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Die Fliege ist doof


Hübsche Kühe und doofe Fliegen.

Die Fliege, dachte ich neulich Abend, als ich eine ebensolche umherfliegen sah, muss das dämlichste Tier der Welt sein. Anscheinend ziellos surrt sie umher, wechselt im Millisekundentakt die Richtung und stoppt nur, wenn sie irgendwo gegen knallt. Und das tut sie oft. Eigentlich ständig. Der Esel macht IA, die Kuh macht Muh und die Fliege macht Bwwwwwwwwplopp.
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Lawrence Lessig beim eG8-Gipfel: “Schützt die Outsider”

Erst jetzt habe ich es geschafft, die Rede von Lawrence Lessig während des eG8-Gipfels anzusehen und kann nur allen halbwegs interessierten Leserinnen und Lesern empfehlen, es mir gleich zu tun (die Rede dauert nur zehn Minuten und startet bei 2:10). Denn Lessigs Anwesenheit war wichtig:

Inhaltlich gewohnt fundiert und erzählerisch herausragend führt Lessig die Anwesenden mit dem Vergleich von Regierungen mit Alkoholikern an sein Thema heran, das da heißt: „Schützt die Outsider“. Er warnt Regierungen davor, sich vor den Karren der Unternehmen spannen zu lassen („Their job is profit for them. Your job is the public good.“) und spannt einen geschickten Bogen von den oft von Jugendlichen und „Outsidern“ gegründeten und allen bekannten Internet-Giganten zur wirtschaftlichen Innovationskraft, die durch Angriffe auf die Netzneutralität gefährdet wäre. Und er schließt mit den Worten:

The future of the internet is not Twitter, it is not Facebook, it is not Google, it is not even Rupert Murdoch. The future of the internet is not here. It wasn’t invited. It doesn’t even know how to be invited, because it doesn’t yet focus on policies and fora like this. The least we can do is to preserve the architecture of this network that protects this future that is not here.

Übersetzung: Die Zukunft des Internet ist nicht Twitter, nicht Facebook, nicht Google und nicht einmal Rupert Murdoch. Die Zukunft des Internet ist nicht hier. Sie war nicht eingeladen. Sie weiß nicht einmal, wie man eingeladen wird, denn sie kümmert sich noch nicht um Richtlinien und Foren wie dieses. Das Mindeste, das wir tun können, ist die Architektur des Netzwerks zu erhalten, die diese Zukunft beschützt.

Für diese klaren Worte flog Lawrence Lessig dann auch gleich aus dem Empfehlungskatalog des eG8-Forums. Nach dem Klick gibt es noch ein ebenfalls sehenswertes Interview mit ihm vom eG8-Forum und ein weiteres Video von der alternativen eG8-Pressekonferenz mit Jérémie Zimmermann (La Quadrature du Net), Jeff Jarvis, Lawrence Lessig, Susan P. Crawford (ehemals ICANN), Jean-François Julliard (Reporter ohne Grenzen) und Yochai Benkler (Co-Direktor am Harvard’s Berkman Center for the Internet).
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Should we stay or should we go?

Ein „zivilisiertes Internet“ fordert Nicolas Sarkozy mit dem eG8-Forum und meint damit das Ende der Netzneutralität. Und zunächst war ich begeistert von der Meldung, dass Cory Doctorow die Einladung zu diesem Gipfeltreffen abgesagt hatte. Die Gefahr einer Instrumentalisierung seiner Person ist schließlich durchaus gegeben, die Wahrscheinlichkeit, dass man ihm zuhören oder ihn ernst nehmen würde, gering, und obwohl ich Gespräche zwischen verschiedenen Netz-Vertretern für prinzipiell richtig halte, würde ich Sarkozy auf der Liste der vertrauenswürdigen Leitfiguren solcher Gespräche höchstens auf Platz 983 einstufen, direkt hinter Homer Simpson.

Doch nach weiterem Nachdenken (das passiert mir manchmal) fand ich es äußerst schade, dass Doctorow nicht dabei war. Denn es ist einfach viel leichter, in der Opposition zu verharren, immer wieder darauf zu bestehen, dass man Dinge besser wisse und könne (wovon ich in diesem Fall zwar ebenfalls überzeugt bin, in anderen aber vielleicht nicht) und nicht einmal als eingeladener Beobachter dabei zu sein, wenn sich die „Gegenseite“ trifft.
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Sony Playstation Network: Die Zukunft ist Vergangenheit

Kazuo Hirai

Wochenlang war Sony mit der Analyse des Einbruchs in das Sony Playstation Network (PSN), dem Internet-basierten Netzwerk, das sowohl vernetztes Spielen als auch den Kauf digitaler Produkte über Sonys Videogame-Konsole Playstation 3 ermöglicht, und seiner Wiederherstellung beschäftigt. Über 100 Millionen Kundendaten sollen bei der Attacke abhanden gekommen sein, schlampige Kommunikationspolitik und ein offenbar ebensolches System ernteten weltweite Kritik. Als der Dienst vor wenigen Tagen in Teilen wieder startete, gab es kurzfristig erneut schwerwiegende Probleme, die es dieses Mal anscheinend an der Mainstream-Presse vorbei schafften.
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Regierungsproteste in Spanien – Nobody expects the #spanishrevolution [Update]

UPDATE Der Ustream-Nutzer juanlusanchez streamt auf diesem Kanal anscheinend live aus Madrid, wo sich am heutigen Dienstag Abend einige tausend Menschen versammelt haben.

Man verzeihe bitte mein Wortspiel in der Überschrift, doch ob der Absurdität, dass man in deutschen als auch generell europäischen Medien gerade noch vergeblich nach Informationen zu den aktuellen Protesten in Spanien sucht, scheint es gewissermaßen doch wieder relativ angemessen. Selbst in den spanischen Medien wird nur zögerlich darüber berichtet, dass landesweit in mittlerweile mehr als 60 Städten schätzungsweise 130.000 Menschen auf die Straßen gegangen sind und weiterhin gehen, um ihrer Wut über die Regierung und wirtschaftlichen Lage Ausdruck zu verleihen.

Unter dem Motto Democracia Real YA! (Wahre Demokratie jetzt!) demonstrieren seit Sonntag dem 15. Mai immer größere Menschengruppen in immer mehr Städten und finden sich auf deren zentralen Plätzen ein. Die Demonstranten ziehen sich dabei durch sämtliche Alters- und Gesellschaftsschichten und die Organisation der Treffen geschieht vor allem über das Netz und Social Media Tools wie Twitter oder Facebook. Read on my dear…

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Amazon Kindle: Ein Test in fünf Kapiteln [Update]

kindle

Seit einigen Tagen liefert Amazon den hauseigenen eBook-Reader namens Kindle in der aktuellsten Version auch über den Versand in Deutschland aus. Und ich konnte nach der gestrigen Lieferung bis heute Morgen um 2 Uhr meine Finger nicht davon lassen.
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Auf die Fresse!

„Dass die den rauslassen, also ich versteh das nicht.“

Wie oft habe ich den Satz die letzten Tage gehört. Durchaus von Menschen, die ich normalerweise für zurechnungsfähig halte. Sie schütteln dann immer traurig den Kopf. Friedliebende Zeitgenossen, die ich gerne Freunde nenne, fletschen die Zähne. Sie bekommen Wutfalten, wenn sie darüber sprechen und klagen anschließend, dass sie die Welt nicht mehr verstehen.

Da sind wir uns dann plötzlich wieder einig. Ich verstehe sie auch nicht mehr, die Welt. Ich verstehe vor allem ihre Welt nicht mehr.

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Bill Gates: “In toilets, we’re the kings”

Seit 1994 gibt es die Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF), seit 2008 widmet der ehemalige Microsoft-Chef neunzig Prozent seiner Zeit ausschließlich dieser Stiftung, die sich der Behandlung und Bekämpfung von Krankheiten und der Forschung nach Impfstoffen gegen Aids, Tuberkulose und Malaria verschrieben hat.

In diesen Tagen tourt Bill Gates durch Europa, um mit Hilfe der Kampagne „Living Proof“ der von der BMGF geförderten Organisation ONE besonders bei Regierungen für mehr Investitionen im Bereich der Entwicklungshilfe zu werben. In Berlin gastiert Gates heute, um ein für Living Proof kreiertes Graffiti zu unterzeichnen, eine Auszeichnung entgegen zu nehmen und die Kanzlerin zu treffen. Um seinen Anliegen noch stärkeren Ausdruck zu verleihen, traf er sich jedoch zunächst gestern zum Abendessen mit einer Handvoll führender Medienvertreterinnen und -vertreter. Und mit mir.
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Lähmung

Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen lähmen mich. Mein Katastrophenaufnahmevolumen ist ebenso überschritten wie meine Verständniskapazität für aktuelle politische Handlungen. Ich kapituliere vor den Tatsachen, dass unbeeinflussbare Ereignisse dramatischer Teil unseres Daseins sind und außerdem mein politisches Wissen ganz offensichtlich nicht ausreicht, um bestimmte Ereignisse noch halbwegs sachlich einschätzen oder gar bewerten zu können.
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Sven Regener: “Kunst ist nicht verhandelbar”

Am 14. März erscheint „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner“, das neue Buch und Hörbuch von Sven Regener, der als Musiker mit Element Of Crime und als Autor mit Herr Lehmann, Neue Vahr Süd und Der kleine Bruder seit vielen Jahren und äußerst erfolgreich die deutsche Kulturlandschaft belebt. „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner“ ist eine Sammlung von Blog-Einträgen, die Regener in den letzten Jahren für verschiedene Online-Medien verfasst hat.

Eine knappe Stunde lang sprach ich vor einigen Tagen mit Sven Regener über sein Wirken als Musiker und Autor; über Blog-Kommentare und darüber, warum er sie nicht liest; über Popkultur in England und Deutschland; über Reinhard Mey, Gartennazis und Rasenmäher; die Abneigung seiner Band gegen das Fernsehen; über das Auftragsbloggen; über Max Goldt als den Meister des Foto-Bloggens; über vermeintliche Anarchie im Netz und darüber, dass ich ihn vor 20 Jahren mal beeindruckt habe, denn wir hatten einen Schlagzeug-Roadie. Und dann kommen doch noch einmal die Rasenmäher.

Leider ist es mir in dem recht lauten Café, in dem wir uns getroffen hatten, nicht gelungen, die Störgeräusche zu beseitigen, eine perfekte Aufnahme ist es daher nicht geworden, ich hoffe aber, ihr habt trotzdem viel Spaß beim Anhören. Als Bonus-Tracks gibt es dafür zwei Hörbeispiele aus „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner“: Nach dem Klick.
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100 Jahre Frauentag – Ein Wunschzettel

100 Jahre Frauentag – Zur Feier des Tages und weil ich ja auch eine von diesen, auf den Geschmack der Freiheit gekommen Frauen bin, wünsche ich mir doch gleich mal was… Read on my dear…

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Je weiß nicht, où je gehöre

Die Bundesregierung widerspricht Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, türkische Kinder in Deutschland sollten zuerst ihre Muttersprache lernen. Die Regierung sei der Überzeugung, „dass das Deutschlernen in der Bedeutung dem Türkischlernen zumindest gleichgestellt“ werden müsse, ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel durch ihren Sprecher Steffen Seibert erklären. Vizekanzler Guido Westerwelle und die FDP forderten gar, türkischstämmige Kinder müssten zuallererst die deutsche Sprache beherrschen.

Ich verstehe das nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst zweisprachig bin. Und ich mich noch daran erinnern kann, wie das als Kind gewesen ist.

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