16

Publizieren ohne Website?

Ohne Zusammenhang: Eine Eule.

Vor einer Woche hatte ich in meiner Kolumne für WIRED Germany den Content-Verlagen ans Herz gelegt, ihre Websites einzustampfen. Auf diesen Artikel gab es einige spannende Reaktionen, die mich für die heutige Ausgabe zu weiteren Worten motiviert haben.

Anmerkungen / Kommentare / Ergänzungen können gerne auch hier stattfinden.

16 Kommentare

  1. 01

    Zu deinem letzten Absatz, mindestens im UK und auch in den USA kenne ich diverse Brauereien die auch eigene Pubs haben. Ein gutes Beispiel wäre BrewDog, inzwischen müssten die so 15-20 haben.

  2. 02

    In Köln ist es übrigens ganz normal, daß Biermarken eigene Brauhäuser betreiben. Abgesehen davon habe ich auch was zum Einstampfen geschrieben. http://drikkes.com/?p=9198

  3. 03

    @drikkes: Und einen hinkenden Vergleich habe ich auch eingebaut.

  4. 04
    Mitch

    „Nachrichten müssten stattdessen dorthin gehen, wo die Menschen sind: zu Facebook, YouTube, Twitter, WhatsApp, Snapchat“
    Ab in den Walled Garden inkl. Vorzensur und Profiling? Nee, danke. Da kauf ich lieber wieder Papier.

    Tim Berners-Lee hat übrigens vor kurzem ne Bill of Rights fürs freie Internet gefordert:
    http://www.theguardian.com/technology/2014/mar/12/online-magna-carta-berners-lee-web

  5. 05

    @Armin: Okay, dann gibt es einen Trend bei Brauereien, den ich bisher verpasst habe. (Dass sich Teile der Debatte aber um Bier drehen würden, war klar. :))

    @drikkes: Die Begrifflichkeiten sind aber tatsächlich ein Problem bei der Debatte. „Verlage“ war ganz eindeutig unscharf und missverständlich.

  6. 06

    @Mitch: Auch darauf bin ich ja eingegangen: Natürlich ist das Mist. Aber es ist längst so. Ohne die Verteiler kommen weniger Leserinnen und Leser, und die Verteiler arbeiten daran, auch den Content selbst abbilden zu können. Jüngstes Beispiel ist das Video-Embedding bei Twitter. Man kann das alles blöd finden, reagieren sollte man aber dennoch. Dass „zurück zum Papier“ funktioniert, bezweifle ich.

  7. 07
    NBG

    „Weshalb die Nachrichten dorthin gehen müssen, wo die Menschen sind.

    Und die sind in Zukunft noch mehr als heute auf Facebook, YouTube und Twitter, bei WhatsApp, Snapchat …“

    Ähm ehrlich ich möchte weder per WhatsApp mit allerlei „Nachrichten“ bombardiert werden, noch möchte ich meine Timeline bei Facebook damit vollgestopft sehen.

    In der Vergangenheit haben viele Firmen ausschließlich auf Facebook gesetzt und ihre Website einfach dorthin umgeleitet. Ist eigentlich der größte Fehler den man machen kann. Von 100.000 „Fans“ bei Facebook sieht nur ein Teil die Beiträge, der Rest ist tot, offline oder sonstwas.

    PS: Ich nutze übrigens RSS! ;)

  8. 08

    Hat jemand „Bier“ gerufen? Die Erfahrung mit den Brauereigaststätten kann ich bestätigen, gerade in Süddeutschland hat wohl jede Brauerei, die was auf sich hält, eine eigene Gaststätte, wo fast ausschließlich das eigene Bier ausgeschenkt wird. Für die Brauereien ist das schon lange ein Vertriebskanal.

    Ich finde, als „Website“ darf man nicht nur das mit dem Browser aufzurufende HTML-Frontend betrachten, der ganze Hintergrund, der RSS-Feed oder andere Darreichungsformen und eben auch der Inhalt gehören doch genauso dazu, oder werden im Idealfall aus der selben Quelle (=Website) bedient. Ich bin ja schon immer ein Fan davon, die Inhalte von der Gestaltung unabhängig zu machen. Wenn auch der „der virtuelle Ort, an dem sich Menschen treffen, um sich miteinander auszutauschen“ ebenfalls aus dieser Quelle namens „Website“ bedient wird, um so besser. Dennoch sollten man die Quelle nicht versiegen lassen und den virtuellen Ort zum Hafen seiner Inhalte machen. Denn so behält man noch ein klein wenig Kontrolle über die Inhalte und verhindert vielleicht, die Meinungsvielfalt noch weiter zu beschränken als wir es tendenziell sowieso schon erleben.

  9. 09

    mir ist auch noch ein beispiel eingefallen: apple hat vor 10 jahren auch jeder berater davon abgeraten eigene stores zu betreiben. das sei wahnsinn und zum scheitern verurteilt: „lass die verteilung mal von den verteilungsprofis machen, nur die sind da wo die menschen sind und nur so lässt sich hohes vertriebsvolumen erzeugen.“

    in der realität hat sich aber gezeigt, dass apple beides hinbekommen hat, die leute zu sich zu holen und dahin zu gehen wo sie sind. neuerdings sind die berater auf dem standpunkt, dass jede marke die was von sich hält, auch eigene stores haben sollte. bei microsoft in berlin sogar mit angeschlossener gastronomie.

    jetzt kann man natürlich sagen: ja-haaa, das was apple sich leisten kann, kann sich sonst kaum einer leisten und ausserdem hat apple produkte, die jeder haben will. was dann wieder die frage aufwirft: vielleicht stimmt mit den produkten der verlage was nicht, dass die denen niemand aus der hand reisst? vielleicht sollte man eher an der zielgruppen-akzeptanz und -kompatibilität als den vertriebskanälen drehen? und: geht da überhaupt noch jemand von den jungen leuten hin, in kneipen?

    und in der gastronomie findet man so viele vertriebs- und geschäftmodelle, dass man wahrscheinlich für jede these der welt ein beispiel finden kann: brauereien als verlage, kneipen als buchhändler und amazon als allesfressender kneipen und brauereifresser. oder die grossen plattformen als systemgastronomie, lebensmittelerzeuger als contenterzeuger, kneipen oder microbrauereien als blogs, kantinen und mensen als spammer, hippe clubs mit strengen zugangskontrollen und verhaltensregeln als snapchat, natriumglutamat als nowthisnews.

    unterm strich glaube ich aber, dass wir deshalb so wenige guten antworten auf die verlagskrise haben, weil wir noch nicht die richtigen fragen stellen und zu wenig differenzieren. und wohl auch, weil wir zu sehr mit hinkenden beispielen aus der materiellen welt argumentieren, die in welt der immaterialgüter nicht nur hinken, sondern stolpern.

  10. 10
    tijuana

    Interessant wären hierzu vielleicht ein paar Zahlen von Krautreporter (die ich mit gebackt habe) – denn deren Website ist quasi unbenutzbar und sie verbreiten sich dann uwangsweise über andere Kanäle ;-)

  11. 11
    Turtle

    Der zweite Artikel zum Thema war dann doch wesentlich aufschlussreicher. Wie ix schon schreibt, ist das „Geheimnis“ wohl Differenzierung. Es gibt nicht den „einen“ Weg wie man seine Nutzer ansprechen kann. Nach dem ersten Artikel in der Wired dachte ich (mal wieder), dass ich als Nutzerin wohl gar nicht existiere. Ich bin nicht bei Facebook, nutze weder Snapchat noch sonstige ähnliche Apps. Webseiten besuche ich regelmäßig (und freue mich über gutes Design und Usability). Meine Hauptquelle ist RSS und, mit Einschränkungen, Twitter. Pocket und Pinboard nutze ich auch, weil nützlich.
    Ich mag meine Quellen selbst filtern, d.h. manche RSS-Feeds hab ich abonniert, obwohl ich schätzungsweise nur 25% aller Artikel gründlich lese, der Rest wird höchstens überflogen. Ebenso ist da kontroverses Zeugs dabei, um zu wissen wie der „Gegner“ denkt. Linksammlungen von Bloggern sind nebenbei bemerkt eine hervorragende Quelle von interessanten Dingen.

    RSS ist für mich ein echtes Phänomen. Angeblich ist es ja schon tot seit es existiert, aber es gibt kaum eine Webseite wo es keinen RSS-Feed gibt. Als die Krautreporter ihre Betaphase machten, war der gefühlt erste Featurewunsch ein RSS-Feed, scheint also doch für manche Menschen wichtig zu sein. Wenn eine Webseite interessanten Content hat, verzeihe ich auch das Fehlen des Vollfeeds, auch wenn der natürlich spannender ist.

    Genauso scheint das E-Mail-Abo eine gewisse Wiederbelebung zu erfahren. Insbesondere auf amerikanischen Webseiten sind Overlays mit „Abonniere unseren Newsletter per Mail!“ wieder häufiger zu finden (Facebook wird da natürlich auch beworben). Zum Glück gibts das auch immer per RSS :)

    Mir scheint hier eher wieder Diversifizierung stattzufinden, als nur Social Networks.
    Das einzige was ich als wirklich großen Fehler sehe, sind Firmen, deren Facebookkram ich ohne Anmelden nicht lesen kann. Wer so Dinge postet, existiert für mich nicht, wenn sein Kram nicht noch über andere Kanäle kommt (wobei dieses Phänomen eher bei NGOs existiert, die irgendwelche Aktionen planen, da bleib ich oft genug am Anmeldebildschirm von FB hängen.)

    Ich habe keine Ahnung ob mein Internetverhalten wirklich selten ist, allerdings fühle ich mich mit meiner Liebe zu RSS manchmal wie ich mich als Linuxnutzerin bei Adobeprodukten fühle: nicht als potentielle Kundin wahrgenommen.

    Ich halte das Stricken der eigenen Filterblase für einen sehr persönlichen, so dass es weder Patentrezepte gibt noch große Verallgemeinerungen möglich sind. Das ganze Internetdingens ist letztlich noch recht neu und so sehr im Wandel begriffen, dass wir locker noch 20 bis 30 Jahre Neues ausprobieren können ohne der Antwort nach der richtigen(TM) Nutzeransprache wirklich nahe gekommen zu sein.

    Selbst hier im Bierland Franken mit drölfzigtausend Brauereien gibt es übrigens auch neu gegründete(!) Kleinstbrauereien, die hervorragendes Bier machen und den Vertrieb über 2-3 Getränkehändler und den Wochenmarkt machen (Produktionsvolumen pro Woche vllt. 300 Liter). Die kommen in die meisten Kneipen gar nicht rein, weil zu wenig Output.
    Es gibt auch Gasthäuser mit angeschlossener Hausbrauerei, deren Bier man auch woanders bekommt (Hipsterkneipen, Imbisse). Und insbesondere auf dem Land sind Brauereien mit angeschlossenem Gasthof und/oder Keller nichts ungewöhnliches. Teilweise haben die aber nur im Sommer geöffnet. Deren Bier ist im nächsten Dorf meist schon gar nicht mehr zu bekommen. Und trotzdem hat es seine Fans über einen großen Umkreis. So einfach ist das alles nicht, eher eine Frage der (lokalen) Kultur.

  12. 12
    Philip

    Das der Biervergleich fehlschlägt hat der Autor wahrscheinlich schon mitbekommen…

    Ich könnte jetzt auch beliebige Klein- und Kleinstbrauerein geschichten anschließen, auch aus zB den nicht Bierländern Italien oder Spanien.

    Um vielleicht die Kurve wieder zu bekommen: Auch beim Bier schimpfen alle gemeinsam auf die Multis, die aber trotzdem irgendwie Geschäfte machen. Und die Bierkennerin, der Bierkenner trinkt rein nach Qualität, nicht nach Preis.

  13. 13

    Die geschilderte Ausgangssituation kann wohl jeder unterschreiben, der seine Kinder und deren Freunde bei der Mediennutzung beobachtet und/oder selbst viel im Netz unterwegs ist. Da wird schon lange nicht mehr nach dem Motto „ist ja alles so schön bunt hier“ von Website zu Website „gesurft“, sondern es werden ganz gezielt die Häfen angesteuert, in denen man seinen vertrauten Liegeplatz hat.

    Letztes Jahr habe ich einige Panels zum Thema „Mediennutzung“ mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft durchgeführt und das Ergebnis war ziemlich eindeutig: Viele hatten gar keinen Fernseher mehr, sondern streamten nur noch; die Nachrichten kamen überwiegend über die sozialen Netze (bevorzugt Facebook, bei Studenten auch öfter mal Twitter) ins Haus.

    Was deine Ausgangslage darüber hinaus stützt, ist die mittlerweile statistisch belegte Tatsache, dass sich das Mediennutzungsverhalten über die Jahre hinweg kaum ändert. Der insbesondere von Zeitungsverlegern gerne geäußerte Satz „die kommen schon noch ins Alter für die Zeitung“ stimmt schlicht und ergreifend nicht. Wer digital aufwächst, wird auch digital alt! Da kann sich durchaus das bevorzugte Social Network einmal ändern, ein Digital Native wirft aber nicht plötzlich das Tablet in die Ecke und raschelt mit Papierseiten.

    Das haben nun nach langem und zähem Sträuben auch die Verleger erkannt und stecken viel Geld und Mühe in den Betrieb ihrer digitalen Angebote, um ihre Nachrichten auch weiterhin an den Empfänger zu bringen – und das auch noch unter verschärften Bedingungen, denn zum einen ist der Wettbewerb immens (so mancher Blogger meines Vertrauens muss sich nicht hinter professionellen Redakteuren verstecken), zum anderen erhalten Verlage für ihre digitalen Angebote nur einen Bruchteil der Vertriebs- und Anzeigenerlöse, die sie aus den guten alten Print-Zeiten gewohnt sind.

    Nun sind aber auch Verlage Wirtschaftsunternehmen und müssen mit dem, was sie da tun, Geld verdienen. Und genau das ist der Punkt, wo ich Schwierigkeiten mit der Handlungsempfehlung habe, die Du aus der so treffsicher beschriebenen Ausgangslage ziehst: „Reduziert eure Wertschöpfungstiefe, Verlage! Werdet Zulieferbetriebe!“.

    Aus meiner Sicht kann Dein Vorschlag aus folgenden drei Gründen nicht funktionieren:

    1. Die Kraft der Marke
    Der ideelle und wirtschaftliche Wert einer Nachricht – also sowohl deren Glaubwürdigkeit, als auch das Geld, das sich mit dem Verkauf der Nachricht verdienen lässt – steht und fällt mit der Qualität des Absenders. Wenn dpa, SZ oder Spiegel etwas veröffentlichen, nimmt man das anders wahr, als wenn es aus irgendeiner ominösen Quelle stammt, die sich nicht wirklich nachvollziehen lässt. Das haben gottseidank auch Deine und meine Kinder mittlerweile glasklar erkannt. Unterm Strich geht es also um Kraft der Marke, was Du ja auch selber bestätigst, wenn Du schreibst „Die generelle Funktion von Verlagen und Marken als vertrauenswürdige Absender und Kuratoren wird also keineswegs überflüssig“. Nachdem sie ihr Informationsmonopol verloren haben, bleiben den Verlagen als Kernkompetenzen nur noch ihre ausgebildeten Redaktionen und ihre Marken. Wie sollen sie ihre Marken stärken, wenn sie bestenfalls noch im Co-Branding auftauchen?

    2. Der Geiz der Social Networks
    Google, Facebook & Co verbreiten zwar liebend gerne den Content anderer Quellen, weil es ihre Reichweite befördert, aber sie zahlen nicht dafür. Und sie sind mittlerweile so stark, dass sie diese Position auch durchsetzen können. Jüngstes Beispiel ist das Einknicken der VG Media (Zusammenschluss der wichtigen deutschen Verlage), die gegen die unentgeltliche Nutzung ihrer Inhalte durch Google vorgehen sollte. Am Ende des Tages haben die Verlage gegenüber Google eine widerrufliche ‚Gratiseinwilligung‘ in die unentgeltliche Nutzung ihrer Presseerzeugnisse abgegeben. Begründung: „Die VG Media Presseverleger sehen sich angesichts der überwältigenden Marktmacht von Google zu diesem außergewöhnlichen Schritt gezwungen“. Natürlich brauchen Facebook, Snapchat und Co. den Content der verlinkten Sites – die Abhängigkeit ist gegenseitig. Jeff Bezos hat sicherlich nicht ohne Hintergedanken 250 Mio. $ für die Washington Post auf den Tisch gelegt (die übrigens auch immer noch eine Website betreibt). Aber dass sie, wie Du schreibst „genauso wie die alten Nachrichtenkanäle agieren und in naher Zukunft professionelle Content-Lieferanten bezahlen werden“ halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich.

    3. Die Penunze
    In Ansätzen funktioniert bezahlter digitaler Journalismus bereits. Es sind ebenso seltene, wie fragile Ansätze, aber immerhin. Der gesichtsbehaarte Chefredakteur wird nicht müde, mit den 200.000 digitalen Abonnenten seiner fragwürdigen Publikation zu prahlen. Das Wall Street Journal hat über 900.000 digitale Subscriber, die jeden Monat 22$ zahlen. Die Paywalls schießen aktuell wie Pilze aus dem Boden. Auch als digitales Werbeumfeld mit hochwertigen Zielgruppen funktionieren die Verlagswebsites. Soll man da jetzt wirklich die Tür abschließen und den Schlüssel wegwerfen?

    Ich teile also die von Dir geschilderte Ausgangssituation voll und ganz, komme aber zum genau gegenteiligen Schluss: Verlage, baut Eure Websites aus! Der direkte Kontakt mit dem Leser ist für Verlage überlebenswichtig. Exklusive, gut recherchierte und interessante Nachrichten einfach auf einen Cloudserver mit thesaurierten xml-Dateien zu stellen, würde den Markenwert der Verlage vernichten, die Einnahmen deutlich reduzieren und auf Sicht zum großen Redaktionssterben führen.

  14. 14

    Danke für den Input und die ausführlichen Antworten! Ich liege leider mit Fieber flach und kann derzeit nicht länger antworten (ist aber vlt. auch gar nicht nötig, es sind ja die anderen Sichtweisen, um die es geht). Und Bier geht gerade auch nicht. ;)

  15. 15
    Hans Hans

    @Turtle: Mir geht es sehr ähnlich. Ich nutze überwiegend RSS/Atom-Feeds – bin begeisterter Nutzer von QuiteRSS – und eher verwundert, dass das in meinem Bekanntenkreis nicht mehr Leute machen. Für mich gibt es kaum eine komfortablere und effizientere Möglichkeit an Nachrichten und Neuigkeiten zu kommen.
    Ich finde es immer wieder schade, wenn irgendeine Neuigkeiten-Sektion irgendeiner Seite/Organisation keinen Feed anbietet. Aber zum Glück ist das tatsächlich eher selten.
    Das mit den NGOs, die nur über Facebook zu erreichen sind, kenne ich ähnlich. Mich regt es immer wieder auf, wenn gerade „alternative“ Initiativen und Cafés o.ä. ausschließlich (oder fast ausschließlich) auf Facebook zu finden sind, und ich bin immer wieder positiv überrascht, wenn irgendwer noch eine richtige Website (am besten mit News-Feed!) als Anlaufstelle hat.

  16. 16

    Das Thema Bier hinkt, der Vergleich mit der Wohnung ist aber gut. In der Tat braucht man eine Wohnung (Website) und von dort aus strömt man aus und sollte besonders gesellig sein. Diverse Kneipen, Stadtfeste und Festivals sind angesagt, wo man sich unter Leute mischt. Und den ein oder anderen wird man dann auch mit nach Hause nehmen, manche werden dann Freunde und kommen regelmäßig …

    Ich möchte auch auf den Satz „dass zurück zum Papier funktioniert, bezweifle ich“ eingehn.
    Im Moment gibt es mehr Printprodukte denn je. Und Print funktioniert immer noch. Der Fehler der vor allem von Verlagen am Anfang gemacht wurde war, dass man dachte man kann ein Magazin quasi ins Netz übertragen. Das funktioniert nicht. Man stelle sich allein 100 teuer bezahlte Anzeigen in Print vor und dann 100 bezahlte Anzeigen im Web. Wer will die sehen? Sie werden sowieso geblockt, abgesehen davon, dass man einen Bruchteil des Geldes dafür bekommt.
    Auch ich habe mit meinem verhältnismäßig kleinen regionalen Magazin (Auflage 22.000) diesen Fehler gemacht. Mit Print und Web bin ich inzwischen 17 Jahre zu Gange, während ich von Print lebe (und Mitarbeiter bezahle) muss ich alles was ich im Web mache dadurch mitfinanzieren (was immer noch funktioniert).
    Nicht umsonst haben sich die großen Verlag inzwischen Konzepte ausgedacht, die auf 5 Komponenten beruhen (Print, Web, Shop, Reiseverkauf und Interaktion mit Lesern).
    Zudem richten viele Paywalls ein, deren Erfolg ich gerade bei kleinen Anbietern bezweifele.
    Der Gedanke Magazin im Netz ist noch lange nicht zu Ende gedacht.

Diesen Artikel kommentieren