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Star Wars: The Force Awakens – und das Patriarchat geht unter

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Heiß ersehnt, hart bespoilert, überall beworben: Star Wars VII läuft an und alles was sich nur halbwegs für das Jedi-Universum erwärmen kann, ist schon ganz aufgeregt und in den Startlöchern für eine vorweihnachtliche Kino-Überraschung. Überraschung?

Dass ein paar alte und alt gewordene Bekannte auftauchen, ist weder zu viel verraten noch zu viel versprochen. Gerade für Star Wars-Fans der ersten Stunde bzw. Episode 4-6 ist Nummer 7 – und hier knüpft Regisseur J.J. Abrams durchaus an eine bereits bei seinen neuen Star-Trek-Filmen erfolgreiche Formel an – nicht nur durch Auftritte von Han Solo, Leia und Co. mit nostalgischen Gefühlen verbunden, sondern auch der Himmel über den Widerstandskämpfern ist voller Zitate und einem witzigen Charme, der in Episode 1-3 bisweilen schmerzlich vermisst wurde. Ebenso hat sich Abrams die Kritik vieler Star-Wars-Fans zu Herzen genommen und zwar nicht auf Special Effects verzichtet, sie aber ästhetisch-authentisch dem angepasst, wie der Zuschauer die filmische Star-Wars-Galaxie nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ 1983 verlassen hat. Das macht den Film ohne Zweifel schon allein besonders sehenswert für Freund_innen des geschmackvollen Blockbuster-Kinos.

Ja, es geht immer noch um Gut gegen Böse, es geht immer noch glaubwürdig um die Frage von Zugehörigkeit und Werten wie Freundschaft, Familie und Solidarität und das Eintauchen in die Sternenwelten ist dank des Einsatzes von CGI-Techniken und 3D fesselnder denn je. Aber Star Wars 7 hat einen Unterton, der für das Nerd-Universum bisweilen befremdlich klingt: Star Wars 7 erzählt uns vom Untergang des Patriarchats.

Rey, eine der neuen Protagonist_innen, schlägt sich alleine durch, repariert Raumschiffe und kickt Ärsche. Aber doch ist ihre Stärke eine andere als die von Prinzessin Leia oder Padmé Amidala. Sie ist weder zickig noch schwebt sie erhaben über dem Erdboden, ist nicht Amazone und auch nicht zerbrechlich und nicht aufgrund ihres Geschlechtes besonders beschützenswert. Ihre Stärke als Figur liegt nicht in ihrer Vermännlichung, sondern gerade darin, dass sie sich starke (weibliche!) Bündnisse sucht, die außerhalb von Geschlechterklischees und Rollenzuschreibungen liegen; sie lässt Gefühle und schmerzhafte Erinnerungen zu und macht gleichsam nicht weniger deutlich, dass sie das erst zu dem macht, was sie ist. Während die meisten Männer in Star Wars 7 als zweifelnde, gebrochene oder – natürlich – machtbesessene und größenwahnsinnige Figuren daher kommen, deren inneres Universum so explodiert zu sein scheint wie der Todesstern, zeigt Rey uns, dass Emotionen nicht davon abhalten, die Galaxie retten zu wollen, im Gegenteil. Selbst Han Solo ist schwer beeindruckt – und lässt sich zu keinem einzigen spitzen oder anzüglichen Spruch über ihre Girl Power hinreißen.

Ihre Macht erwacht. Und wird das Jedi-Universum für immer verändern.

3 Kommentare

  1. 01
    no wars

    Oah nee, jetzt nich och noch hier der Scheiss …

  2. 02
    yadda

    tschüß spreeblick, räum grad zufällig meinen rss reader auf… :) hier ist ja eh ruhig geworden. aber vom untergang des patriarchats und – natürlich – machtbesessenen und größenwahnsinnigen männern kann ich auch woanders lesen.

  3. 03

    Mich hat die Review erfreut – und passt auch hierher.

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