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Kranke Kassen

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Lustiger und billiger als eine Armbinde, zahlt aber die Kasse nicht: Aufblasbares Prinzessinnenkostüm.

Als privat Krankenversicherter erhält man ja nicht nur einen direkten Einblick ins Zweiklassen-Gesundheitssystem, sondern auch in Preislisten, da man jede Rechnung zunächst selbst bezahlt, um dann ganz gespannt zu warten, wie viel davon die PKV wohl übernimmt.

Nach meinem Unfall im August bekam ich in der Notaufnahme nach dem Feststellen des Schlüsselbeinbruchs eine Armschlinge, um den Arm ruhig halten zu können. Ein ganz einfaches Modell. Angaben zu den Kosten gab es natürlich nicht. Man bekommt die Schlinge halt, weil man ja eine braucht.
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Was wäre, wenn Twitter uns gehören würde?

Dieser Text erschien zuerst auf WIRED.de.

Deutsche Version, English version below.
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Das öffentlich-rechtliche Internet: funk ist da.

Disclaimer: funk – bis gestern mehr oder weniger als „Das Junge Angebot von ARD und ZDF“ bekannt – war und ist im Jahr 2016 Partner des von Tanja und mir gegründeten TINCON e.V. und der Jugendkonferenz TINCON und hat die Konferenz dadurch mitfinanziert. Dieser Artikel ist nicht Teil unserer Vereinbarung.

Mitte der 2000er Jahre, als Blogs in Deutschland boomten, ihre Autor*innen rund um die Uhr beschäftigten und vor die Frage stellten, wie diese ihre Arbeit finanzieren sollten (und ja, es war und ist – auch – Arbeit), da kam öfter mal der Gedanke auf, wie toll doch ein öffentlich-rechtliches Blog-Netzwerk wäre. Blogs verschiedener Ausrichtungen hätten sich einem Bildungsauftrag verschrieben und wären wenigstens zu einem Teil durch die Einnahmen des öffentlich-rechtlichen Systems finanziert worden und damit werbefrei gewesen. Zudem wäre mit einem solchen Ö-R-Blog-Netzwerk ein wenig auf die berechtigte Kritik an genau diesem System eingegangen worden, das zu oft den Eindruck macht, allein für Rentner zu produzieren und dafür Zwangsgebühren zu erheben.
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Hagen Liebing (1961 – 2016)

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In Zeiten, in denen ich nicht besonders viel blogge, ist es mehrfach schlimm, Abschiedsmeldungen tippen zu müssen. Doch den Menschen, die Berührungen mit meinem Leben hatten, bin ich wenigstens diesen letzten Gruß schuldig.

Dabei möchte ich das nicht mehr. Ich möchte, dass wir alle steinalt werden und dann mit einem glücklichen Lächeln einschlafen. Doch wann wir gehen müssen, lässt sich kaum beeinflussen.

Am gestrigen Sonntag ist Hagen Liebing verstorben und das ist sehr, sehr traurig. Hagen war und bleibt ein Stück der Berliner Musikkulturgeschichte, die ich miterleben durfte und darf. Als meine Band Plan B 2013 für ein paar Gigs neu zusammenkam, waren es Hagen beim Berliner TIP-Magazin und der ebenfalls vor kurzer Zeit verstorbene Peter Radzuhn von Radio Eins, die sich über die Reunion freuten und uns sofort unterstützten. Nicht nur dafür: Danke, Hagen.

Mein ehrliches Beileid geht an Hagens Frau Anja, an seine Kinder, an seine Familie und die engen Freunde. Es tut mir unendlich leid.

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Auf einer Skala von Eins bis Zehn

Fuck, ich glaube, ich falle.
Verdammt, jetzt bloß nicht voll auf die Schulter krachen!
Oh, doof, voll auf die Schulter gekracht.
Jetzt bloß nicht auch noch auf den Kopf.
Mist. Auch noch voll auf den Kopf.
Gut, voll auf den Helm.
Noch was?
Nee.
Ich liege im Regen auf der Straße und kann noch denken.
Scheiße, tut das weh.

All dies denke ich in der Viertelsekunde, die es dauert, bis ich auf der Straße liege, nachdem es mir im Regen auf Kopfsteinpflaster die Vespa weggerissen hat. Man fragt sich, wo dieses Schnelldenkpotential im Rest des Lebens Urlaub macht.
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Johannes Korten (1974 – 2016)

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V.l.n.r.: Johannes, Johnny, Tanja

So war das mit Johannes Korten, wenn wir ihn auf der re:publica getroffen haben. Nach einem netten, interessierten und interessanten, spannenden Gespräch über die Welt, das Netz, das Leben gab es ein Selfie, das Einfangen eines Moments der Begegnung. Zur Erinnerung.

Als dieses Foto während der #rpTEN im Mai 2016 entstand, hatten wir keinen Schimmer, dass es das letzte gemeinsame sein würde. Und nun erfüllt es seine Bestimmung so viel trauriger, als wir es hätten ahnen können, als wir es wahrhaben wollen. Zur Erinnerung.

Am vergangenen Montag wurde gegen Mittag zur tragischen Gewissheit, was nach einem Abschiedsbrief in den frühen Morgenstunden viele Freundinnen und Freunde nicht nur in den Online-Kanälen mit großer Sorge befürchtet hatten: Johannes Korten hat sich das Leben genommen.

Und ich musste wenigstens ein paar Tage ins Land gehen lassen, bevor ich diese Zeilen schreibe. Bevor wir – Tanja und ich – Johannes‘ Frau, seinen Kindern, seiner Familie und seinen Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen auch auf diesem Weg unser ehrliches und tiefes Beileid aussprechen.
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Cut

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In Injection, einer Comic-Serie von Warren Ellis, Declan Shalvey und Jordie Bellaire, treffen wir eine Gruppe von exzentrischen Expertinnen und Experten in den Feldern der Physik, Spionage, Mythologie, Logik und Informationstechnologie, die versehentlich eine Art Virus in die Welt gesetzt haben. Und natürlich sind sie die einzigen Menschen, die dagegen auch wieder vorgehen können.

In einer frühen Szene im Buch, einer Art Kennenlernrunde der Protagonisten, erklärt Brigid, wie sie einmal eine Maschine erschaffen habe, die bei der Menschheit nicht besonders gut angekommen sei. Diese Maschine war so smart wie ein Mensch, verhielt sich aber nicht so. Denn, so Brigid: „Es gibt keinen Grund dafür, dass sich eine Maschine von der Klugheit eines Menschen auch wie einer benehmen sollte“.
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Wir brauchen neue Häfen

Wir brauchen neue Häfen.

Selbst sonst so ruhige Menschen sorgen sich, aber ganz anders als die Besorgten.

Denn wenn sie wieder vor den Türen stehen, stehen sie auch vor unserer.

Ohnmacht, Unsicherheit und Sprachlosigkeit erdrücken wichtige Stimmen, weil Grautöne und Farben in den Debatten eine Einladung für Schwarzweißmaler aller Couleur sind, die alles überstreichen. Sie sind ein offenes Einfallstor für die, die Herausforderungen nicht lösen wollen, die vor der Komplexität der Geschichte aufgegeben haben und die daher den Scharlatanen der einfachsten Erzählung folgen. Und die im öffentlichen Diskurs-Bereich dabei sind, die Oberhand zu gewinnen. Kein vernünftiger Artikel bleibt ohne Mistgabeln schwingende Meute, die ihn niederschreit.

Im Gegensatz zu uns haben sie eine Partei. Sie haben Treffpunkte und regelmäßige Öffentlichkeit. Sie sind dezentral vernetzt und organisiert durch die Werkzeuge, die wir viel besser kennen und die wir viel besser nutzen können sollten. Sie sind sich ihrer Sache sicher, denn sie erhalten zehntausende LIKEs für Mordaufrufe. Sie bewaffnen sich und sie scheuen keine Gewalt.

Sie haben eine gemeinsame Basis. Während wir uns kaputtstreiten über das dritte Wort im vorletzten Satz des fünften Abschnitts, schreiben sie nur die Headline. Und sind sich einig.

Immerhin: Was sie nicht haben, sind Kunst und Musik.
Wollen wir wirklich warten, bis sie sie wieder verbieten?

Wenn wir aber keine Partei haben, die sich bedingungslos gegen sie stellt. Wenn es niemanden gibt, der in unserem Sinne die Stimme erhebt. Wenn wir keine Treffpunkte, keine Vertreterinnen und Vertreter haben. Dann geben wir die Straße, die Kommentarfelder, die öffentlichen Debatten, die Demokratie und die Menschlichkeit auf.

Und wenn wir unsere Kritik, unsere Wut, unsere Gegenwehr weiterhin ausschließlich auf die Fehler der bestehenden demokratischen Instanzen, Menschen, Medien richten, statt auf die Hassenden … dann unterstützen wir die Abschaffung dieser Instanzen und spielen damit denen in die Hände, die sie sich hämisch reiben.

Immerhin: Noch bleiben uns die Kunst und die Musik.
Doch sie schützen nur unsere Seelen.
Nicht vor denen, die vor unseren Türen stehen.

Ein Bekannter war sich in einem Gespräch neulich sicher. Zurecht, fürchte ich. Der Staat wird mit härterer Gangart antworten. Mehr Polizei. Mehr Überwachung. Mehr Kontrolle. Mehr Staat. Und zu unserer Beruhigung wird es gleichgeschlechtliche Ehe und Marihuana geben. Das, was wir wollen, gegen das, was wir nicht wollen. Gegen das uns aber die Argumente ausgehen, weil sie niemand mehr ausspricht und niemand mehr hört.

Wir brauchen neue Häfen.

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Komm doch, 2016!

Ich bin unsicher, wie ich das Jahr 2015 rückblickend bewerten soll. Dabei war es in persönlicher Hinsicht ein gutes! Die Familie ist gesund, größere Probleme gab es nicht, es geht uns gut. Und beruflich bleibt alles spannend, meine Radiosendung macht Spaß und ist erfolgreich, ähnlich läuft es mit meinen WIRED-Kolumnen; die re:publica steht vor der zehnten Ausgabe, und mit der TINCON haben Tanja und ich (seit kurzem auch mit kleinem Team) das nächste große Projekt gestartet: Einen gemeinnützigen Verein, der u.a. vom 27.-29. Mai 2016 in Berlin eine Konferenz allein für Teenager durchführen wird. Natürlich wird es auch hierbei um digitale Themen gehen.

Der Blick in die Welt allerdings vereitelt das entspannte Lächeln etwas. Mit Pegida und der AfD hat Hässlichkeit in Deutschland ein neues Gesicht bekommen, Brandstiftungen gegen Flüchtlingsunterkünfte, Gewalt gegen hilfesuchende Menschen und hasserfüllte Postings in den sozialen Netzwerken belegen, dass Menschen sich nicht dafür schämen, sondern sich auch noch gegenseitig dafür feiern, wenn sie sich als Rechtsextreme, Gewalttäter und Rassistinnen und Rassisten zeigen.

Das Leid unserer Nachbarn zeigt sich durch vor Kriegen Geflüchtete direkt vor unserer Haustür, und wären da nicht die vielen Helferinnen und Helfer, die vielen hilfsbereiten Menschen, die glücklicherweise das Land auch auf internationaler Ebene viel mehr prägen als die Hasskappen, dann könnte man den Glauben an die Menschlichkeit verlieren.

Und wer hätte gedacht, dass ich einmal froh bin über eine Kanzlerin Merkel, deren Worte sich klar gegen Rechts, gegen den Hass stellen, und die Hilfsbereitschaft zurecht zur ersten Bürgerpflicht ausgerufen hat. Ob es bei der Kanzlerin reine Empathie ist oder das Wissen, dass es auch die westliche Politik der letzten Jahrzehnte ist, die eine Mitschuld an den aktuellen Zuständen trägt, weiß ich nicht, es ist mir aber in diesem Fall egal.

Und dann ist da noch die Trauer um all diejenigen auf der ganzen Welt, die Opfer von brutalen Anschlägen wurden, für die mir die Worte fehlen und die mein Verstand niemals bewältigen kann.

Die Welt ist nicht okay, leider. Und sie wird es auch 2016 nicht werden. Ich wünsche euch und uns dennoch und deshalb, dass jede und jeder von uns es schafft, ein klitzekleiner Teil einer Lösung gegen Hass, Krieg, Gewalt und Ignoranz zu sein. Ein Lächeln, ein eigenes Projekt, ein Widerspruch in der Kneipe und im Netz – es braucht nicht viel um zu zeigen, dass Schluss ist mit Zynismus und Ironie und Wegschauen, dass es Zeit für klare Haltung ist.

Es gibt keinen anderen Weg in eine bessere Welt als den gemeinsamen.
Wir müssen nur losgehen.

Auf ein gutes, tolles, friedliches und gesundes 2016 für alle!

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Gedanken nach Paris

Heute morgen haben drei der vielen PR-Mails mit diesem Satz begonnen:
„Hallo Johnny, ich hoffe, du hattest ein schönes Wochenende!“

Nein, hatte ich nicht. Es war ein beschissenes, bedrückendes, beängstigendes, unendlich trauriges Wochenende.
Ich schaffe nur, einzelne Gedanken aufzuschreiben.
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Weiße Kommentare

Da es unter diesem Artikel mal wieder zu den üblichen Versuchen kam, die Diskussion vom ursprünglichen Thema wegzulenken, habe ich mir eine schnelle Lösung einfallen lassen. Ich kenne das echt seit Jahren, es ist immer wieder die gleiche Strategie: Sobald es um Rechtsextremismus geht, versuchen zwei, drei Leute unter unterschiedlichen Namen die Debatte an sich zu reißen, auf „Gefahren von links“ zu verweisen und dann ihre anderen „Man wird ja wohl noch sagen dürfen“- und „Deutschland schafft sich ab!“-Themen unterzubringen.

Natürlich lösche ich Kommentare, die komplett unter die Gürtellinie gehen und zeige jene an, die Hass verbreiten oder zur Gewalt aufrufen. Diejenigen aber, die „nur“ zeigen, wie weit rechts das Gedankengut einiger Leute noch oder wieder sitzt, mag ich nicht einfach löschen, denn ich bin auch ein bisschen stolz darauf, dass es von unseren Leserinnen und Lesern ordentlich Gegenrede und vor allem Argumente gibt. Einfach nur alles zu löschen, was nervt, bedeutet auch, die Dokumentation zu verfremden, das gefällt mir nicht.

Ich habe daher das ältere, aber im Moment noch funktionierende Plugin „Highlight Comments“ etwas angepasst. Ich hebe damit nicht die guten Kommentare hervor, sondern blende die Blender aus, indem ich ihnen gebe, worauf sie oft so stolz sind: Weiße Farbe.

Kommentare, die mich nerven, haben ab jetzt weiße Schrift auf weißem Grund. Wer diese Kommentare dennoch lesen will (z.B., um zu verstehen, worauf sich der Widerspruch der Antworten bezieht) kann den Text markieren und dann wieder erkennen.

Das ist eine schnelle, vorübergehende Lösung, welche die Dokumentation erhält, aber die Atmosphäre etwas weniger vergiftet. Da ich nicht ständig am Rechner sitze, kann das Einweißen manchmal etwas dauern, aber ich gebe mir Mühe, so schnell wie möglich zu sein.

Nochmals ein fettes Dankeschön an alle, die sich einmischen und mit Argumenten widersprechen, das bedeutet mir sehr viel!

(Wenn Zeit ist, versuchen wir das Plugin mal zu erweitern, so dass man bestimmte Mailadressen oder IPs automatisch weiß machen kann … falls das klappt, stellen wir das Plugin anderen WP-Nutzerinnen und -Nutzern zur Verfügung.)

UPDATE Hier gibt es noch ein paar Sätze zu „Derailing in Kommentaren“.

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Pommes am Strand und #Neulandesverrat

pommes

Ich bin temporär faul, daher hier nur ein kurzer Gruß aus dem Ausland und der Hinweis auf meinen Text zum #Landesverrat bei wired.de.