze voll von der Beschäftigung mit solchen Menschen und Dingen. Und auch die ständige Gefahr von unter Umständen ziemlich hohen Kosten war nicht gerade motivierend.

Irgendjemand fand, wir hätten die Sache gewonnen.
Ich finde, gewinnen fühlt sich anders an.

Die Kommentare sind geschlossen, vielen Dank für Euer Verständnis dafür.

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