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Musikmarketing am Beispiel von League of Legends und Imagine Dragons

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Über 15 Millionen (aktuell 15.249.879) mal wurde der unten folgende Trailer für die „2014 World Championship“ von League of Legends auf YouTube bereits angeschaut. Geschätzt die Hälfte der Abrufe könnte dabei auf das Konto unserer Söhne gehen, deren Begeisterung für den Spot ich sogar nachvollziehen kann. „Episch“, in der Tat.

Als mir der Nachwuchs den Spot zeigte, war ich überrascht vom Soundtrack des Clips von Imagine Dragons, die durch ihre Arbeit für Assassin’s Creed III bereits Videogame-Musik-Erfahrung haben. „Warriors“ ist ein eher konservatives Stück Rockmusik, ganz und gar nicht unpassend, aber doch eher retro-futuristisch, wenn überhaupt. Doch egal, das Spannende ist aus meiner Sicht, dass die Band den Song für den Trailer und die Weltmeisterschaft geschrieben und aufgenommen hat, in einer Kooperation mit dem LoL-Hersteller Riot Games.

Wir reden vielleicht über Apple und U2, doch im Bereich Videogames und Musik ist man längst ein paar Schritte weiter. „Warriors“ gibt es natürlich als kostenfreien Download, und allein der Trailer dürfte der Band ein paar Millionen Fans mehr gebracht haben, die vor allem – hier ist der große Unterschied zur U2-Aktion – von Anfang an eine emotionale Bindung an das Produkt (das ja Musik nun einmal auch ist) mitbringen. Klar ist das alles im Grunde nichts anderes als Musik in der Werbung, doch das hier ist Werbung, die sich viele, viele, viele, viele, viele, viele Menschen freiwillig und begeistert immer wieder ansehen. Da kann die Huffington Post nur von träumen.

Hier für alle Interessierten noch ein paar Highlights aus LoL-Spielen.

Ja, ich weiß. Da denkt man als moderner Vater schon mal: WTF? Why the face?

Und dass bei der Sucheingabe von „LOL“ mal etwas anderes als „Laughing out loud“ auf Platz Eins der Ergebnisliste steht, hätte man doch vor einiger Zeit auch nicht erwartet, oder?

10 Kommentare

  1. 01

    Ich finde es fantastisch, dass sich—teilweise ignoriert von den sich selbst so oft selbst als solche rühmenden Oldschool-Spielern—digitale Spiele und ihre Spieler nun völlig von dem Ruf des frivolen Zeitvertreibes lösen und dass nunmehr eine andere (und wie Ich meine: bessere) Generation darum kümmert, was es bedeutet Spieler zu sein.

    Homo ludens, in der Tat.

    Wer Spiele und Spieler ablehnt, gerade als Plattform im Netz, hat den Schuss nicht gehört und versucht nach wie vor es einer Klientel recht zu machen, deren Heute nichts weiter ist als das Trugbild ihrer eigenen Erinnerungen daran, wie die Welt gefälligst auszusehen hat.

    Gottverdammt.
    Ich weiß gar nicht, wann Ich zum letzten Mal hier ein Kommentar geschrieben hab.
    Fühlt sich so an, als hätte Ich gerade ein Ventil abgeschlagen.
    Danke, Johnny! :D

  2. 02

    @Casimir: Ich finde das alles super spannend, wenn auch hier und da nicht unproblematisch (der soziale Druck eines Multiplayer-Onlinegames gepaart mit dem sowieso bestehenden Sog von guten Videogames ist nicht nur für junge Menschen heftig, finde ich). Trotzdem lache ich auch immer, wenn jemand z.B. sagt, das Zuschauen bei einem Videogame (Let’s play Videos etc.) sei völliger Schwachsinn. Als unterscheide es sich völlig vom Zuschauen bei einem Fußballspiel.

  3. 03

    @Johnny Haeusler: Ich teile die Bedenken, auch wenn Ich mir sicher bin, dass wir beide recht große Jungs sind und die Ähnlichkeiten zwischen Wettbewerbssport, Freizeitsport und ihren Spiel-Äquivalenten als solche erkennen können: es ist Zeitvertreib und Genuss der eigenen Existenz und Freude an dem, was man selbst sich bieten kann.
    Ist das gefährlich?
    Welche Leidenschaft ist es nicht? :D

    Egal in welche Richtung man schaut, es ist alles spannend und alles wird besser. What a time to be part of a conscious world!

  4. 04
    Patrick

    OT: Für die Referenz an „Modern Family“ könnt ich Dir grad nochmal einen Anker stechen… grandios! Und ich werde niemals verstehen, warum diese geniale Serie in Deutschland auf RTL Nitro verkümmern muss…!

  5. 05

    @Patrick: Freut mich ja immer sehr, wenn auch die Kleinigkeiten ankommen. :) Und falls du Tätowieret bist, dann können wir über einen Termin für die nächsten Motive reden. Falls nicht, dann aber lieber nicht. ;)

  6. 06
    Patrick

    Ich bin kein Tätowierer, aber no risk no fun! ;-)

  7. 07
    Lothar

    Das Lied lehnt sich recht stark an den Stil von Queen an, finde ich. Da hat wohl Imagine Dragons davor einmal „Highlander“ zu viel gesehen ;-)

  8. 08

    Was Musikmarketing angeht solltest Du auch mal The Power of Habit von Charles Duhigg lesen. Insbesondere Kapitel 7.II ueber Hey Ya! von Outcast. Faszinierend wie sich unsere Hoergewohnheiten manipulieren lassen.

  9. 09

    @Patrick: :)

    @Lothar: Ja, ziemlicher Bombastrock.

    @Armin: Danke für den Tipp!

  10. 10
    ber

    Why the Face? Alle Figuren im Clip schauen grimmig und sind schlecht gelaunt. Ich dachte das Spiel macht Spaß.

    Trotz der Creed/Nickelback artigen Pathos-Soße ein herrvorragend animierter Clip.

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