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Adventskalender 2015 – Tag 17

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

Heute ist es etwas spät geworden mit dem Kalender, aber ich nehme jetzt das Thema „Migration“ wieder auf und lasse Georges Moustaki davon singen, wie man sich so in der Fremde fühlt.

Er hatte auch ein bisschen Erfahrung darin: am 3. Mai 1934 im ägyptischen Alexandria als Sohn jüdisch-griechischer Einwanderer als Giuseppe Mustacchi geboren, lernte er neben seiner Muttersprache Griechisch auch Italienisch, Arabisch und Französisch, und zog 1951 nach Paris, wo er sich mit mehreren Jobs über Wasser hielt, und mit ersten Auftritten in der Kleinkunstszene Kontakt zu Edith Piaf bekam, mit der er dann auch kurz liiert war. Er schrieb für sie und viele andere Stars des französischen Chansons eine beachtliche Zahl von Liedern, z.B. den Gassenhauer „Mylord“, und trat in den 60er Jahren mit Monique Andrée Serf alias „Barbara“ auch selbst auf die Bühne:

(Kleiner Einschub: Barbara hat übrigens auch einiges auf deutsch gesungen, z.B. das hier, das ich mal explizit für Tanja, Anne und Katrin verlinke.)

1968 musste Moustaki auf einer Tournee mal allein auf die Bühne, weil Barbara verhindert war – das war dann der Beginn seiner durchaus erfolgreichen Solokarriere. Im Jahr darauf veröffentlichte er sein Album „Le Meteque“, von dem wir heute das Titelstück hören, und in dem er seine Erfahrungen als Einwanderer in Paris schildert – er hat nur wenige seiner Lieder auf deutsch gesungen, aber dieses gehört dazu, und es ist ja auch aktuell von gewisser Bedeutung.
Und, wenn ich mir noch einen ganz tiefen Griff in die Kitschkiste erlauben darf: was quasi weihnachtliches gibt es vom Georges auch noch – Männer stellen für den Zweck, schweigend eine Flasche weg –

Tja, nichts erhofft die Welt so sehr, wie seine Wiederkehr – leider ist Moustaki aber 2013 einem Lungenleiden erlegen.

Viele Grüße, Johannes

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