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Kurztests verschlüsselter WhatsApp-Alternativen: Threema, ChatSecure, surespot, Telegram, SafeSlinger

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Vorweg: Die folgenden Reviews sind reine Usability-Tests, welche die Frage nach der tatsächlichen Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit der vorgestellten Apps größtenteils außer Acht lassen, weil ich davon nicht genug Ahnung habe. Hierfür verweise ich erneut auf die Artikel von moeffju und missingm.co. Mich hat in erster Linie interessiert, ob die WhatsApp-Alternativen leicht zu installieren und zu nutzen sind und ob die Benutzerführung auch für Nichtnerds funktioniert und somit eine echte Konkurrenz zu WhatsApp (und iMessage und Facebook Messenger) darstellen kann.

Threema (iOS, Android)

Mit der Nutzung von Threema hatte ich vor einigen Monaten schon begonnen, durch einen Gerätewechsel musste die App aber neu installiert werden. Leider hatte ich jedoch das Passwort für mein Schlüssel-Backup vergessen (es war ein ganz besonders sicheres!) und musste daher einen neuen Account anlegen und kann den alten nicht löschen. Wer mich auf Threema sucht, findet daher nun zwei Konten unter meinem Namen. Meine Schuld, na klar.

Threema kommt aus der Schweiz und sieht ziemlich okay aus, sehr WhatsApp-ähnlich. Es gibt hier und da noch kleine Macken (wenn die Tastatur unter iOS ausgeblendet wird, rückt die Eingabezeile für Chats nicht immer korrekt nach unten), die aber erträglich sind. Threema bemüht sich um verständliche Sprache und die Einrichtung geht schnell und einfach von der Hand, die App lässt sich zudem auch noch einmal extra per PIN-Code sperren, was ich wichtig finde. Threema ist derzeit die meistgekaufte App in Apples AppStore und in meinem Adressbuch befinden sich bereits einige Dutzend Threema-Nutzerinnen und -Nutzer, offenbar setzt sich die App also verhältnismäßig gut durch – obschon es lange nicht so viele Leute sind wie die WhatsApper in meiner Kontaktliste.

Die Sache mit dem Backup des eigenen Schlüssels ist ebenfalls so verständlich wie möglich umgesetzt, man darf halt nur das dazugehörige Passwort nicht vergessen. Das App-Icon ist nicht so super.

Preis:
Einmalig € 1,60 (Google play store)
Einmalig € 1,79 (Apple-AppStore-Partnerlink).
Nutzungsbewertung Threema: Ziemlich gut.

surespot (iOS, Android)

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surespot klingt in seinem Willkommens- und Hilfetext innerhalb der App wie die deutsche „Übersetzung“ eines taiwanischen Handbuchs für den Zylinderkopfdichtungswechsel bei einem VW Käfer aus dem Jahr 1974. Die App hat außerdem den gestalterischen Charme eines Gebrauchtwagenverkäufers und wirkt ebenso vertrauenswürdig.

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Irgendwann wollte surespot für ein Schlüssel-Backup meine Google-Daten und ich brauchte eine Weile, um herauszufinden, dass dies optional aber alternativlos ist, außerdem durchblickt man die Preispolitik nicht wirklich (Audio-Messaging ist möglich, kostet aber extra, für mehr als 10000 Nachrichten pro Monat muss man offenbar „Surecoins“ kaufen …).

surespot wirkt leider wie eine Phishing-Mail und wird in dieser Form niemals eine Alternative zu irgendetwas sein, egal, wie sicher die App auf technischer Seite auch sein mag. Das Icon ist auch furchtbar. Sobald ich herausgefunden habe, wie ich meine Daten löschen kann, verschwindet die App von meinem Gerät.

Preis: Erstmal kostenlos, danach und bei Sonderwünschen InApp-Käufe nötig.
(Google play store, AppStore-Partnerlink)
Nutzungsbewertung surespot: Beunruhigend.

ChatSecure (fast alle Systeme)

ChatSecure ist ein „The Guardian Project“-Projekt und funktioniert unter iOS, Android, Linux, Windows und auf dem Mac. Die App startet auf einem iPhone ohne Guide oder Hilfe mit einer leeren Freundesliste und einer Mischung aus Deutsch und Englisch. Menüpunkte wie „Pinned Certificates (Manage saved SSL certificates)“ sorgen dafür, dass sich Normalnutzer gleich ausgeschlossen fühlen, der Login ist dann aber recht einfach und kann via Jabber, Facebook, GoogleTalk oder OSCAR (vormals AIM, glaube ich) erfolgen. Ich bekomme das ja immer nicht ganz zusammen, warum ich mich bei einer Facebook- und Google-Alternative mit meinen Facebook- oder Google-Daten anmelden soll, aber das wird schon alles seine Richtigkeit haben …

ChatSecure hieß mal „Gibberbot“ und über die Umbenennung kann man ebenso froh sein wie über die Tatsache, dass sich die Entwickler auch hinsichtlich der Gestaltung durchaus Mühe geben. Die App sieht okay aus, in Sachen Benutzerführung gibt es zwar sicher noch einiges zu tun, aber das ist alles keine Katastrophe. Das Icon geht in Ordnung (ein Vorhängeschloss als Sprechblase oder umgekehrt).

Preis: Kostenlos „für immer“, Spenden sind via Paypal willkommen (InApp-Link).
(Google play store, AppStore-Partnerlink)
Nutzungsbewertung ChatSecure: Ganz okay, wird bestimmt noch besser.

Telegram (iOS, Android)

Telegram fühlt sich – noch vor Threema – am ehesten wie eine „echte und professionelle“ App an. Sieht prima aus, funktioniert in Sachen Menüführung usw. wie andere Apps auch und spricht eine klare Sprache. Die Kontoerstellung ist überaus einfach, allerdings sind die Sicherheitsstandards von Telegram sehr umstritten und verschlüsselte Chats nicht die Grundeinstellung (man muss dazu einen neuen, „sicheren“ Chat starten). Telegram soll speziell unter Spanisch sprechenden Menschen schon äußerst gut verbreitet sein, in meinen Kontakten nutzen bisher sechs Leute die App. In die Sicherheitsfragen werde ich mich noch einlesen, wünsche mir aber, Telegram wäre auch technisch cool, denn die App ist es. Sogar das Icon ist prima.

Preis: Kostenlos.
(Google play store, AppStore-Partnerlink)
Nutzungsbewertung Telegram: Großartig, leider aber technisch offenbar nicht ganz bedenkenfrei.

SafeSlinger (iOS, Android)

Die App setzt wohl auf dem TextSecure-Protokoll auf, was eigentlich ein gutes Zeichen sein soll. SafeSlinger von der Carnegie Mellon University startete aber auf meinem iPhone mit merkwürdigen Hinweisen und machte auch nach mehreren Neustarts gar nichts, reagierte also auch auf Eingabeversuche nicht, und flog deshalb sofort wieder runter vom Gerät. Die Screenshots im AppStore wirken ebenso wie das Icon etwas hilflos.

Preis: Kostenlos.
(Google play store, AppStore Partnerlink)
Nutzungsbewertung SafeSlinger: Nicht möglich, da ich es nicht benutzen konnte.

Fazit

Bei den aktuell verfügbaren Apps (heml.is von Peter „Pirate Bay“ Sunde und Kollegen lässt ja noch auf sich warten, nachdem ich schon im letzten Sommer dafür gezahlt habe …) fühlen sich Threema und Telegram am besten an, ChatSecure wird noch aufholen. Alle anderen hier aufgeführten Apps müssen gründlich überarbeitet werden und zeigen erneut, dass man mit reinem Coding ohne geübte Designerinnen oder Designer im Team und ohne Konzept in Sachen Interface und Ansprache keine Nutzer gewinnen kann, egal, wie gut die Technik auch sein mag. Wir schreiben das Jahr 2014 und jeder, der ein digitales Produkt auf den Markt bringt, konkurriert mit Google, Apple, Facebook. Das Produktdesign sowie die Benutzerführung einer App sind mindestens so wichtig wie alles andere, wer das nicht versteht, darf sich nicht wundern, wenn die Leute bei WhatsApp bleiben.

UPDATE Bitte lest auch die sehr hilfreichen Ergänzungen und Erläuterungen unserer Leserinnen und Leser in den Kommentaren!

53 Kommentare

  1. 01
    Sleeksorrow

    Chatsecure hat zwar unter Android bei mir noch einige Bugs (vor allem beim beenden), ansonsten finde ich es auch nicht schlecht. Wenn es aber um Alternativen zu WhatsApp geht, sollte erwähnt sein, dass dieser Client einfach nur Jabber/XMPP mit OTR Verschlüsselung macht. Das ist an sich gut, hat aber 2 Mängel in der Usability: 1) Wenn die Gegenstelle nicht auch Chatsecure oder einen anderen OTR fähigen Client nutzt, geht die Kommunikation einfach unverschlüsselt. OTR ist bei XMPP optional. Und 2) wenn die Gegenseite grad nicht online ist, geht OTR Verschlüsselung gar nicht, sie benötigt einen live Handshake mit der Gegenseite. Und Offline Messaging ist ja doch ein zentraler Punkt bei der WhatsApp Benutzung.

  2. 02
    Alex

    Zu Telegram lässt sich vielleicht noch sagen, dass die ’normale‘ Variante auch verschlüsselt, die verschlüsselten Nachrichten allerdings auf dem Server zwischengespeichert werden. Hat Nachteile (z.B. Man-in-the-middle Angriff) und Vorteile (paralleles chatten am Desktop und Smartphone möglich).

  3. 03

    @Sleeksorrow: @Alex: Klasse, vielen Dank für die Ergänzungen und Erläuterungen! Ich weise da in dem Artikel noch mal drauf hin.

  4. 04
    Patrick

    Zufällig hab ich mich heute mit Messengern beschäftigt, daher danke für den Beitrag!
    Telegram ist übrigens eine russische App, und daher vermutlich dort sehr verbreitet. Chef ist Pawel Durow, quasi der russische Mark Zuckerberg in irgendwie anarchistischer. Von dem ist auch VKontakte vk.com, das russische Facebook. Ich hab mir das alles angelesen, aber irgendwie glaube ich, dass wir bei aller Amerika-Orientierung mal in den Osten schauen sollten…

  5. 05

    @Patrick: Der WhatsApp-Gründer stammt auch aus dem Osten … :)

  6. 06

    Patrick Beuth hat heute Mittag per Twitter darauf hingewiesen, dass sich der Threema Entwickler nach seinem Artikel auf Zeit online per Mail gemeldet hat und sich zum fehlenden Audit geäussert hat. Das Statement ist in den Artikel jetzt eingebaut. Zitat: „… falls sich aber etwas mit einer geeigneten Instanz zu akzeptablen Bedingungen ergibt, sind wir nicht grundsätzlich abgeneigt.“

    Hier der Link zum ganzen Beitrag:
    http://www.zeit.de/digital/mobil/2014-02/threema-telegram-surespot-chatsecure-vergleich

  7. 07
    Patrick

    @Johnny Haeusler: Komisch, komisch ;-)
    Ich glaube mittlerweile verschiebt sich diese ganze Westen-gut-Osten-böse-Kiste etwas nach O….
    Die FAQ von telegram sind jedenfalls sehr lustig zu lesen…

    Q: Will you have ads? Or sell my data? Or steal my wife and enslave my children?
    No.

  8. 08

    @Johnny Haeusler Könntest Du http://hoccer.com/de/ anschauen bzw mit in die Liste aufnehmen. Wunder mich bisschen das die keiner so richtig erwähnt.

    – schickes UI
    – End to End Encryption
    – deutsche Firma

    Ich hab nichts mit der Firma zu tun, find die App schlichtweg praktisch und sympatisch

  9. 09
    Jan

    Lustig übrigens, dass kein Schwein über „Joyn“ redet – den heißen Messeging-Scheiß der Telekom …

  10. 10

    Abgesehen von der schlechten Übersetzung kann ich die Kritik an surespot nicht wirklich nachvollziehen.
    Ich kann mein Backup auch lokal speichern und die App lässt sich recht gut bedienen. Dass der Gruppenchat noch ein paar Wochen braucht ist schade, aber verkraftbar. Der wichtigste Punkt: Es ist Open Source. Wer kann nachvollziehen ob die threema-Nachrichten nicht auf dem Server mit einem Masterkey entschlüsselt werden, wenn die Anwendung komplett closed ist?
    Von einem proprietären Anbieter (WhatsApp) zum nächsten (threema) zu rennen kann doch keine Lösung sein.

    Gruß
    Martin

  11. 11
    Chris

    Es gäbe da auch noch MyEnigma, ebenfalls ein schweizer Whatsappclon mit Verschlüsselung, im Gegensatz zu Threema kostenlos (und werbefrei), was es einfacher machen sollte, Leute zum Wechseln zu überreden.

  12. 12

    @Martin: Auch ich kann die Kritik nicht ganz nachvollziehen. Die Android Version hat bis auf die Fehler im Eingangsbildschirm keinerlei Übersetzungsfehler. Und so weit ich weiß sind sich die Entwickler der Fehler bewusst und wollen sie bald beheben.
    Das Chat-System selbst ist optisch sehr spartanisch, aber dafür Übersichtlich und leicht zu bedienen.
    Der Gruppenchat soll angeblich auch bald eingefügt werden.

    Ja, es gibt an der App noch einiges zu verbessern, aber das Fundament ist um einiges besser als bei Threema. Der Unterschied zwischen Schein und Sein ;)

  13. 13

    @Frank: @Chris: Schaue ich mir beides gerne auch noch an. Auf Twitter würde auch der Blackberry Messenger noch erwähnt.

    @Martin: @Archivar: Es ging mir in erster Linie um die Einschätzung der „Massentauglichkeit“, und da ist surespot wirklich meilenweit entfernt von. Open Source ist am besten, ich weiß, aber das hilft doch bei der Verbreitung nicht, wenn der „Schein“ sehr nachlässig gemacht zu sein scheint. Dann lieber noch zwei Monate Arbeit mehr investieren, finde ich. „Ist aber Open Source“ hat bisher leider weder Open Office noch Linux dabei geholfen, Mainstream zu werden. Und auch Diaspora hat es leider nicht geschafft, obwohl es da nicht am Design liegt, glaube ich. Die „user experience“ ist aber ebenso wichtig wie die Technik, es geht dabei nicht um „Schein und Sein“, nicht um „Schickmachen“, sondern um gutes Produktdesign. Womit ich nicht behaupte, dass alle Mainstream-Produkte gutes Produktdesign haben … aber bei Open Source ärgert es mich immer, dass man auf die User Experience so oft keinen Wert legt.

  14. 14
  15. 15

    Neben Fragen nach Technik und Usability sollte vielleicht zunehmend das Geschäftsmodell in die Auswahl einbezogen werden.mFinanzieren die 200.000 neuen (vornehmlich deutschen) Nutzer Threema gerade das Hübschmachen ihres Unternehmens für einen Verkauf an Google oder Yahoo?

    Wo bleiben startups, die sich z. B. Als Genossenschaft organisieren?

  16. 16

    Wie zb Fairnopoly…

  17. 17
    Steffen

    Klein, fein, dezentral, kostenlos, open source, dafür aber (noch) ausschließlich für Android-Geräte: Kontalk. http://kontalk.org/
    Absolut benutzerfreundlich (hat sogar den Eltern-Test tadellos bestanden), übersichtlich, simple. Unterstützung für das Versenden von Audio kommt in Version 3, die derzeit in der alpha-Phase steckt.
    Weiterer Vorteil, auch wenn dieser für die Massen von wenig Bedeutung sein dürfte: Man muss nicht googlePlay nutzen, sondern kommt direkt über die Webseite (oder über die Play-Alternative f-droid) an die Installationsdatei. Gerade dann ein riesiger Vorteil, wenn man sein Handy von sämtlicher google-Software befreit hat.

  18. 18

    Eine Ergänzung zu ChatSecure: Das ist kein Guardian-Projekt, sondern ein The-Guardian-Project-Projekt (https://guardianproject.info/home/team/).

  19. 19

    @Alexander: Dankeschön, ich hab‘ das im Artikel korrigiert.

  20. 20

    Der Markt ist ja seit langem heiß umkämpft und gerade unter Teenagern sind vor allem Kik, Line(VoIP!) und Viber(ebenfalls VoiP!) noch beliebt. Ich hab nochmal eine Auflistung von allen (auch nicht-) nennenswerten Alternativen gemacht. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen mit seinem Freundeskreis eine Alternative zu finden. Oder eben doch bei WhatsApp zu bleiben ;)
    http://repat.de/2014/02/threema-statt-whatsapp-nach-uebernahme-durch-facebook-was-sonst-eine-auflistung-von-alternativen/

  21. 21
    David

    @Johnny Haeusler: Das ist aber nicht ganz der Kritikpunkt gewesen. Dass Open Source Software meistens bei der Benutzerführung spart mag ja sein, und wird dadurch auch weniger massentauglich. Trotzdem darf man dann aber nicht den Schluss ziehen, dass man einen Blogpost schreiben muss, in dem sichere, verschlüsselte Kommunikationsprogramme empfohlen werden – und dann in der Bewertung gar nicht nach Sicherheit, sondern nur nach der Benutzerführung geht. Du lässt Leute damit ins offene Messer laufen, Usability hin oder her.

  22. 22

    Vielen Dank für diese tolle Übersicht!
    Endlich mal jemand, der zugibt, kein Sicherheitsexperte zu sein und nicht (wie unzählige andere Blogger-Kollegen momentan) versucht, sich als Crypto-Spezialist darzustellen.
    Die (subjektiven) Nutzerberichte von dir kann ich ganz gut nachvollziehen. Besonders gelungen finde ich die aus dem echten Leben gegriffenen Berichte – gerade was Nutzerakzeptanz und Bedienbarkeit/Design angeht. Was bringt einem der beste und sicherste Messenger, wenn ihn niemand nutzt? Klar sind das nur die Erfahrungen aus deinem Kontaktkreis, aber ich denke viele können sich damit gut identifizieren.

    Noch 2 kleinere Anmerkungen:
    Unter dem Bericht von Telegramm ist wohl ein kleiner copy/paste-Fehler passiert, da hier „Nutzungsbewertung surespot“ steht ;)
    Und es gibt wie du schon in einem Kommentar geschrieben hast, noch ganz aktuell die neue Version des BBM (Blackberry Messenger) unter Android und iOS. Diesen habe ich auch schon mal getestet, finde ich ganz schick, Anrufe sind mittlerweile auch möglich und Verschlüsselung ist Standard. Allerdings ist die Nutzerakzeptanz (zumindest nach meinen Erfahrungen) noch sehr gering.

  23. 23

    @Alexander: Danke für die netten Worte! Und den Copy-/Paste-Fehler habe ich auch korrigiert. :) Dass der BBM nicht so verbreitet ist, wundert viele, ich teste das mal, wie viele Leute in meinen Kontakten ihn nutzen.

    @David: Gleich zu Beginn des Artikels wird darauf hingewiesen und zwei technische Artikel werden verlinkt. Ich denke, die Entscheidung der Balance zwischen Nutzbarkeit und Sicherheit kann dadurch jeder selbst treffen.

    Ich habe mir die Apps ja auch angesehen, um ein Gespür dafür zu bekommen, welche App sich durchsetzen könnte z.B. bei meinen Söhnen und deren Freunden. Auf die Frage, warum sie WhatsApp nutzen, kommt als Antwort „weil das alle nutzen“. Also muss man sich fragen, warum „alle“ einen bestimmten Client nutzen, und da geht es imho um First Mover (WhatsApp war früh am Start), Einfachheit, Kostenfreiheit und „Sexiness“. Eine App, zu der also viele wechseln sollen, muss das alles bieten und vlt noch einen weiteren Mehrwert haben. Und dann natürlich noch sehr sicher sein. Nach den ersten Kriterien habe ich mir die Apps angesehen und das auch eingangs geschrieben. In die Irre wird also niemand geführt, finde ich, sondern halt auch harsche Kritik an Entwicklern geübt, die ansonsten in erster Linie eher die technische Kritik aus der Kollegen-Ecke gewöhnt sind.

    Fragen an Code-Experten
    Kann mir jemand erklären, warum Telegram als nicht Open Source gilt? Ist das hier nicht der Quellcode, oder ist das neu?
    https://telegram.org/source

    Und warum gilt Telegram als „nicht so sicher“, wenn demjenigen, dem ein „Einbruch“ gelingt, sogar ein hohes Preisgeld geboten wird und es offenbar bisher niemand geschafft hat? Ich meine die Fragen ernst, denn mich verwundert die Kritik an Telegram, auf die ja auch seitens der Entwickler eingegangen wird, was aber trotzdem nicht zu einem Umdenken bei den Kritikern führt.

    Ich frage mich, ob das tatsächlich damit zu tun haben könnte, dass Telegram eben nicht in den USA entwickelt wurde?

  24. 24
    Stefan

    Oh man, wie kann man denn Telegram supporten? Diese App ist nichts anderes als das neue Whatsapp und Facebook in einem. Gegründet vom russischen Facebook-Gründer und kostenlos :-))…und da schreiten bei so vielen Menschen keine Alarmglocken!? Was glaubt ihr wohl warum das kostenlos sein kann. Weil Eure Persönlichkeit auch hier viel wert ist ;-). Wer es sicher will sollte sich lieber Threema anschauen, denn ansonsten könnt Ihr Euch den Wechsel auch direkt sparen und bei Whatsapp bleiben.

    Außerdem frage ich mich wer eigentlich auf die billige Verarsche-Propaganda von Telegram (mit deren angeblich riesigen Wachstumszahlen) reinfällt? Auf Platz1 der Download Charts steht nicht umsonst Threema, sie ist die seriösere APP mit der besseren Verschlüsselung. Und die Jungs erfinden keine Fake-Neukunden-Zahlen um die Presse zu manipulieren.

    Besonders traurig sind die vielen Kinder, die ne App installieren, weil sie kostenlos ist und auf die Sicherheit daher lieber mal verzichten. Schade, dass die Eltern der Teens teilweise nicht bereit scheinen, ihren Kindern mal nen Euro für eine sichere Kommunikationsapp zu geben. Trauriges Land.

  25. 25
    peter patent

    Abseits der Sicherheitsdiskussion mache ich mir Gedanken über die Finanzierung der Apps:

    Natürlich muss Telegram irgendwie Einnahmen generieren und fraglich ist ohne Zweifel, wie dies geschieht, wenn weder Werbung gezeigt noch ein Kaufpreis verlangt wird. Ich bin wirklich interessiert. Wie soll dies geschehen, wenn nicht aus Userdaten auf irgendeine Weise Profit geschlagen wird oder eine Verkaufsabsicht Sinn des ganzen Treibens ist? Möchte der Entwickler der Menschheit etwas Gutes tun und investiert kostenlos Zeit und Geld? – höchst zweifelhaft!

    Zu Threema:

    auch hier kann das Preismodell langfristig nicht funktionieren.
    Viele App-Entwickler merken erst spät, dass eine App, die mit kontinuierlichen Kosten (Server, Support etc.) verbunden ist, als Grundlage eine kontinuierliche Finanzierung vorweisen muss.
    Geschieht die Finanzierung ausschließlich über den einmaligen Verkauf der App, so kommen die Finanzierungsprobleme genau dann, wenn die Zahl neuer User abnimmt.
    Und das wird unweigerlich passieren. Das war so, das ist so, das bleibt so!

    Bei jedem Produkt, jeder Entwicklung, jedem Programm gibt es einen Produktlebenszyklus, der in der Regel einen der Parabel ähnlichen Verlauf aufweist.

    Ist der Markt gesättigt, muss die Finanzierung dann auf eine Abomodell umgestellt oder doch Werbung geschaltet werden.

    Ich frage mich immer wieder, warum das nirgendwo erwähnt wird.
    Wieso sollten die Betreiber die App weiter kostenintensiv laufen lassen, während sie Verluste schreiben? – und das wird unweigerlich passieren, wenn man ein Einmalzahlmodell einführt. Irgendwann sinken die Neukundenzahlen – bei jeder App. Wie sollen die Serverkosten bei dann immer noch weiter – aber weniger stark – steigenden Userzahlen langfristig bezahlt werden?

    Die Betreiber lassen spätestens dann erneut bezahlen, streichen die Segel, oder stellen auf ein Abomodell um, wenn die Einnahmen aus App-Verkauf langfristig die Kosten für Server, Support etc. nicht mehr decken. Gewinn einstreichen und tschüss ist dann die Devise oder erneut bezahlen lassen.

    Das hat auch Whatsapp genau so gemacht und es war von vorne herein klar, dass es so kommen wird. In diesem Fall haben early adopter wie mir Glück, weil whatsapp diese mit durchschleift, weil diese damals einen einmaligen Kaufpreis gezahlt haben und die Abokunden diese jetzt mitfinanzieren, aber mehr Sinn hätte hier auch ein Abomodell von Anfang an gemacht.

    So auch für Threema, weil sie dadurch die App langfristig finanziert hätten und die Einstiegschranke gesenkt hätten, wenn Sie den Abopreis auf 0,79 Euro gesetzt hätten. Für 0,79 Euro sind mehr Leute bereit, etwas auszuprobieren, wohingegen sie bei kostenlos mittlerweile skeptisch sind.

    Deshalb ist auch nicht verwunderlich, dass Telegram nicht um ein Vielfaches mehr geladen wird, als Threema verkauft.

    Ich habe im Übrigen Threema und Telegram installiert und habe erst 6 Leute bei Threema und einen bei Telegram.

    Telgram ist im Übrigen ein perfekter App-Name, das Appsymbol spitze und das Layout astrein. Gerne hätte ich hierfür gezahlt.

  26. 26

    Die apps wirklich angeschaut wurde hier scheinbar wirklich nicht….

    Zwar sieht surespot schrecklich aus und hat Übersetzungsprobleme…. Aber Ist scheinbar auch die einzige app wo man seine gesendeten Nachrichten kontrollieren kann…

    Der Sender entscheidet ob ein Foto heruntergeladen oder nur in der app betrachtet werden darf…. Auch kann der Sender jede Nachricht löschen die er gesendet hat.. Sie löscht sich auch beim Empfänger.

    Welche app bietet das denn Sonst??????

  27. 27
    Mark

    Ich nutze Surespot, weil es vollkommen open source ist und damit die meisten hier präsentierten Alternativen aussticht. Und ich „bearbeite“ meine Kontakte, es zu benutzen, auch wenn es (noch) nicht toll aussieht. Hoffe dass ich in Zukunft von Telegram ganz zu Surespot wechseln kann. Es sei denn, Telegram geht auch voll open source

  28. 28
    Markus

    Woraus entnehmt ihr, dass man bei Surespot für mehr als 10000 Nachrichten zahlen muss? Finde dazu keine weiteren Infos.

  29. 29
    Felix Moniac

    Ich empfehle „wickr“. Funktioniert super, sieht okay aus und folgt strengen Sicherheitsrichtlinien, die ich alle nicht verstehe, aber die alle ganz lang und kryptisch klingen.

    Z.B. wird die App hier ganz gut beschrieben:

    http://www.androidpit.de/wickr-app-nachrichten-mit-selbstzerstoerung

  30. 30

    @Mark: Tja Mark mir würde es ausreichen wenn Threema die Funktionen von surespot übernimmt ;)
    Denn Threema hat alles ausser die volle Nachrichtenkontrolle.. ok OpenSource ist es nicht… hat den Vorteil das die Geheimdienste den Quellcode nicht nach Lücken für sich ausspionieren können ;)

    Wenn surespot alles bekommt was Threema hat wäre das aber auch okey.

    @Markus:
    Ja gute Frage, offiziell sind es einfach nur 1000 Nachrichten die gespeichert werden danach wird gelöscht… das dient wohl der Kostenreduzierung da weniger Daten auf dem Server verbleiben vermute ich. Wer viel Schreibt und altes Lesen will dem wird das nicht gefallen.

    @Felix Moniac: o.O Das Design ist ja auch grausig :D Aber das mit Selbstzerstörung ist lustig um Leute unter Druck zu setzen.. Lies binnen 3h oder du siehst nicht was ich schrieb :D
    Manuelle Zerstörung geht bei surespot

  31. 31
    TextSecure

    TextSecure V2 is out!
    – can now function as an asynchronous IM app.

    The new TextSecure, privacy beyond SMS:
    https://whispersystems.org/blog/the-new-textsecure/

    Go check it out, theres no excuse now! :)

  32. 32
    Olaf

    Hmm, also ich wollte eigentlich voll auf Threema setzen – aber diese App verschlingt auf meinem HTC One sagenhafte 450 MB RAM!!!
    Mein Handy hat nun schon 1,7 GB Speicher – aber das ist ein absolutes No-Go! Zum Vergleich: Whatsapp schluckt 25 MB, die Facebook App 35 MB!

  33. 33

    Tatsache Olaf… 197MB am G2 vs. 29MB für surespot (was aber echt sehr spartanisch ist). 30MB bei Whatsapp ….

    Heftig ^^

  34. 34
    Holzkopp

    Kann mir mal bitte jemand erklären, warum die meisten Apps nur über den G Play Store zu bekommen sind und nicht direkt als apk bei den Anbietern? Wollte gerade mal TextSecure testen :-(

  35. 35

    Weil man manche Kaufen muss und das geht über diesen Kanal oft einfacher. Ausserdem erlauben Geräte ab Werk oft keine APK Installation und wenn man das auf der Webseite anbietet kommen sicher tausende anfragen wie man die Datei denn installieren könne… warum sollte man sich den Stress machen wenn es über den Offiziellen Playstore geht wo man auch eine etwas höhere Sicherheit hat als wenn man irgendwo im Netz eine APK zieht.

    Aber auf Sicherheit legen eh viele keinen großen Wert… anders kann ich mir nicht erklären das z.B. von Threema alte Versionen als quasi gecrackte APK im Netz sind und die Leute sich das installieren und groß tönen.. hab jetzt Threema viel sicherer als Whatsapp ^^

  36. 36
    Andres Wittermann

    @peter patent: Das ist mal ins Schwarze getroffen. Warum schreibt sonst kein Mensch etwas zur Finanzierung der Whatsapp-Alternative. Vielleicht bin ich ja schon zu zynisch geworden, aber mal ehrlic: Die meisten Whatsapp-Exilanten, die ich kenne, können nur vage begründen, warm sie jetzt Whatsapp verlassen. Und noch weniger, warum sie sich z.B. Threema anschließen.

  37. 37
    fireskyer

    Du vergisst den besten ( zumindest sichersten) von allen vor allem

    die neue VErsion mit dem protcol v2

    Textsecure

  38. 38

    @fireskyer: wieso soll der sicherer als surespot sein?

    Screenshots von unterhaltungen… geht = unsicher
    Fälschlich gesendete nachrichten löschen so das sie auch beim empfänger weg sind… geht nicht = unsicher
    Bilder nur anschauen lassen aber nicht in die galerie speichern lassen…geht nicht = unsicher
    Nutzung auch ohne Rufummer möglich … geht nicht = unsicher

    Also surespot bietet da mehr sicherheit

  39. 39
    Nathi

    Ist bei threema das nachträgliche Löschen von fälschlich gesendeten Nachrichten möglich? Das steht in deinem (ansonsten sehr gut geschriebenen und aufschlussreichen!) Artikel leider nicht.
    Viele Grüße!

  40. 40

    @Nathi: das kann nur surespot.

  41. 41

    @Videorevs: Ehrlich? So langsam kommt mir das endlose surespot-Lob etwas spammig vor.

    @Nathi: Nachrichten lassen sich auch bei Threema (und anderen) nachträglich löschen.

  42. 42
  43. 43

    @Johnny Haeusler: deine Aussage ist Blödsinn. Ich habe threema und wenn ich eine Nachricht Lösche ist die beim Empfänger immer noch zu sehen…

  44. 44

    @Videorevs: Häh? Ich hab’s gerade mit zwei Freunden ausprobiert. Kannst du auch leicht tun.

  45. 45
    Nathi

    Und zwar wie? Also klar.. Lange drücken und dann auf den Mülleimer (Android), aber geht es auch, wenn der Status schon den Briefumschlag hat bzw hatte?

  46. 46

    @Videorevs: Probiere das später gerne nochmal, bei uns ging es. Hab jetzt aber keine Zeit.

  47. 47

    @Nathi: Lange drücken auf eine nachricht und dann löschen.

    Aber beim Empfänger ist sie halt noch da…

    Kann man leicht Testen, einfach ECHOECHO als Kontakt adden und was schreiben und dann wieder löschen.. ist sie bei ECHOECHO noch da.. ist sie noch da ;)

    Habe auch von Threema die Aussage erhalten das sowas nicht geht. Hatte ja ein paar Fragen gestellt damals… genausowenig wie Audionachrichten.

    Hätte Threema Audionachrichten und Bidirektionales Löschen wie surespot, dann wäre surespot noch noch in zwei dingen im Vorteil.
    1. Open Source
    2. Kostenfrei.

    Leider hat Threema das (bisher) nicht.

  48. 48

    Ihr habt recht: Die Threema-Nachricht ist beim Empfänger nicht gelöscht, my bad.

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