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Freifahrt [Update]

Es war in den 70er Jahren, glaube ich, als sich in Deutschland leidenschaftliche Autofahrer zusammentaten und unter dem Slogan „Freie Fahrt für freie Bürger“ gegen staatliche Beschränkungen des Individualverkehrs wehrten. Diese Autofahrer waren davon überzeugt, dass Tempolimits und (damals stattfindende) autofreie Sonntage ein Eingriff in ihre persönliche Freiheit wären, und dass nur sie selbst entscheiden sollten, wann und wie schnell sie fahren dürften.

Die Auto-Lobby hatte eine sehr laute Stimme, die von diversen Automobilklubs und von den Boulevard-Medien, die dem Volk so gerne „aufs Maul schauen“, verstärkt wurde. Irgendein Axel-Springer-Blatt brachte den Slogan als Aufkleber-Beilage und selbiger prangte danach auf vielen PKW.

Geändert hat der Autofahrer-Protest an der Verkehrspolitik der darauf folgenden Jahre und Jahrzehnte nur wenig, und wenn wir heute in Großstädten immer mehr begrüßenswerte Tempo-30-Zonen haben, dann verdanken wir das ganz sicher nicht jenen Teilen der autofahrenden Bevölkerung, die ihre individuellen Bedürfnisse über die ihrer Umwelt stellen.

Manchmal, in stillen Sekunden, wenn die Katzen auf Twitter schlafen, bei Facebook alle außer den Codern Mittagspause machen und sogar Robert Scoble Google+ abgeschaltet hat … dann frage ich mich, ob Teile der netzpolitischen Gemeinde mittlerweile ähnlich funktionieren wie die oben beschriebenen Autofahrer. Freies Netz für freie Bürger.
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Offen für alle: Open Spreeblick

UPDATE Die Aktion ist vorerst beendet!

Lange keine Aktion mehr gemacht, dachten wir neulich, und gleich danach uns eine aus. Mit „Open Spreeblick“ starten wir ein Experiment: Zunächst bis Ende Juli kann ab jetzt jeder auf Spreeblick bloggen, der es gerne möchte. Einfach hier klicken, um die FAQ und Nutzungsbedingungen zu lesen, dann hier registrieren und loslegen!

Die komplette Anarchie ist das natürlich nicht, wir werden eine möglichst leichte redaktionelle Aufsicht ausüben und behalten uns somit vor, Artikel ohne Angabe von Gründen und ohne weitere Erklärungen nicht zu veröffentlichen. Doch ich bin ziemlich sicher (okay: ich hoffe), dass wir von dieser Kontrolle kaum Gebrauch machen müssen und so ziemlich alles veröffentlichen können, was ihr in unser Backend packt.

Also los. Erzählt uns was!

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Erste Eindrücke und Tipps: Google+

google+

UPDATE Anscheinend ist Google+ mittlerweile offen für alle.

Natürlich muss man Googles neuestes Baby, Google+ nämlich, mit Facebook vergleichen, denn im Kern geht es um die gleichen soziale Funktionen im digitalen Raum: Das Teilen von Nachrichten, Fotos, Videos, Links und Gedanken mit Bekanntschaften und Freunden.

Ob Google+ sich durchsetzen und zu einem Quasi-Standard neben oder gar statt Facebook werden kann, das will zu diesem Zeitpunkt, an dem der Service zunächst in einer Testphase läuft, wohl niemand vorhersagen. Es ist zwar davon auszugehen, dass Google+ für Google enorm wichtig ist und entsprechend beworben wird, denn diesen Marktanteil des Data-Mining und der personalisierten Werbung möchte man ungern weiterhin Facebook überlassen, doch trotz vieler vorhandener Nutzer von anderen Google-Produkten (Gmail etc.), die man leicht auf Google+ hinweisen kann, wird es schwierig werden, genau jene Masse zu einem Wechsel zu bewegen, die Facebook zu einem so unglaublichen Erfolg gemacht hat. Am Ende entscheiden die Nutzer, wem sie ihre Verhaltensdaten anvertrauen.

Keine Orakelversuche also an dieser Stelle, stattdessen erste Eindrücke nach einigen Stunden mit Google+. Und ein paar nützliche Tipps.
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Passen

Sommerferien. Sechs Wochen, die mir als Kind wie ein ganzes Jahr vorkamen. Manchmal verreisten wir, fast immer nach Dänemark und dort immer an den gleichen Ort, manchmal verbrachten wir die Ferien aber auch in unserem winzigen und doch so großen Schrebergarten, für dessen Hütte mein Vater das Fundament selbst gegossen und den Rest selbst gezimmert hatte.

Sechs Wochen Sommerferien bedeuten für Kinder den Himmel auf Erden, schier endlose Freizeit, Spiel ohne Pause und Ende, Sonnenbrand, Wasserschlachten und späteres Zubettgehen. In erster Linie aber: Keine Schule.

Und selten zuvor – nicht einmal in meiner eigenen Kindheit – habe ich diese schullosen Wochen mindestens so sehr ersehnt wie meine Söhne in diesem Jahr, in dem einer von ihnen die Grundschule verlässt.
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Fast alles über Frauenfußball

Frauenfußball-WM! Juchee! Aber erst ab Sonntag. Bleibt noch ein bisschen Zeit, die drängendsten Fragen zu beantworten.
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GEMA vs. YouTube: Gerüchte, Zahlen, Forderungen

Das Erstaunliche am oben gezeigten Anonymous-Video, mit dem sich die Gruppierung in den Streit zwischen der GEMA und Google/YouTube einmischt, bei dem es um die Vergütung der musikalischen Urheber von Musikvideos geht: Offenbar wissen Anonymous weit mehr als andere Beobachter des Kampfes, unter dem so gut wie jeder Internet-Nutzer hierzulande leidet. Oder sehr viel weniger. Aus dem Statement des Videos:

(…) Wir beobachten mit Sorge eure überhöhten Forderungen bezüglich urheberrechtlich geschützem Material auf Youtube und anderen Plattformen dieser Art. (…) Ihren überzogenen Forderungen kann und wird das Unternehmen Google nicht zustimmen können, da es nicht die benötigten Werbeeinnahmen generieren kann. (…)

Das ist bei aller Sympathie für Anonymous beinahe so putzig wie die aktuelle Rebellion der Plattenbosse.
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kino.to t

UPDATE Okay. Der ist gut.

Mit kino.to wurde eines der hierzulande wohl bekanntesten Video-Stream-Portale geschlossen, mehrere mutmaßliche Betreiber des Portals wurden festgenommen. Verfolgt man die Tweets rund um dieses Ereignis, bekommt man einen gewissen Eindruck davon, wie beliebt die Site offenbar war – obwohl sich die meisten Twitter-Nutzer auf die reine Verbreitung der Meldung beschränken, gibt es auch viele, die das Verschwinden der als illegal eingestuften Seite bedauern, die Schließung für ungerechtfertigt halten oder sich gar politisch für ein Fortbestehen der Site einsetzen wollen. Und damit ein zumindest fragwürdiges Gerechtigkeitsempfinden an den Tag legen.
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Die Fliege ist doof


Hübsche Kühe und doofe Fliegen.

Die Fliege, dachte ich neulich Abend, als ich eine ebensolche umherfliegen sah, muss das dämlichste Tier der Welt sein. Anscheinend ziellos surrt sie umher, wechselt im Millisekundentakt die Richtung und stoppt nur, wenn sie irgendwo gegen knallt. Und das tut sie oft. Eigentlich ständig. Der Esel macht IA, die Kuh macht Muh und die Fliege macht Bwwwwwwwwplopp.
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Lawrence Lessig beim eG8-Gipfel: “Schützt die Outsider”

Erst jetzt habe ich es geschafft, die Rede von Lawrence Lessig während des eG8-Gipfels anzusehen und kann nur allen halbwegs interessierten Leserinnen und Lesern empfehlen, es mir gleich zu tun (die Rede dauert nur zehn Minuten und startet bei 2:10). Denn Lessigs Anwesenheit war wichtig:

Inhaltlich gewohnt fundiert und erzählerisch herausragend führt Lessig die Anwesenden mit dem Vergleich von Regierungen mit Alkoholikern an sein Thema heran, das da heißt: „Schützt die Outsider“. Er warnt Regierungen davor, sich vor den Karren der Unternehmen spannen zu lassen („Their job is profit for them. Your job is the public good.“) und spannt einen geschickten Bogen von den oft von Jugendlichen und „Outsidern“ gegründeten und allen bekannten Internet-Giganten zur wirtschaftlichen Innovationskraft, die durch Angriffe auf die Netzneutralität gefährdet wäre. Und er schließt mit den Worten:

The future of the internet is not Twitter, it is not Facebook, it is not Google, it is not even Rupert Murdoch. The future of the internet is not here. It wasn’t invited. It doesn’t even know how to be invited, because it doesn’t yet focus on policies and fora like this. The least we can do is to preserve the architecture of this network that protects this future that is not here.

Übersetzung: Die Zukunft des Internet ist nicht Twitter, nicht Facebook, nicht Google und nicht einmal Rupert Murdoch. Die Zukunft des Internet ist nicht hier. Sie war nicht eingeladen. Sie weiß nicht einmal, wie man eingeladen wird, denn sie kümmert sich noch nicht um Richtlinien und Foren wie dieses. Das Mindeste, das wir tun können, ist die Architektur des Netzwerks zu erhalten, die diese Zukunft beschützt.

Für diese klaren Worte flog Lawrence Lessig dann auch gleich aus dem Empfehlungskatalog des eG8-Forums. Nach dem Klick gibt es noch ein ebenfalls sehenswertes Interview mit ihm vom eG8-Forum und ein weiteres Video von der alternativen eG8-Pressekonferenz mit Jérémie Zimmermann (La Quadrature du Net), Jeff Jarvis, Lawrence Lessig, Susan P. Crawford (ehemals ICANN), Jean-François Julliard (Reporter ohne Grenzen) und Yochai Benkler (Co-Direktor am Harvard’s Berkman Center for the Internet).
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Should we stay or should we go?

Ein „zivilisiertes Internet“ fordert Nicolas Sarkozy mit dem eG8-Forum und meint damit das Ende der Netzneutralität. Und zunächst war ich begeistert von der Meldung, dass Cory Doctorow die Einladung zu diesem Gipfeltreffen abgesagt hatte. Die Gefahr einer Instrumentalisierung seiner Person ist schließlich durchaus gegeben, die Wahrscheinlichkeit, dass man ihm zuhören oder ihn ernst nehmen würde, gering, und obwohl ich Gespräche zwischen verschiedenen Netz-Vertretern für prinzipiell richtig halte, würde ich Sarkozy auf der Liste der vertrauenswürdigen Leitfiguren solcher Gespräche höchstens auf Platz 983 einstufen, direkt hinter Homer Simpson.

Doch nach weiterem Nachdenken (das passiert mir manchmal) fand ich es äußerst schade, dass Doctorow nicht dabei war. Denn es ist einfach viel leichter, in der Opposition zu verharren, immer wieder darauf zu bestehen, dass man Dinge besser wisse und könne (wovon ich in diesem Fall zwar ebenfalls überzeugt bin, in anderen aber vielleicht nicht) und nicht einmal als eingeladener Beobachter dabei zu sein, wenn sich die „Gegenseite“ trifft.
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Sony Playstation Network: Die Zukunft ist Vergangenheit

Kazuo Hirai

Wochenlang war Sony mit der Analyse des Einbruchs in das Sony Playstation Network (PSN), dem Internet-basierten Netzwerk, das sowohl vernetztes Spielen als auch den Kauf digitaler Produkte über Sonys Videogame-Konsole Playstation 3 ermöglicht, und seiner Wiederherstellung beschäftigt. Über 100 Millionen Kundendaten sollen bei der Attacke abhanden gekommen sein, schlampige Kommunikationspolitik und ein offenbar ebensolches System ernteten weltweite Kritik. Als der Dienst vor wenigen Tagen in Teilen wieder startete, gab es kurzfristig erneut schwerwiegende Probleme, die es dieses Mal anscheinend an der Mainstream-Presse vorbei schafften.
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Regierungsproteste in Spanien – Nobody expects the #spanishrevolution [Update]

UPDATE Der Ustream-Nutzer juanlusanchez streamt auf diesem Kanal anscheinend live aus Madrid, wo sich am heutigen Dienstag Abend einige tausend Menschen versammelt haben.

Man verzeihe bitte mein Wortspiel in der Überschrift, doch ob der Absurdität, dass man in deutschen als auch generell europäischen Medien gerade noch vergeblich nach Informationen zu den aktuellen Protesten in Spanien sucht, scheint es gewissermaßen doch wieder relativ angemessen. Selbst in den spanischen Medien wird nur zögerlich darüber berichtet, dass landesweit in mittlerweile mehr als 60 Städten schätzungsweise 130.000 Menschen auf die Straßen gegangen sind und weiterhin gehen, um ihrer Wut über die Regierung und wirtschaftlichen Lage Ausdruck zu verleihen.

Unter dem Motto Democracia Real YA! (Wahre Demokratie jetzt!) demonstrieren seit Sonntag dem 15. Mai immer größere Menschengruppen in immer mehr Städten und finden sich auf deren zentralen Plätzen ein. Die Demonstranten ziehen sich dabei durch sämtliche Alters- und Gesellschaftsschichten und die Organisation der Treffen geschieht vor allem über das Netz und Social Media Tools wie Twitter oder Facebook. Read on my dear…

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