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Kraftklub: Du verdammte Hure.

Ach Mensch, Kraftklub. Echt jetzt?

Musikalisch überraschend und voll okay. Cooles Video.
Aber der Text? Ist das euer Ernst?

Mir wäre das alles schnuppe, wenn es von irgendeinem neuen, nach Aufmerksamkeit gierenden, auf ganz hart machenden Me-Too-Act käme. Kommt es aber nicht. Es kommt von dir, Kraftklub, von einer der besten Bands, die dieses Land hervorgebracht hat. Von der Band, deren Großartigkeit mir mehr als einmal Tränen des Glücks in die Augen getrieben hat. Von der Band, die wir hier seit fucking sieben Jahren abfeiern. Von der Band, von der ich das Vinyl UND die CD kaufe, obwohl ich den Scheiß entweder bemustert oder als Stream kostenlos haben kann, weil ich nämlich will, das diese Band reich ist. Von der Band, die so oft in wenigen Sätzen so viel Wahres gesagt hat. Von der Band, die so elegant, professionell und sympathisch wie wenige andere von den Klubs in die Stadien gewachsen ist. Von der Band, die stilsicher und erhobenen Hauptes zwischen Hedonismus und Haltung surft, witzig sein kann, ohne zynisch zu werden, und politisch, ohne dass man sich schämen muss.

Und von dieser Ausnahme-Band kommt jetzt dieser Scheiß?

Und ja es stimmt
Dass ich vielleicht etwas konfliktscheu bin
Aber immerhin
Fick‘ ich nicht mit deinen Freundinnen
Du hoffst nur, dass ich weiß:
In deinem Herzen hab‘ ich immer ein’n Platz
Ist ja geil – endlich was gemeinsam
Mit jedem andern Wichser in der Stadt
Wir beide hatten nie ein Lied
Einen Song, der uns verbindet
Jetzt hab’n wir diesen hier
Ich bin gespannt wie du ihn findest
Du verdammte Hure, das ist dein Lied

Gehen wir die Sache mal wohlwollend an. Im Kern singt das nicht nur beim Titel auf eine schräge Art an Elton Johns „Your Song“ angelehnte „Dein Lied“ – mehr oder weniger eine „Powerrock-Ballade“, hihi – ja ein verletzter, trauriger, verlassener Kerl, der seine Traurigkeit und Verletztheit aber nicht zulassen kann, der daher Wut bevorzugt und dem in seiner Armseligkeit nichts anderes einfällt, als die Ex als „verdammte Hure“ zu beschimpfen.

(Abschweifer: Das Wort „Hure“ als Beleidigung kann man nochmal extra thematisieren, ich tue das jetzt an dieser Stelle nicht, sondern lasse es mal als aus dem Hiphop stammende, böse Beleidigung gelten, die im Kern eine treulose Frau meint, die anscheinend wahllosen Sex mit vielen verschiedenen Personen hat und nicht zu ihrem aktuellen Freund steht. Vergleiche auch „Hurensohn“, denn nach der Logik der Hiphop-Kultur ist natürlich auch der Sohn einer Hure nichts wert – „Zuhältersohn“ oder „Hurentochter“ hört man aber erstaunlicherweise eher selten, denn Zuhälter, also Männer, die in den meisten Fällen Frauen zur Prostitution zwingen, sind ja cool, während die Frauen, die die Arbeit machen, nicht cool sind. Und ganz nebenbei wird der Beruf der Prostituierten verunglimpft, der nichts mit all dem zu tun hat, was da als Beleidigung gemeint ist. Dass sich nun gerade Hiphop-People in ihren Videos ja gerne mit Frauen schmücken, deren Dress-Code, Habitus und im Clip von den Männern zugewiesene Position eher an das (in diesem Fall professionelle) Benehmen und Anscheinen von Prostituierten erinnern, macht die Sache noch absurder. Wie gesagt, extra Thema, aber da Popkultur noch nie logisch war und immer von Tabubrüchen und auch Dämlichkeiten lebt, lasse ich das jetzt mal so stehen, „Hure“ ist in diesem Fall eben eine extrem abwertende Beleidigung.)

Man könnte nach der oben stehenden Herangehensweise also sagen, dass der Song eine bitterböse Abrechnung mit eben jenen Typen ist, die nicht einfach nur traurig sein können, sondern denen nichts anderes einfällt, als „Verdammte Hure!“ zu brüllen, wenn sie verlassen werden. Das Problem ist: Das klappt nicht bei „Dein Lied“. Ich habe beim Hören auf einen noch so subtilen Bruch im Text gewartet, auf den Moment, in dem einem das Höhöhö-Lachen im Halse stecken bleibt, weil der Autor der Zeilen plötzlich als der eigentliche Loser klar wird, aber dieser Moment passiert nicht.

„Dein Lied“ könnte vielleicht auch noch funktionieren von einer Band, die vor einem Jahr gegründet wurde und in Mini-Klubs spielt, die ihre Songs also noch schreibt, als würde niemand zuhören. Da stünde dann irgendwann zufällig ein übersättigter Universal-A&R mit seinem dritten Bier im Backstage und würde „den krassen neuen Scheiß“ signen wollen, weil das halt irgendwie krass und so herrlich politisch inkorrekt wäre, und das wollen „die Leute da draußen“ halt, scheiß auf Haltung, scheiß auf Ethik und Moral, das wird sich verkaufen an die „Kids“.

Kraftklub ist aber keine neue Band, die im Keller vor Freunden spielt. Kraftklub sind eine Stadion- und Festival-Band. Und deshalb ist „Dein Song“ ein Scheiß-Song. Nicht, weil er nicht p.c. genug ist, sondern weil er eine Steilvorlage ist für Momente, die ich nicht erleben will.

Ich will einfach nicht dabei sein, wenn eine der tollsten Bands aus Deutschland in die „Hölle, Hölle, Hölle!“-Liga absteigt. Wenn 50.000 Kerle auf einem Festival „Du verdammte Hure!“ brüllen und 10.000 Frauen mitgröhlen, weil sie es aus der Musik, die sie lieben und mit der sie aufgewachsen sind, gewöhnt sind, dass Frauen von Männern nun mal „Huren“ und „Bitches“ und „Schlampen“ genannt werden. Ist ja alles nicht so ernst gemeint. Und ich will nicht dabei sein, wenn 40.000 weitere Frauen und Mädchen und auch Jungs sich das anhören müssen, obwohl sie es zum Kotzen finden. Und die Band trotzdem noch mögen.

„Dein Lied“ wird für Kraftklub werden, was „Zehn kleine Jägermeister“ für die Toten Hosen ist. Nur dass „Zehn kleine Jägermeister“ nicht frauenfeindlich ist. „Dein Lied“ wird als Rausschmeißer auf Malle laufen, wenn die Männer endlich so dicht sind, dass sie sich auch mal gegenseitig umarmen (obwohl sie natürlich keine „Schwuchteln“ sind!!!!) und ihrem Frauenhass „auf die lustige Art“ Luft machen können. Der Song wird der Band ungeahnten Erfolg bescheren, denn der Rest des Kraftklub-Repertoires, ihre sonstige Haltung wird den neu gewonnenen Hörern egal sein, Hauptsache mitgröhlen und endlich mal die Ex ganz offen als „verdammte Hure“ bezeichnen können. Voll geil. Viel Spaß, Kraftklub.

„Ey, Johnny! Ist doch nur ein Lied! Ist doch alles nicht ernst gemeint, ist doch nur Party und voll ironisch! Du bist einfach zu alt, du verstehst das nicht, das ist doch nur [hier ein Wort einsetzen, das jeden Scheiß rechtfertigen soll]!“ – Jaja. Bullshit. Die Band macht also jetzt genau das, was sie in anderen Songs zuvor angeprangert hat? Muss ich dann erst recht nicht gut finden. Aber klar, man kann auch alles lustig meinen. Alles nicht ernst nehmen, alles verarschen, alles in den Dreck ziehen. Man kann so lange alles egal finden, bis wirklich nichts mehr Wert hat.

Wieso macht die Band das? Es gibt mehre mögliche Gründe.

Vielleicht fällt den Jungs nichts mehr ein, nachdem sie jahrelang nur im Tourbus saßen oder sich auf Bühnen haben feiern lassen. Passiert ja sonst nichts in der Welt oder im Land, worüber man singen könnte, also lieber den x-ten Song übers Verlassenwerden, aber mit der voll krassen Beleidigung im Chorus. Haha. Gegen diese Vermutung spricht die unanzweifelbare Klugheit von Kraftklub. Ich hoffe und bin eigentlich recht sicher, dass auf dem kommenden Album „Keine Nacht für niemand“ (eine leidlich kreative Anlehnung an Ton Steine Scherben natürlich) jede Menge großartiger Songs sein werden, die auch anderes als den Ego-Kosmos thematisieren. „Denen fällt nichts mehr ein“ scheidet aus als Grund für den Text von „Dein Song“.

Oder man wollte mal wieder zeigen, wie „Street“ man doch noch ist. Wie irre „männlich“ und tough. Und so. Hiphop. Echte Bros. So nach dem Motto: Hier, guckt mal, wir sind gar nicht abgehoben, wir sind immer noch voll down mit euch, und DEN Song spielt garantiert kein Radio!

Dass das Blödsinn ist, müsste die Band eigentlich auch wissen, und einige Radios der „jungen Wellen“ werden „Dein Lied“ selbstverständlich spielen, denn Radios haben selten Haltung, die meisten rennen der (erfolgreichen) Popkultur hinterher. Vielleicht fragen sie – offen, wie sie sind – einfach mal ihre Hörer*innen, was die so vom neuen Kraftklub-Song halten, aha, sehr interessant, so kann man das also auch sehen, toll, danke, dass du angerufen hast, jetzt haben wir hier die Viola und die sieht das ganz anders, oder Viola, erzähl doch mal! Und dann spielen sie den „brisanten“ Song, „an dem sich die Geister scheiden“.

Es könnte natürlich auch sein, dass die Band da ganz naiv … nee, das kann nicht sein. Die sind ja nicht blöd.

Verdammt, ja, der Song ärgert mich. Weil er es legitimiert, die Ex als Hure zu bezeichnen, weil er keinerlei ironischen Bruch, keinerlei Haltung zeigt. Weil er blöd ist, obwohl er von einer nicht blöden Band kommt. Weil er das falsche Signal ist: Wenn Kraftklub das in einem Popsong im Radio singen können, wieso darf ich dann nicht Frauen im Internet genauso beleidigen? Hm? Ist doch normal jetzt!

„Keine Sorge, Johnny. Die Fans verstehen das schon richtig, die machen sich da nicht so’n Kopp drum wie du.“ Genau. Stattdessen fragen sie sich in den YouTube-Kommentaren, wie oft die Band wohl den Song spielen musste vor dem brennenden K (immerhin wird ihnen von anderen Fans dann erklärt, wie ein Musikvideo gemacht wird, manchmal sogar korrekt), oder was für eine furchtbare Beziehung der arme Felix gehabt haben muss, dass er jetzt so sauer ist (auch hier, um nicht ungerecht zu sein: andere vermuten, dass es sich um Fiktion handeln könnte …).

Ich gebe es zu: Dieser ganze Text, den ich hier tippe, ist allein aus verletzter Liebe entstanden. Ich bin wütend darüber, dass eine meiner Lieblingsbands so einen Scheiß abliefert. Und ich hoffe, dass der Rest des Albums klasse wird.

Und vielleicht ist das alles ja Kalkül. Band und Management wissen, dass Texte wie dieser hier erscheinen werden, dass in den Sozialen Medien debattiert werden wird, dass also ein gewisser Rummel um den Song entsteht und es scheißegal ist, wie der Song verstanden wird, Hauptsache, das Ding geht ab. Super, oder? Am ersten Tag schon 360.000 Views auf YouTube, darüber die Schufa-freie Kreditkartenwerbung, läuft bei uns.

In diesem Fall hätte die Band etwas nur für Geld und/oder Fame getan, und man käme nicht umher zu sagen:
Die Hure bist in diesem Fall du, Kraftklub.

81 Kommentare

  1. 01

    Für die Zeit der Unklarheit leih‘ ich dir mal diesen herzergreifenden Sänger aus unserm Garten: https://youtu.be/B4gCCf_ArP8. Der kommt auch einmal im Jahr nach Berlin.

  2. 02
  3. 03
    Vielgelernt

    „Du hast mein Leben zerstört“, aha… Klingt ganz lebendig, und die Energie reicht auch für kraftvolles Singen, immerhin. Fühlt sich allerdings bei manchen Beziehungen und bei überraschenden Beziehungsenden erstmal so an, in den ersten Tagen und Wochen, ich kenne das.

    Und dann? Geht das Leben weiter. Und dann steht mann irgendwann vor der nächsten Kandidatin, Anbahnung, Herzklopfen und so – und dann hat mann seine Ex mal sehr laut und sehr unlöschbar und sehr öffentlich als „Hure“ beschimpft, und dann greift die Regel, die eigentlich potentiellen Partner/innen als Lackmustest dienen soll und allerdings auch saugut zur Eigenreflektion eignet:

    Wie geht Dein Neuer eigentlich mit Menschen um? Denn bedenke: So, wie er über seine Ex spricht (textet, musiziert, singt), so spricht er eines Tages auch über Dich. Vielleicht (vermutlich?) spricht er auch schon während der Beziehung so mit Dir, oder über Dich, und das vor anderen.

    Willst Du das?

    (Das mit dem Test gilt auch für andere Formen von Beziehungen, Chefs, Kolleg/inn/en, Nachbarn, im Verein etc.: Achte drauf, wie mit anderen Menschen umgegangen wird, gerade in Momenten großer Aufregung, wenn dem Charakter die Tünche abblättert. Kann sehr erhellend sein, und sollte man immer ernst nehmen.)

    Johnny: Ich sehe angesichts solcher Texte – es gibt soviele verletzte verletzende Menschen, Souveränität fällt dann oft schwer, klar – auch „nur“ den Weg, solche Hinweise zu geben: Zeichen setzen, Haltung zeigen, den Scheiß nicht unkommentiert durchgehen lassen, sondern klare Worte finden. Ob die Jungs was schnallen, von selber oder durch Anstöße? Ich drücke ihnen die Daumen.

  4. 04
    Adam in the factory

    Interessanter Text. Ich sehe das genau andersrum. Aber dazu muss ich sagen, dass ich Kraftklub bisher ungefähr so sehr gehasst habe, wie du so geliebt hast. Aber als ich diesen Song zum ersten Mal gehört habe, hat er mich direkt überzeugt. Den Kontrast, den die Kombination aus Musik und Text (gibt es den Begriff „Text-Musik-Schere?) erzeugt, lässt mich sogar darüber hinweg sehen, dass der Sänger“ treizn“ statt „dreizehn“ singt – ein Dialekt, bei dem sich mir die Fußnägel aufrollen.
    Ich finde den Text auch nicht verwerflich. Was zum einen daran liegen mag, dass Hiphop mich schon sehr lange begleitet und ich derbe Ausdrücke gewohnt bin.
    Oder daran, dass ich es nicht problematisch finde, eine (fiktive?) Verflossene als Hurensohn zu bezeichnen. Das ist authentisch, oder – falls die Geschichte dahinter fiktiv ist – erzeugt es zumindest eine glaubwürdigere. Und ich traue den Hörern zu, den Song nicht als Legitimation anzusehen, Frauen als Huren zu bezeichnen.

    Trotzdem kann ich dich verstehen, weil ich nachvollziehen kann, wie es ist, wenn eine Band, die man sehr mag, sich in eine Richtung entwickelt, die einem nicht behagt. Deshalb wünsche ich dir, dass das Album deinem Geschmack entspricht. Das bedeutet zwar, dass es mir nicht gefällt, aber ich bin bisher auch gut ohne Kraftklub durchs Leben gekommen und ich bin mir sicher, dass das auch in Zukunft so sein wird.

  5. 05

    @Adam in the factory: Ebenso: Interessante andere Perspektive. :) Den Hiphop-Bezug verstehe ich ja, gebe aber zu, dass es mich auch da immer mehr interessiert hat, wenn sich Wut/Beleidigungen eher gegen Macht und/oder Unrecht gerichtet hat (Public Enemy/NWA/KRS-One etc.) als gegen „die eigenen Leute“.

  6. 06

    yep. danke dafür, johnny!

  7. 07
    schuehsch

    Danke.

    Danke, dass du deine Überlegungen teilst.

  8. 08
    Adam in the factory

    @Johnny: Um mit PE/NWA und Co. aufgewachsen zu sein, bin ich dann doch zu jung. Aber ich mag intelligenten Rap mit entspannten, ruhigen Beats (bspw Oddisee) genau so gerne wie diese ganzen Gangster-/ Prollgeschichten. Das kann dann auch gerne mal Farid Bang sein oder Kollegah, dessen Wortwitz für mich unerreicht ist. Ich muss mich beim Hören wohlfühlen, und das kann ich bei K.I.Z. genauso gut wie bei den Roots (die für mich übrigens die größte Rapcombo /-band sind).

  9. 09
    Simon

    Hallo allerseits,

    ich muss zugeben, nicht mehr zu wissen woher oder warum der Blog noch in einem NewsFeed liegt. Und auf einmal – Kommentar zu „Dein Lied“ …

    Ich habe war gleich aufmerksam, als im Radio das neuen Lied von Kraftklub kommen sollte. Im Rahmen des „absolut einzigartigen alles übersteigenden EinsLive wir haben ihn vor allen anderen Event“. Und dann kam die Irritation. Ich männlich, intellektuell und potent – ihr kennt den Rest der Selbstverherrlichung.
    Ich habe ihn nicht gehört, ich habe mich durch gequält. Ich habe gewartet. Auf etwas, was dem ganzen Tiefe, Sinn … irgendwas verleiht. Es muss ja auch keine Message sein, n Witz oder wenigstens ein überzeugend sprachliches Muster würde als Brotkrumen schon reichen.
    Leider blieb das aus. Dann war es einfach zu Ende.

    Jaja, böse Worte. Geschenkt.
    Hure – pffft.

    Das Lied klingt für mich wie ein Bubi der von seiner Ex stehengelassen wurde und der nun aller Welt erzählen muss wie scheiße sie doch ist.

    Fremdschämen á gogo!

  10. 10

    @Adam in the factory: Da treffen wir uns dann doch. Kollegah kann ich auch schätzen, Roots sowieso, K.I.Z. auch … Oddissee gehe ich dann mal kennenlernen.

  11. 11
    Adam in the factory

    @Johnny: Du wirst es nicht bereuen – höchstens die Tatsache, dass er vor drei Tagen in Berlin war und du das nicht wusstest.

  12. 12

    Ehrlich gesagt bin ich nicht so richtig wirklich überrascht. So frontal in your face kam das zwar meines Wissens nie (kenne längst nicht alles, was die gemacht haben), aber das, was du beschreibst, war für mich bei Kraftklub latent öfters vorhanden, etwa in Lieblingsband oder im Video „Wie ich“. Die andere Frage, die ich mir stelle: Verwechselst du nicht Künstler mit Kunstwerk? Wenn ich ein Lied (oder einen Text oder oder) über einen Mann im Trennungsschmerz schreibe, würde ich es eventuell durchaus ähnlich machen. Bei Bands unterstellt man ja schneller, dass sie sind, was sie singen. Wobei sie das dann an irgend einer Stellen brechen müssten. (Nicht falsch verstehen, ich fühle mich genau wie du sehr unwohl dabei, dass das auf Festivals gegröhlt und als Rausschmeißer gespielt wird.)

  13. 13
    Julinks

    Ich finde diese Kritik ehrlich gesagt lächerlich. Vor allem aber kann ich diese Enttäuschung, dass Kraftklub auf einmal ach so pöse Worte verwenden überhaupt nicht nachvollziehen.

    Zum Beispiel ein Zitat aus dem Song „Liebe“ vom Album „Mit K“ :“(…) doch dieser Spasti hat dich nicht verdient, ich hasse ihn! Ich hasse ihn, ich hasse alle die noch kommen werden! Ich würd gerne alle diese Spasten vom Balkon werfen!“ Man sieht also das Thema des verlassenen Freundes, der jetzt einfach sauer und wütend ist, ist jetzt nicht so neu in Kraftklub-Songs. Bei „Liebe“ könnte man zwar sagne, dass das doch die ironische Wendung hat, dass ja in dem Song das lyrische Ich ein armes Würstchen ist aber ist nicht „Spasti“ ein weitaus schlimmeres und pöseres Wort?

    Außerdem, wenn wir uns mal ehrlich sind kennt doch jeder dieses Gefühl und diese Wut, wenn man gerade frisch verlassen wurde. Da sind dann halt die Gedanken nicht in erster Linie „Ach was hatten wir für eine schöne Zeit“ sondern „DU (Hier beliebiges Schimpfwort einfügen), warum? Warum hast du mich verlassen?!“. Und genau aus dieser Sicht ist „Dein Lied“ geschrieben, was man ja auch klar hört meiner Meinung nach.

    „Verdammt, ja, der Song ärgert mich. Weil er es legitimiert, die Ex als Hure zu bezeichnen, weil er keinerlei ironischen Bruch, keinerlei Haltung zeigt. Weil er blöd ist, obwohl er von einer nicht blöden Band kommt. Weil er das falsche Signal ist: Wenn Kraftklub das in einem Popsong im Radio singen können, wieso darf ich dann nicht Frauen im Internet genauso beleidigen? Hm? Ist doch normal jetzt!“ Come on, ist das dein Ernst? Ich denke schon, das Kraftklub ihren Fans zutrauen, dass man da differenzieren kann. Der Song legitimier meiner Meinung nach absolut gar nichts. Dieses „Du verdammte Hure“ zeigt nur die Verzweiflung, den Zorn und den Frust des gerade Verlassenen, den man ja doch die ganze Zeit in den Strophen in der Stimme von Felix hört. Ich denke sogar, dass man den ganzen Song und den Unterschied in der Stimmung zwischen den Strophen und dem Refrain sogar so auslegen kann, dass das lyrische Ich, der Erzähler des Textes, gerade verlassen wurde und sich emotional komplett am Sand befindet. In den Strophen werden nur passiv- aggressive Phrasen wiedergegeben, die man sich in so einer Situation anhören „darf“, die aber das lyrische Ich einfach nur ankotzen (was man ja an der Stimme hört). Wie man auch an der Musik hört, muss es sich mit diesem „Du verdammte Hure“ einfach nur den Frust über das Beziehungsende von der Seele schreien. Und wenn wir uns ehrlich sind, wer von uns hatte noch nicht solche Gedanken oder Gespräche mit seinen Freunden/Freundinnen, unmittelbar nach dem man verlassen wurde? Außerdem gibt es eine schöne und spannende Reibung zwischen der schönen orchestralen Musik und dem „Hureeeee“ im Text, das nur so nebenbei bemerkt.

    Wo ich dir ein bisschen zustimme, ist die Sorge dass der Song so eine Art „Selbstläufer“ wird und dann viele Leute, die nicht genau genug zuhören um den ganzen Song zu verstehen und nur „Du verdammte Hure“ mitgrölen. Aber das ist imo nicht sooo ein großes Problem, ich denke mir, dass Kraftklub den Song dann geich behandeln würden wie es Die Ärzte damals mit „Männer sind Schweine“ gemacht haben.

  14. 14
    Julinks

    @Julinks: Kleine Änderung: Habe je einige Zeit an dem Kommentar gschrieben und beim drüberlese nicht mehr gewusst, dass ich das ganze mit „Ich finde diese Kritik ehrlich gesagt lächerlich.“ Das ist eindeutig zu nagativ, und sollte eigentlich „Ich finde diese Kritik ehrlich gesagt übertrieben“ heißen. Sorry dafür!

  15. 15
    Talulah

    Komisch Johnny.
    So wie ich dich in all den Jahren „kennengelernt“ habe – und ich hoffe ich täusche mich nicht -, stehst du doch sowieso in großem Maße auf 1,2,3 Hauruck Songs und Bands. Ich meine The Clash, Ramones, Die Toten Hosen, Kraftklub, englischer „Punk“ … come on.

    Ist ja okay, jeder hat seinen Musikgeschmack, aber warum sollen solche Hauruck Songs denn nun plötzlich intellektuell klingen müssen? Haben sie doch noch nie. Dafür werden sie wohl auch in der Regel nicht geschrieben.

    Diese „One, Two Three, Four“ Songs und Bands haben schon immer mehr so nach dem Motto “ Hol nochma n Bier, Alta“ funktioniert. Warum du nun plötzlich versuchst Kneipen- und Partysongs intellektuell auseinander zu nehmen, erschließt sich mir nicht und klingt für mich irgendwie unlogisch.

    Es geht doch auch niemand in einen Rambo Film und beklagt sich danach über die fehlende Poetik in den Dialogen.

  16. 16

    @Julinks: Alles gut, danke für den ausführlichen Kommentar!

    @Talulah: Dazu muss ich länger antworten. Denn natürlich gibt es da große Unterschiede bei dem, was du Hauruck-Songs nennst. Ist aber spannend, ich nehm mir da mal die Zeit für bei Gelegenheit. (Jetzt offline …)

  17. 17

    „Die Hure bist in diesem Fall du, Kraftklub.“

    Huren sind wir so gesehen alle, die wir unsere Gefühle – eingespielt in Noten – für Geld verkaufen. Mal ganz davon abgesehen, dass Kraftklub wirklich sexy nur ganz am Anfang ihrer Karriere waren.

  18. 18
    ichier

    Während ich mich eben beim Lesen etwas wunderte wurde mir irgendwann klar, dass Kraftwerk und Kraftklub gar nicht ein und das selbe Wort sind… Vermutlich, weil beides nicht so meine Welt ist. Hab sogar den Clip angespielt – nach dem Lesen der Kommentare und naja, kann mir jetzt nicht so vorstellen, wie die von Johnny angesprochene Klugheit in anderen Songs aussehen mag, hab aber auch nicht das Bedürfnis, mehr zu hören, die Mucke ist wahrlich alles andere als originell.
    Aber zum Thema.
    Ich verstehe KIZ, das ist nicht so kindergartig, wie das hier, aber ich finds auch scheiße. Weil menschenverachtende Grütze menschenverachtende Grütze ist – auch wenns ironisch gemeint ist. (Außerdem muss ich bei den kitschigen Autotune-Refrains, ohne die Hiphop anscheinend nicht mehr auskommt, immer kotzen.)
    Es ist nicht so, dass ich böse Worte nicht abkann, im Gegenteil: Ich liebe böse Zungen und – ganz anders als Johnny – Zynismus. Ich würde sogar sagen, du kannst auch mal einen ich-Song im Huren-Stil bringen, oder 3, aber keine ganze Bandexistenz, und es muss offensichtlich Kritik sein. Das ist es hier nicht. Und nein, liebe Kommentatoren, die dem Zuhörer zutrauen, sich solche Verhaltensweisen nicht anzueignen: großer Irrtum! So ein Song, ohne dabei die Distanz zu schaffen, ohne die Armseligkeit solcher Reaktionen zu zeigen, sondern sich dabei geil vorkommend (look at his face), legitimiert das eigene armselige Verhalten. Kids die damit großwerden, werden es singen, wenn sie verlassen werden und sich so in ihrer Armseligkeit bestätigt fühlen. Die Hure ist schuld, dass sie mich nicht mehr liebt. Und der beste Freund spielt gar keine Rolle, ich sowieso nicht. Und nein: Als ich 22 oder so war und meine erste Ex mit meinem besten Freund zusammenkam, während ich ihr noch nachhing, hab ich nicht annähernd in meinen Gedanken im Schmerz das Wort Hure benützt! Never ever! Die Würdelosigkeit, überhaupt so einen Gedanken zu haben, kann ich mir nicht vorstellen, die ganze Idee ist auch so absurd. Aber solche Ideen werden mit all der dummen und eben auch der ironischen HipHop-Mucke verbreitet, werden Gewohnheit und gesellschaftsfähig. Not my thing. Und darum: onetwothreefour!

    PS: Mit der Freundin wohne ich seit 18 Jahren im selben Haus und wir sind dicke! Soetwas ist jetzt nicht der Stoff für einen Song, aber das Modell, die Werte, die ich vermittelt sehen möchte.
    PPS: Meine Kombo wird nächsten Monat ein 10 Jahre altes Trennungslied uraufführen, das eine Passage hat, für die ich mich heute schäme: „du machst es dir leicht / aber das hat keine zukunft / du trittst auf der stelle / und ich wart daß du ankommst“ Aber ich find den Reim sexy :) Naja und was soll ich sagen; wir waren dann noch mal lange zusammen – ob das dem Kraftklubboy wohl gelingen mag?

  19. 19
    Punkerfinder

    Jaja, Kraftklubs „Männer sind Schweine“. Ich glaube schon, dass die zumindest lange drüber nachgedacht und diskutiert haben, ob das die Single werden soll. Vielleicht sollte es auch nur ne B-Seite werden und die Plattenfirma hat sie überredet oder was auch immer. Wir können nur spekulieren. Wir sollten mal warten bis Interviews anstehen und die Band sich äußert. Ich finde übrigens auch Musik und Video recht öde. Mal sehen wie das Album wird. Es gibt ja ne Skip-Taste. Auf der „13“ hab ich ein Lied auch immer weitergedrückt und die Band hat’s später fast nie mehr live gespielt.

  20. 20

    @Julinks: Ich teile Deine Meinung nicht, was Deinen ausführlichen Kommentar angeht, habe mich aber auch darüber gewundert, dass Du einsteigst mit diesem „lächerlich“, welches einen mit einem eher trolligen Kommentar rechnen lässt, dann Deine Kritik aber sehr sachlich und durchaus nachvollziehbar ausführst. Finde ich stark, dann nachträglich noch korrigierend und erklärt so ein Statement hinterherzuschicken. :)

  21. 21

    Danke übrigens an alle für die spannende Debatte, ohne ausfällig zu werden! Macht Spaß. :)

  22. 22

    Ich kenne die Band nicht und das Lied hier auch nicht (und was Du darüber schreibst, weckt in mir auch nicht den Wunsch, das zu ändern), aber ich danke Dir für Deine Worte.
    Wahrscheinlich sind Texte über eine verlorene, betrogene Liebe meist garstig, aber irgendwie bleibt da trotzdem immer dieses je ne sais quoi zurück. Spontan fällt mir Grönemeyers „Was soll das?“ ein, in dem er sich über die Körperfülle seines Nebenbuhlers echauffiert. Der Song ist geil, tanzbar, auch wenn man nicht unbedingt Grönemeyerfan ist einfach gut und stimmig von Text und Musik her, aber.
    Und warum stört es mich im Deutschen und macht mir bei Rap nichts aus? Warum störe ich mich nicht an bitches, hoes und all dem? Weil es nicht mein Kulturkreis ist?
    Es ist kompliziert.

  23. 23
    andreas

    ich kenne auch weder die band, noch das lied, aber:

    „ein verletzter, trauriger, verlassener Kerl, der seine Traurigkeit und Verletztheit aber nicht zulassen kann, der daher Wut bevorzugt und dem in seiner Armseligkeit nichts anderes einfällt, als die Ex als „verdammte Hure“ zu beschimpfen. “

    Ich glaube, es kann durchaus mal gesund sein, in bestimmten Situationen die Wut zu bevorzugen gegenüber Traurigkeit und Verletztheit. Jedenfalls kann es Teil des Weges sein, besonders wenn das Gegenüber nicht kommunikabel ist.

    Und das man in seiner Wut nicht auf die Wortwahl achtet ist ja nicht unbedingt ein Wunder, man hat da ja dann grade besseres zu tun. Ob man das dann später beim lyriken abschwächt oder anpasst, ist m.E. Geschmackssache und/oder eine Frage der persönlichen Authentizität des Texters.
    Was irgendwer später zu grölen meint, ist sowieso eine andere Sache.
    Bisschen katholisch scheint mir das schon.

  24. 24
    Ewald

    Hier ist ein sogenannter „Breakupsong“ der alles richtig macht.
    https://www.youtube.com/watch?v=9MLoY_zadsE

  25. 25
    ichier

    @andreas: Wut ist super!
    Ein Song ist aber nicht Affekt erst recht kein Musikvideo und darum kann man dabei auch Haltung bewahren. Popkultur und vor allem Musik ist immer auch Vorbild. Daher kann man diese auch durchaus mal etwas „katholisch“ bewerten, oder? Ich scheiße jedenfalls auf Authenzität, wenn ich etwas nicht in Ordnung finde weil ich es grundsätzlich nicht in Ordnung finde und das kritische Framing fehlt. (..wobei die Dame, der das Lied hier gewidmt ist, streng katholisch betrachtet, vermutlich eine Hure wäre?)
    „Und wenn Du schläfst / kack ich Dir auf den Bauch“ ist auch provokant und sehr wütend und weder die Dame, noch der Autor sind durch den Song öffentlich herabgesetzt.

  26. 26
    parker030

    wow. eine solch unglaubliche, in worte gefasste ignoranz gegenüber.. menschen.. durfte ich echt schon lange nicht mehr erlesen.

    da weiss man ja gar nicht, wo man überhaupt anfangen soll.

    vieleicht an der stelle, dass du den begriff „hure“ rein aus dem hip hop genre stammend darstellst? und wie krank ignorant gegenüber hip hop und allgemein allen rappern das ist? hip hop ist nicht gangsterrap. besonders in deutschland nicht. du toi. hure ist im allgemeinen sprachgebrauch ein abwertendes wort.

    oder vieleicht damit, dass du den begriff „hure“ nur auf frauen reduzierst? männer die ihre seele verkaufen sind für mich auch huren. viele anwälte sind huren. man könnte jedem menschen mit „hure“ beledigen, der sich auf irgendeine art selbst verkauft, egal ob seelisch oder körperlich.

    vieleicht damit, dass es, ja, einmal den begriff „hure“ gibt, der ein anderes wort für „prostituierte“ ist, es aber dann auch eine umgangssprachliche ebene gibt, die einfach nur abwertend sein soll? das allerschlimmste ist: nach deinem vollkommen sinnlosen, generalisierenden beitrag über hip hop und dem wort „hure“, schreibst du als LETZTEN satz (der den GANZEN absatz vorher ad absurdum stellt), genau das: das es einfach nur ein abwertendes wort ist, das JEDER benutzt. nicht nur „krasse gangster hip hopper“.

    das ist wirklich mit abstand der schlechteste und blödeste text, den ich jemals, seit fast zehn jahren, seitdem ich diesen blog nun lese, hier lesen durfte. und offiziell der behindertste (schon wieder so ein voll abwertendes wort!) artikel, den ich jemals von johnny häusler lesen durfte.

    du hast anscheinend auf essentieller art und weise nicht kapiert, wie menschen mit worten umgehen. hurensohn, nazi, opfer, missgeburt, spaßt, keck, honk, femi-nazi, grammer-nazi. du kapierst hoffentlich irgendwie, irgendwann, dass solche wörter niemals wortwörtlich gemeint sind. grammar nazis haben wenig bis gar nichts mit nationalsozialismus zu tun. versuch das mal zu verstehen.

    rafft bitte, das menschen worte im allgemeinen sprachgebrauch oft benutzen um gefühle wiederzugeben und viele wörter einfach nicht wortwörtlich zu interpretieren sind, sondern sprichwörtlich oder im weiteren sinne. umgangssprachlich halt. BESONDERS und vor allen dingen in LIEDERN.

    wenn jemand singt, dass ihm das herz rausgerissen wurde und er dabei ist, das blut vom boden zu wischen, dann meint er das nicht wortwörtlich.. das kapierst du schon? er ist einfach nur traurig und ist emotional und will es emotional wieder geben. umgangsprachlich halt.

    wird schon johnny. du siehst ja selbst, mit dem satz „die hure bist du selbst kraftklub“ wendest du selber genau den begriff „hure“ schon ganz „richtig“ ein. umgangssprachlich halt. was eben auch die ganze absurdität dieses ganzen artikels ehrlich gesagt auch ziemlich gut zusammenfasst.

    ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen;)

  27. 27

    so ein im ärger geschrieber text. allein formal schon gut. inhaltlich auch. I like.

  28. 28
    Sascha Stoltenow

    Hm, ich frage mich gerade folgendes: Kann man(n) als verletzter Mann eigentlich anders? Vor allem, wenn die Lady einen so hart dropped? Wie wäre der Songs aus weiblicher Perspektive geschrieben? Und, angeregt durch Julinks Kommentar: Ist nicht „Spast“ der wesentlich problematischere Begriff? Ich bekomme jedenfalls regelmäßig einen Ausraster, wenn Kids unter meiner Obhut ihn gebrauchen und halte dann immer Vorträge über das, was ich vom Leben von Menschen mit Behinderung weiß.

  29. 29

    kann man alles so finden und wird von mir auch so unterschrieben. nur eine sache fehlt mir in dem text: WIE LOW IST DAS EIGENTLICH MUSIKALISCH? dieser refrain hat ja nun mal absolut gar nichts, was ihn zum hit machen würde. also ich sehe da keine malle-männer sich in den armen liegen. sondern eher helene-fischer-produzenten den kopf schütteln und den songwriter mit dem hinweis, bei den oasis-balladen bitteschön richtig zuzuhören, nochmal ins kämmerchen schicken.

  30. 30

    @Sascha Stoltenow: Klar kann man(n) anders reagieren. Ich hab viele heulende Männer vor mir gehabt, „verdammte Hure“ hab ich von denen nicht gehört. Aber letzten Endes ist es ja auch noch ein Unterschied, ob ich vor mich hin fluche oder im Selbstmitleid ertrinkend vor meinen Freunden austeile, oder ob ich daraus den Chorus eines Songs mache.

    „Spast“ ist auch eine sehr schlecht gewählte Beleidigung, ja. Vor allem haben „wir“ die schon benutzt, als ich klein war (also vor 40 Jahren), ich hab mir das schnell abgewöhnen können.

    @parker030: Danke für den ausführlichen Kommentar, aber nee, weiterhelfen konntest du leider nicht. :)

    Etwas unfair zusammengefasst sagt dein Kommentar ja: Du hast einfach keine Ahnung, Johnny. Und das weise ich natürlich von mir, aus verschiedenen Gründen. Wenn du sagst, ich hätte nicht kapiert, wie Leute mit Worten umgehen, dann spiele ich den Ball zurück. Denn wenn du glaubst, dass Worte und der Umgang damit quasi einfach so passieren und nunmal da sind, dann gibt es ja auch die Möglichkeit, dass *du* etwas nicht kapierst. Oder dir die Sache ein bisschen zu leicht machst.

    Ich finde die Diskussion, die ich auch mit meinen Söhnen (15 und 17) und mit einigen anderen jüngeren Menschen führe, wirklich spannend. Und könnte nochmal so lang darüber schreiben, wenn ich die Zeit finde, hier nur auf die Schnelle:

    – Die Tatsache, dass ich am Ende des Textes genauso beleidige wie der Song, hast du richtig erkannt, das ist sozusagen die Pointe des Textes. Da ich der Band in einer Überspitzung die Möglichkeit unterstelle, etwas nur für Geld zu tun, gebe ich „Hure“ zurück. Überspitzt und im Kontext des ganzen Artikels sollte man das verstehen können (vielleicht hätte ich es aber auch noch deutlicher machen können).

    – Dass „Hure“ ein abwertendes Wort sei, das halt jeder benutzt, ist eine Behauptung von dir. Mag für deinen Freundeskreis oder andere Communities stimmen, für ebenso viele andere aber sicher nicht. Wenn du mal Zeit hast: Such mal Songs, in denen es um „Hure“ oder „Bitch“ als Beleidigung geht, bevor es in Teilen des Hiphop normal wurde. Du wirst nicht viele finden. Und wenn der Begriff auftaucht, ging es um tatsächliche Huren oder „das Leben ist eine Hure“ usw. – oder gleich um ein ganzes Land.

    Selbst wenn das alles aber stimmt, was du schreibst: Am Ende können Künstler selbst entscheiden, welche Sprache sie sprechen und kommunizieren und damit durchaus auch etablieren wollen. Es hat einen Grund, warum ich Acts mehr schätze, deren Beleidigungen und Wut sich gegen Mächtige, den Staat, die Polizei, das Kapital, wasweißich richten (um im Genre zu bleiben nochmal: Public Enemy, KRS-One, NWA, RUN DMC, De la Soul, Tribe called Quest, …), statt gegen „die eigenen Leute“, das alles ist ja auch im Hiphop selbst ein umstrittenes Thema. Und wenn es sozusagen darum geht, „dem Volk aufs Maul zu schauen“ und so zu reden, wie deiner Meinung nach alle reden, dann kann ich das durchaus unkreativ finden. „Wie alle reden“ sehe ich bei Facebook oft genug, kann ich trotzdem scheiße finden.

    Aus Trauer um die Ex einen emotionalen Song voller Wut und von mir aus auch Hass zu schreiben, der einem wirklich an die Nieren geht: Das ist meiner Meinung nach großartig. Da gibt es ja einige. Wenn einem dazu aber nur „Du verdammte Hure“ einfällt, dann finde ich das halt blöde. Aber – nochmal – nur, weil ich der Band viel mehr zutraue.

    Ich hab neulich gedacht: Ziemlich großartig (und durchaus auch vorstellbar bei Kraftklub) wäre es, wenn der nächste Song die Antwort auf „Dein Lied“ wäre. Von einer Frau vorgetragen. Dann lasse ich es als Battle durchgehen und dann ist es wieder eine ganz andere Nummer und die ganze Debatte hier wäre Teil davon. :)

  31. 31

    @Ewald: Ich hab auch einen: I Want You, Elvis Costello, mehr Verachtung und Trauer und Wut geht kaum – hier passender Weise zusammen mit den Roots vorgetragen.

  32. 32

    Ich bin da sehr zwiegespalten.
    Ich fand es beim ersten Hören ehrlich gesagt ganz witzig. Beim 2ten mal ganz ok und ab da hab ich mich jedes Mal eigentlich nur noch „Warum?“ gefragt.

    Melodisch finde ich es ehrlich gesagt ziemlich gut / „Ohrwurm-tauglich-prdouziert“ und vor allem sehr sehr eingängig.
    Und genau das ist mein Problem mit dem Lied.
    Es bleibt zu gut im Ohr hängen, aber leider nicht nur die Melodie sondern auch der Text. Ich denke man hätte auch einen anderen Text nehmen können oder diesen etwas entschärfen sollen.

    Und ich sehe tatsächlich schon ganz Gruppen „Du verdammte Hure“ gröhlen. Vielleicht nicht am Ballermann, aber auch gefüllte größere Multifunktionshallen sollten sowas nicht singen.

    Ich glaube das ganze ist durchaus auf eine große medienwirksame Wirkung produziert, hoffe aber sehr das ein viel größerer Plan hintersteckt (auch wenn ich denke das die Auflösung nicht die gleiche Aufmerksamkeit bekommen wird leider).

    @Johnny Haeusler: Die nächste Single wird wohl sehr politisch. Zumindest wurde das in einem Telefoninterview mit dem Sender DasDing so angekündigt „Es wird ja noch eine neue Single geben vor dem Album, vielleicht wird die ja die Frage [Wie politisch wird das neue Album] beantworten“ (ab etwa 5:15: https://www.youtube.com/watch?v=REZhmtQG6hc)

  33. 33
    Matthias

    Kennst du Saalschutz? Dank denen fand ich Krafklub schon immer völlig überflüssig.

  34. 34
  35. 35
    Anna

    Johnny,

    du sprichst mir sowas von aus der Seele!
    Mein Vinyl von „Mit K“ kann ich nur noch beschämt hinten im Regal verstecken..
    Ich hatte genau denselben Gedankengang: “ Wie wird das dann bei den Festivals aussehen, wenn alle ihren Jägermeister hochhalten und mitgrölen beim Refrain und einem selbst die Kotze hochkommt und man sich vor Scham verkriechen möchte… Das war doch mal „MEINE“ Band. Die kann sowas doch nicht machen !!! Jetzt gehört die anderen, DENEN halt…denen, die bei solcher Scheisse mitgrölen.

    Schade, ich werd die nie wieder ernsthaft hören können.
    Dein Abschlußsatz spricht Bände, danke für diesen Artikel, ich bin nicht alleine!!!

  36. 36
    Akina

    @parker030:
    Ich versteh deinen ganzen Beitrag überhaupt nicht.

    Das Problem mit dem Song ist doch nicht das Wort, dass benutzt wird um die Ex herabzuwürdigen. (Ob da jetzt Hure, Schlampe oder eine andere Beleidigung gesungen wird ist doch völlig gleich)
    Sondern, dass es überhaupt notwendig zu sein scheint die Ex der man noch nachhängt aufs übelste zu beleidigen, nur weil sie eine neue Beziehung eingeht.
    Der Protagonist scheint keine Schuld am Ende der Beziehung zu haben, der beste Freund scheint auch immer noch der beste Freund zu sein (jedenfalls wird er nicht beleidigt). Nur die Ex ist Schuld und eine „verdammte Hure“.

  37. 37
    LL

    An sich schöner Text, aber warum sind am Ende Kraftklub „die Hure“, wenn vorher schon geklärt wurde, dass das eine sexistische und sexworkerinnenfeindliche Beschimpfung ist?

  38. 38

    @LL: Weil der Begriff in dem Fall, in dem die Band das nur für die Aufmerksamkeit (also Geld) getan hätte, inhaltlich passen würde. Sie hätte sich (ist ja alles überspitzt und hypothetisch, weil ich die Beweggründe nicht kenne), eher wie eine Hure verhalten, die eben eine Leistung gegen Geld anbietet, als die Ex. Bei der die wahre Bedeutung von „Hure“ keine Rolle spielt, sondern nur als Beleidigung herangezogen wird.

  39. 39
    Frau Holle

    Da macht sich noch jemand Gedanken um die wirklich wichtigen Dinge im Leben :-) Danke für diesen ausführlichen Text!

    Hab mir das Video auch nur einmal bis 1:30 angesehen. Bin letztlich froh, dass ich Kraftklub bei der „Mit K“-Tour gesehen hab und für mich jetzt keine Notwendigkeit auf einen neuen Konzertbesuch besteht. Vollkommen richtig: Da will man nicht dabei sein.

    Woran´s liegt? Gute Frage, aber für mich war „In Schwarz“ schon nur eine Wiederholung von „Mit K“, von daher würde ich mich mal nach vorne wagen und sagen, dass du die Band leider überschätzt. Klar wissen sie, was sie tun, was hier aber nicht für sie spricht. Letztlich geht es auch hier darum, die mittlerweile nur noch 15 Sekunden Ruhm im Internetzeitalter zu erlangen, bis der nächste unwichtige Tweet die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

    Vielleicht – als letzte kleine Hoffnung – geht es auch darum all die modernen Schlagersänger wie Mark Forster, Tim Bendzko oder Philipp Poisel vorzuführen: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/die-neue-melancholie-der-tim-bendzkos-dieser-welt-14885072.html

    Aber anhören kann ich es mir trotzdem nicht!

  40. 40
    Frau Holle

    Kleiner Nachtrag: „Hure“ passt auch überhaupt nicht zum Duktus von Kraftklub, wer spricht/ denkt denn in einem solchen Wort von seiner Exfreundin? Will jetzt keine Liste mit meiner Meinung nach glaubhafteren Bezeichnungen erstellen, aber wenn man mal darüber nachdenkt, wie viele bessere Begriffe einem einfallen, die man eher als „Hure“ verwenden würde, wirkt das Lied noch billiger und anbiedernder.

  41. 41
    Carsten

    Hey Johnny,

    Chapeau für diesen Beitrag, er spricht mir zu 100% aus der Seele, ich stehe immer noch fassungslos vor diesem Song und hatte bis zuletzt auf irgendeine ironische Brechung (meinetwegen dann im Video oder sonstwo) gewartet.

    Und so sehr man sich auch den Kopf zerbricht, ob man das Wort „Hure“ als dem HipHop-Kontext entlehnt betrachten sollte, ob wir hier nicht alle viel zu verklemmt, viel zu pc sind: Kraftklub sind nicht KIZ, sind nicht die fünf Bushidos, sondern intelligente, eher bildungsbürgerlich geprägte, weiße Jungs, die mittlerweile vor einem riesigen Publikum stehen. Ihre Texte haben Wortwitz, die Zitate sind geschickt platziert, das Management wählt jeden weiteren Schritt strategisch aus. Hier ist nichts mal eben rausgerutscht, das ist eher eine Art Erdogan-Song, so wie er kalkuliert provoziert.

    Und sollte sich „Hure“ hier dem HipHop entlehnen, wo ist die Lingo dann im Rest des Songs?

    Letztlich singt hier ein kleines, verletztes Teenie-Schwanz-Ego. Auf dem dritten Album. Einer Band, die weiß, wer Philip Roth ist. Und denen soll nicht klar sein, dass das ein total stumpfer Song ist, der Frauen herabsetzt und so gar nicht zu ihnen passt? Im Video mit Rammstein-Feuersbrunst? Wie fucking platt kann es noch werden?

    Sorry, aber wer da noch mit „is im HipHop halt so“ kommt, hat nicht alle Kerzen auffer Torte. Und mal ab davon ist HipHop eine Kultur und kein Naturgesetz. Sobald für Frauen nur noch die Worte „bitch“ und „hoe“ wählbar sind, kann sich auch der HipHop nur noch begraben lassen. Sobald sich ein solches Klischee nicht mehr ändern lässt, sind wir bei der letzten Generation HipHop angelangt und daran glaube ich wirklich nicht.

    Haltung bitte, dieser Song ist ein totaler Griff ins Klo. nuff said *mic drop*

  42. 42
    ber

    So viel Worte um so einen mauen Titel?

  43. 43
    ber

    @ber: ps: das brennende K im Video kommt aber schon ganz kool :)

  44. 44

    @Carsten: Cooler Rant. Bloggst du? :)

  45. 45
    abi2000

    @Carsten: Das aufwachsen in Kreuzberg schützt nicht vor einem Abitur. KIZ kommen ebenfalls aus der akademischen Mittelschicht und sind daher so „street“ wie Max Herre – nur eben mit anderen Mitteln.

  46. 46
    Carsten

    @Johnny Haeusler: Rant? Ich war nicht mal warm ;)
    Und nein, bloggen kann man das nicht nennen. Aber ich schreibe schon seit ich weiß, wie man „Fanzine“ buchstabiert.

  47. 47
    Carsten

    @abi2000: So war das nicht gemeint. KIZ sind ein Gesamtkonzept, das Klischees ins Extrem treibt, die auf der Straße geboren wurden und insofern steht das Ergebnis in Kontrast zur Bildungsbürgerlichkeit, nicht die Herkunft der einzelnen Künstler persönlich.

  48. 48
    Spekulant

    Ist eigentlich in all den Jahren niemand die Diskrepanz zwischen dem, was Kraftklub auf der Bühne zwischen den Songs von sich geben und den textlichen Inhalten aufgefallen? Das ist Schulhofniveau, oft nicht mal witzig, geistreich schon gleich gar nicht, dafür banal und zum Fremdschämen. Ganz anders die Texte: intelligente, ja sogar intellektuelle Meisterwerke. Das ist mir auch erst bei der Tour zum zweiten Album so bewusst geworden. Das passt einfach nicht zusammen, was da an plumpen Sprüchen kommt. Ich finde die Band auch in Interviews keineswegs intelligent, clever ja, schlagfertig auf jeden Fall, aber ich habe selten tatsächlich mal eine kluge Antwort auf eine anspruchsvolle Frage gelesen oder gehört.
    Deswegen kann ich mir nicht vorstellen, dass die bisherigen Texte in ihrer Vollkommenheit einzig von Kraftklub selbst geschrieben wurden. Die haben die richtigen Ideen und das Herz und das Alter für die Themen. Aber diese Wortspiele, die Balance zwischen toternst und ironisch, das haben sie nicht selber drauf.
    Daher bin ich überzeugt, dass „Dein Lied“ nun endlich mal tatsächlich nur von Kraftklub geschrieben wurde. Dass sie sich damit beweisen wollen, nur geht das gerade mächtig nach hinten los. Und dann kommt eben so ein Scheiß dabei raus.

  49. 49
    abi2000

    @Carsten: Danke für die Ergänzung.

  50. 50
    BerlinBone

    Hey Johnny,

    erst habe ich gedacht „was will er denn“, allerdings sind mir bei Deiner Beschreibung der grölenden Gemeinde auf Festivals & Malle Erinnerungen an Fanta 4 und „die da“ hochgekommen. Den Song sinnbildlich in der Hitparade bei Dieter Thomas Heck und sich anbahnender Polonaise laufen zu sehen hat mich damals umgebracht, so wird es mit „Dein Lied“ auch werden. :-(

    @Carsten: Dank für „auffer“ :D

  51. 51
    Gene October

    Oh Mann bin ich alt geworden – da schreibt Johnny einem alten Mann wie mir aus der Seele – und ich erwarte 100%tige Zustimmung der Leser – ABER ich muss lernen das „Hure“ ein Wort ist das man heutzutage bedenkenlos einsetzen kann – ein Verweis auf Hip-Hop-Klischees reicht da. In der Welt in der ich lebe, die geprägt ist von „Hau-Ruck-Pop“ (und das nicht erst seit gestern, kann man sich nicht so platt rausreden.

    Wenn ich ein Ex-Freundin als Hure bezeichnen würde – meine aktuelle Freundin würde mich wahrscheinlich verlassen (zumindest gäbe es lange Gespräche). Hier habe ich gerade etwas über den Zustand der „jetzt-Pop-Kiultur“ erfahren – gefällt mit nicht – muss mir aber nicht gefallen – und Kraftklub werde ich jetzt wohl seltener hören. Passend zu „10 Kleine Jägermeister“ Vergleich von Johnny passt es natürlich das „Bento“ schreibt:
    „Die Single heißt „Dein Lied“ und hat dank des eingängigen Refrains „Du verdammte Hure, das ist dein Lied“ ein eindeutiges Ohrwurm-Potenzial.“

    Manchmal bin ich froh das ich mich nicht mehr ernsthaft mit aktueller Popkultur beschäftigen muss, so ärgerlich finde ich das.

  52. 52
    Walter

    Natürlich hat Sie das nur für Geld und Fame getan…..wie immer, wie alle. Jeder der was anderes glaubt, glaubt auch noch an den X-Mas-Man.

  53. 53
    J

    Danke für den super Artikel, du sprichst mir aus der Seele. ‚Du verdammtes Arschloch‘ hätte silbentechnisch auch gepasst und hätte nicht die gleichen Konnotationen. Ich bin wirklich enttäuscht, da ich Kraftklub eigentlich mag, aber das kann ich mir echt nicht reinziehen (besonders, wie du schreibst, bei dem Bild von Tausenden betrunkenen RaR-Besuchern, die den Refrain mitgrölen.. nein danke).
    Ganz abgesehen von allem ist der Song auch einfach fürchterlich lahm.

  54. 54

    @Walter: Sorry, das ist Blödsinn. Nur weil das bei dir und allen Musiker*innen, Künstlern und allen anderen, die du kennst, der Fall sein mag (ich kenne ja deine Erfahrungen nicht), hat das keine allgemeine Gültigkeit. Klingt zwar irre abgebrüht, ist aber falsch.

  55. 55

    @Gene October: Wenn man die Erkentnnis erstmal zugelassen hat, dass man alt ist und nicht mehr jeden Scheiß okay finden muss, ist es nicht mehr so schlimm. ;)

  56. 56

    @J: Es geht ja auch mit etwas mehr Augenzwinkern: https://youtu.be/EQxmE2QuWYM

  57. 57
    Lainsen

    Warum ist es in Ordnung jedes seiner Gefühle in Worte/Lieder zu packen, nur bei Hass gegenüber Expartnern soll man eine Ausnahme machen?
    Warum soll man damit klarkommen müssen, hintergangen worden zu sein, sowohl von der Partnerin als auch vom (ehemals) besten Kumpel? Welch erbärmliches Selbstbild muss man haben, um soetwas nicht nur hinzunehmen, sondern sich auch noch einzureden dies wäre Haltung.

    Ich finde das Lied super. Gerade nach dem schwachen letzten Album, lässt mich diese erste Auskopplung auf mehr hoffen.

  58. 58
    ichier

    @Lainsen: Ich glaube, du verwechselst da was. Von Hinnehmen ist hier nirgends die Rede.
    (Wobei in letzter Konsequenz einem Verlassenen nicht viel anderes übrig bleibt.. wenn die alte Dich scheiße findet, hast Du eh keine andere Wahl. Und wenn sie mit all Deinen besten Buddies vögelt, ist sie vielleicht gar nicht die richtige? – Es sei denn du stehst drauf, live and let live, wa?)
    Nein – die Sache mit der Haltung ist eine des Ausdrucks, der Wortwahl, der Fairness. Hier wurden einige Beispiele genannt, wo sich die Autoren nicht blamieren – es gibt hunderte mehr. Der Begriff Hure, insbesondere so, wie in dem Text verwendet, ist frei von Haltung. Hier wütet jemand im Sandkasten, schmeißt mit Scheiße um sich und bekleckert sich damit vor allem selbst. Das ist zwar nicht besonders fresh im Hiphop, dadurch aber noch lange nicht legitim.

  59. 59

    Hej!
    Hab den Song heute vorgeschlagen bekommen, bin zwar kein regelmäßiger Hörer, geschweige denn Fan, aber habe die Lieder ab und an bei Spotify laufen lassen und soweit eigentlich genossen.
    Genau wie du habe ich die ganze Zeit auf einen Moment gewartet, eine Reflexion ein kleines Zeichen von Bruch, Selbstironie oder ein Plot-Twist. Aber da kam nichts. Und der Nachgeschmack war sehr schal und unbehaglich. Einzige Möglichkeit, die mir in den Sinn kam (ich weiß ja nicht ob Tracklist oder so schon veröffentlicht ist), dass es eventuell einen zweiten Teil gibt „Mein Lied“ oder sich im Album so etwas wie These, Antithese und Synthese befinden, zwei Perspektiven und die gemeinsame Aussöhnung, was weiß ich :D
    Naja, aber danke für deinen Text, das erste Drübersrcollen in YT hat bei mir eher den Eindruck hinterlassen, dass es alle abfeiern.

  60. 60
    libertador

    Ich muss sagen ich finde die Beleidigung „Hure“ einfach nur infantil und langweilig. Ich kann Kraftclub aber generell nicht viel abgewinnen.

    Aufgeregt habe ich mich über die Zeilen:
    „In deinem Herzen hab‘ ich immer ein’n Platz
    Ist ja geil – endlich was gemeinsam
    Mit jedem andern Wichser in der Stadt“.

    Plötzlich wird aus jemand, die mit einem anderen schläft, jemand, die mit jedem Wichser der Stadt schläft. In Kombination mit „Hure“ schafft Kraftclub damit einen schön frauenfeindlichen Kontext. Diese sind direkt als „Hure“ zu bezeichnen, wenn sie mit Zweien geschlafen haben und schlafen dann eigentlich mit jedem.

  61. 61
    DerElton

    Ich habe jetzt lange mit mir gerungen, ob ich hier meinen Senf mit dazu geben soll, kann es aber nicht lassen.
    Gleich vorneweg, ich finde Gefallen an dem Lied und kann es mir deshalb nicht verkneifen, den einen oder anderen Punkt aus der Kritik etwas anders zu sehen. Von vorne, „Hure“ empfinde ich hier tatsächlich einfach als Beleidigung, über die sich kaum noch jemand aufregt, ich musste während des Lesens tatsächlich an KIZ denken („Du heulst rum, wenn einer Nutte oder Hurensohn sagt…“:https://www.youtube.com/watch?v=veBaB_JEBrA).
    Für Malle halte ich diesen Song komplett ungeeignet, die Musik ist einfach zu wenig eingängig, zu „lahm“, auch für nen Rausschmeißer.
    Und dann zur Ironie, die hier vermisst wird. Vielleicht bin ich komisch, aber hat man das Farin Urlaub auch vorgeworfen? https://www.youtube.com/watch?v=UrQV7Ws5rNE
    Mir reicht die Diskrepanz zwischen softer Musik (so voll Liebesschnulzig mit Streichern und so) und dem eben so gar nicht dazu passenden Text und wiederum nicht zum Text passender Intonation.
    Insgesamt kann ich mir gut vorstellen, dass hier gar nicht so weit gedacht wurde, wie wir alle es weiterdenken. Oder sogar noch ein Stück weiter und es keiner verstanden hat.

  62. 62
    Tilman

    @parker030: „hurensohn, nazi, opfer, missgeburt, spaßt, behindert“ – sorry, wer so redet, ist verwahrlost. Sprache bedeutet etwas. Wer solche Worte benutzt, meint, was er sagt. Die Bedeutung und der menschenverachtende Kontext dieser Ausdrücke macht nicht mal gerade Urlaub, nur weil Du sie verwendest. Es redet auch nicht jeder so, sondern nur Leute, deren Niveau sowieso schon unter dem Gefrierpunkt ist. Wenn sich jemand auf die Strasse stellt und den Hitlergruss zeigt, ist er auch ein Nazi. Da gibt es nichts abzuwiegeln, zu beschönigen oder als tollen Witz zu entschuldigen.

    Worte und Taten sind „wortwörtlich zu interpretieren“, sie sind nicht „sprichwörtlich“ (was immer das in diesem Zusammenhang bedeuten soll) oder „umgangssprachlich“. Das ist nur die Umgangssprache eines bildungsfernen Klientels, das sich für diese Ausdrucksweise schämen sollte. Lieder wie diese arbeiten an der Normalisierung dieser faschistoiden Art zu reden mit, ekelhaft!

  63. 63
    Sascha

    Ne Menge Aufhebens um die Bürschchen.

    Wie bereits jemand meinte: Das ist professionell durchorganisiertes Business, das da gemacht wird. Jeder Schritt überdacht, geplant und entschieden. Die Leute zerreissen sich das Maul und wann immer die Band Gefahr läuft, in die Beliebigkeit anzurutschen (und meiner Meinung nach tun sie das), wird halt gepoltert. Um sich „credibility“ zu bewahren.

    Johnny, vielleicht liegst du mit deinem guten Musikgeschmack hier einfach mal daneben. Ich wusste am Anfang auch nicht so recht, ob ich das mag, was ich da höre. Es hat irgendwie Knöpfe gedrückt. Aber im Grunde genommen waren es nur einzelne Elemente, die mich an Bands, Alben, Songs, Sounds, Attitüden erinnert haben, die ich eh schon kannte und mochte. Mehr war für mich allerdings nicht zu holen.

    Um’s zusammenzufassen: Mir ist der „Kinderkacke“-Anteil im Produkt Kraftklub einfach zu groß.

  64. 64
    m

    Wer ist puristischer als Spreeblick? Die Spiele sind eröffnet.

    Und wer _männlich_ in Anführungszeichen schreibt — als wäre das irgendwie keine richtige Sache so wie _weiblich_ — der gibt seine Eier auch bei seiner Frau ab. Und dann, liebe Frauen, wundert euch nicht wenn euch niemand mehr zu Hilfe springt, wenn sich dann der nächste Barbar an euch zu schaffen macht.

  65. 65
    Barb

    Ich finde, du hast alles genau auf den Punkt gebracht 🖒

  66. 66

    Hi Jonny,
    ich habe, als ich den Song das erste mal gehört habe auch in etwa das Selbe Gedacht wie du. (also das mit dem was fällt der Band ein und „so einen Scheiß abliefert“ )
    Dabei ist Kraftklub nicht mal meine Lieblingsband. Sondern ich finde die Band nur ganz gut. Trotzdem dachte ich vor dem Hören: „cool ein neuer Song mal schauen was kommt“.
    Danach dachte ich, wo ist die Ironie. Habt ihr die vergessen?
    Denke das sich die Jungs mit dem Song selber keinen gefallen getan haben.
    Zu deinem Vergleich der „Zehn kleine Jägermeister“ von den Toten Hosen fällt mir auch das Lied „Ein Schwein namens Männer“ von den Ärzten ein, das auch zum „Malle-“ und „Dorfdisko-Hit“ wurde und von der Band am liebsten totgeschwiegen wird.
    Aber vielleicht wird es mit dem Kraftklub-Song ja nicht so schlimm.
    Oder der Song wird die Titelmusik zu einer neuen RTL2 Show, die sich „Die Hexenverbrennung“ nennt. Wer weiß das schon.
    LG
    S.

  67. 67
    wortzilla

    Stimmt. Geht irgendwie nicht.

  68. 68
    wortzilla

    wobei, lieber Johnny, ich sehe gerade – du bei WIRED, die auch GQ und da dann ja wohl nur dicke Dinger, fette Karren, Männer blablabla, also nicht gerade die Ober-Intellos, ne. Ich meine nur. Bin Fan. Aber alles hängt mit allem zusammen.

  69. 69
    flubutjan

    Gratulation zum Gedankenreichtum und der sich in ihr zeigenden … Vitalität und so. Wut ist verdeckte Trauer – Word.

    Doch mein SenF auch noch (der Senf von jemandem, der sich auch schon ein paar Mal ereifert hat):

    – Vor Jahren einen Spruch gelernt: „Man muss nicht über jeeeh-des Stöckchen springen, das einem hingehalten wird.“

    – Ein Stöckchen, über das ich noch wie angestochen springe: Du verwendest in Deinem Text die Bezeichnung „Loser“. Kenne ich seit den 80ern, diesen abwertenden, grauisam-hämischen Schimpfnamen (ich habe ihn damals zum ersten Mal von einer gemeinsamen Bekannten gehört und war platt sowie abgestoßen), den wer benutzt? Winner? Menschen, die sich als Winner sehen wollen? Warum wollen sie das? Lockt vielleicht der (von mir als geradezu mörderisch empfundene) Distinktionsgewinn? Über d i e s e menschenfeindliche Angewohnheit würde sich ein langer Text m. E. lohnen, auch bezüglich Relevanz. Kein Zufall, glaube ich, dass er bald nach der sogenannten „konservativen“, eigentlich neoliberalen Wende (Thatcherism/Reaganomics und ff.) aufkam. Verachtung für Schwächere in Reinkultur. Und auch super Anti-Hippie, ne? Von jeher ein gemeinsamer Nenner von Punk und Reaktionär, wo diese sich die Hand reichen. Semantisch ist „Loser“ übrigens nicht weit entfernt von „Du Opfer“, vermutlich hat „Loser“ hier sogar Erzeugerfunktion. Und all DAS regt MICH auf, Alter.

  70. 70
    jst

    Früher wollten sie nicht nach Berlin. Heute singen sie so meta, wie Berlin ist. ;-)

    Andererseits: Haben sie nicht alles richtig gemacht, wenn wir „Alten“ das Lied nicht mehr so super finden?

    Grüßle – JST

  71. 71
    flubutjan

    @jst: Hui, gerade in Schwung:

    Alle ‚meta‘-styles, auch die hippen, erzeugen automatisch (allein schon vom Namen her), Hierarchie – meta heißt ja sowas wie ‚über‘ – , was hie und da zum Problem werden kann. Besonders dann, wenn den behaupteten unterschiedlichen Ebenen unterschiedliche Wertigkeiten zugeordnet werden. Man selbst gehört dann ja in der Regel der irgendwie „höheren“ Wertigkeit an, z. B. weil man sich toll meta geben kann.

    Ihr werdet’s nicht glauben: Die Faschismen dieser Welt erzeugen nicht nur mit absoluter Verlässlichkeit jeweils so eine zweistufige Werthierarchie (wie z. B. Unter- und Herrenmensch), sie entstammen ihr gewissermaßen auch – der Neigung nämlich, zur Selbstaufwertung Abwertungen von Anderen oder Anderem vorzunehmen. Irgendwo kommt der Käse her. Und irgendein ‚meta‘ steckt immer dahinter. (Und die Alten akzeptieren seine harmloseste Schwundstufe und nennen sie: jugendliche Arroganz.)

    Was ich bis vor Kurzem nicht wusste: Wir haben für unterschiedliche Grade der Wertschätzung verschiedene Hirnareale, die jeweils aktiviert bzw. unterversorgt sind. Wenn Du anerkennst und achtest, funkt’s an ’ner ganz anderen Stelle im Gehirn, als wenn Du herablassend oder ablehnend schaust.
    Durch vom persönlichen Wünschen und Wollen beeinflussbare Lenkung der eigenen Energien (z. B. durch Wahl von Konzentrations- oder Aufmersamkeitszielen) entscheidet sich, ob der attackierende oder der schmusebereite Tiger in Dir gefüttert wird. Und, liebe harte Mistkerle, keine Angst vor zuviel Weichheit: Man bleibt ja so oder so Tiger.

  72. 72
    flubutjan

    @flubutjan: … die Alten akzeptieren seine harmloseste Schwunstufe als anthropologische Konstante und nennen sie …

  73. 73

    Was für “intelligente“ Song-Schreiber. Gäbe es ein Lied einer Frauen-Band, die so etwas über Männer singt, würde die armen Männers sich beschweren.

  74. 74
    lovelyguentah

    Ich stimme dem Artikel großteils zu, mein größtes Problem mit dem Text ist allerdings die Vorstellung (sollte die Ex real sein), dass ein Mädchen dabei zuschauen muss, wie tausende bei Konzerten den Refrain mitsingen und sie damit fertigmachen. Das ist Mobbing, ob man es wissentlich macht oder nicht, ist ja absolut egal – man hetzt mit, gegen eine Frau und versteckt sich dahinter, dass sie ja eventuell fiktiv sein könnte.

    Ich bin übrigens 21, es sind also nicht nur „ihr Alten“ die ihre Liebe zu Kraftklub in der fehlenden Ironie und Tiefe dieses Liedes verlieren. Zumal es gleich doppelt und dreifach schmerzt, weil Fenster und Schüsse in die Luft so unfassbar gut sind!
    Ein letzter Gedanke, zu den Menschen, die sich hier mit KIZ verteidigen. KIZ hat (auch durch Alligatoah) den Schritt vom „blind alles beleidigen und absichtlich politisch unkorrekt sein“ zum intelligente-Texte-schreiben gemacht. Damit waren sie zusammen mit Kraftklub, Weekend und Alligatoah witzig, intelligent und politisch aktiviert. Einen Sprung, den Trailerpark leider nie ganz geschafft hat (auch wenn sie es versucht haben, siehe „Bleib in der Schule“) und den Kraftklub jetzt nochmal macht, nur eben in die falsche Richtung.

  75. 75
    Tom

    Schreib mal was zum Xavier Naidoo. Der ist wesentlich schlimmer,

  76. 76
    flubutjan

    @Tom: Wie heißt das Zauberwort?

  77. 77
    Manu

    Vielen Dank für diesen Artikel!

    Beim hören des Liedes habe ich mich sehr unwohl gefühlt. Jetzt weiß ich noch besser, warum.

  78. 78
    Arzt

    Kraftklub hab ich live mal gesehen. Ordentlich Power. Leider über ihren Zenith hinüber raus mittlerweile. Lasst euch mal von den Ärzten beraten. Die hatten auch einige Lieder mit fragwürdigen Texten – aber immer mit Stil. Das Lied hier von Kraftklub geht gar nicht. Plump, stllos und übrrflüssig. Es gibt heutzutage 100 andere gesellschaftsrelevante Themen. Die Jungs sind auf dem besten Weg in die Belanglosigkeit.

  79. 79
    Srynan

    Heyhey Johnny und ihr alle anderen :)

    Interessante Diskussionen zu dem Song hier! Den Beitrag selbst finde ich gut, er entspricht so ziemlich meinem Gefühl von dem Song… ich konnte ehrlich gesagt gar nicht viel auf die Musik achten, weil ich doch seeeehr irritiert war von dem Text.

    Und wie schon andere hier meinten: Mein Problem ist nicht das „Du verdammte Hure!“ an sich. Wenn das aufgelöst, zynistisch oder ironisch umgedeutet würde – so wirkt es einfach plump und kindisch. Wobei ich finde, dass der ganze Song irgendwie seltsam wirkt…

    Man vergleiche es nur mit solchen Zeilen hier:
    „Und so ein Rad, was sich einmal klauen lässt
    Tut es vielleicht nochmal
    Und wenn es dir verspricht, das da gar nix ist
    Das es nix mehr fühlt für mich
    Weißt du, dass es eine Lüge ist“ (Kraftklub, Mein Rad)

    Ich hab selten so über Fahrraddiebstahl (^^) gelacht, wie bei dem Song!

    Und auch das schon angesprochene „Liebe“, dass ja zumindest was Kraftausdrücke angeht, sich nicht zurückhält, baut sich gegenteilig auf:
    Er bemitleidet SICH für seine Abhängigkeit – auch wenn er verdammt noch mal wütend ist, auf sie und auf den neuen Freund.

    Viel wichtiger aber: Es nutzt die Beleidigungen gezielt, „Liebe“ ist gespickt damit – aber nicht überladen.
    Der Refrain in „Dein Lied“ wirkt nach 2-3 mal hören so platt, so abgenutzt und blatant, dass er meiner Meinung nach, nicht mal wirklich zum mitgröhlen taugt. Jedenfalls nicht vor 10 Bier+ intus.

    Und das Schlimmste: Wenn ich daran denke, dass ich mir das auf nem Festival oder Konzert mit meiner Freundin zusammen anhören soll, dann will nicht wirklich Feierstimmung aufkommen. Und als ich sie 2015 das erste mal live gesehen und gehört hab, war das einfach nur eine rießige Party, die ich zusammen mit ihr genießen konnte. :/
    Von daher hoffe ich, dass der Song floppt – und nicht oft live zu hören sein wird.

    Aber noch ein anderer Gedanke von mir, bevor ich mich erstmal verabschiede:
    Ich finde das Konzept an sich, solche „Scheiß doch auf dich“-Songs zu schreiben vollkommen okay.
    Ein gutes Beispiel ist, finde ich, „Schatz“ von Heisskalt – einfach mal reinhören. :)
    Hier ein Beispiel der Lyrics:
    „Du sagtest du willst ein Lied, dann komm schon und nimm es dir
    Kann es nicht brauchen, ich hab keine Verwendung dafür
    Jedes Wort ist gelogen, ich finde das passt zu dir
    Ja ich finde es steht dir gut Ich finde es steht dir gut!“

    In diesem Sinne – wählt eure Worte weise!
    Mfg, Srynan

  80. 80

    Lieber Johnny,

    ich muss sagen, dass ich auch großer Kraftklub-Fan bin und Dein Lied kann ich einfach nicht ernst nehmen. Ich finde es furchtbar, weil sie jeglichen Feminismus mit Füßen treten. Was ist denn mit den Kerlen, die nach der Trennung mit jeder Frau aus der Stadt schlafen? Die kriegen ein High-Five von ihren Freunden und bestenfalls ein „Arschloch“ von der Ex und ihren Freundinnen.

    Ich hab Felix und Co. echt ein bisschen mehr zugetraut als so einen Scheiß. Das Lied macht mich verdammt traurig. Fenster find ich zum Beispiel super, aber Dein Lied werde ich wahrscheinlich immer überspringen.

    Liebe Grüße,

    Joanna

  81. 81

    Hi Johnny, habe gerade Deinen Link über Spiegel online reinbekommen. Ist ein super geschriebener Beitrag. Hmmm, aber auch, wenn alle mich dafür jetzt verurteilen. Ich finde diesen Song saugut –> bin Frau, aber nicht Hure und älter als die Kraftklub Jungs. Ich bin es auch nicht gewöhnt, „dass Frauen von Männern numal so bezeichnet werden“. Echt? Da habt Ihr Eure Männer nicht im Griff, Mädels. Wahrscheinlich ist mein Musikgeschmack für im Moment sowieso voll daneben -> hier meine 2ct dazu ausführlich: http://www.mein-abenteuerland.com/spass/spass_start.html — Aber ehrlich, lasst doch die Jungs mal machen. Wieso sind immer alle so empfindlich und weichgespült? Wer das nicht hören will, muss ja nicht, kann ja Helene Fischer hören, auch schön…. naja und eigentlich sind wir Frauen doch auch nicht so hilfsbedürftig, als das wir uns da nicht wehren können und zu jedem Sch*** mitbrüllen, was unsere Männer mögen. Süß, fühle mich jetzt beschützt :-) Liebe Grüße, Jana

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