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Minecraft, Gronkh und Söhne


Dan Bull: Minecraft Epic Rap

Unsere Söhne kämpfen seit einigen Wochen täglich um jede zusätzliche Minute Computerspielzeit. Vereinzelt wird dabei sogar zu solch extremen Waffen wie „Hilfe im Haushalt anbieten“ gegriffen, und das will was heißen.

Der Grund dafür ist Minecraft, ein Spiel des schwedischen Entwickler-Teams um Notch (Markus Persson), das sämtlichen anderen elektronischen Spielen in unserem Haus den Rang abgelaufen hat, und das, obwohl es bis zum 18. November 2011 etwa ein Jahr lang nur als Beta-Version erhältlich war (hier gibt es einen älteren Spreeblick-Artikel zu Minecraft).

Minecraft ist dabei in der Welt der Videogames ein Phänomen für sich: In einer groben Pixel- bzw. Block-Welt, die völlig gegensätzlich zum grafischen Realitätswahnsinn anderer aktueller Game-Titel verläuft, können sich Spieler beinahe endlos austoben, im Online-Modus auch mit- oder gegeneinander antreten, eigene Welten kreieren und dabei immer neue Möglichkeiten entdecken. Doch dies soll nicht Thema dieses Artikels sein, vielmehr fasziniert mich die Welt um das Spiel herum, denn sie ist eines der vielen Beispiele für eine Online-(Jugend-)Kultur, die auf die herkömmlichen, den Eltern bekannten Verbreitungsmedien wie TV, Print oder gar eigens kreierte Werbung völlig verzichtet und dennoch ein Millionenpublikum erreicht. Und noch dazu ein zahlendes: Bisher haben schon über vier Millionen Menschen eine Minecraft-Lizenz zum Preis von bis zu 20 Euro gekauft.

Und so hat sich um Minecraft herum auch eine eigene Kultur entwickelt. Bekannte Songs und Videos werden in speziellen Minecraft-Versionen neu aufgenommen und „verfilmt“ – ist das Video gut gemacht (und nicht selten sorgen Profis dafür), erreicht es schon mal 16 Millionen Views, wie etwa die folgende Parodie eines Usher-Songs.

Unsere Söhne suchten nach der Entdeckung dieses Clips online nach dem Text, lernten ihn auswendig und gingen uns dann mit ihrem Gesang viele Wochen lang auf die Nerven – was wir dennoch gerne ertrugen, denn es gibt wohl kaum eine bessere Heranführung an das Internet wie anhand solcher kultureller Verstrickungen, bei denen eigenes Interesse den Umgang mit Wikipedia, YouTube etc. schult.

Denn natürlich wird auch für alles andere Minecraft-Relevante (z.B. Tipps, Tricks und andere Spiel-Erklärungen) allein das Netz und ganz besonders YouTube zu Rate gezogen, und so beherrschen Namen wie Gronkh seit geraumer Zeit die abendlichen Gespräche. Denn Gronkh – und darin sind sich nicht nur unsere Söhne einig – veröffentlicht auf seinem YouTube-Kanal die spannendsten und witzigsten Minecraft-„Let’s play“-Videos. Und davon bisher schon über 400 Stück, von denen das erste (vor rund einem Jahr erstellte) derzeit über zwei Millionen Views hat.

Auch die Site gronkh.de gilt als überaus erfolgreich und gehört zu einem kleinen Netzwerk von Gaming-Sites, das Gronkh unter seinem bürgerlichem Namen Erik Range gemeinsam mit Partnern und einem Redaktionsteam als „PlayMassive GmbH“ betreibt. Gronkh, so scheint es, ist einer der wenigen deutschen Online-Stars, die es geschafft haben, mit Hilfe des Netzes aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen und dabei völlig unter dem Radar der Mainstream-Medien hindurch zu fliegen – auch einen Wikipedia-Eintrag gibt es für den Mann bisher nicht.

Das dürfte ihm ziemlich egal sein, denn die Liebe und die Klicks seiner Fans sind ihm sicher mehr wert. Und so bleibe ich gespannt, welche Auswirkungen kulturelle Phänomene wie der Rummel um Minecraft für unseren Nachwuchs haben werden, eben auch hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft. In Netz-Fragen gibt es schließlich keinen besseren Lehrmeister als das Netz selbst, und wer weiß… vielleicht wächst hier eine Generation heran, die neben der Schule ganz eigene Ausbildungsstätten findet für die Berufsbilder der näheren Zukunft, die so schnell keine Uni abdecken wird.

Ich weiß dabei noch nicht genau, wie ich es finden werde, wenn einer meiner Söhne in den nächsten Jahren mit den Worten „Ich will YouTube-Moderator werden“ zu mir kommt. Doch ganz sicher werde ich ihn nicht auslachen.

51 Kommentare

  1. 01

    Nein, erwidere lieber „Denk dann auch an uns, wenn wir alt sind“.

  2. 02

    Ich kann das gar nicht lesen … Eine gigantische Welt aus Marketing und der Nachwuchs im unwiderstehlichem Kunden-Strudel. Anstatt raus zu gehen und über Stoppelfelder zu jagen.

    Ich würden den ganzen Mist – für meine Tochter – sofort abschalten. Nur damit die Dinge mit den Händen machen lernt und nicht nur mit dem Kopp und dem Computer. Ich finde das ganz traurig!

  3. 03

    @Papalapapi: Mehr „draußen sein“ als unsere Söhne kann man kaum. Neben den klassischen Sportarten steht Parkour gerade hoch im Kurs und nebenbei spielen sie äußerst gerne diverse Instrumente, aber danke für die Sorge.

    Es ist diese Art von Anti-Haltung gegenüber Jugendlichen im Netz und diese rein negative Sicht der Dinge, die ich für fatal halte. Als würde die Nutzung eines Computers oder das Spielen eines Videospiels sämtliche anderen Aktivitäten ausschließen.

    Natürlich muss jeder damit umgehen, wie er es für richtig hält, „Abschalten“ halte ich dabei nicht nur für falsch, sondern auch für gefährlich und verantwortungslos.

    Ich persönlich möchte nicht mit Verboten dafür sorgen, dass meine Söhne in einer späteren Berufs- und Kulturwelt in Sachen Netz und Medienkompetenz komplett aufgeschmissen sind, weil sie keinerlei Erfahrung haben bzw. sich diese Erfahrung nur heimlich und gegen den Willen ihrer Eltern (und somit auch komplett außerhalb derer Kontrolle und Begleitung) aneignen konnten.

    Das Internet wird nicht weggehen, egal wie oft man es seinen Kindern verbietet. Learn to love it und mach‘ das Beste draus.

  4. 04

    @Papalapapi: Vielleicht solltest du es aber besser lesen, denn darin steht ja nun, dass es sich bei Minecraft eben nicht um eine „gigantische Welt aus Marketing“ handelt, sondern um ein Spiel, das größtenteils ohne solche Maßnahmen auskommt und von seiner Kreativität lebt und der Begeisterung der Spieler. Auf dem Stoppelfeld findet es allerdings nicht statt, das stimmt soweit. Es sei denn, das WLAN reicht bis hinters Haus.

  5. 05

    @Johnny: Noch sind meine Söhne nicht in dem passenden Alter, aber das wird auch auf uns zukommen. Der Große hat schon das iPad als Lieblings-Device enteckt und freut sich einen Ast, wenn er am Wochenende mal das eine oder andere Micky Maus-Video auf Youtube anschauen darf (oder die Sendung mit der Maus). Die kontrollierte Gewöhnung an die Medienwelt ist sicherlich eine wichtige Erziehungsaufgabe. Neben Drachen basteln, Sachen schnitzen, Fussball spielen, im Garten toben……

  6. 06
    Kommentator

    Es gibt tatsächlich Jugendliche, die nichts machen, als vor TV, PC und Konsole „zu hängen“… Solche gab es, behaupte ich aber schon immer, nur dass „früher“ ™ eben „nur“ TV und VHS lief (das war zu meiner Jugendzeit das Teufelszeug). Spaß an allen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung war immer schon eine Frage von Erziehung und Haltung.

    Und: Verdammte Cliffhanger… :) Wer, wie ich, wissen will, wie es in Welt 2 weitergeht, findet hier die nächsten Teile des „Let’s play“:
    http://www.youtube.com/playlist?list=PL972376D5D39348DA&feature=plpp

    Verdammt, ich werde doch wohl nicht auch noch anfangen…

  7. 07
    cmi

    Interessante Sache die du da bzgl. der Berufswahl ansprichst.

    Ich meine, ich „kenne“ bspw. einen Streamer von League of Legends der mit ca. 3500-4000 Leuten, die sich das zur Primetime anschauen und ca. 8h täglich im Monat nach eigener Aussage knapp fünfstellig verdient (Werbeeinblendungen). Vor Steuern und sonstigen Ausgaben – ok, aber ein sehr erkleckliches Sümmchen, was Otto Normalverdiener wohl nur im absoluten Ausnahmefall auch nur annähernd erreichen dürfte. Und dann gibt es da auch noch die Leute wie HotshotGG die täglich für 10000+ Leute gleichzeitig streamen und dazu auch noch auf Turnieren spielen.

    Sicher sind das Ausnahmen und es gehört (wie so oft) viel Glück, gutes Marketing und die richtigen Beziehungen dazu, das zu erreichen. Ebenso ist es fraglich wie lang das gut geht (hallo deutsches Sicherheitsdenken). Trotzdem – der Beruf des „Progamers“ kommt nach und nach auch im Westen an (ja ich weiß ist jetzt nicht so neu, aber wird eben auch immer mehr).

  8. 08
    Christian

    …und auch ich kann mich der Faszination nicht entziehen. Es hat durchaus was, wenn ich mit meinem zehnjährigen Sohn (und machmal auch mit meiner dreizehnjährigen Tohcter) gemeinsam an diversen virtuellen Bauwerken baue. In meiner Welt ist das eine viel bessere Mediennutzung, als Fernsehen.

  9. 09
    Oliver

    Ich erlebe dies Zuhause ähnlich, und stelle staunend (und auch ein wenig stolz) fest, wie sich meine Kinder eigenständig den Zugang zu begleitenden Medien erarbeiten um mehr aus Minecraft herauszuholen. Solange dies inhaltlich wie zeitlich kontrolliert geschieht ist da denke ich wenig dran auszusetzen. Nur so wird Medienkompetenz erarbeitet, und wie wichtig die ist brauche ich wohl nicht weiter plattwalzen.

    Und: So wichtig es für Kinder ist draußen zu spielen, so gerne wird dieses auch grotesk überhöht sobald es der Beschäftigung mit neuen Medien gegenübergestellt wird. Alles eine Frage der Wortwahl: Über Stoppelfelder rennen oder doch eher auf der Straße rumlungern? Erinnere ich mich an meine eigene Kindheit, so war ca. 50% meiner Draußen-Zeit mit letzterem besser beschrieben. Genug Spielraum für etwas Qualitätszeit mit dem Rechner will man meinen.

  10. 10
    Charly

    In den USA gibt es übrigens auch einen „Minecraft Teacher“, der mit dem Spiel von Grundschülerin den Umgang mit dem Computer beibringt und die Kleinen lieben es.
    http://minecraftteacher.net/
    Was Gronkh angeht bin ich zwiegespalten, schließlich ist sein Gebrabbel teilweise meinungsbildend bei einigen ZuschauerInnen. Und ob das immer so gut ist..

  11. 11

    @Charly: Oha! Danke für den Tipp! (Wobei mir jetzt einfällt, dass Tanja die Site auch schonmal gefunden hatte, glaube ich…).

    Was den Stil von Gronkh angeht, weiß ich, was du meinst. Aber ich denke/ hoffe, dass die Jungs ihre eigenen Schlüsse ziehen können. Ich glaube, solange sie immer noch von dem Kram erzählen und man sich auch einiges gemeinsam ansieht, geht das soweit klar. Und wahrscheinlich ist dieses „Schnoddrige“ auch Teil seines Erfolgs.

  12. 12
    sw

    Nicht zu vergessen, dass die Kinder auch lernen, sich an anonymen Orten anständig zu verhalten. Wenn erstmal fünf Minuten der kostbaren Computer-Zeit im „Gefängnis“ abgesessen werden mußten oder man gar von seinem Lieblingsserver gebannt wurde, hat man doch deutlich mehr gelernt als wenn Mama einem was erzählt….

    Wobei ich nicht verstehe, wie man diese Grafik länger als zwei Minuten ertragen kann. Ich kriege davon Kopfschmerzen.

  13. 13

    @sw: Stimmt. Und sie lernen, wenn sie (wie meine Großen) einen eigenen Server betreiben, wie man Regeln aufstellt, durchsetzt und mit Konflikten (Bannen) und Problemfällen (Griefern, in MineSprech „mutwillige Zerstörer“) umgeht.

  14. 14
    Elblette

    Ich finde es wichtig, dass Kinder begreifen, dass Computer Werkzeuge sind, also dass man damit Musik machen, malen, konstruieren, Filme erstellen, Texte schreiben und sie auch programmieren kann. Deshalb finde ich die Ablehnung gegen Computer und neue Medien in der Grundschule eher kontraproduktiv.

  15. 15
    sw

    @Magnus: Wie alt sind denn Deine „großen“ Server-Betreiber? Das würde meinen auch Spaß machen.

  16. 16

    Die Videos sind wirklich lustig. Sehr nerdig, aber lustig.

  17. 17

    Ich habe meiner Tochter und Ihren Freundinnen/Freunden erst vor knapp 14 Tagen einen eigenen Server eingerichtet (Die sind alle so zwischen 10-14) und dort gibt es dann quasi „betreutes Spielen“ – erst hatte ich immer nur den Chat mit einem halben Auge im Blick. Dann kamen Fragen ob/wie man jemanden bannen oder wieder entbannen kann – inzwischen starten wir gemeinsame Bauvorhaben… Echt lustig, bei schlechtem Wetter mit den Kids mal 1-2h am Wochenende „raus“ zugehen bzw. besser runter – wir arbeiten grad an einer Unterwasserstadt ;-)

    Größte Vorteile, die ich sehe sind:

    – Minecraft fördert die Kreativität
    – schult anonymes soziales Verhalten
    – schult den Umgang mit den neuen Medien…

    Besser könnte es aus meiner Sicht kaum sein.

  18. 18

    @sven: 12 und 10 und noch ein Freund, der auch 12 ist. Geht ganz gut, wenn man ein wenig versiert ist – den Minecraftserver habe ich installiert und die Admins eingerichtet. Ich kenne auch Leute, die via DynDNS Minecraftserver auf dem heimischen Windows-PC betreiben.

  19. 19

    … und weil ich das oben vergessen habe: Englisch lernen, auch noch so ein Nebeneffekt von Minecraft und anderen Spielen. Der jüngere bei uns zeichnet außerdem inzwischen seine eigenen Welten und Charaktere (ja, auf Papier) und hat neulich seine eigene Minecraft-Axt aus Pappe nachgebaut.

  20. 20

    Tatsache ist doch, dass das Netz aus dem Leben nicht mehr wegzudenken ist und das gerade auch für Kinder und Jugendliche. Die Frage ist doch vielmehr, wie sie an das Medium herangeführt werden – mit ihrer Neugierde Dinge entdecken und vor den Gefahren warnen. Zumal es an den Erwachsenen liegt sich mit dem Internet auseinander zusetzen. Ich kenne Eltern, die null Ahnung vom Internet haben und auch kein Interesse, sich dann aber hilflos zeigen, wenn der Nachwuchs grenzenlos surft.

  21. 21

    Wieder mal ein Beweis dafür, dass Grafik nicht alles sein muss bei einem guten Spiel. Ein gutes Beispiel dafür wäre wohl auch WoW, da es mit seiner Comicgrafik eine enorme Masse an Spielern anzieht. Zukünftige Spieleentwickler sollten wirklich viel mehr Wert aufs Gameplay legen, als auf die Grafik. Ein Spiel kann noch so toll aussehen oder realistische Effekte haben – die Zocker wollen Spaß am Spielen haben und nicht bloß tolle Bilder sehen, denn dafür kann man ins Kino gehen.

  22. 22

    Johnny, bevor deine Söhne wirklich zu YouTube-Moderatoren werden, schaue dir mit ihnen die ZDF-Doku Egal was ich tue, sie lieben es an. Ein sehr erhellender Blick in diese Szene. Vor allem die Abgeklärtheit der Y-Titty-Jungs (die Szene, in der der lustige Take mit stoischem Ernst wiederholt wird) oder eben das Fehlen dieser (wenn ihre einstudierte Professionalität zusammenbricht, sobald sie das erste mal auf ihren künftigen Manager treffen) fand ich interessant. Oder wenn Superstar Herr Tutorial sich der Schleichwerbeangebote erwehren muss (was er ja in der Regel nicht tut, schaut man mal ein paar seiner Videos).

  23. 23

    @Johnny Haeusler: Das wäre auch eine Sensation. „Der Web Guru Johnny Haeusler verbietet seinen Söhnen das Internet!“

    Ich bin ganz froh, dass mein Dad mich damals an seinen Bernstein Monitor Triumph Adler PC meine ersten DOS Schritte machen ließ. Meine Mam mir später einen Atari 1040 ST schenkte. Und trotzdem bin ich Fußball spielen gegangen, Skateboard gefahren, habe mit 15,16,17,18 Berliner Discos wie Riverboat, Big Eden, Tolstefanz, Far Out, Kuhdorf, Chetaah und Co. unsicher gemacht. Ich bin froh, wenn die Kids heute was lernen. Klar gibt es auch die Dumpfkolben, die nur daddeln. Aber der Großteil der Kids ist schon erstaunlich fit. Und sie lernen Englisch und eben auch Medienkompetenz. Das haben wir alten und die Politiker eben verpasst.

  24. 24
    Heio

    An den Computer heranführen, schön und gut, aber beim Internet bin ich da immer noch skeptisch.

    Habe eine Studie gesehen, wonach bei 9-13 jährigen die drei meistgesuchten Google-Begriffe „Youtube“ , „Porno“ und „Facebook“ waren. Bei unter 9 jährigen war es „Sex“ anstatt „Porno“. Wenn ich bedenke, was man da alles so findet…

    Will ich wirklich, daß meine Kinder „spielerisch an das Internet herangeführt“ werden, wenn dieses auch gleich ihre Aufklärung übernimmt?

  25. 25

    @Sebastian: Danke für den Tipp, sehe ich mir gerne an! Und generell gilt natürlich wie immer: Weder ist alles Gold, was glänzt, noch ist alles super. Es ist aber eben auch nicht alles schlecht und es kommt – ebenfalls wie immer – darauf an, was man daraus macht.

    @Heio: Das Internet übernimmt einen Teil der Aufklärung, egal, ob man das gut findet oder nicht. Wie viel wir davon dem Netz überlassen, liegt eher an uns, oder? Natürlich müssen die ans Netz herangeführt werden, natürlich ist dort nicht alles super. Aber das ist es im „echten“ Leben auch nicht, trotzdem sperre ich meine Kinder ja nicht zuhause ein.

  26. 26

    Zu diesem Thema habe ich eine Geschichte einer Mutter mit dem Titel „Von Medienzeiten und Kindern“ (nichtkommerzieller Link)

    http://goodnewstoday.de/gute_nachrichten/2010/06/25/von-medienzeiten-und-kindern/

  27. 27

    Haha^^ – das Raushauen von Computer-Zeit kenn ich auch noch von früher …. ;)

  28. 28
    Livxer

    @Charly
    @Johnny Haeusler

    Mich persönlich, als grosser Fan von Gronkh, würde interessieren, was euch an seinem Stil stört. Meiner Meinung nach hat er eine sehr tolerante Grundeinstellung un hält sich auch aus dem Weltgeschehen raus.

    MfG
    Livxer

  29. 29
    Linochette

    Ich habe Minecraft vor einigen Monaten durch Zufall entdeckt. War ja klar, dass ich nach kurzer An-test-zeit das Ding kaufen musste. War ja auch erschwinglich. Dann habe ich nach Texturenpacks gesucht und bin dabei auf diese Let´sPlays gestossen. Von so etwas hatte ich nie zuvor gehört. Von Gronkh war immer wieder die Rede und da habe ich mir den „Typen“ und seine Seite mal näher angesehen.
    Meine Nichte (fast 10) und mein Neffen (6 Jahre) haben mich MC spielen sehen und fanden es toll. Deshalb habe ich mich mit ihnen ab und zu vor den Rechner gesetzt und sie Gronkh´s LP´s ansehen lassen. Musste ihnen natürlich vorher sagen, dass der Mann böse Worte benutzt. Aber damit kommen die sehr gut klar. Die zwei wissen, dass man das Wort mit „SCH“ nicht sagen darf und haben sich immer köstlich amüsiert, wenn Gronkh es ausgesprochen hat. Und das macht er ja SEHR oft:)
    Bisher haben sie keinen seelischen Schaden davongetragen. Sie sind zwar mit PC grossgeworden und Skypen auch mit ihren Grosseltern, aber das hat bisher nicht Überhand genommen. Die rufen eher mal an. Telefon gefällt ihnen viel besser.

  30. 30

    @Lucie Du bist ziemlich naiv. Natürlich geht es um Marketing, nur mit einem anderen Ansatz.

    Dass diese Sache hier so unkritisch behandelt wird, fordert natürlich eine gewisse provokante Haltung heraus. Denn deine recht unkritische Haltung dazu, Johnny, fordert mich zu einem anderen Extrem heraus.

    DU arbeitest hauptsächlich mit dem Computer, so vermute ich. Und du bist ein Vorbild für deine Kids, ob du es willst oder nicht. Also machen sie es nach.

    Meine Haltung und tiefste Überzeugung ist es
    1. Dass jede mit einem Computerspiel vor den Rechnern und Konsolen eine verlorene Stunde Leben ist.
    2. Es sehr traurig ist, wenn Kinder in einer Metropole, in einer Großstadt aufwachsen müssen.
    3. Es muss eine grundsätzlich andere Art zu leben geben. Im Monitor ist sie jedenfalls nicht zu finden.

    Dabei geht es nicht um „seelischen Schaden“ mit dem immer wieder so leichtfertig hantiert wird. Sondern eher mit dieser Verschlagwortung, dieser Verharmlosung, dieser schmerzhaften Oberflächlichkeit. Es geht um die Entfernung von den eigenen, zutiefst menschlichen Wurzeln, die hier sichtbar werden. Nicht bei den Kindern.

    Es geht um SPÄTER, wenn sie erwachsen sind. Und den selben blöden Mist machen, wie wir. Hier. Schau dich um.

  31. 31
    lart

    @Papalapapi: Also ist deiner Logik zufolge auch eine Stunde Schach eine verlorene Stunde im Leben? Oder eine Stunde Mensch-ärgere-dich-nicht? Oder eine Stunde schafkopf?
    Denn nichts anderes ist Minecraft. Ein Spiel.

    Minecraft ist einzig und allein die virtuelle Darstellung von Schach/Mensch-ärgere-dich nicht oder ähnlichem, genau so wie CSS, Halo, Sims, etc.

  32. 32
    lfalkenburg

    @papalapapi ich hoffe Du gehst jede Strecke zu Fuss und lernst nur durch Überlieferung. So, wie es unseren Wurzeln entspricht.

  33. 33
    anonymous

    @papalapapi:

    1) warum ist es verlorene zeit?

    2) warum ist es traurig, in einer großstadt aufwachsen zu müssen?

    3) welche art zu leben gibt es und welche wäre besser?

    4) was sind die menschlichen wurzeln?

    5) welchen mist genau machen wir hier?

    6) was ist später?

  34. 34
    Felix Jonas

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier gut herein passe ;)
    Denn ich bin mit meinen noch jungen 16 Jahren hier wohl mit Abstand der jüngste. Jedoch gefällt mir diese Unterhaltung sehr gut und will ich meine, vielleicht nicht besonders qualifizierte, Meinung auch mal dazu werfen.
    Ich selber verbringe auch viel Zeit damit, darüber nachzudenken, was Mediumen wie „Computer“, das Internet und die PC-Spiele für einen Wert haben. Und, um es kurz zu fassen, ich bin auch zu dem Schluss gekommen, dass es schlicht und einfach Teile der Entwicklung sind. Denn ich vergleiche es auch beispielsweise mit den Brettspielen.
    Die Zeit dieser Spiele ist für viele junge Leute heutzuage einfach vorbei, denn es gibt neue „Spiele“, nämlich PC-Spiele. Und diese sind für mich kein wenig schlechter, als Brettspiele. Es gibt natürlich genügen Computerspiele, die einfach überflüssig sind, bei denen man sinnlos Schlachtet oder ähnliches. Aber, es gibt bei den Brettspielen genauso Spiele, die für „unnötig“ halte. Jedem dem, was ihm gefällt.
    Natürlich, Schach – fördert immens viel(Vorraussauchend planen usw.). Soetwas können manche PC-Spiele nicht.
    Aber,
    und um wunderbar auf das Hauptthema überzugehen, wenn dann Spiele wie Minecraft kommen, dann ist der Punkt gekommen, an dem ich sage, das hat sogar Sinn. Minecraft fördert die Kreativität(Das steht, denke ich außer Frage). Und, es hat, trotz dass es eine niedrige Grafik hat, trotz dass es nur ein Baukastenspiel ist, eine riesige Breite an – oft gesehen als „süchtig, verloren, unsozial“ – Zockern von anderen Spielen weggeholt. Was für mich eine riesen Leistung ist.
    Und genau das macht Minecraft aus.
    Ja…, Gronkh, ich habe eine positive Meinung zu ihm, nur würde sich diese doppel mit den oberen, deswegen lasse ich ihn hier so stehen.

  35. 35

    @Felix Jonas: Na klar passt du hier gut rein, vielleicht mehr als einige andere! :) Also: Danke für deinen Kommentar, das wird doch hier alles erst dann richtig spannend, wenn sich Leute unterschiedlichsten Alters miteinander unterhalten.

  36. 36
    FreshD

    @Papalapapi: Heh, geb dir vorallem in Punkt Nr.1 Recht. Sollten lieber ihre Zeit mit Blogeinträge kommentieren verbringen.

  37. 37
    Felix Jonas

    @FreshD: Wer macht denn sowas? In dem Alter hat man besseres zu tun.

    @Papalapapi:
    Es ist so ziemlich alles Ansichtssache:
    1. Für mich ist das ist Freizeit. Genauso wie ich Tischtennis spiele, wie ich Gitarre spiele oder Schwimmen gehe, genau so setzte ich mich an den PC und spiele eine Runde.
    Aber, ich denke man kann da dich auch nicht wirklich davon überzeugen, dass es Sinn hat. Es kann zum Beispiel für den anderen wiederum jede in ein Buch versunkene Stunde eine verlorene Stunde sein. (Ein ziemlich übertriebenes Beispiel, aber ich kenne genug Leute, die nichts mit „Lesen“ anfangen können…)

    2. Genau das gleiche. Ich finde Stadtleben schön. Es gibt einen Nahverkehr. Nichts ist weit weg, und das ländliche Leben ist die perfekte Erholung :)

    3. Gut und Böse. Ist „Gut“ immer gut, nur weil sie der Meinung sind „gut“ zu sein? Ist nicht das „Böse“ von ihrer Sicht aus auch der Meinung, dass sie „Gut“ sind?
    Das ist das, was ich mit meinen Auführungen meine: Es gibt verschiedene Seiten, verschiedene Ansichen. Es gibt verschiedene Religionen. (Okay, viele sind in ihrem Ursprung gleich,) aber jede sieht die Welt und den Sinn des Lebens anders. Und man kann nicht sagen: Die ist richtig und die falsch.
    Du meinst, dass das Computerspielen für dich verlorene Zeit und andere sehen es als Zeitvertreib oder Vergnügen.
    Um es nocheinmal zu betonen: Meiner Ansicht nach liegt es an den verschiedenen Lebenszielen die man sich setzt, an den Vorsätzen die man hat.

    Der eine „Arbeitet um zu Leben“ und der andere „Lebt um zu Arbeiten“.

  38. 38

    Gronkh ist schon genial und man schaut irgendwie gerne zu. :-) DasMirko ist auch sehr witzig, weil er sich immer endlos aufregt, wenn er etwas nicht hinbekommt. Warum nun gerade Minecraft mit seiner auffällig schlechten Grafik so beliebt geworden ist, finde ich ein sehr interessantes Phänomen. Zu Zeiten des C64ers war es ebenso, dass die Grafik sehr schlecht war, im Vergleich zu heute, und dass die Spielentwickler darum das Gewicht auf Fun gelegt haben. Heutzutage ist es meistens so, dass das Gewicht auf die Grafik gelegt wird.
    LG Jonathan

  39. 39
    Brundlefly

    „Meine Haltung und tiefste Überzeugung ist es
    1. Dass jede mit einem Computerspiel vor den Rechnern und Konsolen eine verlorene Stunde Leben ist.
    2. Es sehr traurig ist, wenn Kinder in einer Metropole, in einer Großstadt aufwachsen müssen.
    3. Es muss eine grundsätzlich andere Art zu leben geben. Im Monitor ist sie jedenfalls nicht zu finden.“

    Ach Du liebe Zeit. Geht es noch etwas undifferenzierter?

  40. 40

    Da kann ich mich nur dem Johnny anschließen. Und man kennt es ja… wenn man Kindern verbietet, sich an den PC zu setzen, wird die Fixierung darauf nur noch stärker. Das geht gern mal nach hinten los. Sage einem Kind, Du darfst alle hundert Schubladen im Haus öffnen außer diese eine dort… Nun rate mal, welche Schublade am reizvollsten ist? ;-)
    Kinder müssen eigenständig zu ihrer persönlichen Selbstwerterfüllung finden und dass in der heutigen Zeit dabei auch der Computer eine Rolle spielt, ist abzusehen.

  41. 41
    bongokarl

    @Papalapapi: Hab deinen Kommentar tatsächlich erst jetzt als Satire verstanden. Der erste war noch subtiler.

  42. 42
    flubutjan

    Wär’s nicht mal drin, solchen (ich nenne es) Dreck wie „War 2 Glory“ zu kommentieren, für den mit einer gewissen Gina-Lisa mit Titten-raus, Wehrmachtshelm auf der Birne und MP in den Greifern z. B. auf freenet geworben wird?

    Verantwortlich übrigens ein Berliner „Spiele-Publisher“ namens Just A Game. „Krieg zum Ruhm“ – na klar! Isses wieder soweit …?

  43. 43
    flubutjan

    @flubutjan: Was ich fragen will, ist: SOLL DENN KRIEG WIEDER SEXY SEIN?

  44. 44

    Antworten

    Das mit den (Baller-) Spielen für unbedarfte und dadurch der Realität entrückten Draufhau – mentalität gilt durchaus als Überdenkenswert.

    Ohne der Spieleindustrie zu gefallen, sind ursächlich, die familiären
    Umstände der Grund, weshalb sich jemand ausserordentlich benimmt.

    Bzgl. Einsparung in der Bildung und der Jugendarbeit tut sich der Staat
    selbst ein Bein stellen, indem die Kommunen beispielhaft Geld für Ver-
    kehrsüberwachungsysteme investieren, nur um kurzfristig gedacht die
    vermeintlichen Nerds zu erwischen.

    Alles Gute

  45. 45
    Baralis

    @Stephan:
    Ich spreche aus eigener Erfahrung, dass du, wenn du WoW erwähnst, ein neues Fass aufmachst. Ich unterstütze deine Meinung, bzgl Grafik, Gameplay vollkommen, aber meiner Meinung nach hat WoW ein größeres Suchtpotential, da man durch die große Vernetzung einen Teil des sozialen Lebens auf das Spiel überträgt. Ich habe einige Freunde, die ich fast nur über TeamSpeak (SprachChat) kenne. Ich habe mich aber immer bemüht, diese Personen auch persönlich kennen zu lernen.

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